18.02.2010, 21:19 | tags:
Finanzen
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Mitteldeutsche Zeitung/ Magdeburg/Dessau-Roßlau, 17.02.2010
Finanzprobleme
«Hilferufe im Land sind bittere Realität»
Dessau-Roßlau erhält Unterstützung - 13,5 Millionen Euro umfassende Streichliste präsentiert
Das Präsidium des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt (SGSA) hat den Schulterschluss mit Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Klemens Koschig vollzogen und unterstützt dessen Ruf nach finanziellen Hilfen. "Was sich in Dessau-Roßlau abzeichnet, mag die Spitze des Eisbergs sein," sagte SGSA-Präsident Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler in Magdeburg. "Es ist aber Tatsache, dass die Städte und Gemeinden insgesamt im Finanzausgleich unterkapitalisiert sind. Aufgaben und Ausgaben stehen in vielen Fällen nicht in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander."
Streichliste präsentiert
Dessau-Roßlau hatte Ende voriger Woche auf seine Finanzmisere hingewiesen und eine 13,5 Millionen Euro umfassende Streichliste präsentiert, auf der Bibliotheken, Museen, Freibäder, aber auch das Anhaltische Theater steht. "Natürlich ist Dessau-Roßlau besonders betroffen", bekräftigte SGSA-Landesgeschäftsführer Bernd Kregel. Die Stadt habe sich mit der Fusionsentscheidung zukunftsfähig aufgestellt, sei aber mit dem weit über die Region hinaus wirkenden kulturellen Erbe finanziell überfordert. "Wer praktisch drei Welterbestätten - das Bauhaus, das Gartenreich und das Biosphärenreservat - in seinen Mauern beherbergt, braucht eine solide Finanzbasis für derartige Aufgaben", sagte Eichler.
Schon seit 15 Jahren sei bekannt, dass Dessau kaum mehr in der Lage sei, ein so großes Theater zu finanzieren, aber dauerhaft tragfähige Konzeptionen habe das Land weder ausgearbeitet noch mitgetragen. "Es nutzt auch nichts, die Gelder zwischen den Kommunen zu verschieben", betonte Kregel. "Es fehlen auf der Ebene der Städte und Gemeinden rund 300 Millionen Euro."
Kassenstürze stehen noch aus
Vor dem Hintergrund der laufenden Gebietsreform warnte SGSALandesgeschäftsführer Kregel davor, zu glauben, alle Gemeinden hätten schon einen umfassenden Überblick über ihre Finanzlage. Manche stünden noch vor dem Kassensturz. "Das neue FAG muss einer permanenten Kontrolle unterzogen werden, um sicherzustellen, dass nicht einzelne Städte und Gemeinden zahlungsunfähig werden", betonte Norbert Eichler. "Der Politik muss klar sein, dass die Hilferufe kein allgemeines Gejammere sind, sondern die bittere Realität abbilden."
18.02.2010, 15:07 | tags:
Funk
, Neue Formate
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Pressemitteilung vom 18.02.2010
haus[funk] 07: Bauhaus bei Nacht
Siebter haus[funk]abend am 24. Februar 2010 im nächtlichen Bauhausgebäude
Der letzte Monatsmittwoch rückt näher und es wird wieder ge[funk]t: Das Anhaltische Theater und die
Stiftung Bauhaus Dessau laden ein zum siebten haus[funk]abend. Ungeahnte Perspektiven auf und in
das Bauhaus eröffnet die bauhaus[funk]führung am 24. Februar 2010 um 21 Uhr. Thorsten Köhler,
Schauspieler am Anhaltischen Theater, führt seine Gäste gemeinsam mit dem [funk]team durch das nächtliche Bauhaus, leuchtet in dunkle Ecken und späht hinter die Kulissen. Kaum bekannte Details
und die letzten Geheimnisse der Bauhäusler werden schonungslos offengelegt.
Die Führung findet im Anschluss an das Konzert des niederländischen Jazzquintetts FIDAN im Bauhaus
statt und startet im Klub. Hier wird die Führung etwa eine Stunde später auch wieder enden – mit Musik im Klub, aufgelegt von DJ mlphilippsen.
Die Reihe der haus[funk]abende findet regelmäßig statt – immer am letzten Mittwoch des Monats.
Den Ort dafür stellen die Bauhausbauten der Stadt – sie werden neu belebt und bieten Werkstatt und Partylocation, Klanglabor und Podium, Bühne und Bildschirm zugleich. [funk] bearbeitet dafür jeden Monat ein Thema, meist abgeleitet aus den aktuellen Produktionen und Projekten des Anhaltischen Theaters und des Bauhausbühnenstudios.
[funk] entsteht in Zusammenarbeit von Anhaltischem Theater Dessau, der Stiftung Bauhaus Dessau
und Dessauer Bürgern. [funk] wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Treffpunkt: Klub im Bauhaus, Gropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau
Eintritt: 4,– € / ermäßigt 3,– €
Kontakt: Maria Linke studio@interfunk.net | 0340-2511230
www.interfunk.net | www.twitter.com/interfunk
funk wird gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes.
18.02.2010, 07:25 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 18.02.2010
Musik für Kaffee im Salon
Salonorchester Papillon gibt Samstag im Theaterrestaurant 100. Konzert
Es wird sein wie immer. Das Theaterrestaurant füllt sich eine Stunde vor der Vorstellung. Kaffee und Kuchen werden bestellt und es wird geplaudert. Dazu erklingt Musik, vorgetragen von sieben Musikern: dem Salonorchester Papillon. Etwas Besonderes hat der Nachmittag am Sonnabend dieser Woche dann aber doch: Für das Orchester ist es der 100. Auftritt bei "Kaffee im Salon" um 15.45 Uhr. Mag sein, dass dies der einen oder anderen Dame, die zu den Stammzuhörern gehört, einen kleinen Gruß wert ist. Stammpublikum hat das kleine Ensemble, das sich aus Musikern der Anhaltischen Philharmonie zusammensetzt, reichlich. Gewachsen ist es in sechs Jahren, seit sich das Orchester 2003 gründete.
Die Anfänge für Musik in der klassischen Pariser Besetzung liegen jedoch schon sehr viel weiter zurück, erinnert sich Reinhard Gutte, der Klarinette und Saxophon spielt. Schon seit 1985 habe solch ein Orchester in wechselnden Besetzungen gespielt. 2002 gab es dann ein überaus erfolgreiches Faschingskonzert und daraus resultierend den Wunsch, fortan regelmäßig aufzutreten, eben als Salonorchester Papillon. 35 Titel hatte man zu Beginn im Repertoire, inzwischen ist dieses auf über 700 angewachsen. So griff Martin Schulze (Violine) auf Noten des Großvaters zurück, die er im Keller liegen hatte. "Der spielte schon in den 1920er Jahren in einem Caféhaus-Orchester", erzählt der Musiker. Und damals wie heute ist es eine ähnliche Bandbreite an Musik, die die Zuhörer erfreut. "Wir spielen eigentlich alles, außer bei Bebop würden wir vielleicht streiken", lacht Reinhard Gutte. Opern- und Operettenpotpourris erklingen, wenn Papillon auftritt, Märsche, Walzer, Schlager, Tangos bis hin zu Arrangements von Wagner-Stücken hat man im Programm.
Bei der Reihe "Kaffee im Salon" stimme man das Programm direkt auf die sich anschließende Vorstellung auf der Bühne ab. Dass sich bei diesen Auftritten das Publikum unterhält, die Musik bei Kaffee und Kuchen praktisch nebenbei konsumiert, stört die Papillon-Musiker wenig. "Das ist so gewollt. Wenn das Restaurant voll ist, muss man allerdings schon etwas an dynamischer Stärke dazu geben", sagt Martin Schulze.
Der Geiger und der Klarinettist wie auch die anderen Musiker lieben an ihrer Besetzung im Salonorchester eines ganz besonders: "Jeder ist hier Solist", sagt Gutte. "Es ist ein selbstbestimmtes Musizieren mit Kollegen mit denen man sich gut versteht", ergänzt Martin Schulze. Bis zu 15 Konzerte geben sie pro Spielzeit im Theaterrestaurant, dazu kommen außerhalb des Dessauer Hauses seit der Gründung noch einmal 60 Konzerte in der Region bis hin zum Gastspielort Winterthur. "Wir sind sehr flexibel und können dort auftreten, wo ein großes Orchester nicht hinkommt", sagt Reinhard Gutte. Für den Auftritt am Sonnabend habe man sich Höhepunkte des Programms heraus gesucht. Derart beschwingt von Salonmusik können die Besucher dann nahtlos in die Vorstellung der Operette "La Périchole" um 17 Uhr wechseln.