25.01.2012, 16:43 | tags:
Schauspiel
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Pressemitteilung vom 25.01.2012
Dessauer honorierten großzügig die Leistungen der Schauspieler!
Am Freitag, 20. Januar zeigte das Anhaltisches Theater zum letzten Mal die mitreißende Komödie „Tolles Geld“ vor sehr gut gefülltem Haus bei freiem Eintritt. Zur letzten Vorstellung hatte sich das Theater zu einer einmaligen und außergewöhnlichen Aktion entschlossen und schaffte für diese Vorstellung das Geld einfach ab. Nach der Vorstellung durfte jeder geben, was ihm die Vorstellung wert war. Die Schauspieler standen mit „Klingelbeuteln“ im Foyer und die Dessauer gaben großzügig! 623 Zuschauer spendeten 3.153 Euro. 34 Besucher wollten ihren Theaterabend nicht geschenkt bekommen und hatten darauf bestanden, ihr Ticket regulär zu bezahlen. Insgesamt sind 3.737 Euro zusammen gekommen. Das sind im Durchschnitt 5.69 Euro je Zuschauer. Außerdem wurden mit dieser Aktion Zuschauer erreicht, die noch nie im Theater waren. Auch in Zukunft plant das Theater ungewöhnliche Aktionen, um Zuschauer für das Theater zu begeistern und die Strahlkraft in die Region auszuweiten.
25.01.2012, 12:00 | tags:
Schauspiel
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Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 24.01.2012
Die schönen Alliterationen
Wagners „Götterdämmerung“ gelesen.
Dass Richard Wagners Operntexte ohne die dazu gehörige, grandiose Musik gelinde gesagt speziell klingen, ist keine neue Erkenntnis. Namentlich der „Ring des Nibelungen“ hat mit seiner künstlichen Archaik und den grotesken Alliterationen schon häufig Anlass zu ironischen Adaptionen geboten. Dass man über die scheinbaren Schwächen dieses Werkes um so begründeter lachen kann, wenn man seine tatsächlichen Stärken ernst nimmt, zeigte nun eine Lesung der „Götterdämmerung“ im Alten Theater. Denn der Dessauer Generalintendant André Bücker näherte sich gemeinsam mit Schauspieler Gerald Fiedler hier ja einem Stoff, den er in wenigen Monaten mit größtmöglichem Aufwand und den vereinten Kräften seines Hauses auf die Bühne bringen will.
Vor diesem Hintergrund kam dieser skelettierten Fassung der Tragödie um Siegfried und Brünhilde, Gunther und Hagen eine besondere Bedeutung zu.
Bücker und Fiedler teilen die umfangreiche Personnage, zu der sich im letzten Teil des „Rings“ ja auch noch ein Chor gesellt, brüderlich durch zwei - und provozieren bereits durch diese simple Verabredung Gelächter im ausverkauften Haus. Denn wenn man mit heiligem Ernst einen Dialog mit sich selbst führen muss oder binnen kürzester Zeit die Rollen zu wechseln hat, dann ist das natürlich komisch - ganz gleich, wie tragisch sich die vorgetragenen Texte geben. Dass sich die beiden Sprecher zudem nicht auf die reine Lesung verlassen, sondern beiläufig Auf- und Abgänge sowie markante Gesten oder charakteristische Stimmfarben in die Handlung integrieren, steigert die Heiterkeit.
Den größten Effekt aber machen jene Regie-Anweisungen, die Richard Wagner in seiner ganzen Ambivalenz als versierten Theaterpraktiker und visionären Gesamtkunstwerket zeigen. Denn das, was hier so wortreich beschrieben wird, ist für das Verständnis des Geschehens zwar einerseits unverzichtbar, im buchstäblichen Sinn aber zugleich unumsetzbar. Am Ende kehrt der „Ring“ dorthin zurück, woher er im „Rheingold“ genommen wurde - doch das ist ein anderer Teil der Geschichte, der in Dessau erst 2015 erzählt werden soll.