04.01.2012, 18:07 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 04.01.2012
Besucherrekord im Dezember am Anhaltischen Theater Dessau
Mit 39.048 Besuchern im Dezember 2011 toppte das Anhaltische Theater die Besucherzahlen des Vorjahres (37.285 Besucher im Dezember 2010) und stellte damit einen neuen Besucherrekord der letzten 15 Jahre auf.
Unter den 94 Vorstellungen, die im vergangenen Monat in den verschiedenen Spielstätten des Anhaltischen Theaters stattgefunden haben, zählten das Weihnachtsmärchen „Die Weihnachtsgans Auguste“, das Musical „West Side Story“ und das Schauspiel „Pension Schöller“ sowie die Weihnachtskonzerte und das Neujahrskonzert zu den Spitzenreitern.
Auch das Gastspiel des Ballettensembles mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ am 21. Dezember in Coesfeld und das Konzert der Anhaltischen Philharmonie im Berliner Konzerthaus am 26. Dezember wurden begeistert vom dortigen Publikum aufgenommen.
04.01.2012, 13:46 | tags:
Ballett
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Ursula Hoffmann, Allgemeine Zeitung Coesfeld, 23.12.2011
Temporeiche Inszenierung
Shakespeare als Ballett-Vorlage
Eine entzückende Bianca im rosa Kleidchen lässt sich - liebreich lächelnd - gleich von drei Verehrern umgarnen, während ihre temperamentvolle Schwester Katharina, Kratzbürste von Kopf bis Fuß, sich die Männer mit funkensprühenden Augen vom Leib hält. Die leuchtend roten Streifen in ihrem Kleid signalisieren „Vorsicht vor meinem Feuer“. Shakespeares turbulente Liebeskomödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ dient für die Ballettkompanie des Anhaltischen Theaters Dessau als Vorlage für ein vor Lebensfreude sprühendes Handlungsballett, das beweist, dass sich Schwung, Witz und Gefühl auch ganz ohne Worte in die Sprache des Tanzes übersetzen lassen. Ein funktionales, einfaches Bühnenbild kombiniert Renaissance-Fassaden mit Spiegelwänden, die Weite und Großzügigkeit zeigen und einen schnellen Wechsel der Spielorte ermöglichen. Hinreißende Kostüme unterstreichen die Charaktere der Figuren, die in Anlehnung an die Commedia dell´arte ausgestattet sind. Der überforderte Vater Baptista ist ebenso als Karikatur angelegt, wie die Freier Biancas, ein witziges Trio, bei denen jeder seine überzeichneten Charakterzüge lustvoll ausspielt. Während Gremio mit Bauch und Zipfelmütze den Clown markiert, ist Biancas Favorit Lucentio eher sanftmütig. Der dritte im Bunde, der Musiklehrer Hortensio, ragt heraus durch seine ausdrucksstarke Mimik, die in Luftsprüngen und Lautenspiel pure Lebensfreude vermittelt.
Überhaupt zeichnet sich die Inszenierung von Thomas Kajdanski durch ein ungeheures Tempo aus. Zeitweise erinnern die Tänzer, die die ganze Bandbreite tänzerischer Ausdrucksformen vom klassischen Spitzentanz über Pirouetten und Hebungen bis zu akrobatischen Sprüngen und Brechungen des modernen Ausdruckstanzes beherrschen, an lebenslustige Füllen, die auf der Weide springen und buckeln. Dazu passt hervorragend die laut Programmheft „lachende Musik“ von Dmitri Schostakowitsch. Handverlesene Auszüge aus seinen Filmen erklingen ebenso wie Ausschnitte aus den Ballettsuiten und fügen sich in ihrer lebendigen Fröhlichkeit und ihrem Farbenreichturn zu einem stimmigen Ganzen. Besonders die zeitweiligen Brüche und Disharmonien scheinen wie gemacht für die Shakespeare-Komödie über den Geschlechterkampf. Der dann heftig tobt zwischen dem heißblütigen Macho Petruchio und der kratzbürstigen Katharina. Und obwohl dieser sowohl den Frauen als auch dem Alkohol nicht abgeneigt erscheint, macht er doch von Anfang an klar, dass er an der vor Temperament sprühenden Frau Gefallen findet. So ist die Zähmung dann auch letzten Endes eher ein Zueinanderfinden und wer hier wen gezähmt hat, wird in der letzten Szene karikiert, in der Katharina die Hosen an hat, während Petruchio - gutmütig lächelnd - im Kleidchen erscheint.
Ein schöner Theaterabend, der ein beständiges Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zaubert.