03.02.2012, 12:30 | tags:
Diverses
1206
Pressemitteilung vom 03.02.2012
Vorverkauf für Cavewoman gestartet
Cavewoman - Praktische Tipps zu Haltung und Pflege eines beziehungstauglichen Partners
Mit Cavewoman ist eine der erfolgreichsten One-Woman Shows überhaupt am Freitag, 23. März um 19.30 Uhr zu Gast im Anhaltischen Theater.
Sex, Lügen und Fernbedienungen - In dieser fulminanten Solo-Show rechnet CAVEWOMAN Heike (gespielt von Stefanie B. Fritz) mit den selbsternannten „Herren der Schöpfung“ ab. Mal mit der groben Steinzeitkeule, mal mit den spitzen, perfekt gepflegten Nägeln einer modernen Höhlenfrau – aber immer treffend und zum Brüllen komisch!
Eigentlich haben wir es ja schon immer gewusst: Wenn Männer so gute Liebhaber wären, wie sie denken, hätten die Frauen gar keine Zeit mehr, sich die Haare zu machen. Da trifft es sich, dass Heike die letzten Stunden vor ihrer Trauung nutzt, um den peinlicherweise zu früh erschienenen Hochzeitsgästen noch einen Schnellkurs in Sachen Mann-Frau-Beziehung zu geben.
Dieses Einfrauenstück aus der Feder von Emma Peirson ist die Antwort auf alle Comedians, die Frauen unterstellen, von einem anderen Planeten zu kommen und sieht sich die typischen Konfliktfelder in einer Beziehung einmal aus einer anderen, nämlich der weiblichen Perspektive an. Die turbulente Show ist mehr als 1.000 Mal in der ganzen Republik gezeigt worden und zählt zu den erfolgreichsten One-Woman-Shows überhaupt. Über 350.000 Besucher amüsierten sich bisher in mehr als 50 Spielorten über die liebenswert verhuschte Heike.
„Cavewoman“ ist ein zum Brüllen komisches Stück, das uns allen den Spiegel vorhält und gleichzeitig auch zum besseren Verständnis des anderen Geschlechts beiträgt.
„Eine weibliche Sicht auf die Liebesdinge, die im schönsten „Desperate Housewives“-Stil den Bräutigam am Hochzeitstag noch einmal in die Einzelteile seiner Marotten zerlegt.“ - so Der Spiegel
„Jeder Witz, jede Pointe sitzt.“ – so die Lübecker Nachrichten
„Ein Bravourstück von Schauspielkunst und Schlagfertigkeit“ – so die SUPERillu
Mehr Informationen unter: www.cavewoman.de
Eine Produktion der Golden Gate Berlin Zwei GmbH und Oskar Eiriksson Productions
Der Vorverkauf hat begonnen. Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
01.02.2012, 14:14 | tags:
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1204
Pressemitteilung vom 1.2.2012
The World Famous Glenn Miller Orchestra directed by Wil Salden zu Gast im Anhaltischen Theater
Mit der neuen Show „In The Miller Mood“ geht das Glenn Miller Orchestra directed by Wil Salden 2012/2013 erneut auf Europa-Tour und ist am 1. Mai um 17 Uhr zu Gast im Anhaltischen Theater in Dessau. In den vergangenen 2 Jahren war Wil Salden mit dem Programm „Evergreens In Swing“ in 17 europäischen Ländern mit großem Erfolg unterwegs.
Im Januar erschien ihre neue CD mit dem Titel „In The Miller Mood“, deren Songs Bestandteil des neuen Konzertprogramms sind. Ein Abend, der für jeden Liebhaber der Swing und Big Band Musik der 40er Jahre zu einem besonderen Erlebnis wird.
Schwerpunkt der Show ist natürlich die Glenn Miller Musik. Mit dem von ihm kreierten unverkennbaren Sound war Glenn Miller bereits zu Lebzeiten ein Idol. Eine Hommage an andere Orchesterleiter mit ihren typischen Kompositionen wie z.B. Woody Herman, Count Basie und Harry James rundet das Programm ab. Ebenfalls wird an Ella Fitzgerald, die beste Sängerin aller Zeiten, im neuen Programm erinnert.
Neben den bekannten Glenn-Miller-Stücken und liebgewonnenen Ohrwürmern wird auch der vokale Teil nicht vernachlässigt. Wunderschöne Melodien im Glenn Miller Sweet Sound werden von der Bandsängerin gesungen. Besondere Highlights sind auch die Auftritte der Moonlight Serenaders, die Close Harmony Group des Glenn Miller Orchestras.
Bei Moonlight Serenade, A String Of Pearls, Little Brown Jug, Stairway To The Stars, Somewhere Over The Rainbow u.v.m. werden Bilder der 40er Jahre wieder lebendig.
Mehr Informationen zum Glenn Miller Orchestra unter: www.glenn-miller.de
Der Vorverkauf für diesen beswingten Abend mit Wil Salden und dem Glenn Miller Orchestra hat begonnen. Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
12.01.2012, 14:45 | tags:
Diverses
1181
Pressemitteilung vom 12.01.2012
Richard Wagner „Götterdämmerung“ gelesen von André Bücker und Gerald Fiedler
Eine Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms zum RING DER BAUHAUSSTADT
Im Rahmen der beliebten Lesereihe „Die Nacht, die Lichter“ widmen sich Generalintendant André Bücker und Schauspieler Gerald Fiedler (alias Leo Polte) am 19. Januar um 19 Uhr einer großen Textdichtung des Komponisten Richard Wagner. (Fast) ohne Musik sezieren beide genüsslich den Text der „Götterdämmerung“. Immer ernsthaft aber nicht ohne Witz tauchen sie ein in die einzigartige Welt des Wagnerschen Stabreims, in die Welt der Menschen und Götter, und zelebrieren schließlich emphatisch den Untergang. Kapellmeister und Studienleiter, Wolfgang Kluge lässt am Klavier die wichtigsten Leitmotive erklingen. Ein Muss nicht nur für Musikliebhaber und Wagner-Fans! Für gastronomisches Vergnügen sorgt das Team vom Restaurant & Bar „Altes Theater“.
Die Veranstaltung ist Teil des umfangreichen Begleitprogramms zum Dessauer RING. Am 12. Mai 2012 wird am Anhaltischen Theater Dessau die Premiere der „Götterdämmerung“ gefeiert und damit der Auftakt zum ersten gesamten Zyklus von Richard Wagners „Der Ring des
Nibelungen“ seit einem halben Jahrhundert. Die Schirmherrschaft für den RING DER BAUHAUSSTADT hat Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff übernommen.
Weitere Informationen zum RING DER BAUHAUSSTADT unter: www.der-ring-in-dessau.de.
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
10.01.2012, 14:13 | tags:
Diverses
1176
Pressemitteilung vom 10.01.2012
Anhaltisches Theater im Programm des Berliner Theaterclubs
Das Anhaltische Theater Dessau ist mit einem musikalischen Beitrag im Rahmen der „Talkshow“ des Berliner Theaterclubs am 15. Januar um 11 Uhr im Maritim Hotel Berlin in der Stauffenbergstraße vertreten. Generalintendant André Bücker, die Sopranistin Angelina Ruzzafante und der Tenor Artjom Korotkov präsentieren, begleitet von Dorothee Dietz am Klavier, Ausschnitte aus aktuellen Inszenierungen u.a. aus „La Bohème“ und „Faust“.
Auf Grund einer neu geknüpften Kooperation ist das Anhaltische Theater als erstes Nichtberliner Theater im Programm des Berliner Theaterclubs vertreten und erhöht mit diesem Angebot weiterhin seine überregionale Ausstrahlung. Alle zwei Monate erscheint die Club-Zeitung, in der ab März auch Veranstaltungen des Anhaltischen Theaters angeboten werden.
Der Berliner Theaterclub e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und vermittelt seit über 40 Jahren seinen 25.000 Mitgliedern Karten für kulturelle Veranstaltungen wie Oper, Operette, Theater, Ballett, Musical, Show, Varieté, Konzerte u.v.a. Aus einem bunt gemischten Programm mit über 10.000 Veranstaltungen jährlich bietet er seinen Mitgliedern ein vielfältiges kulturelles Angebot auf höchstem Niveau.
www.berliner-theaterclub.de
05.01.2012, 11:49 | tags:
Diverses
1168
Pressemitteilung vom 05.01.2012
Fulminanter Auftakt ins neue Theaterjahr
Fulminant startet das Anhaltische Theater mit einem äußerst abwechslungsreichen Programm in das neue Theaterjahr.
Am 7. Januar um 17 Uhr und am 27. Januar um 19.30 Uhr steht mit Giacomo Puccinis Oper “La Bohème” eine der traumhaftesten Liebesgeschichten der Operngeschichte auf dem Spielplan.
Ab dem 13. Januar (19.30 Uhr) ist die höchst spannungsreiche Kombination der zwei Kurzopern wieder auf der Bühne des Anhaltischen Theaters zu sehen. Kurt Weills gefeierte Erstlingsoper „Der Protagonist“ wie auch eine der berühmtesten Opern des italienischen Verismo, Leoncavallos „I Pagliacci“, erzählen fast identische Geschichten über Liebe und Eifersucht und das Leben im Theater. Weills und Leoncavallos Musik waren wegweisend für ihre Zeit und berühren noch heute durch ihre ausdrucksvolle Klangsprache.
Letztmalig zeigt das Anhaltische Theater am 20. Januar um 19.30 Uhr die Komödie „Tolles Geld oder Armut ist keine Schande“ von Aleksandr Nikolajewitsch Ostrowski im Großen Haus und hat sich für diesen Abend zu einer spannenden Aktion entschieden. In Zeiten finanzieller Krisen und dubioser Immobilienkredite bringt das Anhaltische Theater folgerichtig eine Komödie über das „Glück“ des Sparens auf die Bühne. Eine der Hauptfiguren, der gestandene Kaufmann Vasilkow, beherrscht in Ostrowskis Stück die Kunst des Sparens wie kein Zweiter. Als er jedoch eine junge Schönheit heiratet, die einzig den grenzenlosen Luxus liebt, gerät sein (finanzielles) Leben gänzlich außer Kontrolle. Ein Schelm, der aktuell Böses dabei denkt...Entsprechend hat sich das Anhaltische Theater zu einer einmaligen, außergewöhnlichen und liebevollen Aktion entschlossen und schafft für die letzte Vorstellung der Komödie „Tolles Geld“ das Geld einfach ab. Da Armut, wenn auch nicht jeden, glücklich machen kann, hat jeder Besucher am 20. Januar FREIEN EINTRITT für diese Aufführung. Erst nach der Vorstellung kann das Publikum mit einer freiwilligen Spende selbst entscheiden, was ihm dieser Theaterabend wert war.
Das Ballettensemble zeigt sich am 21. Januar um 16 Uhr mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ wieder von seiner komödiantischen Seite. Zur temporeichen und vor allem humorvollen Musik von Dmitri Schostakowitsch bringen die Tänzer die shakespearesche Komödie mit großer Spielfreude, immenser Intensität und technischer Perfektion in der Choreografie von Tomasz Kajdanski auf die Bühne.
Zum letzten Mal ist der bildgewaltige Tanzabend „Die Nibelungen: Siegfriedsaga“ am 29. Januar um 17 Uhr auf Dessaus Bühne zu sehen. Zur Musik von Richard Wagner, gespielt von der Anhaltischen Philharmonie, erzählt Tomasz Kajdanski die Sage um den Helden Siegfried. Es ist die Geschichte von Menschen, die durch Leidenschaften, Liebe, Hass und Tod miteinander verbunden sind. Ein furioser Ballettabend, der dem Publikum beeindruckende Bilder zeigt!
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
04.01.2012, 18:07 | tags:
Diverses
1167
Pressemitteilung vom 04.01.2012
Besucherrekord im Dezember am Anhaltischen Theater Dessau
Mit 39.048 Besuchern im Dezember 2011 toppte das Anhaltische Theater die Besucherzahlen des Vorjahres (37.285 Besucher im Dezember 2010) und stellte damit einen neuen Besucherrekord der letzten 15 Jahre auf.
Unter den 94 Vorstellungen, die im vergangenen Monat in den verschiedenen Spielstätten des Anhaltischen Theaters stattgefunden haben, zählten das Weihnachtsmärchen „Die Weihnachtsgans Auguste“, das Musical „West Side Story“ und das Schauspiel „Pension Schöller“ sowie die Weihnachtskonzerte und das Neujahrskonzert zu den Spitzenreitern.
Auch das Gastspiel des Ballettensembles mit „Der Widerspenstigen Zähmung“ am 21. Dezember in Coesfeld und das Konzert der Anhaltischen Philharmonie im Berliner Konzerthaus am 26. Dezember wurden begeistert vom dortigen Publikum aufgenommen.
22.12.2011, 17:11 | tags:
Diverses
1160
Pressemitteilung vom 22.12.2011
Strahlende Kinderaugen im Weihnachtsmärchen
Auch in diesem Jahr lud das Anhaltische Theater Dessau in Zusammenarbeit mit zahlreichen Sponsoren Kinder aus bedürftigen Familien in das Weihnachtsmärchen ein. Die Initiative zu dieser Aktion ging vor acht Jahren von der Leiterin der Theaterkasse, Ursula Blumenthal aus. Über 500 Kinder, denen der Theaterbesuch sonst nicht möglich gewesen wäre, konnten so am 14. Dezember die Vorstellung „Die Weihnachtsgans Auguste“ sehen und waren von der liebevollen Inszenierung begeistert.
Im Anschluss an die Vorstellung schlüpfte Werbeleiter Hans Roßdeutscher in die Rolle des Weihnachtsmanns und überraschte die Kinder mit Naschereien. Weihnachtslieder singend klang der Nachmittag am Klavier aus. Generalintendant André Bücker dankte den Sponsoren und Mitarbeitern.
„Trotz der schwierigen finanziellen Situation wird das Anhaltische Theater diese Tradition fortsetzen, weil es wichtig ist, Kinder und Jugendliche an die Kultur heranzuführen und für uns das soziale Engagement in dieser Stadt einen hohen Stellenwert besitzt.“ - so Bücker weiter.
22.12.2011, 12:47 | tags:
Diverses
1159
Pressemitteilung vom 22.12.2011
Trash am Montag [Episode XV] Sergio Martino: „Fireflash - Der Tag nach dem Ende“
Cineastische Leckerbissen mit Pit Rutten & Serge Pocken
Zur Januar Ausgabe „Trash am Montag“ am 9. Januar um 20.30 Uhr im K.I.E.Z Kino widmen sich die Filmkritiker Rutten und Pocken Sergio Martinos Filmperle: „Fireflash – Der Tag nach dem Ende“.
Die Welt ins Chaos zu stürzen ist seit Anbeginn der Filmgeschichte treibende Motivation aller Regisseure gewesen. Sei es aus aktuellem Anlass eine Pandemie (Soderbergh), die Herrschaft der Maschinen (Cameron), der Meteoritenschauer (Bay) oder der menschgewordene Primat des Planeten der Affen, die Zukunft schaut so oder so düster aus. Und selbst jetzt, wo Osama Bin Laden, Muammar al Gaddafi, und zuletzt Kim Jong Il ins Gras gebissen haben, die Welt also um einige schillernde Schweinehunde ärmer ist - die Gefahr der unangemeldet ins Haus platzenden Apokalypse ist damit nicht weniger wahrscheinlich geworden. Nostradamus prophezeit, die hohen Sonnenpriester der Mayas errechneten, und Erich von Däniken verdient nach wie vor nicht schlecht an ihm, dem Zeitenende, dem Harmagedon. Dass wir alle von der Erdoberfläche getilgt werden, steht also außer Frage. Uns aber interessiert vielmehr, welch humanoide Mutationen, welch primatäre Abnormitäten den Äonenwechsel nun doch überdauern. Kakerlaken? Ratten? Cher? Oder einfacher ausgedrückt: Wie gestaltet sich der Lebensalltag nach dem großen Rumms? Wie recherchiert man Zukunft? Mittels eines PM-Abonnements? Fragt man Stephen Hawking? Soll man sich wirklich von einem Synthesizer die Welt erklären lassen? Rutten und Pocken meinen: „Nein!“, denn es geht auch kurzweiliger.
Giallo-Altmeister Sergio Martino, Verwalter unserer ureigensten Untergangsängste, hat bereits weit vor Hawking versucht, Licht ins Dunkel unserer „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant) zu bringen. Wenn es nämlich einen Film gibt, der die wohl realistischste, die drastischste, die unbequemste Darstellung eines Lebens nach dem Super-GAU, dem Atomkrieg, der Schlacht aller Schlachten, oder wie man es auch immer nennen möchte, zeichnet, so ist es sein Endzeit-Epos „Fireflash“! Im Untertitel: „Der Tag nach dem Ende“! (Hui!)
Die Beantwortung der Streitfrage, ob es sich bei Martino wirklich um ein Genie der Vorhersehung oder doch nur um einen falschen Propheten handelt, wollen Rutten und Pocken sich allerdings für den 9. Jänner vorbehalten. Schenken wir uns also getrost die „Mad-Max“-Trilogie, schenken wir uns John Carpenters „Klapperschlange“, schenken wir uns Spielbergs ohnehin überschätzten Edeldreck „Artificial Intelligence“, und ergötzen wir uns an einem Film, dem es gelingt, so ziemlich jeden Klassiker zu kopieren, den das Genre zu bieten hätte. Getreu dem Motto der Stochastik, dass man nur so und so viele Heftzwecken zu werfen habe, bis zumindest eine stecken bleibt, wird sicherlich auch Martino in mindestens einem Punkte seines Sammelsuriums an Spekulationen recht behalten können. Wer seinem zukünftigen Leben in Dreck und Räude also sehenden Auges entgegentrudeln möchte, sei herzlichst dazu aufgefordert, Rutten und Pocken im nächsten Jahr, dem letzten unserer Zeitrechnung (nach Roland Emmerich), in Dessaus Kiez-Kino Gesellschaft zu leisten, wenn Rutten und Pocken, ähnlich Kassandra, das Kommende offenbaren werden, auch wenn niemand Glauben schenken wird.
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
21.12.2011, 17:08 | tags:
Diverses
1157
Pressemitteilung vom 21.12.2011
Silvester-Agenten-Party
DJs, Visuals, Agenten-Deko, Spezielle Cocktails und vieles mehr
Wenn Shirley Bassey Silvester ins Alte Theater kommt, dann darf man auch bei der anschließenden Silvester-Agenten-Party mit einer James Bond-mäßigen Explosion rechnen. Die Diva selbst ist natürlich nicht berechenbar. Den Count Down lässt sie sich, bewaffnet mit einem Fläschchen Dom Pérignon (geschüttelt, nicht gerührt), aber ganz sicher nicht entgehen.
Geschmackvoller als im Alten Theater kommt man in Dessau auf keinen Fall ins neue Jahr! 007 oder 008, die Verhandlungen mit dem MI6 laufen noch, stehen – natürlich chirurgisch verändert und somit inkognito – persönlich am Plattenteller, die Deko würde selbst Blofeld und den Mann mit dem Goldenen Colt überzeugen und das Getränke- und Speisen-Angebot geht weit über Wodka-Martini und Oliven hinaus.
Tickets 12,- Euro inkl. eines Sekts und zwei Verzehrgutscheinen
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
21.12.2011, 13:06 | tags:
Diverses
1156
Pressemitteilung vom 21.12.2011
Die Nacht, die Lichter - Literatur, Musik, Bar, Tanz
Im Rahmen der beliebten Lesereihe „Die Nacht, die Lichter“, am 19. Januar um 19 Uhr widmen sich Generalintendant André Bücker und Schauspieler Gerald Fiedler (alias Leo Polte) einer großen Textdichtung des Komponisten Richard Wagner. (Fast) ohne Musik sezieren beide genüsslich den Text der „Götterdämmerung“. Immer ernsthaft aber nicht ohne Witz tauchen sie ein in die einzigartige Welt des Wagnerschen Stabreims, in die Welt der Menschen und Götter, und zelebrieren schließlich emphatisch den Untergang. Kapellmeister und Studienleiter, Wolfgang Kluge lässt am Klavier die wichtigsten Leitmotive erklingen. Ein Muss nicht nur für Musikliebhaber und Wagner-Fans.
Gesamtleitung: André Bücker
Die 12. Folge am 22. Februar um 20 Uhr im Alten Theater widmet sich aus Anlass des Todes von Christa Wolf einer ihrer großen Erzählungen. Mitglieder des Schauspielensembles lesen Auszüge aus „Der geteilte Himmel“ aus dem Jahre 1963 von Christa Wolf.
Wolf, die zu den wichtigsten Schriftstellerinnen der ehemaligen DDR und des vereinigten Deutschlands zählt, beschreibt in „Der geteilte Himmel“ die Geschichte einer an der Teilung Deutschlands scheiternden Liebe und spiegelt nüchtern die gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR Anfang der 60er-Jahre wieder. Die junge Rita und der zehn Jahre ältere Chemiker Manfred verlieben sich. Doch als Manfreds Betrieb dessen erfolgreich erprobtes Verfahren ablehnt, sieht er keinen anderen Ausweg als die Flucht nach Westberlin. Rita jedoch bleibt in der DDR.
Innerhalb der szenischen Lesung werden Teile der Verfilmung des Stoffes aus dem Jahre 1964, in der Regie von Konrad Wolf, zu sehen sein.
Für gastronomisches Vergnügen sorgt das Team vom Restaurant & Bar „Altes Theater“.
Gesamtleitung: Holger Kuhla
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
20.12.2011, 10:44 | tags:
Diverses
1154
Pressemitteilung vom 20.12.2011
Shirley Bassey gibt Zusatzkonzert in Dessau
Nachdem die Karten für die Silvesterrevue mit Shirley Bassey sofort vergriffen waren, hat die schillernde Diva für ein weiteres Konzert in Dessau zugesagt. Am Samstag, 7. Januar um 21.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater noch einmal zu einem Abend mit Shirley Bassey in das Foyer des Alten Theaters ein.
Shirley Bassey, international gefeierter Star des Showbusiness, steht seit über fünfzig Jahren auf den großen Bühnen dieser Welt und begeistert ihr Publikum. Ihre Interpretation legendärer James-Bond-Songs („Goldfinger“, „Diamonds are forever“, „Moonraker“) haben der Künstlerin schon früh einen Platz auf dem Sängerolymp gesichert. Mittlerweile erntet die Grammy-nominierte Granddame die Früchte ihres weltweiten Ruhms und sorgt mit Elton John, Paul McCartney und Eric Clapton immer noch und immer wieder für Konzertsensationen.
Thorsten Köhler, Schauspieler und berühmter Diven-Imitator, spielt Shirley Bassey, die selbstverständlich ausgerechnet nach Dessau kommt, um im Alten Theater ihre größten Erfolge zum Besten zu geben! Erleben Sie einen Abend voller Glanz und Glamour, einen Abend mit einer großen Diva, einen Abend voll unvergesslicher Show und grandioser Songs!
Shirley Bassey: Thorsten Köhler | Musikalische Begleitung: Dorothee Dietz | Video-Voice-Over: Julian Mehne | Szenische Einrichtung und Video: David Ortmann | Kostüme: Katja Schröpfer
Dramaturgie: Sabeth Braun
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
16.12.2011, 10:04 | tags:
Diverses
1151
Pressemitteilung vom 16.12.2011
Rotary Club unterstützt den „RING der Bauhausstadt“
Der Präsident des Rotary Club Dessau, Klaus-Peter Kramer und Club Sekretär, Dr. Hartmut Kroll übergaben am Donnerstag, 15. Dezember Generalintendant André Bücker einen Scheck in Höhe von 3.000,00 Euro zu Gunsten der Theaterstiftung. Die stattliche Summe stammt aus dem Erlös der Tombola im Rahmen des Rotary Balls, der am 5. November im Anhaltischen Theater stattfand. „Wir Rotarier möchten mit dem jährlich dort stattfindenden Ball das Theater in den Fokus der Öffentlichkeit setzen und sind erfreut, dass eine solche Summe zusammengekommen ist. Mit diesem Geld soll das Großprojekt „RING der Bauhausstadt“ unterstützt werden“. – so Klaus-Peter Kramer, Präsident des Rotary Club Dessau
Am 12. Mai 2012 wird am Anhaltischen Theater Dessau die Premiere der „Götterdämmerung“ gefeiert und damit der Auftakt zum ersten gesamten Zyklus von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ seit einem halben Jahrhundert. Im Oktober starteten bereits die Veranstaltungen des umfangreichen Begleitprogramms zum RING, für den der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, die Schirmherrschaft übernommen hat.
Detaillierte Informationen zum RING, zum Begleitprogramm und zu den Möglichkeiten der Unterstützung unter: www.der-ring-in-dessau.de
07.12.2011, 14:56 | tags:
Diverses
1142
Pressemitteilung vom 07.12.2011
Kommen Sie mit uns ins Spiel!
Stammtisch für Abonnenten und alle, die es werden wollen
Das Anhaltische Dessau lädt herzlich seine Abonnenten und die, die es vielleicht werden wollen am Sonntag, 11. Dezember um 15 Uhr zum Abonnenten-Stammtisch in das Foyer des Alten Theaters ein.
Was ist gemütlicher als mit eine Tasse Kaffee an einem Adventssonntag gemeinsam Bingo zu spielen? Doch wenn das Theater zum Bingo einlädt, darf das Publikum selbstverständlich etwas Außergewöhnliches erwarten. Denn hier werden nicht nur langweilige Zahlen gezogen, sondern gespielt wird ein THEATER-BINGO, bei dem Sie zeigen können, wie gut Sie die Figuren aus Schauspiel, Oper und Ballett kennen. Der Stammtisch bietet die Gelegenheit, mit den Mitarbeitern des Theaters ins Gespräch zu kommen, Informationen über die Vielfalt der Abonnements zu erfahren, Fragen zu stellen und Meinungen zu äußern.
Wir freuen uns auf Sie!
Der Eintritt ist frei.
07.12.2011, 13:24 | tags:
Diverses
1141
Pressemitteilung vom 07.12.2011
Trash am Montag: [Episode XIV] Satanisten-Weihnacht-Alberto de Martino: „Die schwarze Messe der Dämonen“
Cineastische Leckerbissen mit Pit Rutten & Serge Pocken
Das Anhaltische Theater lädt zur letzten Ausgabe „Trash am Montag“ in diesem Jahr am 12. Dezember um 20.30 Uhr ins K.I.E.Z Kino ein. Diesmal widmen sich die Filmkritiker Rutten und Pocken Alberto de Martinos „Die schwarze Messe der Dämonen“.
Der Okkultismus gehört zu Hollywood, die Nekromantie durchdringt, der Gefallene regiert es, Filme wie „The Smurfs“, „Indiana Jones 4“ oder „Gulliver's Travels“, Regisseure wie George Lucas und Ron Howard beweisen das. Schön und gut, aber eine Satanisten-Weihnacht? Was hat es damit auf sich? Nun, dass das Weihnachtsfest heidnische Wurzeln hat, mag mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass der Fall damit nicht gegessen ist, eher weniger.
Bereits im Alten Ägypten und später dann im Alten Rom feiert man zur Wintersonnenwende ein Fest, das die Römer zu Ehren ihres Sonnengotts Saturn die Saturnalien nennen. Man schmückt sein Haus mit immergrünen Bäumen, dem Tannenbaum, beschenkt seine Kinder und versucht in rückständischeren Bezirken des römischen Reiches den Gott des Feuers gar durch Opferungen von Kleinstkindern gnädig zu stimmen, die man im heimischen Kamin dem Flammentod überantwortet; denn dorten tritt er auf, von dort kommt er herunter zu den antiken Heiden, Saturn, Kronos, der Kindsverschlinger (womit sich also auch der Mythos vom Weihnachtsmann mit seinem Teller Kekse und dem Glas warmer Milch erledigt hätte). Erst seit Einführung des Christentums als römischer Staatsreligion im 5. Jahrhundert versucht man, die heidnischen Umtriebigkeiten (in weichgespülter Form natürlich) unter dem Deckmantel des Geburtstags unseres Herrn Jesus Christus zu rechtfertigen; frech gelogen, weiß die Wissenschaft doch mittlerweile, dass Gottes Sohn im Herbst entsprang. Aber warum Rutten und Pocken Glauben schenken, wenn man den Erlöser selbst zu Wort kommen lassen kann? In der Offenbarung 2:6 und 15 spricht Jesus zu seinen Anhängern von der „Lehre der Nikolaiter“, den Anhängern des Nikolaus also, und davon, „dass Er sie hasst“. Punkt. We rest our case.
Und somit sollte man sich, ganz ohne schlechtes Gewissen, wenn schon, dann unbedingt in der Vorweihnachtszeit für den Satanismus entscheiden, der im 15. Jahrhundert in Form des Sabbaths im Übrigen eher noch einem ausgelassenen und naturverbundenen Familienpicknick glich. Und so soll es denn auch ablaufen am 12. Dezember im Kiez-Kino zu Dessau, wenn Rutten und Pocken die schwarzen Kerzen entzünden, ihr Hexenbrett bemühen, um tote Prominente zu channeln, und bei Butterstollen und Glühwein die schwarze Messe der Dämonen mittels Alberto de Martinos gleichnamigem Film von 1974 zelebrieren werden.
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau. Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
05.12.2011, 12:47 | tags:
Diverses
1139
Pressemitteilung vom 05.12.2011
20. Dessauer Bassgeigenweihnacht
Am Montag, den 19. Dezember lädt die Musikschule Dessau-Roßlau um 18 Uhr zu einem weihnachtlichen Konzert ein, bei dem sich alles um den Bass dreht.
Die 20. Dessauer Bassgeigenweihnacht ist eine Veranstaltung der Musikschule Dessau-Roßlau, mit freundlicher Unterstützung der Stadt Dessau-Roßlau und des Anhaltischen Theaters Dessau sowie des Landesverbandes der Musikschulen Sachsen-Anhalt.
Diese einzigartige Zusammenarbeit wird auch im abwechslungsreichen Programm deutlich. So geben die jungen Musiker der KontrabassAG der Grundschule „Am Akazienwäldchen“ unter Leitung und in Komposition von Ingo Burghausen, der Geschichte „Conrad Chamäleon“ ihre eigene Melodie. Der Schauspieler und Autor der Buchvorlage, Gerald Fiedler und die Schülerin Laetitia Hippe lesen gemeinsam die hinreißende Geschichte über das Chamäleon und seine Freunde.
Moderiert von Ingo Burghausen, Solokontrabassist der Anhaltischen Philharmonie, werden die Schüler der Kontrabassklasse der Dessauer Musikschule sich mit kurzen solistischen Stücken musikalisch vorstellen, am Klavier begleitet von Wolfgang Kind.
Außerdem erklingen natürlich - alle Jahre wieder – beliebte weihnachtliche Melodien im besonderen Bassorchestersound der 22 Kontrabassspieler im Alter ab 7 Jahren.
Der Eintritt ist frei!
Informationen und Impressionen zur 19. Bassgeigenweihnacht: www.bassgeigengala.de
05.12.2011, 10:03 | tags:
Diverses
1136
Pressemitteilung vom 5.12.2011
Salon Bolschewique: Rocko Schamoni liest aus seinem Roman „Tag der geschlossenen Tür“
Am Mittwoch, 7. Dezember um 20 Uhr sind die Liebhaber des Salon Bolschewique in das Alte Theater eingeladen. Diesmal liest der Kultautor Rocko Schamoni aus seinem Roman „Tag der geschlossenen Tür“.
Seit seinen so originellen wie erfolgreichen „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ kennen wir Rocko Schamonis Held Michael Sonntag. Nun lässt er ihn noch einmal ins Gruselkabinett des Lebens treten, in dem er nichts verloren hat und schon gar nichts zu finden glaubt. Unbeirrt treibt Michael Sonntag durch seine Tage, sein Körper zeigt erste Gebrauchsspuren, und die großen Gedanken machen gewöhnlich einen Bogen um ihn. Entgegen der Erwartungen, die seine Umwelt an ihn stellt, verweigert Sonntag gern jede daseinserhaltende Tätigkeit. Nur seinem Freund Novak gelingt es hin und wieder, ihn mit hirnrissigen Geschäftsideen aus der Reserve zu locken. Und natürlich Marion Vossreuther, der Servicekraft aus dem Handy-Laden, die einen ganz eigenen Reiz auf ihn ausübt. Entschlossen geht Rocko Schamonis Held Michael Sonntag den Erfordernissen des Lebens aus dem Weg. Und dabei fordert der Irrsinn unserer Existenz seine Unerschrockenheit und seinen Witz öfter heraus, als ihm lieb sein kann.
Rocko Schamoni, 1966 in Schleswig Holstein geboren, arbeitet für Theater, Film und Fernsehen, tourt regelmäßig durch die Republik und besitzt eine eingeschworene Fangemeinde als Musiker, Autor, Humorist, Schauspieler. Nach seinem Debüt „Risiko des Ruhms“ folgte sein langanhaltender Bestseller „Dorfpunks“, der auch auf die Bühne gebracht und im Frühjahr 2009 in die Kinos kam.
"Literarisch spielt dieser Erwachsenseinverweigerer in einer Liga mit Strunk und Stuckrad-Barre, doch er formuliert feiner, ist klüger und lustiger. Live bietet er große Unterhaltung: dank Stimmimitationen und souveräner Interaktion mit dem unversehens anspringenden Generator sowie den Fans." - so die Südwest Presse 17. Mai 2011
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
02.12.2011, 16:45 | tags:
Diverses
1133
Pressemitteilung vom 02.12.2011
Verschenken Sie zum Weihnachtsfest große Emotionen auf der größten Bühne Sachsen-Anhalts!
Attraktive Weihnachts-Abonnements ab sofort an den Theaterkassen des Anhaltischen Theaters erhältlich
Noch keine Geschenkideen für das Weihnachtsfest? In diesem Jahr bietet das Anhaltische Theater gleich zwei attraktive Weihnachts-Abonnements mit jeweils 4 Highlights aus dem Spielplan von Oper bis Ballett an.
Das vom Publikum gefeierte Musical „West Side Story“ ist in beiden Abonnements enthalten (27. Mai 2012). Der Broadway-Klassiker von Leonard Bernstein, inzwischen Kassenschlager des Anhaltischen Theaters geworden, versetzt die unvergessliche Liebesgeschichte von „Romeo und Julia“ in das New York der 50er Jahre und lässt statt zwei Familien in Verona, die Straßengangs Jets und Sharkes gegeneinander kämpfen.
Im Abonnement 1 ist außerdem Puccinis Oper „La Boheme“ am 27. Januar 2012 enthalten. Die Oper voller wunderbarer Musik entführt das Publikum in das Pariser Quartier Latin und zeigt die berührende und tragische Liebesgeschichte des Schriftstellers Rodolfo und seiner Muse Mimi. Des Weiteren bietet dieses Abonnement am 19. Februar 2012 das Konzert "Heiterkeit und Fröhlichkeit" und schließlich enthält es Shakespeares vertanzte Komödie „Die Widerspenstigen Zähmung“ am 18. März 2012. Im Ballettabend von Tomasz Kajdanski zur Musik von Dmitri Schostakowitsch zeigt das Ballettensemble mit großer Spielfreude, immenser Intensität und technischer Perfektion sein komödiantisches Können auf der Bühne.
Im Abonnement 2 sind gleich zwei Ballettinszenierungen von Tomasz Kajdanski enthalten: Der gefeierte Ballettabend zur Musik von Richard Wagner „Die Nibelungen: Siegfriedsaga“ am 29. Januar 2012, in der die Sage um den Helden Siegfried erzählt wird: eine spannende Geschichte über Macht und Reichtum, Liebe und Eifersucht und dem Traum von einer besseren Welt.
Im zweiten Ballettabend werden die Zuschauer dem weißen Kaninchen mit seiner Taschenuhr folgen und am 24. Juni 2012 die verdrehte Welt von „Alice im Wunderland“ mit Hutmacher und Märzhasen, Herzkönigin, Herzkönig und Grinsekatze kennenlernen.
Außerdem im Abonnement 2 enthalten ist mit „Schön ist die Welt“ am 14. April 2012, eine große Gala der heiteren Muse. Rhythmus, Schwung, aber auch Sentiment nehmen das Publikum gefangen, reißen es mit und lassen es schwelgen.
Erhältlich sind beide abwechslungsreiche Weihnachts-Abos in einer Geschenkhülle für jeweils 55,00 Euro an der Theaterkasse im Rathaus-Center (geöffnet von Montag bis Samstag 9.30 Uhr bis 20 Uhr) und in der Theaterkasse im Anhaltischen Theater (geöffnet von Montag bis Freitag 10 bis 12.30 Uhr und 13 bis 17 Uhr). Das Anhaltische Theater Dessau wünscht eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit.
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
29.11.2011, 08:34 | tags:
Diverses
1127
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 28.11.2011
Der Hausputz auf der Weltenscheibe
LESUNG Ingrid Kapsamer spricht über Wieland Wagner.
Nun hatte der Wald keine Bäume mehr und blieb doch ein Wald auf der leeren Bühne und im geistigen Raum: Die Wiedererweckung der Bayreuther Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg musste einen Wandel signalisieren. Wieland Wagners Inszenierungen seien jedoch mehr als „eine Flucht in die Ästhetik vor der politischen Verantwortung" gewesen, schreibt Ingrid Kapsamer in ihrem Buch „Wieland Wagner - Wegbereiter und Weltwirkung".
Die Wiener Theater- und Musikwissenschaftlerin war am Donnerstag Gast im Palais Dietrich. Ihr zum Begleitprogramm der Dessauer Ring-Inszenierung zählender, dem im Styria Verlag Wien erschienenen Buch folgender Vortrag „Wieland Wagner und die Klassische Moderne" zeichnete die Entwicklung des Künstlers, Malers, Bühnenbildners und Regisseurs nach, der von 1949 bis zu seinem Tod 1966 mit seinem Bruder Wolfgang das Festspielhaus Bayreuth leitete.
Wieland Wagner, Jahrgang 1917, war eingebunden in die Traditionen und politischen Verstrickungen des Hauses Wahnfried.
Winifred Wagner hatte ihren ältesten Sohn Wieland als Erben favorisiert und ihn so in das Blickfeld Adolf Hitlers gerückt, der ihm zum Abitur einen Mercedes schenkte, der Wielands Porträt des Vaters Siegfried von 1940 direkt in das Haus der Deutschen Kunst nach München orderte. Der Kunsttempel wurde beinah zeitgleich zur Diffamierungs-Ausstellung „Entartete Kunst" eröffnet.
Mögen Befreiung und Neuorientierung Wieland Wagners erstaunlich unvermittelt erscheinen, er schob die Kulissen und die Tradition von der Bühne, fügte dem unsichtbaren Orchester des Großvaters das „unsichtbare Theater" hinzu, schuf eine Kunstwelt im neutralen Kreis, „Wielands Weltenscheibe", auf der das Licht Regie führte.
Als Maß der Lichträume und der Figurenkonstellation galt die Partitur. Der Zuschauer, schrieb Wagner, werde immer „hinter dem Zuhörer zurücktreten".
Kapsamer entfesselt den Regisseur, spart Privatleben und Kalkül aus, zieht permanent Parallelen zur Avantgarde, zu Farben Emil Noldes im "Fliegenden Holländer", zum Blau Marc Chagalls in den Lohengrin-Inszenierungen. Ihr Blick fällt auf die Bühnenbildner Alfred und Ulrich Roller, auf Kunstfigur und Raumexperiment der Versuchsbühne Bauhaus, auf den Ausdruckstanz. Wagners Frau Gertrud, eine Tänzerin, die sich Mary Wigman verbunden fühlte, choreographierte die „Raumspannungen" mit. Und nach Art der Psychoanalyse Carl Gustav Jungs mutierten die mythischen Figuren des Großvaters zu Archetypen des kollektiven Unbewussten. Der Ort blieb symbolisch, zwingend die psychologische Situation nach Vorgabe der Musik.
So prägend die Bühne Wieland Wagner auch war, die Verwaltung des künstlerischen Vermächtnis-
ses des Vaters durch Wolfgang Wagner sei einer Vernichtung gleich gekommen, schreibt Nike Wagner im Vorwort des Buches und zitiert Birgit Nilsson, die Isolde aus „Tristan und Isolde", einer Wieland-Wagner-Inszenierung, die bis 1970 lief: „Was mich tief berührte, war, dass man gleich nach dem ersten Akt vor dem Festspielhaus ein Feuer aus den Kulissen dieses Aktes angezündet hatte." Ein Vorgang, der sich wiederholte, nach dem zweiten und dritten Akt.
18.11.2011, 12:20 | tags:
Musiktheater
, Diverses
1122
Pressemitteilung vom 18.11.2011
„Wieland Wagner und die Klassische Moderne“
Vortrag von Ingrid Kapsamer zu Wieland Wagner
Am Donnerstag, 24. November um 18 Uhr lädt das Anhaltische Theater zu einem spannenden Vortrag mit dem Titel „Wieland Wagner und die Klassische Moderne“ ins Palais Dietrich ein und setzt damit das Begleitprogramm zum RING DER BAUHAUSSTADT fort.
Dr. Ingrid Kapsamer, Theater- und Musikwissenschaftlerin aus Wien, Wieland Wagner Spezialistin, veröffentlichte unlängst das Buch „Wieland Wagner. Wegbereiter und Weltentwickler“, das von der Fachpresse u.a. mehrfach bei der Kritikerumfrage 2011 im Jahrbuch Opernwelt als spannende und umfassende Biografie des Regisseurs und Richard Wagner Enkel, Wieland Wagner, gewürdigt wird.
Wieland Wagner gilt als Erneuerer von Bayreuth, denn er hat mit seiner Regiearbeit eine enorme, weitreichende Wirkung erzielt. Ingrid Kapsamer kombiniert in ihrer Biografie Erinnerungen von Zeitzeugen mit amüsanten Anekdoten und genau recherchierte historische Hintergründe. So schafft sie ein Bild des „Erben von Bayreuth", das für Theaterfreunde, eingefleischte Wagnerianer sowie den „Normalbürger“ einen umfassenden, erhellenden und unterhaltsamen Einstieg in das Leben und Wirken des Begründers von „Neubayreuth“ darstellt.
Über die Referentin Dr. phil. Ingrid Kapsamer
Sie studierte an der Universität Wien Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie. Seit 2004 veröffentlicht sie regelmäßig Artikel und hält Vorträge zu kulturhistorischen Themen. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und Wissenschaftlerin übernahm sie 2006 die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit eines renommierten Kammermusikfestivals, ist Mitarbeiterin im Österreichischen Theatermuseum und an der Wiener Staatsoper. 2008 schloss sie ihre Promotion mit Auszeichnung ab.
Eintritt: 7,- Euro/ ermäßigt: 5,- Euro
Weitere Informationen unter: www.der-ring-in-dessau.de
Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
17.11.2011, 08:44 | tags:
Diverses
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 17.11.2011
Ägyptischer Start, Ausklang in Tauris
Die aktuelle Spielzeit des Anhaltischen Theaters hat gerade erst so recht begonnen und mit den ersten Premieren - vor allem mit "West Side Story" und "La Bohème" - große Erfolge gefeiert, da hat die Theaterleitung längst schon die kommende Saison im Großen Hause durchgeplant. Was das Team um Generalintendant André Bücker in der Spielzeit 2012 / 2013 bereithält, stellte er den Stadträten im Theaterausschuss vor.
"Wir haben uns bemüht, einen ausgewogenen und von den Titeln her ansprechenden Spielplan aufzustellen. Er spiegelt die Breite und Verschiedenartigkeit unseres Angebots wider", stellte Bücker voran. Den Auftakt mit einer Opernpremiere am 15. September kommenden Jahres nannte er einen "Paukenschlag zu Spielzeitbeginn", denn nichts Geringeres als Giuseppe Verdis "Aida" wird nach 36 Jahren wieder auf der Dessauer Bühne gezeigt. Schon jetzt seien Gastspiele für diese Neuproduktion vereinbart.
Eine der erfolgreichsten Operetten, ein "Spitzentitel in diesem Genre", so Bücker, steht als zweite Musiktheaterpremiere mit Franz Lehárs "Die lustige Witwe" Anfang November 2012 auf dem Programm. Der Leichtigkeit folgt tiefer Ernst Wagnerscher Musik. Das Anhaltische Theater setzt sein "Ring"-Projekt fort, das im kommenden Mai mit Richard Wagners "Götterdämmerung" startet und der der "Siegfried" Ende März 2013 folgt.
In der Tradition der Oper "Die Stumme von Portici" sieht der Generalintendant Jules Massenets Oper "Esclarmonde", die im Mai 2013 zur Premiere kommen soll. "Auch diese Oper ist eine Ausgrabung, eine Wiederentdeckung, die sich lohnt", sagte André Bücker bei der Spielplanvorstellung. Das Werk wurde mit beieindruckendem Erfolg zur Weltausstellung in Paris 1889 produziert und richtet sich mit seiner Fantasy-Geschichte an ein breites Publikum. Mit großer Wahrscheinlichkeit könne sogar davon ausgegangen werden, dass es sich um die deutsche Erstaufführung handelt.
Das Musiktheater beschließt seine Saison 2012 / 2013 Anfang Juli mit der Komischen Oper "Der Liebestrank" von Donizetti. Das Stück ist eine Buffo-Oper mit leichten Melodien und spritziger Laune, die immerhin seit 1968 nicht mehr in Dessau zu sehen war.
Das Schauspielensemble startet am 6. Oktober 2012 mit einer Komödie in die Spielzeit. "Pupurstaub" heißt das Stück von Sean O'Casey. Mit gewohntem Engagement, so André Bücker, werde man sich auch in der kommenden Saison der Märchenproduktion widmen, die eine Begegnung mit einem Stoff von Astrid Lindgren bringt. "Die Brüder Löwenherz" erzählen in der Vorweihnachtszeit vom Märchenland Nangijala.
Das Kurt-Weill-Fest 2013 bereichert das Schauspielensemble mit einer Dessau-Trilogie. "Der fliegende Mensch" heißt diese Junkers-Saga von Tine Rahel Völker, die darin die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts erzählt und sich mit der Geschichte Dessaus und historischer Persönlichkeiten der Stadt auseinander setzt.
Ein Klassiker ist die Premierenankündigung für Ende April im Schauspiel. "Wir wollen Tschechow wagen", so Generalintendant Bücker. Auf die Bühne soll "Der Kirschgarten" kommen, "ein Fest für Schauspieler". Den Sommer 2013 begrüßen die Schauspieler gleich mit zwei Produktionen unter freiem Himmel. Da wäre zunächst die geplante Premiere von "Die Großherzogin von Gerolstein", einer Operette für Schauspieler von Jacques Offenbach. Mit Goethes Tragödie "Iphigenie auf Tauris" ziehen die Mimen Anfang Juli auf die Felseninsel Stein in Wörlitz. "Mit einem Klassiker gehen wir an einen historisch passenden Ort", sagt Bücker, man wolle damit an den diesjährigen "Erfolg von "Landscape" anknüpfen.
Im Ballett schließlich hat sich Chefchoreograph Tomasz Kajdanski ebenfalls große Stoffe vorgenommen. Er lässt seine Tänzer im Januar "Amadeus" zur Musik von Mozart und Salieri tanzen und schickt sie im Juni in den "Sturm", wenn das Märchen mit dem Zauberer Prospero nach William Shakespeare uraufgeführt wird.
08.11.2011, 12:01 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 08.11.2011
Gesucht: Die schönste Auguste!
Das Anhaltische Theater Dessau zeigt ab dem 30. November die bei Klein und Groß gleichermaßen beliebte Geschichte von Friedrich Wolf „Die Weihnachtsgans Auguste“ und ruft zum Wettbewerb auf, die schönste Auguste zu schaffen.
Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Es darf gemalt, geschnitten, geklebt, geknetet, gebaut, geformt werden – nur vom Einreichen von echten Gänsen bittet das Theater abzusehen. Bis zum 6. Dezember 2011 kann jeder sein kleines Kunstwerk, versehen mit Name, Alter und Adresse & ggf. Mailkontakt an der Pforte des Theaters abgeben. (Bilder bitte nur in den Formaten: DINA 4 oder DINA 3)
Alle Gänse Kunstwerke werden im Foyer des Anhaltischen Theaters zusehen sein und die fantasievollste Gans wird sogar von einer hochkarätigen Fach-Jury gekürt, darunter die echte Auguste (Susanne Hessel), eine Zoologin, ein Geflügelzüchter, eine Künstlerin (Anja Wolf), Joachim Landgraf – als „Spezialist für alles“ und ein Kind.
Kontakt:
Anhaltisches Theater Dessau
Friedensplatz 1a
06844 Dessau-Roßlau
08.11.2011, 09:32 | tags:
Diverses
1103
Pressemitteilung vom 08.11.2011
„Ein Abend mit Shirley Bassey“ - Eine hochprozentige Silvesterrevue
Am Samstag, 31. Dezember um 21.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater zu einem Abend mit Shirley Bassey, einer hochprozentigen Silvesterrevue, in das Foyer des Alten Theaters ein.
Shirley Bassey, schillernde Diva und international gefeierter Star des Showbusiness, steht seit über fünfzig Jahren auf den großen Bühnen dieser Welt und begeistert ihr Publikum. Ihre Interpretation legendärer James-Bond-Songs („Goldfinger“, „Diamonds are forever“, „Moonraker“) haben der Künstlerin schon früh einen Platz auf dem Sängerolymp gesichert. Mittlerweile erntet die Grammy-nominierte Granddame die Früchte ihres weltweiten Ruhms und sorgt mit Elton John, Paul McCartney und Eric Clapton immer noch und immer wieder für Konzertsensationen.
Und nun kommt diese Shirley Bassey ausgerechnet am Silvesterabend nach Dessau, um im Alten Theater zu singen? Nein. Aber es kommt viel besser! Thorsten Köhler, Schauspieler und berühmter Diven-Imitator, spielt Shirley Bassey, die selbstverständlich ausgerechnet nach Dessau kommt, um im Alten Theater ihre größten Erfolge zum Besten zu geben!
Erleben Sie – passend zu Silvester – einen Abend voller Glanz und Glamour, einen Abend mit einer großen Diva, einen Abend voll unvergesslicher Show und grandioser Songs! So kann das neue Jahr beschwingt beginnen.
Shirley Bassey: Thorsten Köhler | Musikalische Begleitung: Dorothee Dietz | Video-Voice-Over: Julian Mehne | Szenische Einrichtung und Video: David Ortmann | Kostüme: Katja Schröpfer
Dramaturgie: Sabeth Braun
Tickets (25, - Euro inkl. 24-Uhr Sekt und kleinen Snacks) und Informationen erhalten Sie unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
07.11.2011, 17:46 | tags:
Diverses
1102
Pressemitteilung vom 07.11.2011
Trash am Montag: [Episode XIII]
John Waters: „Pink Flamingos“
Cineastische Leckerbissen mit Pit Rutten & Serge Pocken
„Trash am Montag“ präsentiert am 14. November um 20.30 Uhr John Waters „Pink Flamingos“ auf der großen Leinwand des K.I.E.Z Kinos.
37 Jahre lang hat John Waters geschwiegen, bevor er in seinem 2009 erschienenen Buch „Role Models“ endlich mit der Sprache rausrückte, und DIE Frage beantwortete, die ihm während der letzten dreieinhalb Jahrzehnte in beinahe jedem Interview gestellt worden war: "War der Hundehaufen echt?" Eine Frage wie sie Ruttens und Pockens November-Trash nicht besser überschreiben könnte.
Waters' subversiv(st)es Meisterwerk „Pink Flamingos“ eroberte Amerika 1972 im Sturm und legte den Grundstein für die beispiellose Karriere eines Undergroundfilmers, dem Beat-Autor William S. Burroughs mit dem Titel „Pope of Trash“ die Krone -, oder besser: die Tiara überstülpte. "Man muss sich im Klaren sein, dass mit diesem Film die Grenze nicht nur einfach erreicht oder überschritten, sondern ganz einfach ignoriert wurde", schreibt ein Rezensent der Uraufführung, und auch John Waters liefert starken Tobak, wenn er uns die Motive auseinandersetzt, die ihn zu diesem von ihm selbst so genannten „Exerzitium in schlechtem Geschmack“ bewegten: „We wanted to do the same thing as the Manson Family - we wanted to scare the world!“
Wenngleich Waters sich heute stark distanziert von seiner damaligen Faszination, so hat der noch junge Filmregisseur unter dem Eindruck der medial stark aufbereiteten Massenmorde auf jeden Fall das erreicht, was er der Manson-Family am meisten geneidet hat: einen mehr als zweifelhaften, wenn nicht berüchtigten Ruf, von dem er bis heute zehrt.
Allein der Plot: Die Johnsons, eine Famile aus Baltimore, scheinen das Glück für sich gepachtet zu haben: sie wohnen in einem wunderschönen Wohntrailer, Mutter Johnson fröhnt mit ihrer Sucht nach Eiern einem luxuriösen Hobby und soeben wurde Tochter Babs (Divine) von einer lokalen Zeitung zum Ekel in Person gekürt. Dass so viel Erfolg auch Neider auf den Plan ruft, muss Babs bald am eigenen drallen Leib erfahren. Die Marbles, Divines Todfeinde, setzen mit ihrer Adoptionsklinik, in welcher entführte Frauen geschwängert und nach der Geburt ermordet werden, alles daran, den begehrten Titel an sich zu reißen.
Dass Waters Filme heute braver geworden sind, mag zum einen in der Tatsache begründet liegen, dass man nur einmal in seinem Leben eine derartige Masse an Schund, Kastration, Vergewaltigung, Transsexualität und Kannibalismus in einem einzigen Film verwenden kann. Viel wichtiger für den lack of Biss, den man neueren Waters-Werken wie „Pecker“ (1998) oder „Cecil B. Demented“ (2000) vorwerfen kann, aber ist der frühe Tod seiner einzig-wahren Muse: Divine, der unangefochtenen Queen of Trash, die 1988 in ihrem Hotelzimmer in L.A. an Herzverfettung krepierte. Auch etwas, dem man am 14. November im Kiez-Kino Dessau nachzugehen haben wird. In Memoriam einer Ikone sozusagen.
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen: www.kiez-kino.de; www.facebook.de/Serge.Pocken
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
05.11.2011, 15:51 | tags:
Diverses
1099
Carla Hanus, Mitteldeutsche Zeitung, 4.11.2011
Dessau-Roßlauer helfen Japan
2.966,11 Euro standen gestern zunächst unter dem Strich. 2.966,11 Euro, die sich als Summe aus verschiedenen Aktionserlösen ergeben hatten und die dann mit einer Spende vom Autohaus Heise auf 3.000 Euro ergänzt wurden. Diese Summe nun geht an das Japanische Rote Kreuz und soll den Opfern des schweren Erdbebens und Tsunamis vom März dieses Jahres in Japan zugute kommen.
Hinter diesen 3 000 Euro stehen verschiedene Akteure, die sich zum Teil erst durch das gemeinsame Vorhaben, den Opfern der Naturkatastrophe zu helfen, kennen gelernt haben. Das DRK, das Anhaltische Theater, das Gymnasium Philanthropinum, die Stiftung Bauhaus, das Autohaus Heise GmbH, die Stadt Dessau-Roßlau und das Multikulturelle Zentrum hatten einen Aktionsverbund gebildet, der über eine erfolgreiche Spendenwerbung quittieren kann, die über diese 3 000 Euro weit hinausgeht.
Die Lehrer, Schüler und Eltern sowie die Freunde des Philanthropinums zum Beispiel haben einen Beitrag von rund 1 500 Euro zusammenbekommen, unter anderem mit einem Spendenkonzert. "Eigentlich wollten wir eine Schule vor Ort unterstützen", sagt Schulleiter Eckhard Zilm. Aber es sei trotz vielfältiger Bemühungen nicht möglich gewesen, einen Ansprechpartner zu finden und einen Kontakt herzustellen. "Deshalb haben wir uns gern dieser gemeinsamen Initiative angeschlossen."
Die Autohaus Heise GmbH hatte die Stadtverwaltung und deren Eigenbetriebe zu einer Stadtwette herausgefordert. Auf einer Hüpfburg galt es, nicht unbedingt große, aber dafür viele Sprünge zu absolvieren. 1 000 Euro brachte die Wette ein. Die Stadt hatte gewonnen - und das Unternehmen musste zahlen. Zudem verkaufte das Autohaus Freundschaftsbänder mit dem deutschen, englischen und japanischen Aufdruck "Wir für Japan". Mehr als 500 Euro wurden dadurch schon eingenommen. Erfreut über den Kaufzuspruch zeigte sich Geschäftsführer Oliver Krüger. "Die Mitarbeiter waren sofort dabei", sagt er.
Stefan Hinrichs und Thomas Finzel aus dem Unternehmen hatten die Spendenaktionen für Japan angeregt und rasch Partner und Unterstützung gefunden. "Es war für uns alle unfassbar, wie die Menschen in einem Hochtechnologie-Land auf einmal vor dem Nichts stehen", sagt Thomas Finzel dazu. "Jedes Zelt ist da ja jetzt purer Luxus." Deshalb habe man unbedingt etwas machen wollen, "denn jeder Cent zählt".
Da sind aber auch das Bauhaus und das Anhaltische Theater, die schon im April gemeinsam ein Benefizkonzert zu Gehör gebracht und die Spende von mehr als 2 000 Euro bereits überwiesen haben, die dann aber noch Spendenboxen aufstellten, in denen noch einmal rund 400 Euro gesammelt wurden.
26.10.2011, 09:44 | tags:
Diverses
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Silke Katenkamp und Petra Buch, Mitteldeutsche Zeitung, 26.10.2011
Mehr Kinder ins Theater - Paten engagieren sich
In Sachsen-Anhalt kann sich nicht jede Familie einen Besuch im Theater leisten. Mädchen und Jungen haben auch nicht immer Lust darauf. Das soll sich ändern.
Magdeburg - Weg vom Computer in der Freizeit, rein in den Theatersessel - und am Geld soll das möglichst auch nicht scheitern: Kinder und Jugendliche sollen in Magdeburg und Umgebung künftig die Möglichkeit haben, regelmäßig ins Theater zu gehen. Drei Fördervereine haben dazu das Projekt «Otto ist Theaterpate» gestartet. Es will Schulen als Paten gewinnen und den Schülern dann Theaterbesuche finanzieren, sagte der Vorsitzende des Freundeskreis Schauspiel, Michel Redlich, am Dienstag bei der Vorstellung der Initiative.
Hintergrund sei, dass viele Schüler in Sachsen-Anhalt überhaupt keine Berührungspunkte zum Theater hätten - und noch nie in einer Vorstellung waren. «Das hat finanzielle Gründe, aber nicht nur», sagte Redlich. Oft scheitere ein Theaterbesuch auch an der Fahrt oder ganz einfach an mangelnder Information über bestehende Angebote.
In der Modellphase seien zunächst vier Förder- und Sonderschulen, ein Kinderheim und die Freiwillige Feuerwehr Wanzleben beteiligt. Das Geld für die ersten Theaterbesuche - für Fahrt und Eintrittskarten - komme von den Theatervereinen. Langfristig, und um mehr Schulen das Angebot zu ermöglichen, sei man jedoch auf Spenden angewiesen, sagte Redlich.
Eine Klasse der Gebrüder Grimm Schule mit rund 50 Schülern werde am Donnerstag die erste Aufführung am Schauspiel Magdeburg besuchen. In dem Stück «Lena» gehe es um das Thema Mobbing. Neben Theateraufführungen sollten die Schülern aber auch die Möglichkeit haben, Proben zu besuchen oder bei Führungen Einblicke etwa in die Maske oder den Fundus zu bekommen, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises Ballett, Dörte Müller. «Unser Ziel ist es, den Schülern das Theater als eine Chance zu vermitteln, seine Freizeit zu verbringen.»
Ähnliche Projekte sind in Sachsen-Anhalt wohl eher selten. Das Projekt «Max geht in die Oper» der Bürgerstiftung in Halle etwa bringt Erwachsene als Paten mit Kindern aus finanziell schwachen Familien zusammen. Innerhalb von zunächst sechs Monaten sollen sie gemeinsam mit anderen Patenpaaren vier verschiedene kulturelle Veranstaltungen besuchen, etwa Theater, Museum, Oper, Kino, Ausstellung oder Planetarium. Die Eintrittskarten bezahlen in der Regel die Paten.
In anderen Städten verweisen Theater auf ermäßigte Eintrittskarten für Kinder. Beim Theater der Altmark in Stendal etwa liegen die Preise für Kinder bei drei bis sieben Euro, sagte Sprecherin Claudia Klupsch. Freitags könnten sie zudem beim «Kunstkoffer» kostenlos basteln, malen und werkeln.
Am Anhaltischen Theater Dessau gelten für Schulklassen nach Angaben von Sprecherin Franziska Blech ermäßigte Preise, so auch in der Vorweihnachtszeit. Bei dem beliebten Weihnachtsmärchen gebe es zudem mindestens eine Vorstellung für Kinder und Jugendliche, die aus einem sozial schwachen Umfeld kommen. In diesem Jahr werde das Stück «Die Weihnachtsgans Auguste» gezeigt.
Auch das Nordharzer Städtebundtheater bietet für Kinder günstigere Eintrittskarten. Außerdem hätten arme Familien die Möglichkeit, Bildungsgutscheine zu bekommen, sagte Theaterpädagogin Anja Grasmeier. Diese könnten die Kinder dann zum Beispiel für eine Theaterkarte eintauschen.
An der Landesbühne Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) gibt es den Angaben zufolge verschiedene Projekte, wie das Theater im Klassenzimmer. Unter dem Titel «arm aber sexy» führen Schauspieler das Stück während einer Stunde in den Klassen 7 bis 12 auf. Es handelt aus Sicht einer 16-Jährigen, wie die Gesellschaft mit Armut umgeht.
25.10.2011, 10:03 | tags:
Diverses
1081
Thoams Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 25.10.2011
Walküren-Strip und andere Leitmotive
Ein Schwan zieht den Kahn. Doch kein sterbender Schwan, ein sterbendes Schwein soll mit Verweis auf die Globalisierung von vier Metzgergesellen zum Finale des "Lohengrin" zerlegt werden. Vor dem Schlachtfest jedoch köpft ein Ritter in silberner Rüstung den Regisseur, genannt "Christoph Schlappenseich", auf den nur die Silben Schlingensief passen.
Was ist das, eine groteske Generalbackpfeife auf das Regietheater in gespielter Dialogform als Aufwartung nun doch in Richtung "unbeschuhter Wagnerianer"? Herbert Rosendorfer scheint im Alten Theater genüsslich zwischen den Fronten Platz genommen zu haben. Er las am Sonntag aus "Richard Wagner für Fortgeschrittene". Der Blick ins Buch, welches gerade auch im Deutschen Taschenbuch Verlag erschien, gehört in das Begleitprogramm der Dessauer Ring-Tetralogie, vielleicht, um in der Distanz der anekdotischen Heiterkeit so ent- wie gespannt vorab zu fabulieren.
Rosendorfer hätte auch anders beginnen können, etwa in heiterer Entfernung zum "privatmystischen Schwulst" oder mit unwagnerianischen Fragen, die er vor allem dem "miesen Dramatiker und großartigen Szeniker", also dem Dichter Wagner stellt. Oper für Oper, so verstrickt chronologisch wie assoziativ und augenzwinkernd arbeitet der gelernte Jurist leger und unterhaltsam Text- und Quellenkritik auf, um die Inhalte der Werke parodierend zu entthronisieren und biografische Bissen in die Handlungen zu flechten.
Als "musikalischer Erbsenzähler" erweist sich Rosendorfer wahrlich nicht. Die Musik tritt in den emotionalen Hintergrund: "Für die einzige Arie der Eboli in ,Don Carlos': ,O don fatale' gebe ich alle, ich sage: alle Wagner-Opern hin", schreibt er und, "dass Wagners Kunst nie im Innersten ergreift, dass eine Szene wie Wotans Abschied vielleicht göttlich ist - aber nicht menschlich". Und zuweilen arbeitet Rosendorfer wie Herr Schlappenseich (nicht wie Schlingensief), schneidet sich genüsslich vom "unerschöpflichen Speck" des Ebers Sährimnir, der jeden Tag auferstehen muss, um die Walhall-Helden ewig zu ernähren, Bonmots und Ironie, nicht nur, wenn er sich das Leben der toten Helden vorstellt: "Abends dann Siebzehn-und-Vier oder vielleicht Walküren-Strip".
Ist der Liebestrank ein Placebo? Warum warnt Wotan den Wurm? Es bleibt erfrischend, wie Rosendorfer den Götterhimmel abgrast und die Stellen sucht, auf die das Lindenblatt der Leidenschaft fiel. Das Buch beginnt am Ende, mit der Initiation der Festspiele auf dem grünen Hügel in Bayreuth, mit der sakrosankten Erbfolge, den politischen Dilemmata. Die Wirkung auf die Nationalsozialisten wird ebenso ungeschönt bearbeitet wie Wagners rassistisch begründeter Antisemitismus mit den miesen Erniedrigungen Giacomo Meyerbeers, aus Eitelkeit, wie Rosendorfer weiß. Beinah hämisch berichtet der Autor, dass die Uraufführung von Wagners "Bekenntniswerk Parsifal" - das Münchner Hofopernorchester war mit Nachdruck seitens Königs Ludwig II: nicht ohne den Dirigenten zu haben - Hermann Levi, ein Jude, dirigierte.
Und übrigens habe Wagner "die Figur des Siegfrieds nicht als Dümmling" zeichnen wollen. Er sei ihm "nur, verräterischerweise, so geraten. Er, Wagner, der kleine Intrigant, Lavierer, Schmeichler, eher eine Mime, wäre gern der freie, weltverachtende Held gewesen - sprich der kraftstrotzende Idiot". Noch ein Zitat: "Wagner, der Heide - blieb Heide trotz seines späteren Kuschens vor der bigotten Cosima, vor der er eingegangen ist wie böhmische Leinwand oder eben wie Wotan vor Fricka. Der ,Ring', eine Autobiographie?" Hätte das Folgen?
13.10.2011, 18:14 | tags:
Theaterpaedagogik
, Diverses
1067
Pressemitteilung vom 13.10.2011
Wiederaufnahme „Die wunderliche Königin Rosalinde von Von“
Märchen und Geschichten aus aller Welt und eine spannende Wanderung
Am Samstag, 22. Oktober um 16.30 und um 18.30 Uhr residiert Königin Rosalinde von Von im Jagdschloss Haideburg und liest dort Märchen und Geschichten aus aller Welt für Kinder ab 6 Jahren. Obendrein erwartet sie im Anschluss kleine und große Begleiter zu einer spannenden Wanderung.
Vielen Kindern aus Dessau-Roßlau ist die leicht zerstreute Königin Rosalinde von Von (Eva Marianne Berger) mittlerweile wohl bekannt. Aufgrund eines klitzekleinen Orientierungsproblems hatte sie sich im vergangenen Jahr auf dem Weg zu ihrem Schloss verlaufen und konnte sich partout nicht daran erinnern, aus welchem Märchen sie stammt. Deshalb hatte sie sich im Anhaltischen Theater ein standesgemäßes Ersatz-zu-Hause eingerichtet und immer wieder Geschichten und Märchen aus aller Welt gelesen, um mit Hilfe der Kinder heraus zu finden, wo ihr Schloss steht! Schließlich war es aber die Macht der Liebe, durch die Rosalinde nicht nur ihr Gedächtnis, sondern auch ihr neues Heim gefunden hat. Nun lebt sie mit Prinz Leonhardt III. im wunderschönen Schloss hinter den hohen Bergen am weiten Meer!
Doch ihre Sehnsucht nach Dessau ist groß! Und so hat Rosalinde beschlossen, erneut das Jagdschloss Haideburg zu besuchen, um dort ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: dem Vorlesen von Märchen und Geschichten aus aller Welt. Und weil Rosalinde für jeden Nervenkitzel zu haben ist, begibt sie sich anschließend mit ihrem jungen Publikum auf eine spannende Wanderung durch die Dunkelheit mit allerhand Überraschungen. Denn eines ist klar: Der Wald rund um das Jagdschloss Haideburg birgt viele Geheimnisse...
Mit dieser Veranstaltung setzen das Anhaltisches Theater und das Betreuungsforstamt Dessau ihre Kooperation fort. Aufgrund der großen Nachfrage und guten Resonanz im Herbst 2010 gibt es nun wieder die einmalige Gelegenheit zu einer Lesung mit anschließender Nachtwanderung, während der die Kinder vom Förster auch viel Wissenswertes über die „Tiere der Nacht“ erfahren. Für die erwachsenen Begleitpersonen wird parallel eine „Försterwanderung“ mit Revierförster Helmut Behrendt angeboten.
Im Anschluss an die Wanderungen besteht die Möglichkeit den Nachmittag/Abend am Lagerfeuer ausklingen zu lassen und gegen ein geringes Entgelt Würstchen und Stockbrot zu grillen. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Bitte Taschenlampen mitbringen und wetterfestes Schuhwerk und Kleidung tragen.
Aufgrund der beschränkten Platzkapazität sind die Eintrittskarten nur im Vorverkauf erhältlich. Es gibt keine Abendkasse. Die Anfahrt zur Haideburg ist derzeit nur über den Heidebrückenweg möglich.
Der Eintritt beträgt 3,- Euro.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
12.10.2011, 18:59 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 12.10.2011
Trash am Montag: [Episode XII] Jess Franco: ILSA – THE WICKED WARDEN
Cineastische Leckerbissen mit Pit Rutten & Serge Pocken
In der XII. Ausgabe von „Trash am Montag“, am 17. Oktober um 20:30 Uhr im KIEZ Kino Dessau, widmen sich die Kritiker Rutten und Pocken Jess Francos „ILSA – THE WICKED WARDEN“.
Wir alle erinnern uns an den Aufschrei, als Günter Grass, unser „schlechtes Gewissen" (Joachim Fest) seit nunmehr 60 Jahren, in seinem 2006 erschienenen Buch „Beim Häuten der Zwiebel“ der Republik seine Vergangenheit in der Waffen-SS mit den Worten publik machte: „Offenbar haben keine Zweifel meine Kinderjahre getrübt. Vielmehr machte ich, leicht zu gewinnen, bei allem mit, was der Alltag, der sich aufregend als „Neue Zeit" ausgab, zu bieten hatte."
Und auch Moralinsaure Rutten und Pocken sehen die Zeit gekommen, ihr Schweigen zu brechen, um anhand ihrer Oktoberliaison „ILSA – THE WICKED WARDEN“ über Schuldfähigkeit und Verbrechen eines obrigkeitshörigen Volkes zu diskutieren. Mit Jess Francos 1977 entstandenem Beitrag zur mehr als obskuren „Ilsa“-Reihe werden sie eine ach so typische Biografie im Nationalsozialismus in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellen: Als „Ilsa - She-wolf of the SS“ (1975), „Ilsa - Harems Keeper of the Oil Sheiks“ (1976) und „Ilsa - the Tigress“ (1977) zu Stardom gekommen, hat Dyanne Thorne, die im Übrigen am 14. Oktober ihren 68. Geburtstag feierte, für so ziemlich jeden Unrechtsstaat gearbeitet, der je politisch anders Motivierte verfolgen und vertilgen ließ. In Francos Sicht der Dinge ist Ilsa, bewaffnet mit der ihr angeborenen Mordsoberweite und dem wohl angestrengtesten deutschen Akzent der Filmgeschichte, Leiterin der psychiatrischen Anstalt einer südamerikanischen Bananenrepublik, wo sie mit Spaß bei der Sache und voller Leibesfülle vermeintlich sexuell gestörten Frauen körperliche wie seelische Schmerzen zufügt. Obwohl man ihren obligatorischen Tod am Ende jedes der vier Filme nicht gerade als „glücklich" preisen mag, die Gerechtigkeit bislang also nur bis zur jeweils nächsten Fortsetzung triumphierte, bliebe spannend, wie Ilsa, neben der sich selbst Analphabetin und Oscargewinnerin Hanna Schmitz wie eine Kindergärtnerin ausnähme, sich vor Gericht behaupten würde.
Um nichts anderes soll es gehen am 17. Oktober, wenn Rutten und Pocken im Rahmen ihrer mittlerweile mit dem Kinoprogrammpreis Mitteldeutschland ausgezeichneten Monatsreihe „Trash am Montag“ die Schulden ihrer Elterngeneration eintreiben und nebenher die Grundaussagen von Simone de Beauvoir einer längst überfälligen Überprüfung unterziehen werden, die in ihrem Hauptwerk „Das andere Geschlecht" frauliche Sexualität eben nicht nur auf die Ovarien reduziert sehen wollte - eine Feststellung, mit der Franco offensichtlich wenig anzufangen wusste.
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
10.10.2011, 18:35 | tags:
Diverses
1058
Pressemitteilung vom 10.10.2011
Saisonstart für Poetry Slam
Am Freitag, 14. Oktober um 20 Uhr wird die in der vergangenen Spielzeit erfolgreich gestartete Reihe Poetry Slam fortgesetzt. Diese bietet jungen Autoren und Dichtern die Möglichkeit, ihre eigenen Werke jedes Genres einem Publikum vorzutragen. Über den Applaus des Publikums wird der Sieger des Abends gekürt.
Der Beatclub, der HALternativ e.V. und das Anhaltische Theater laden ins Foyer des Alten Theaters ein und präsentieren großartige Slamer aus Österreich, Spanien und Deutschland: Christian Bartel aus Bonn, den amtierenden Österreich-Meister Markus Koschuh, Peter Parkster aus Nürnberg, Selma Montana aus Mallorca und Tobias Rauh aus Dortmund. Der wortgewaltige Abend wird umrahmt von fantastisch guter Musik des Singer und Songwriters Ove Thomsen aus Hamburg.
Einlass ist ab 19.30 Uhr.
Im Anschluss findet im Alten Theater die Hamlet-Premierenfeier statt: Bar, Musik & Tanz – mit allen…für alle!!!
Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen, der Abendkasse sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen
06.10.2011, 11:02 | tags:
Diverses
1054
Pressemitteilung vom 6.10.2011
„Blick hinter die Kulissen“
Theaterführung
Am Sonntag, 9. Oktober um 10.30 Uhr lädt das Anhaltische Theater zu einer Führung durch das Theater ein. An diesem Vormittag hat das Publikum die Gelegenheit, den Theaterbetrieb aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben und auf den Pfaden, die sonst nur Sänger, Musiker, Tänzer und Schauspieler beschreiten zu wandeln.
Das Publikum erlebt eine spannende Reise durch eines der größten Bühnenhäuser Europas, die Theatergeschichte und seine Geschichten und kann sich bei der Theaterführung hinter den Kulissen von der Faszination des Theaters anstecken lassen.
Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen, der Abendkasse sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
04.10.2011, 17:23 | tags:
Diverses
1050
Pressemitteilung vom 4.10.2011
„Die Nacht, die Lichter“ [Folge 10]: Von Feuchtgebieten & Schoßgebeten
Zur nunmehr zehnten Folge „Die Nacht, die Lichter“ lädt am 16. Oktober um 20.00 Uhr das Anhaltische Theater ins Foyer des Alten Theaters ein.
Zwei für mehr oder minder gebrochenes Aufsehen sorgende Bücher von Charlotte Roche werden an diesem Abend das literarisch hörbare Thema für eine kleine, aber feine Truppe erregungswilliger Schauspieler. Doch damit nicht genug, es darf auch getanzt und getrunken werden!
Charlotte Roche, Moderatorin, Produzentin, Schauspielerin, Sprecherin und Autorin brachte 2008 ihren ersten Roman Feuchtgebiete raus, der im selben Jahr zum meistverkauften Buch des Jahres in Deutschland gekürt und in 26 Sprachen übersetzt wurde. Sie spricht aus, was andere nicht einmal zu denken wagen.
2011 folgte ein weiterer Roman Schoßgebete, ein Roman über Ehe und Familie, über Sexualität und die Rolle der Frau, und darüber, wie eine große Katastrophe das Leben für immer verändern kann.
DJ: Bomber Harris (alias Jörg Folta)
Eintritt: 7 Euro inkl. 1 Getränk
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
01.10.2011, 22:15 | tags:
Diverses
1048
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 1.10.2011
Einar Schleef
Der Klang der Totentrompeten
Sein zehnter Todestag liegt zwar schon zwei Monate zurück, in Sangerhausen aber richtet man Einar Schleef jetzt noch ein großes Fest aus. In der kommenden Woche erinnert die Stadt, in der das Multitalent 1944 geboren und 2001 begraben wurde, unter dem Motto "Vor uns das verhießene Land" an ihren großen Sohn - und nicht zuletzt auch an dessen Mutter Gertrud. Bereits seit Juni wirbt im Europa-Rosarium von Sangerhausen eine Klanginstallation mit Texten von Einar Schleef und Liedern aus seinen Inszenierungen für das von der Kulturstiftung des Bundes maßgeblich geförderte Projekt. Ab Mittwoch wird es dann Ausstellungen, Theateraufführungen, Lesungen und Wanderungen zu Schleefs Leben und Werk geben - ein pralles Paket, das ein Arbeitskreis unter Federführung von Schleefs einstigem Lehrer Dieter Wrobel geschnürt hat.
Junge und alte Akteure
Auffällig ist die rege Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, denen der ganze erste Festivaltag gewidmet ist. Neben der Präsentation eines Plakat-Wettbewerbs, bei dem Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums u. a. Entwürfe zu Schleefs Kinderstück "Der Fischer und seine Frau" einreichen konnten, wird es auch eine Aufführung dieser Grimm-Adaption geben - von Kindern für Kinder.
Zudem proben Sangerhäuser Jugendliche derzeit ihre Teilnahme an dem Stück "Abschlussfeier", das als Gastspiel des Anhaltischen Theaters Dessau und des Maxim-Gorki-Theaters Berlin das Finale am 9. Oktober um 19.30 Uhr krönt - eine Inszenierung des Schleef-Experten Armin Petras, der zum zweiten Mal eine Arbeit in Sangerhausen präsentiert.
Erstmals zu Gast ist der Regisseur Ernst M. Binder, der in den 90er Jahren die Uraufführungen von Schleefs "Totentrompeten"-Trilogie in Graz und Schwerin inszenierte - und der nun mit seinem österreichischen Ensemble am 7. Oktober um 20 Uhr das Finale "Gute Reise auf Wiedersehen" nach Sangerhausen bringt. Der Schauplatz des Gastspiels, das zuvor bei der Ruhr-Triennale gezeigt wurde und am 11. Oktober um 19.30 Uhr auch in der Landesbühne Eisleben gastiert, hat als Spielstätte bereits Tradition: In der Gaststätte Herrenkrug hatte beim "Schleef-Block I" im Jahr 2004 André Bückers Collage "Kein schöner Land" Premiere.
Flankiert werden diese zentralen Ereignisse durch Ausstellungen, die sich den Theaterplakaten zu Einar Schleefs Inszenierungen (Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums) und seinem bildnerischen Werk aus dem Bestand des Landeskunstmuseums Moritzburg Halle (Spenglermuseum) widmen. In den städtischen Sammlungen, deren Zentrum das Mammut-Skelett von Sangerhausen bildet, wird auch die Dauerausstellung des Schleef-Zentrums renoviert - als multimediales Angebot, das auch den begehbaren Stadtplan erschließt, den Einar Schleef von seiner Heimatstadt entworfen hat. Zudem findet hier am Samstag um 20 Uhr die Performance der Gruppe "Dramazone" statt, die Sangerhäuser und auswärtige Gäste "Auf einen Toast: Einar Schleef" einlädt.
Pilzwanderung zu Gertrud
Neben einer Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Einar und Gertrud Schleef (8. Oktober, 16 Uhr, Marienkirche), für die u. a. die Schauspielerin Ursula Werner angekündigt ist, wird einer der originellsten Programmpunkte an die resolute Mutter des Dichters und Malers, Regisseurs und Darstellers Schleef erinnern. Am Sonntag bittet um 9 Uhr der Pilzsachverständige Jürgen Peitzsch zur "Wanderung zu Gertruds Totentrompeten" - eingedenk der Tatsache, dass Gertrud Schleef eine passionierte Pilzsammlerin war und auch in ihrer Korrespondenz mit dem erst in Ost-Berlin, ab Mitte der 70er Jahre in Westdeutschland lebenden Sohn immer wieder von ihren Funden berichtet hat. Dieser Passion ist nicht zuletzt der Dramentitel "Totentrompeten" geschuldet. Dem Briefwechsel hingegen kommt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Schleefs großem Roman "Gertrud" zu, der Sangerhausen auf die literarische Landkarte des 20. Jahrhunderts hob.
Dass man ihn für den schonungslosen Text vor Ort nicht nur geliebt hat, wird wohl auch während des Festivals wieder Thema sein. Symptomatisch aber der Titel, den die Moritzburg ihrer Schau gegeben hat: "Wovor bin ich weg gelaufen? Alles hat mich eingeholt".
30.09.2011, 12:52 | tags:
Diverses
1047
Pressemitteilung vom 30.09.2011
Veranstaltung „Wege ins Glück!“ - Talkrunde mit Oberbürgermeister Klemens Koschig muss leider kurzfristig aus terminlichen Gründe entfallen
Die für Samstag, 1. Oktober um 20.00 Uhr angekündigte Veranstaltung „Wege ins Glück!“ – Talkrunde mit Oberbürgermeister Klemens Koschig muss leider aus terminlichen Gründen entfallen und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
29.09.2011, 09:26 | tags:
Diverses
1046
29.09.2011, 09:26 | tags:
Diverses
1045
Volksstimme, 29.09.2011
Das ist Anhalt für mich ...
... seit über 20 Jahren Lebensmittelpunkt, das Anhaltische Theater Dessau meine musikalisch-künstlerische Heimat. In meiner Tätigkeit als Musikdramaturg und Vorstandsmitglied des Anhaltischen Kammermusikvereins kommt es mir darauf an, in unseren Konzertprogrammen immer wieder auf die reichen Musiktraditionen Anhalts zurückzugreifen und sie so im Bewusstsein der Menschen lebendig zu halten. Das Anhalt-Jahr 2012 bietet dazu vielfältige Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Festkonzert "800 Jahre Anhalt" am 3. Februar. Die Musik- und Theaterkultur in Anhalt hat nicht nur eine große Vergangenheit, sondern hoffentlich auch eine Zukunft.
Ronald Müller (47), Dessau-Roßlau, Musikdramaturg am Anhaltischen Theater Dessau
... Kinder und Jugendliche aus der Region an die Jazzmusik und an das musikalische Erbe, zum Beispiel von Kurt Weill, heranzuführen; mit regionalen Konzerten und überregionalen Auftritten und Konzertreisen aufzuzeigen, wozu Jugendliche aus Anhalt in der Lage sind - auch in Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern.
Detlef Metzner (47), Dessau-Roßlau/Meinsdorf, Leiter der Jugendbigband Anhalt
26.09.2011, 12:20 | tags:
Diverses
1041
Pressemitteilung vom 26.9.2011
"Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben."
Theaterpredigt zur Inszenierung „Hamlet“
Am Sonntag, 16. Oktober um 14.30 Uhr laden die Evangelische Landeskirche Anhalt, das Anhaltische Theater Dessau und die Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien zur Theaterpredigt zur Inszenierung „Hamlet“ in die St.-Johannis-Kirche Dessau ein.
Die Theaterpredigt mit dem Titel "Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben." hält der frühere sachsen-anhaltische Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer. Er nimmt dabei Bezug auf William Shakespeares berühmte Tragödie „Hamlet“, die in der Inszenierung von Niklas Ritter am 14. Oktober um 19.30 Uhr am Anhaltischen Theater Premiere hat. Die musikalische Ausgestaltung der Theaterpredigt übernehmen LKMD Martin Herrmann und Musiker der Anhaltischen Philharmonie Dessau. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen.
Die Dessauer Theaterpredigten dienen dem lebendigen Dialog zwischen Kunst und Religion und stehen so in der aufgeklärten und kulturfreundlichen Tradition Anhalts. In Religion und Kunst suchen Menschen Bilder für die Welt, die ihnen begegnet, deuten Erfahrungen, drücken Emotionen und Visionen aus.
19.09.2011, 10:28 | tags:
Diverses
1035
Pressemitteilung vom 19.09.2011
„Des Nachts sind alle Katzen blau! … Ritters Spiele“
Am Donnerstag, 29. September um 21.00 Uhr startet das Anhaltische Theater mit einer neuen Veranstaltungsreihe: „Des Nachts sind alle Katzen blau! und lädt ins Restaurant & Bar „Altes Theater“ ein.
Immer wenn die unbewiesene Behauptung aufgestellt wird, dass „Nachts alle Katzen blau sind“, kommt die Zeit für eine kleine Bühne im Restaurant „Altes Theater“ und für einen Regisseur/eine Regisseurin des Anhaltischen Theaters, nicht nur andere sondern sich selbst darzustellen. Das kann bedeuten, Regisseur/Regisseurin liest, singt, debattiert, tanzt und lässt sich befragen. Auf jeden Fall wird es ein äußerst sinnlicher und zudem informativer Abend wenn „blaue Katzen“ laden. Den Anfang macht der Leitende Regisseur des Schauspiels, der zur Zeit Shakespeares „Hamlet“ inszeniert und sich nun einen musikalisch unterwanderten 1:1 Disput mit dem Dramaturgen Holger Kuhla liefern will. Hierbei wird es um nichts weniger gehen als das Leben, die Kunst, die Liebe, das Essen, die besten Filme der Welt und Ritters musikalische TopTen in hörbarer Form.
Talk mit Niklas Ritter und Holger Kuhla
Eintritt: frei
Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de.
19.09.2011, 10:08 | tags:
Diverses
1034
Pressemitteilung vom 19.09.2011
Wege ins Glück! Teil: 4
Das ABC der Politik oder Das Glück eines Oberbürgermeisters
Am Samstag, 1. Oktober um 20.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater zur vierten Ausgabe von „Wege ins Glück!“ unter dem Thema „Das ABC der Politik oder Das Glück eines Oberbürgermeisters“ ins Foyer des Alten Theaters ein.
Die Macher der „Wege ins Glück“ haben sich im Auftrag des Publikums in bislang drei Kräfte zehrenden Selbstversuchen auf die Suche nach dem Glück gemacht, haben es im Alkohol, der Verweigerung und dem Sex gesucht, doch bislang nicht finden können. Der vierte und letzte Selbstversuch verspricht dagegen mehr Erfolg. Denn ein Profi der Politik, Oberbürgermeister Klemens Koschig, ist Gast eines Live –Talks, der von A bis Z den Verhältnissen von Politik/Politiker zum Glück auf den Grund kommen wird.
Mit: Oberbürgermeister Klemens Koschig
Leitung: Holger Kuhla
Eintritt: 7 Euro inkl. 1 Getränk
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
15.09.2011, 08:16 | tags:
Diverses
1031
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 13.9.2011
Theatertage
Hunger nach Erfolg
Es gibt einen Aufkleber, den man gelegentlich an den Heckscheiben deutscher Autos findet - und der mit großer Verlässlichkeit erkennen lässt, dass der Halter dieses Wagens professionell auf der Bühne steht oder im Orchestergraben sitzt. "Theater muss sein" ist eine Initiative des Deutschen Bühnenvereins, deren appellative Kraft vor allem jene zu erreichen scheint, die mit dieser Aussage ihren Lebensunterhalt verteidigen. An den Dienstwagen von Oberbürgermeistern oder Kultusministern sucht man dieses Bekenntnis jedenfalls vergeblich.
Um so wichtiger war der Schulterschluss, den die Bühnen aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg in der vergangenen Woche in Dessau demonstrierten. Die Theatertage des Landesverbandes Ost im Deutschen Bühnenverein, die diesmal ganz dem Angebot für junge Zuschauer gewidmet waren, sind nicht zuletzt eine Kontaktbörse für Einzelkämpfer. Und dort war denn auch von den Brandenburger Nachbarn eine wichtige Warnung zu vernehmen. Der Theaterverbund, der vor zwölf Jahren gegründet worden war, um die Ausdünnung des Angebotes in den einzelnen Städten durch gezielten Austausch zu kompensieren, erweist sich nach Aussage der Beteiligten inzwischen als Fluch: Gastspiele von fremden Häusern können die Identifikation mit einem Ensemble vor Ort nicht ersetzen, selbst ästhetisch hochwertige Angebote finden kaum Resonanz - etwa dann, wenn das Potsdamer Hans-Otto-Theater in Brandenburg gastiert. Dass dies auch mit Befindlichkeiten der Provinz gegenüber der Landeshauptstadt zu tun hat, zeigt die Gegenprobe: Wenn das Theater der Altmark Stendal über die Landesgrenze fährt, kann man eine wesentlich bessere Auslastung verbuchen.
Strukturen statt der Substanz
Diese deprimierende Analyse von künstlichen Strukturen, die historisch gewachsene Substanz ersetzen sollen, wird man wohl auch bei dem für Sachsen-Anhalt geplanten Kulturkonvent mitdenken müssen. Dass es freilich sehr wohl möglich ist, mit gezielten Initiativen Synergien zu schaffen, bewies der Bühnenverein selbst zum Abschluss seines Festivals. Unter Anleitung der Theaterpädagoginnen Imme Heiligendorff aus Dessau und Melanie Peter aus Halle hatten sich insgesamt acht Jugendklubs zusammengetan, um im Stadtpark Dessau das Märchen vom "Tischlein deck Dich" in Szene zu setzen - als spielerische Verhandlung einer Lebenssituation, die auch viele Jugendliche hierzulande teilen.
Tatsächlich bestand das Märchen von den drei Brüdern, die in der Ferne das Glück suchen und von Betrügern um den gerechten Lohn ihrer Arbeit gebracht werden, die Überprüfung an der Wirklichkeit mühelos - auch deshalb, weil der Schauplatz ohne vorsätzliche Inszenierung mitspielte. Denn an diesem sonnigen Nachmittag saßen am idyllischen Ort nicht nur nachmittägliche Biertrinker auf den Bänken. Eine alte Frau, die in den Papierkörben nach leeren Flaschen suchte, wäre von der Zuschauerschar fast überrannt worden. Dass man in diesem Park zudem noch immer an Alberto Adriano erinnert wird, der hier vor elf Jahren von Jugendlichen ermordet wurde, kann auch das Etikett vom "Multikulturellen Mehrgenerationenpark" nicht verhindern.
Zwischen dieser Geschichte und ihrer eigenen Gegenwart also bewegten sich die Jugendlichen aus dem Nordharz und aus Dessau, Halle und Magdeburg sowie aus Brandenburg und Schwedt - in Spielszenen, die sich den Details der Geschichte mal heiter, mal eher ernsthaft näherten. Sehenswert war dabei neben der Vielfalt der Ansätze auch die formale Mischung: Neben reines Schauspiel trat kabarettistische Überzeichnung, chorisches Sprechen wechselte mit musikalischen Einlagen und das Finale bestritt eine große, nonverbale Figurentheater-Szene.
Der Titel der gesamten Unternehmung aber gab dem Ganzen zugleich die Richtung: "Wovon soll ich satt sein?" meint eben auch einen Hunger, der nicht allein durch das tägliche Brot gestillt werden kann. Dass diese Sehnsucht nach Bestätigung und Erfolg auch auf der Bühne Erfüllung finden kann, war sicher die wichtigste Botschaft dieses Treffens, dem eine Fortsetzung dringend zu wünschen ist. Wie weit die Wunde klafft, in die man dabei den Finger gelegt hatte, zeigte im übrigen bereits das Präludium: Die Frage des Moderators, ob sie sich im Alter Hilfe vom Nachwuchs erhofften, verneinten die meisten Zuschauer - einfach deshalb, weil sie keine Kinder hatten.
Das Gespenst der Demografie
Da war es wieder, das Gespenst der Demografie, das gerade dem Kinder- und Jugendtheater so schwer zu schaffen macht. Dennoch zog Ulrich Katzer, Geschäftsführer des Landesverbandes, am Ende der Theatertage eine positive Bilanz: Mit Ausnahme des Theaters Senftenberg hätten sich alle Bühnen an dem Treffen beteiligt und wären vom Publikum auch angenommen worden, lediglich das Thalia-Theater Halle hätte mit "Das Kätchen von Heilbronn" in Dessau nicht die erhoffte Resonanz gefunden.
Die Entscheidung, wie es mit dieser Form des regional begrenzten Theatertreffens weitergehen soll, wurde auf der Mitgliederversammlung allerdings vertagt. Erst im Herbst will der Vorstand entscheiden, ob die bisherige Form des Programms noch zeitgemäß ist - auch angesichts von Rahmenbedingungen, die nicht besser werden.
10.09.2011, 15:27 | tags:
Diverses
1025
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 10.9.2011
Theatertage
Die Wildnis am Rande der Stadt
Ein negativer Befund lässt sich am besten in sein Gegenteil verkehren, wenn man ihn in eine Aufforderung zum Handeln verpackt: "Wagen wir die Wildnis!" war der Thementag überschrieben, der im Rahmen der Dessauer Theatertage die Zukunft der Kinder- und Jugendbühnen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg verhandeln wollte.
Kein Grund zur Resignation
Wie nahe das Motto der Wirklichkeit kommt, zeigte schon der Vortrag des Cottbuser Stadtplaners Matthias Koziol, der über die Veränderung ostdeutscher Kommunen unter dem Druck der demografischen Entwicklung berichtete. Dass der Natur ganze Stadtteile zurückgegeben werden müssen, weil die Einwohnerzahlen durch Überalterung und Abwanderung dramatisch sinken, ist nach seiner Aussage jedoch kein Grund zur Resignation, sondern zum systematischen Handeln. Und dabei müssten Städte von außen nach innen schrumpfen - entgegengesetzt zu der Richtung, in der sie einst wuchsen.
Da die Theater meist im Herzen einer Stadt stehen, gehören sie unbedingt zur bewahrenswerten Substanz. Wie schwer es freilich ist, eine weitgehend kulturfreie Zone zu infiltrieren, zeigte sich dann am Beispiel der Stadt Wittenberge, die von 2007 bis 2010 Gegenstand einer wissenschaftlichen und künstlerischen Feldstudie war. Andrea Koschwitz, die das Projekt als Chefdramaturgin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters betreute, berichtete von den Widerständen der Einwohner gegen Interventionen der Theatermacher - und von der langfristigen Wirkung auf die Selbstwahrnehmung einer Stadt in der Krise.
Die Konkretisierung dieser eher allgemeinen Beschreibung einer Krise erfuhr das Thema dann in einem abschließenden Podiumsgespräch. Und hier war sich Petra Paschinger, Künstlerische Leiterin der Kleist-Forums in Frankfurt an der Oder, mit der Naumburger Intendantin Susanne Schulz über den hohen Wert von Theater-Jugendklubs für die Erziehung eines jungen und kompetenten Publikums einig. Wenn man dabei freilich vor dem Problem stehe, dass die meisten Mitglieder nach dem Schulabschluss ihre Zukunft in der Fremde suchten, bestätigte dies nur den soziologischen Befund.
Politiker und Bühnen
Die Zukunft der Kinder- und Jugendtheater ist abhängig von den Schrumpfungsprozessen der Städte - und das nicht nur im Osten Deutschlands. Um so wichtiger sei es, so ein Fazit der Debatte, dass sich Politiker der Bedeutung von Theatern für die regionale Identität bewusst sind. Die aber meiden die Theatertage: Weder die Kultusminister Sachsen-Anhalts und Brandenburgs noch deren Staatssekretäre sahen sich laut Bühnenvereins-Geschäftsführer Ulrich Katzer in der Lage, an dem Thementag in Dessau teilzunehmen.
10.09.2011, 15:25 | tags:
Diverses
1024
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 8.9.2011
Theater zweier Länder wagen die Wildnis
Er hat ein Hornmesserchen, ein Glasgäbelchen und macht auf sein Schnapp-Schnäbelchen. Er frisst die schlechten Träume, und übrig blieben die guten, die allen einen ruhigen Schlaf bescheren. Was passiert, wenn das Schlafgefüge in der geheimen Kammer unterm Schloss durcheinander gerät, das erzählt Michael Endes Geschichte vom "Traumfresserchen", die das Brandenburger Theater in einer aufwändigen Inszenierung mit zu den 9. Theatertagen nach Dessau brachte. Da konnte es am Dienstag nur die große Bühne sein, um den Symphonikern, fünf Sängern und fünf Puppenspielern nebst Bühnenbild den nötigen Raum zu geben. Für ein Puppenspiel war der dann aber doch wieder zu groß. So verloren sich Schlafittchen und ihre königlichen Eltern aus Schlummerland inklusive Traumfresserchen im spärlich ausgeleuchteten Bühnenraum nahezu. Was nur schemenhaft zu sehen war, war indes gut zu hören. Symphoniker und Sängerensemble waren bestens aufgelegt beim Erzählen der Geschichte, die von den Puppenspielern verhalten illustriert wurde.
Puppenspiel wird es noch mehrfach bis zum Finale der 9. Theatertage am Sonntag geben: Am Sonnabend sticht 17 Uhr im Alten Theater "Odysseus" in See und am Sonntag erzählt eine Puppenspielerin um 15 Uhr von "Christine und das Wolkenschaf". Schon am Donnerstag bieten die Theatertage von Sachsen-Anhalt und Brandenburg einen Thementag unter dem Motto "Wagen wir die Wildnis!", der 15 Uhr im Alten Theater beginnt (vorher um 10 Uhr "Angstmän" und 13 Uhr "Die Waldkinder") und sich an alle richtet, die sich für ihre Stadt und die Menschen in ihr interessieren. Die gelungene Belebung einer Stadt am Beispiel Cottbus schildert Prof. Matthias Koziol zu Beginn in einem Vortrag. Es schließen sich Tischgespräche am, bevor 19 Uhr eine Podiumsdiskussion "Welche Zukunft gibt es für das Kinder- und Jugendtheater in den neuen Bundesländern?" beginnt.
Ein besonderer Bestandteil des Festivals, das am Dienstag begann, ist das Treffen der Theaterjugendclubs aus beiden Bundesländern. Die Jugendlichen präsentieren ein gemeinsames Projekt zum aktuellen Thema "innerdeutsche Migration". Angeregt durch das Märchen "Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack" haben sich die Jugendclubs mit den Themen Aufbruch, Fremde und Heimkehr beschäftigt und das Märchen szenisch neu zu interpretieren versucht. Während der Theatertage werden diese einzelnen Szenen zusammen gesetzt und am Sonnabend um 11 und um 14.30 Uhr im Stadtpark als Gesamtaufführung zu erleben sein.
06.09.2011, 22:11 | tags:
Diverses
1023
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 7.9.2011
Geschichten vom Wurm und aus der Wolfsschlucht
Um mit der Zielgruppe der Theatertage auf Augenhöhe zu reden, musste der Dessauer Generalintendant André Bücker am Dienstag in die Knie gehen. Die meisten Besucher der Eröffnung im Alten Theater waren nämlich im Kindergartenalter und sorgten durch ihre bloßen Anwesenheit dafür, dass die Ansprachen des Gastgebers und des Bühnenvereins-Vorsitzenden für Sachsen-Anhalt und Brandenburg, Lutz Herrmann, auf ein Minimum beschränkt blieben.
Das war durchaus angenehm, weil man bei solchen Gelegenheiten normalerweise staatstragende Lippenbekenntnisse zur Rolle und Bedeutung der Bühnen zu hören bekommt - und sich im Alltag wenig später wieder eines Schlechteren belehren lassen muss. In Dessau ging es am Dienstag stattdessen gleich zur Sache. Und die ist nun mal das Theater selbst, das im Idealfall für sich selber sprechen kann und soll. So wie beim Eröffnungs-Gastspiel des Theaters Naumburg, das mit "Algot Sturm und sein Wurm" eine poetische Petitesse buchstäblich zur zauberhaften Fingerübung werden ließ. Ein paar Holzkisten, einen Horizont aus Scheuerlappen und wenige Requisiten - mehr braucht Holger Vandrey nicht, um in der Inszenierung von Stefan Becker die Geschichte einer skurrilen Freundschaft zu erzählen.
Sein eigener Finger ist der eigensinnige Wurm, der den einsamen Menschen adoptiert und mit seinen Launen auf Trab hält. Der Solist zaubert ihn aus dem Hut, er spricht seine Texte hinter vorgehaltener Hand oder aus dem Mundwinkel - und sorgt so binnen kürzester Zeit dafür, dass der Wurm ein Eigenleben gewinnt. Dass es ihm zudem gelingt, die Einwürfe der kleinen Zuschauer in sein Spiel zu integrieren, spricht für dessen Souveränität. So einfach, so schön kann Kindertheater sein.
Ein entgegengesetztes Konzept war danach in "Das Geheimnis der Wolfsschlucht" zu erleben, bei dem das Cottbuser Musiktheater-Ensemble seine ganze Staatstheater-Wucht ausspielte. Eberhard Streuls Bearbeitung von Carl Maria von Webers "Der Freischütz" treibt zwei Kinder unter eher fadenscheinigem Vorwand auf einen Dachboden, wo sie die Kostüme und Erinnerungsstücke eines alten Tenors finden und prompt in der Geschichte um Max und Agathe landen.
Ein großer Aufwand wird betrieben, um dem Nachwuchspublikum die romantische Oper nahe zu bringen - allerdings in einer Ästhetik, die inzwischen zu Recht im Fundus der Theatergeschichte gelandet ist. Schminke und Perücken, Kostüme und Gestus wirken - zumal in der intimen Situation des Alten Theaters - wie die Beschwörung einer längst vergangen geglaubten Zeit. Diesen Eindruck verstärken Zwischentexte, in denen die beiden Erzähler weder ein Problem verhandeln noch einen Konflikt austragen. Dass man mit allerlei Budenzauber eine Dynamik suggeriert, die gar nicht vorhanden ist, kann über die Mängel der Vorlage nicht hinwegtäuschen. Aber immerhin machen nicht nur die Ventilatoren in der Wolfsschlucht Wind - sondern auch die Musiker und Sänger Kunst. Dennoch hatte man hier den Eindruck, als würde nicht mit Freikugeln auf Tauben, sondern mit Kanonen auf Spatzen geschossen.
06.09.2011, 17:01 | tags:
Diverses
1022
Pressemitteilung vom 6.9.2011
Trash am Montag: [Episode XI] Quentin Dupieux: Rubber
Cineastische Leckerbissen mit Pit Rutten & Serge Pocken
In der XI. Ausgabe von “Trash am Montag” am 12. September um 20.30 Uhr im KIEZ Kino Dessau widmen sich die Kritiker Rutten und Pocken einem weiteren Filmjuwel Quentin Dupieuxs: Rubber.
Zu Beginn ihrer zweiten Jahresstaffel sind sie wiederum zurückgeworfen auf die große Frage, warum sie sich immer und immer wieder so leidenschaftlich gerade für die diffusen Randzonen der Filmindustrie entscheiden. Eine gute Antwort hierauf zu finden, fällt nicht schwer: Mainstream langweilt. Die Liste der (für sie) unerträglichen Genrekonventionen ist lang und die großen Traumfabriken werden scheinbar nicht müde, einen faden Aufguss nach dem anderen zu produzieren. Und wer ehrlich mit sich ist, wird lange in seiner Erinnerung graben müssen, um einen Blockbuster zu finden, der ihn zuletzt wirklich und nachhaltig überrascht bzw. kalt erwischt hat. Denn natürlich weiß das abgestumpfte Publikum einer romantischen Komödie (vor allem, wenn es sich um eine Hochzeit dreht), um den falschen Lebenspartner zu Beginn des Films und die wa(h)re Liebe, die nach genretypischen Verwicklungen am Ende triumphieren wird. Und selbstverständlich rechnet der geneigte Kinogänger mit der Fortsetzung eines Erfolges, die den (vom Genre abhängigen) Grad an Monstren, Fäkalhumor oder Grausamkeiten im Vergleich zum Vorgänger noch potenzieren wird. Außerirdische erinnern an Insekten, Brendan Fraser an ein Abziehbild von Indiana Jones, und filmische Grausamkeiten wie James Camerons 'Avatar' an ein Negativ seines eigenen Opus Magnus 'Aliens' von 1986. Das Regelwerk für ein sogenanntes "Meisterwerk" scheint festgeschrieben und wirkliche Innovationen finden sich vor allem auf der großen Leinwand immer seltener (Herzlich willkommen im auf den Spezialeffekt reduzierten 3D-Zeitalter).
Umso schöner, dass Rutten und Pocken es sich auf die Fahnen geschrieben haben, genau diese Innovationen und filmischen Absurditäten, diese im Stillen und hinter vorgehaltener Hand weitergereichten Skurrilitäten aus ihrem Schattendasein zu befreien und ihrer kleinen aber stetig wachsenden Zuschauerschaft zu präsentieren. Und umso schöner, dass auch der September wieder ein solches Juwel zu Tage fördern wird. Quentin Dupieuxs dritte Regiearbeit 'RUBBER' aus dem Jahr 2010 verweigert sich vehement jeglicher Sinnhaftigkeit und Konvention und geht sogar noch weiter, indem er sakrilegisch 120 Jahren Filmschaffen eben jenen oftmals propagierten Sinn weitestgehend abspricht. Spätestens wenn Robert, ein in der Wüste zum Leben erwachter Autoreifen, seinen Spaß an telekinetischen Massenhinrichtungen entdeckt, auf der zweiten Erzählebene eine ausgehungerte (und mit Feldstechern Roberts Greueltaten folgende) Gruppe von "Kinozuschauern" ihre Lefzen in einen rohen Truthahn schlägt, und eine Armee übersinnlich begabter Fortbewegungsmittel unter Führung eines Dreirades ihren todbringenden Feldzug wider Hollywoods Traumfabrik startet, ist die Kampfansage klar gesetzt und arrogantem Kino auf ätzend-herrlichste Weise der Spiegel vorgehalten. Oder wie Hugo Ball, Mitbegründer des Dadaismus, es 1916 (dem Geburtsjahr von Dada) in seinem Tagebuch notierte: "Da der Bankerott der Ideen das Menschenbild bis in die innersten Schichten zerblättert hat, treten in pathologischer Weise die Triebe und Hintergründe hervor. Da keinerlei Kunst, Politik oder Bekenntnis diesem Dammbruch gewachsen scheinen, bleibt nur die Blague [z. dt. der Schabernack] und die blutige Posse. [...] Die grellsten Pamphlete reichten nicht hin, die allgemein herrschende Hypokrisie [z. dt. Heuchelei] gebührend mit Lauge und Hohn zu begießen." Wahr gesprochen! Als einziger Ausweg bleibt die Enthaltung, die Verneinung und Nichtung jeglicher Motive und dem Sinn als solchen! Das Ziel heißt Freiheit in Originalität! Dass der blanke Spaß dabei nicht auf der Strecke bleibt, wird in Dupieuxs 'RUBBER' am 12. September im Kiez-Kino eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
06.09.2011, 14:07 | tags:
Diverses
1021
Pressemitteilung vom 6.9.2011
Konzert der Jugendbigband Anhalt mit Pascal von Wroblewsky
Am 23. September um 19.30 Uhr gastiert die Jugendbigband Anhalt mit Pascal von Wroblewsky und dem Chor des Walter Gropiusgymnasiums im Großen Haus des Anhaltischen Theaters.
Wenn man zwischen Berlin und Leipzig hervorragenden Bigband-Jazz hören will, dann liegt es nahe, in den Veranstaltungshinweisen nach Konzerten der Jugendbigband Anhalt zu suchen, denn das von Detlef Metzner gegründete Ensemble begeistert und unterhält sein Publikum seit 1994 aufs Beste! Hier sind sehr junge und echte Vollblutmusiker am Werk, die von einem ganz offensichtlich beseelt arbeitenden Dirigenten zu Höchstleistungen angespornt werden.
Neben Jazzstandards sind Arrangements aus Rock-und Popmusik zu hören, die speziell für diese Besetzung arrangiert wurden und schon bundesweit im ARD Radiofestival zu erleben waren. Darüber hinaus stehen interessante Arrangements vom großen Komponisten Dessaus Kurt Weill auf dem Programm.
Diese Sängerin ist Musik. Pascal von Wroblewsky, eine der wenigen wirklich großen deutschen Jazzsängerinnen - Dieter Albrecht, Thüringer Allgemeine
Die Riesenstimme Wroblewskys mit einem außerordentlich großen Tonumfang, großer Geschmeidigkeit und Gestaltungskraft.... sorgten für den jazzigen Touch und zurecht für großen Beifall...
Matthias Bäumel, Dresdner Neueste Nachrichten
Leitung: Detlef Metzner
Solistin: Pascal von Wroblewsky
Chor des Walter-Gropius-Gymnasiums - Europaschule Dessau-Roßlau, Leitung: Ines Weinreich
Tickets (19,50 Euro / 15,00 Euro ermäßigt / 10,00 Schüler & Studenten) und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
05.09.2011, 07:11 | tags:
Diverses
1020
Carla Hanus, Mitteldeutsche Zeitung, 5.9.2011
Programm, Podium und Party
"Überall wird von Bildungsoffensive gesprochen und was alles getan werden könnte und sollte. Wir tun es bereits!" Seinen ausdrücklich betont gesprochenen Satz unterstreicht Ulrich Katzer mit einer energischen Handbewegung. Katzer ist Vorstandsmitglied im Deutschen Bühnenverein Landesverband Ost und mit "wir" meint er nicht nur die Theater und Orchester der Länder Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, die seinem Verein angehören, sondern die Bühnen insgesamt.
Und da Theatermacher Leute von Wort und Tat sind, treten Katzer und die Bühnenvereinsmitglieder auch gleich den Beweis an. Mit dem Theaterfestival der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg, das sich diesmal ganz bewusst und ausdrücklich den Zukunftsperspektiven des Kinder- und Jugendtheaters zuwendet und ab Dienstag in Dessau zu Gast ist. Mit vielen praktischen Beispielen - sprich Inszenierungen - und mit weniger - aber nicht ganz ohne Theorie.
Für diese anschauliche Bildungsoffensive unter dem Titel "Wagen wir die Wildnis" mussten die Bühnen beider Länder nicht einmal ein extra Programm einstudieren. Die Theater aus Naumburg, Cottbus, Brandenburg, Stendal, Halberstadt, Schwedt, Eisleben, Halle, Potsdam, Magdeburg und natürlich der Gastgeberstadt Dessau-Roßlau zeigen ihre Produktionen, die sie ohnehin im Spielplan haben oder die, wie die Kinderoper "Oskar und die Groschenbande", ihre Voraufführung erleben.
Während in den ersten Jahren des Festivals die Teilnehmer ihre "größten, opulentesten und prestigeträchtigsten Inszenierungen präsentierten, wie es André Bücker, Generalintendant des Anhaltischen Theaters, beschreibt, seien es jetzt thematische Theatertage. Das achte Festival war in Frankfurt / Oder Kleist gewidmet, das nunmehr neunte in Dessau dem Kinder- und Jugendtheater.
Vorstellungen für Kinder und Jugendliche, die selbstverständlich auch für die Eltern und für Senioren gedacht seien, sind in den nächsten Tagen hier zu sehen, kündigt Bücker an und lädt alle ein sich umzusehen. "Das ist tolles Theater, lebendig, leidenschaftlich", wirbt der Juror, der diese Stücke mit ausgesucht hat. Es seien Inszenierungen, mit denen man sich identifizieren könne und die die Lebenswirklichkeit spiegelten.
Ergänzt wird der abwechslungsreiche Spielplan der kommenden Tage durch einen Thementag mit Vorträgen, Tischgesprächen und einer Podiumsdiskussion am Donnerstag. Während die Vorträge um 15 Uhr im Foyer des Alten Theaters beginnen, rundet die Podiumsdiskussion "Welche Zukunft gibt es für das Kinder- und Jugendtheater in den neuen Bundesländern?" um 19 Uhr den Tag ab, der mit Gesprächen und einem Büfett ausklingt.
Überhaupt wird an den Festivalabenden ins Alte Theater eingeladen. "Es soll einfach hier was los sein", geht André Bücker diese Theatertage ganz enthusiastisch an. Am Mittwoch heißt es ab 21 Uhr "Tanz dich wild", wenn die Band des Dessauer Liborius-Gymnasiums "The Subs" und DJ Ehrlich die Party-Stimmung anheizen. Am Freitag wird ab 20 Uhr eine Musikvideo-Party im Foyer des Alten Theaters steigen und am Sonnabend ist die Party mit Open Stage und DJ Jan Ehrlich mit "Born to be wild" überschrieben. Dass dieses Angebot natürlich auch für Besucher gilt, die sich keine der zahlreichen Aufführungen ansehen, ist für Bücker selbstverständlich. Ebenso dass es ein Festival-Café gibt, das Restaurant des Alten Theaters sei durchgehend geöffnet, so der Generalintendant.
04.09.2011, 21:35 | tags:
Diverses
1019
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 4.9.2011
Theatertage
Märchen vom gedeckten Tisch
Es war einmal... ein Märchen, das sich ziemlich gut auf die heutige Situation vieler ostdeutscher Jugendlicher anwenden lässt: Drei Brüder müssen sich auf Wanderschaft begeben, weil sich ihnen in ihrer Heimat keine Zukunft bietet. Für die Arbeit in der Fremde werden sie mit Schätzen entlohnt, die den beiden Älteren aber bald wieder gestohlen und vom Jüngsten am Ende mit Gewalt zurück erobert werden.
Spätestens dieses glückliche Finale unterscheidet Grimms "Tischlein deck dich, Goldesel streck dich, Knüppel aus dem Sack" zwar von der Realität der Generation, deren Lebensweg der Arbeit in den Westen folgt. Dennoch bietet die Geschichte eine brauchbare Vorlage, mit der acht Theaterjugendklubs beim Festival "Wagen wir die Wildnis" nun gemeinsam ihre Lebenswelt reflektieren wollen.
Ab Dienstag treffen sich dabei zwölf der 14 Theater, die im Landesverband Ost des Deutschen Bühnenvereins organisiert sind, zur Leistungsschau der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Gastgeber ist diesmal das Anhaltische Theater Dessau, das mit seinem großen Haus und den kleineren Spielstätten ideale Voraussetzungen für die unterschiedlichen Formate bietet. Im Mittelpunkt des Interesses stehen diesmal Angebote für Kinder und Jugendliche, nachdem man bei den letzten Theatertagen 2007 in Frankfurt an der Oder die Werke Heinrich von Kleists zum zentralen Gegenstand gewählt hatte.
Anders als damals sind nun allerdings keine eigens in Auftrag gegebenen Inszenierungen mehr zu erleben, weil der Bühnenverein mit einem niedrigeren Etat kalkulieren musste: Von den Ländern Sachsen-Anhalt und Brandenburg kamen 25 000 beziehungsweise 15 000 Euro, die Interessengemeinschaft der Theater und Orchester steuert 33 000 Euro aus den Beiträgen ihrer Mitglieder bei.
So spiegelt das Programm einerseits die Realität des Repertoires wieder, das in den Häusern für das jüngste Publikum vorgehalten wird. Ulrich Katzer, Geschäftsführer des Landesverbandes, umschreibt das Prinzip mit der knappen Formel: "Jeder, der teilnehmen will, darf das auch." Um dennoch ein möglichst breites Spektrum an Themen und Spielformen abzubilden, hat er gemeinsam mit dem Dessauer Generalintendanten André Bücker eine Auswahl getroffen, die sich sehen lassen kann: Vom Solo bis zum großen Ensemblestück, vom Klassiker bis zur Uraufführung reicht die Bandbreite der Aufführungen, es gibt Musiktheater ebenso wie Schauspiel oder Figurentheater. Umrahmt werden die Gastspiele durch Diskussionen und abendliche Partys im Alten Theater.
Wichtig ist Katzer aber vor allem, dass die neunte Auflage der Theatertage ihr Thema auch theoretisch untersetzt: Angesichts der unsicheren Zukunft der Kinder- und Jugendbühnen, die sich exemplarisch an den Debatten um das hallesche Thalia-Theater gezeigt hat, sollen die soziologischen und demografischen Koordinaten im Osten Deutschlands in den Blick genommen werden. Dass der Landesverband damit eine Debatte anstößt, die schon bald innerhalb des ganzen Bühnenvereins geführt werden muss, liegt auf der Hand: Immerhin ist die Überalterung der Gesellschaft ein gesamtdeutsches Phänomen, das die Theater bundesweit mit der Frage nach ihrer künftigen Ausrichtung konfrontiert. In Dessau wird das Thema am Donnerstag mit mehreren Vorträgen und einem Podiumsgespräch verhandelt.
Eröffnet wird die Konferenz im Alten Theater durch den Cottbuser Soziologen Matthias Koziol, der über die "Belebung der Städte" durch gezielte urbanistische Maßnahmen spricht. Vom Hamburger Institut für Sozialforschung kommt Inga Haese, die unter dem Titel "Gehen, Bleiben, Wiederkehren" zeitgenössische Lebensarrangements präsentiert. Andrea Koschwitz stellt als Dramaturgin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters ein Pilotprojekt vor, das von dem Ensemble um Armin Petras mit und in der Stadt Wittenberge umgesetzt wurde. Und Petra Paschinger vom Kleist-Forum in Frankfurt an der Oder spricht schließlich über die Arbeit in einer Stadt, die ihr Theater bereits vor einigen Jahren geschlossen hat und nun mit den Folgen dieser Entscheidung leben muss. Den Abschluss des Thementages setzt ein Podiumsgespräch, an dem neben den Referenten auch die Naumburger Intendantin Susanne Schulz teilnimmt.
Ob und wie es mit den Theatertagen künftig weitergeht, soll dann am Freitag bei der Mitgliederversammlung des Landesverbandes in Dessau diskutiert werden. Laut Katzer müsse man sich fragen, wie sich der tendenziell weiter sinkende Etat durch die Zusammenarbeit mit neuen Partnern kompensieren ließe. Denn schließlich speist sich das Budget des Bühnenvereins aus den Beiträgen seiner Mitglieder, die traditionell 0,7 Promille der Personalkosten in den Häusern ausmachen. Wenn also an den Theatern und Orchestern gespart wird, dann bekommt das auch der Bühnenverein direkt zu spüren.
03.09.2011, 13:00 | tags:
Diverses
1018
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 1.9.2011
Friedrich Meyer sucht die positive Reibung
Vier positive Jahresabschlüsse und ein kleines finanzielles Polster - es ist kein Wunder, dass man Friedrich Meyer nach fünf derart erfolgreichen Jahren als Verwaltungsdirektor etwas ungern vom Theater Senftenberg nach Dessau ziehen ließ. "Aber in Senftenberg läuft es jetzt gut, und ich brauche die Herausforderung, die positive Reibung", sagt Meyer, der beides nun am Anhaltischen Theater in Dessau gefunden hat. Seit Anfang August ist Friedrich Meyer der neue Verwaltungsdirektor der Dessauer Bühne, tritt die Nachfolge von Joachim Landgraf an.
"Landgrafs Fußstapfen sind groß." Das merkte Meyer schnell, als er schon lange vor der Sommerpause regelmäßig ins Theater kam. In Senftenberg eine Drei-Tage-Woche und den Rest der Woche zwischen Frau und Baby und der neuen Wirkungsstätte aufgeteilt, so sah Meyers Zeitplan vor dem Sommer aus. Die Übergabe hätte nach seinem Empfinden nicht besser laufen können. Noch zum Ende der Spielzeit sah man Landgraf und Meyer gemeinsam bei Terminen. Da erklärte ein alter Dessauer Theater-Hase seinem Nachfolger das Haus, die Stadt, die Politik. "Das ist unglaublich kollegial", findet Meyer, der das Ruder nun ganz übernommen hat und auf seinem neuen Posten mit 41 Jahren auf eine ganze Reihe von Erfahrungen im künstlerischen und kaufmännischen Bereich zurück greifen kann.
Tischler lernte der in Ost-Berlin geborene Meyer zunächst und findet, dass diese Ausbildung auch heute noch wichtig ist für das Verständnis der technischen Abteilungen in einem Theater. Eineinhalb Jahre arbeitete er dann bei Bechstein, wollte Klavierbauer werden, "aber ich habe bald gemerkt, das können andere besser". Die gewisse Affinität zu Kunst, Theater und Musik aber war da, und so führte den jungen Mann ein praktisches Jahr vor der Aufnahme des Studiums ins Kulturamt Mitte in Berlin. Freie Theatergruppen betreute er dort. Den Duft der weiten Welt aber ließ er sich bei einem einjährigen Honduras-Aufenthalt um die Nase wehen. Für die Herrnhuter Brudergemeinde lebte und arbeitete er in Südamerika und begleitete dann, wieder zurück in Berlin, die Fusion der evangelischen Jugendarbeit Ost und West. "In diesen Jahren hatte ich viel mit der Kirche zu tun, als Arbeitgeber aber wollte ich sie nicht", so Friedrich. Das Theater lockte, die Arbeit hinter den Kulissen einer Bühne. Grundlage sollte ein Kulturmanagement-Studium sein. Schon die ersten Semesterferien verbrachte der Student auf Kampnagel in Hamburg, Deutschlands größtem freien Theaterhaus. Dort lernte er auch Friedrich Schirmer kennen, assistierte ihm am Stuttgarter Theater und 2005 im Betriebsbüro beim Festival "Theater der Welt". Das künstlerische Betriebsbüro am Berliner Maxim-Gorki-Theater war eine weitere Station für Meyer, bevor er eine Auszeit in Russland nahm.
"Ich habe damals überlegt, ob das beruflich der richtige Weg war", so Meyer. Die Antwort fand er in der Heimat seiner Frau. "Ich musste russisch noch einmal neu lernen." Nach einem halben Jahr in Nowosibirsk und einem halben Jahr in St. Petersburg war auch die Verständigung mit seinem russischen Familienteil kein Problem mehr. Zurück in Deutschland wartete die Stelle des Verwaltungsdirektors am Senftenberger Theater auf Friedrich Meyer.
In Senftenberg wie nun auch in Dessau schätzt Meyer das Spannungsfeld, in dem er zwischen künstlerischer Leitung, den technischen Abteilungen und dem Publikum arbeitet. "Am Theater müssen alle am gleichen Strick und in die gleiche Richtung ziehen. Das ist Vermittlungsarbeit", findet Meyer. Dieser Vermittler und Ermöglicher will er auch am Anhaltischen Theater gerne sein. Er will Möglichkeiten aufzeigen, rechtzeitig Prognosen stellen, sich aber auch einschalten "ohne gleich den Finanzhai zu spielen".
Zahlen sind dabei Friedrich Meyers Element und mit ihnen weiß der neuen Verwaltungsdirektor des Dessauer Theaters auch zu argumentieren. So würden beispielsweise 77 Prozent der öffentlichen Gelder für ein Theater sofort wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück fließen. "Mittel, die in den Kulturbetrieb gehen, sind deshalb systemrelevant", sagt Meyer. Am Theater in Senftenberg führte er die kaufmännische Buchführung und ein Controllingsystem ein. Tagesaktuell lagen da die Zahlen auf dem Tisch, die Abteilungen erhielten Budgets mit denen sie eigenverantwortlich wirtschafteten. Da habe man schnell wie auch zu Hause gespart.
"Wie viel mit dem Geld hier gemacht wird, ist enorm", war Friedrich Meyers erster Eindruck vom Dessauer Theater. Sparen muss er trotzdem. "Ich gucke, wo ist was sinnvoll, bin aber nicht zum Verhindern hier", macht er klar und sieht in einer Stadt wie Dessau-Roßlau viele Kooperationsmöglichkeiten. "Das Theater ist als große Institution auch ein starker Partner. So verstehe ich auch Theater in einer Stadt, wo es das erste Haus am Platz ist. Theater, das nur Theater auf der Bühne macht, funktioniert heute nicht mehr." Dass die Dessauer Bühne vielerorts präsent ist, freut ihn umso mehr.
Am Sonnabend wird er beim Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit dabei sein. Sein Notizbuch aus den ersten Wochen in Dessau wird er dann wohl stecken lassen können. Als er mit Joachim Landgraf unterwegs war, notierte er sich noch alle Leute, die er neu kennen lernte. An der Seite seines Vorgängers waren das nicht wenige. Viele hat er längst mehrfach getroffen und am 3. September wird es wohl auch so manche Begegnung für den Neu-Dessauer geben.
02.09.2011, 18:44 | tags:
Diverses
1017
Pressemitteilung vom 2.9.2011
Eröffnung 9. Theatertage der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg
Das Anhaltische Theater lädt am Dienstag, 6. September um 11.30 Uhr ins Foyer des Alten Theaters zur Eröffnung des Kinder- und Jugendtheaterfestivals mit dem Titel „Wagen wir die Wildnis!“ ein. Oberbürgermeister Klemens Koschig, Ulrich Katzer [Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins Landesverband Ost] und André Bücker [Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau] eröffnen das Festival und heißen Publikum und Gäste herzlich willkommen.
Im Anschluss (um 12 Uhr) präsentiert sich das Theater Naumburg mit der Eröffnungsinszenierung „Algot Storm“ auf der Puppenbühne. Das Theaterstück von Barbro Lindgren und Cecilia Torudd, zeigt den Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen dem dem netten, kleinen Herrn Algot Storm und einem Wurm.
Regisseur Stefan Becker, wurde mit seinen Inszenierungen auf zahlreiche europäische Festivals, darunter in Frankfurt am Main, Lyon und Wien eingeladen. Er erhielt Auszeichnungen u. a. für beste Inszenierung und Schauspiel im Kinder- und Jugendtheater, darunter dreimal den Marburger Theaterpreis, verschiedene Kulturförderpreise und die Auszeichnung „Kindertheater des Monats u. a. in Hannover, Schleswig-Holstein, NRW, Kulturregion Aachen, Stuttgart, Kulturregion Stuttgart und Frankfurt. 2008 erhielt er den Hessischen Staatspreis für Kultur.
Um 15 Uhr zeigt das Staatstheater Cottbus „Das Geheimnis der Wolfsschlucht“ im Studio des Alten Theaters. Eberhard Streuls Fassung von Webers „Der Freischütz“ in der musikalischen Einrichtung von Richard Vardigans bringt Kindern ab acht Jahren die Welt dieser Oper näher, die zu den bedeutendsten Bühnenmusikwerken überhaupt zählt. Hauke Tesch inszenierte das Stück, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Frank Bernhard.
Um 17 Uhr ist im Großen Haus die Brandenburger Theater GmbH mit dem Stück „Das Traumfresserchen“ im Großen Haus zu erleben. In der Inszenierung treffen die spannende Geschichte von Michael Ende, Musik von Wilfried Hiller, wunderschöne Puppen und herrliche Stimmen mit dem tollen Orchester der Brandenburger Symphoniker zusammen. Die Inszenierung ist eine fantastische Gelegenheit Musiktheater mit der ganzen Familie zu erleben und ist geeignet für Kinder ab 5 Jahren.
Das Theater der Altmark (TdA) Stendal zeigt um 19.30 Uhr „Nach dem Ende“, ein Stück von Dennis Kelly auf der Puppenbühne des Alten Theaters. Der 1970 geborene englische Autor wurde von Theater heute bereits zweimal zum besten ausländischen Autor des Jahres gekürt. Zum 10. Jahrestag von „nine eleven“ reflektiert das TdA mit „Nach dem Ende“, inszeniert von Julia Heinrichs, die Verwandlung der Demokratie in eine Diktatur der Angst.
Für alle vier Vorstellungen sind noch Tickets erhältlich unter: www.anhaltisches-theater.de/theatertage, Tickets unter: Tel: 0340 2511 333, an der Theaterkasse im Rathaus-Center sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
31.08.2011, 15:49 | tags:
Diverses
1016
Pressemitteilung vom 31.8.2011
Wagen wir die Wildnis!
9. Theatertage der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg
Nur noch wenige Tage, dann heißt es herzlich willkommen zu den 9. Theatertagen in Dessau. „Wagen wir die Wildnis!“ – so lautet der Titel dieses Festivals, das ganz im Zeichen des Kinder- und Jugendtheaters steht. Zum ersten Mal hob sich der Vorhang zum Theatertreffen der Länder im Jahr 1993. Seither findet es alle zwei Jahre statt, abwechselnd in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt. Initiator und Veranstalter des Festivals ist der Landesverband Ost des Deutschen Bühnenvereins, der mit dem Festival den Erfahrungsaustausch der Theater fördern will und Erkenntnisse für die Entwicklung der Theaterlandschaft im Osten Deutschlands vorantreiben möchte. Das Anhaltische Theater Dessau wurde nach 1997 nun zum zweiten Mal als Ausrichter des Festivals gewählt.
Auf diesem Festival präsentieren sich Ensembles aus Brandenburg/Havel, Cottbus, Potsdam, Schwedt/Oder, Dessau-Roßlau, Halberstadt, Halle (Saale), Lutherstadt Eisleben, Magdeburg, Naumburg und Stendal.
Wie reflektieren Jugendliche ihre Zeit, was sind für sie Zukunftsperspektiven und wie lässt sich mit Mitteln des Theaters auf ihre Fragen antworten?
Die Sparte des Kinder- und Jugendtheaters hat es in der deutschen Theaterlandschaft immer noch schwer. In Reden und Vorworten immer als wichtig und unverzichtbar bezeichnet, lebt das Theater für Kinder und Jugendliche doch zumeist im Schatten der großen Oper oder der feuilletonträchtigen Schauspielinszenierungen. Oft ist vom „Publikum von morgen“ die Rede, oder die Arbeit für Kinder und Jugendliche dient den Theatern als Beweis für die eigenen Anstrengungen im Bildungsbereich und somit für die eigene Unverzichtbarkeit in Verteilungskampf um Fördermittel. Aber Kinder und Jugendliche sind nicht nur das Publikum von morgen, sie sind auch das Publikum von heute. Das Theater muss ihre Lebenswirklichkeit diskutieren, muss ihre Welt beschreiben und sie zum Mitmachen einladen. Und es muss nicht in erster Linie auf den dogmatischen Begriff der Bildung achten, das Theater ist kein weiteres Klassenzimmer, sondern es ist ein poetischer Raum, ein Kunstraum für ästhetische Erfahrungen. Besonders wichtig ist die Erfahrung des Mitmachens, des kreativen Gestaltens. Junge Menschen sollen sich im Spiel ausprobieren, unterschiedliche Perspektiven einnehmen, ihre Persönlichkeit entwickeln, nicht nur konsumieren.
„Theater, gerade auch Theater für Kinder und Jugendliche und Theater von Kindern und Jugendlichen soll wild sein, soll lustvoll sein, leidenschaftlich und spielerisch, soll Grenzen sprengen und neue Erfahrungen vermitteln.“ – so Generalintendant André Bücker, der dem Festival viel Erfolg, große Publikumsresonanz und die nötige Portion Wildheit wünscht.
Die Juroren Ulrich Katzer [Deutscher Bühnenverein Landesverband Ost] und André Bücker [Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau] haben aus den eingesandten Bewerbungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater bemerkenswerte und beispielgebende Produktionen ausgewählt, und einen abwechslungsreichen Spielplan für das Festival erstellt.
Besonderer Bestandteil des Festivals ist das Treffen der Theaterjugendclubs aus beiden Bundesländern. Die Jugendlichen präsentieren ein gemeinsames Projekt zum aktuellen Thema „innerdeutsche Migration“. Angeregt durch das Märchen „Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack“ haben sich die Jugendclubs mit den Themen Aufbruch, Fremde und Heimkehr beschäftigt und das Märchen szenisch neu zu interpretieren versucht. Während der Theatertage werden diese einzelnen Szenen zusammen gesetzt und am 10. September 2011 im Stadtpark Dessau als Gesamtaufführung zu erleben sein. Fortbildungen für Lehrkräfte und zusätzliche Workshop-Angebote für Jugendliche runden das Festivalprogramm ab.
Am 8.9. ab 15 Uhr findet ein Thementag "Wagen wir die Wildnis!" im Alten Theater statt, der sich an alle, die sich für ihre Stadt und die Menschen in ihr interessieren richtet. Der Eintritt ist frei. Anmeldung bei Jeannine Vogt, (0345) 5110 150 oder jeannine.vogt@landesverband-ost.de
Das Alte Theater wird als zentraler Standort des Festivals und Party-Location durchgehend geöffnet sein und zum Treffpunkt für Künstler und Besucher werden.
Für alle die im Herzen jung geblieben sind, bietet das Theater ein besonderes Angebot:
Senioren, die mit ihren Enkeln ins Theater gehen, zahlen pro Ticket nur 3,50 EURO (statt 8,- EURO).
Informationen zu den eingeladenen Inszenierungen unter www.anhaltisches-theater.de/theatertage, Tickets unter: Tel: 0340 2511 333, an der Theaterkasse im Rathaus-Center sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
24.08.2011, 12:54 | tags:
Diverses
1013
Pressemitteilung vom 24.8.2011
Letzte Chance für romantische Gondelfahrt und Lesung aus den Tagebüchern der Fürstin Louise
Am Wochenende stehen in Wörlitz die letzten Veranstaltungen des diesjährigen Gartenreichsommers auf dem Programm. Zum traditionellen Seekonzert legen die Gondeln letztmalig am Samstag, 27. August um 18 Uhr ab. Unter dem Motto „Perpetuum mobile“ verspricht das Concento-Quintett ein abwechslungsreiches und heiteres Programm, das u.a. Werke von Mozart, Piazzolla und Johann Strauß Vater und Sohn beinhaltet. Dazu wird auf den Gondeln ein köstliches Abendessen serviert.
Am Sonntagnachmittag, 28. August um 15 Uhr beginnt im Garten am Haus der Fürstin (Graues Haus) im Wörlitzer Park die Lesung der Dessauer Schauspielerin Christel Ortmann aus den Tagebüchern der Fürstin Louise: „... und doch trag ich ein Herz im Busen, was lieben kann“. Die Zuhörer erhalten einen Einblick in die Lebenswelt dieser außergewöhnlichen Frau, deren Todestag sich im Dezember 2011 zum 200. Mal jährt. Außerdem erklingt Harfenmusik, dargeboten von Christine Schreiber, Soloharfenistin der Anhaltischen Philharmonie Dessau.
Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
23.08.2011, 10:16 | tags:
Diverses
1012
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 23.8.2011
Für die Jugend nur das Beste
Was sehen Kinder und Jugendliche in Schwedt, Stendal, Eisleben oder Potsdam im Theater? Um das zu erfahren, muss man in diesem Spätsommer nicht reisen. Die Theater dieser Städte und noch viel mehr Bühnen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt kommen nach Dessau. Mit dem Themenschwerpunkt Kinder- und Jugendtheater finden in Dessau-Roßlau vom 6. bis 11. September die 9. Theatertage der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg statt. Auf diesem Festival präsentieren sich die Ensembles aus Brandenburg / Havel, Cottbus, Potsdam, Schwedt / Oder, Dessau-Roßlau, Halberstadt, Halle (Saale), Lutherstadt Eisleben, Magdeburg, Naumburg und Stendal.
Zum ersten Mal hob sich der Vorhang zum Theatertreffen der Länder im Jahr 1993. Seither findet es alle zwei Jahre statt, abwechselnd in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt. Initiator und Veranstalter des Festivals ist der Landesverband Ost des Deutschen Bühnenvereins, der mit dem Festival den Erfahrungsaustausch der Theater fördern will und Erkenntnisse für die Entwicklung der Theaterlandschaft im Osten Deutschlands vorantreiben möchte.
Das Anhaltische Theater wurde nach 1997 nun zum zweiten Mal als Ausrichter des Festivals gewählt. Die Juroren Ulrich Katzer (Deutscher Bühnenverein Landesverband Ost) und André Bücker (Generalintendant des Anhaltischen Theaters) haben aus den eingesandten Bewerbungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater bemerkenswerte und beispielgebende Produktionen ausgewählt, und einen abwechslungsreichen Spielplan für das Festival erstellt. Die Theatertage sind gleichzeitig Forum der Theaterschaffenden aus beiden Bundesländern. In einem Workshop- und Rahmenprogramm wird es zahlreiche Möglichkeiten der Auseinandersetzung und des Austauschs geben.
Besonderer Bestandteil des Festivals ist das Treffen der Theaterjugendclubs aus beiden Bundesländern. Die Jugendlichen präsentieren ein gemeinsames Projekt zum aktuellen Thema "innerdeutsche Migration". Die Jugendclubs haben sich mit den Themen Aufbruch, Fremde und Heimkehr beschäftigt. Während der Theatertage werden die einzelnen Szenen zusammengesetzt und am 10. September im Stadtpark als Gesamtaufführung zu erleben sein. Fortbildungen für Lehrkräfte und zusätzliche Workshop-Angebote für Jugendliche runden das Festivalprogramm ab. Das Alte Theater wird als zentraler Standort des Festivals und Party-Location durchgehend geöffnet sein und zum Treffpunkt für Künstler und Besucher werden.
Karten gibt es unter der Nummer 0340 / 2 51 13 33, an der Theaterkasse im Rathaus-Center sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
11.07.2011, 16:07 | tags:
Diverses
1008
Pressemitteilung vom 11.07.2011
Stammtisch für Abonnenten und alle, die es werden wollen
Das Anhaltische lädt unmittelbar vor Spielzeitbeginn am Sonntag, 21. August um 15 Uhr seine Abonnenten sowie interessiertes Publikum, das mehr über ein Abonnement erfahren möchte, zum ABO-Stammtisch ins Theaterrestaurant ein.
In der neuen Spielzeit 2011/12 unter dem Titel „Glühende Landschaften“ hat das Anhaltische Theater in allen Sparten besondere Stücke und Inszenierungen auf den Spielplan gesetzt und natürlich gibt es wieder acht Sinfoniekonzerte sowie zahlreiche Sonderkonzerte, besondere Projekte, Spektakel und Ereignisse für Jung und Alt.
Der Stammtisch bietet die Gelegenheit, mit der Theaterleitung und Künstlern des Hauses in geselliger Runde beisammen zu sein, Gedanken auszutauschen sowie einen noch tieferen Einblick in die Arbeit des Anhaltischen Theaters zu bekommen und natürlich auch Fragen zu stellen bzw. Meinungen zu äußern.
Lassen sie sich von den Künstlern des Anhaltischen Theaters und ihrer Kunst anstecken und überzeugen Sie sich von den Vorzügen eines Abonnements!
11.07.2011, 12:44 | tags:
Diverses
1007
Pressemitteilung vom 11.07.2011
Neue Patenschaftsvereinbarung mit Grundschule „Am Akazienwäldchen“
Das Anhaltische Theater und die Grundschule „Am Akazienwäldchen“ unterzeichnen am 25. August um 7.30 Uhr zur 1. Schulversammlung zum Beginn des neuen Schuljahres eine gemeinsame Patenschaftsvereinbarung.
Die zahlreichen theaterpädagogischen Projekte und Veranstaltungen des Theaters werden seit 2010 durch das Leitungsteam und durch Künstler des Anhaltischen Theater unterstützt, in dem sie Patenschaften über eine Schule übernehmen. Zu den bereits acht bestehenden Schulpatenschaften kamen in diesen Jahr zwei weitere hinzu: Generalmusikdirektor Antony Hermus und Daniel Carlberg (1. Kapellmeister und Stellvertreter des GMD) übernahmen eine Patenschaft über die Evangelische Grundschule Dessau und Ingo Burghausen (Mitglied der Anhaltischen Philharmonie) und Franziska Blech (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) freuen sich über die Patenschaftsvereinbarung mit der Grundschule „Am Akazienwäldchen“.
Die inhaltliche Ausgestaltung der Patenschaften variieren. So bietet der Musiker Ingo Burghausen den Schülern und Schülerinnen der Grundschule „Am Akazienwäldchen“ einen regelmäßigen Unterricht im Kontrabass spielen an. Außerdem werden für die Kinder Probenbesuche organisiert, spezielle Theaterführungen mit Blick hinter die Kulissen angeboten, Einführung in die Instrumentenkunde gegeben (durch Teilnahme an Schülerkonzerten, wie z.B. der Schnitzeljagd) sowie die Durchführung des Schulrezitatorenwettstreits unterstützt.
Durch die Erfahrung des Mitmachens und des kreativen Gestaltens können sich die Kinder ausprobieren und die Welt des Theaters mit all ihren künstlerischen Bereichen kennenlernen.
Das Engagement des Theaters zeigt sich neben den Kooperationen mit Grundschulen, Gymnasien und Berufsschulen, auch in der Auszeichnung, das der bedeutendste Kongress für kulturelle Bildung „Kinder zum Olymp!“ im Juni in Dessau stattfand. Aus diesem Bewusstsein heraus wurde die Vermittlung von kultureller Bildung ebenfalls in diesem Jahr als Ziel in die Betriebssatzung aufgenommen.
11.07.2011, 08:06 | tags:
Diverses
1006
Mitteldeutsche Zeitung, 11.07.2011
Kino in 4D - und überall Reis
Wer vom schrägen Filmkritiker Serge Pocken schon am Eingang mit schwarzem Kajalstift ein dickes V für "Virgin" (Filmjungfrau) auf die Stirn geschrieben bekam, musste als allererstes einmal lernen, den legendären Time Warp zu tanzen. Erst dann sei man bereit für den Kult-Film "The Rocky Horror Picture Show", den Pocken gemeinsam mit seinem Kollegen Pit Rutten im Dessauer Stadtpark präsentierte. Es war die zehnte Ausgabe der Reihe "Trash am Montag", die das Kiez-Kino diesmal allerdings am Sonnabend zeigte.
Rutten und Pocken haben es sich seit dem letzten Herbst auf die Fahnen geschrieben, den Dessauern die Klassiker des Kinos nahe zu bringen. Dieses Mal war das 70er Jahre Horror-Musical "The Rocky Horror Picture Show" an der Reihe - ein Film, der mit seinen freizügigen Travestie- und Sexszenen Moralvorstellungen auf den Kopf stellte und mit seinen schrillen Figuren zum Kult wurde.
Die Schauspieler Jan Kersjes und Thorsten Köhler, die die beiden exzentrischen Filmkritiker Rutten und Pocken darstellten, erklärten den Gästen zunächst den Ablauf des Abends. Sobald die ersten Hüllen gefallen waren und beide nur noch in Mieder und Strapsen auf dem Rasen standen, wurde erläutert, wozu die mitgebrachten Gegenstände wie Reis, Zeitungspapier, Gummihandschuhe und Wasserpistolen gebraucht wurden: An der richtigen Stelle im Film galt es mitzumachen, Kommentare zu rufen oder laut zu johlen. Wer seine Ausrüstung vergessen hatte, konnte an der Abendkasse ein Filmkit erwerben. "Der Film kann nur dann eine Party werden, wenn alle mitmachen", erklärte Serge Pocken im Voraus.
Schon jetzt war die Stimmung ausgelassen, besonders die einfallsreichen Kostüme der Gäste beeindruckten die Gastgeber. Zahlreiche Damen waren im Mieder und Netzstrumpfhose oder Strapsen erschienen, passend zu den Kostümen im Film. Als dann der Projektor angeworfen wurde, gab es kein Halten mehr: Unter der Anleitung von Rutten und Pocken (Jan Kersjes und Thorsten Köhler) wurde bei der Hochzeitsszene wild mit Reis geworfen, Wasserpistolen stellten gekonnt das Gewitter dar und bei jedem Auftritt der Figur Brad Majors erklangen laute "Arschloch"-Rufe. Beim Time Warp tanzte das Publikum vor der Leinwand, als auch im Film die schaurig schönen Bewohner des Schlosses von Dr. Frank N. Furter dazu tanzten.
"Irre, wie viele Leute sich hier begeistern lassen", schwärmte Thomas Steinberg vom Kiez-Kino. Auch er war nur mit einem Netzhemd bekleidet und heizte die Stimmung an. Als schließlich Rocky, der von Dr. Furter geschaffene künstliche Mensch auf die Leinwand kam und aus seinen Binden gewickelt wurde, flog Klopapier kreuz und quer über den Köpfen des Publikums umher. Die Gäste waren mehr als begeistert von dieser etwas anderen Form des Kinos. Franziska König kannte zwar den Film schon vorher, genoss die Vorstellung jedoch sehr. "Es war super, die Stimmung hat gepasst...und man wurde gut beregnet", lachte sie in Anspielung auf den rigorosen Einsatz der Wasserpistolen. Ihre Freundin Julia Gehlhar fügte hinzu: "Mir hat gefallen, dass sich die Schauspieler selbst nicht zu ernst genommen haben. Das steckte an, da musste man mitmachen und fühlte sich nicht befremdlich."
Ach das Fazit der Experten Rutten und Pocken fiel durchweg positiv aus. "Ich hätte nie gedacht, dass sich die Dessauer so mitreißen lassen. Wirklich toll", lobte Moderator Jan Kersjes. Dabei gab es für die genaue Vorbereitung gar nicht viel Zeit. "Wir haben nicht viel geprobt, sind einfach auf die Bühne. Da probieren wir uns auch immer selbst ein bisschen aus", berichtete Thorsten Köhler.
Die nächste Runde "Trash am Montag" gibt es in der neuen Spielzeit im September. Dann gibt es auch neuen Horror mit "Vampyros Lesbos" aus dem Jahr 1970.
05.07.2011, 16:26 | tags:
Diverses
1004
Pressemitteilung vom 5.7.2011
9. Theatertage der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg
Mit dem Themenschwerpunkt Kinder- und Jugendtheater finden in Dessau-Roßlau vom 06.-11. September die 9. Theatertage der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg statt. Auf diesem Festival präsentieren sich die Ensembles aus Brandenburg/Havel, Cottbus, Potsdam, Schwedt/Oder, Dessau-Roßlau, Halberstadt, Halle (Saale), Lutherstadt Eisleben, Magdeburg, Naumburg und Stendal.
Zum ersten Mal hob sich der Vorhang zum Theatertreffen der Länder im Jahr 1993. Seither findet es alle zwei Jahre statt, abwechselnd in Brandenburg und in Sachsen-Anhalt. Initiator und Veranstalter des Festivals ist der Landesverband Ost des Deutschen Bühnenvereins, der mit dem Festival den Erfahrungsaustausch der Theater fördern will und Erkenntnisse für die Entwicklung der Theaterlandschaft im Osten Deutschlands vorantreiben möchte. Das Anhaltische Theater Dessau wurde nach 1997 nun zum zweiten Mal als Ausrichter des Festivals gewählt.
Die Juroren Ulrich Katzer [Deutscher Bühnenverein Landesverband Ost] und André Bücker [Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau] haben aus den eingesandten Bewerbungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater bemerkenswerte und beispielgebende Produktionen ausgewählt, und einen abwechslungsreichen Spielplan für das Festival erstellt.
Die Theatertage sind gleichzeitig Forum der Theaterschaffenden aus beiden Bundesländern. In einem Workshop- und Rahmenprogramm wird es zahlreiche Möglichkeiten der Auseinandersetzung und des Austauschs geben.
Besonderer Bestandteil des Festivals ist das Treffen der Theaterjugendclubs aus beiden Bundesländern. Die Jugendlichen präsentieren ein gemeinsames Projekt zum aktuellen Thema „innerdeutsche Migration“. Angeregt durch das Märchen „Tischchendeckdich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack“ haben sich die Jugendclubs mit den Themen Aufbruch, Fremde und Heimkehr beschäftigt und das Märchen szenisch neu zu interpretieren versucht. Während der Theatertage werden diese einzelnen Szenen zusammen gesetzt und am 10. September 2011 im Stadtpark Dessau als Gesamtaufführung zu erleben sein. Fortbildungen für Lehrkräfte und zusätzliche Workshop-Angebote für Jugendliche runden das Festivalprogramm ab. Das Alte Theater wird als zentraler Standort des Festivals und Party-Location durchgehend geöffnet sein und zum Treffpunkt für Künstler und Besucher werden.
Freuen Sie sich mit uns auf diese spannenden Tage!
Informationen zu den eingeladenen Inszenierungen unter www.anhaltisches-theater.de/theatertage, Tickets erhalten Sie ab dem 20. Juli unter: Tel: 0340 2511 333, an der Theaterkasse im Rathaus-Center sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
05.07.2011, 11:35 | tags:
Diverses
1002
Pressemitteilung vom 5.7.2011
Konzert des Jugendsinfonieorchesters Sachsen-Anhalt
„Märchenhaftes Sommer-Konzert“
Mit seinem Sommer-Programm verzaubert das Jugendsinfonieorchester am 28. August um 16 Uhr erneut sein Publikum: Nach der Ouvertüre der Märchen-Oper “Hänsel und Gretel” erklingt Mozarts “Sinfonia Concertante”, bevor der Nachmittag mit Robert Schumanns Symphonie Nr. 3 (“Die Rheinische”), einem der bekanntesten Orchesterwerke zwischen Beethoven und Brahm¬s, endet.
„Hänsel und Gretel“ ist die einzige bekannte Oper, die als ausgesprochene Kinderoper gilt und ist eine der populärsten Opern im Repertoire. Einerseits, weil als literarische Vorlage das Märchen der Gebrüder Grimm dient, andererseits scheint die Oper viele Volkslieder zu enthalten, die zum Mitsingen und -summen anregen. Einige Melodien sind aber erst durch die Popularität der Oper selbst zu Volksliedern geworden – beispielsweise „Brüderchen, komm tanz mit mir“. Viele der Themen werden schon im Vorspiel zitiert.
In der „Sinfonia Concertante“ scheinen Geige und Viola eine innere Zwiesprache zu halten - immer wie "aus einer Seele", sagt Anne-Sophie Mutter. Man hört Mozarts Sehnsucht, seine Melancholie. Doch am Ende kann man dem in einem Presto-Finale entfliehen. Die Solistinnen sind „Eigengewächse“ des Jugendsinfonieorchesters: Die Dessauerin Karoline Schulze war lange Zeit Konzertmeisterin des Jugendorchesters, Cora-Sophie Groth ist die gegenwärtige Solo-Bratscherin. Beide studieren an der Leipziger Musikhochschule.
Die 'Rheinische' Symphonie entstand 1850 in der unglaublich kurzen Zeitspanne von einem Monat. Es war eine letzte sehr glückliche Phase in Schumanns Leben. Die Sinfonie steht in Es-Dur, der Tonart von Beethovens 'Eroica' und ist Schumanns letzter Beitrag zur Symphonik. Von den depressiven Zügen seiner letzten Lebensjahre ist in diesem Werk, das nur drei Jahre vor dem Verzweiflungssprung in den Rhein entstand, vordergründig nichts zu spüren - die heroische, optimistische Seite überwiegt eindeutig!
Lassen Sie sich überraschen in Anbetracht der überragenden Leistung, die das Jugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalt unter der Leitung von Heribert Beissel auf Konzerten zeigt und erleben Sie die Leichtigkeit und Professionalität der Darbietungen des musikalischen Nachwuchses!
Musikalische Leitung: Heribert Beisel
Karoline Schulze, Violine | Cora-Sophie Groth, Viola
Tickets und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
28.06.2011, 16:23 | tags:
Diverses
998
Pressemitteilung vom 28.06.2011
„Muss man es machen wie alle?“
Prof. Ragna Schirmer hält die Theaterpredigt zur Inszenierung „Così fan tutte“
Am Sonntag, 10. Juli um 14.30 Uhr laden die Evangelische Landeskirche Anhalt, das Anhaltische Theater Dessau und die Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien zur Theaterpredigt zur Inszenierung „Così fan tutte“ - Opera buffa von Wolfgang Amadeus Mozart in die St.-Johannis-Kirche Dessau ein.
Die achte Theaterpredigt hält Prof. Ragna Schirmer, Pianistin, Echo-Klassik-Preisträgerin aus Halle (Saale) und nimmt Bezug auf die Inszenierung „Così fan tutte“, die in der Regie von Florian Lutz am 25. Juni Premiere hatte. Für die musikalische Ausgestaltung sorgen Myra van Campen-Bálint (Violine), Viktor Hartobanu (Harfe).
Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen.
Die Dessauer Theaterpredigten dienen dem lebendigen Dialog zwischen Kunst und Religion und stehen so in der aufgeklärten und kulturfreundlichen Tradition Anhalts. In Religion und Kunst suchen Menschen Bilder für die Welt, die ihnen begegnet, deuten Erfahrungen, drücken Emotionen und Visionen aus.
Die Pianistin Ragna Schirmer hat sich im Laufe ihrer Karriere einen erstklassigen Ruf erworben und gilt heute über die deutschen Grenzen hinaus als führende Künstlerin ihrer Generation. Dabei wird sie nicht allein für ihr breit gefächertes Repertoire geschätzt, das von Bachs großen Klavierzyklen bis zu zeitgenössischen Werken reicht. Die Veröffentlichung von Georg Friedrich Händels Klaviersuiten im 250. Todesjahr des Komponisten trug ihr neben begeisterten Rezensionen und wochenlanger Platzierung in den Klassik-Charts auch den zweiten ECHO-Klassik ein. Den ersten dieser Preise hatte sie schon 2003 für ein Doppelalbum mit Werken von Joseph Haydn erhalten - nachdem bereits ihr CD-Debüt mit Bachs Goldberg-Variationen von der Zeitschrift FonoForum mit einem Stern des Monats gewürdigt worden war.
Inzwischen engagiert sich die Musikerin, die als 15-Jährige die jüngste Finalistin des Busoni-Wettbewerbs war und mit 17 Jahren den Sonderpreis beim Wettbewerb des Deutschen Musikrates gewann, selbst für den künstlerischen Nachwuchs: Nachdem Ragna Schirmer bereits als 28-Jährige auf eine Professur an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Mannheim berufen worden war, unterrichtet sie seit 2009 im Rahmen der Begabtenförderung am Musikzweig der "Latina August Hermann Francke" in Halle an der Saale.
Auch die Liste der Künstler, mit denen Ragna Schirmer im Laufe ihrer Karriere zusammengearbeitet hat, belegt ihren exzellenten Ruf: So musizierte sie mit Dirigenten wie Zubin Mehta und Roger Norrington, Kurt Masur und Fabio Luisi, Herbert Blomstedt und Andrey Boreyko. Und dass Ragna Schirmer neben ihrer musikalischen Arbeit auch kulturpolitische Verantwortung übernimmt, zeigt ihr ehrenamtlicher Einsatz im Kultursenat des Landes Sachsen-Anhalt sowie im Vorstand des Freundeskreises für die Lutherdekade.
28.06.2011, 16:10 | tags:
Diverses
997
28.06.2011, 16:10 | tags:
Diverses
996
Pressemitteilung vom 28.06.2011
Konzert „Plaisir d`amour“ auf der Insel Stein/ Wörlitzer Park
Salonorchester „Papillon“
Die Veranstalter des Gartenreichsommers laden am 1. und 2. Juli um 19.30 Uhr zum Konzert „Plaisir d`amour“ auf die Insel Stein im Wörlitzer Park ein. Das beliebte Salonorchester „Papillon“ spielt bekannte Melodien rund um das Thema „Liebe“. Es erklingen Werke von Lehár, Kreisler, Stolz, Dostal oder Kreuder. Als Gesangssolisten wirken Cornelia Marschall und David Ameln mit.
Besucher können Tickets für das Konzert zum Preis von 21 EURO/ ermäßigt 16 EURO buchen oder zusätzlich vor dem Konzert eine romantische Gondelfahrt mit mannigfaltigen Abendessen genießen, die über die Kanäle und Seen zur Insel Stein führt (Tickets: 51 EURO für Gondelfahrt, Abendessen und Konzert). Die Gondeln starten bereits um 18 Uhr an der Gondelstation.
Der Gartenreichsommer wird veranstaltet von der Kulturstiftung DessauWörlitz, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Ringhotel „Zum Stein“ und der Agentur Cm Reimann GmbH Concert Management Berlin.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de, an der Abendkasse, den Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
Die Theaterkasse im Anhaltischen Theater schließt über den Sommer vom 4. Juli bis zum 22. August. Die Theaterkasse im Rathaus-Center ist durchgehend geöffnet.
28.06.2011, 15:47 | tags:
Diverses
995
Pressemitteilung vom 28.06.2011
Schule aus – was dann?
Jetzt bewerben für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Theater
Das Anhaltische Theater Dessau bietet ab 1. September Schulabgängern die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr im Theater zu absolvieren. Das Freiwillige Soziale Jahr im kulturellen Bereich richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren. Neben einem umfangreichen Einblick in die Arbeit des Theaters mit all seinen Abteilungen und Gewerken bietet das Theater die Möglichkeit, den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Marketing näher kennenzulernen. Der Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Marketing umfasst nicht ausschließlich die Arbeit mit Texten, sondern auch die Betreuung von Journalisten, das Management von Interviewanfragen, redaktionelle Mitarbeit für die Homepage, Mitarbeit bei der Erstellung von Druckerzeugnissen sowie die Unterstützung bei der Umsetzung der Marketingkonzepte.
Interessierte können sie sich über das Internet auf ein FSJ in der Kultur bewerben. In dem Online-Bewerbungsverfahren werden Schritt für Schritt alle nötigen Angaben abgefragt und der Bewerbungsbogen dann per Mausklick versandt.
Die Freiwilligen erhalten im FSJ Kultur ein monatliches Taschengeld für ihren Einsatz. Zusätzlich bietet der Träger ihnen 25 Bildungstage an und gewährt 26 Tage Urlaub. Die Sozialversicherungen (Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Unfall-, Pflegeversicherung) übernimmt der Träger. Nach Beendigung des Jahres erhalten alle Freiwilligen ein Arbeitszeugnis.
Informationen zum Freiwillen Sozialen Jahr im Theater:
Franziska Blech/ Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Marketing Tel: 0340 2511 324,
presse@anhaltisches-theater.de
Bewerbung unter http://www.bewerbung.fsjkultur.de
Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e. V.
Bereich Freiwilligendienste – FSJ Kultur
Liebigstraße 5, 39104 Magdeburg
fsj@jugend-lsa.de / verantwortlich: Kirsten Mengewein, 0391-244516-8, kirsten.mengewein@jugend-lsa.de
26.06.2011, 21:29 | tags:
Diverses
993
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 27.06.2011
Toller Anhalter aus Halle
Einige Worte gab es noch zu sagen, "aus seinem Munde, als wenn's so wäre". Der Geehrte hatte sein Alter Ego vorgeschickt. Und so ergriff am Samstagabend im Rangfoyer des Anhaltischen Theaters der Geheime Rat von Raumer das Wort und sagte Danke. Paradox, denn eigentlich waren gut 150 Gäste zwei Stunden vor der Premiere von "Così fan tutte" doch gekommen, um jenem zu danken, der da als Raumer und im Kostüm auftrat: Joachim Landgraf.
Mit einer Feierstunde verabschiedeten die Stadt und das Theater den Verwaltungsdirektor des Anhaltischen Theater in den Ruhestand. 15 Jahre lenkte Landgraf in dieser Funktion die Geschicke des Hauses. Seine Verkleidung als wichtiger Mann aus dem Hofstaat des Alten Dessauers gab dem 63-Jährigen dann jedoch genug Kraft in der Stimme, um all die Emotionen zu bewältigen, die die zahlreichen Redner in der Stunde zuvor hervorriefen.
Tatsächlich wollten viele dem zu Verabschiedenden beste Wünsche für den viel zitierten Unruhezustand mit auf den Weg geben und vor allem sein Wirken für das Theater und die Stadt würdigen. Hausherr André Bücker wurde Landgraf in den vergangenen zwei Spielzeiten zum wichtigsten Partner am Theater. "Dank ihm steht das Haus trotz Krisen glänzend da", sagte der Generalintendant. Mit "großem Respekt und tiefer Wertschätzung" dankte er für Geduld und Rat, lobte die Leidenschaft, den stets menschlichen Blick, würdigte seinen Verwaltungsdirektor als "unermüdlichen Gestalter und Moderator für das Theater und die Stadt".
Sachsen-Anhalts Staatsminister Rainer Robra war es ein "Herzensanliegen, im Namen der Landesregierung" Dank und Anerkennung auszusprechen. "Von ihm habe ich gelernt, wie wichtig die oft verborgene Arbeit eines Theater-Verwaltungsdirektors ist", sagt er. Nicht die Jahre im Theater sondern jene davor, als Kulturverwalter im Regierungspräsidium, sprach in seinem Grußwort Dr. Gert Hoffmann, Oberbürgermeister in Braunschweig, an. "Sie waren der Schlüssel zum Aufbau einer Kulturverwaltung im neuen Regierungsbezirk", erinnerte Hoffmann an die frühen 90er Jahre, als er selbst Regierungspräsident war. Mit der Wende wechselte Joachim Landgraf von der Abteilung Kultur des Rats des Bezirkes Halle in die neuen Strukturen. Hoffmann ließ seinen Mitarbeiter 1996 ans Theater ziehen, zunächst als kommissarischen Verwaltungsdirektor und ab 15. Januar 1997 offiziell in dieser Funktion. "Einen besseren können sie nicht bekommen", habe er zum damaligen Intendanten gesagt. Gert Hoffmann behielt Recht.
Vor allem an Oberbürgermeister Klemens Koschig war es am Sonnabend, das so vielseitige Wirken Joachim Landgrafs zu würdigen, und für manchen hielt Koschig gar noch überraschende Details aus der Biographie des Mannes bereit, dem man in Dessau wohl kaum jemandem vorstellen muss, der sich für Kultur interessiert. Joachim Landgraf entdeckte sein Interesse für die Kultur - so dass sie ihm zum Beruf wurde - jedoch erst in späteren Jahren, studierte zunächst Verfahrenstechnik, war wissenschaftlicher Mitarbeiter, u.a. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und kam 1985 zur Kulturverwaltung. Auf den Kopf gestellt wurde sein Leben, laut Koschig, aber noch einmal, als die Berufung ans Theater erfolgte. "Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind sein Leben geworden. Er hat das Haus gut für die Zukunft gerüstet", so der Oberbürgermeister.
14 Vereine habe er gezählt, in denen Joachim Landgraf arbeite. Er würdigte sein Engagement, die Jugend an das Theater zu führen, die von ihm initiierte Wiederbelebung der Theaterstiftung, sein Mitwirken am Leopoldsfest. Nicht gezaudert hätten die Stadträte, als zu entscheiden war, Joachim Landgraf besonders zu würdigen. Für seine Verdienste am Theater, am gesellschaftlichen Leben der Stadt und der Hebung des Ansehens der Stadt weit über deren Grenzen hinaus, ehrte Klemens Koschig Joachim Landgraf mit der Fritz-Hesse-Medaille.
"Singt dem großen Landgraf Lieder" hatte der Opernchor aus einer Mozart-Oper umgedichtet und vollmundig wurde dies getan. "When I'm sixty four" blickten die Anhaltischen Blechbläser mit einem Ständchen auf den kommenden Geburtstag voraus. 15 weiße Rosen gab es von den Freunden des Vereins zur Förderung der Stadtkultur für 15 Jahre am Theater. Selbst der "Alte Dessauer" ließ sich aus diesem Anlass zum Reimen hinreißen und verbarg kaum seine Freude, dass Landgraf nun mehr Zeit für den Verein habe. "Ich gestatte ihm, seine Kapitulation zu nehmen", zeigte sich der Fürst gnädig und sah mit Wohlgefallen, wie sich Landgraf danach in den Geheimen Hofrat von Raumer verwandelte.
Am schönsten sei es gewesen, in all den Jahren viele interessante Menschen kennen gelernt zu haben, die Freunde wurden. Auch wenn es schien, als sei der Mann mit dem Theater verheiratet gewesen, sandte Raumer das größte Dankeschön von Joachim Landgraf an dessen Eheweib Ute. Sie wird ihren Ruheständler freilich auch noch künftig mit ganz vielen anderen teilen müssen, denn das kulturelle Leben Dessaus ohne Joachim Landgraf scheint kaum vorstellbar. "Obwohl sie aus Halle kommen, sind sie ein toller Anhalter geworden", hatte Gert Hoffmann gesagt. Stehend applaudierten die Anhalter einem aus ihrer Mitte.
22.06.2011, 10:30 | tags:
Diverses
989
Pressemitteilung vom 22.06.2011
„The Rocky Horror Picture Show“ im Stadtpark Dessau
In der X. Ausgabe von „Trash am Montag” am 9.Juli um 21 Uhr präsentieren die Kritiker Rutten und Pocken open air im Stadtpark Dessau den Kult-Film „The Rocky Horror Picture Show“.
1973 wurde Richard O'Briens legendär sexsüchtiges, herzzerreißendes Musical „The Rocky Horror Show" nach nur sechs Wochen Proben- und Entwicklungsarbeit erstmals einer kleinen Audienz in der Studiobühne des Royal Court Theatre in London vorgestellt.
Kurze Zeit später eroberte der Tuntentrash auch Bühnen in Los Angeles, Sidney und New York, um nur zwei Jahre später von O'Brien und Jim Sharman für die Leinwand adaptiert zu werden.
Seit nunmehr 36 Jahren wird die „Rocky Horror Show“ tagtäglich im Schnitt 2800 Mal in Gruppe konsumiert, weltweit; sei es im Wohnzimmer, während einer Party, im Theater, im Kinosaal oder gar im Wembley-Stadion. Und ein Ende von diesem Erfolg ist nicht in Sicht. Und was für andere Städte gilt, so meinen Rutten und Pocken, kann auch in Dessau funktionieren, einer Stadt, für dessen Einwohner "a mental mind fuck" mittlerweile durchaus "nice" sein sollte, jetzt, nach einer exorbitanten ersten Saison, in der das Kiez-Kino durch eloquente Filmkritik und einer stets devoten Anhängerschaft zum (nicht immer sauberen) Nabel der Welt mutierte. Berlin - arm, aber sexy? Pah. Dessau! - arm und sexy!
Im Stadtpark gibt es ein Wiedersehen mit der Crew des Films, als da wären Brad und Janet, zwei bibeltreue Backfische aus der Provinz, Riff Raff, der bucklige Butler und inoffizielle Zeremonienmeister der Massenorgie, Magenta, seine nymphomane Schwester, Eddie, der tiefgefrorene Exgeliebte, Columbia, dessen Groupie, Rocky, der arische Retortenmensch und last but not least „Ihro Seltsamkeit Frank N. Furter“, der verrückte und (mord-)lüsterne Wissenschaftler in High Heels und Frauenfummeln! Was hier klingt wie ein mäßig amüsantes Schätzchen schlechten Geschmacks, erhält erst im Kino seine ganz pikante Note, wenn inmitten hunderter überdrehter und berauschter Fans am eigenen Leib erlebt wird, was es auf sich hat mit der wohl berühmtesten Lebensweisheit, die der Film für den Zuschauer bereit hält: "Don't dream it - Be it!"
Rutten und Pocken: „Dessauer, zeigt es der Welt! Schmeißt Euch in Schale, schminkt Euch, perückt Euch, macht auf Transvestit, auf Moulin Rouge, auf Charlies Tante! Besorgt Euch Reis, Zeitungen, Wasserpistolen, Klopapier, Feuerzeuge, Buttertoasts, Spielkarten und Gummihandschuhe! Lernt den 'Time Warp'! Und macht euch in jeder (!) Form ready to go, wenn bekennende Crossdresser Rutten und Pocken (Träger des Charles-Atlas-Siegels) die Pforten zur Partyhölle aufstoßen und sich erstmals einen ganzen Abend lang in all ihrer erotischen Pracht präsentieren werden.“
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Stadtpark, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
20.06.2011, 17:23 | tags:
Diverses
986
Pressemitteilung vom 20.06.2011
Großes Abschlussfest zum Spielzeitende
Wieder geht eine Spielzeit zu Ende, der Sommer lockt, die Ferien beginnen. Am 3. Juli ab 20 Uhr, im Anschluss an die Vorstellung Metamorphosen [Verwandlungen] feiern die Künstler und Mitarbeiter des Anhaltischen Theaters zusammen mit ihrem Publikum ein Großes Abschlussfest vor und im Alten Theater.
Für Musik zum Tanzen ist gesorgt: DJs und vor allem die Band SON KAPITAL freuen sich auf ein tanzfreudiges Publikum. Son Kapital entstand im Sommer 2010 aus der Berliner Band „Marycones“, die jahrelang ein fester Bestandteil der Ska- Reggae und Weltmusikszene der Hauptstadt war. Hier finden sich Einflüsse von Latin, Balkan, Musette genauso wie Dancehall, Ska und Punkrock während die Deutschen und Französischen Texte Geschichten von zu Hause, von der Ferne, von Streit und Versöhnung erzählen.
Auch die kulinarischen Reize kommen nicht zu kurz: Die neuen Betreiber des Restaurants & der Bar im Alten Theater heißen Sie zwar noch nicht im renovierten Restaurant aber dennoch mit Barbecue und Fassbier unterm Sternenhimmel herzlich willkommen!
Eintritt FREI / OPEN END
20.06.2011, 14:12 | tags:
Diverses
985
Pressemitteilung vom 20.06.2011
Romantische Gondelfahrt und Konzert des Salonorchesters „Papillon“
Ein Seekonzert der besonderen Art im UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz können die Besucher am 1. und 2. Juli erleben. Nach einer abendlichen romantischen Gondelfahrt mit einem mannigfaltigen Abendessen findet auf der Insel Stein ein Konzert mit dem Salonorchester „Papillon“ statt. Bekannte Melodien rund um das unerschöpfliche Thema „Liebe“ stehen auf dem Programm, z.B. von Lehár, Kreisler, Stolz, Dostal oder Kreuder. Als Gesangssolisten wirken Cornelia Marschall und David Ameln mit.
Die Gondeln für die Seekonzerte mit Abendessen und Musik starten um 18 Uhr an der Gondelstation.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de, an der Abendkasse, den Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
17.06.2011, 10:13 | tags:
Diverses
979
Mitteldeutsche Zeitung, 16.06.2011
Kultur und Schule auf dem Podium
Wie kommen Kunst und Kultur in die Schule? Was brauchen Schulleitungen und Lehrer, damit sie kulturelle Bildung im Schulalltag realisieren und ihre Schüler dafür begeistern können? Welche politischen Rahmenbedingungen müssen in diesem Zusammenhang geschaffen werden? Fragen dieser Art will der Kongress "Kinder zum Olymp!" beantworten. Die Kulturstiftung der Länder veranstaltet am Donnerstag und Freitag kommender Woche den fünften Kongress "Kinder zum Olymp!" gemeinsam mit der Kulturstiftung des Bundes in Dessau-Roßlau. Die Tagung findet auf Einladung des Kultusministeriums im Land Sachsen-Anhalt statt. Rund 500 Teilnehmer werden erwartet. Haupttagungsort ist das Anhaltische Theater.
Beim fünften "Kinder-zum-Olymp!"-Kongress steht, so zeigt es der Titel "Selbstverständlich! Kulturelle Bildung in der Schule" auf, die kulturelle Bildung in der Schule im Mittelpunkt der Diskussionen und zahlreichen Podien. Seit vielen Jahren engagieren sich die verschiedensten Akteure für eine Verbesserung der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Die Bildungsinitiative "Kinder zum Olymp!" der Kulturstiftung der Länder legt seit dem Jahr 2003 einen besonderen Fokus auf die Kooperation zwischen Kultur und Schule. Aber noch immer sei die kulturelle Bildung in der Schule heute nicht selbstverständlich, so informieren die Veranstalter. Aus diesem Grund rückt der Kongress die Schule in den Mittelpunkt. Das Programm der Konferenz wendet sich mit seiner besonderen Akzentuierung der Praxis kultureller Bildung im Schulalltag insbesondere an Schulleitungen sowie an Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schulsozialarbeiter. Darüber hinaus sind Vertreter der Länder und Kommunen, kulturelle Einrichtungen, künstlerische Hochschulen und Einrichtungen der kulturellen Bildung angesprochen.
Im Rahmen des Kongresses "Kinder zum Olymp!" werden kommenden Donnerstag, 23. Juni, um 19 Uhr im Anhaltischen Theater erste Ausschnitte aus der Kinderoper "Oskar und die Groschenbande" gezeigt. Zum Theatertreffen der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg im September wird das Werk zur Voraufführung gelangen. Durch die mehrfachen Aufführungen vor der Uraufführung 2012 werden die Kinder an die Situation der Aufführung herangeführt und durch Erfolgserlebnisse weiter für die Probenarbeit begeistert. Rund 50 Kinder und Jugendliche agieren hier auf der Bühne wie auch im Orchester. Um die Verbundenheit zu Kunst und Kultur auch bei nicht direkt an der Aufführung beteiligten Kindern zu stärken, sind zahlreiche Schulen in die Vermittlungsarbeit eingebunden, informiert das Anhaltische Theater über das Projekt. So sind rund 40 Schüler an der Erarbeitung einer Werkeinführung, der Gestaltung der Werbemittel, Erstellung des Programmheftes und der Herstellung des Bühnenbildes aus verschiedenen Bildungseinrichtungen mit beteiligt. Darüber hinaus sind Workshops geplant, die während der zweiten und dritten Probenphase mit Schirmherrin Ragna Schirmer und Generalintendant André Bücker stattfinden werden.
"Oskar und die Groschenbande" erzählt die Geschichte des Jungen Oskar, der sich in die 20er Jahre träumt, wo er sich einer Bande von Waisen und Obdachlosen anschließt, die als Kleinkriminelle von einem Verbrecher auf Diebestour geschickt wird. Die Handlung verarbeitet Elemente der "Bettleroper" von John Gay, die Bertolt Brecht und Kurt Weill als Vorlage für ihren Sensationserfolg der "Dreigroschenoper" diente. Die Musik von Christoph Reuter umfasst 28 Songs und weitere Zwischenmusiken - im Grenzbereich zwischen Jazz, Tango, Chanson und Musik der 20er Jahre, aber mit Einflüssen aus der heutigen musikalischen Welt.
Die Voraufführung im Rahmen des Kongresses am 23. Juni ist öffentlich. Karten (Erwachsene fünf, Kinder zwei Euro) unter Tel. 0340 / 2 51 13 33, im Internet www.anhaltisches-theater.de
, an den Theaterkassen und Reservix-Vorverkaufsstellen.
15.06.2011, 14:05 | tags:
Diverses
973
Pressemitteilung vom 15.06.2011
Schlosskonzert in Mosigkau
Im Rahmen des diesjährigen Gartenreichsommers findet am Freitagabend um 18.30 Uhr im Schloss Mosigkau ein besonderes Konzert statt. Die Besucher haben die einmalige Gelegenheit, dem mit Basstimme und Bassinstrumenten erzeugten „Klang aus der Tiefe“ nachzuspüren. Der renommierte Leipziger Bassist Gotthold Schwarz wird gemeinsam mit Mechthild Winter an Orgel und Klavier sowie Sven Rössel an Kontrabass und Violone „profunde“ Werke barocker und klassischer Komponisten (Cavalli, Bach, Haydn, Mozart und Vanhal u.a.) zu Gehör bringen.
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und (0180) 55 44 888, www.anhaltisches-theater.de, an den Theaterkassen, der Abendkasse sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
15.06.2011, 12:52 | tags:
Diverses
972
Pressemitteilung vom 15.06.2011
19. Bassgeigengala „kontra-BASS-erstaunt“
Vom 24. bis 26. Juni treffen sich ca. 25 Teilnehmer unterschiedlichster Nationalitäten zum Workshop für Kontrabassisten. Die erste gemeinsame Probe, in der zwei Konzertprogramme erarbeitet werden, findet am Freitag, 24. Juni in der Jugendherberge Bernburg unter der Leitung von Mette Hanskov (Kopenhagen), Miloslav Gajdoš (Kroměřiž), Song Choi (Leutkirch-Allgäu) und Ingo Burghausen (Dessau-Roßlau) statt.
Die Ergebnisse werden in zwei Konzerten zu hören sein. Am Samstag, 25. Juni um 17 Uhr in der Schlosskirche St. Aegidien in Bernburg (Saale) wird ein Konzert präsentiert, mit dem u.a. das 1050 jährige Stadtjubiläum der Gastgeberstadt gewürdigt wird.
Am Sonntag, 26. Juni laden die Kontrabassisten um 17 Uhr in und vor dem Schloss Mosigkau zum Abschlusskonzert der 19. Bassgeigengala ein. Unter dem Motto „kontra-BASS-erstaunt“ musizieren die Teilnehmer (im Alter von 7 bis 70 Jahren) des internationalen Kontrabassworkshops gemeinsam in einem unterhaltsamen Konzert und führen das Publikum in die erstaunliche Welt des Kontrabasses. Im ersten Teil des Konzertes stehen solistische und kammermusikalische Kontrabasswerke auf dem Programm, u.a. eine Uraufführung von Jens Marggraf aus Halle (Saale). Im zweiten Konzertteil erklingen populäre Melodien im besonderen Bassgeigenorchestersound. Die jüngsten Teilnehmer der Bassgeigengala unternehmen mit dem „Traumzauberbass“ gemeinsam mit den Kindern der Arbeitsgemeinschaft Kontrabass der Grundschule am Akazienwäldchen Dessau eine musikalische Reise.
Die Gesamtleitung und Moderation liegt in den Händen von Ingo Burghausen (Solokontrabassist der Anhaltischen Philharmonie Dessau), Klavierbegleitung: Wolfgang Kind.
In der Pause und nach dem Konzert besteht für Zuschauer aller Altersgruppen die Möglichkeit, das einmalige Gefühl des Bassspielens unter Anleitung der Dozenten selbst zu erleben.
Zum Abschlusskonzert im Schloß Mosigkau wird Wein der Lage „Bassgeige“ von der Winzergenossenschaft Oberbergen im Kaiserstuhl – „Musik für Ihre Sinne“-VOM FASS aus Dessau-Roßlau ausgeschenkt.
Die 19. Bassgeigengala ist eine Veranstaltung der Stadt Bernburg (Saale) und wird unterstützt durch die Salzlandsparkasse, das Anhaltische Theater Dessau, die Kulturstiftung DessauWörlitz sowie die Musikschule Dessau-Roßlau.
Eintritt: 10.- Euro; Karten über die Kasse im Schloß Mosigkau Tel.: 0340 521139.
www.bassgeigengala.de; Kontakt: Ingo Burghausen, Tel: 0177 701 47 76
14.06.2011, 16:36 | tags:
Diverses
971
Pressemitteilung vom 14.06.2011
Saisonabschluss Poetry Slam/ Literaturspecial
Zum Saisonabschluss der Reihe Poetry Slam laden am Samstag, 18. Juni der Beatclub, der HALternativ e.V. und das Anhaltische Theater zu einem late night special, um 23 Uhr in das Restaurant des Alten Theaters ein.
Drei gestandene Poeten präsentieren eine Lesebühne der besonderen Art: Tom Schildhauer – Landesmeister Poetry Slam Sachsen-Anhalt 2010 und Moderator der letzten Poetry Slam Veranstaltungen im Alten Theater, Tobias Glufke - u.a. Organisator und Moderator der Schlagworte, Wortfusion und Wortwäsche Poetry Slams sowie Till Reiners - Berliner Stadtmeister 2010.
Für Musik sorgt Jan Koch, Liedermacher und Slampoet, der seine neue CD "Im falschen Café" vorstellt.
Ein wortgewaltiger Abend, den sich Freunde des Poetry Slams nicht nicht entgehen lassen sollten.
Einlass ist ab 22.30 Uhr.
Tickets zu 5 Euro/ 4 Euro ermäßigt sind an der Abendkasse erhältlich. [Eintritt frei für Arbeitslose]
14.06.2011, 13:18 | tags:
Diverses
969
Wochenspiegel, 14.06.2011
“Himmel auf Erden“
Sänger und Musiker unterschiedlicher Kulturen zu Gast
Ensembles aus Indien, Australien, Japan, dem Nahen Osten sowie aus mehreren Ländern Europas treffen sich vom 24. Juni bis zum 3. Juli in Wittenberg zum Premierenfestival “Himmel auf Erden“. 2011 steht das Festival unter dem Titel “Im Anfang“, 2012 geht es unter dem Motto “Mitten im Leben“ um Religionen und ihre Rituale im Alltag und 2013 widmet es sich unter dem Titel “Heimkehr ins Paradies“ dem Umgang mit Sterben und Tod sowie den unterschiedlichen Vorstellungen von Erlösung, Auferstehung oder Wiedergeburt. Für 2011 und 2012 gibt es von der Bundeskulturstiftung je 200.000 Euro.
Der Verein Wittenberg-Kultur und das Anhaltische Theater Dessau haben gemeinsam ein Festival entwickelt, das den spirituellen Gesang in den Blick nimmt und damit einen Beitrag zum interreligiösen und interkulturellen Dialog leistet. “Das Festival nimmt die Lutherdekade zum Anlass, um nach der Herkunft, dem Sein und der Zukunft aller Religionen zu fragen und damit zu einer Suche nach ihren Gemeinsamkeiten sowie Unterschieden einzuladen“, erläutert André Bücker, Generalintendant des Anhaltischen Theaters und künstlerischer Festivalleiter.
Vor fast 500 Jahren löste Luthers Kritik an der Katholischen Kirche langwierige Auseinandersetzungen um den rechten Glauben unter den Christen Europas aus. Aber es gibt noch ganz andere Glaubensmodelle in der Welt, mit denen sich Menschen innerhalb ihrer jeweiligen Kulturkreise mit den Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Spiritualität und nach dem Göttlichen befassen. “Ziel des Festivals ist es, die weit gespannte Suche nach Spiritualität in all ihren unterschiedlichen Ausformungen und Facetten ernst zu nehmen und sie vor allem erst einmal kennen zu lernen“, sagt Silvio Wiesner, Projekt- und Produktionsleiter.
Das Programm
So stehen im ersten Themenjahr vom 24. Juni bis zum 3. Juli Schöpfungsmythen auf dem Programm, wobei sich das Festival dem Thema nicht nur theoretisch, sondern ganz anschaulich in singender und musizierender Weise nähert. Es gibt zehn große Konzerte sowie zahlreiche kleinere Veranstaltungen und Angebote der Begegnung mit den Gästen aus aller Welt.
• Das Eröffnungskonzert am 24. Juni in der Schlosskirche bestreitet das renommierte Kammerorchester Basel zusammen mit dem Tölzer Knabenchor mit Kompositionen unter anderem von John Tavener, Arvo Pärt, Georg Friederich Händel und Darius Milhaud.
• Kirtan, Gesang aus Indien, erklingt am 25. Juni, 15 Uhr, im Großen Hörsaal der Leucorea. Diese Musik dient der Meditation über kurze, geistliche Texte, die aus den hinduistischen Ve-den oder den Lehr-Reden Buddhas stammen.
• Auf “Sacred Bridges“ treffen die Ensembles Sarband und Stimmkunst in der Stadtkirche aufeinander, aufgeführt werden Psalm-Vertonungen von Salamone Rossi, Claude Goudimel, Jan Sweelinck und Ali Ufkis.
• Am 26. Juni, 15 Uhr, tritt noch einmal der Tölzer Knabenchor im Phönix auf, der sich gemeinsam mit dem Orchester L'arte del mondo unter Leitung von Yair Dalal dem Händel-Oratorium “Israel in Egypt“ widmet.
• Der unbegleitete, solistische und chorische Shomyo-Gesang japanischer Priester begleitet noch heute Zeremonien und Rituale des Buddhismus. Diesen Gesang stellt das Priesterensemble Zen Kuge Ryugin-kai am 30. Juni, 17 Uhr, im Phönix vor.
• Das Doppelprogramm “Gesänge des Salomo“ am 1. Juli (15 und 20 Uhr in der Stadtkirche) verknüpft das musikalische Schaffen des italienischen Komponisten Salamone Rossi als eines der frühesten Zeugnisse mehrstimmiger jüdischer Chormusik mit Liedmotetten des Wittenberger Reformationskantors Johann Walther. Die Lautten Compagney Berlin arbeitet für dieses Projekt mit der Capella Angelica, dem Barrocade Ensemble aus Jerusalem und den Profeti della Quinta zusammen.
• Die australischen Ureinwohner, die Aborigines, halten eine der ältesten musikalischen Tradition aufrecht: den Korrobori. Das Ensemble White Cokatoo Performing Group - fünf Performer gesetzten Alters und ein Didgeridoo-Spieler - präsentieren am 2. Juli, 15 Uhr, auf dem Lutherhof einen Zyklus von Musik und Texten mythologischen Ursprungs, in dem sich die Verbundenheit mit den Vorfahren, der Landschaft und den überzeitlichen Stammesgesetzes ausdrückt.
• Die Anhaltische Philharmonie Dessau und der Universitätschor Halle widmen sich am 2. Juli, 21 Uhr, im Phönix der siebten Symphonie von Philip Glass, welche die Schöpfungsmythen der Tolteken, der Ureinwohner Mittelamerikas, zum Inhalt hat.
• Zu Ende geht das Festival am 3. Juli, 15 Uhr, mit Haydns “Schöpfung“ in der Stadtkirche. Das Oratorium wird von der Merseburger Hofkapelle aufgeführt, die Solisten sind Jana Reiner (Sopran), Christoph Genz (Tenor) und Andreas Scheibner (Bass), die Leitung hat Michael Schönheit.
Die Preise für die Eintrittskarten liegen zwischen 22 und 37 Euro. Tickets und nähere Infos unter 0700/20 08 2017 (0,12 Euro/min, Mobilfunktarife abweichend). Vorverkaufsstellen sind unter anderem das Projektbüro der Bühne Wittenberg im KTC und die Tourist-Information am Schlossplatz.
09.06.2011, 18:34 | tags:
Diverses
962
Pressemitteilung vom 9.6.2011
Pfingsten im Anhaltischen Theater
Zu den Pfingstfeiertagen bietet das Anhaltische Theater Dessau ein abwechslungsreiches Programm aus Schauspiel, Oper und Operette.
Am Samstag, 11. Juni um 5.00 Uhr morgens besteht noch einmal die Möglichkeit, die außergewöhnliche Inszenierung „Landscape – Kritik der Liebe“ - Eine barocke Shakespeare Ergehung im Park Luisium zu erleben. Aber auch die abendlichen Vorstellungen am Sonntag, 12. Juni und am Pfingstmontag, 13. Juni – jeweils um 21.00 Uhr sind empfehlenswert, auch für Publikum, dass bereits die Bespielung des Parks am Morgen erlebt hat. Im Glanz der Morgensonne oder im Schein des Abendrots erklingen in der arkadischen Landschaft des Parks, Barockmusik und Shakespeare-Sonette. Die Lautten Compagney Berlin, 2010 mit dem Echo-Preis ausgezeichnet, verzaubert mit ihren virtuosen Klängen. Musik, Tanz, Gesang und Sprache sind über den Park verteilt und bilden Sicht- und Klangachsen. Das Publikum lustwandelt durch den Park, vorbei am Schloss, und genießt in dieser einzigartigen Atmosphäre ein einmaliges sinnliches Erlebnis. Zum Abschluss verwöhnt die Gartenreich Gastronomie an der Orangerie das Publikum mit kulinarischen Köstlichkeiten.
Wer die heitere Muse liebt, den lädt am Samstag, 11. Juni um 17.00 Uhr das Anhaltische Theater zur Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß ins Große Haus ein. Hinrich Horstkotte, inszenierte die ironisch-hintergründige Rachekomödie mit viel Augenzwinkern, was durch die Wahl von historischen Kostümen noch verstärkt wird. Die Musik verbreitet vom ersten bis zum letzten Takt Heiterkeit und gute Laune. Bereits ab 15.45 Uhr spielt das Salonorchester „Papillon“ im Theaterrestaurant und lässt die Zeit der Wiener Kaffeehäuser lebendig werden. Das Theaterrestaurant lädt zu Kaffee und Kuchen ein, der Eintritt für diese Veranstaltung ist frei.
Samstag um 19.30 Uhr startet mit „SCHWARZWEISS“ eine theatrale Stadtbegehung. Die Inszenierung von Nina Gühlstorff thematisiert nicht nur den Fall Oury Jalloh, sondern erzählt über Fremdheit und Alltag, Hoffnungen und Ressentiments, MTV gucken und das Bedürfnis zu Schweigen. Schauspieler, Puppen und Bewohner Dessaus führen das Publikum vom Stadtpark über die Moschee, das Philantropinum, das Telecafé, den „Afrika Döner“ und andere überraschende Räume zum Alten Theater.
Zum letzten Mal steht am Sonntag, 12. Juni um 17 Uhr Puccinis „Turandot“, inszeniert als eine mörderische Rätselshow, auf dem Spielplan. In der packenden Inszenierung von Andrea Moses geht es um Macht und Machtdemonstration, den ewigen Kampf der Geschlechter und um die große Liebe. Mit viel Ironie und Spielfreude verbindet Moses die verschiedenen Charakteristika dieses Werkes zu einem Medienspektakel im Turandot´s Riddle Club.
Eine große Schauspielinszenierung wird am Montag, 13. Juni um 16.00 Uhr dem Publikum geboten: In der Komödie „Tolles Geld oder Armut ist keine Schande“ von Aleksandr N. Ostrowski dreht sich alles um die Topthemen unserer Tage: Das liebe Geld, die Abgründe des Menschen und die Moral der Finanzwelt. Regie führte Wolfgang Maria Bauer, der vor allem bekannt ist durch seine Rolle als Kriminalhauptkommissar Viktor Siska in der gleichnamigen Serie für das ZDF.
Liebhabern der Natur und der Musik ist das 5. Seekonzert am Montag, 13. Juni zu empfehlen. Die Anhaltischen Blechbläser laden zu einem musikalischen Ausflug in die „Roaring Twenties“ ein. Die Gondeln für die beliebten Wörlitzer Seekonzerte mit Abendessen und Musik starten um 18 Uhr an der Gondelstation.
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
25.05.2011, 11:20 | tags:
Diverses
943
Pressemitteilung vom 25.05.2011
Meister aller Komik-Klassen auf Dessaus Bühne
Am Sonntag, 29. Mai um 17.00 Uhr feiert die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring, eine Koproduktion des Anhaltischen Theaters mit dem Schlosspark Theater Berlin, in Dessau Premiere. Dieter Hallervorden, Meister aller Komik-Klassen, steht in dieser Produktion selbst auf der Bühne und hat um sich eine ganze Reihe prominenter Schauspiel-Stars geschart u.a. Brigitte Grothum (bekannt aus der Serie „Drei Damen vom Grill“ und „Liebling Kreuzberg“), Jörg Pleva („Insel der Träume“ und „Großstadtrevier“), Santiago Ziesmer („Praxis Bülowbogen“), Philipp Sonntag („Lindenstraße“).
Die tiefschwarze Komödie mit pointierten Dialogen und horrendem Verlauf hatte im Februar Premiere im Schlosspark Theater Berlin und ist nun vier Mal auf der Großen Bühne des Anhaltischen Theaters zu sehen.
Regie: Ottokar Runze | Bühne: Momme Röhrbein | Kostüme: Suse Braun
Mit: Brigitte Grothum, Dagmar Biener, Tilman Günther, Jörg Pleva, Philipp Sonntag, Santiago Ziesmer, Debora Weigert, Dieter Hallervorden, Steffen Laube, Thomas Kästner, Rolf Weise, Ottokar Runze
Weitere Termine: 30.05.2011, 19.30 Uhr | 31.05.2011, 19.30 Uhr | 01.06.2011, 19.30 Uhr
23.05.2011, 13:18 | tags:
Diverses
942
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 23.05.2011
Petras Entführung endet glimpflich
Es hätte ein idyllischer Sonntagvormittag mit Petra im Mohnfeld werden können. Doch dann, mitten im Stelldichein, entführt eine Rockerbande die junge Frau - und für ihren Freund beginnt eine abenteuerliche Verfolgungsjagd. Es geht durch verlassene Wälder und zwielichtige Straßenschluchten, wo Feuerkübel brennen. Mal explodiert etwas. Geprügelt wird sich heftig und reichlich. Und dafür gibt es Applaus.
Petras Befreiung ist die Geschichte für die Bühnenshow im Anhaltischen Theater. Wahrhaft spektakulär begann damit am Sonntag der Tag der offenen Tür. "Keine angestaubte Technikshow, sondern eine angesagte Stuntshow", hatten die Schauspieler Jan Kersjes und Thorsten Köhler zuvor versprochen - und vor mehreren hundert Zuschauern lösten sie diese Ansage unter höchstem eigenen Körpereinsatz ein.
Nur Minuten zuvor hatte vor dem Theater noch der Gärtner aus dem Luisium die Besucher unterhalten, die pünktlich zur Eröffnung des Tages der offenen Tür erschienen waren. "Hier bei's Theater, das sind alles Ganoven. Keine Bratwurst und kein Bier", dessauerte ein kostümierter Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf ins Mikrofon und verlangte für "jedes Foto von mich fünf Euro", um gleich darauf das Wort an "Generalfeldmarschall Bücker" zu übergeben.
André Bücker, der Generalintendant des Anhaltischen Theaters, begrüßte die Besucher und machte nicht viele Worte, sondern gab endlich die Türen frei, vor denen sich schon die ersten drängten. "Ich wünsche Ihnen eine fantastische Entdeckungsreise", gab er mit auf den Weg. Auf solch eine Reise gingen denn auch hunderte Besucher bis in den Nachmittag hinein.
Für sie öffneten sich hinter den Foyers und dem Zuschauerraum Türen, die man nur an solch einem Tag durchtreten darf. Bei Führungen oder auf eigene Faust ging es in das Herz des Theaters: in den Malsaal, die Tischlerei, in die Schneidereien, auf die Probebühnen und zur Maskenbildnerei. Kein Ziel ließ sich verfehlen. Perfekt ausgeschildert, fand man alle Veranstaltungs- und Arbeitsorte und konnte den Mitarbeitern der Dessauer Bühne bei ihrem täglichen Tun über die Schulter schauen.
So legten Maskenbildnerinnen Locken in Perücken für die am 2. Juni im Luisium anstehende Premiere von "Landscape". "Das ist wie beim Friseur, nur dass der Kunde nicht spricht", erklärten sie und drehten Wickler auf weißes Büffelhaar. In der Schneiderei erkundigten sich die Gäste nach den Lieferanten der Stoffe und konnten zum kleinen Preis extravagante Krawatten und Fliegen kaufen. Tischlereichef Thomas Mehnert berichtete vom Produktionsablauf in seiner Abteilung.
Von Ferne hörte man Musik und musste nur wenige Schritte gehen, um mitten in eine Probe der Anhaltischen Philharmonie zu geraten, die sich auf das Wunschkonzert um 18 Uhr vorbereitete und sich von klappenden Türen und lauter Geräuschkulisse bei ihrem Spiel, das Daniel Carlberg dirigierte, nicht beeindrucken ließ.
Ganz besondere Gäste hatten sich den ganzen Tag über im Foyer mit einem Stand eingerichtet. Als Partner für den Tag der offenen Tür konnte das Theater diesmal den Tierpark gewinnen, der mit seiner Chefin Christine Kilz und weiteren Mitarbeitern und sogar Tieren gekommen war. Stabheuschrecken ließen sich da auf die Hand nehmen, große Schaben und Vogelspinnen bewundern. Für die Kinder wurde mehrfach eine Theatersafari angeboten. Traditionell konnten die kleinen Besucher und auch mancher Erwachsene in Kostüme für ein Erinnerungsfoto schlüpfen. Und gut gestärkt mit Kuchen vom Basar der Soroptimistinnen ließen sich auch die vielen informativen Programmpunkte genießen. Da gab es mit der Theaterleitung den Blick in die Zukunft für Opern- und Schauspielfreunde. Kinder und Jugendliche lernten die kommende Spielzeit in einem Quiz kennen.
19.05.2011, 11:31 | tags:
Schauspiel
, Diverses
935
Pressemitteilung vom 19.05.2011
Landolf Scherzer liest zum Salon D´Afrique IV
Das Anhaltische Theater lädt am Sonntag, 29. Mai um 17 Uhr zum vierten und letzten Salon d´Afrique ins Projektbüro von SCHWARZWEISS in der Kavalierstraße 78/ Museumskreuzung ein. Anfang Mai startete diese Reihe als Begleitprogramm zum Projekt SCHWARZWEISS, einer theatralen Stadtbegehung um den Fall Oury Jalloh, in der Regie von Nina Gühlstorff.
Der thüringische Schriftsteller Landolf Scherzer, Meister der literarischen Reportage, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feierte, ist zu Gast in Dessau und liest aus seinem Buch „Die Fremden. Unerwünschte Begegnungen und verbotene Protokolle“, erschienen im Aufbau Verlag, 2002.
Scherzer erfuhr schon 1965, dass Authentizität eines literarischen Reporters und kritische Bestandsaufnahmen in der ehemaligen DDR nicht gefragt waren. 1965 wurde er von der Fakultät für Journalistik in Leipzig exmatrikuliert, nachdem er eine Arbeit über den Personenkult in der DDR geschrieben hatte.
„Seine Stärke ist der genaue Blick fürs Detail. Mit wenigen Strichen zeichnet er seine Figuren, ist empfänglich für die Eigenheiten ihrer Sprache“ - so Martin Straub vom Verband Deutscher Schriftsteller, Thüringen.
„Die Fremden" ist eine Analyse des Zusammenlebens mit den mosambiquanischen Vertragsarbeitern und des alltäglichen Rassismus in der DDR. 15.000 Mocambiquaner holte die DDR Anfang der achtziger Jahre ins Land. Sie erwarteten eine Ausbildung und wussten nicht, dass sie nur die Schulden ihres Landes am Fließband abarbeiten sollten. Man hatte ihnen von Solidarität und proletarischen Internationalismus erzählt, aber sie begegneten einer Kälte, die schlimmer war als die des Winters. Scherzer, der selbst in Mocambique gearbeitet hatte, wollte 1982 wissen, wie diese fremden Arbeiter in der „neuen Heimat“ behandelt wurden. Seine Gesprächsprotokolle konnte er zu DDR-Zeiten nicht veröffentlichen. Im Jahr 2002, nun ergänzt um Gespräche und Beobachtungen der ostdeutschen Entwicklung in den 1990er Jahren, erschienen seine Texte unter dem Titel „Die Fremden“.
„Landolf Scherzer ist ein Schriftsteller, der mehr dokumentiert als erfindet. Wenn er über Monate hinweg Menschen begleitet oder sich auf Reisen begibt, dann beobachtet er diszipliniert und gibt die erlebten Dinge in seinen Büchern wieder.“ (MDR Riverboat über Landolf Scherzer)
Der Eintritt ist frei.
Für weitere Informationen und Interviewanfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Franziska Blech (Anhaltisches Theater) und Jens-Uwe Fischer (SCHWARZWEISS-Team):
++49 (0)178-1977 078, juf@jensuwefischer.de
Weitere Informationen unter: www.anhaltisches-theater.de/schwarzweiss oder www.facebook.com/schwarzweiss.dessau
Das Projekt wird gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes. Außerdem wird es gefördert und unterstützt von Lotto Toto Sachsen-Anhalt, der Stadt Dessau-Roßlau und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
13.05.2011, 17:07 | tags:
Diverses
929
Pressemitteilung vom 13.05.2011
Arsen und Spitzenhäubchen - Kriminalkomödie von Joseph Kesselring
Eine Koproduktion mit dem Schlosspark Theater Berlin
Das Anhaltische Theater Dessau zeigt am 29. Mai um 17.00 Uhr im Großen Haus die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ von Joseph Kesselring, eine Koproduktion des Anhaltischen Theaters mit dem Schlosspark Theater Berlin.
Am 24. Februar diesen Jahres feierte die tiefschwarze Komödie mit pointierten Dialogen und horrendem Verlauf Premiere im Schlosspark Theater Berlin. Seit Dieter Hallervorden das Schlosspark Theater übernahm und wieder öffnete, setzt er vor allem auf intelligente Komödien und Schauspiel-Stars, die durch Film und Fernsehen allseits bekannt sind. So auch in der Inszenierung von „Arsen und Spitzenhäubchen“. Neben dem Publikumsliebling Dieter Hallervorden stehen Brigitte Grothum, Dagmar Biener, Tilman Günther, Jörg Pleva, Philipp Sonntag, Santiago Ziesmer, Debora Weigert, Dieter Hallervorden, Steffen Laube, Thomas Kästner, Rolf Weise und Ottokar Runze auf der Bühne.
New York - ein Häusermeer voll von Lasterhöhlen und Verbrecherschlupfwinkeln. Das wahre Sündenbabel. Doch mitten drin eine Oase des Friedens: das alte Haus der Schwestern Martha und Abby Brewster. Niemand wird an dieser Tür abgewiesen. Manche bleiben für immer ... Die zwei ältlichen Schwestern haben es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, einsame Männer von ihrem vorgeblichen Leiden zu befreien. Ihre Teestunden sind berühmt. Marthas Quittemarmelade, Kekse und Holunderwein nicht minder. Der Pfarrer und die Polizisten genießen die Gegenwart der frommen und liebenswerten alten Damen, die sich um ihren verrückten Neffen Teddy kümmern. Auch Mortimer, Teddys Bruder und Elaine, die Tochter des Pfarrers haben hier ihr Glück gefunden. Alles scheint friedlich und selig - doch an diesem Abend durchstöbert Mortimer durch Zufall die Fenstertruhe im Haus und stößt auf das furchtbare Geheimnis seiner Tanten. Als dann auch noch das Schwarze Schaf der Familie auftaucht, Mortimers lange verschollener Bruder Jonathan (ein gesuchter Serienmörder), in Begleitung des schrecklichen Dr. Einstein, wird die vermeintliche Idylle zu einem gruseligen Tollhaus.
Regie: Ottokar Runze | Bühne: Momme Röhrbein | Kostüme: Suse Braun
Mit: Brigitte Grothum, Dagmar Biener, Tilman Günther, Jörg Pleva, Philipp Sonntag, Santiago Ziesmer, Debora Weigert, Dieter Hallervorden, Steffen Laube, Thomas Kästner, Rolf Weise, Ottokar Runze
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
11.05.2011, 16:09 | tags:
Diverses
926
Pressemitteilung vom 11.05.2011
Tag der offenen Tür
Das Anhaltische Theater öffnet am 22. Mai seine Pforten und lädt von 10 bis 16 Uhr herzlich zum Tag der offenen Tür ein. Zahlreiches gibt es für Groß und Klein zu sehen, zu hören und zu schmecken.
Theater wird an diesem Tag von vielen Seiten her erfahrbar: Maske, Malsaal, Schneiderei und Tischlerei warten darauf, erkundet zu werden. Musiktheaterleitung und Solisten bringen in den Chorsaal Atmosphäre und Klänge eines Russischen Salons. Ensemblemitglieder des Schauspiels bieten für die Entdeckungstouren individuelle Führungen durch das Theater an. Kinder können sich einer spannenden Theatersafari anschließen und so mit viel Spiel und Bewegung das Haus entdecken.
Zwei Mal, um 10.15 Uhr und 11.15 Uhr, ist auf der Hauptbühne eine Technik- und Stuntmanshow zu erleben und um 14.45 Uhr eine Kampf-Show mit den Schauspielern Sebastian Müller-Stahl und Boris Malré.
Musik aller Genres erklingt sowohl auf dem Theatervorplatz als auch im Theater u.a. spielen die „MuldeJazzBuben“, das Salonorchester „Papillon“, das „Poulenc-Sextett“, ein „Jazz-Quartett“, Mitglieder des Opernchores stimmen „Italienische Lieder“ an und präsentieren Ausschnitte aus aktuellen Produktionen. Die Solisten Sharleen Joynt, Iordanka Derilova und Wiard Witholt präsentieren um 14.30 Uhr im Foyer mit Stimmgewalt Kostbarkeiten.
Ab 10.15 Uhr haben
Musikbegeisterte die Möglichkeit, an einer öffentlichen Probe der Anhaltischen Philharmonie für das Wunschkonzert „Ungarischer Abend“ teilzunehmen. Ab 11.15 Uhr stellen GMD Antony Hermus und die Anhaltische Philharmonie auf humorvolle Weise unterschiedlichste Dirigierstile vor.
Ballettensemble und Ballettdirektor Tomasz Kajdanski laden ebenfalls zu einer öffentlichen Probe ein. „Infizierte“ können sich im Anschluss im Ballettworkshop austoben.
Für die kleinen Ballettratten veranstaltet die Theaterpädagogin Imme Heiligendorff Bewegungsspiele zum Zuschauen und Mitmachen.
Mehrfach wird das Puppentheater das Stück „Hase und Igel oder Wetten das!“ zeigen, Thomas und Michelle haben bereits Ihr Kommen bestätigt. Schauspieler offerieren an ungewöhnlichen Orten des Theaters zahlreiche Lesungen. Kinderkarussell, Tombola, Kostüm- und Fotoecke - neben all den Angeboten und Attraktionen besteht aber auch die Möglichkeit, sich über die Produktionen der kommenden Spielzeit zu informieren. Generalintendant André Bücker stellt gemeinsam mit Niklas Ritter, dem neuen Leitenden Regisseur im Schauspiel die geplanten Inszenierungen und Projekte vor. Felix Losert, Leitender Dramaturg für Musiktheater/Operndirektion - ebenfalls neu im Team, wird im Gespräch mit GMD Antony Hermus und André Bücker dem Publikum die Inszenierungen im Musiktheater erläutern.
Zum Abschluss des Tages um 18 Uhr erklingt noch einmal das Konzert „Ungarischer Abend“ mit Werken von Beethoven, Berlioz, Liszt, ungarische Operettenmelodien von Strauß, Lehár, Kálmán und Abraham. Es singen Angelina Ruzzafante (Sopran), David Ameln (Tenor) und Wiard Witholt (Bariton). Für ein stilechtes Klangbild sorgt Olga Mishula am Cymbal. Daniel Carlberg dirigiert die Anhaltische Philharmonie. Durch das Programm führt Ronald Müller.
Der Eintritt zum Tag der offenen Tür ist frei. Das Anhaltische Theater hält für die Gäste am Tag der offenen Tür für ausgewählte Vorstellungen bis zum Spielzeitende Tickets zum Aktionspreis bereit.
Tickets und Informationen für das Wunschkonzert unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
06.05.2011, 20:35 | tags:
Diverses
917
Pressemitteilung vom 06.05.2011
„Trash am Montag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
[EPISODE VIII] Zombie-Spezial Überraschungsfilm!
In der VIII. Ausgabe von “Trash am Montag” am 16. Mai um 20.30 Uhr im KIEZ Kino Dessau widmen sich die Kritiker Rutten und Pocken dem Zombie-Film. Diesmal wird das Publikum allerdings mit einer wahren Perle des internationalen Filmschaffens überrascht. Das Kritikerteam hat bisher lediglich angekündigt, welche Filme nicht gezeigt werden und ins Genre des Zombie-Films eingeführt (siehe www.facebook.com/Serge.Pocken).
In der Ikonographie des Monsterfilms steht als traurige Gestalt der Zombie. Wo King Kong seiner Amour fou wegen vom Empire State Building stürzt, der Vampir (nicht nur) seine Zähne in Jungfrauen schlägt, sich im Werwolf-Mythos die wilde Animalität im Manne bahnbricht oder Frankensteins Kreatur letztendlich nur von einer Sehnsucht nach ...Liebe getrieben wird, sie alle eint das Grundmotiv der Sexualität und der Erotik. Filmhistoriker sehen gerade in dieser allegorischen Existenz auf das Zwischenmenschliche den ungemeinen Erfolg diverser klassischer Monsterbiografien beschieden. Warum der Zombie es in seiner Asexualität geschafft hat, nicht minder schwer auf die Popkultur einzuwirken, ist Thema der Zombie Nacht am 16. Mai.
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
06.05.2011, 12:57 | tags:
Diverses
916
Pressemitteilung vom 06.05.2011
Poetry Slam im Mai
Am Samstag, 21. Mai um 20.30 Uhr laden der Beatclub, der HALternativ e.V. und das Anhaltische Theater zum Poetry Slam in das Restaurant des Alten Theaters ein.
Mitmachen kann, wer das Publikum ohne Requisiten von sich und seinen selbst verfassten Texten begeistern möchte. Ganz unkompliziert kann man sich am Abend der Veranstaltung in die Teilnehmerliste eintragen. Die Veranstalter hoffen, dass sich neben den geladenen Gästen auch Poeten aus Dessau zu Wort melden. Ausgebuht wird dabei niemand. Das wichtigste Gebot lautet: „Respect the poets!“
Die siebte Ausgabe von Poetry Slam in Dessau wird von Tom Schildhauer moderiert.
Er ist in der Szene bekannt als ein Slammer auf ganz hohem Niveau, der mit geballter Wortaggression sein Publikum begeistert. Weitere Gäste sind erfahrene „Slam-Poeten“ wie Frank Klötgen und Katharina Röben aus Berlin, Moritz Neumeier und Rasmus Blohm aus Hamburg sowie Lisa Christ aus Bern.
Die Kieler Nachrichten nannten Moritz Neumeier den „Shootingstar der norddeutschen Slamszene 2009“ Zusammen mit Jasper Diedrichsen bildet er das erfolgreichste Poetry Slamteam Norddeutschlands: TEAM&STRUPPI.
Das Publikum bestimmt per Applaus den Verlauf des Abends und entscheidet somit wer nochmals Texte lesen oder vortragen darf. Im Finale treten schließlich die drei besten „Slammer“ gegeneinander an und das Publikum kürt den Sieger. Die Preise sind eine kleine Flasche Pfefferminzlikör und andere Kleinigkeiten, denn das wirklich Wichtige sind die sechs Minuten ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft.
Einlass ist ab 19.30 Uhr.
Tickets zu 5 Euro/ 4 Euro ermäßigt sind an der Abendkasse erhältlich. [Eintritt frei für Arbeitslose] Wer liest, spart den Eintritt. Anmeldungen werden unter KiezSlam(at)googlemail.com entgegengenommen.
05.05.2011, 10:56 | tags:
Diverses
914
Pressemitteilung vom 5.Mai 2011
Neu im Team
Nicht nur neue Produktionen sondern auch neue Mitarbeiter werden die kommende Spielzeit des Anhaltischen Theaters bereichern.
Die Nachfolge von Joachim Landgraf tritt Friedrich Meyer an und wird mit der Spielzeit 2011/12 neuer Verwaltungsdirektor des Anhaltischen Theaters. Meyer arbeitete u.a. mehrere Jahre in der geschäftsführenden Direktion des Maxim Gorki Theaters Berlin bei Eberhard Wagner, war Assistent von Schauspielintendant Friedrich Schirmer an den Württembergischen Staatstheatern Stuttgart, arbeitete in der Betriebsdirektion des Festivals „Theater der Welt 2005“ bei Marie Zimmermann und hat nach mehrjähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Verwaltungsleiter an der NEUEN BÜHNE Senftenberg unter der Intendanz von Sewan Latchinian nun in Dessau eine neue Herausforderung gefunden.
Neuer Leitender Dramaturg des Musiktheaters und Mitglied der Operndirektion wird Felix Losert, der seit 2006 am Landestheater Linz/Österreich als Leitender Dramaturg für Musiktheater arbeitete und Opern, Operetten und Musiktheater für Kinder betreute. Nach dem Magisterexamen (Musikwissenschaft, Geschichte und Kunstwissenschaft) schrieb er regelmäßig Essays und populärwissenschaftliche Beiträge u. a. für die Staatsoper Stuttgart, die Internationale Bachakademie Stuttgart, die Münchner Philharmoniker und die Staatsoper Unter den Linden Berlin aber auch Beiträge für Der Tagesspiegel Berlin. Losert war Assistent der Leitung des RIAS Jugendorchesters Berlin. Sein erstes Festengagement als Dramaturg ging er 2002 am Theater Erfurt ein, wo er über 20 Musiktheater- und Schauspielproduktionen betreute. Losert wird dafür sorgen, dass in Dessau weiterhin erstklassige Stimmen zu hören sein werden.
Mit dem Wechsel von Andrea Moses nach Stuttgart, wird auch das Schauspiel unter neuer künstlerischer Leitung stehen. Niklas Ritter, der sich in Dessau bereits mit der Schauspielproduktion „Carmen Kittel oder ich wünsch mir Sonnenstrand“ vorstellte, wird als neuer Leitender Regisseur im Schauspiel in der kommenden Spielzeit für einen abwechslungsreichen Spielplan sorgen. Ritter arbeitete als freier Regisseur und Videokünstler u.a. am Hans-Otto-Theater Potsdam, am Staatstheater Dresden, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Köln, dem Schauspiel Frankfurt, dem Anhaltischen Theater Dessau und am Maxim Gorki Theater Berlin. Zuletzt inszenierte er am Hans-Otto-Theater Potsdam "Enron", eine deutsche Erstaufführung von Lucy Prebble. Als Videokünstler arbeitete er mehrfach für Inszenierungen von Armin Petras sowie mit Sebastian Baumgarten und Jorinde Dröse.
Sabeth Braun wird als Dramaturgin für das Schauspiel ab der kommenden Spielzeit am Anhaltischen Theater tätig sein. Bereits während ihres Studiums der Theater-, Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig übernahm sie Regie- und Dramaturgiehospitanzen und -assistenzen u.a. am Schauspiel Leipzig. Außerdem war sie als Assistentin für Film und Fernsehen tätig und betreute Castings. 2008 war Sabeth Braun für ein halbes Jahr persönliche Assistentin von Armin Petras am Maxim Gorki Theater Berlin. Nach Abschluss des Studiums arbeitete sie als redaktionelle Mitarbeiterin für das Tanzarchiv Leipzig und als Dramaturgin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.
04.05.2011, 16:09 | tags:
Schauspiel
, Diverses
913
Pressemitteilung vom 04.05.2011
Matinee zur Premiere und Uraufführung „Landscape – Kritik der Liebe“
Eine barocke Shakespeare Ergehung im Park Luisium
Am Sonntag, 15. Mai um 10.30 Uhr lädt das Anhaltische Theater in den Park Luisium zur Matinee zur Premiere „Landscape – Kritik der Liebe“ ein. In der arkadischen Landschaft des Parks Luisiums, dem Park der Fürstin Louise, sind an der Orangerie erste Eindrücke der Inszenierung von André Bücker zu erleben. Schauspieler bringen Shakespeare-Sonette zu Gehör, Musiker der Lautten Compagney Berlin spielen Barockmusik. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen ersten Blick auf die Kostüme zu werfen. Regisseur André Bücker und Musikalischer Leiter Wolfgang Katschner stellen ihr Konzept vor und stehen für Fragen des Publikums zur Verfügung.
Währenddessen werden Speisen und Getränke durch die Gartenreich Gastronomie gereicht.
Das Publikum darf sich auf eine informative und musikalisch genussvolle Stunde am Sonntagvormittag freuen, die bereits einen Vorgeschmack auf die Atmosphäre des erklingenden Parks während der Vorstellungen bei Sonnenaufgang oder im Abendrot geben wird.
Der Eintritt für die Matinee ist frei, die Kosten für Speisen und Getränke sind selbst zu übernehmen.
Am 2. Juni um 5 Uhr morgens lädt das Anhaltische Theater zur Premiere und Uraufführung „Landscape – Kritik der Liebe“ im Park Luisium ein. Detaillierte Informationen zur Inszenierung und den Terminen finden Sie unter www.kritik-der-liebe.de.
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de oder an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
28.04.2011, 15:49 | tags:
Diverses
909
Pressemitteilung vom 28.04.2011
6. Kammerkonzert
Die Saison der Kammerkonzerte im Schloss Georgium geht am 30. April zu Ende. Am Samstag um 15.30 Uhr spielt das Anhaltische Streichquartett mit Martin Schulze (1. Violine), Christiane Thal (2. Violine), Claudia Michaelsen (Viola) und Matthias Wilde (Violoncello) Robert Schumanns Quartett a-Moll op. 41 Nr. 1.
Musizierpartner im Quintett des Franzosen Henri Marteau aus dem Jahre 1908 ist Reinhard Gutte (Klarinette). Eröffnet wird das Programm mit der Passacaglia für Violine und Violoncello von Johan August Halvorsen frei nach Händel.
Karten und Informationen unter: Tel: 0340 2511 333 und www.anhaltisches-theater.de, an der Abendkasse und an unseren Theaterkassen sowie an allen ReserviX Vorverkaufsstellen.
26.04.2011, 15:46 | tags:
Diverses
905
Pressemitteilung vom 26.04.2011
Gastspiel „Rotkäppchen“ entfällt
Ein getanztes Märchen nach den Gebrüdern Grimm
Das für den 1. Mai um 16 Uhr im Anhaltischen Theater geplante Gastspiel „Rotkäppchen“ der Tanzkompanie Neustrelitz muss auf Grund der geringen Publikumsnachfrage abgesagt werden.
Bereits gekauft Karten können an allen Kassen zurückgegeben oder für eine andere Vorstellung umgetauscht werden.
Informationen und Rückgabe der Tickets an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 / 2400 - 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511 - 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de sowie an der Abendkasse.
19.04.2011, 18:58 | tags:
Diverses
901
Pressemitteilung vom 19.04.2011
Salon d’Afrique I-IV
Begleitprogramm zum Projekt SCHWARZWEISS
SCHWARZWEISS ist ein Theaterprojekt um den Fall Oury Jalloh. Die Regisseurin Nina Gühls-torff inszeniert, aufbauend auf Interviews mit Bewohnern Dessaus eine theatrale Stadtbegehung. Bis zur Premiere am 10. Juni steht ein Projektbüro in der Kavalierstraße 78 für alle Interessierten offen. Begleitend veranstaltet SCHWARZWEISS in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt vier Salons d’Afrique.
Der Salon d’Afrique I, am 3. Mai im Alten Theater, gibt den Startschuss für die öffentliche Probenarbeit von SCHWARZWEISS. Vertreter der Stadt und des Theaters begrüßen die Künstler und stellen das Projekt, sein Team und die Arbeitsweise vor. Derzeit sind die Regisseurin und einige Teammitglieder Dank der Unterstützung des Goethe-Instituts auf Recherchereise im Senegal. Ergebnisse dieser Reise werden beim Salon d’Afrique I präsentiert. Am 10. und 17. Mai jeweils um 20.30 Uhr finden in Zusammenarbeit mit dem KIEZ-Kino thematische Filmabende statt:
Im Salon d’Afrique II, dem „Filmabend schwarz“, werden „Deweneti“ von Dyana Gaye (Senegal 2006) und „Kinshasa Symphony“ von Claus Wischmann und Martin Baer (D 2010) gezeigt. Der Kurzfilm „Dewenti“ erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen auf den Straßen von Dakar und seines großen Wunsches an den Weihnachtsmann. „Kinshasa Symphony“ begleitet das einzige Sinfonieorchester Zentralafrikas. Der Film zeichnet mit Witz und Empathie ein vorurteilsfreies Afrikabild.
Beim Salon d’Afrique III, dem „Filmabend weiß“, werden wiederum zwei Filme zu sehen sein: „Staßfurt-Windhoek“ von Lilly Grote und Julia Kunert (D 1991) sowie „Absent Present“ von Angelika Levi (D 2010). „Staßfurt-Windhoek“ erzählt von den „DDR-Kindern von Namibia“. Über 400 in Nambia geborene Kinder kamen Ende der 1970er Jahre in die DDR und wuchsen in einem Kinderheim in Staßfurt auf. Im August 1990 wurden sie in „ihre Heimat“ ausgeflogen. Der Film begleitet die Kinder von Staßfurt/ DDR nach Windhoek/ Namibia. In „Absent Present" begibt sich Angelika Levi auf die Suche nach Benji, eines jener „Namibia-Kinder“. Bei ihrer Spurensuche verknüpft Levi assoziativ die Geschichte des Flüchtlings mit den Fluchtgeschichten derer, die sie unterwegs trifft. Angelika Levi ist Gast bei der Aufführung von „Absent Present“ im Kiez-Kino.
Im Salon d’Afrique IV am 29. Mai um 17.00 Uhr im Projektbüro, Kavalierstraße 78 liest Landolf Scherzer aus seinem Buch „Die Fremden“ (Aufbau Verlag, 2002). Anfang der 1980er gab es 15.000 mosambikanische Vertragsarbeiter in der DDR. Scherzer interviewte die Bürger darüber, wie die fremden Arbeiter in der „neuen Heimat“ behandelt wurden. Erst 2002 veröffentlichte er diese Protokolle, nun ergänzt um Gespräche und Beobachtungen der ostdeutschen Entwicklung in den 1990ern.
Weitere Informationen unter: www.facebook.com/schwarzweiss.dessau, www.anhaltisches-theater.de/schwarzweiss, www.kiez-kino.de
Kontakt: schwarzweiss@anhaltisches-theater.de
„SCHWARZWEISS“ wird gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes. Außerdem wird es gefördert und unterstützt von Lotto Toto Sachsen-Anhalt, der Stadt Dessau-Roßlau und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
15.04.2011, 16:56 | tags:
Diverses
895
Pressemitteilung vom 14.04.2011
Ostern im Anhaltischen Theater
Vom Karfreitag, 22. April bis zum Ostermontag, 25. April zeigt das Anhaltische Theater ein erstklassiges Opern- Ballett- und Theaterprogramm. Für das Dessauer Publikum hält das Anhaltische Theater ein besonderes Osterei bereit: alle Dessauer, die auswärtigen Besuch bekommen und diesen mit ins Theater führen, erhalten ihr Ticket zum halben Preis. Dies gilt für alle Veranstaltungen im Zeitraum 22. bis 25.4.2011.
Zum letzten Mal steht am Karfreitag, 22. April um 17 Uhr „Die Stumme von Portici [La Muette de Portici]“ auf dem Spielplan. In der Oper von Daniel-François-Esprit Auber, inszeniert von André Bücker, darf sich das Publikum auf eine emotionsgeladene Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Antony Hermus, in jedem Fall „Packendes Musiktheater, das ungemein fesselt" - so Orpheus, Juli/August 2010 freuen. Neben dem von Masaniello geführten Aufstand der Bürger Neapels gegen die spanischen Besatzer, steht die Liebesgeschichte seiner stummen Schwester Fenella (getanzt von Yulia Gerbyna) mit dem Sohn des Vizekönigs Alphonse im Mittelpunkt der Handlung.
Nach einer großen Pause gibt es am Samstag, 23. April um 19.30 Uhr die Ballettinszenierung „Der Widerspenstigen Zähmung“ zu sehen. Tomasz Kajdanski hat nach der Komödie von William Shakespeare eine Choreografie geschaffen, die vor Lebensfreude nur so sprüht. Die spritzige, abwechslungsreiche Musik von Dmitri Schostakowitsch, der ein unvergleichlich tänzerischer Schwung innewohnt, schafft die heitere Atmosphäre, in der sich die Tänzer mit aller Lust in diese turbulente Maskerade stürzen. Die Aufführung ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet.
Im Schauspiel darf sich das Publikum sowohl am 23. als auch am 25. April, jeweils um 19.30 Uhr auf weitere Vorstellungen von „Die Drei von der Tankstelle“ freuen. Die Komödie aus den 30er Jahren, inszeniert von Maria Viktoria Linke, bringt die Geschichte einer Männerfreundschaft mit viel Tanz, Witz, Gesang und viel guter Musik (Live-Band Los Banditos/ Jena) auf die Bühne. Während der Samstag bereits ausverkauft ist, gibt es für den 25.4. noch Tickets.
Ausklingen lassen kann das Publikum den Abend dann mit dem KING KONG Klub, der „Rock’n’Roll-Indie-Tanzklub“, seit etlichen Jahren eine feste Institution in Dessau. In diesem Jahr hat die Party ein neues Zuhause gefunden: ab sofort wird der Dessauer Rock-Crowd im „Alten Theater“ gezeigt, was Understatement ist. Am Samstag, 23. April ab 22.30 Uhr präsentiert DJ Chris Master die Perlen seiner Sammlung und spielt Musik, zu der garantiert das Tanzbein geschwungen wird. Tickets zu 5 Euro sind an der Abendkasse und über www.anhalt-ticket.de erhältlich.
Sonntag, 24. April um 17 Uhr gibt es an einem Abend die höchst spannungsreiche Kombination zweier Kurzopern: Weills Operndebüt „Der Protagonist“ und Leoncavallos Repertoireklassiker „Der Bajazzo“ [I Pagliacci] zu sehen. Beide Opern weisen inhaltliche Parallelen auf: beide spielen im Theater und in beiden wird die weibliche Hauptfigur aus Eifersucht von ihrem Bruder (Protagonist) bzw. Ehemann (Bajazzo) umgebracht.Erstklassige Solisten, die Anhaltische Philharmonie unter der Leitung von GMD Antony Hermus sorgen für einen „...musikalisch wie inhaltlich spannenden Abend.“ – so Richard Erkens, Märkische Allgemeine, 1.März 2011. Bereits ab 15:45 Uhr spielt das Salonorchester „Papillon“ im Theaterrestaurant und lässt die Zeit der Wiener Kaffeehäuser lebendig werden. Das Theaterrestaurant lädt zu Kaffee und Kuchen ein, der Eintritt für diese Veranstaltung ist frei.
Liebhaber der Operette sind am Montag, 25. April um 17 Uhr zur Operette von Johann Strauß: „Die Fledermaus“ eingeladen. Hinrich Horstkotte, ein ausgewiesener Spezialist für das heitere Genre, hat die beliebte Operette als ironisch-hintergründige Rachekomödie mit viel Augenzwinkern inszeniert, was durch die Wahl von historischen Kostümen noch verstärkt wird. Die Musik verbreitet vom ersten bis zum letzten Takt Heiterkeit und gute Laune.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
14.04.2011, 13:33 | tags:
Diverses
894
Pressemitteilung vom 14.04.2011
Rotkäppchen
Ein getanztes Märchen nach den Gebrüdern Grimm
Das Anhaltische Theater Dessau zeigt am 1. Mai das Gastspiel „Rotkäppchen“ - ein getanztes Märchen nach den Gebrüdern Grimm. Die Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz präsentiert in der Choreografie von Torsten Händler zur Musik von Gisbert Näther das Grimm´sche Märchen im Großen Haus. Stephan Dietrich hat das Bühnenbild und die Kostüme geschaffen. Händler hat für das „Rotkäppchen“ eine fantasievolle Formensprache kreiert, ohne zu banalisieren. Sein Wolf bewegt sich mit Geschmeidigkeit über die Bühne und lässt großes und kleines Publikum erschaudern. Der Komponist Gisbert Näther komponierte eine ungemein leichte, beschwingte Musik, die modern und tänzerisch zugleich klingt.
Die Aufführung, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet ist, beginnt um 16 Uhr.
Kinder erhalten Karten zu 7,- Euro, Erwachse zu 12,- Euro (ermäßigt 10,50 Euro).
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 / 2400 - 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511 - 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
13.04.2011, 14:01 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
892
Pressemitteilung vom 13.04.2011
Himmel auf Erden „Im Anfang …“ – Die Religionen der Welt zu Gast in Luthers Wittenberg
Ein Internationales Musikfestival des spirituellen Gesangs
In der Lutherdekade 2008 bis 2017 feiert Wittenberg das 500jährige Jubiläum von Luthers Thesenanschlag. Das Anhaltische Theater Dessau und der Wittenberg Kultur e.V. veranstalten ein dreijähriges internationales Festival mit herausragenden musikalischen Werken und internationalen Ensembles als Ergänzung und interreligiösem Kontrapunkt zu den Luther-Feierlichkeiten der evangelischen Kirchen. Das Festival steht unter der Schirmherrschaft von
Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die künstlerische Leitung obliegt dem Generalintendanten des Anhaltischen Theaters, André Bücker.
Ausgangspunkt des Festivals „Himmel auf Erden“ ist der spirituelle Gesang und die Frage nach Herkunft, Sein und Zukunft der Religionen.
Im ersten Festivaljahr vom 24. Juni – 3. Juli 2011 stehen die verschiedenen Schöpfungsmythen im Vordergrund. Zu den eingeladenen Ensembles gehören u.a. Kammerorchester Basel, Tölzer Knabenchor, Merseburger Hofmusik, Anhaltische Philharmonie, Universitätschor Halle „Johann Friedrich Reichardt“, Yair Dalal mit dem Orchester l’arte del mondo, Ensemble Sarband, Lautten Compagney Berlin mit Capella Angelica, Barrocade Ensemble mit Profeti della Quinta, Ensemble White Cockatoo Performing Group, Priesterensemble Zen Kuge Ryûgin-kai aus Japan und ein Ensemble aus Indien.
Seit Beginn des Jahres 2011 läuft eine öffentliche Ausschreibung, die dazu einlädt, neue Thesen für das 21. Jahrhundert zu formulieren. Diese werden vertont und auf öffentlichen Plätzen von einem eigens dafür gegründeten Chor gesungen.
Das Festival wird in besonderem Maße von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.
Programm, Tickets und Infos unter:
0700 20082017 (0,12 €/min, Mobilfunktarife abweichend)
www.buehnewittenberg.de
07.04.2011, 11:49 | tags:
Schauspiel
, Theaterpaedagogik
, Diverses
887
Pressemitteilung vom 07.04.2011
Jugendliche Mitwirkende für Theaterprojekt „SCHWARZWEISS“ gesucht
Am 7. Januar 2005 starb der Asylbewerber Oury Jalloh in Polizeigewahrsam in Dessau.
Der Fall emotionalisiert die Dessauer Bevölkerung, aus dem anfänglichen Schock und der Trauer enstand ein heterogenes Meinungsbild: vom "Drogendealer-Ring der Farbigen", vor dem man "seine Kinder schützen muss" über „die eigentlichen Opfer sind die Dessauer“ bis zum "Staat als rassistischen Mörder“ reicht das Spektrum der Überzeugungen. Nicht alle Diskussionen haben direkt mit dem Fall zu tun - Oury Jalloh wird zum Symbol für die Ängste vieler Afrikaner, aber auch zum Seismographen für den Rassismus in unserer Gesellschaft.
Die komplexen Diskurse fasst das Team um die Regisseurinnen Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder zu einem Theaterabend zusammen. Basierend auf ca. 50 Interviews setzen sie Meinung und Gegenmeinung zueinander in Bezug, denn eines ist sicher: Ein Dialog ist selten und kostbar. Endergebnis ist ein Theaterstück mit unterschiedlichen Stationen im öffentlichen Raum, das im Stadtpark beginnt und im Alten Theater endet.
Für dieses Vorhaben suchen wir Jugendliche ab 16 Jahre, die sich für das Theater begeistern oder politisch interessiert sind, die Lust haben, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und schließlich auf der Bühne oder hinter den Kulissen mitzuwirken.
Interessierte Jugendliche, die das Regieteam und das Projekt näher kennen lernen wollen, sind herzlich eingeladen, am Mittwoch, 27. April 2011 um 17.00 Uhr in das Projektbüro „SCHWARZWEISS“ in die Kavalierstraße 78 in Dessau-Roßlau zu kommen.
Kontakt: Imme Heiligendorff, Theaterpädagogin Tel. 0340-2511 216 oder theaterpaedagogik@anhaltisches-theater.de
04.04.2011, 14:29 | tags:
Diverses
880
Pressemitteilung vom 04.04.2011
Dessau-Roßlau hilft Japan
Benefizkonzert des Anhaltischen Theaters, des Multikulturellen Zentrums und der Stiftung Bauhaus Dessau erbrachte über 1.700 Euro – Spendenscheck wird am 7. April übergeben
Beim Benefizkonzert des Anhaltischen Theaters, des Multikulturellen Zentrums und der Stiftung Bauhaus Dessau für die Opfer des Erdbebens in Japan sind am vergangenen Freitag über 1.700 Euro zusammengekommen. Der entsprechende Spendenscheck wird am 7. April 2011 um 11 Uhr im Bauhausgebäude an die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Dessau des Deutschen Roten Kreuzes, Antje Klotsch, übergeben. Bei der Übergabe werden die Sprecher der Stiftung Bauhaus Dessau und des Anhaltischen Theaters Dessau, Ingolf Kern und Franziska Blech,
sowie Mika Kaiyama und Razak Minhel vom Multikulturellen Zentrum Dessau e.V. anwesend sein.
Aus Japan stammende Musiker der Anhaltischen Philharmonie waren am vergangenen Freitag auf der Bauhausbühne gemeinsam mit deutschen Künstlern aufgetreten und hatten Musik und Literatur aus ihrem Heimatland vorgestellt.
Übergabe des Spendenschecks an das DRK am 7. April 2011 um 11 Uhr im Bauhausgebäude, Gropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau
04.04.2011, 13:26 | tags:
Diverses
879
Pressemitteilung vom 04.04.2011
King Kong – Der Rock’n’Roll-Indie-Tanzklub
Erstmals im Alten Theater – Dessaus wildeste Rockparty/ DJs: Chris Master u.a.
Seit etlichen Jahren ist der KING KONG Klub eine feste Institution in Dessau. Rock’n’Roll, Indierock, Indietronic und der gute alte Schweinerock – ob hip, ob Retro – bilden die Säulen der Partyreihe, die auch nach zahlreichen Relaunches frisch wie eh und je daherkommt. Seit diesem Jahr hat die Party ein neues Zuhause gefunden: ab sofort wird der Dessauer Rock-Crowd im „Alten Theater“ gezeigt, was Understatement ist. Resident Chris Master wird wie gewohnt die Perlen seiner Sammlung präsentieren, Musik, die eher selten in den Massenmedien zu hören ist, Musik, die erst in 2 Jahren zu hören sein wird oder Musik, die erst gar keinen Wert darauf legt, dort zu landen. Underground nennen das manche, andere wiederum einfach nur KING KONG.
Der Einlass ist ab 22.30 Uhr.
Tickets zu 5 Euro sind an der Abendkasse und über www.anhalt-ticket.de erhältlich.
04.04.2011, 13:14 | tags:
Diverses
878
Pressemitteilung vom 04.04.2011
Poetry Slam - Die Lust am eigenen Text
Am Samstag, 16. April um 20.00 Uhr laden der Beatclub, der HALternativ e.V. und das Anhaltische Theater zum Poetry Slam in das Foyer des Alten Theaters ein.
Neben erfolgreichen Slam-Poeten wie Björn Högsdal (Kiel) - Künstler, Veranstalter und erfahrener Slammer, Andy Strauß (Münster) - Slamurgestein und vielfacher WDR-Gast, Daniel Hoth (Berlin) - Mitglied des Slam-Duos „Team Impuls“ erwartet das Publikum Musik von Ove Thomsen aus Hamburg. Außerdem hoffen die Veranstalter, dass sich auch aus Dessaus Reihen Poeten zu Wort melden. Erlaubt ist alles, was aus der eigenen Feder stammt. Jungen Autoren und Dichtern wird die Möglichkeit gegeben, ihre eigenen Werke jedes Genres einem Publikum vorzutragen. Dieses entscheidet dann über den Applaus über den Sieger des Slams.
Björn Högsdal ist Slammaster von über 10 Slams in den nordischen Gefilden Deutschlands. Der ehemalige Student der Literatur- und Medienwissenschaften schreibt über die Absurditäten des Alltags und bringt diese Gedanken in verschiedenste literarische Formen. Dazu gehören Erzählungen, Punchlie-Prosa, Lyrik und Satiren.
Andy Strauß ist auf vielfachen Wunsch des Publikums wieder dabei. Seit Ende 2006 vagabundiert er von Slambühne zu Slambühne und setzt sich unter anderem für die Straßenkunst ein. Darüber, ob er ein verkannter Prophet oder ein zurückgezogener Soziopath ist, mag jeder Zuhörer selbst urteilen.
Daniel Hoth gehört zum Slam-Duo „Team Impuls“, ist mit seinen über 200 Auftritten ein erfahrener Bühnenliterat und ist Gründungsmitglied der Berliner Lesebühne „Couchpoetos“. Unter dem Namen Mikrokosmos veranstaltet und moderiert er zusammen mit Sarah Bosetti den Prosa vs. Lyrik Slam und den Peace, Love & Poetry Slam.
Einlass ist ab 19.30 Uhr.
Tickets zu 5 Euro sind an der Abendkasse erhältlich. [Eintritt frei für Arbeitslose]
Wer liest, spart den Eintritt. Anmeldungen werden unter KiezSlam(at)googlemail.com entgegengenommen.
30.03.2011, 14:52 | tags:
Diverses
871
Pressemitteilung vom 30.03.2011
Blick hinter die Kulissen
Theaterführung mit Joachim Landgraf
Am Sonntag, 3. April 2011 um 10 Uhr lädt das Anhaltische Theater zu einer Führung durch das Theater ein. An diesem Vormittag hat das Publikum die Gelegenheit, den Theaterbetrieb aus einem ganz anderen Blickwinkel zu erleben und auf den Pfaden, die sonst nur Sänger, Musiker und Schauspieler beschreiten zu wandeln. Letztmalig führt Joachim Landgraf, Verwaltungsdirektor des Anhaltischen Theaters, die Besucher über die Bühne, durch den Kostümfundus, die Werkstätten und Garderoben.
Das Publikum erlebt eine spannende Reise durch eines der größten Bühnenhäuser Europas, die Theatergeschichte und seine Geschichten und kann sich bei der Theaterführung hinter den Kulissen von der Faszination des Theaters anstecken lassen.
Tickets zu 5,- Euro und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch: 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
24.03.2011, 13:04 | tags:
Diverses
862
Pressemitteilung vom 24.03.2011
Kooperationsvereinbarung zwischen Anhaltischem Berufsschulzentrum „Hugo Junkers“ Berufsbildender Schule II – Außenstelle Chaponstraße und Anhaltischem Theater Dessau
Am 24. März um 14 Uhr unterzeichnen die Schuleiter des Anhaltischen Berufsschulzentrums „Hugo Junkers“ Berufsbildende Schule II – Außenstelle Chaponstraße und Generalintendant André Bücker des Anhaltischen Theaters Dessau eine Kooperationsvereinbarung.
Bereits seit zwei Jahren gibt es zwischen beiden Institutionen eine konstruktive Zusammenarbeit, die mit der Unterzeichnung des Vertrages noch intensiviert wird. Diese besteht vor allem in praktischen und anwendungsorientierten Tätigkeiten der Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Bühne und Ausstattung, die eine sinnvolle Ergänzung zum Lehrplan sind. Gleichzeitig ermöglicht die Zusammenarbeit das Heranführen junger Menschen an das Theater.
Im Schuljahr/in der Spielzeit 2009/2010 wirkten Schülerinnen und Schüler bei der Fertigung von Teilen für das Bühnenbild der Inszenierung „Des Teufels General“ mit. Diese arbeiteten teilweise in den Werkstätten des Theaters und hatten so die Möglichkeit, den Arbeitsalltag von Theatermalern kennenzulernen. Die Arbeit wurde theaterpädagogisch durch eine Werkeinführung, einen Probenbesuch und den Besuch der Premiere begleitet.
Eine weitere Zusammenarbeit erfolgte im Schuljahr/in der Spielzeit 2010/2011 zur Inszenierung des Weihnachtsmärchens „Die Feuerrote Blume“. Schülerinnen und Schüler fertigten Märchenbäume und Figuren für die Ausgestaltung des Foyers an und besuchten gemeinsam mit ihren Fachlehrern die Inszenierung.
„Ich freue mich über die bereits bestehende Kooperation und die Intensivierung dieser Zusammenarbeit. Für das Anhaltische Theater ist dies eine tolle Möglichkeit, seinen Auftrag im Bereich der kulturellen Bildung erfolgreich wahrzunehmen. Die nächsten Vorhaben sind bereits in Planung: Es wird eine Zusammenarbeit bei der Inszenierung „Oskar und die Groschenbande“ geben, bei der Schülerinnen und Schüler wiederum Teile des Bühnenbilds fertigen.
Außerdem werden den Schülerinnen und Schülern begleitete Proben- und Theaterbesuche und spezielle Theaterführungen angeboten“ – so André Bücker.
24.03.2011, 11:05 | tags:
Diverses
861
Pressemitteilung vom 24.03.2011
Dessauer Benefizkonzert für Japan
Anhaltisches Theater, Multikulturelles Zentrum und Stiftung Bauhaus Dessau gestalten am 1. April einen Abend mit Musik und Texten aus Japan
Die Nachrichten und Bilder aus dem von einem schweren Erdbeben, einem furchtbaren Tsunami und von einer drohenden Atomkatastrophe geplagten Japan sind auch in Dessau-Roßlau alltägliches Gesprächsthema. Oft wird dabei die Frage gestellt, wie man konkret helfen und die Notleidenden unterstützen kann. Das Anhaltische Theater, das Multikulturelle Zentrum und die Stiftung Bauhaus Dessau sind vor allem dem japanischen Kulturleben eng verbunden. Japanische Musiker spielen in der Anhaltischen Philharmonie, die Stiftung Bauhaus Dessau war in der Vergangenheit oft mit Ausstellungen präsent und auch das Multikulturelle Zentrum hat enge Verbindungen in die Region.
Alle drei Einrichtungen haben sich deshalb entschlossen, ein Benefizkonzert am 1. April um 18 Uhr auf der Bauhausbühne zu veranstalten. Dabei werden japanische Volksmusik und Lieder, aber auch Erzählungen zu hören sein. Zu den Mitwirkenden gehören u.a. die Musiker/innen Beate Ann-Neumann (Flöte), Michiaki Manda (Viola) Satoko Iwasaki (Viola), Noriko Kishida (Gesang) und Gerald Manske (Violoncello). Die Moderation liegt in den Händen von Mika Kaiyama vom Multikulturellen Zentrum.
Tickets zum einheitlichen Preis von 10 Euro sind an der Abendkasse erhältlich. Die Erlöse des Abends kommen dem Deutschen Roten Kreuz zugute.
Benefizkonzert für Japan, 1. April 2011, 18 Uhr, Bauhausbühne, Gropiusallee 38, Dessau-Roßlau
22.03.2011, 12:06 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 22.03.2011
Aktzeichenkurs im Malsaal des Anhaltischen Theaters
Am Dienstag, 29. März lädt das Anhaltische Theater Dessau von 15.30 bis 17.00 Uhr zu einem Aktzeichenkurs in den Malsaal ein, der von Steffen Leander Amey, Leiter des Malsaals und der Plastikabteilung begleitet wird. Das Angebot richtet sich an Künstler, interessierte Laien und Fortgeschrittene mit Interesse am Aktzeichnen.
Der Eintritt beträgt 5,- Euro. Alle notwendigen Zeichenmaterialien sind selbst mitzubringen.
Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl bitten wir um telefonische Anmeldungen bei Steffen Leander Amey unter 0340 - 2511 345.
Für die Aktzeichenkurse, die immer jeden zweiten Dienstag im Monat stattfinden (nächste Termine: 12.04. und 26.04.2011), werden noch männliche und weibliche Aktmodelle gegen Honorar gesucht.
Kontakt: Steffen Leander Amey Tel: 0340 - 2511 345
09.03.2011, 12:57 | tags:
Diverses
832
Pressemitteilung vom 09.03.2011
Poetry Slam
Nach dem furiosen Februar-Slam, laden der Beatclub, der HALternativ e.V. und das Anhaltische Theater am Samstag, 19. März um 20 Uhr zum nächsten Kiez Slam in das Alte Theater ein. Das Format des Poetry Slams findet sich mittlerweile in über 90 deutschsprachigen Städten und wird vom Verein HALternativ u.a. jeden dritten Sonntag im laufenden Semester im „Turm“ in Halle veranstaltet. Einmal im Monat findet der Poetry Slam auch in Dessau statt. Beim Dichterwettstreit bzw. der Dichterschlacht tragen die Poeten ihre eigens verfassten Texte vor einem Publikum vor und werden von diesem über den Applaus oder eine Jurywertung gekürt. Dabei dürfen keine Requisiten, Kostüme oder Musikinstrumente benutzt werden und ein Zeitlimit ist einzuhalten. Diesmal werden u.a. die Slam Poeten Sven Stickling (Bielefeld, Poetry Slammer, Videojournalist, Autor, Schauspieler der Improgruppe „die Stereotypen“), Till Reiners (Berlin, Berliner Stadtmeister 2011 und Finalist des German International Poetry Slam 2010, Veranstalter der legendären Show "Kunst gegen Bares" in Hamburg und Gewinner der Fritz Nacht der Talente ), Thorsten Wolff (Kiel, Newcomer der Kieler Poetry Slam Szene, Autor des Buches: "Slampoet") um den Applaus des Publikums buhlen. Wer liest spart den Eintritt – Anmeldung unter: KiezSlam@googlemail.com.
Für Musik sorgen die Synthiesiblings. Einlass ist ab 19 Uhr.
Tickets zu 5 Euro/ 4 Euro ermäßigt sind an der Abendkasse erhältlich. [Eintritt frei für Arbeitslose]
03.03.2011, 17:22 | tags:
Diverses
824
Pressemitteilung vom 03.03.2011
„Trash am Samstag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
Wolf Gremm: Kamikaze 1989
Nach fünf Episoden “Trash am Montag” folgt nun erstmalig „Trash am Samstag“. Am 12. März um 20.15 Uhr laden die unerbittlichen Karrierenzerstörer Rutten und Pocken (Made in Western Germany) zum Film „Kamikaze 1989“ von Wolf Gremm in die VORORT Galerie Dessau ein und freuen sich auf debattierwütige Volksmassen. Danach können alle Tanzbegeisterten ihr Hüften zu den Tönen von DJ Front2blaq nach den Motto „Tanz, Kamikätzchen,Tanz!“ kreisen lassen. Der Eintritt ist frei.
"Der Konzern ist mächtiger als das Gesetz. Doch die Bombe tickt... Polizeileutnant Jansen hat nur vier Tage Zeit. Da geht er aufs Ganze."
Wahnsinn. Und erstaunlich, wie dystopisch westdeutsche Autobahnen Anfang der Achtziger wirken konnten. Die rotglimmenden Rücklichter vorbei huschender Personenkraftwagen, unterlegt mit dem satten New-Age-Gebrummse der deutsch-drögen Elektro-Kombo Tangerine Dream, das war schon was. Damals. 1982.
Der von Drogen- und Alkoholkonsum aufgedunsene Leib des schon mit einem Bein im Grab stehenden Rainer Werner Fassbinder als deutsche Antwort auf Harrison Fords adrett-athletischen 'Blade Runner', will man das? Und Ridley Scotts gigantischen Stadtmoloch Los Angeles verkehrt in westdeutsche Saubermann-Tristesse à la Düsseldorf? Des Weiteren ein Ensemble vielgeliebter Gesichter der deutschen Film- und Fernsehlandschaft gewandet im beißend-neongrellen Look der 80er Jahre? Hui. Die Absichten Wolf Gremms waren bestimmt die ehrbarsten, als er sich dazu entschloss, Per Wahlöös (im Übrigen recht guten) Kriminalroman „Mord im 31. Stock“ zu adaptieren und die Hauptrolle dem damaligen Enfant terrible internationalen Filmschaffens zuzuschanzen, und doch sorgt die gesamte Ästhetik des Films eher für Anflüge schamhaftem Amüsements, denn großspurig versprochenem Thrills. „Kamikaze 1989“ darf aber dennoch als wertvoll(st)es Zeitdokument gelten, wenn gleich zu Beginn des Films deutlich wird, wo sich die überall blühenden BRD-Land- und Herrschaften des Frühlings '82 am Ende der Dekade sahen. So heißt es im Prolog: "1989 - die Bundesrepublik Deutschland ist das reichste Land der Erde. Die deutsche Industrie hat alle Probleme gelöst." Und noch fantastischer: "Alles ist grün."
Achje, es hätte so schön, so gnadenlos stylish werden können im Leopardenfell-Sakko mit Röhrenjeans und Gelfrisur, wenn, ja, wenn die da drüben nur ruhig gehalten hätten...
Jetzt nach Betrachtung dieses Films bleibt uns als einziges die bittere Gewissheit, dass die aufständischen DDR-Bürger nicht nur unseren prosperierenden Sonnenstaat, unser Shangri-La der Herzen (und immer vollen Geldbörsen) mitsamt unserem geliebten Führer Helmut Kohl, sondern (jawohl!) darüber hinaus auch unser all-time-favourite Kultjahrzehnt auf dem Gewissen haben! Nichts anderes wird uns „Kamikaze 1989“ eindrucksvoll vor Augen.
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
02.03.2011, 11:11 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 02.03.2011
Gartenreichsommer 2011 – ein Fest der Sinne im UNESCO Weltkulturerbe Dessau Wörlitz
Veranstaltungen vom 07.05.bis 03.09.2011
Am 7. Mai wird der diesjährige Gartenreichsommer mit einem Konzert traditionell im Wörlitzer Schloss eröffnet. Den ganzen Sommer hindurch erwarten die Besucher bis zum 3. September vielfältige Veranstaltungen in den Schlössern des Gartenreichs sowie in den verschiedenen Parkanlagen im Raum Dessau-Roßlau und Wörlitz.
Das Eröffnungskonzert gestaltet der amerikanische, achtzigjährige Pianist Norman Shetler.
Shetler ist besonderes als Klavierbegleiter von Gesangssolisten wie Anneliese Rothenberger, Peter Schreier, Dietrich Fischer-Dieskau und Thomas Quasthoff, aber auch von Instrumentalsolisten wie Nathan Milstein und Heinrich Schiff bekannt geworden. Es erklingen Werke von Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und Clara Wieck.
Zu den besonderen Höhepunkten zählen wieder der Fürst-Franz-Geburtstag am 6. August und die 13 Seekonzerte, bei denen die Zuschauer auf einer abendlichen Gondelfahrt ein stimmungsvolles Abendessen erwartet und sie die musikalischen Aufführungen an den Ufern der Seen erleben. In diesem Sommer bieten aber nicht nur die Seekonzerte das ultimative „Fest der Sinne“ mit einem Schmaus für Aug, Ohr und Gaumen. Auch das Brunchkonzert, das Gondelkonzert und weitere Veranstaltungen mit Musik oder Poesie in den Gärten laden zu kulinarischen Genüssen ein.
Ein außergewöhnliches Erlebnis für die Besucher verspricht auch die Inszenierung „Landscape – Kritik der Liebe“: Im Glanz der Morgensonne oder des Abendrots erklingen im Park Luisium Barockmusik und Shakespeare-Sonette. Die Lautten Compagney Berlin, 2010 mit dem Echo-Preis ausgezeichnet, verzaubert mit virtuosen Klängen. Schauspieler und Tänzer des Anhaltischen Theaters lassen die leidenschaftlichen Gefühle der Fürstin Louise wieder lebendig werden. Die Gartenreich-Gastronomie verwöhnt an der Orangerie im Morgentau oder Laternenschein mit kulinarischen Köstlichkeiten. Das Publikum lustwandelt durch den Park, vorbei am Schloss, und genießt in dieser einzigartigen Atmosphäre ein einmaliges sinnliches Erlebnis. „Landscape – Kritik der Liebe“, Premiere am 2. Juni 2011 um 5.00 Uhr, morgens, entsteht in Kooperation mit der Kulturstiftung DessauWörlitz und wird von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stadtsparkasse Dessau gefördert.
Außerdem stehen wieder zahlreiche Musikveranstaltungen in den historischen Festsälen auf dem Programm, bei denen sich die Musik mit der dortigen Architektur und Bauweise verbindet. Unter anderen ist das Publikum am 1. Juli zum Konzert „Sommerliches“ eingeladen, mit Christine Schornsheim am historischen Hammerflügel und Mayumi Hirasaki auf der Violine. Schornsheim zählt zu den international namhaften Spezialisten auf dem Gebiet der Alten Musik und ist als Solistin am Cembalo und Hammerflügel gleichermaßen gefragt wie als musikalischer Partner.
Insgesamt fünf Schlosskonzerte laden die Besucher des Gartenreichsommers 2011 in die Festsäle der Schlösser Mosigkau, Oranienbaum und Wörlitz ein.
Auch die diesjährige Konzertsaison des Gartenreichsommers wird traditionell mit einem festlichen Abschlusskonzert im Galeriesaal des Schlosses Mosigkau ausklingen, welches erneut von Kindern und Jugendlichen der Internationalen Musikakademie für musikalisch Hochbegabte gestaltet wird. Die jungen Künstlerinnen und Künstler im Alter von sechs bis neunzehn Jahren, die alle bei nationalen wie auch internationalen Wettbewerben bereits erste Preise errungen haben, präsentieren ein anspruchsvolles kammermusikalisches Programm.
Der Gartenreichsommer wird veranstaltet von der Kulturstiftung DessauWörlitz, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Ringhotel „Zum Stein“ und der Agentur Cm Reimann GmbH Concert Management Berlin.
Ausführliche Informationen zum Programm finden Sie im Flyer „Gartenreichsommer 2011“, der an allen Kassen und Spielorten des Anhaltischen Theaters ausliegt.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: www.gartenreichsommer.de und Tel: 030 67 80 111 oder Hotline 0180 - 55 44 888 (14 Cent/ Min. aus dem dt. Festnetz) sowie an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie und auch über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
01.03.2011, 14:35 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 01.03.2011
„Trash am Montag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
[EPISODE VI] Wisit Sasanatieng: Tears of the black Tiger
In der VI. Ausgabe von “Trash am Montag” am 14. März um 20.30 Uhr im KIEZ Kino Dessau widmen sich die Kritiker Rutten und Pocken dem Kitsch im Film.
Denken wir uns das immense Trash-Universum als großen Dampfdrucktopf und fragen wir uns, nach welchem Rezept man vorzugehen hat, will man der Welt einen Trashfilm par excellence kredenzen, so sehen wir uns vor die Aufgabe gestellt, nach Zutaten zu suchen, die ihn, den Film also, für ein ausgehungertes Publikum so lecker als möglich gestalten. Einige dieser Zutaten kennen wir nunmehr schon: da ist zum Beispiel der Splatter á la Schlingensief, da ist die Exotik des Schauplatzes und die Zusammenführung von vermeintlich Unverträglichem (Ed Woods Untote und seine Ufos über Hollywood), da ist die Besetzung billigerer (und somit amüsanterer) Laiendarsteller, wie es uns Rosa von Praunheim aufzeigt, und schließlich noch etwas Sex und Gewalt, wie ihn Russ Meyer augenzwinkernd propagiert. Für ihren nächsten Streich setzen abenteuerliche Criticissimüsse Rutten und Pocken eine weitere, ihrer Meinung nach unabdingbare Ingredienz auf diese ständig wachsende Einkaufsliste: den Kitsch!
Als Begriff geprägt, der die Kunst vom Mode-, Massen- und Trivialkompatiblen abgrenzen sollte und in den 70ern vom französischen Kommunikationstheoretiker Abraham A. Moles als „Kunst der Mittelklasse in einer Überflussgesellschaft“ definiert, steht Kitsch heutzutage erstrangig für die schamloseste Zurschaustellung a) ganz großer Gefühle, bzw. b) extrem schlechten Geschmacks. Beides bestens vereint (und darüber hinaus angereichert mit diversen uns bereits bekannten Variablen der Trash-Rezeptur) findet man, wie zu vermuten wäre, nicht im US-Kinoschrott der - sagen wir - letzten dreißig Jahre, sondern: in Thailand (Exotik? - Checked!). Als beliebtestes Kind des Thai-Kinos dürften sowohl die Thai-Western der 50er und 60er Jahre, als auch deren Weiterentwicklung gelten, das thai action cinema, dessen Filme von einheimischen Filmkennern gerne mit raboed phoo khao phao krathom! (zu deutsch: Zerbombt die Gebirge und brennt die Hütten nieder!) verrissen und im thailändischen Volksmund als nam nao (stinkende Tümpel) bezeichnet werden. Addiert man zu dem Bild, das bei derlei vielversprechender Kritik vor dem Inneren Auge entsteht, nun noch die sehkraftverzehrende Ästhetik der französischen Fotografen Pierre et Gilles hinzu, wird man nachvollziehen können, warum die Wahl des Märztitels auf Wisit Sasanatiengs grandiosen Schmachtfetzen „Tears of the Black Tiger“ fallen musste, einen Film, der zumindest im thailändischen Originaltitel schon verspricht, was späterhin furios gehalten wird: 'Fah talai jone' - zu deutsch: hoffnungslos veraltet und dabei extrem chic!
Werdet also Zeuge, wenn Revolver- und Weiberheld Dum Männern wie Frauen den Kopf verdreht bzw. runterschießt, und versteht Kitsch-Ingen Rutten und Pocken, die ihr - um mit Karl Marx zu sprechen: - „Gefühl als Ware" erfolgreich an die Audienz gebracht wissen möchten, weswegen wiederum zu gelten hat: am 14. März um 20.30 Uhr ist der Laden entweder gerappelt voll oder geschlossen!
01.03.2011, 11:32 | tags:
Diverses
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Helga Langelüttich, Mitteldeutsche Zeitung, 01.03.2011
Gemälde entstehen extra für den Ausstellungsraum
Premiere im Hettstedter Kunstzuckerhut: Erstmals werden in dem kleinen Ausstellungsraum großformatige Bilder gezeigt - und der Betrachter stellt überrascht fest, dass sie trotz ihrer Größe bestens hierher passen. Das hat einen besonderen Grund: Der Eisleber Maler Steffen Leander Amey hat die Gemälde extra für diesen Raum gemalt, wofür er sich ein Jahr Zeit genommen hat. Eines der Bilder konnte allerdings nicht über die sehr schmale Treppe nach oben transportiert werden. "Da haben wir es eben außen angebracht", sagte der Maler lachend.
Ebenso ein Novum ist ein farbenfrohes Gemälde, das an der Decke hängt. Dabei handelt es sich um das Bild, das Amey anlässlich der Veranstaltung des Gymnasiums am Markt zur Carreras-Stiftung für leukämiekranke Kinder gespendet hatte und das seinen Platz erst nach Fertigstellung der Schule finden wird. "Surreale Innenwelten" lautet das Thema dieser Präsentation - und bei manchen Werken überkam den Betrachter ein leichtes Schaudern: so bei dem größten der Exponate mit dem Titel "Höllenfahrt", Ameys eigener Inspiration zu einem mittelalterlichen Gemälde von Hieronymus Bosch.
Von einem anderen großen Gemälde blicken halb geschlossene Augen aus einem schmalen Gesicht mit sehr vollen Lippen auf einem dünnen, langgestreckten Hals am Betrachter vorbei, eine Brust ist wie bei manchen Madonnenbildern entblößt, doch dieses Wesen säugt kein Kind, sondern ein rattenähnliches Tier. Doch ein Porträt hebt sich von den übrigen Gemälden ab: Es zeigt ein schönes ruhiges Frauengesicht, die Augen von einer getönten Brille leicht verdeckt. Hier wurde nichts verzerrt oder verschoben, wie auch nicht bei den Skulpturen, die Amey gleichfalls ausstellt. Die beeindruckenden, kraftvoll wirkenden Körper sind als Muster aus Styropur, also leicht zu transportieren, und können bei Interesse eines Käufers in Bronze gegossen werden.
"Die Bilder sollen eine Diskussionsgrundlage bilden, und es sind alles Originale, es ist kein Plagiat dabei", erklärte der Künstler bei der sehr heiteren Einführung in die Ausstellung. Originale sind auch die vielen Skizzen des Malers, die er auf dem Fußboden verstreut hat: Wer wollte, konnte sich die eine oder andere mitnehmen "zum Preis von einem Euro, der dem Kunstzuckerhut-Verein zugute kommen soll", erläuterte Amey.
Quasi als Pendant zu den aufregenden Werken des Malers findet der Besucher im kleinen Nebenraum Schmuck und Accessoires,von Ameys Frau Christine König entworfen und hergestellt: Ketten, Ringe und Ohrschmuck in einer gelungenen Kombination aus Glasperlen und Filz - wer die farbenfrohen und phantasievollen Exponate gesehen hat, ist begeistert. "Ich liebe kräftige Farben", sagt die Gestalterin und öffnet einige der von ihr als Accessoire entworfenen Täschchen, die auch ein sehr farbenfreudiges Innenleben haben.
Steffen Leander Amey (40) studierte Theatermalerei und Plastik und arbeitet als Leiter des Malsaals und der Plastikabteilung am Anhaltischen Theater Dessau. Seine Frau, die aus Celle stammt, war an der Oper in Halle / Saale als Kostümbemalerin tätig. Hier lernte sich das Paar kennen - und heute haben sie zwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren. Ungewöhnlich wie die Ausstellung war auch die musikalische Einführung: Der Sänger, Gitarrist und Komponist Frank Exner spielte, begleitet von Michael Brandau (Percussion), eigene Werke, die Liebe und Urlaubsfeeling zum Thema hatten und vom Publikum mit begeistertem Beifall bedacht wurden.
27.02.2011, 17:03 | tags:
Diverses
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WELT online, 25.02.2011
Verwaltungschef geht zum Dessauer Theater
Senftenberg (dpa/bb) - Der langjährige Verwaltungsleiter der Neuen Bühne Senftenberg, Friedrich Meyer, wechselt kurzfristig zur Spielzeit 2011/12 an das Anhaltische Theater Dessau. Er werde dort die Position des Verwaltungsdirektors übernehmen, teilten der Generalintendant des Theaters in Dessau, André Bücker, und der Intendant des Theaters in Senftenberg, Sewan Latchinian am Freitag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Latchinian würdigte Meyers erfolgreiche Verwaltungstätigkeit in Senftenberg. Bücker dankte Latchinian für die einvernehmliche Entscheidung. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Verwaltungsdirektor Meyer.
22.02.2011, 12:13 | tags:
Schauspiel
, Diverses
799
Pressemitteilung vom 22.02.2011
Wege ins Glück! Teil: 3 SEX oder Was ist dran an einer schweißtreibenden Leidenschaft
Am Samstag, 5. März um 21.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater zur dritten Ausgabe von „Wege ins Glück!“ unter dem Thema SEX oder Was ist dran an einer schweißtreibenden Leidenschaft ein.
Alle tun es, egal wie wir es nennen: beischlafen, auswuchten, bügeln, bürsten, einlochen, knattern, pudern, vögeln, und doch bleibt er ein Mysterium – Der Sex. Egal, wir machen es dennoch, Mysterium hin oder her, auch wenn wir es nur gut, mittelmäßig, gar schlecht zu tun vermögen und schon gar nicht wissen, was wir da eigentlich tun. Und selbst wenn einige von uns sexuell nurmehr eine lästige Pflicht erfüllen, scheint er dennoch gut zu tun! Wir brauchen ihn also, den Sex, wenn auch nicht mehrmals am Tag, gar nur noch monatlich, gehört er unfraglich zu unserem Glückshaushalt! Ob am Tage, ob in der Nacht, jagen wir dabei bis an körperliche Grenzen gehend unsere Körpermitten haltlos durch Lotterbetten und Sofas, rutschen über Teppiche, treiben es im Dunkeln und bei grellem Sonnenschein und pfeifen auf die Frage, was Mensch, neben der naturgegebenen Fortpflanzungspflicht, eigentlich dazu treibt, ob in jungen Jahren oder noch mit über achtzig, mit Seinesgleichen unablässig in sexuellen Vollkontakt zu treten! Und selbst wenn man diese Frage schlüssig zu beantworten versteht, bleibt ein weitaus größeres Mysterium noch unbeantwortet – Wie machen ER/SIE/ES eigentlich „richtig guten“ Sex.
Zu diesem Zweck hat das Team der „Wege ins Glück“ in altbewährter Manier keinen renommierten Sexualtherapeuten hinzugezogen, sondern sich einem weiteren und aufopferungsvollen Selbstversuch unterzogen. Und 3 Männer und 1 Hase werden Auskunft geben, über ihre Recherche in Sachen Sex & Glück und ihr Publikum in Theorie und Praxis hoffentlich auf die sexuellen Sprünge bringen.
Mit: Katja Sieder, Thorsten Köhler, Jan Kersjes, Patrick Rupar, Holger Kuhla
Leitung: Holger Kuhla
Teil 4: 01.05.2011, 20 Uhr Thema: POLITIK oder Utopia smells very strong!
Tickets zu 6 EURO / ermäßigt 4.50 EURO und Informationen erhalten Sie an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und auch an der Abendkasse.
16.02.2011, 22:28 | tags:
Diverses
, Kurt-Weill-Fest
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Oliver Schröter, Mitteldeutsche Zeitung, 16.02.2011
«Wir haben uns über die Jahre professionalisiert»
Wenn am 25. Februar das Kurt-Weill-Fest in sein 19. Jahr startet, ist auch der Dessauer Beatclub wieder mit von der Partie. Seit über sechs Jahren ist er nicht nur Location, sondern auch wichtiger Partner mit Zugang zu einer jüngeren, regional verwurzelten Zielgruppe. Jörg Folta schaut im Gespräch mit Oliver Schröter auf die Zusammenarbeit zurück und redet über veränderte Inhalte und Ansprüche der Beatclub-Macher.
Lange ist das Kurt-Weill-Fest in der Stadt selbst als etwas elitär wahrgenommen worden, in den vergangenen Jahren hat sich das Bild aber verändert. Welche Aktie hat der Beatclub daran?
Folta: Wir haben 2006 auf Initiative des damaligen Intendanten Clemens Birnbaum das erste Mal am Kurt Weill Fest teilgenommen. Er wollte mit "New Sounds" eine Reihe innerhalb des Festes etablieren, die sich Weill-Interpretationen von Künstlern mit einem popkulturellen Hintergrund widmet. Wir hatten nahezu freie Hand, was die Auswahl der Künstler anbelangt und konnten so unterschiedliche Bands wie Stereo Total und die Twang Marvels, Freddy Fischer und die Young Gods oder Bernadette la Hengst engagieren.
Wie erfolgte die Auswahl?
Folta: Wichtig war und ist uns immer, unsere Konzerte in einen bestimmten, dem jeweiligen Motto der Kurt-Weill-Feste entlehnten Kontext zu stellen. So hat sich der Beatclub 2007 in eine Opiumhöhle der 20er Jahre verwandelt, in der die chilenischen Twang Mavels mit Leipziger Burlesque-Tänzerinnen ein Kurt-Weill-Programm ablieferten, das so mit Sicherheit noch nicht zu hören war.
Wie geht die Zusammenarbeit mit dem Weill-Fest weiter?
Folta: Seit dem Antritt Michael Kaufmanns als Intendant des Kurt-Weill-Festes hat sich die Zusammenarbeit noch mal intensiviert und wird möglicherweise noch ausgeweitet. Er war uns gegenüber von Anfang an sehr aufgeschlossen; man merkt, dass es für ihn nichts Ungewöhnliches ist, über Genregrenzen hinweg zu denken.
Wie musste sich der Beatclub verändern, dass solch eine Zusammenarbeit möglich wurde? Vor zehn Jahren war die kaum denkbar.
Folta: Wir mussten uns nicht verändern. Es musste nur jemand die Bereitschaft mitbringen, mit uns zusammenzuarbeiten. Allerdings haben wir uns über die Jahre natürlich professionalisiert - und das erleichtert das Miteinander.
Was sind die größten Unterschiede zwischen einem Punk-Konzert und den Vorbereitungen auf Little Annie oder Philip Boa, die in diesem Jahr im Rahmen des Kurt-Weill-Festes in Dessau gastieren?
Folta: Wir versuchen bei jedem Konzert im Rahmen des Kurt-Weill-Festes ein besonderes Umfeld zu inszenieren. Das ist der Unterschied zu den meisten Konzerten, die sonst im Beatclub stattfinden. Davon abgesehen, gibt es eigentlich nichts grundlegend anderes. Erst wenn das Publikum kommt, merkt man, dass man auf der falschen Party ist.
Phillip Boa spielt zwar im Club selbst, einige Beatclub-Veranstaltungen werden neuerdings aber auch ins Alte Theater ausgelagert. Warum eigentlich?
Folta: Seit dem letzten Jahr gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Anhaltischen Theater. Vor allem im Rahmen der Reihe "Salon Bolschewique" sind wir dort präsent, demnächst aber auch mit zwei Konzerten des Kurt-Weill-Festes. Gerade im Bereich von Lesungen, Matineen und ungewöhnlichen Formaten möchten wir im Alten Theater noch einiges veranstalten. Dafür ist der Beatclub der falsche Ort.
Wohin geht die Reise für den Beatclub also in Zukunft? Weniger Bierflaschen, mehr Kanapees?
Folta: Ich würde eher sagen: Mehr Bierflaschen, mehr Kanapees.
Welche Chance hat Dessau aus Ihrer Sicht als "Kulturschaffender"?
Folta: Wir machen viele Veranstaltungen im gesamten Osten Deutschlands. Die Sachen in Dessau stellen zwar den größten, aber nur einen Teil unserer Aktivitäten dar. Das heißt, wir haben einen etwas anderen Blickwinkel. Auf die ortsübliche Larmoyanz habe ich jedenfalls keine Lust. Auffallend in Dessau ist der Wertkonservatismus, wenn es um Fragen der Kultur geht, diese folkloristische Sicht sowohl von Machern als auch Rezipienten. Das Bauhaus ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel dafür. Deswegen freue ich mich über den frischen Wind, der im Anhaltischen Theater aber auch in einigen Subkulturen der Stadt weht.
16.02.2011, 12:51 | tags:
Musiktheater
, Diverses
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Pressemitteilung vom 16.02.2011
Start für die Anmeldung zum Scratch-Konzert
Zum Elbmusikfest 2011 zeigt das Anhaltische Theater vom 2. bis 5. Juni eine Werkschau der großen Inszenierungen dieser Spielzeit, beginnend mit LANDSCAPE– Kritik der Liebe, gefolgt von Mussorgskis CHOWANSCHTSCHINA und der vertanzten Erzählung DIE NIBELUNGEN: SIEGFRIEDSAGA bis hin zu Puccinis TURANDOT. Nach dem grandiosen Erfolg im vergangenen Jahr mit „Carmina burana“ lädt das Anhaltische Theater Dessau im Rahmen des Elbmusikfestes auch in diesem Jahr wieder Sangesbegeisterte zur Mitwirkung am Scratch-Konzert ein, welches am 4. Juni stattfinden wird. Damit soll die große Chortradition unserer Region, die im frühen 19. Jahrhundert ihre Wurzeln hat, neu belebt und in die Gegenwart fortgeschrieben werden.
Damals wie heute steht dabei das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt, die Freude an der Beschäftigung mit großartiger Musik und am Erarbeiten spezieller Chorwerke. Der Weg ist dabei das Ziel. Mitmachen kann jeder, der Spaß am Singen hat. Ein Vorsingen ist nicht notwendig. Erfahrung im Chorgesang ist natürlich von Vorteil und eine individuelle Vorbereitung erwünscht. Die Organisatoren um GMD Antony Hermus setzen auch in diesem Jahr wieder alles daran, diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.
Für das diesjährige Scratch-Konzert (zugunsten von UNICEF) wurden gleich mehrere fantastische Chorwerke ausgewählt: das Schicksalslied op. 54 von Johannes Brahms, der Gefangenenchor aus „Nabucco“ von Giuseppe Verdi (in italienischer Sprache), Kinderchöre aus der Kinderoper „Oskar und die Groschenbande“ von Christoph Reuter und das Finale der 9. Sinfonie d-Moll op. 125 von Ludwig van Beethoven.
Anmeldungen sind ab 16. Februar 2011 an der Theaterkasse im Rathaus-Center oder im Internet unter: www.anhaltisches-theater.de/scratch möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt: 15,- Euro/ermäßigt 10,- Euro/Kinder 5,- Euro. In der Teilnahmegebühr enthalten ist eine Versorgung mit Speisen und Getränken während der Probenpausen am 4. Juni.
Anmeldeschluss ist der 12. Mai 2011.
Weitere Informationen zum Scratch-Konzert und zur Anmeldung unter: www.anhaltisches-theater.de/scratch.
15.02.2011, 22:03 | tags:
Diverses
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Corinna Nitz, Mitteldeutsche Zeitung, 16.02.2011
Wittenberg ist dem Himmel ein Stück näher
Martin Luther war nicht nur ein Freund der Musik. Er trug auch zu ihrer Demokratisierung bei. "Hilfe, sie singen alle!" war Stefan Rhein zufolge eine zeitgenössische Reaktion auf die neue Gottesdienstkultur der Reformation, als auch die Gemeinde begann, fröhlich ihre Stimme zu erheben. Am Dienstag erinnerte Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, mit dieser Anekdote an die musische Seite des Reformators, als im Lutherhaus Wittenberg das internationale Musikfestival des spirituellen Gesangs "Himmel auf Erden" vorgestellt wurde.
Programm gesichert
Nun wurde dieses in Form und Anlage bemerkenswerte Fest, welches ein Beitrag zur Lutherdekade ist, zwar schon bei früheren Gelegenheiten öffentlich kommuniziert, aber noch nie war Wittenberg diesem Himmel so nah wie jetzt. Denn für das erste der drei Festivaljahre ist das Programm gesichert, und unter der Überschrift "Im Anfang" stehen vom 24. Juni bis 3. Juli die verschiedenen Schöpfungsmythen im Zentrum. Dabei werden zu zehn Konzerten renommierte Ensembles und Künstler aus Deutschland, Israel, Indien, Australien, Japan, der Schweiz und der Türkei erwartet und mit ihrer Kunst die Religionen der Welt repräsentieren.
Veranstaltet wird das Musikfestival vom Verein "WittenbergKultur" und dem Anhaltischen Theater Dessau. Dessen Generalintendant André Bücker hob am Dienstag die Bedeutung hervor, sich "im Zentrum der Reformationsdekade damit zu beschäftigen, wie sich andere Kulturen geistlich ausdrücken". "WittenbergKultur"-Geschäftsführer Johannes Winkelmann erinnerte noch einmal daran, dass die Kulturstiftung des Bundes das Projekt in diesem Jahr sowie 2012, wenn im Rahmen der Lutherdekade das Themenjahr "Reformation und Musik" begangen wird, mit jeweils 200 000 Euro unterstützt. Dies sei einerseits eine Würdigung und andererseits besonders die Verpflichtung, die Jahre bis 2017, wenn Luthers Thesenanschlag von 1517 gefeiert wird, "auch mit Inhalten zu füllen". Von Inhalten jenseits umfangreicher Gebäudesanierungen sprach auch Wittenbergs Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD). Man müsse das Reformationsjubiläum erlebbar machen und dabei gehe es nicht nur um "Belehrung, sondern auch um Unterhaltung".
Unterhaltsame Diskussion
Unterhaltsam sollen also bald die ganz großen Fragen thematisiert werden, etwa danach, wie Himmlisches ins irdische Leben integriert werden kann oder woher wir kommen und wohin wir gehen? Fragen, die bei allen Unterschieden sämtliche Religionen bewegen, alle Konfessionen und jede noch so kleine Glaubensgemeinschaft.
Davon, dass das Konzept des Festivals aufgeht, scheint übrigens auch der Berliner Kulturstaatsminister Bernd Neumann überzeugt. Sonst hätte Naumann am Dienstag nicht noch rasch per Fax mitgeteilt, dass er die Schirmherrschaft für "Himmel auf Erden" übernimmt.
Tickets für das Festival gibt es u. a. in der Tourist-Information Wittenberg, Tel. 03491 / 49 86 10.
15.02.2011, 15:33 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 15.02.2011
Aktzeichenkurs im Malsaal des Anhaltischen Theaters
Am Dienstag, 22. Februar lädt das Anhaltische Theater Dessau von 15.30 bis 17.00 Uhr zu einem Aktzeichenkurs in den Malsaal ein, der von Steffen Leander Amey, Leiter des Malsaals und der Plastikabteilung begleitet wird. Das Angebot richtet sich an Künstler, interessierte Laien und Fortgeschrittene mit Interesse am Aktzeichnen.
Der Eintritt beträgt 5,- Euro. Alle notwendigen Zeichenmaterialien sind selbst mitzubringen.
Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl bitten wir um telefonische Anmeldungen bei Steffen Leander Amey unter 0340 - 2511 345.
Für die Aktzeichenkurse, die immer am letzten Dienstag des Monats stattfinden, werden noch männliche und weibliche Aktmodelle gegen Honorar gesucht.
Kontakt: Steffen Leander Amey Tel: 0340 - 2511 345
08.02.2011, 13:22 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 08.02.2011
Poetry Slam im Alten Theater
Am Samstag, 19. Februar um 20.00 Uhr laden der Beatclub, der HALternativ e.V. und das Anhaltische Theater zum Poetry Slam in das Foyer des Alten Theaters ein.
Das Format des Poetry Slams findet sich mittlerweile in über 90 deutschsprachigen Städten und wird vom Verein HALternativ u.a. jeden dritten Sonntag im laufenden Semester im Studentenclub „Turm“ in Halle veranstaltet. Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen im KIEZ Kino in Dessau findet die Reihe erstmals im Alten Theater statt.
Beim Poetry Slam oder Dichterwettstreit/ Dichterschlacht tragen die Poeten ihre eigens verfassten Texte vor einem Publikum vor und werden von diesem über den Applaus oder eine Jurywertung gekürt. Dabei dürfen keine Requisiten, Kostüme oder Musikinstrumente benutzt werden und ein Zeitlimit ist einzuhalten.
Neben teilnehmenden erfolgreichen Slam-Poeten wie Daniel Wagner (Heidelberg): Poetry Slam Meister Baden-Württemberg/Deutscher Vizemeister German International Poetry Slam (GIPS) 2010, Mischa Sarim Verollet (Berlin): Autor von "Das Leben ist keine Waldorfschule" und “Warum ich Angst vor Frauen habe”, Autor bei Amy und Pink Andy Weber (Münster): u.a. Gewinner des Bunker Slams in Hamburg (Europas größter regelmäßiger Slam) und Karsten Strack (Paderborn): Lektora Verlag hoffen die Veranstalter, dass sich auch aus Dessaus Reihen Poeten zu Wort melden. Erlaubt ist alles, was aus der eigenen Feder stammt. Wer liest, spart den Eintritt. Anmeldungen werden unter KiezSlam(at)googlemail.com entgegengenommen.
Für Musik sorgt Catherine De La Roche (Köln). Einlass ist ab 19.00 Uhr.
Tickets zu 5 Euro/ 4 Euro ermäßigt sind an der Abendkasse erhältlich. [Eintritt frei für Arbeitslose]
01.02.2011, 18:38 | tags:
Theaterpaedagogik
, Diverses
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Pressemitteilung vom 01.02.2011
Prinz für Rosalinde von Von gesucht!
Das Anhaltische Theater lädt am Freitag, 18. Februar um 15.00 Uhr zu einem Nachmittag mit der wunderlichen Königin Rosalinde von Von in das Foyer im Großen Haus ein.
Schon seit Monaten sucht die leicht zerstreute Königin Rosalinde von Von in Märchen und Geschichten nach einem Hinweis auf die Adresse ihres Schlosses. Leider vergeblich. Weder in „Hänsel und Gretel“, noch beim „Tapferen Zinnsoldat“ hat sie den entscheidenden Tipp gefunden. Nicht einmal der Weihnachtsmann konnte ihr helfen!
Aber Rosalinde wäre keine königliche Hoheit, wenn sie so einfach aufgeben würde.
Seit sie im Januar von verzauberten Fröschen gelesen hat, ist Rosalinde fest entschlossen, sich einen Prinzen zu suchen, der sie befreit! Denn vielleicht hilft die oft beschworene Macht der Liebe, den Zauber zu lösen und ihr Klarheit zu verschaffen! Da Rosalinde von Von eine Frau der Tat ist, hat sie nun, wie sie es den Kindern im Januar versprochen hat, folgende Kontaktanzeige aufgegeben:
Fesche Königin, 33/170, schlank, gut gepudert, vermögend (wenn sie sich erinnern könnte, wo das Schloss mit dem Geld steht), humorvoll, beinahe zwanghaftes Interesse an Literatur sucht:
Netten, gut aussehenden Prinzen mit ausgezeichnetem Charakter und starken Nerven. Du solltest einen äußerst ausgeprägten Orientierungssinn haben (denn ich habe ihn nicht) und Talent im Bereich Magie. Kurz: Suche einen Mann, der mich von meinem Zauberbann erlösen kann.
Wenn Du gerne verlorene Schlösser, Schlüssel und Stammbäume suchst, schick mir bis zum 18. Februar eine Brieftaube (bitte auch mit Bild!) zum Friedensplatz 1a in 06844 Dessau.
Ach, ja ...und küssen solltest Du können.
Es freut sich auf deine Schriftrolle:
Königin Rosalinde von Von
Wer dabei sein möchte, wenn die wunderliche Königin Rosalinde von Von die hoffentlich vielen Antwort-Schriftrollen öffnet und vielleicht schon einen Prinzen in die engere Wahl zieht, der möge am Freitag, 18. Februar um 15.00 Uhr in das Foyer des Anhaltischen Theaters kommen.
Es sind noch Restkarten vorhanden!
P.S.: Prinzen traut Euch, Rosalinde wartet auf Post!
Der Eintritt beträgt 3 Euro. Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 / 2400-258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511-333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und an der Abendkasse.
01.02.2011, 16:33 | tags:
Diverses
779
Pressemitteilung vom 01.02.2011
„Trash am Montag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
EPISODE V: Russ Meyer “Die Satansweiber von Tittfield”
In ihrer nächsten Ausgabe von “Trash am Montag” am 14. Februar um 20.30 Uhr im KIEZ Kino Dessau widmen sich Kritikresistenzien Rutten und Pocken dem Subgenre des Softsexfilms.
Die drei dickbusigen Stripperinnen Varla, Rosie und Billie lieben nichts mehr als Sex, Gewalt und ihre Sportwagen. Als es nach einem wilden Autorennen zu einer Schlägerei kommt, und der Rivale getötet wird, entführen die Drei dessen ebenfalls dickbusige (und obendrein leichtbekleidete) Freundin und finden Unterschlupf auf einer abgelegenen Farm in der Wüste, die von einem verbitterten, weil an den Rollstuhl gefesselten Mann und dessen zwei geschlechtsreifen doch sexuell unerfahrenen Söhnen bewohnt wird. Als die drei Sexbomben vom Geld erfahren, das der querschnittsgelähmte Alte aus einer Schadenersatzleistung erhalten haben soll, kulminiert die Situation in Gier, Gewalt und wildem unersättlichen Geschlechtsverkehr.
"Hätte ich mich nicht so sehr für Titten interessiert, wäre aus mir vielleicht ein großer Filmemacher geworden", bemerkte Russ Meyer in einem Interview und doch sind seine im prüden Amerika der 1960er als Pornografie bezeichneten Erwachsenen-Unterhaltungs-Filme heute fester Bestandteil der Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art. Das mag auch darin begründet liegen, dass Russ Meyer, der sich selbst als Breastman Extraordinaire bezeichnete, mit Filmen wie “Motorpsycho”, “Supervixens”, “Pandora Peaks” und natürlich seinem Hauptwerk “Faster Pussycat! Kill! Kill!” ein Genre prägte, das als sogenannte Sexploitation aus der heutigen Popkultur nicht mehr wegzudenken wäre. Quentin Tarantino ehrt den Meister des Softcorefilms soeben mit der Vorbereitung eines Remakes der “Satansweiber von Tittfield”, und keine geringere als Britney Spears, so sagt man, ist für die Rolle der Varla vorgesehen. Ob's gut wird? Was wissen wir schon? Anders wird es werden, greller womöglich (weil in Farbe), aber niemals besser als das Original des amerikanischen Königs der riesenhaften Oberweite!
„Schwarzenegger, Stallone, Van Damme, Seagal spielen ebensolche Charaktere“, kommentierte unlängst Roger Ebert, amerikanischer Filmkritiker (im Schatten von Rutten und Pocken), und weiter: „Natürlich ohne die Büstenhalter.“ Und deswegen freuen Sie sich mit Rutten und Pocken auf die drei teuflischsten Grazien der Filmhistorie! Bühne frei für Tura Satana, Haji und Penthouse-Model Lori Williams am 14. Februar im Kiez Kino Dessau!
Always remember:
"The sweetest kittens have the sharpest claws! For your own safety see 'Faster, Pussycat! Kill! Kill!'"
Tura Satana, geboren am 10.7.1938 in Hokkaido, Japan, starb am 4.2.2011 in Reno, Nevada an den Folgen eines Herzfehlers.
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Dramaturgie: Maria Linke | Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
27.01.2011, 18:14 | tags:
Schauspiel
, Diverses
775
Pressemitteilung vom 27.01.2011
Veranstaltungen anlässlich des 152. Geburtstages von Prof. Hugo Junkers
„...die wesentliche Rolle spielt der Mensch!“
Anlässlich des 152. Geburtstages von Prof. Hugo Junkers zeigt das Anhaltische Theater am Donnerstag, 3. Februar um 17 Uhr zwei Dokumentarfilme des Filmemachers und Junkersspezialisten Klaus D. Schwarz im Foyer/ Großes Haus. Ganz besonders darf sich das Publikum auf die Voraufführung des Films „Wir nannten sie Julie“ freuen, ein Film über die JU 52 in Frankreich, der wenige Tage später, am 16. Februar um 21.15 Uhr erstmals im MDR Fernsehen ausgestrahlt wird. Auch der zweite Film „Besuch einer alten Dame II“, der die Reise von München nach Dessau, der inzwischen verstorbenen Tochter von Junkers, Gudrun Junkers-Wenz dokumentiert, erinnert mit sehr emotionalen Bildern an das Wirken von Junkers in Dessau.
Im Anschluss laden der Filmemacher Klaus D. Schwarz, der u.a. als Filmfotograf für den DEFA-Spielfilm „Spur der Steine“ arbeitete und Dramaturg Holger Kuhla das Publikum zum Gespräch ein.
Ebenfalls den Geburtstag Junkers zum Anlass nehmend wird um 19.30 Uhr im Großen Haus das Schauspiel von Carl Zuckmayer „Des Teufels General“ gezeigt. Jener Film, der die Geschichte des Fliegers Harras erzählt. Harras, genialer Flieger und schillernde Figur, rast mitten in den braunen Jahren die deutsche Karriereleiter empor und genießt sein Leben in vollen Zügen. Bewusst stellt er sich in den Dienst der Nazis. Er mordet für sie, weil sie ihm seinen Sport, das ritterliche Abschießen von Feindflugzeugen mitsamt Piloten, auf hohem technischem Niveau finanzieren. Er wird zu des „Teufels General“ - verstrickt in das System, schuldlos und schuldig zugleich.
In der Inszenierung von Wolf Bunge spielen: Werner Eng als Gast (Harras) sowie nahezu das gesamte Schauspielensemble des Anhaltischen Theaters. Bereits um 19 Uhr findet eine Einführung zum Stück im Foyer statt.
Nach der Vorstellung um ca. 22.30 Uhr stellen sich Inszenierungsteam und Schauspieler den Fragen des Publikums zur Aufführung und freuen sich auf das Gespräch.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
17.01.2011, 09:43 | tags:
Diverses
763
Pressemitteilung vom 17.01.2011
Konzert Duo Italiano
Am Samstag, 22. Januar um 19 Uhr lädt das Duo Italiano „M-S“ zum Konzert mit dem Titel „Von gestern bis heute“ in die Marienkirche ein.
Nunzio Salierno, der als Korrepetitor am Anhaltischen Theater tätig ist und sein Landsmann, Fabio Menditto, musizieren bereits seit 2004 immer wieder gemeinsam und gründeten in diesem Jahr das Duo „M-S“.
Auf dem Klavier und an der Mandoline erklingen Werke von Johann Nepomuk Hummel, Ludwig van Beethoven, Bartolomeo Bortalazzi, Raffaele Calace, Carl Munier, Franco Margola sowie ein Stück, dass Salierno selbst komponierte und das am Samstag erstmals zur Aufführung gelangt.
Nunzio Salierno absolvierte seine Ausbildung am Conservatorio di musica San Pietro a Majella in Neapel in den Fachrichtungen Klavier, Komposition, Cemballo und Dirigieren. Er musizierte als Solo Pianist und im Orchester u.a. am Teatro di San Carlo in Neapel, Teatro alla Scala in Mailand, Teatro Donezetti in Bergamo. Außerdem komponierte er zahlreiche Filmmusiken, für die er mehrfach Auszeichnungen erhielt.
Fabio Menditto studierte Mandoline am Conservatorio Statale di Musica "C. Pollini" in Padua. Anschließend folgten Engagements als Solist in verschiedenen Orchestern u.a. Teatro dell´Opera di Roma, Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Orchestra Sinfonica della RAI und Accademia Filharmonica Romana. Außerdem produzierte er mehrere CDs und ist derzeit als Lehrer für Mandoline am Conservatorio di musica San Pietro a Majella in Neapel tätig und gab an renomierten Akademien Meisterkurse.
Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Meisterkurse. Das Publikum darf sich auf ein Konzert voller Gefühl und Leidenschaft freuen.
Dauer: ca. 1.15 h
Tickets für 10,- Euro / ermäßigt 8,- Euro erhalten Sie an der Abendkasse in der Marienkirche.
14.01.2011, 16:56 | tags:
Diverses
762
Pressemitteilung vom 14.01.2011
Virtuoses für Geige und Klavier
Das 3. Kammerkonzert des Anhaltischen Theaters im Schloss Georgium steht am 22. Januar ab 15.30 Uhr ganz im Zeichen der Musik für Violine und Klavier.
Krankheitsbedingt muss das Programm jedoch leicht verändert werden. Zu hören sind Violinsonaten von Beethoven, Grieg und George Antheil. Außerdem erklingen die Fantasie nach Motiven der Rossini-Oper „Moses“ von Niccolò Paganini und die „Carmen“-Fantasie von Pablo de Sarasate. Es musizieren Myra van Campen-Bálint und Thomas Benke.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center; Tel: 0340 / 2400 - 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511 - 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
12.01.2011, 22:32 | tags:
Diverses
761
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 13.01.2011
Blumen führen zur Theater-Hochzeit
So wie das alte Jahr endete, könnte das neue Jahr gerne weiter gehen. Nicht ohne Stolz vermeldete das Anhaltische Theater in dieser Woche, dass es mit 37 285 Besuchern im Dezember das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre erreicht habe. Unter den 89 Vorstellungen, die im vergangenen Monat in den verschiedenen Spielstätten der Dessauer Bühne stattfanden, zählten das Weihnachtsmärchen "Die Feuerrote Blume", die Operette "Die Fledermaus", die weihnachtlichen Konzerte, das Ballett "Der Widerspenstigen Zähmung" und das Schauspiel "Die Drei von der Tankstelle" zu den Spitzenreitern.
Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf hat für diese guten Nachrichten die passenden Zahlen parat. So gab es im Dezember allein 23 Märchenvorstellungen, zuwei
len zwei am Tag. Was für die Darsteller harte Arbeit ist, erfreut längst nicht nur Kinder aus Dessau und Roßlau. "Die Busse kommen aus der Leipziger Ecke bis Delitzsch, aus dem Saalekreis und im Norden aus Gommern und Belzig", so Landgraf. Nicht minder fleißig war man an einer kleineren Spielstätte, dem Puppentheater. Für
"Hirsch Heinrich" listet die Statistik des Verwaltungsdirektors 15 Vorstellungen und für "Mäuseken Wackelohr" 16 Vorstellungen auf, die vor allem die jüngsten Theatergänger erfreuten. "Bewährt hat sich beim Puppentheater unsere Kooperation mit der DVV", erklärt Landgraf. Innerhalb derer können die Kindergärten den Wunsch anmelden, mit einem Bus für einen kleinen Aufpreis zum Theater zu kommen. "Das wird inzwischen sehr gerne genutzt", so der Verwaltungsdirektor des Theaters. Joachim Landgraf geht übrigens davon aus, dass es im kommenden Dezember nicht ruhiger werden wird. Als Weihnachtsmärchen des Jahres 2011 ist schließlich "Die Weihnachtsgans Auguste" vorgesehen. Das Stück um den Braten, der erst gerupft und dem dann ein Pullover gestrickt wird, dürfte nicht minder magisch anziehen wie der russische Märchenklassiker der aktuellen Saison, den man übrigens noch einmal im Januar sehen kann. Doppelvorstellungen wird es wohl auch mit Auguste und der Familie des Opernsängers Löwenhaupt geben.
Bewährt habe sich, so Landgraf, auch die Doppelvorstellung am Silvesterabend. Zweimal sei "Die Fledermaus" ausverkauft gewesen. Gleiches galt für die Märchenvorstellung am Heiligabend. "Weil an diesen Tagen keine Ermäßigungen gelten, freut mich dies natürlich für unsere Einnahmenseite", so Landgraf. Der überaus gute Dezember habe dafür gesorgt, dass sich das Jahresergebnis für die Dessauer Bühne verbessert hat. In Zeiten, wo an vielen deutschen Bühnen Besuchereinbrüche zu verzeichnen sind, hat sich das Anhaltische Theater behauptet. "Wir werden einnahmeseitig ein leicht besseres Ergebnis als im Vorjahr haben", sagte Joachim Landgraf. Für ihn würden der Spielplan den Generalintendant André Bücker und sein Team für diese Saison zusammenstellten und dessen bisherige Ausfüllung eine Einheit bilden. "Wir treffen das Interesse des Publikums und ich habe das Gefühl, das die Leute wieder positiver denken. Sie sind wieder eher bereit, ins Theater zu kommen." Anlass dafür gibt es schon in den kommenden Tagen, wenn zwei Neuproduktionen des Schauspiels Premiere haben: die Komödie "Tolles Geld oder Armut ist keine Schande" am 21. Januar und eine Woche später im Alten Theater "alter ford escort dunkelblau."
11.01.2011, 16:33 | tags:
Diverses
757
Pressemitteilung vom 11.01.2011
Besucherrekord im Dezember am Anhaltischen Theater Dessau
Mit 37.285 Besuchern im Dezember 2010 verbucht das Anhaltische Theater das beste Ergebnis der letzten zehn Jahre. Unter den 89 Vorstellungen, die im vergangenen Monat in den verschiedenen Spielstätten des Anhaltischen Theaters stattgefunden haben, zählten das Weihnachtsmärchen „Die Feuerrote Blume“, die Operette „Die Fledermaus“, die Weihnachtlichen Konzerte, das Ballett „Der Widerspenstigen Zähmung“ und das Schauspiel „Die Drei von der Tankstelle“ zu den Spitzenreitern.
Auch im Januar zeigt das Theater ein äußerst abwechslungsreiches Programm: am 14. Januar um 19.30 Uhr ist im Elbe-Werk Roßlau noch einmal das ungewöhnliche und erfrischende Neujahrskonzert „Einzug der Gladiatoren“ zu erleben, welches die Anhaltische Philharmonie unter der Leitung von GMD Antony Hermus bereits zwei Mal vor nahezu ausverkauftem Haus spielte. Ebenfalls am 14. Januar um 19.30 Uhr wird im Großen Haus das Schauspiel „Doktor Mabuse“ gezeigt. Norbert Jacques erschuf 1919 mit dieser Figur den Prototyp des modernen, gewissenlosen und schließlich in den Wahnsinn driftenden Universalverbrechers. Die Inszenierung von André Bücker dreht sich um das faszinierende Spiel mit der Macht und Mabuses unerfüllt bleibende Liebe. Übrigens: für die Inszenierungen „Doktor Mabuse“ und die Oper „Turandot“ bietet das Theater ein besonders günstiges Kombi-Ticket an (beide Inszenierungen für zusammen 26,- Euro auf allen Plätzen). Die Termine können beliebig kombiniert werden.
Am 16. Januar um 17 Uhr wird mit „Die Stumme von Portici [La Muette de Portici]“ von Daniel-François-Esprit Auber eine der zur Zeit selten gespielten aber im 19. Jahrhundert erfolgreichsten Opern im Großen Haus gezeigt. Regisseur André Bücker, GMD Antony Hermus und die Anhaltische Philharmonie laden zu diesem packenden Musiktheater-Abend ein. Die Produktion ist in der folgenden Woche zu Gast in Winterthur/ Schweiz.
Jeweils um 19.30 Uhr gibt es am 21. Januar („Tolles Geld oder Armut ist keine Schande“, Komödie von Alexandr N. Ostrowski – im Großen Haus) und am 28. Januar („alter ford escort dunkelblau“, Schauspiel von Dirk Laucke im Alten Theater) eine Schauspielpremiere zu erleben. Im Anschluss ist das Publikum herzlich zur Premierenfeier eingeladen.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Theaterkasse im Rathaus-Center; Tel: 0340 / 2400-258 - Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr, an der Theaterkasse; nur telefonisch 0340 / 2511-333 - Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, per Mail an kasse@anhaltisches-theater.de sowie an der Abendkasse.
07.01.2011, 15:50 | tags:
Diverses
754
Pressemitteilung vom 7.1.2011
Die Nacht, die Lichter [Folge 8]: Günter Eich - „Träume“ (1951)
Am Samstag, dem 29. Januar um 21.00 Uhr lädt das Anhaltisches Theater Dessau zur achten Folge der Reihe „Die Nacht, die Lichter“ in das Foyer des Alten Theaters ein. Der Abend widmet sich dem 1951 vom NWDR erstmals ausgestrahlten und 1953 im Suhrkamp-Verlag erschienenen Hörspielzyklus „Träume“, einem der bekanntesten und umstrittensten Werke des deutschen Hörspielautors und Lyrikers Günter Eich (1907–1972).
„Alles, was geschieht, geht dich an“, ruft er seinem Publikum zu; eine bittere Wahrheit, die ein vom Krieg ver- und zerstörtes Deutschland noch im Jahr 1951 nicht hören wollte. Nach der Ausstrahlung hagelte es Protestanrufe: „So ein Schund! Einsperren sollte man den!“ Denn Eich hatte mit scharfer Feder fünf fiebrige Träume aufgeschrieben, Geschichten aus dem ratternden Güterwaggon oder dem tiefen Urwald. So erschütternd absurd, dass ein Jahrhundert des Unvorstellbaren sie sich gerade schon wieder vorstellen konnte.
Nach Studien in Leipzig, Berlin und Paris lebte Günter Eich als freier Schriftsteller in Berlin und Poberow. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr wurde Eich zu einem wichtigen Vertreter der so genannten Kahlschlagsliteratur und bedeutendes Mitglied der Gruppe 47. Neben Gedichten schrieb er vorwiegend Hörspiele und wurde unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Schiller-Gedächtnispreis ausgezeichnet.
Mit: Eva Marianne Berger, Katja Sieder, Thorsten Köhler, Hans-Jürgen Müller-Hohensee, Sebastian Müller-Stahl und Patrick Rupar
Szenische Einrichtung: David Ortmann; Ausstattung: Silvia Maradea
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center; Tel: 0340 / 2400 - 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511 - 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
06.01.2011, 12:00 | tags:
Diverses
753
DPA, Mitteldeutsche Zeitung, 6.1.2011
Macht Verweigerung glücklich?
Der Schauspieler Thorsten Köhler vom Anhaltischen Theater Dessau hat zu Neujahr einen asketischen Selbstversuch gestartet. Für vierzehn Tage hat er seinen normalen Alltag unterbrochen, um sich nur noch mit dem Buch «Bartleby, der Schreiber» von Hermann Melville zu beschäftigen. Darin geht es um das Verweigern.
Am Ende des Selbstversuchs will der 32-jährige Köhler in der Theater-Reihe «Wege ins Glück» darüber berichten, ob Verweigerung glücklich macht. Bis dahin komme er zu keiner Probe mehr, sondern nehme nur noch lange geplante Bühnenauftritte wahr, sagte eine Theatersprecherin.
27.12.2010, 18:11 | tags:
Diverses
748
Pressemitteilung vom 27.12.2010
Wege ins Glück [Teil 2] „Sich verweigern“ oder Bartleby im Fernsehland und andere Möglichkeiten des Widerstandes
Am Samstag, 15. Januar um 21.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater zur zweiten Ausgabe von „Wege ins Glück“ unter dem Thema SICH VERWEIGERN ein.
Nachdem sich im ersten Teil der „Wege ins Glück“ ein Team von Schauspielern philosophisch - literarisch und in einem kräftezehrenden Selbstversuch mit den Gefahren, wie Glücksverheißungen des Alkoholkonsums auseinander gesetzt haben, untersucht nun der Schauspieler Thorsten Köhler solistisch einen 2. möglichen Weg ins Glück. In einem außergewöhnlichen Experiment wird sich Köhler ab dem 1. Januar 2011, 0.00 Uhr, radikal der Frage nach dem Sinn geistiger, körperlicher und politischer Verweigerung ausliefern. In völliger Abgeschiedenheit steht ihm dabei in einem vierzehntägigen, kreativen Selbstversuch nur eine einzige literarischen Quelle zur Verfügung: Herman Melvilles berühmtes Buch über das Verweigern, „Bartleby der Schreiber“. Am 15. Januar kommt es zum Finale dieses einmaligen Prozesses und der Schauspieler und Mensch Thorsten Köhler stellt im Foyer des Alten Theaters die Ergebnisse dieses Unternehmens vor.
Weitere Termine: 05.03.2011, 21 Uhr Thema: SEX oder Was ist dran an einer schweißtreibenden Leidenschaft; 01.05.2011, 20 Uhr Thema: POLITIK oder Utopia smells very strong!
Tickets zu 6 EURO / ermäßigt 4.50 EURO und Informationen erhalten Sie an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und auch an der Abendkasse.
27.12.2010, 17:34 | tags:
Diverses
747
Pressemitteilung vom 27.12.2010
„Trash am Montag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
Jared und Jerusha Hess „Gentlemen Broncos“
Am Montag, 10. Januar um 20.30 Uhr laden das Anhaltische Theater und das Kiez Kino zu einer weiteren Folge der Filmreihe „Trash am Montag“ im Kiez Kino ein. Dieses Mal verlassen die Kritiker, Pit Rutten und Serge Pocken, ihr angestammtes Terrain des bemüht-doch-schlechten Films, um eine amerikanische Produktion aus dem Jahr 2009 ins Rampenlicht zu rücken, die keinen Hehl aus ihrer aufrichtigen Zuneigung für das wahrhaft Schräge macht: „Gentlemen Broncos“.
Ausnahmsweise ein kommerzieller Film, trägt er seine Inspirationsquelle mit geradezu stolzgeschwellter Brust zur Schau: die Science-fiction unserer Jugend. Sei es in Buchform, sei es als Film, von allen geliebt, die Abenteuer von Perry Rhodan oder dem Raumschiff Enterprise und die Geschichten von Lem, Dick, den Strugatzkis oder Asimov.
Benjamin Purvis (17) fristet mit seiner negligé-entwerfenden Mutter ein illiquides Leben in einem Kugelhaus in Utah. Ohne Vater, ohne Freunde und ohne Aussicht auf Verbesserung der finanziellen Lage flüchtet er sich tagtäglich in eine Traumwelt hinein, in welcher Bronco, ein vollbärtiger Haudegen, als einziges zeugungsfähiges Exemplar der Gattung Kerl seine Fortpflanzungsorgane gegen den teuflischen Lord Daysius verteidigen muss. In der Hoffnung, Benji könnte doch noch Anschluss an Gleichaltrige finden, meldet seine Mutter ihn kurzerhand zu einem Sommercamp für angehende Schriftsteller an. Das beste Manuskript, von einer Jury unter Leitung von Dr. Chevalier, Benjis Idol, ausgewählt, wird am Ende des Seminars veröffentlicht! Benjamin wittert seine große Chance und schickt Bronco ins Rennen! Chevalier, an einer Schreibblockade leidend und vom Verlag unter Druck gesetzt, stiehlt Benjamins Manuskript, ändert den Titel und unterzieht Text und Hauptfigur einiger kleinerer kosmetischer Veränderungen, nur um kurz darauf den größten Erfolg seiner Karriere einzufahren. Und für Benji beginnt der gnaden- wie chancenlose Kampf um sein geistiges Eigentum.
Verantwortlich für diese Orgie an skurrilen Einfällen zeichnet das Ehepaar Jared und Jerusha Hess, die 2004 mit ihrem grandiosen Debüt „Napoleon Dynamite“ den ersten und bislang einzigen wirklichen Kultfilm des neuen Jahrtausends schufen. Ihre ganze Liebe gilt den gesellschaftlich Ausgestoßenen und deren ständigem Ringen nach Akzeptanz und Anerkennung. Die Adaptionsmechanismen, derer sich die spleenigen Charakter der Eheleute Hess hierbei bedienen, sind so ehrenhaft wie amüsant: immer ist es ein Übermaß an Fantasie, ein Riesenpfund Kreativität und ein gutes Quentchen Wahnsinn, mit dem die Helden ihren Alltag meistern.
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Dramaturgie: Maria Linke;
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
21.12.2010, 21:14 | tags:
Diverses
746
Pressemitteilung vom 21.12.2010
Verschenken Sie Vergnügen – Angebote Gartenreichsommer 2011
Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten liegt druckfrisch der neue Flyer für den Gartenreichsommer 2011 vor und hält eine Fülle verlockender musikalischer Höhepunkte im UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz bereit.
Den ganzen Sommer hindurch erwarten die Besucher vielfältige Veranstaltungen mit hochkarätigen Musikern in den Schlössern des Gartenreichs sowie in den verschiedenen Parkanlagen im Raum Dessau-Roßlau und Wörlitz.
Zu den besonderen Höhepunkten zählen die 13 Seekonzerte, bei denen die Zuschauer auf einer abendlichen Gondelfahrt die musikalischen Aufführungen an den Ufern der Seen erleben können.
Ein außergewöhnliches Erlebnis für die Besucher verspricht auch die Inszenierung „Landscape – Kritik der Liebe“: Im Glanz der Morgensonne oder des Abendrots erklingen im Park Luisium Barockmusik und Shakespeare-Sonette. Die Lautten Compagney Berlin, mit dem Echo-Preis ausgezeichnet, verzaubert mit virtuosen Klängen. Schauspieler und Tänzer des Anhaltischen Theaters lassen die leidenschaftlichen Gefühle der Fürstin Louise wieder auferstehen. Die Gartenreich-Gastronomie verwöhnt an der Orangerie im Morgentau oder Laternenschein mit kulinarischen Köstlichkeiten. (Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner, Inszenierung: André Bücker, Choreografie: Tomasz Kajdanski)
„Landscape – Kritik der Liebe“, Premiere am 2. Juni 2011 um 5.00 Uhr, entsteht in Kooperation mit der Kulturstiftung DessauWörlitz und wird von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stadtsparkasse Dessau gefördert.
Außerdem stehen zahlreiche Musikveranstaltungen in den historischen Festsälen wieder auf dem Programm, bei denen sich die Musik mit der dortigen Architektur und Bauweise verbindet sowie phantasievoll gestaltete Gondel- und Brunchkonzerte.
Der Gartenreichsommer wird veranstaltet von der Kulturstiftung DessauWörlitz, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Ringhotel „Zum Stein“ und der Agentur Cm Reimann GmbH Concert Management Berlin.
Ausführliche Informationen zum Programm finden Sie im Flyer „Gartenreichsommer 2011, der an allen Kassen und Spielorten des Anhaltischen Theaters ausliegt.
Das Anhaltische Theater hält noch weitere Geschenkangebote bereit: Ob Theatergutscheine, Theatercard oder ein Theaterabonnement - für jeden ist etwas Passendes dabei.
Die Mitarbeiterinnen an den Theaterkassen beraten gern und stehen bei der Auswahl tatkräftig zur Seite.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
21.12.2010, 11:31 | tags:
Diverses
740
Pressemitteilung vom 21.12.2010
Gerald Fiedler liest: „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“
Eine meditative Lesung mit einer musikalischen Pause.
Am Samstag, 8. Januar um 19.30 Uhr liest der Schauspieler Gerald Fiedler aus der Erzählung von Eric-Emmanuel Schmitt „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ im Foyer des Alten Theaters.
Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser noch nichts gemerkt hat. Doch der hat den elfjährigen jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur „der Araber an der Ecke“ ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt, auch die des Glücks und des Lächelns. Moses spürt, auf Monsieur Ibrahim, der Tag für Tag in seinem Laden sitzt, ist Verlass. Die Beiden begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, und Moses erfährt, dass nicht alle Dinge so sind, wie sie scheinen.
„Eric Emmanuel Schmitt hat eine Erzählung geschrieben von lächelnder Gewitztheit, gelehrtem Charme, zu Herzen gehender Einfachheit - und eleganter Schönheit.“ – so DER SPIEGEL 2002
Dauer: ca. 80 min
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center; Tel: 0340 / 2400 - 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511 - 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
20.12.2010, 22:47 | tags:
Diverses
738
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 21.12.2010
Festliches Theaterprogramm für die kommenden Tage
Weihnachten und an den Feiertagen zeigt das Anhaltische Theater eine Fülle besonderer Vorstellungen, die die Feiertage zu einem Fest werden lassen. Will man die eine oder andere Vorstellung besuchen, sollte man sich allerdings schnell entscheiden, denn einige Aufführungen sind bereits ausverkauft oder es gibt nur noch Restkarten.
Bereits einen Tag vor Heiligabend, am Donnerstag dieser Woche um 18 Uhr, kann man noch einmal das "Weihnachtliche Konzert" der Anhaltischen Philharmonie besuchen. Für einen Teil der Schauspieler geht in dieser Woche zudem eine anstrengende Zeit zu Ende. Beinahe täglich war in den vergangenen Wochen auf der Großen Bühne - oft auch in Doppelvorstellungen - das Weihnachtsmärchen "Die Feuerrote Blume" zu sehen, ein Zaubermärchen für Groß und Klein, in dem es um die Kraft der Liebe und um den Sieg des Guten über das Böse geht. Zwar ist die Märchenvorstellung am Heiligabend bereits ausverkauft, am 22. Januar steht diese Produktion jedoch noch einmal auf dem Spielplan.
Karten gibt es noch für die Vorstellung des Balletts "Der Widerspenstigen Zähmung" am 1. Weihnachtstag um 17 Uhr. Eine halbe Stunde zuvor kann man sich etwas über die getanzte Shakespeare-Komödie mit Schostakowitsch-Musik bei einer Einführung im Foyer erzählen lassen. Ausverkauft ist am gleichen Tag sowie an Silvester die neue Schauspielproduktion "Die Drei von der Tankstelle". Kurzfristig gibt es jedoch am 29. Dezember um 19.30 Uhr eine Zusatzvorstellung ("Mein wildes Herz in Deine Ruh" entfällt) im Alten Theater, für die es noch Karten gibt.
Auch wer sich am 2. Weihnachtsfeiertag für den Besuch einer Oper entscheidet und Verdis "Ein Maskenball" sehen und hören möchte, hat dazu um 17 Uhr Gelegenheit. Mit der "Fledermaus" den Silvesterabend zu beginnen, ist jedoch unmöglich. Die Abendvorstellung ist restlos ausverkauft, wenige Restkarten gibt es jedoch noch für die Vorstellung um 15 Uhr.
Die Anhaltische Philharmonie lädt zum Neujahrskonzert "Einzug der Gladiatoren" am 1. Januar um 17 Uhr ins Große Haus ein. Ungewöhnlich und spannend ist ihr Programm: Da wird die Bühne zur Manege und das Konzertzimmer zum Zirkuszelt. Das Publikum erlebt Jongleure, musikalische Tiere, Ballett, einen Clown und den Weltmeister im Kunstpfeifen, und als "Zirkuskapelle" natürlich die Anhaltische Philharmonie unter der musikalischen Leitung von GMD Antony Hermus. Das Programm ist noch einmal am 9. Januar um 18.30 Uhr beim Neujahrsempfang und am 14. Januar um 19.30 Uhr im Elbe-Werk Roßlau in abgewandelter Form zu erleben.
Für alle, die ihre Theaterbegeisterung mit anderen teilen möchten oder noch auf der schweißtreibenden Suche nach dem passenden Geschenk sind, bietet das Theater interessante Ideen: Theatergutscheine, eine Theatercard oder ein Theaterabonnement können noch bis Heiligabend erworben werden. Die Mitarbeiterinnen an den Theaterkassen beraten gern und stehen bei der Auswahl tatkräftig zur Seite.
Karten und Informationen gibt es an der Abendkasse und unter den Nummern 0340 / 2 40 02 58 und 2 51 13 33.
14.12.2010, 07:50 | tags:
Diverses
732
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 14.12.2010
Kostproben eines Weges
"Musketier und Grenadier" - den originalen Text, den August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ersann, hört man gewöhnlich kaum noch, eher die geläuterte friedvollere Fassung. Und ohne Text funktioniert die Sache ohnehin: "Morgen kommt der Weihnachtsmann". Er wird zwar auch am Donnerstag noch nicht kommen, aber die jüngsten Schüler der Musikschule Dessau-Rosslau standen schon am Sonntag auf der Bühne des beinah ausverkauften Anhaltischen Theaters, als sei Bescherung in der Weihnachtsstube und schenkten den Hörern rührselige Bilder, spielerische, lautmalerische, Strich um Strich marschierende, entzückende und fingerschnalzende Kostproben vom arbeitsreichen Anfang eines schönen Weges, gesetzt als Auftakt des "Weihnachtlichen Konzertes".
Ein Stück weiter ist bereits das Nachwuchsorchester unter Leitung von Dagmar Fichtner. Es gibt "Weihnachtsgrüße vom Fidel-Max" an die Zuhörer weiter. Stringent durchsichtig, pädagogisch up to date und lohnend spielerisch weihnachtet es. Und irgendwann, "wenn alle Bäume dürre sein, dann grünet er", treibt er gar Blüten: "O Tannebaum", arrangiert von Edgar Herzog, famos inszeniert vom Saxophon-Quintett. Jede Stimme hat ihre Chance und spielt sie aus. Immergrün, saftig augenzwinkernd zeigen sich Alexander Neumann, Ann-Kristin Lamprecht, Lukas Benecke, Kristin Ullmann und Carsten Schaub. An diesen frisch geschlagenen Baum kann man nun Perlen heften. Beseelt das Vivace, galant das Menuetto der Sinfonia in F von Wilhelm Friedemann Bach. Das Barockensemble formt unter Leitung von Friedemann Neef einen gefühlvoll ausgeloteten, vollschlanken Klang.
Reigen auf dem Cello
Meist im Fundament verborgen, hebt Bastian Matthei den Kontrabass aus dem Orchestergraben. Warm und virtuos spielt er des Bauernsohnes Johann Baptist Vanhals Satz Allegro moderato aus dem Konzert in D für Kontrabass und Orchester. Schon vorher saß er am Klavier und gab federleicht das glänzende Passagenwerk, den "Gnomenreigen" von Franz Liszt. Elisabeth Sommer und Paul Weinreich kommunizieren vorzüglich und musizieren die Sinnlichkeit aus, in zwei Sätzen aus dem Konzert für zwei Violoncelli, Streicher und Basso continuo g-Moll von Antonio Vivaldi.
Zwei der drei Preludes für Klavier von George Gershwin trägt Cornelius Tamm auf, meistert die knifflige Rhythmik und das dynamische Ereignis. Schon wunderbar weich im Strich spielt Tabea Korsowsky einen Satz aus dem Konzert Nr. 9 a-Moll für Violine und Orchester von Charles de Bériot, begleitet von Tatiana Alieva am Klavier. Von Julius Eckert begleitet wird Sophie Stahl. Sie spielt erzählend schön Mandoline, die Sonatine in c-Moll von Ludwig van Beethoven. Virtuos ist der Zungenbrecher, den Moderator Roland Müller neben programmgemäß beachtlich verzahnten Sätzen aus der Musikgeschichte liefert.
Vieles wäre noch zu nennen. Klavier zu vier Händen, Lara Störmer und Lina Marie Dürrwald; Trompete, Maria Brand; Flöten, Tabea Schykoriak und Johanna Wolter sowie Cembalo, Urte Alvermann.
Mit Sound in die Pause
Natürlich spielt die Big Band Anhalt vor der Pause, inwendig bewegt. Und vor dem Ende heißt es mit Luther: "Er ist auf Erden kommen arm" aus dem Weihnachts-Oratorium von Johann Sebastian Bach. Jessica Großmann (Mezzosopran) fühlt die Demut des Chorals und Philipp Jekal (Bariton) führt das verschränkte Rezitativ machtvoll erzählend. In der Arie "Großer Herr, o starker König" bleibt das Jugendorchester noch ein Stück weit auf der Erde und der starke König macht sich auf den Weg. Michael Praetorius' "Puer natus: Ein Knabe geboren" ertönt mit Orchester, Vokal- und Blockflötenensemble. So weihnachtet es wahrlich im großen Finale. Und deshalb wird alle Jahre wieder im ganzen Haus vor der Zeit gesungen: "Oh du fröhliche".
Der Kalender 2011 "Musikschule in Bildern" kann für 12 Euro weiterhin im Sekretariat der Schule erworben werden. Der Gesamterlös dient der Anschaffung des neuen Flügels, für den auch Tasten-Patenschaften vergeben werden.
13.12.2010, 14:58 | tags:
Diverses
730
Pressemitteilung vom 13.12.2010
Blick hinter die Kulissen
Theaterführung mit Joachim Landgraf
Am Sonntag, 19. Dezember 2010 um 10.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater zu einer Führung durch das Theater ein. Erleben Sie den Theaterbetrieb aus einem ganz anderen Blickwinkel und wandeln Sie auf den Pfaden, die sonst nur Sänger, Musiker und Schauspieler beschreiten. Joachim Landgraf, Verwaltungsdirektor des Anhaltischen Theaters, führt die Besucher über die Bühne, durch den Kostümfundus, die Werkstätten und Garderoben. Lassen Sie sich bei einer Theaterführung hinter den Kulissen von der Faszination des Theaters anstecken und erleben Sie eine spannende Reise durch eines der größten Bühnenhäuser Europas, seine Geschichte und seine Geschichten.
Tickets zu 5,- Euro und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch: 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
13.12.2010, 13:02 | tags:
Diverses
729
Pressemitteilung vom 134.12.2010
„Aber etwas muss man doch fürs Herze tun!"
Zum Abschluss der Lesereihe „Advent Advent“ lädt das Anhaltische Theater Dessau am Sonntag, 19. Dezember um 11.00 Uhr in das Foyer des Alten Theaters ein. An diesem 4. Adventssonntag steht mit Friedrich Wolfs Geschichte „Die Weihnachtsgans Auguste“ eines der wohl bekanntesten Weihnachtsmärchen überhaupt auf dem Programm. Gelesen wird die Erzählung um die liebenswerteste Gans der Welt von der Schauspielerin Susanne Hessel, die vor allem das junge Publikum auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage einstimmen wird.
Der Gans Auguste ist zu Weihnachten ein trauriges Schicksal zugedacht - nach dem Willen von Kammersänger Luitpold Löwenhaupt soll sie als Festtagsbraten auf dem Teller landen. Doch längst ist Gustje ein Freund der Familie und ganz besonders des kleinen Peterle geworden. Als Vater Löwenhaupt das Messer ansetzen will und auf seinen weihnachtlichen Gänsebraten besteht, streiken die Kinder, Mutter und Hausmädchen weinen, Gustje schreit Zeter und Mordio. Ihrer Federn beraubt, erkämpft sie sich ein neues Gewand und schließlich auch einen Platz im Herzen des Familienoberhaupts.
Tickets zu 3,- Euro und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch: 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
07.12.2010, 16:08 | tags:
Diverses
719
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 7.12.2010
Wicht trägt plissiertes Hemd
ALTES THEATER
Eine Lesereihe für Kinder zur Adventszeit beginnt mit einer doppelten Bekehrung und der Schauspielerin Eva-Marianne Berger.
Der Wicht ist ein Snob in Gabardinehosen, Fischgrätweste und plissiertem Hemd, Havanna rauchend. Nur der Tannenbaum duftet mutmaßlich nicht. Aber dafür es gibt einen richtig roten Vorhang. Vorweihnachtszeit ist Märchenzeit, vielleicht, weil das Kleine nie wirklich groß wird, wie die Geschichte vom märchenhaft ins Fleisch geborenen Gott beteuert.
„Wir freuen uns auf die Kinder.“ David Ortmann/ Regisseur
Die Oralität, die Mündlichkeit macht das gewisse Etwas. So lädt das Anhaltische Theater zur Lesereihe „Advent-Advent“ an drei Samstagen ins Foyer des Alten Theaters. Das sei, so Regisseur David Ortmann, ausdrücklich ein Angebot für Kinder ab dem Vorschulalter, ein „adventliches Lesen für kleine Menschen und alle die es bleiben wollen“. Dies gelte es gegen manche Erwartung deutlich zu machen, sagt er und: „Wir freuen uns auf die Kinder“. Am nächsten Sonnabend um 16 Uhr liest Patrick Rupar „Hilfe, die Herdmanns kommen“ und am 4. Advent um 11 Uhr trägt Susanne Hessel „Die Weihnachtsgans Auguste“ auf.
Teil Eins startete mit herzallerliebsten Fantasiestücken unter leicht schimmernder Yes-we-can- Emotionalität. Eva-Marianne Berger las „Der vergessene Wichtel“ von Lorrie Moore. Aben, der Wichtel, der Snob, war einst die Nummer Eins am Nordpol, ein preisgekrönter
Spielzeugmacher. Nun lebt er seinen Ruhm aus oder hängt rauchend im Kronleuchter, bis er vom Weihnachtsmann seiner überheblichen Untätigkeit wegen zum Rentierwächter degradiert wird. Am Heiligen Abend versieht er diesen Dienst auf den Dächern, rutscht dann doch unerlaubt durch die Esse und verpasst den Schlitten. Auf dem Dachboden wartet er auf das nächste Jahr. Aber Eva wünscht sich zu Weihnachten bestenfalls die Masern, ist gar nicht lieb und somit bleibt fraglich, ob der Schlitten hier noch einmal halten wird. Als Aben eine Spieluhr entdeckt, als Eva diese hört, begegnen sich beide. Aben findet auch ein Bild einer Ballerina, der Mutter Evas, die bei der gestrengen Tante Viktoria aufwächst. Im Rahmen ihres Defizits nähern sich die beiden, bis Eva dem Wicht hilft, auf das Dach gegenüber zu gelangen. Da wohnt ein braver Junge. Da hält der Schlitten garantiert. Und am Ende hält er auch auf Evas Dach. Denn „lieb sein ist, wenn du jemandem dazu verhilfst, dass ihm warm ums Herz wird“.
So schimmert, weich gezeichnet und ins Puppenstuben-Alter gesetzt, das Scrooge-Motiv doppelt, eine doppelte Bekehrung in dienlicher Interaktion. Eva-Marianne Berger liest staubfrei, verpasst dem Wicht eine schnarrend geschraubte Stimme, illustriert mit einigen Accessoires den Text und wenn sie den Papierschnee vom Blatt pustet, wird sie eine lichte zwar, doch echte Märchentante und partiell verführerisch. Unter den Zuschauern sitzen verhältnismäßig wenige Kinder, eher die Generation der potentiellen Märchenerzähler, vielleicht, um sich ein Stück Kindheit aufzutauen. Am Ende sagt eine der älteren Damen erwägend: „Naja“. Aber nun sollten auch die Kinder kommen - o kommet doch all’.
07.12.2010, 12:48 | tags:
Diverses
717
Pressemitteilung vom 7.12.2010
Aktzeichenkurs im Malsaal des Anhaltischen Theaters
Am Dienstag, 14. Dezember von 15.30 bis 17.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater Dessau zu einem Aktzeichenkurs in den Malsaal ein, der von Steffen Leander Amey, Leiter des Malsaals und der Plastikabteilung begleitet wird. Das Angebot richtet sich an Künstler, interessierte Laien und Fortgeschrittene mit Interesse am Aktzeichnen. Im kommenden Jahr findet der Kurs jeweils am letzten Dienstag im Monat um 15.30 Uhr statt.
Der Eintritt beträgt 5,- Euro. Alle notwendigen Zeichenmaterialien sind selbst mitzubringen. Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl bitten wir um telefonische Anmeldungen bei Steffen Leander Amey unter 0340 - 2511 245.
07.12.2010, 11:03 | tags:
Diverses
716
Super Sonntag, 5.12.2010
So werden die Feiertage zu einem Fest der Sinne
Weihnachtliches im Anhaltischen Theater
Schauspieler erzählen und lesen die vielleicht schönsten Vorweihnachtsgeschichten aus aller Welt und verzaubern so ihr großes und kleines Publikum im Foyer des Alten Theaters. Die Lesereihe „Advent Advent“ startete am 4. Dezember und wird am 11. Dezember, um 16 Uhr und am 19. Dezember, um 11 Uhr fortgesetzt.
Beinahe täglich ist auf der Großen Bühne das Weihnachtsmärchen „Die Feuerrote Blume“ zu sehen, ein Zaubermärchen für Groß und Klein, in der es um die Kraft der Liebe und um den Sieg des Guten über das Böse geht.
Märchenhaft Das diesjährige weihnachtliche Konzert des Anhaltischen Theaters hält ein besonders abwechslungsreiches und märchenhaftes Programm bereit. Dabei wirken Gesangssolisten, das Kinderballett und der Kinderchor des Anhaltischen Theaters mit und es wird zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen eingeladen. Die Anhaltische Philharmonie Dessau spielt unter der Leitung von Daniel Carlberg. Das Konzert erlebt im Monat Dezember drei Aufführungen in Dessau, am 11. (17 Uhr), 17. (19.30 Uhr) und 23. Dezember 2010 (18 Uhr). Eine Voraufführung mit leicht verändertem Programm findet am 5. Dezember um 15 Uhr im Elbe-Werk in der Roßlauer Hauptstraße statt.
Mit dem Ballett „Der Widerspenstigen Zähmung“, der Komödie „Die Drei von der Tankstelle“, der Inszenierung „Mein wildes Herz in deine Ruh“, Verdis Oper „Ein Maskenball“ und der Operette „Die Fledermaus“ wird ein mannigfaltiges Programm vor und an den Weihnachtsfeiertagen geboten.
Die Anhaltische Philharmonie lädt zum Neujahrskonzert „Einzug der Gladiatoren“ am 1. Januar, um 17 Uhr ins Große Haus ein. Ungewöhnlich und spannend ist ihr Programm: Da wird die Bühne zur Manege und das Konzertzimmer zum Zirkuszelt! Das Publikum erlebt Jongleure, musikalische Tiere, Ballett, einen Clown und den Weltmeister im Kunstpfeifen, und als „Zirkuskapelle“ natürlich die Anhaltische Philharmonie unter der musikalischen Leitung von GMD Antony Hermus. Das Programm ist noch einmal am Sonntag, 9. Januar um 18.30 Uhr im Großen Haus und am Freitag, 14. Januar um 19.30 Uhr im Elbe-Werk Rosslau in abgewandelter Form zu erleben.
Am 2. Januar, um 17 Uhr ist auf der Großen Bühne „Die Stumme von Portici (La Muette de Portici)“ als Wiederaufnahme zu erleben. Mit André Bückers Inszenierung von Daniel-François-Esprit Aubers Oper kehrte eine der erfolgreichsten Opern des 19. Jahrhunderts nach jahrzehntelanger Abwesenheit auf die Dessauer Opernbühne zurück.
Kultur schenken
Für einzelne Vorstellungen werden in der Adventszeit Familienvorstellungen angeboten, bei denen Kinder in Begleitung mindestens eines Erwachsenen besonders preiswert ins Theater gehen können. Für alle, die ihre Theaterbegeisterung mit anderen teilen möchten oder noch auf der schweißtreibenden Suche nach dem passenden Geschenk sind, bietet das Theater interessante Ideen: Theatergutscheine, eine Theatercard oder ein Theaterabonnement können die Herzen höher schlagen lassen. Die Mitarbeiterinnen an den Theaterkassen beraten gern und stehen bei der Auswahl tatkräftig zur Seite.
07.12.2010, 10:10 | tags:
Diverses
713
Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 7.12.2010
Lebendige Theatergeschichte
Dem künstlerischen Leben der ehemaligen Solotänzerin des Dessauer Theaters und international bekannten Tanzkünstlerin Ellen Meissner-Kamrath ist die letzte Sonderausstellung im Museum für Stadtgeschichte Dessau in diesem Jahr gewidmet. Anlass für die Schau "Ellen Meissner-Kamrath - Ein Leben für die Kunst", die am Dienstag um 17 Uhr im Johannbau eröffnet wird, ist die Übergabe des künstlerischen Werkes von Meissner-Kamrath an den Anhaltischen Kunstverein (die MZ berichtete).
Auf Wunsch von Ellen Meissner-Kamrath, die Anfang der 50er Jahre mit ihrem späteren Ehemann, dem Choreograhpen Wilm Kamrath, an das Landestheater kam, wird ein weiteres ehemaliges Mitglied der Dessauer Bühne, der vor allem aus dem Fernsehen bekannte Schauspieler Heinz Behrens, Ehrengast der Ausstellungseröffnung sein. Behrens kam nach ersten Engagements an den Theatern von Rostock und Erfurt zur Spielzeit 1953 / 54 an das Landestheater Dessau. Auf sein Talent wurde auch der Deutsche Fernsehfunk aufmerksam und engagierte Heinz Behrens 1961 in dessen Schauspielensemble, dem er bis zu dessen Abwicklung im Jahre 1991 angehörte. Einem breiten Publikum bekannt geworden ist Heinz Behrens durch Rollen in Serien wie "Polizeiruf 110" oder "Der Staatsanwalt hat das Wort". Weitere Filme waren "Egon und das achte Weltwunder" oder "Nicht schummeln, Liebling". Erfolgreich waren seine Auftritte in zahlreichen Lustspielen, vor allem in der Maxe-Baumann-Reihe an der Seite von Gerd E. Schäfer. 1987 gastierte er noch einmal in Dessau in der Werner-Müller-Inszenierung von "My Fair Lady" als Professor Higgins. Behrens wird bei der Ausstellungseröffnung mit der Künstlerin ins Gespräch kommen.
Am Mittwoch kann man Ellen Meissner-Kamrath dann um 17 Uhr bei einer Lesung aus ihren Lebenserinngerungen in der Anhaltischen Landesbücherei erleben. Der Lesung schließt sich ein Gespräch mit MZ-Kulturredakteur Andreas Hillger an.
06.12.2010, 17:10 | tags:
Diverses
712
Pressemitteilung vom 6.12.2010
Lesung „Advent Advent“
„Hilfe, die Herdmanns kommen”
Am Samstag, 11. Dezember um 16 Uhr wird die Lesereihe „Advent Advent“ mit Barbara Robinsons Weihnachtsgeschichte „Hilfe, die Herdmanns kommen" im Foyer des Alten Theaters fortgesetzt. Patrick Rupar, Mitglied des Schauspielensembles des Anhaltischen Theaters liest aus dem wunderbaren Weihnachtsbuch und verzaubert große und kleine Zuschauer (empfohlen für Kinder ab 7 Jahren) mit einer Geschichte, die zum Nachdenken ebenso anregt wie sie auf die bevorstehende Weihnachtszeit einstimmt.
Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren (auch die Mädchen), bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mit Hilfe ihrer halbwilden Katze in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leerfegen. Jetzt haben sie es sogar geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten...
„Aber es kommt anders! Spritzig und stellenweise umwerfend komisch wird erzählt, wie die Herdmanns die Weihnachtsgeschichte völlig unvoreingenommen mit den Augen der sich durchs Leben boxenden Kinder sehen, ganz realistisch in ihr eigenes Leben übertragen und mit ihrem Spiel bei den überraschten Zuschauern ein ganz neues Verständnis für die Weihnachtsbotschaft wecken. Eine erfrischend unsentimentale, zugleich aber auch nachdenklich stimmende Geschichte - nicht nur für die Weihnachtszeit.“ – so Radio Bremen
Die Reihe wird am 19. Dezember um 11 Uhr mit der Weihnachtsgeschichte „Die Weihnachtsgans Auguste“ fortgesetzt, gelesen von der Schauspielerin Susanne Hessel.
Tickets zu 3,- Euro und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
06.12.2010, 15:54 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
710
Pressemitteilung vom 6.12.2010
19. Dessauer Bassgeigenweihnacht
Die Musikschule Dessau-Roßlau und Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie laden am Dienstag, 14. Dezember um 18.00 Uhr zu einem besonderen Konzert in die Marienkirche ein.
23 Kontrabassisten im Alter von sieben bis achtundvierzig Jahren, darunter Schüler der Musikschule Dessau-Roßlau und der Grundschule am Akazienwäldchen, gestalten gemeinsam mit Mitgliedern der Anhaltischen Philharmonie ein unterhaltsames nicht nur vorweihnachtliches Programm der 19. Dessauer Bassgeigenweihnacht.
In dem Konzert werden Kompositionen von Giovanni Bottesini, Richard Eilenberg, Christoph Reuter, Franz Schubert u.a. erklingen. Die Geschichte zur 19. Bassgeigenweihnacht, vorgetragen von den Schülern der AG Kontrabass der Grundschule am Akazienwäldchen, erzählt von 10 kleinen Kontrabässen, Pinseläffchen und von einem Faultier. Die Kontrabassschüler der Musikschule stellen sich mit solistischen Beiträgen vor. Es erklingen die weihnachtlichen Weisen im einzigartigen Sound des Bassgeigenorchesters.
Die musikalische Leitung und Moderation liegt in den Händen von Ingo Burghausen, Wolfgang Kind begleitet die Musiker am Klavier.
Die 19. Dessauer Bassgeigenweihnacht ist eine Veranstaltung der Musikschule Dessau-Roßlau mit freundlicher Unterstützung des Anhaltischen Theaters Dessau und der Stadt Dessau-Roßlau.
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen gibt es unter www.bassgeigengala.de oder telefonisch unter 0177 70 14 776 bei Ingo Burghausen.
06.12.2010, 13:15 | tags:
Diverses
, Neue Formate
708
Pressemitteilung vom 6.12.2010
„Trash am Montag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
Rosa von Praunheim „Die Bettwurst“
Am Montag, 13. Dezember um 20.30 Uhr stehen wiederum Außenseiter im Mittelpunkt der Filmreihe „Trash am Montag“ im Kiez Kino. Mit dem Film „Die Bettwurst“ lernen die Zuschauer Luzi und Dietmar kennen und lieben. Die renommierten Filmkritiker Pit Rutten und Serge Pocken nehmen mit Rosa von Praunheims „Die Bettwurst“ ein weiteres cineastisches Highlight
unter die Lupe.
Sie, kürzlich verwaiste alternde Sekretärin, er, junger Hafenarbeiter auf der Suche nach Arbeit und persönlichem Glück. Es ist Schicksal. Gezeigt werden berührende Szenen voller Innigkeit und Nähe wenn die beiden Frischliierten an einem Tanztee teilnehmen, um eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen, oder Luzis Schrebergarten wässern, wo sie von einem verschmusten Hund besucht werden. Zu bewundern sind Dietmars Herzenswärme und Charme, wenn er Luzi bei der Hausarbeit entlastet (obgleich er offenbar noch nie einen Staubsauger gesehen hat) aber auch ihre Leidenschaft, mit der das Paar eine Liebesnacht und Stunden ungetrübten Glücks miteinander verbringt. Schließlich wird der Zuschauer Zeuge, als Dietmars kriminelle Vergangenheit die beiden Turteltauben einholt. Luzi wird entführt. Zeit für einen Helden. Dietmar steht bereit.
Der deutsche Filmregisseur Rosa von Praunheim legte mit seinem vom ZDF produzierten Erstling „Die Bettwurst“ einen Film vor, der bereits kurz nach seiner Premiere 1970 Kultstatus erreichte und 1973 mit der „Berliner Bettwurst“ eine fulminante Fortsetzung erfuhr. Den Erfolg verdanken beide Kleinodien ihrem mehr als exzentrischen Darstellerduo, Praunheims Tante Luzi Kryn, deren einzige Qualität laut Praunheim „ihre unerschütterliche Selbstliebe gewesen“ war, und Dietmar Kracht, einem ehemaligen Strichjungen, der kurz nach den Erfolgen ähnlich romantisch-verklärt wie Bayerns König Ludwig II. in einem See ertrank.
Beide keine professionellen Schauspieler, waren sie trotzdem nicht davon abzuhalten, einige der emotionalsten Szenen abzuliefern, die Rutten und Pocken je gesehen haben. Es mag zwar verdammt schlecht gespielt sein, aber hey!, es ist wahrhaftig und es rührt - gelegentlich den Drang, einfach wegzuschauen, aber häufiger noch, rührt es die Herzen.
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
Eine Kooperation mit dem Kino im Kiez Dessau.
Dramaturgie: Maria Linke;
Mit: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
02.12.2010, 11:28 | tags:
Diverses
706
Pressemitteilung vom 2.12.2010
André Bücker inszeniert „Der Besuch der alten Dame“ am Nationaltheater Mannheim
André Bücker, Generalintendant des Anhaltischen Theaters, inszeniert am Nationaltheater Mannheim Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“. Premiere ist am 4. Dezember um 19 Uhr im Schauspielhaus. Dürrenmatts tragische Komödie ist ein Stück über Macht und Menschlichkeit, Recht und Rache und fragt, inwieweit gesellschaftliches Handeln durch Geld korrumpierbar wird. Wann vergisst eine Gesellschaft alle Moral und wird käuflich? Nach „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt und „Waffenwetter“ nach dem Roman von Dietmar Dath, führt Bücker bereits zum dritten Mal Regie am Nationaltheater Mannheim.
Inszenierung: André Bücker; Bühne und Kostüme: Jan Steigert; Dramaturgie: Stefanie Gottfried Musikalische Leitung: Joe Völker
26.11.2010, 11:26 | tags:
Diverses
698
Pressemitteilung vom 26.11.2010
Lesung „Advent Advent“
Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr werden zur Adventszeit wieder weihnachtliche Lesungen im Foyer des Alten Theaters stattfinden.
Am Samstag, 4. Dezember um 17 Uhr startet die Lesereihe „Advent Advent“, bei der Schauspieler des Anhaltischen Theaters die vielleicht schönsten weihnachtlichen Geschichten für Kinder und Erwachsene erzählen und lesen und so ihr großes und kleines Publikum verzaubern.
Die Reihe wird am 11. Dezember um 16 Uhr und am 19. Dezember um 11 Uhr fortgesetzt.
Termine:
Samstag, 4. Dezember um 17.00 Uhr; Lesung Advent - Advent; Altes Theater/Foyer
Samstag, 11. Dezember um 16.00 Uhr; Lesung Advent - Advent; Altes Theater/Foyer
Sonntag, 19. Dezember um 11.00 Uhr; Lesung Advent - Advent; Altes Theater/Foyer
Tickets zu 3,- Euro und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
25.11.2010, 14:49 | tags:
Diverses
697
Pressemitteilung vom 25.11.2010
Meister des intelligenten Wortwitzes in Dessau
Am Freitag, 14. Januar um 20.00 Uhr präsentieren der Beatclub Dessau und das Anhaltische Theater den „Salon Bolschewique“ zum nunmehr zweiten Mal im Studio des Alten Theaters. Zweiter Gast in dieser Reihe ist der Schriftsteller, Dichter und Musiker Max Goldt.
Er bildete zusammen mit Gerd Pasemann das Musikduo „Foyer des Arts“, für das er textete und Lieder sang. Max Goldt schreibt seit 1989 Kolumnen für das Satiremagazin „Titanic“, hat zusammen mit Stephan Katz sechs Comicbände herausgebracht und bereist nicht selten den deutschen Sprachraum als Vortragender eigener Texte.
1997 wurde ihm der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor verliehen, 1999 der Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire, 2008 der Kleist-Preis und der Hugo-Ball-Preis. Neben Auszügen aus einigen seiner vielen bereits veröffentlichten Bücher wird Max Goldt auch aus seinem aktuellen Werk „Gattin aus Holzabfällen“ lesen.
„Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und daß sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet.“ (Daniel Kehlmann)
Tickets gibt es im Vorverkauf für 10,- Euro zzgl. Gebühr VVK oder an der Abendkasse für 12,- Euro.
Tickets und Informationen unter: Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und auch an der Abendkasse.
Anhaltticket: Humperdinckstraße 2, Tel: 0340 2508 43 43
Vorverkauf außerhalb alle VVK-Stellen von www.ticketmaster.de
Siehe auch: www.salon-bolschewique.de
24.11.2010, 20:14 | tags:
Diverses
696
Pressemitteilung vom 24.11.2010
Ehemalige Auszubildende des Anhaltischen Theaters gewinnt Baden-Baden AWARD
Am 19. November fand die Preisverleihung des Baden-Baden AWARD 2010 Event und Medien auf der Bühne der Europäischen Medien- und Event-Akademie Baden-Baden statt.
Unter den Erstplazierten war auch Claudia Steiner, die ihre Ausbildung zur Bühnenplastikerin am Anhaltischen Theater Dessau absolviert hat. Darüber freuen sich die Theatermacher, da es für die Qualität der Berufsausbildung am Anhaltischen Theater spricht.
Die 16 herausragendsten Arbeiten wurden mit dem fünffarbigen Keramik-Fohlen ausgezeichnet, das zum Symbol dieser Preisverleihung geworden ist. Rund 100 Bühnenmaler, Bühnenplastiker, Maskenbildner, Mediengestalter, Veranstaltungstechniker und Veranstaltungskaufleute aus ganz Deutschland haben sich um den „Baden-Baden Award 2010 Event und Medien“ beworben.
Seit 2009 verleihen die Europäische Medien- und Event-Akademie und die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe gemeinsam mit der Stadt Baden-Baden und dem Südwestrundfunk
diesen Preis und schaffen damit ein Forum, um Berufsgruppen, die hinter den Kulissen Herausragendes leisten, ins Rampenlicht zu rücken.
Mitglieder der Jury und Laudatoren waren die Schauspielerin Ursula Cantieni, bekannt aus der TV-Serie „Die Fallers“, Manfred Beilharz, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Präsident des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI) Berlin, Harry-Potter-Maskenbildner Barney Nikolic, der Wiener Regisseur Leo Krischke, der freischaffende Bühnenbildner Siegfried E. Mayer und die Opernsängerin Christine Zoller.
Das digitale Serviceprogramm der ARD, EinsPlus, wird am 7. Dezember 2010 um 21.45 Uhr eine 30minütige Dokumentation rund um die Preisverleihung ausstrahlen.
24.11.2010, 19:20 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
695
Pressemitteilung vom 24.11.2010
19. Dessauer Bassgeigenweihnacht: Aus BISS wird BASS denn wir sind keine Vampire
Zum nunmehr 19. Mal laden die Musikschule Dessau-Roßlau und das Anhaltische Theater am Dienstag, 14. Dezember um 18.00 Uhr zur Dessauer Bassgeigenweihnacht in die Marienkirche ein.
Im Mittelpunkt des Abends stehen die ca. 20 großen und kleinen Kontrabassisten: Schüler der Musikschule Dessau-Roßlau und der Grundschule am Akazienwäldchen, die gemeinsam mit Mitgliedern der Anhaltischen Philharmonie musizieren. Die musikalische Leitung und Moderation liegt in den Händen von Ingo Burghausen, Wolfgang Kind begleitet die Musiker am Klavier.
Neben Weihnachtsliedern wird auch richtig schwere Konzertliteratur dargeboten, sodass der musikalische Austausch der Kleinsten mit erfahrenen Kontrabassisten wie jedes Jahr ein wahrer Publikumsmagnet zu werden verspricht.
Die 19. Dessauer Bassgeigenweihnacht ist eine Veranstaltung der Musikschule Dessau-Roßlau mit freundlicher Unterstützung des Anhaltischen Theaters Dessau und der Stadt Dessau-Roßlau.
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen gibt es unter www.bassgeigengala.de oder
telefonisch unter 0177 70 14 776 bei Ingo Burghausen.
23.11.2010, 20:53 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung der Baden-Baden Award Gemeinnützige GmbH, 23.11.2010
Baden-Baden Award 2010 Event und Medien -
16 junge Fachkräfte aus der Event- und Veranstaltungsbranche ausgezeichnet
Eine luftig verhüllte Schönheit auf Leinwand, ein blauglitzernd geschminkter Wassermann, eine Excalibur-Rockopern-Broschüre mit Schwertverschluss, ein Animationsfilm über die Unscheinbarkeit des Glücks: Die diesjährigen Preisträger des Baden-Baden Award haben sich einiges einfallen lassen, um bei der Jury zu punkten. Mit Erfolg. Die 16 herausragendsten Arbeiten wurden mit dem fünffarbigen Keramik-Fohlen ausgezeichnet, das zum Symbol dieser Preisverleihung geworden ist. Rund 100 Bühnenmaler, Bühnenplastiker, Maskenbildner, Mediengestalter, Veranstaltungstechniker und Veranstaltungskaufleute aus ganz Deutschland haben sich um den „Baden-Baden Award 2010 Event und Medien“ beworben. Der Ehrenpreis der EurAka in Form einer einwöchigen New York-Reise ging an den Sieger in der Kategorie Mediengestalter Bild und Ton, Jan Jungbluth, aus Neuwied von der WestWind Multimedia GmbH, Bendorf. Sein Animationsfilm über den Geruch des Glücks hatte die Juroren ganz besonders begeistert.
Unter den Erstplatzierten war auch Claudia Steiner aus Dortmund, die ihre Ausbildung zur Bühnenplastikerin am Anhaltischen Theater Dessau absolviert hat.
Anlass für die erstmalige Ausschreibung des Preises im Jahr 2009 war die wachsende Bedeutung der künstlerischen Berufe in unserer heutigen Mediengesellschaft. Vor diesem Hintergrund haben die Industrie- und Handelskammer (IHK) Karlsruhe und die EurAka gemeinsam mit der Stadt Baden-Baden und dem Südwestrundfunk ein Forum schaffen wollen, in dem sich die
Fachkräfte jenseits der Bühne auch selbst einmal im Rampenlicht präsentieren
können. Teilnahmeberechtigt waren alle Absolventen der Kreativberufe, die ihre Prüfung im Jahr 2010 erfolgreich absolviert haben.
Für den I. Vizepräsidenten der IHK Karlsruhe, Richard Schmitz, ist der Preis auch vor dem Hintergrund des immer dramatischer werdenden Fachkräftemangels eine wunderbare Möglichkeit, junge Leute zu motivieren. „Die Event- und Medienbranche boomt. Immer mehr Unternehmen werden gegründet. Immer mehr Fachkräfte werden gebraucht. Und wie die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt: Wer hier in Baden-Baden seine Ausbildung erfolgreich abschließt, der bekommt Angebote aus der ganzen Welt.“ Zudem seien in den so genannten Kreativberufen die Leistungen sehr schwer mit klassischen Schulnoten zu bewerten. „Bei unserem Preis geht es deshalb nicht um Zeugnisse, sondern allein um Kreativität“, erklärte Schmitz auf der Preisverleihung.
Mitglieder der Jury und Laudatoren waren die Schauspielerin Ursula Cantieni, bekannt aus der TV-Serie „Die Fallers“, Manfred Beilharz, Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Präsident des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI) Berlin, Harry-Potter-Maskenbildner Barney Nikolic, der Wiener Regisseur Leo Krischke, der freischaffende Bühnenbildner Siegfried E. Mayer und die Opernsängerin Christine Zoller.
Der erstmalig verliehene Ehrenpreis der Jury ging an den geistigen Vater des Awards, Claus Millot vom Zentralen Veranstaltungsmanagement der IHK, der lange Jahre als Ausbildungsberater für die Kreativberufe zuständig war. Verkleidet als Putzfrau Berta überreichte ihm Ursula Cantieni eine Filmrolle nach Wahl im “Tatort“ oder den „Fallers“.
Das Rahmenprogramm unter der Regie der Intendantin des Baden-Badener Theaters, Nicola May, entführte die Zuschauer in den „Backstage“-Bereich eines Theaters und präsentierte mit der Gruppe „Project AIR“ Parcour-Läufer, die im wahrsten Sinne des Wortes die Wände hochliefen begleitet vom „Trommelfeuer“ der gleichnamigen Band . Durch den Abend führte SWR3-Comedy-Chef Andreas Müller in charmant-witziger Manier.
Das digitale Serviceprogramm der ARD, EinsPlus, wird am 7. Dezember 2010 um 21.45 Uhr eine 30minütige Dokumentation rund um die Preisverleihung ausstrahlen.
23.11.2010, 12:17 | tags:
Diverses
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 20.11.2010
Wo Gewinn sich in Applaus messen lässt
DIALOG SONDERBAR
Dessaus Wirtschaftsjunioren werfen Blick hinter die Kulissen und fragen: Ist das Theater ein Wirtschaftsunternehmen oder eine Kreativschmiede?
Sie sind gemeinsam Straßenbahn gefahren und waren dabei anregt in Gespräche vertieft. Sie saßen aber auch schon diskutierend auf dem Spielfeld der Anhalt-Arena - die Wirtschaftsjunioren sind einfallsreich, wenn es darum geht, Veranstaltungen für den etwa 35 Mitglieder zählenden Verein anzubieten. „Jetzt waren wir auf der Suche nach einer Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kultur", erzählt der Vorsitzende Sebastian Schneider. Gefunden bat man diese im Anhaltischen Theater. Und so stehen nun Frauen und Männer im großen Malsaal inmitten der entstehenden Kulissen für die Operette „Die Fledermaus'.
„Anhaltisches Theater - Wirtschaftsunternehmen oder Kreativschmiede?", so heißt die Veranstaltung in der Einladung. Als Joachim Landgraf, der Verwaltungsdirektor des Anhaltischen Theaters, die Gäste in Empfang nimmt, möchte er das „oder" gleich durch ein „und" ersetzen, „dann sind wir uns schon einig, denn wir sind beides“ . Es ist nicht das erste Mal, dass in den vergangenen Monaten Wirtschaftsvereine der Region die Nähe zum Theater suchen . „Da hat sich viel getan, nur sie haben uns noch gefehlt", sagt Landgraf und setzt zur Führung durch das Haus an.
Märchen als Renner
Die ist für die gut 30 Gäste höchst informativ, wird sie doch vom Verwaltungsdirektor auch immer mit wirtschaftlichen Details gespickt, die das Metier Joachim Landgrafs sind. Gleich im Malsaal berichtet er von der Ausbildung zum Theatermaler, einem Studium von fünf Jahren, und den Besonderheiten der Arbeit, wenn beispielsweise die großen Prospekte mit verlängerten Pinseln auf dem Boden bemalt werden. Er erzählt etwas zur allgemeinen Theatersituation, empfiehlt, wirbt und verblüfft auch. Anerkennend nicken die Wirtschaftsjunioren, als sie von den rund 25 Vorstellungen des Märchens hören, die stets zu 95 Prozent ausverkauft sind. Ungläubig hören sie Zahlen, die man sonst selten nennt. Landgraf macht am Beispiel von Tänzern deutlich, wie man für seinen Job am Theater brennen muss, um Löhne zu akzeptieren, wie sie an Stadttheatern üblich sind . „Tänzer sind Hochleistungssportler, ihre Lebensarbeitszeit ist zeitlich begrenzt, eigentlich müssten sie so viel verdienen, dass sie in der Jugend Rücklagen bilden können. Doch jede Sekretärin im Rathaus verdient mehr als unsere „Tänzer", erklärt er.
Die aktuellen Tarifverhandlungen erwähnt er ebenso wie den Verzicht der Theatermitarbeiter auf Lohnerhöhungen seit mehreren Jahren. „Das schließt auch meine Stelle mit ein, wir arbeiten hier 37,5 Stunden in der Woche", sagt Landgraf. Als man ihm schließlich Applaus für seine Arbeit spendet, wissend darum, dass er bald in den Ruhestand wechselt und seine Stelle bereits ausgeschrieben ist, erklärt sich Joachim Landgraf. Sein Abschied habe auch mit den zunehmend schlechter werdenden finanziellen Rahmenbedingungen zu tun, „wir haben es hier mit sehr vielen Erbschaften zu tun". Seit zwölf Jahren führe er die nahezu immer gleichen Diskussionen. Das mache müde. Nur Minuten vor dem Treffen mit den Wirtschaftsjunioren sei er aus dem Kulturausschuss gekommen, wo er zum wiederholten Male die Meinung des Theaters zum Masterplan Kultur kund tat. „Da bin ich noch aufgeheizt und in der richtigen Stimmung für eine gute Führung."
So geht es weiter In den Kostümfundus. Auch hier kommen die wirtschaftlichen Aspekte nicht zu kurz. Usus sei es vor jeder neuen Inszenierung, zu schauen, welche bereits vorhandenen Kostüme man noch für Chor und Statisterie verwenden kann. Akzeptiere der Ausstatter die Vorschläge der Gewandmeisterinnen, dann begänne die Arbeit der Änderungsschneiderei. „Das ist für uns immer noch billiger, als Kostüme neu zu nähen", sagt Landgraf. Lediglich Solisten erhielten immer ein neues Kostüm. „Die Stoffpreise sind in Euro genauso hoch wie früher in D-Mark. Aber unser Budget hat sich ja nicht verdoppelt." Was so ein Theater kostet, nicht nur im Personalbereich mit seinen 338 Beschäftigten, sondern auch im Unterhalt, davon bekommen die Wirtschaftsjunioren auch auf der Bühne eine Ahnung, deren Ausmaße immer wieder beeindrucken. Joachim Landgraf
nennt Eckdaten, präsentiert stolz die Technik und erzählt von deren Tücken, so erst vor wenigen Tagen, als das elektronische System für die Züge versagte. „Da ist unser Theatermeister bis früh um fünf Uhr hier geblieben." So lange er am Haus arbeite sei noch keine Vorstellung aus technischen Gründen ausgefallen. „Dafür braucht man aber Leute, die für das Theater glühen und nicht auf die Uhr schauen."
Nicht auf die Uhr geguckt
Auch der 1. Kapellmeister Daniel Carlberg und Schauspieler Matthieu Svetchine schauten am Donnerstagabend nicht auf die Uhr, als sie die Wirtschaftsjunioren nach dem Rundgang schließlich im Theaterrestaurant musikalisch begrüßten. Eine Fragerunde, die Michael Schuster, Geschäftsführer der Köthen Kultur und Marketing GmbH, moderierte, beendete mit dem „Dialog Sonderbar" das letzte Treffen der Wirtschaftsjunioren in diesem Jahr. Und wenn diese sich fragten, wo das Wirtschaftsunternehmen Theater denn den Gewinn erwirtschaftet, hatte Joachim Landgraf auch darauf eine Antwort: „Bei uns sind glückliche Besucher und der Applaus der Gewinn."
23.11.2010, 11:54 | tags:
Schauspiel
, Diverses
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Thomas Schaarschmidt, Mitteldeutsche Zeitung, 19.11.2010
Bühne frei für die Kleinkunst
KIEZ „Trash am Montag" und „Poetry Slam" beleben Ruf des Kiez in der Dessauer Bertolt -Brecht -Straße wieder neu. Dichterwettstreit geht Samstag in die dritte Runde.
Der Hilferuf wurde über Facebook gesandt. „Bitte, bitte", stand auf der Profilseite des Kiez-Kinos in dem Internet-Netzwerk geschrieben, „beim nächsten Trash am Montag dürfen maximal 49 Leute kommen - der Programmmacher will auch mal mitschauen."
Denn Thomas Steinberg musste am Montagabend draußen bleiben. Zu viele Interessenten hatte die zweite Auflage des Film- und Eventspektakels „Trash am Montag" angezogen. Erneut kommentierten die beiden "Kritiker" Pit Rutten und Serge Pocken mit Ed Woods "Plan 9 from Outer Space" einen Meilenstein des schlechten Filmgeschmacks und sorgten damit für ein ausverkauftes Haus. Und für Freude bei den Organisatoren. „Ich glaube, das Geheimnis ist,
dass wir in dieser Reihe Filme zeigen, deren Spaß potenzial sich erst erschließt, wenn man sie gemeinsam schaut", mutmaßt Steinberg, den vor allem eine Tatsache begeistert. „Die Liste mit weiteren potenziellen Trash-Filmen ist unfassbar lang."
Nächster „Trash" am 13. Dezember
Und so dürfte auch bei der nächsten Auflage der Reihe am 13. Dezember - gezeigt wird dann Rosa von Praunheims „Die Bettwurst" - großer Andrang im Kiez herrschen. Das Haus ist in den vergangenen Wochen wieder mehr in den Blickwinkel der Kleinkunst geraten.
Denn neben der Kinoreihe ist es den Machern im Hause auch gelungen, nach vielen Jahren der Abstinenz den „Poetry Slam" wieder neu zu etablieren. Die ersten beiden Veranstaltungen im September und Oktober verblüfften Organisatoren wie Teilnehmer gleichermaßen. „Man muss lange suchen, um einen Ort zu finden, an dem sich ein Poetry Slam so schnell in dieser Qualität etabliert hat", gibt Moderator Tom Schildhauer zu.
Und so fiel es dem früheren Dessauer auch nicht schwer, für die dritte Auflage an diesem Sonnabend (Beginn 21 Uhr) erneut ein erlesenes Feld von „Slammern" zusammenzustellen. Sechs Minuten haben die insgesamt acht Teilnehmer wieder Zeit, mit ihren Texten das Publikum zu begeistern.
Mit dabei sein wird auch Brian Borgwardt - der Sieger des September-Slams. Die Konkurrenz aber scheint übermächtig. Mit dem Detmolder Marc-Oliver Schuster präsentiert sich ein Dichter, der in der Szene längst nur noch „Katze“ genannt wird - in seiner bisherigen Karriere räumte er fast ausnahmslos mit Texten über dieses Tier Siege und Trophäen ab. Die Dortmunderin Laura Reichel moderiert in ihrer Heimat den „POTTery Slam“ und nahm in diesem Jahr an den deutschsprachigen Slam-Meisterschaften teil.
Dessauer gesucht
Besonderes Augenmerk aber legt Tom Schildhauer auch bei der dritten Auflage auf regionale Künstler. „Mit Bernadelli ist ja bereits ein Dessauer dabei, aber wir hoffen natürlich, dass sich auch dieses Mal wieder der eine oder andere Einheimische findet, der sich spontan am Abend entscheidet, mitzumachen." Erlaubt ist alles, was aus der eigenen Feder stammt. Das kann witzig, lustig, aber auch traurig oder nachdenklich sein. Vielleicht sogar etwas „trashig".
19.11.2010, 18:19 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 19.11.2010
Weihnachtliches im Anhaltischen Theater
In der Vorweihnachtszeit, Weihnachten und an den Feiertagen zeigt das Anhaltische Theater eine Fülle besonderer Vorstellungen, die das Publikum in die Adventszeit einstimmen und die Feiertage zu einem Fest werden lassen.
Schauspieler erzählen und lesen die vielleicht schönsten Vorweihnachtsgeschichten aus aller Welt und verzaubern so ihr großes und kleines Publikum im Foyer des Alten Theaters. Die Lesereihe „Advent Advent“ startet am Samstag, 4. Dezember um 17 Uhr und wird am 11. Dezember um 16 Uhr und am 19. Dezember um 11 Uhr fortgesetzt.
Beinahe täglich ist auf der Großen Bühne das Weihnachtsmärchen „Die Feuerrote Blume“ zu sehen, ein Zaubermärchen für Groß und Klein, in der es um die Kraft der Liebe und um den Sieg des Guten über das Böse geht.
Am ersten Adventssonntag, 28. November um 15.00 Uhr lädt das Anhaltische Theater Dessau zur zweiten Puppentheaterpremiere dieser Spielzeit ins Alte Theater ein. Mit „Mäuseken Wackelohr“ kommt ein wundervolles Stück aus Hans Falladas "Geschichten aus der Murkelei" auf die Dessauer Puppenbühne und im Dezember steht die das Herz berührende Geschichte „Hirsch Heinrich“, eine Vorweihnachtsgeschichte von Stefanie Rinke wieder auf dem Spielplan.
Das diesjährige Weihnachtliche Konzert des Anhaltischen Theaters hält ein besonders abwechslungsreiches und märchenhaftes Programm bereit. Dabei wirken Gesangssolisten, das Kinderballett und der Kinderchor des Anhaltischen Theaters mit und es wird zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen eingeladen. Die Anhaltische Philharmonie Dessau spielt unter der Leitung von Daniel Carlberg. Das Konzert erlebt im Monat Dezember drei Aufführungen in Dessau, am 11. (17 Uhr), 17. (19.30 Uhr) und 23. Dezember 2010 (18 Uhr). Eine Voraufführung mit leicht verändertem Programm findet am 5. Dezember um 15 Uhr im Elbe-Werk in der Roßlauer Hauptstraße statt.
Mit dem Ballett „Der Widerspenstigen Zähmung“, der Komödie „Die Drei von der Tankstelle“, der Inszenierung „Mein wildes Herz in deine Ruh“, Verdis Oper „Ein Maskenball“ und der Operette „Die Fledermaus“ wird ein mannigfaltiges Programm vor und an den Weihnachtsfeiertagen geboten.
Die Anhaltische Philharmonie lädt zum Neujahrskonzert „Einzug der Gladiatoren“ am Samstag, 1. Januar um 17.00 Uhr ins Große Haus ein. Ungewöhnlich und spannend ist ihr Programm: Da wird die Bühne zur Manege und das Konzertzimmer zum Zirkuszelt! Das Publikum erlebt Jongleure, musikalische Tiere, Ballett, einen Clown und den Weltmeister im Kunstpfeifen, und als „Zirkuskapelle“ natürlich die Anhaltische Philharmonie unter der musikalischen Leitung von GMD Antony Hermus. Das Programm ist noch einmal am Sonntag, 9. Januar um 18.30 Uhr im Großen Haus und am Freitag, 14. Januar um 19.30 Uhr im Elbe-Werk Rosslau in abgewandelter Form zu erleben.
Am Sonntag, 2. Januar um 17.00 Uhr ist auf der Großen Bühne „Die Stumme von Portici [La Muette de Portici]“ als Wiederaufnahme zu erleben. Mit André Bückers Inszenierung von Daniel-François-Esprit Aubers Oper kehrte eine der erfolgreichsten Opern des 19. Jahrhunderts nach jahrzehntelanger Abwesenheit auf die Dessauer Opernbühne zurück.
Für einzelne Vorstellungen werden in der Adventszeit Familienvorstellungen angeboten, bei denen Kinder in Begleitung mindestens eines Erwachsenen besonders preiswert ins Theater gehen können.
Für alle, die ihre Theaterbegeisterung mit anderen teilen möchten oder noch auf der schweißtreibenden Suche nach dem passenden Geschenk sind, bietet das Theater interessante Ideen: Theatergutscheine, eine Theatercard oder ein Theaterabonnement können die Herzen höher schlagen lassen. Die Mitarbeiterinnen an den Theaterkassen beraten gern und stehen bei der Auswahl tatkräftig zur Seite.
Termine:
Samstag, 27. November um 19.30 Uhr; Familienvorstellung Der Widerspenstigen Zähmung; Großes Haus
Freitag, 3. Dezember um 19.30 Uhr; Familienvorstellung Die Feuerrote Blume; Großes Haus
Samstag, 4. Dezember um 17.00 Uhr; Lesung Advent - Advent; Altes Theater/Foyer
Samstag, 11. Dezember um 16.00 Uhr; Lesung Advent - Advent; Altes Theater/Foyer
Sonntag, 19. Dezember um 11.00 Uhr; Lesung Advent - Advent; Altes Theater/Foyer
Donnerstag, 23. Dezember um 18.00 Uhr; Weihnachtliches Konzert; Großes Haus
Freitag, 24. Dezember um 10.30 Uhr; Die Feuerrote Blume; Großes Haus
Samstag, 25. Dezember um 17.00 Uhr; Der Widerspenstigen Zähmung; Großes Haus
Samstag, 25. Dezember um 19.30 Uhr; Die Drei von der Tankstelle; Altes Theater/Studio
Sonntag, 26. Dezember um 15.00 Uhr; Hirsch Heinrich; Altes Theater/Puppenbühne
Sonntag, 26. Dezember um 17.00 Uhr; Ein Maskenball (Un ballo in maschera); Großes Haus
Mittwoch, 29. Dezember um 19.30 Uhr; Mein wildes Herz in deine Ruh; Altes Theater/Foyer
Freitag, 31. Dezember um 15.00 Uhr; Die Fledermaus; Großes Haus
Freitag, 31. Dezember um 20.00 Uhr; Die Fledermaus; Großes Haus; AUSVERKAUFT!
Freitag, 31. Dezember um 20.00 Uhr; Die Drei von der Tankstelle; Altes Theater/Studio| AUSVERKAUFT!
Samstag, 1. Januar um 17.00 Uhr; Neujahrskonzert; Großes Haus
Sonntag, 2. Januar um 17.00 Uhr; Die Stumme von Portici (La Muette de Portici); Großes Haus
Sonntag, 9. Januar um 18.30 Uhr; Neujahrskonzert; Großes Haus
Freitag, 14. Januar um 19.30 Uhr; Neujahrskonzert; Elbe-Werk Roßlau
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
16.11.2010, 16:20 | tags:
Theaterpaedagogik
, Diverses
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Pressemitteilung vom 16.11.2010
Die wunderliche Königin Rosalinde von Von
Märchen und Geschichten aus aller Welt
Das Anhaltische Theater zeigt am Freitag, 19. November um 15.00 Uhr „Die wunderliche Königin Rosalinde von Von - Märchen und Geschichten aus aller Welt“.
Vergangene Woche startete die neue Reihe für Kinder am Jagdschloss Haideburg und wird jetzt im Foyer/ Großes Haus des Anhaltischen Theaters fortgesetzt.
Die leicht zerstreute Königin Rosalinde von Von (Eva-Marianne Berger) hat sich aufgrund eines klitzekleinen Orientierungsproblems auf dem Weg zu ihrem Schloss verlaufen. Unangenehmer Weise kann sie sich auch nicht daran erinnern, aus welchem Märchen sie stammt. Da alles Grübeln und noch mehr Umherirren bisher nichts genutzt hat, sucht sie nun in Märchen und Geschichten Hinweise auf die Adresse ihres Schlosses.
Derweil hat sie in den verwinkelten Gemäuern des Anhaltischen Theaters Dessau einen Unterschlupf gefunden. Dort kann sie in aller Vergesslichkeit ihren Forschungen nachgehen. Schließlich braucht auch eine Märchenkönigin ein Dach über dem Kopf - und zwar ein gebührendes! Was wäre da standesgemäßer als das Foyer des Großen Hauses, immerhin: Ein bisschen Gold und Stein muss sein. Aber vor allem Hilfe. Darum lädt Königin Rosalinde Kinder aus aller Welt ein, um ihr bei der Suche in der wunderbaren, verworrenen Welt der Märchen und Geschichten beizustehen.
Weitere Termine: 10.12.2010 um 15.00 Uhr und am 22.12.2010 um 15.00 Uhr; 06.01.2011 um 10.30 Uhr; 18.02.2011 um 15.00 Uhr
Der Eintritt beträgt 3 Euro. Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 / 2400-258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 / 2511-333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und an der Abendkasse.
15.11.2010, 22:14 | tags:
Diverses
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 16.11.2010
Geigen warten auf der Probebühne
Neun Geigen liegen auf der Probebühne des Anhaltischen Theaters. Geigenlehrerin Swanhilt Schulze gibt Schülerin Tabea einen Tipp. "Wenn es geht, dann such dir die von Clara aus, die klingt gut", rät sie. Doch Tabea Kosowski, Musikschülerin aus Dessau, muss noch warten. Erst haben andere die Wahl. Hier geht es streng nach Reihenfolge. Schließlich sind es nicht irgendwelche Geigen, die da in ihren samtbezogenen Kästen ruhen und auf neue Spieler warten. Es sind neun von 15 Meistergeigen der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, bestimmt sind sie für die Preisträger des 6. Violin-Förderwettbewerbs der Stiftung, der in diesem Jahr erstmals in Dessau ausgetragen wurde.
Zwei Jahre können die jungen Leute auf solch einer Geige spielen, Clara von Wolffersdorff von der Dessauer Musikschule erspielte sich 2008 ein Instrument. Nun setzt Tabea Kosowski die Erfolgsreihe ihrer Lehrerin fort, deren Tochter Karoline die erste der Dessauer Musikschule war, die sich zugleich beim 1. Violin-Förderwettbewerb eine Geige erspielte.
18 junge Geigerinnen und Geiger von 13 bis 20 Jahren machten es der Jury am Wochenende nicht leicht. Nach zwei Tagen mit Wertungsspielen im Alten Theater standen am Sonntagnachmittag die Preisträger fest. Mit einem festlichen Preisträgerkonzert im Großen Haus des Anhaltischen Theaters ging der 6. Violin-Förderwettbewerb zu Ende. Nahezu bis auf den letzten Platz besetzt war das Foyer, als Sparkassenchef Hubert Ernst und Patricia Werner von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung den jungen Musikern gratulierten. Die Jury vergab den 1. Preis an Annemarie Gäbler (20 Jahre) aus Halle. Die Geigerin, die an der Weimarer Musikhochschule studiert, verteidigte ihr Instrument bereits zum zweiten Mal. "Ich behalte es auch diesmal", sagte eine strahlende Siegerin, "denn im Laufe der Jahre ist man doch mit der Geige verwachsen." Demnächst wird sich Annemarie Gäbler zudem mit Musikdramaturg Ronald Müller treffen, denn es gilt ein Konzert zu gestalten. Als 1. Preisträgerin erhält sie zudem den Sonderpreis des Anhaltischen Theaters, der in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen wurde und den Generalintendant André Bücker überreichte: einen solistischen Auftritt mit der Anhaltischen Philharmonie. "Wenn ich mir dafür etwas wünschen dürfte, dann wäre es die Schottische Sinfonie von Max Bruch", sagte Annemarie Gäbler schon mal.
Jeweils einen 2. Preis erhielten Johanna Schreiber (18 Jahre) und Elisabeth Gebhardt (17 Jahre) aus Halle. Den 3. Preis vergab die Jury an Angela Lasota de Andrés (18 Jahre) aus Berlin. Den 4. Preis erhält Simon Winkler (13 Jahre) aus Chemnitz. Der 5. Preis geht an Johanna Schultze (14 Jahre) aus Leipzig. Weiterhin gehören acht junge Musiker zu den Preisträgern. Sie alle sind zudem noch jung genug, um auch in zwei Jahren wieder dabei zu sein, wenn in Dessau - dies kündigte Patricia Werner bereits an - der 7. Violin-Förderwettbewerb ausgetragen wird.
11.11.2010, 15:01 | tags:
Diverses
672
Pressemitteilung vom 11.11.2010
Die Nacht, die Lichter [Folge 7]: Thilo Sarrazin
Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ - Wie wir unser Land aufs Spiel setzen
Am Donnerstag, 18. November um 21.00 Uhr lädt das Anhaltisches Theater zur siebenten Folge der Reihe „Die Nacht, die Lichter“ ins Foyer des Alten Theaters ein.
Der Abend widmet sich Thilo Sarrazins neuestem Sachbuch-Bestseller „Deutschland schafft sich ab“. Mit seinem Buch erreichte der Autor was selten Verfassern provokanter Thesen zu den Themen Integration, demographischer Wandel oder Bildung gelang. Ganz Deutschland diskutierte und diskutiert noch immer. Doch fragt man sich, „Alles nur Provokation?“, haarsträubende Thesen zur Gegenwart und Zukunft unseres Landes als ideales Verkaufsargument?
Was ist wirklich dran an Sarrazins Thesen und kennt sie überhaupt jemand genau? Oder ist all das, was wir vermeintlich vom Inhalt eines Buch kennen, nur mediales Halbwissen, vielmehr gefiltert und scharf gemacht durch die Medien?
„Die Nacht, die Lichter“, Folge 7, hilft also all denen, die sich das Buch nicht kaufen mögen, oder nicht so recht wissen, was sie mit Sarrazins zum Buch gewordenen Thesen anfangen sollen, oder aber, die „Deutschland schafft sich ab“ zwar im Bücherregal zu stehen haben, jedoch noch nicht dazu gekommen sind, sich lesend mit ihm auseinander zu setzen.
Die Schauspieler Stephan Korves und Uwe Fischer tun was sie können und stellen in Auszügen einen umstrittenen Bestseller vor.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
11.11.2010, 12:31 | tags:
Diverses
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Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 11.11.2010
Dessau
Geigen suchen ihre Meister
Dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung seit langem eine unverzichtbare Größe im Kulturbetrieb der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist, kann man beim Blick auf ihre Homepage schnell erkennen. Rund 1 400 Projekte wurden seit der Gründung 1995 mit mehr als 45 Millionen Euro gefördert, die Liste der Empfänger liest sich wie ein Who's Who der regionalen Akteure. Die bekommen im Normalfall allerdings nicht nur das dringend benötigte Geld, sondern auch den verdienten Applaus - weil die Stiftung ihren Dienst an der Allgemeinheit eher diskret verrichtet.
Eine Ausnahme ist jene Wettstreit, der am Wochenende zum sechsten Mal ausgetragen wird - und dabei erstmals im Alten Theater Dessau zu erleben ist. Der Violin-Förderwettbewerb ist ein 2003 ins Leben gerufenes Projekt, das die Ostdeutsche Sparkassenstiftung in Eigenregie verantwortet - und das ihrem Auftrag auf besondere Weise gerecht wird. Um den Ansatz zu verstehen, muss man bis zum Anfang der 90er Jahre zurückgehen. Damals wurde der Instrumentenfonds der Deutschen Stiftung Musikleben gegründet, der wertvolle Geigen, Bratschen und Celli an Preisträger des Wettbewerbs "Jugend musiziert" ausreicht. Da in den folgenden Jahren immer wieder die Kritik geäußert wurde, dass zu wenige dieser Leihgaben den Weg in die ostdeutschen Bundesländer finden, entschloss sich die Sparkassenstiftung zum Aufbau einer eigenen Sammlung - und zur Vergabe der Instrumente an Kinder und Jugendliche aus ihrem Wirkungsradius.
Seither hat sich der Wettbewerb nicht nur zu einem Forum für viel versprechende Talente entwickelt - sondern auch seinen Beitrag zum Erhalt eines alten Handwerks geleistet. Immerhin stammen die 15 Meisterinstrumente, die am Samstag und Sonntag ihre neuen Eigentümer auf Zeit suchen, aus den Werkstätten mitteldeutscher Geigenbauer aus Markneukirchen, Plauen oder Halle. Da sie oft den Gegenwert eines gehobenen Kleinwagens darstellen und daher für die Familien der jungen Musiker meist unerschwinglich sind, bedeutet ihr zunächst auf den Wettbewerbs-Zeitraum von zwei Jahren begrenzter Besitz nicht selten den Schritt in die Professionalität: Die Nachwuchskünstler können mit und an ihrem Instrument reifen, die Geige wird zur Entscheidungshilfe für die berufliche Zukunft.
Gerade darum ist es Patricia Werner besonders wichtig, dass der Kampf um die besten Instrumente "kein Mitleidswettbewerb" ist. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung, die deren Initiative federführend betreut, hat in den bislang im Kloster Michaelstein veranstalteten Finalrunden das Profil der Veranstaltung systematisch geschärft. Inzwischen findet sie die Beratungsgespräche, die alle Teilnehmer mit den Juroren führen können, mindestens ebenso wichtig wie das Pflicht-Vorspiel von drei stilistisch unterschiedlichen Werken.
Besonders spannend sei am Ende die Wahl des Instruments, bei der die zwölf- bis 21-jährigen Teilnehmer in der Reihenfolge ihrer Bewertung zum Zuge kommen. Gerade hier - bei der Suche nach der individuell passenden Geige - würde man viel über die Persönlichkeit der Musiker erfahren, deren Elite sich am Ende zudem im Preisträgerkonzert präsentieren darf.
Dass die Sparkassenstiftung sich für einen Ortswechsel entschieden hat, ist im übrigen nicht allein der dezentralen Lage der Michaelsteiner Musikakademie geschuldet. Patricia Werner betont vielmehr die guten Partner, die sie in der Kurt-Weill-Gesellschaft und im Anhaltischen Theater gefunden hat. Dies beweist nicht zuletzt ein neuer Preis, der einem der Wettbewerbsteilnehmer zuteil werden kann: Antony Hermus, Generalmusikdirektor der Anhaltischen Philharmonie, hat eine Konzerteinladung für einen der Preisträger ausgelobt. Auch dies ist ein wichtiger Schritt auf jener Laufbahn, von der alle Bewerber träumen.
Wie viele Musiker nun ihr Meister-Instrument verteidigen oder erstmals eine Geige erspielen können, entscheidet diesmal übrigens ein reines Frauen-Quartett: Neben Patricia Werner sitzen die Berliner Instrumentenbau-Meisterin Ingeborg Behnke, die Weimarer Violin-Professorin Anne-Kathrin Lindig und die MDR-Konzertmeisterin Waltraut Wächter in der Jury. Auch diese Zusammenstellung beweist den hohen Qualitätsanspruch - und dürfte für perfekte Paarungen von Musiker und Instrument sorgen.
Die Wertungsvorspiele beginnen am 13. und 14. November jeweils um 9 Uhr im Alten Theater, das Preisträgerkonzert findet am 14. November um 14 Uhr im Rangfoyer des Anhaltischen Theaters statt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich.
09.11.2010, 15:00 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 9.11.2010
„Trash am Montag“- Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
Zum nunmehr zweiten Mal findet im Kiez Kino am Montag, 15. November um 20.30 Uhr die monatliche Filmreihe „Trash am Montag“ statt. Nach der ausverkauften Eröffnung der Filmreihe im Oktober nehmen die beiden renommierten Filmkritiker Pit Rutten und Serge Pocken dieses Mal Ed Woods Opus Magnus „Plan 9 from Outer Space“ unter die Lupe.
„Mit diesem Film gehe ich in die Geschichtsbücher ein.“ Dieser Satz soll Ed D. Wood Jr. während der Premiere seines Films 'Plan 9 from Outer Space' allen Ernstes über die Lippen gekommen sein. Schade, dass er, der sich selbst immer als Visionär wähnte, dieses eine, dieses einzige Mal, das er recht behalten sollte, nicht miterleben durfte. 1978 starb er, vermutlich an Folgen seiner Alkoholsucht, als Regisseur einiger vergessener schlechter B-, wenn nicht C-Movies.
Ihr Revival und ihre durchschlagende Massenkompatibilität erlebten die Wood-Filme erst in den Achtziger Jahren, als eine ganze Generation von Nerds entdeckte, wie viel Spaß sich mit schlechtem Kino haben lässt. Den Zenit erreichte dieses Comeback schließlich mit Tim Burtons großer Filmbiografie von '94 und der Gründung einer Kirche, deren Anhänger die Werke Ed Woods zum Mittelpunkt ihrer Anbetung erhoben und ihn selbst zum Heiland stempelten. Regisseur Joe Dante, zu 'Plan 9' befragt, bezeichnete die Szene, in der Tor Johnson als untoter Polizei-Inspektor dem Grab entsteigt, als „die besten fünf Sekunden des ganzen Streifens", und den Rest als „grässlich", „lächerlich" und „armselig", was aber durchaus positiv gewertet ist. Ein Paradoxon, das nur der versteht, der sie gesehen hat, die an Schnüren baumelnden Ufos, die Pappmachè-Grabsteine, Vampyras wippende Titten als das ihr einzig zur Verfügung stehende schauspielerische Ausdrucksmittel und den sprachbehinderten Ex-Catcher Tor Johnson, der, weil fettleibig, im Grabe stecken bleibt. Sie alle und nicht zuletzt der große Dracula-Mime Bela Lugosi (zusammen mit seinem Double, dass ihm überhaupt nicht ähnlich sieht) in seiner allerletzten Rolle (vielleicht das einzig wirklich tragische an diesem Machwerk), machen diesen Irrsinn zu einem Erlebnis, dem man sich mindestens einmal im Leben ausgesetzt haben sollte.
Ed Wood war felsenfest davon überzeugt, durch seinen überbordend außergewöhnlichen Inszenierungsstil, Filmgeschichte zu schreiben. Traurig, dass ihm das zeit seines Lebens niemand so recht glauben wollte. Wie Wood aus dem Fehlen jeglichen Talents eine Tugend gemacht, wie beharrlich er durch wüstes Improvisieren an seinem Traum, den andere schon wegen weniger Widrigkeiten aufgegeben hätten, festhielt, mit welchem Idealismus und welcher Naivität er, trotz steten Misserfolgs, seinen Weg unbeirrt fortsetzte, das kann, das darf, das soll und muss auch inspirierend wirken.
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter 0340 / 85 96 45 1. Weitere Informationen unter: www.kiez-kino.de
09.11.2010, 11:57 | tags:
Diverses
660
Pressemitteilung vom 9.11.2010
Sigrid Damm liest „Goethes letzte Reise“
Am Samstag, 13. November um 15.00 Uhr laden die Anhaltische Goethe-Gesellschaft, die Thalia Buchhandlung Dessau sowie das Anhaltische Theater zur Lesung und einem Gespräch mit Dr. Sigrid Damm ins Foyer des Anhaltischen Theaters ein. Der Eintritt ist frei.
Die bekannte und mehrfach aufgezeichnete deutsche Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin liest aus ihrem vielbeachteten Buch „Goethes letzte Reise“.
Viele Male hat Goethe im Lauf seines Lebens Ilmenau, sein thüringisches Arkadien, aufgesucht, zuletzt wenige Monate vor seinem Tod im August 1831. In jenen sechs Tagen, die den Handlungsrahmen für Sigrid Damms Buch abgeben, hält Goethe Rückschau auf sein Leben, erinnert sich an seine Frau Christiane, an die böhmischen Bäder, wo er zum letzten Mal die Liebe erlebte, bis er, zurückgewiesen von der jungen Ulrike von Levetzow, sich seines Alters verzweifelt bewusst wird. Wie in allen ihren Büchern bringt Sigrid Damm dem Leser auch den Alltag nahe: Goethe als großzügiger Gastgeber, der sein kulinarisches Regiment mit Seltenheiten illustriert. Sie schildert bisher kaum berührte Seiten in Goethes Leben: sein schwieriges Verhältnis zu seinem Sohn in den letzten Jahren und das freudige zum kleinen Volk im zweiten Grade, zu seinen Enkeln, die er verwöhnt und für die er – nach dem Tod des Sohnes – die Vaterstelle einnimmt.
Sigrid Damm, in Gotha/Thüringen geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin und
Mecklenburg. In Jena studierte sie von 1959-65 Germanistik und Geschichte. 1970
folgte die Promotion. Die Autorin ist Mitglied des P.E.N. Sie erhielt für ihr Werk
zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Feuchtwanger-, Mörike- und
Fontane-Preis.
„Ein facettenreiches Porträt, eine letztlich lebensumspannende Studie, in der alles Wesentliche vorkommt: Goethe als Werther- und Faust II-Autor, als Politiker, als manchmal glückloser Frauenheld, als fordernder Vater ... als Greis, der das Sterben, als es dann wirklich kam, anrührend normal bewältigte.“ – Der Spiegel
„Sigrid Damms Buch, eine anmutige, kunstvolle Erzählung von wunderbarer Leichtigkeit, findet so schnell nichts Ebenbürtiges. Mit Liebe, mit Sinn für das Winzige, das scheinbar nebensächliche Detail stellt es einen Goethe vor uns hin, wie man ihn sonst nicht zu sehen bekommt. Das Steife und Unzugängliche, alles Marmorne hat er hier verloren. Nach der Recherche über Christiane ist es das zweite Buch Sigrid Damms über Goethe. Es hat, wie das erste, Seltenheitswert.“ – Neues Deutschland
08.11.2010, 16:06 | tags:
Diverses
657
Pressemitteilung vom 8.11.2010
Preisträgerkonzert zum Abschluss des 6. Violin-Förderwettbewerb der Ostdeutschen Sparkassenstiftung
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung richtet ihren Violin-Förderwettbewerb am 13. und 14. November 2010 erstmals in Dessau aus. 20 junge Geigerinnen und Geiger im Alter von 12 bis 20 Jahren haben sich für den 6. Violin-Förderwettbewerb angemeldet. Sie kommen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Am 13. und 14. November werden die jungen Talente im Alten Theater in Dessau um die Preise spielen: Auf die Preisträger warten Meistergeigen aus Werkstätten junger ostdeutscher Geigenbauer, die eigens für diesen Wettbewerb in Auftrag gegeben wurden. Diese Instrumente werden für die Dauer von zwei Jahren an die erfolgreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verliehen.
Die Wertungsvorspiele am 13. und 14. November ab jeweils 9.00 Uhr im Alten Theater in Dessau sowie das abschließende Preisträgerkonzert am 14. November um 14.00 Uhr im Foyer des Anhaltischen Theaters Dessau sind öffentlich. Der Eintritt ist frei.
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung besitzt 15 Meistergeigen, die sie jungen Talenten zur Verfügung stellt. Oft ist ein solch hochwertiges Instrument eine Entscheidungshilfe, ob der Traumberuf „Musiker“ wirklich der richtige Weg ist. Denn ein geeignetes Instrument, das dem augenblicklichen Können und der Begabung entspricht, fördert die musikalische und technische Entwicklung bei weitem mehr, als dies auf einer einfachen Violine möglich wäre. Doch für talentierte junge Geigerinnen und Geiger und vor allem für ihre Familien ist diese Investition oft zu groß: Die finanzielle Belastung entspricht der Anschaffung eines gehobenen Kleinwagens.
So trägt der Violin-Förderwettbewerb seinen Namen nicht zufällig: Er fördert mit den Instrumenten aktiv den musikalischen Nachwuchs und darüber hinaus auch den Mittelstand.
Erstmals in diesem Jahr wartet auf den 1. Preisträger nicht nur eine Meistergeige, sondern noch eine weitere Auszeichnung: ein solistischer Auftritt mit der Anhaltischen Philharmonie. Ermöglicht wird dies durch das Anhaltische Theater Dessau – wie das Kurt Weill Zentrum Dessau Kooperationspartner der Ostdeutschen Sparkassenstiftung beim diesjährigen Wettbewerb. Die Stiftung knüpft damit an die erfolgreiche langjährige Zusammenarbeit mit beiden Institutionen an.
Weitere Informationen unter: www.ostdeutsche-sparkassenstiftung.de
Pressekontakt: Dr. Ulrike Brenning
0179-3936483
violin-foerderwettbewerb@t-online.de
05.11.2010, 14:09 | tags:
Diverses
654
Helmut Rohm, Volksstimme, 2. November 2010
Christoph Reuter ist derzeit mehrfach beim Impuls-Festival zu erleben
Mackie und Hirschhausen, Himmelsscheibe und Zerbst
Dessau-Roßlau/Zerbst. „Mackie und die Detektive“ heißt eine neue Kinderoper, zu der Christoph Reuter die Musik und August Buchner den Text schrieben. Die konzertante Fassung, gewissermaßen als „Work in Progress“, erfuhr auf der Bühne des Bauhauses Dessau am vergangenen Sonnabend im Rahmen des Impuls-Festivals für Neue Musik in Sachsen-Anhalt ihre Erstaufführung.
Christoph Reuter ist studierter und erfahrener Jazzpianist, Musikpädagoge und Komponist. Er stammt aus Dessau und lebt gegenwärtig in Berlin. Unter anderem hat er 2002 auch als Klavierlehrer (Jazz) an der Musikschule „Johann Friedrich Fasch“ in Zerbst unterrichtet.
Er führte 2007 sein erstes Klavierkonzert auf und komponierte für das Impuls-Festival 2008 „Doppelhelix“, ein Werk für zwei Orchester und Klavier sowie 2009 seinen „Tanz des Zyklopen“. Seine Hauptprojekte sind Konzerte und CD-Produktionen mit der Sängerin Cristin Claas, dem Kammerpopsextett „l'arc six“ und der Elektrojazzband ye:solar. Gegenwärtig ist er mit Eckart von Hirschhausen auf Tournee durch Deutschland. Im Dezember erscheint Christoph Reuters erstes Klaviersoloalbum.
In seiner neuen Kinderoper stecken zwei Geschichten: „Emil und die Detektive“ (Erich Kästner) und die „Dreigroschenoper“ (Brecht/Weill). Der Junge Emil Tischbein fährt von Dessau nach Berlin. Seine Abenteuer auf der Fahrt und vor allem in Berlin werden mit der legendären Aufführungsgeschichte der Bettleroper am Schiffbauerdamm verbunden.
„Der Autor August Buchner hat mir im Dezember 2009 erzählt, dass er eine interessante Geschichte geschrieben hat und ob ich Interesse hätte“, berichtet Christoph Reuter im Volksstimme-Gespräch. Anfang Februar bekam er das Textbuch. Ab März hat er die Musik geschrieben. „Bei den Hits habe ich mit Cristin Class zusammengearbeitet. Wir sind nämlich ein tolles Team beim Komponieren“, so Christoph Reuter. Im Sommer hat er das Stück dann orchestriert. „Im September war die erste Probe“, freut er sich ob des Tempos.
Die jetzige erste öffentliche Präsentation des Werkes nahm das altersgemischte Publikum in der ausverkauften Bauhausbühne begeistert auf. Bei dieser Kooperation wirken der Kinderchor des Anhaltischen Theaters Dessau unter Leitung von Dorislava Kuntschewa, das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode und die drei Schauspieler Nicole Meinhardt, Ralph Richter und Frank Roder mit.
„Mackie und die Detektive“ wird 2011 zwei konzertante Aufführungen erleben. Ebenfalls 2011 beginnt unter Leitung von Silke Wallstein die Einstudierung einer szenischen Fassung. Diese Aufführung soll dann zum Programm des Kurt Weill Festes 2012 gehören, blickt Thomas Markworth, Präsident der Kurt-Weill-Gesellschaft, voraus.
Bereits am Mittwoch, dem 10. November, um 19.30 Uhr findet im Elbe-Werk Roßlau mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau unter Daniel Carlberg ein weiteres Konzert des Impuls Festivals statt. Neben Kompositionen von Guillaume Connesson, Jens Marggraf, John William und Stephen Spielberg steht auch hier Christoph Reuter auf dem Programm. Uraufgeführt wird seine Komposition „Himmelsscheibe“ in der besonderen Instrumentierung für vier Kontrabässe und Klavier. Am Klavier agiert der Komponist selbst.
Im kommenden Jahr wird die Band „l'arc six“ am 9. April um 21 Uhr im Schloss Zerbst zur „Fasch-Midnight“ im Rahmen der 11. Internationalen Fasch-Festtage auftreten.
04.11.2010, 23:21 | tags:
Diverses
653
Steffen Brachert, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 5.11.2010
Stadt will Bücker als Intendant halten
André Bücker soll längerfristig Generalintendant des Anhaltischen Theaters bleiben. Stadt und Theaterausschuss haben nach MZ-Informationen darauf verzichtet, Bückers Stelle auszuschreiben. Bis zum Jahresende hätte Bücker darüber informiert werden müssen. Bückers derzeitiger Vertrag läuft bis zum 31. Juli 2012.
Unklare Finanzierung
"Es gibt die beiderseitige Absicht, weiter zusammenzuarbeiten. Wir unterhalten uns über die Modalitäten eines neues Vertrages", bestätigte Bücker. Die Gespräche laufen, sind aber nicht ganz einfach. Die Finanzierung des Theaters ist derzeit nur bis zum Jahr 2012 gesichert. Dann laufen die Theaterverträge aus. Die Stadt hat allerdings angekündigt, ab 2013 den städtischen Zuschuss auf 3,7 Millionen Euro halbieren zu wollen. Diese Summe steht im Konsolidierungskonzept, das Dessau-Roßlaus Stadtrat vorige Woche mit großer Mehrheit beschlossen hat. Bislang sichern Land und Stadt den 15-Millionen-Euro-Etat des Hauses zu gleichen Teilen. Die Stadt sieht sich damit aber überfordert.
Unabhängig davon laufen die Planungen für das Haus weiter. In dieser Woche hat Bücker erstmalig den Spielplan 2011 / 2012, seine dritte Spielzeit am Haus, vorgestellt. "Es ist ein publikumswirksamer Spielplan", erklärte der Generalintendant. So kommen im Herbst des nächsten Jahres der Broadway-Klassiker "West Side Story", die Puccini-Oper "La Boheme", Charles Gounods "Faust" und Richard Wagners "Götterdämmerung" auf die Bühne des großes Hauses. Die "Götterdämmerung" gilt als Dessauer Einstieg in "Der Ring des Nibelungen", auch wenn es der vierte und letzte Teil ist. 2013, zum 200. Geburtstag von Richard Wagner, ist die Komplettierung geplant.
Das Ballett wird "Alice im Wunderland" tanzen und den Auftakt des 2012er Kurt-Weill-Festes gestalten, der dem Thema "Paris" gewidmet ist. Das Schauspiel setzt auf Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame", Shakespeares "Hamlet" und Friedrich Wolfs "Die Weihnachtsgans Auguste". Als ehrgeizigstes Projekt gilt die "Dessau-Trilogie", die Geschichte einer Familie, die sich über drei Jahrhunderte erstreckt und zugleich Dessau und Sachsen-Anhalt beschreibt. "Das", sagte Bücker, "werden die Dessauer Buddenbrocks." Das Puppentheater spielt 2011 / 2012 für die kleinen Besucher "Der Schimmelreiter", für die großen Besucher wird mit Bram Stokers "Dracula" eine Freilichtspektakel um Vampire, Menschen, Sensationen und die Liebe zum Blut versprochen.
Engagement bei Anhalt 800
Klar ist außerdem, dass das Anhaltische Theater eine wichtige Rolle beim Jubiläum "Anhalt 800" spielen wird. Das Eröffnungskonzert wird im großen Haus stattfinden. Karl Thiele arbeitet zudem an einem Open Air rund um den Alten Dessauer, das im Stadtpark gezeigt werden soll. Ein erster Entwurf rund um die Alter-Dessauer-Anekdoten von Karl May liegt vor.
04.11.2010, 16:48 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
652
Pressemitteilung vom 4.11.2011
Nächste Veranstaltungen des Impuls Festivals in Dessau
Nach der umjubelten Premiere von „Mackie und die Detektive“ auf der Bauhausbühne folgen innerhalb der kommenden Tage zwei weitere spannende Konzerte des Impuls Festivals in Dessau.
Unter dem Titel „Junge Komponisten“ stellen die gerade neun bis sechzehn Jahre alten Mitglieder der Komponistenklassen Halle und Magdeburg am 6. November um 15.00 Uhr auf der Bauhausbühne zehn ihrer Uraufführungen vor. Das Dessauer Bauhaus war schon immer eine Werkstatt, in der junge Menschen von erfahrenen Lehrern an die Hand genommen wurden und ihre ersten künstlerischen Schritte wagten. Die entstandenen Stücke bringt das Dresdner Ensemble „Sinfonietta“ unter der musikalischen Leitung von Milko Kersten auf die Bauhausbühne Dessau. Trotz, vielleicht gerade wegen ihres jungen Alters, sind die Kompositionen frech in ihren klanglichen Ideen und Komponisten geradewegs bewundernswert in ihrem Eifer.
Am 10. November um 19.30 Uhr findet im Elbe-Werk Roßlau ein weitere Veranstaltung statt, die sich mit den Sternen und Planeten befasst. Auch in dem Konzertprogramm „Klang Kosmos II“ werden die vertonten Himmelskörper mit Projektionen sichtbar gemacht. Es spielt die Anhaltische Philharmonie unter der Leitung von Daniel Carlberg.
400.000 Jahre nach dem Urknall wird das dunkle Universum zum ersten Mal von neu entstehenden Sternen erleuchtet. In „A Glimmer in the Age of Darkness“ beschreibt Guillaume Connesson diese Sternengeburt in schillernden Farben. 90 Jahre nach Gustav Holsts „Planeten“ werden jetzt auch die Monde des Jupiter hörbar. Jens Marggraf bringt sie in „Sidera Medicea“ zum Klingen. Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung und als einer der wichtigsten archäologischen Funde aus der Bronzezeit. Seit 2002 gehört sie zum Bestand des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle. Der Dessauer Komponist Christoph Reuter hat in einem Auftragswerk für das IMPULS Festival der Himmelsscheibe mit vier Kontrabässen und einem Klavier eine hörbare Dimension hinzugefügt. Die Aufforderung in Stephen Spielbergs Blockbuster „Unheimliche Begegnung der dritten Art“, sich auf das Unbekannte einzulassen und damit in Kontakt zu treten, klingt zugleich wie eine Einladung, sich für Neue Musik zu öffnen. Deshalb schließt IMPULS-Extra mit John Williams´ berühmtem Soundtrack zu diesem Film.
Karten für die Veranstaltung „Jungen Komponisten“ gibt es zu 6,- Euro, für das Konzert „Klang Kosmos II“ zu 14,50 Euro; ermäßigt 11,50 Euro im Vorverkauf unter karten@impulsfestival.de oder unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
02.11.2010, 21:39 | tags:
Diverses
645
Franz Werfel, Mitteldeutsche Zeitung, 3.11.2010
Dirigentengipfel
Der Götterbote Hermes bläst lustig ins Posthorn
Was für ein Auftakt! Das gut aufgelegte und hoch konzentrierte MDR-Sinfonieorchester absolvierte am Freitagabend im Köthener Bach-Saal wahrlich einen Kraftakt. "Kein täglich Brot", kommentierte Festival-Intendant Hans Rotman die Leistung der Musiker. Innerhalb weniger Minuten mussten sich diese beim "G6 Dirigentengipfel" nämlich von einem Dirigenten auf den nächsten einstellen.
Spontaner Jubel im Publikum
Denn das Programm wurde nicht nur von schon zur Klassik gewordenen Moderne wie Anton Weberns Bach-Bearbeitung "Ricercata a 6 Voci", als Hommage an die gastgebende Bachstadt gedacht, und Bernsteins Bach-Verbeugung "Prelude, Fugue and Riffs" gerahmt. Sondern es führte auch an Christian Josts fulminantem "One Small Step" aus dem Jahre 2002 und der Uraufführung von Thomas Buchholz' "Young Person's Guide to New Music" vorbei, in dem Köthener Schüler unter dem Dirigat Johannes Riegers gängige Spieltechniken Neuer Musik vorstellten.
Letztere Komposition bot ein anregendes Nachdenken über neue Werke, das sich durch die Sprecher in Worten, durch die Musiker in Tönen artikulierte. Leider wirkten die Texte oft unterspannt und unmotiviert künstlich, die Musik nimmt erst zum Ende des Werkes an Spannung und Fahrt auf. Höhepunkt des Konzertes war aber zweifelsohne Guillaume Connessons "The Shining One", das - vom Komponisten selbst dirigiert und mit Ragna Schirmer am Flügel - überragend interpretiert wurde. Spontaner Jubel im Publikum. - Am Sonntagabend dann feierte das Jugendprojekt "Odyssee" im ausverkauften Schauspiel Magdeburg Premiere. Auf der Textgrundlage von Ad de Bont komponierte die Holländerin Monique Krüs 2009 ihr Musiktheaterstück, das Libretto schuf "Impuls"-Dramaturgin Almut Fischer.
Odysseus mit "Exit"-T-Shirt
Es ist eine Freude zu sehen, mit wie viel Mut und Spielfreude die antiken Figuren hier in modernem Gewand in der Regie von Michael Uhl zu neuem Leben erwachen. Die Magdeburger Jugendlichen spielen für Schüler auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau - und meistern selbst schwierigste Passagen des Gesangs oder des chorischen Sprechens mit bewundernswürdiger Souveränität. All dies wird von der überzeugenden Ensembleleistung getragen - hier wird gemeinsam richtig gutes Jugendtheater gemacht! Etwa durch das Arrangement des Regisseurs: Die Götter stehen auf weißen Stufen stets unerreichbar über den Menschen. Odysseus' Bogen, an dem sein Nebenbuhler Antinoos letztendlich scheitern wird, ist eine blaue E-Gitarre; die Musik wird zum Kampf entscheidenden Prinzip erhoben. Witzig auch die T-Shirt-Botschaften der Akteure: Sucht Odysseus seinen "Exit", hält seine Ehefrau in der Heimat an "Love" und "Hope" fest, während sich die Zeus-Tochter Athene als "Daddy's Girl" outet. Dass sich Götterbote Hermes durch das Posthorn ankündigt, ist da zwangsläufig. Es macht Spaß, den engagierten Musikstudenten von der Universität Halle und der Weimarer Hochschule für Musik unter dem konsequenten Dirigat Phillip Barczewskis zuzuhören. Wie leicht nehmen sie die nicht immer einfachen Passagen. Einzig eine etwas kraftvollere Energie und Exzellenz hätte man dieser spannenden Musik gewünscht. Dennoch: Das "Impuls"-Festival 2010 beginnt vielversprechend - hier wird Neue Musik auch für den Laien oder Skeptiker unmittelbar erfahrbar. Weiter so!
02.11.2010, 17:33 | tags:
Diverses
644
Pressemitteilung vom 2.11.2010
Auszubildende des Anhaltischen Theaters gewinnt Baden-Baden AWARD
Claudia Steiner, ehemalige Auszubildende im Bereich Theaterplastik am Anhaltischen Theater Dessau zählt zu den Gewinnern des diesjährigen Baden-Baden AWARD. Darüber freuen sich die Theatermacher, da es für die Qualität der Berufsausbildung am Anhaltischen Theater spricht. Derzeit gibt es 5 Auszubildende in den unterschiedlichen Gewerken des Theaters.
Seit 2009 verleihen die Europäische Medien- und Event-Akademie und die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe gemeinsam mit der Stadt Baden-Baden und dem Südwestrundfunk
diesen Preis und schaffen damit ein Forum, um Berufsgruppen, die hinter den Kulissen Herausragendes leisten, ins Rampenlicht zu rücken. Bühnenmaler, Bühnenplastiker, Maskenbildner, Mediengestalter, Veranstaltungstechniker und Veranstaltungskaufleute aus ganz Deutschland können sich um diesen Preis bewerben. Eine von den IHK-Prüfern und internationalen Fachleuten besetzte Jury wählt die besten drei Arbeiten jeder Berufsgruppe aus.
Die Preisverleihung findet am 19. November um 18 Uhr auf der Bühne der Europäischen Medien- und Event-Akademie Baden-Baden statt und ist eingebettet in ein künstlerisches Rahmenprogramm, das in Zusammenarbeit mit dem Theater Baden-Baden gestaltet wird. Die Jurymitglieder werden als Laudatoren die einzelnen Preise in Form fünffarbiger von der Majolika Manufaktur gestalteter Fohlen überreichen. Insgesamt werden 18 Preise in sechs Berufskategorien vergeben.
Zusätzlich haben die Gewinner die Möglichkeit, ihre prämierte Arbeit in Zusammenarbeit mit der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft (DTHG) auf der Showtech in Berlin zu präsentieren. Außerdem vergibt die Jury einen Preis für die beeindruckendste Arbeit, der von der Europäischen Medien- und Event-Akademie gestiftet wird. Es handelt sich um eine Reise für zwei Personen nach New York mit Übernachtung und der Möglichkeit, dort eine Show auf dem Broadway zu besuchen.
01.11.2010, 22:26 | tags:
Diverses
642
Franz Werfel, Mitteldeutsche Zeitung, 2.11.2010
Dessau-Roßlau
Emils große Reise begeistert
Als Kurt Weill 1928 seine erfolgreiche "Dreigroschenoper" und Erich Kästner im darauf folgenden Jahr sein Kinderbuch "Emil und die Detektive" herausbrachten, konnten sich beide wohl kaum vorstellen, dass ihre Werke eines Tages zusammengebracht würden. Christoph Reuter, ebenfalls ein Dessauer Komponist, schrieb in diesem Jahr nun die Geschichte über Gut und Böse musikalisch fort - herausgekommen ist dabei ein Kindermusical, das am Samstagnachmittag im Bauhaus seine bejubelte Premiere feierte.
Und das aus mehreren guten Gründen: Da wäre erstens der Kinderchor des Anhaltischen Theaters zu nennen. Die Disziplin, Genauigkeit und Sangesfreude, die die Kinder an den Tag legten, waren äußerst beeindruckend. Nicht nur der Gesamtklang überzeugte; es waren auch die einzelnen Solisten, die sich szenenweise aus dem Chorus schälten, um ihre Stücke hochprofessionell und -präsent zu singen. Dank an Chorleiterin Dorislava Kuntscheva! Zweitens hat das Organisationsteam um Silke Wallstein und Silvio Wiesner mit dem Festival "Impuls" und den Musikern des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode kompetente Partner gefunden, deren gestrichene oder gezupfte, geschlagene oder geblasene Sounds sich wunderbar stimmig zu dem typisch Reuterschen Orchesterpop verdichteten. Musikalisch hielten Christoph Reuter am Flügel und Stefan Neubert aus der ersten Zuschauerreihe heraus Chor und Solisten mit den Musikern zusammen. Ein Doppeldirigat also - und das nach nur einer gemeinsamen musikalischen Probe!
Drittens sind es die drei Sprecher und Schauspieler, Nicole Meinhardt (Mutter), Frank Roder (u.a. Emils Gegenspieler Grundeis) und Ralph Richter als Erzähler, die mit ihren Stimmen dem Stück seinen sprachlichen Klang verleihen und den Figuren ihre Gesichter schenken. Dabei ist die konzertante Aufführung ein Gewinn, so konzentrieren sich die Ausführenden wohltuend auf die Artikulation und das - auch inhaltlich mitdenkend - richtige Sprechen des Textes. Dies kommt der musikalischen Qualität der Aufführung sehr zugute, fast vergisst der Zuhörer, dass es sich beim Gros der Akteure um Kinder handelt. Die bekannte Geschichte um Emils Ausflug in die Hauptstadt und seine dort ad hoc gegründete Detektivbande erzählt sich sowieso von selbst.
Dass dem so ist, ist vor allem August Buchners Verdienst, dessen Text - in persona des Erzählers sich unermüdlich selbst reflektierend - neben gutem Humor für Jung und Alt eine kindgerecht erzählte Geschichte bildet. Dessau, Heimat Emil Tischbeins und Ausgangspunkt der Geschichte, liefert den Heimatbezug. (O-Ton Emil über seine Stadt: "In der Provinz versauert man auf Dauer".) Zahlreiche Anspielungen auf Weill und Brecht bereichern die Szene musikalisch und textuell. "Und der Tiger, der hat Klauen, wenn er auf sein Opfer zielt", wird die Mackie-Messer-Moritat samt Haifisch variiert.
Einige junge Solisten können nicht unerwähnt bleiben: Florian Otts Emil überzeugt stimmlich vielseitig und legt eine bewundernswürdige Energie an den Tag. Diese überträgt sich durch die Musik zwangsläufig auf das Publikum, denn Ott meistert auch schwierige Passagen mit großen Lagenwechseln bravourös. Dann das zauberhafte Pony Hütchen (oder etwa Polly Peachum?) Hanna Frickes - wie die 13-Jährige mit ihren frechen Texten kokettiert und dabei stets die Miene eines Unschuldslammes trägt - das ist schlichtweg hinreißend. In ihre große Ballade (eine Variation von Pollys "Seeräuberjenny") staunten sie nicht nur die anderen Choristen teilweise mit offenen Mündern an; auch vielen Erwachsenen im Publikum verschlug es bei diesen anspruchsvollen Passagen die Sprache.
Das größte Verdienst dieser Aufführung ist aber das Bekenntnis der "Impuls"-Veranstalter und der Dessauer Partner zur Kinder- und Jugendarbeit in der Kunst. Die Kinder werden Theater und Konzerte immer bewusster und intensiver wahrnehmen. Und es bleibt im kindlichen Gedächtnis die Erinnerung an etwas künstlerisch Hochwertiges, dass im gemeinschaftlichen Er-Leben realisiert wurde. "Wenn die Schwachen ihrer Kraft vertrauen, hindern sie selbst die Starken an der Flucht", heißt es bei den Berliner Detektiven. Dieses Vertrauen wünscht man dem individuellen Zuschauer gleichermaßen, wie nicht auch zuletzt der Kommune Dessau. Parole: Emil!
01.11.2010, 11:45 | tags:
Diverses
638
Clemens Müller, www.nmz.de, 1.11.2010
Kraft, Schwung, „lekker“! Das Eröffnungskonzert des Impuls-Festivals in Köthen
„Lekker“, das bedeutet im Dänischen nicht nur köstlich, sondern ebenso toll und schön. Und mit diesem Attribut bedachte Hans Rotman, gebürtiger Däne, Komponist, Dirigent und Intendant des Impuls-Festivals, bei seiner Begrüßung das MDR-Sinfonieorchester, das unter sechs verschiedenen Dirigaten den Auftakt des sachsen-anhaltinischen Neue-Musik-Festivals bestritt.
Eine Dirigentin und fünf Dirigenten vertraten die Orchester aus Schönebeck, Dessau, Halberstadt, Wernigerode, Magdeburg und Halle; die Städte und Klangkörper also, die das bis zum 21. November stattfindende Festival austragen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: in diesem Eröffnungskonzert erklingt keine abstrakte, schwer zugängliche Avantgarde, wie es einige immer noch von zeitgenössischer Musik erwarten würden. Dieses Konzert ist rhythmisch und reich an kraftvollem Klang, mit Interpreten denen das Musizieren sichtlich Freude bereitet. Das MDR-Sinfonieorchester ist gut aufgelegt und musiziert durchweg lebendig. Den Abend kleidet eine wohltuend gelöste Atmosphäre. „Musik braucht eigentlich keine Erklärungen, aber wir manchmal.“, sagt die Kultusministerin des Landes Sachsen-Anhalt und Schirmherrin des Festivals Prof. Dr. Birgitta Wolff in ihrer Eröffnungsrede. Diese Vermittlungsebene bedienend, stehen jeweils einleitende, unterhaltsam gestaltete Gedanken Hans Rotmans und der anderen Dirigenten den Werken voran. Doch der Reihe nach.
Der Beginn des Konzertabends ist als Hommage an die Bachstadt Köthen gedacht und wird von der jungen litauischen Dirigentin Mirga Grazinyte bestritten: Anton Weberns Orchestrierung von Johann Sebastian Bachs „Ricercata a 6 Voci“, einem fugenartigen Satz aus dem „Musikalischen Opfer“. Sehr erhebend, wie sie die Klangfarbenmelodie durch die verschiedenen Stimmen leitet, sie nie aus den Händen verliert und ihr zum Ende immer mehr Kraft zum Atmen gibt, sie gleichsam aus den Führungen des Kontrapunkts ins Offene führt und die Musik strahlen lässt.
Das zweite Stück von Christian Jost, das 2002 entstandene „One Small Step“, ist ein musikalischer Höhepunkt des Abends und wird mit Esprit dirigiert von Antony Hermus, dem GMD des Anhaltinischen Orchesters Dessau. Im Programmheft als „Mondlandungs-Reminiszenz“ bezeichnet, hält sich Jost aber nicht bei Affirmation auf, sondern schafft eine sehr spannungsvolle, pulsierende Komposition zwischen Verdichtung und Weite, zwischen Klangballungen und forschen Rhythmen.
Eine Uraufführung liefert der Eisenacher Komponist Thomas Buchholz mit „Young Person’s Guide to New Music“, geleitet von Johannes Rieger, Musikdirektor des Nordharzer Städtebundtheaters. Der Titel ist Programm: die Komposition erscheint als „Leitfaden“ durch Spiel- und Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts, präsentiert unter Mitwirkung von Chor und Solisten des Köthener Ludwigsgymnasiums. Drei Sprecher/innen dienen als Stichwortgeber und Kommentatoren der vom Orchester intonierten Musik. Mit Schlagworten wie „seltsames Rauschen“, „mystisch“, „chaotisch“, „mikrotonal“ oder „aleatorisch“ führen sie durch die suitenhafte Komposition, deren Klangbild sich von geräuschhaft über atonal bis zu folkloristischer Melodik erstreckt. Leider verpufft die charmante Aufklärungsarbeit etwas in musikalischer Hinsicht: erst zum Ende hin wird die Komposition auch ästhetisch reizvoller.
Der Chefdirigent des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode Christian Fitzner leitet das Orchester durch die 2006 entstandene Komposition Les Adieux – Hommage an Ligeti von Martin Christoph Redel. Das atmosphärische Stück, dessen flirrender, flächiger Beginn an „Atmosphères“ und späteres polyphones Klopfen an die Metronome in „Poème symphonique“ erinnert, verhält sich ansonsten eigenständig zu dem Vorbild.
Im Anschluss gibt der diesjährige Composer in Residence und Dirigent Guillaume Connesson seinen Einstand mit „The Shining One”, einem Konzert für Klavier und Orchester. Musikalisch stellenweise eher eine spätromantische Burleske, durchsetzt mit „modernen“ Spieltechniken, gefallen an der Aufführung vor allem die Spielfreude und die Brillanz des Orchesters und der Solistin Ragna Schirmer. Der „Drive“, den die Musiker erzeugen, lässt die etwas „altbackene“ kompositorische Anlage (fast) vergessen.
Zum Ende tritt der Intendant persönlich an das Dirigentenpult und bietet mit Leonard Bernsteins „Prelude, Fugue and Riffs“ den virtuos-rythmischen Kehraus des Konzerts.
Das Publikum klatscht kräftig Beifall für ein „lekker“ Konzert.
Die Aufzeichnung des Konzerts überträgt MDR Figaro am 2.11. um 20.05 Uhr.
28.10.2010, 09:44 | tags:
Diverses
632
Franz Werfel, Mitteldeutsche Zeitung, 28.10.2010
Neue Musik
Der Klang steht in den Sternen
Ouvertüre. Während die Streicher und Holzbläser des MDR-Sinfonieorchesters ein flatterhaftes Klang-Cluster vorgeben, bereichern die Blechbläser das Stück um seine warme Farbe, bilden die Melodie. Guillaume Connesson, gerade aus Frankreich eingetroffen, dirigiert sein vor einem Jahr komponiertes Stück "The Shining One" erstmals selbst. Er wird beim diesjährigen "Impuls"-Festival der zentrale Festival-Komponist sein, sein komplettes sinfonisches Ouvre wird gespielt.
Darüber hinaus steht er bei der morgigen Festivaleröffnung in Köthen auch noch selbst am Pult. Es ist für den am Pariser Nationalkonservatorium ausgebildeten Komponisten schon etwas Besonderes, sein eigenes Werk zu interpretieren. Denn jetzt hält der Dirigent Connesson, für den vor allem die Vermittlung der Musik an das Orchester im Vordergrund steht, den Taktstock in der Hand; der Komponist tritt für den Moment zurück.
Dabei ist die direkte Kommunikation mit den Musikern in gebrochenem Englisch keine leichte Übung. Dolmetschen lassen möchte er sich aber nicht, und so singt der Franzose einfach vor, wenn ihm die Worte ausgehen. Stets fordert er nach den Wiederholungen: "A little bit faster, please! - Ein wenig schneller, bitte!" Das Stück verlangt ein gehöriges Tempo.
Die Idee zu dieser Komposition ist ihm bei der Betrachtung einiger Weltraum-Fotos des Hubble-Teleskops gekommen. Außerdem sind die Bezüge zu Steven Kings Roman "Shining" der von Stanley Kubrick spektakulär verfilmt wurde, offensichtlich. Connesson will die Bild-Ebene in die Musik übersetzen, er dockt an die Tradition großer Filmkomponisten wie John Williams an, die sich auch immer die Verbindung und Unterstützung der Kinobilder durch Musik vornehmen.
Ein weiteres Vorbild ist der Komponist John Adams mit seinen Natur-Vertonungen. Nur, dass Connessons musikalische Ausdrucksweise eine Tonalität wahrt, die dem Publikum Wiedererkennungseffekte im Werk sichert. Der Zuhörer befindet sich tatsächlich für neun Minuten in einem filmmusikalischen Rausch. Klanglinien ersterben fortwährend, um sofort wieder aufzuerstehen.
Als die Pianistin Ragna Schirmer, die den Solopart von "Shining One" spielen soll, sich eine halbe Stunde früher als geplant an den Flügel setzt, werden diese Linien auf ihrem Instrument weitergeführt. Sie hat gut zu tun. Merklich asymmetrisch behaupten sich die hoch präsenten Flügeltöne gegen das immer flatternde Orchester, setzen zeitlich versetzt oder in einem vom Klangkörper verschiedenen Rhythmus ein. Konsequent führt Schirmer die Solo-Passagen zu Ende, die oft in einem überwältigenden Orchester-Forte aufgehen.
"Ich brauche die Probenzeit, das ist ein wirklich schweres Stück", erklärt sie ihr vorzeitiges Erscheinen. In der Regel seien Pianisten bei Neuer Musik entweder vor allem technisch oder rhythmisch in ihren Soli gefordert, bei "The Shining One" kämpfe man gleichzeitig an beiden Fronten. Schält sich aus dem orchestralen Klang-Cluster ein Rhythmus heraus, hat Ragna Schirmer meist gegen den Strom zu spielen. Gerade dies mache für sie aber auch den Reiz an Connessons Werk aus.
Die erste Begegnung mit dem Stück war eine Probeaufnahme, die ihr Festivalintendant Hans Rotman zu hören gab. Und nach zwei Minuten, ohne die Noten gesehen zu haben, war ihr klar, dass sie dieses Stück einmal spielen wolle. Auch die ersten Probestunden waren dann sehr erfolgreich, "bis ich mir die gewünschte Tempoangabe ansah". Erstmalig arbeitet sie direkt mit einem Komponisten zusammen. Besonders scheint ihr auch, dass dieser selbst dirigiert. "Das ist schon seltsam, der kennt ja jede Note ganz genau!"
Connesson gibt seine Werke normalerweise an andere Dirigenten ab. "Dann lernen meine Kinder laufen", sagt der sympathische Franzose. Dennoch reizte ihn der Vorschlag Hans Rotmans, bei so einem Festival, das sich explizit der neuesten Neuen Musik widmet, vor einem Orchester zu stehen. Die Disziplin deutscher Orchester hebt er lobend hervor - in Frankreich fehle es oft am nötigen Teamgeist, der auch in der instrumentalen Ausbildung zu kurz komme.
Nach der offiziellen Orchesterprobe sitzen Ragna Schirmer und Guillaume Connesson noch lange zusammen am Flügel, besprechen Einsätze und Betonungen. "Das Stück ist sehr laut, sehr vollgriffig, es ist auch physisch sehr anspruchsvoll", meint die Pianistin. "Ich muss wohl bis Freitag noch ein wenig Krafttraining machen."
27.10.2010, 18:17 | tags:
Diverses
628
Pressemitteilung vom 27.10.2010
Seniorenclub zur Inszenierung „Die Nibelungen“ startet
Am Mittwoch, 3. November um 15.00 Uhr trifft sich im Theaterrestaurant der Seniorenclub [60 plus] erstmals zur Ballettproduktion „Die Nibelungen“.
Die Dramaturgin Sophie Walz lädt herzlich dazu ein, sich diesem faszinierenden und vielfältigen Stoff im gemeinsamen Gespräch anzunähern. Bis zur Premiere am 25. März 2011 sind gemeinsame Probenbesuche aber auch Treffen mit dem Choreografen Tomasz Kajdanski und dem Musikalischen Leiter Daniel Carlberg geplant. Unter dem Gesichtspunkt „Arbeit am Mythos“ wird Sophie Walz die Teilnehmer zu Diskussionen anregen, in die Proben begleiten und Ihnen Einblicke in die Entstehung dieser Inszenierung geben.
Interessierte Senioren sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.
26.10.2010, 07:05 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
625
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 26.10.2010
Mit neuer Musik zu den Sternen
Neue Musik hat in diesen Tagen Hochkonjunktur und ganz besonders in Dessau. Die dritte Auflage des Impuls-Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt findet ab Freitag bis 21. November wieder in den sechs Orchesterstädten des Landes und darüber hinaus in Köthen, Stendal und Michaelstein statt. Mit sechs Konzerten und Aufführungen ist Dessau dabei die Stadt im Land, in der man die meisten Impuls-Termine besuchen kann. Insgesamt sind in den drei Festivalwochen die Werke von 21 Komponisten, darunter zehn Uraufführungen, zu erleben, fast 300 Musiker wirken mit.
Fest für die Region
Unter der Intendanz von Hans Rotman kooperieren die Orchester aus Dessau, Halberstadt, Halle, Magdeburg, Schönebeck und Wernigerode in innovativen Konzert- und Präsentationsformen, wie z.B. den Impuls-Orchestertreffen, der Impuls-Komponistenwerkstatt oder dem Jugendprojekt "Impuls Backstage". Dass das Impuls-Festival ein Projekt für die ganze Region ist, wird gleich zum Auftakt am Freitag dieser Woche mit dem Impuls-G6-Dirigentengipfel deutlich, der jedes Jahr in einer anderen Stadt des Landes stattfindet, diesmal in Köthen. Zu hören ist das MDR-Sinfonieorchester als neuer Impuls-Partner, das unter Leitung von sechs Dirigenten - darunter auch Dessaus GMD Antony Hermus - das Festival eröffnet. Beginnend mit einer Hommage an die Bachstadt Köthen spiegelt sich im Eröffnungsprogramm die Vielfalt des Festivals 2010: Von einer Mondlandungs-Reminiszenz über eine Uraufführung von Thomas Buchholz mit Köthener Schülern bis zur Hommage an Ligeti, reicht das musikalische Universum. Guillaume Connesson, zentraler Komponist von Impuls, macht mit seinem Funken sprühenden Klavierkonzert einen Abstecher in die Science-Fiction-Welt, bevor sich der Bogen mit Leonard Bernsteins Prelude, Fugue and Riffs zur Hommage an Bach schließt.
Unter dem Motto "Die Luft von anderen Planeten" lädt das Festival in den folgenden Tagen und Wochen und mit einer Fülle von Veranstaltungen auch in Dessau-Roßlau zu einem musikalischen Schnellflug durch das 20. und 21. Jahrhundert ein. Auf der Bauhausbühne in Dessau ist gleich am zweiten Festivaltag, an diesem Samstag um 15 Uhr, ein besonderes Projekt mit Kindern zu erleben. Zu hören gibt es dort erstmals etwas aus dem Musical "Mackie und die Detektive", für das der Dessauer Christoph Reuter die Musik und August Buchner den Text schrieb. Was hat Erich Kästners Klassiker "Emil und die Detektive" mit der "Dreigroschenoper" von Brecht und Weill gemeinsam? Auf den ersten Blick vor allem die Entstehungsgeschichte: Beide Werke feierten bei ihrem Erscheinen 1928 / 29 Triumphe und wurden verfilmt. Wenn man sich aber den Inhalt genauer anschaut, dann sind die Figuren des Herrn Grundeis und des Herrn Macheath gar nicht so weit voneinander entfernt. In dem Musical sollen sich die Berliner Abenteuer von Emil Tischbein nun mit der Aufführungsgeschichte der Bettleroper am Schiffbauerdamm verbinden.
Mackie auf Bauhausbühne
Als Work in Progress wird "Mackie und die Detektive" beim Impuls-Festival erstmals dem Publikum musikalisch vorgestellt, in einem zweiten Schritt soll die szenische Fassung entstehen. Neben den Schauspielern Frank Roder und Ralph Richter sind der Kinderchor des Anhaltischen Theater und das Kammerorchester Wernigerode am Sonnabend zu erleben.
Im Anhaltischen Theater stehen die Sinfoniekonzerte am 4. und 5. November, jeweils 19.30 Uhr, ganz im Zeichen von Impuls. Das Festival bringt zusammen mit GMD Antony Hermus "Die Planeten" von Gustav Holst in den Konzertsaal. Jeder Satz trägt den Namen eines Planeten des Sonnensystems. Der Pluto ist dabei nicht berücksichtigt, weil er seinerzeit noch unbekannt war und erst 1930 entdeckt wurde. Impuls holt dies nach und lässt mit dem Auftrag an Bernhard Schneyer, der nun diesen Himmelskörper vertont, den Kanon an Planeten vollständig werden. Christian Jost - von ihm wird "Cosmodromion - Konzert für Schlagzeug und Orchester" gespielt - ist der Astronaut unter den Komponisten von heute. Noch nie wurde die "Special-Effekts"-Abteilung des Orchesters - das Schlagzeug - so virtuos für den Sprung ins All benutzt.
Das Konzert "Klang-Kosmos II" führt am 10. November um 19.30 Uhr mit dem Dirigenten Daniel Carlberg, 1. Kapellmeister des Anhaltischen Theaters, in das Elbe-Werk Roßlau. 400 000 Jahre nach dem Urknall wird das dunkle Universum zum ersten Mal von neu entstehenden Sternen erleuchtet. In "Age of Darkness" beschreibt Komponist Guillaume Connesson diese Sternengeburt in schillernden Farben. 90 Jahre nach Gustav Holsts "Planeten" werden auch die Monde des Jupiters hörbar. Jens Marggraf bringt sie in "Sidera Medicea" zum Klingen. Die Aufforderung in Stephen Spielbergs Blockbuster "Unheimliche Begegnung der dritten Art", sich auf das Unbekannte einzulassen und damit in Kontakt zu treten, klingt zugleich wie eine Einladung, sich für Neue Musik zu öffnen. Deshalb schließt Impuls-Extra mit John Williams' berühmtem Soundtrack zu diesem Film. In Kooperation mit dem Planetarium Dessau wird das Universum in beiden Konzerten multimedial hör- und sichtbar gemacht.
21.10.2010, 12:11 | tags:
Diverses
614
Hauke Hoffmeister, Mitteldeutsche Zeitung, 21.10.2010
Neues Format mit schlechten Filmen
„Trash am Montag“ hatte mit zwei Filmkritikern Premiere im Kiez-Kino.
Es gibt Spielfilme, die braucht kein Mensch. Es sind Filme, die niemand ernst nimmt, so grottenschlecht sind sie. Weder will die Kameraführung stimmen, noch haben die Darsteller auch nur annähernd schauspielerisches Talent. Der Zuschauer, der bis zum Ende durchhält, kann sich glücklich schätzen. Und dennoch hörte man am Montagabend unisono im Kiez-Kino die Zuschauer sagen: Diesen Filmen mangelt es zwar an Professionalität, an teuren Effekten, dafür haben sie eine Seele.
Schon der Name des Genres verrät, worum es geht: Auf den Kleinbildstreifen befindet sich „Trash“, also Müll. Diese Trash-Filme finden die Schauspieler des Anhaltischen Theaters, Thorsten Köhler und Jan Kersjes, so gut, dass sie am Montagabend in die Rollen einflussreicher Filmkritiker schlüpften und vor mehr als 50 Schaulustigen im Kiez-Kino über Christoph Schlingensiefs „Das deutsche Kettensägemassaker“ schwadronierten. Zum Vergnügen der Zuschauer. Schönes Interpretationstheater um einen wirklich schlechten Film: Die Leute sehen amüsiert den beiden Kritikern zu, wie diese auf die Bühne krabbeln, um Dosenfrüchte und Sekt für ihre Bowle aufzulesen. Hören zu, wie sie sich einig sind, sich nicht einig zu sein, bis schließlich der Vorführungsraum dunkel wird Und das Kettenmassaker auf der Leinwand beginnt.
Der Trash aus dem Jahr 1990 zeigt, anlässlich der Wiedervereinigung, wie Trabant-Fahrer sich in einem Industriegebiet in Westdeutschland verirren und von ominösen Gestalten erst zermetzelt werden und anschließend in der Wurstfabrik enden. „Ein sehr politischer Spielfilm“, meint Kritiker Serge Pocken, alias Thorsten Köhler, anschließend nachdenklich dazu.
Dieser Trash-Film eröffnete die neue Vorführungs-Reihe im Programmkino Kiez. „So etwas gab es noch nie in unserem Kino“, freut sich Thomas Steinberg, der Veranstalter. Ausprobieren wollte er, wie neben dem Programmkino die speziellen Streifen beim Dessauer Publikum ankommen werden. Schon während der Vorbereitungen habe Steinberg gemerkt, dass so ein ganz eigenes Publikum gewonnen werden könne. Kein Stuhl im Kino-Raum blieb vorgestern leer. „Es kamen Zuschauer, die noch nie im Kiez-Kino waren“, stellt Steinberg zufrieden fest. „Spannend finde ich an den Filmen, dass die Macher überhaupt nicht die Absicht hatten, Trash zu produzieren“, sagt er. „Diese Leute haben enorm viel Eifer und Herzblut in ihre Projekte investiert - und häufig kam nur Komisches heraus.“
Damit zieht ein neues Film-Format ins Programmkino Kiez für die Herbstzeit ein, das erst einmal bis zum Dezember getestet werden soll. Immer am Montagabend, der mittig des Monats liegt, werden komische Filme gezeigt. Der nächste läuft am 15. November, der letzte Film der erst einmal dreiteiligen Serie folgt im Dezember. Ob die Reihe auch im nächsten Jahr fortgesetzt wird, vermag Thomas Steinberg noch nicht zu sagen. Ginge es nach den bei den Schauspielern Thorsten Köhler und Ian Kersjes würden diese Aufführungen zum etablierten Programm im Kiez dazugehören, so wie das Streitgespräch der Kritiker Serge Pocken und Pit Rutten.
20.10.2010, 22:27 | tags:
Diverses
613
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 21.10.2010
«Parole Emil» lautet bald für alle die Devise
Im Probenraum II ist es eng. Die eine Hälfte des Raumes füllt das Klavier, in der anderen versammelt sich die Bande auf Stühlen. 20 Lippen werden gespitzt, und so gut es halt geht, wird gepfiffen. Der Telefonsong ist der erklärte Liebling der Mädchen und Jungen, die sich zweimal in der Woche zu einer Chorprobe im Anhaltischen Theater einfinden. Den Kinderchor der Dessauer Bühne sah man schon in vielen Produktionen, derzeit wird eine ganz aktuelle einstudiert: "Mackie und die Detektive". Stefan Neubert probt donnerstags mit den Kindern, dienstags studiert Dorislava Kuntscheva die Lieder ein.
Und davon gibt es reichlich, denn "Mackie und die Detektive" ist ein Musical, in dem zwei Klassiker verschmelzen: "Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht und Kurt Weill und das Buch "Emil und die Detektive". Zum Text von August Buchner komponierte der Dessauer Christoph Reuter die Musik. Als Koproduktion von Anhaltischem Theater, dem Kiez und dem Festival IMPULS ist das Musical am 30. Oktober um 15 Uhr erstmals zu sehen. Im Rahmen des IMPULS-Festivals gibt es eine konzertante Voraufführung auf der Bauhausbühne.
25 Kinder von sechs bis 17 Jahren und die beiden Schauspieler Frank Roder als Grundeis und Ralph Richter als Erzähler singen und erzählen dann von den Abenteuern Emils in Berlin. Der zwölfjährige Florian Ott singt den Emil, und sein heller Sopran hebt sich schon bei den Proben über die Kinderstimmen. Kleine solistische Rollen wie Gustav mit der Hupe, der Professor oder der Kleine Dienstag sind gleichermaßen mit Chorkindern besetzt. Sie alle sind die Bande, die Emil in Berlin um sich schart, um den Dieb Grundeis zu jagen, der ihm auf der Zugfahrt von Dessau in die Hauptstadt das Geld für die Großmutter stahl.
"Parole Emil" eint denn auch die Mädchen und Jungen im Gesang und erst, als es wie eine Kampfansage klingt, gibt sich auch Stefan Neubert damit zufrieden. Silke Wallstein ist als Regisseurin derweil für den größtmöglichen Ausdruck der jungen Darsteller zuständig. Sie probt mit den Solisten vor allem die Sprechtexte. "Wenn es im kommenden Jahr die szenische Aufführung im Theater gibt, dann werden 50 Kinder dabei sein", sagt sie. Dann gibt es auch ein Bühnenbild und Kostüme.
Das alles muss man sich am 30. Oktober noch vorstellen, musikalisch aber kann man bereits alles hören. Unter der musikalischen Leitung von Komponist Christoph Reuter und Stefan Neubert wird die Musik des Musicals gemeinsam mit dem Kammerorchester Wernigerode und dem Kinderchor des Anhaltischen Theaters im Bauhaus dargeboten.
Karten gibt es an der Theaterkasse im Rathaus-Center, Telefon 0340 / 2 40 02 58 oder eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung am 30. Oktober an der Tageskasse.
19.10.2010, 12:02 | tags:
Diverses
609
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 19.10.2010
Dessau-Roßlau
Faszinierend und abstoßend - die vielen Seiten des Bösen
Überbordende Bilder und Worte, grelle Figuren, "die uns fordern und befremden und mit uns selbst konfrontieren", herzhaftes Lachen und solches, das im Halse stecken bleibt: Pfarrerin Geertje Perlberg wünschte sich am Sonntagnachmittag in der Dessauer Johanniskirche ein paar ordnende Worte vom Gastprediger.
Zahlreiche Besucher waren auch zu dieser nunmehr bereits sechsten Theaterpredigt gekommen, die die Anhaltische Landeskirche, das Anhaltische Theater und die Kirchengemeinde zu ausgewählten Inszenierungen der Dessauer Bühne in jeder Spielzeit veranstalten. Für die Predigt zur Inszenierung "Doktor Mabuse. Ein Spiel mit Menschen unserer Zeit", die am Freitagabend Premiere hatte, konnte Dirk Pilz gewonnen werden. Er sah sich das Stück, in dem André Bücker Buch und Regie verantwortete, zur Generalprobe an.
Pilz, im Hauptberuf Theaterkritiker für mehrere Medien und Mitbegründer der Plattform nachtkritik.de, verstand es höchst konzentriert, sowohl der Inszenierung als auch den damit verbundenen theologischen Fragen gerecht zu werden. "Das Böse lässt sich nicht auf einen Namen bringen", begann er seine Predigt und suchte in den biblischen Geschichten nach der Darstellung des Bösen. Über Luthers Bild vom Teufel kam er zu Thomas Manns "Doktor Faustus" und Manns These, dass ohne den Teufel, den Verrückten und Verbrechern keine Kunst zu haben sei. Das Böse sei abstoßend und faszinierend zugleich.
Der rauschhafte Theaterabend "Doktor Mabuse" sei ein Spiel im Spiel über das Spiel mit Menschen. Zum Glück gäbe es keine Schubkästen für Gut und Böse, seien die Figuren uneindeutig, "das gehört zu jener Zeit, die die unsere ist". Eminent politisch lobte Pilz die Inszenierung und betrachtete in seiner Theaterpredigt vor allem den Glauben und freien Willen, den christlichen Glauben, der an Kraft gewinne, weil er eine freie Entscheidung des Einzelnen ist.
Die Inszenierung zeige, was es alles heißen könne, zu glauben. Mabuse sei Beispiel dafür, wenn Glaube zum Dogma erstarre. Versagt am Ende dem Selbstmordattentäter das Feuerzeug, sei dies kein Trost. "Auf Erden aber gibt es Theater und Trost", schloss Dirk Pilz. "That's A Plenty" meinten die Blechbläser der Philharmonie.
18.10.2010, 12:12 | tags:
Diverses
605
Pressemitteilung vom 18.10.2010
„Mackie und die Detektive“
Das Anhaltische Theater Dessau, der kiez e.V. und Impuls – Das Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt präsentieren am Samstag, 30. Oktober um 15.00 Uhr das Schülerprojekt „Mackie und die Detektive“. Im Rahmen des Impuls-Festivals wird das Musical von Christoph Reuter und August Buchner als konzertante Voraufführung auf der Bauhausbühne Dessau erstmals dem Publikum vorgestellt.
„Mackie und die Detektive“ ist die Verschmelzung zweier Klassiker: dem Theaterstück „Die Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und Kurt Weill einerseits und dem Kinderbuch-Hit „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner andererseits.
Emil erlebt das wohl größte Abenteuer seines Lebens: Auf der Reise von Dessau in das Berlin der 20er Jahre wird er im Zug bestohlen. Gemeinsam mit Gustav mit der Hupe und dessen Berliner Kinderbande begibt er sich mit viel Mut, Witz und Entschlossenheit, aber auch einer gehörigen Portion Frechheit auf die Fährte des Übeltäters, um die 140 Mark zurückzubekommen, die für seine Großmutter bestimmt waren.
Unter der musikalischen Leitung von Christoph Reuter und Stefan Neubert wird die Musik des Musicals gemeinsam mit dem Kammerorchester Wernigerode und dem Kinderchor des Anhaltischen Theaters Dessau dargeboten, um im Rahmen des Kurt Weill Festes 2012 uraufgeführt zu werden.
„Mackie und die Detektive“ ist eine Kooperation zwischen kiez e.V., dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt „Impuls“ mit freundlicher Unterstützung der Stadt Dessau, des Land Sachsen-Anhalt und der Lotto Toto GmbH Sachsen-Anhalt.
Musikalische Leitung: Christoph Reuter / Stefan Neubert; Text: August Buchner;
Leitung Kinderchor: Dorislava Kuntscheva; Erzähler: Ralph Richter; Grundeis: Frank Roder; Philharmonisches Kammerorchester Wernigerode;
Kinderchor des Anhaltischen Theaters Dessau
Karten zu 10,- EURO / ermäßigt 7,- EURO gibt es im Vorverkauf unter karten@impulsfestival.de und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr ; Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr; Mail: kasse@anhaltisches-theater.de oder eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung an der Abendkasse: Bauhaus Dessau, Gropiusallee 38, 06846 Dessau.
11.10.2010, 17:25 | tags:
Diverses
594
Pressemitteilung vom 11.10.2010
„Trash am Montag“
Cineastisches Zuckerschlecken mit Pit Rutten und Serge Pocken
Am Montag, 18. Oktober um 20.30 Uhr eröffnet im Kiez Kino Christoph Schlingensiefs „Das deutsche Kettensägenmassaker“ die monatliche Filmreihe „Trash am Montag“, eine Kooperation des Kiez Kino mit dem Anhaltischen Theater Dessau. Gezeigt werden hierbei wahre „Perlen" internationalen Filmschaffens: So steht am 15. November Ed Woods „Plan 9 from Outer Space“ auf dem Programm, am 13. Dezember wird die Reihe mit Rosa von Praunheims Meisterwerk „Die Bettwurst“ fortgesetzt. Präsentatoren, Initiatoren und Kommentatoren dieser Veranstaltungsreihe, die treffend mit „cineastischem Zuckerschlecken“ unter- und umschrieben wird, sind zwei der renommiertesten Filmkritiker unserer Zeit, der Holländer Pit Rutten und der Münchner Serge Pocken.
„Sie kamen als Freunde und wurden zu Wurst“, so erklärte Christoph Schlingensief kurz und präzise den Plot seines Films „Das deutsche Kettensägenmassaker“ und das Schicksal der Ostdeutschen im Zuge der Wiedervereinigung. Jahre später erkannte er seinen Irrtum: nicht einmal Grütze sei aus ihnen geworden.
1990, in nur zwei Wochen mit wenig Geld und viel Kunstblut gedreht, bereitet Schlingensief in seinem Film den Ostdeutschen einen ganz besonderen Empfang: er lässt sie reihenweise von Westdeutschen mit Kettensägen in handliche Teile zerlegen, um aus diesen Wurst zu machen. Das Ganze ist mit einem stilsicheren Gespür für Geschmacklosigkeit inszeniert und gedreht und erfüllt damit die hohen Ansprüche, die beide Kritiker an jene Filme stellen und die sie künftig unter dem Label „Trash am Montag“ präsentieren.
„Mittlerweile zum Kultfilm avanciert. Eine Abrechnung mit Helmut Kohls Wiedervereinigung und eine gelungene Antwort auf die Langeweile des deutschen Films.” (Süddeutsche Zeitung)
Dramaturgie: Maria Linke
Es spielen: Thorsten Köhler und Jan Kersjes
Nächste Termine: 15.11.2010, 20.30 Uhr „Plan 9 from Outer Space“ Ed Wood |
13.12.2010, 20.30 Uhr „Die Bettwurst“ Rosa von Praunheim
Tickets erhalten Sie an der Abendkasse im Kiez Kino, Vorbestellungen unter [0340] 8596451.
Mehr Infos unter: www.kiez-kino.de
08.10.2010, 13:57 | tags:
Diverses
592
Pressemitteilung vom 8.10.2010
„Transit“ – Ein Dokumentarfilm von Angela Zumpe
Am Dienstag, 26. Oktober um 19.30 Uhr zeigt das Anhaltische Theater „Transit“, einen Dokumentarfilm von Angela Zumpe im Studio des Alten Theaters.
„Geh doch rüber!“ - soll es vor dem Mauerfall in der BRD geheißen haben, wenn jemand seine Unzufriedenheit mit den gesellschaftlichen Verhältnissen äußerte. „Rüber“ - das meint die DDR. Seinerzeit übersiedelten etliche Bewohner der BRD oder Westberlins in den „sozialistischen Friedensstaat“. 1968 waren es 2500. So auch der Bruder von Angela Zumpe.
Im Dokumentarfilm “Transit” begibt sich Regisseurin Angela Zumpe auf die Suche nach ihrem Bruder, der 1968 im Alter von 21 Jahren das konservative Elternhaus in Westdeutschland verließ, um in die DDR überzusiedeln. Nur acht Monate später tötete er sich selbst, ohne dass die näheren Umstände aufgeklärt wurden. Die Regisseurin begibt sich 40 Jahre nach dem Selbstmord auf Spurensuche und entdeckt auf ihrer Reise Biographien und Geschichten von Menschen, die wie ihr Bruder von West nach Ost wechselten. Darunter auch Menschen, die die Sehnsucht nach einem „dritten Weg“, einem Sozialismus mit menschlichem Antlitz, noch nicht aufgegeben hatten, die freiwillig in die DDR übersiedelten. Aus dem persönlichen Porträt eines gescheiterten Jugendlichen entwickelt sich so langsam ein subjektives wie emotionales Dokument, das das Zeitgeschehen beider deutscher Staaten aufgreift.
Angela Zumpe ist Filmemacherin und Professorin für Audiovisuelle Medien am Fachbereich Design der Hochschule Anhalt in Dessau. Nach ihrem Kunststudium an der UdK und erhielt sie ein Stipendium des DAAD für ein Filmstudium an der New York Universtity. Anschließend folgten Film- und Videoproduktionen im Grenzbereich zwischen Film, Kunst und Design. In der Vergangenheit entwickelte Angela Zumpe mit Studenten der Fachschule Anhalt u.a. Videoprojektionen für das Anhaltische Theater. Zuletzt waren Videoprojektionen von ihr in der Ballettproduktion „Nachtasyl“ zu sehen.
Im Anschluss an den Film findet ein Publikumsgespräch mit Dr. Stefan Wolle statt. Wolle ist wissenschaftlicher Leiter des DDR Museums in Berlin. Das Gespräch moderiert Dr. Kai Buchholz.
„..Zumpe hat daraus einen hochinteressanten Film gemacht. „Transit bewahrt nämlich nicht allein eine individuelle Geschichte. Seiner Regisseurin gelingt vielmehr etwas, das nach 20 Jahren Wiedervereinigung so gut wie verschwunden ist aus den Medien: ein ständiger Perspektivwechsel auf die deutsche Geschichte.“ - so die Berliner Zeitung, 30.9.2010
Weitere Infos unter: www.transitderfilm.de
08.10.2010, 07:19 | tags:
Diverses
590
Steffen Brachert, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 8.10.2010
Theater-Hoffnungen ruhen auf November und Dezember
Das Lob der Kritiker war und ist nahezu einhellig positiv, regional wie überregional. Die erste Spielzeit von Generalintendant André Bücker am Anhaltischen Theater hat einen Wandel eingeleitet und Akzente gesetzt, die weit über Anhalt hinaus Beachtung fanden. Deutlich machte das eine Umfrage des Deutschen Bühnenvereins. In der Kategorie "Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren" eroberte das Dessauer Haus vor einigen Monaten einen Spitzenplatz. Deutlich wurde das aber auch bei der Nominierung von Regisseurin Andre Moses für den renommierten deutschen Theaterpreis "Faust". Ihre "Lohengrin"-Inszenierung wird damit gewürdigt. Vergeben wird "Faust" am 27. November im Aalto-Theater Essen.
Wirtschaftlich aber war es für das Anhaltische Theater im Jahr des Intendantenwechsels deutlich schwieriger, wie aus dem Jahresabschluss 2009 hervorgeht, den Dessau-Roßlaus Stadtrat vorige Woche billigte. Einstimmig. Obwohl am Ende ein Verlust von fast 880 000 Euro steht, der nur durch eine Entnahme einer zweckgebundenen Rücklage auf 750 000 Euro reduziert wird.
"Das ist ein Ergebnis, das in keiner Weise zufrieden stellend ist", räumte Joachim Landgraf, Verwaltungsdirektor am Anhaltischen Theater, auf Anfrage im Stadtrat ein, sah aber gute Chancen, dass sich das negative Ergebnis 2010 nicht wiederholt. Zum einen hätte es 2009 einmalige Personalaufwändungen gegeben. Es mussten Altersteilzeitgelder bereitgestellt und Abfindungen für Mitarbeiter gezahlt werden, deren Verträge wegen des Intendantenwechsels nicht verlängert wurden. Zum anderen hätten finanzielle Zugeständnisse bei Haustarifverhandlungen gemacht werden müssen. Zugleich deutete Landgraf für 2010 eine 300 000 Euro umfassende Zuweisung des Landes an.
Zugleich will das Haus aber auch selber aktiv werden. Mit den Gewerkschaften hat es eine erste Sondierungsrunde auf einen neuen Haustarifvertrag gegeben. Zudem wird daran gearbeitet, so Landgraf, "eine zugänglichere Ebene zu finden". Mit Seniorenkonzerten, mit einer Richard-Wagner-Gala, mit einem Operettenkonzert. Aber auch mit einem Spielplan, der bekannte Stücke wie die "Fledermaus", "Dr. Mabuse" und "Der widerspenstigen Zähmung" setzt.
Damit will das Theater gegen sinkende Besucherzahlen (2007: 202 429, 2009: 183 982) und in der Folge auch gegen sinkende Einnahmen aus Ticketverkäufen (2007: 1,466 Millionen Euro, 2009: 1,201 Millionen Euro) kämpfen. Das Anhaltische Theater spürt die Krise. Auch 2010 bleibt die Lage schwierig. Kalkuliert wurden 1,595 Millionen Euro Umsatzerlöse aus Vorstellungen. Zum 30. Juni 2010 waren davon aber erst 574 000 Euro oder knapp 36 Prozent erreicht. Die Vorgabe, niedergeschrieben in der im August ausgereichten Halbjahresanalyse zur Erfüllung des Wirtschaftsplanes, ist deshalb eindeutig: "Die Erwirtschaftung ,Eigener Erlöse´ muss von Anbeginn der neuen Spielzeit als besondere Herausforderung für alle künstlerischen Bereiche sowie für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit betrachtet werden. Das Ziel besteht darin, insbesondere für die Sparten Schauspiel und Ballett die Besucherzahlen und damit die Einnahmen deutlich zu erhöhen." Als Vorbild gilt dabei die Anhaltische Philharmonie, die 2009 das beste Ergebnis seit Jahren erreicht hat.
Landgrafs Hoffnungen ruhen deshalb auf verstärkte Gastspiele des Hauses. Noch im Oktober wird das Anhaltische Theater in Dänemark spielen. Vor allem hofft der Verwaltungsdirektor auf die Dessau-Roßlauer selbst - und auf November und Dezember. "Das sind unsere einnahmenintensivsten Monate." 2010 soll das so bleiben.
07.10.2010, 07:14 | tags:
Diverses
588
Corinna Nitz, Mitteldeutsche Zeitung/ Wittenberg, 7.10.2010
Prima Aussichten für Theaterenthusiasten
Wer immer annimmt, dass Geldnot zwangsläufig lähmt, muss einen Blick nach Dessau werfen. Dort wurden dem Anhaltischen Theater zwar Einsparungen in Größenordnungen angedroht, dennoch verfällt man nicht in Trübsinn, sondern hat auch für die aktuelle Spielzeit 2010 / 11 ein Programm erarbeitet, das vielversprechend ist und neben der einen oder anderen Wiederaufnahme vor allem zahlreiche Premieren für die Theaterenthusiasten aus der Region bereithält.
Die bekamen am Dienstagabend einen kleinen Vorgeschmack, als in der Wittenberger Stiftung Leucorea Vertreter der Bühne einen Ausblick auf den Spielplan gaben. Etwa unternahm der Dramaturg und Operndirektor Heribert Germeshausen einen vergnüglichen und kurzweiligen Parforceritt nicht allein durch seine Sparte, sondern warf auch einige Schlaglichter auf Schauspiel, Ballett und Puppentheater. Unterstützt wurde er neben einem Pianisten von Angelina Ruzzafante (Sopran), Wiard Witholt (Bariton) und Ulf Paulsen (Bassbariton), die den Besuchern Ausschnitte etwa aus "Turandot", "Die Stumme von Portici" oder "One Touch of Venus" präsentieren. Darüber hinaus hatte Günter Anton vom Anhaltischen Besucherring kiloweise Spielplanbücher und Informationen über die Theaterfahrten mitgebracht.
Zu den spannenden Projekten im Musiktheater darf die große Richard-Wagner-Gala "Sink' hernieder, Nacht der Liebe" gerechnet werden, die bereits am 16. Oktober Premiere hat und mit der das Theater dem Komponisten auch seine Referenz erweisen möchte. Nicht nur viele seiner Werke wurden in Dessau aufgeführt, Wagner selbst besuchte im Jahr 1872 die Bauhausstadt. Ein Wiedersehen gibt es bei dieser Gala auch mit den Protagonisten von Andrea Moses' vielbeachteter "Lohengrin"-Produktion aus dem Jahr 2009. Zudem bilden Auszüge aus Wagners "Der Ring des Nibelungen" einen Schwerpunkt, der ab 2012 zyklisch für Dessau erarbeitet werden soll.
Premieren wird es auch im Ballett geben; so erlebt am 29. Oktober "Der Widerspenstigen Zähmung" nach William Shakespeare in einer Inszenierung von Ballettdirektor Tomasz Kajdanski ihre Uraufführung. Und mit "Doktor Mabuse" steht für den 15. Oktober schließlich eine von mehreren Schauspielpremieren ins Haus. Norbert Jacques schuf mit der Romanfigur des Mabuse 1919 den Prototyp des modernen, gewissenlosen und schließlich in den Wahnsinn driftenden Universalverbrechers, der besonders durch die Verfilmungen von Fritz Lang in den 1920er Jahren Kultstatus erlangen sollte.
In der Dessauer Inszenierung führt Generalintendant André Bücker Regie. Schon an diesem Sonntag wird er um 10.30 Uhr im Rahmen einer Matinee im Theaterfoyer ins Stück einführen. Konzeption und Bühnenbild werden vorgestellt; Schauspieler lesen und spielen Texte aus dem Stück und stellen Musikbeispiele sowie Filmsequenzen vor. Anschließend bitten Regisseur und Ensemble zu einer exklusiven Pokerrunde an den Spieltisch. Für den Eintritt zur Matinee wird ein Obolus von drei Euro erhoben, der beim Besuch der entsprechenden Veranstaltung auf den Kartenpreis angerechnet wird.
30.09.2010, 12:25 | tags:
Diverses
579
Pressemitteilung vom 30.09.2010
Kooperation UCI Kinowelt Dessau und Anhaltisches Theater
UCI Kinowelt und Anhaltisches Theater liegen nicht nur von der Entfernung her nicht weit auseinander – auch inhaltlich gibt es durchaus Anknüpfungspunkte.
UCI Kinowelt Dessau überträgt ab 9. Oktober Musiktheaterinszenierungen live aus der New Yorker Metropolitan Opera. Dies zum Anlass nehmend entstand eine Kooperation zwischen beiden Institutionen.
Die Kino-Reihe startet am 9. Oktober um 19.00 Uhr mit der Übertragung „Das Rheingold“ – Richard Wagner, einer Produktion von Robert Lepage unter der musikalischen Leitung von James Levine, u.a. mit den Solisten Stephanie Blythe und Bryn Terfel.
Das Anhaltische Theater präsentiert ab dem 16. Oktober um 19.30 Uhr unter dem Titel „Sink hernieder, Nacht der Liebe“ - Die große Richard-Wagner-Gala. Gesungen von hochkarätigen Sängern des Ensembles und dem Chor des Anhaltischen Theaters, begleitet von der Anhaltischen Philharmonie unter der Leitung von GMD Antony Hermus erklingen die schönsten Liebeserklärungen aus Wagners Opern.
Zuschauer des Anhaltischen Theaters mit einem Abonnement erhalten Dank der Kooperation unter Nachweis ihres Abonnement reduzierte Tickets für die Musiktheaterreihe im UCI und umgekehrt erhalten Zuschauer mit einem Abonnement für die Kinoreihe reduzierte Tickets für ausgewählte Musiktheaterinszenierungen.
Alle Inszenierungen sowohl im Kino als auch im Theater werden auf deutsch über-/ bzw. untertitelt. Das UCI zeigt vor der Übertragung einen Trailer, der die Inszenierungen des Anhaltischen Theaters vorstellt.
„Wir wollen auch Leute erreichen, die sonst keinen Zugang zur Oper haben“, so Anja Tiede, Theaterleiterin des UCI Dessau. „Wir denken, dass ein Kinobesuch Lust macht, hervorragende Sänger auch live auf der Bühne im Anhaltischen Theater zu erleben“, so André Bücker, Generalintendant des Anhaltischen Theaters.
In beiden Häusern liegen zudem Informationsmaterialien des Kooperationspartners aus.
Ausführliche Informationen zur Kino-Reihe unter:
www.uci-kinowelt.de/Kino/Programm/AtTheOpera
Ausführliche Informationen zu den Musiktheaterinszenierungen im Theater unter: www.anhaltisches-theater.de
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und auch an der Abendkasse sowie an den Kassen des UCI Kinowelt Dessau.
28.09.2010, 13:47 | tags:
Diverses
574
Pressemitteilung vom 28.09.2010
Vorschau Wochenende 01. – 03.10.2010
Das Anhaltische Theater hält für das kommende Wochenende ein vielfältiges Programm bereit.
Am Freitag, 1. Oktober um 19.30 Uhr findet im Großen Haus das 2. Sinfoniekonzert der Anhaltischen Philharmonie statt. Joseph Moog, der 23-jährige Ausnahmepianist, spielt das 1. Klavierkonzert von Sergej Prokofjew – ein atemberaubend virtuoses Stück, das sich der damals 21-jährige Komponist und Pianist 1912 für den eigenen Gebrauch geschrieben hatte. Umrahmt wird das Stück von zwei klassischen Sinfonien: der Londoner B-Dur-Sinfonie (Nr. 98) von Joseph Haydn und der mitreißenden 7. Sinfonie von Ludwig van Beethoven.
Samstag, 2. Oktober um 19.30 Uhr ist auf der großen Bühne die Oper von Giuseppe Verdi „Ein Maskenball“ [Un ballo in maschera] als Wiederaufnahme zu erleben.
„Dieser «Maskenball» setzt einen markanten Schlusspunkt unter die erste Spielzeit der Intendanz von André Bücker, und er kann die Qualität von «Lohengrin» und der «Stummen von Portici» beglaubigen ....“ – Claus Ambrosius, Opernwelt August 2010
Im Alten Theater erwartet das Publikum mit „Der letzte Einruf!!!“ um 19.30 Uhr ein heiterer, humorvoller Abend mit Gerald Fiedler. So ist u.a. zu erfahren, was Doktor Mabuse mit Dieter Bohlen und dem Tod von Lily Herking zu tun hat, wieso das Filmgeschäft eine erotische Schlammpfütze ist und warum 10 berühmte Belgier in Zukunft nur noch zu neunt sein werden.
Am Sonntag, 3. Oktober erwartet kleine und große Zuschauer um 15 Uhr die Premiere „Malvine Dimpelmoos erzählt...“ im Alten Theater auf der Puppenbühne. Die zauberhafte Fee Malvine Dimpelmoos spielt und erzählt drei kleine Geschichten vom Großwerden.
Um 17.00 Uhr wird im Großen Haus „Turandot“ Oper von Giacomo Puccini erneut gezeigt, die zur Premiere mit frenetischem Applaus gefeiert wurde.
„Diese .... Inszenierung ist unverkrampft großes und zeitgemäßes Musiktheater und hat in Dessau durchweg erstklassige Protagonisten gefunden.“ – Irene Constantin, Neues Deutschland, 28.09.2010.
Für alle Vorstellungen gibt es noch Tickets.
28.09.2010, 10:51 | tags:
Diverses
573
Pressemitteilung vom 28.09.2010
Vorschau auf die Spielzeit 2010/11
Am Dienstag, 5. Oktober 2010, um 18.00 Uhr stellt das Anhaltische Theater Dessau seinen Spielplan 2010/2011 in Wittenberg vor. In der Aula der Leucorea sind alle Interessenten herzlich eingeladen, den Ausführungen der Dramaturgen Heribert Germeshausen (Operndirektion) und Holger Kuhla (Schauspiel) sowie den Kostproben der Solisten zu lauschen. Es wirken mit: Angelina Ruzzafante (Sopran), Wiard Witholt (Bariton) und Ulf Paulsen (Bassbariton). Sie werden Ausschnitte aus „Turandot“, „Die Stumme von Portici“, „Ein Maskenball“, „One Touch of Venus“ und „Die Fledermaus“ präsentieren.
Zu allen Inszenierungen und Produktionen liegen ausreichend Druckerzeugnisse und Werbematerialien vor. Der Besucherring gibt eine Übersicht über den Fahrplan der Theaterbusse.
28.09.2010, 09:11 | tags:
Diverses
, Pressestimmen
571
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 28.09.2010
Und endlich heiter in den Tod
Im "Neuen Krug" am Kleinen Wannsee hatten sie sich eingemietet. Den Wirt baten sie, Tisch und Stühle ans andere Ufer zu tragen, für den Kaffee am Nachmittag, Ende November. Sie waren fröhlich, warfen Steine ins Wasser. Zwei Schüsse fielen. Heinrich von Kleist schoss Henriette Vogel in die Brust und sich selber in den Mund. Welches Leben kennt einen Tod, voller "Freude und unaussprechlicher Heiterkeit"? Es scheint, als führe das unaufrichtige Wort Freitod eine wahrhaftige Entsprechung.
Keineswegs: Es ist ein Reigen der Reibungen, der krampfhaft zelebrierten Manifestationen und bodenlosen Irritationen bei Verlassen der Zentralperspektive, und am Ende liegen alle Gedanken auf dem Bühnenboden. Ungemein haushälterisch gleitet das Leben aus den Händen. Blatt für Blatt legt, wirft, lässt Ulrich Matthes (Deutsches Theater Berlin) die Brieffragmente fallen. Fiebrig konzentriert bleiben die wenigen Gesten der szenischen Lesung "Geschichte einer Seele", ein Gastspiel am vergangenen Sonntag im Anhaltischen Theater.
Die Textfassung von Hermann Beil blättert ununterbrochen Brieffragmente auf, hält sich an die Chronologie und schafft als fragmentarische Biografie eine unwiderstehlich intime Begegnung mit Heinrich von Kleist, obgleich gemeinhin angenommen wird, dass Briefpartnerinnen wie die Halbschwester Ulrike, die Verlobte auf Zeit Wilhelmine von Zenge und die angeheiratete Verwandte Marie von Kleist ihre Post kritisch sichteten und einiges der Öffentlichkeit vorenthielten. Briefe an Kleist haben sich wenige erhalten. Die Adressen wechselten. Das Gepäck blieb handlich, die Seele heimatlos ".und immer an einem Orte zu leben, an welchem ich nicht bin".
"Ach", das Schlusswort der Alkmene im Lustspiel "Amphitryon", die viel interpretierte Interjektion häuft sich. Die Achs bilden keine Lücke im Text, keine Verlegenheit, eher ein Zuviel, einen Zusammenprall der Gegensätze, eine nicht auslotbare Ungewissheit, Erschöpfung, Zerrissenheit und immer moduliert Matthes jenseits des Pathos, so wie man ununterbrochene zwei Stunden lang Blatt für Blatt, Brief um Brief anders fallen hört. Die Adressaten werden nicht mitgeliefert. So entsteht ein Dialog mit schweigenden Partnern, ein Lebensmonolog in ruhiger, zerrissener Atemlosigkeit.
"Noch ist nichts bestimmt, und alles möglich - Noch spielt die Hand, mutwillig zögernd, mit den Losen in der Urne des Schicksal", schrieb Kleist über die Jugend an Adolfine von Werdeck. Er brach mit der militärischen Familientradition, hielt eine Heirat für möglich, auch die Laufbahn eines Wissenschaftlers, eines Beamten, eines Schriftstellers. Kleist suchte Lebenspläne, mauerte sie zu Fluchtwegen aus und floh vor ihnen, vor der Mittelmäßigkeit, vor sich selbst und vor der Verlobten, aus welcher er "ein vollkommenes Wesen zu bilden" beabsichtigte. Für die eigene leidvolle Kompromisslosigkeit mag das Ringen um das Trauerspiel "Robert Guiskard" stehen, ein Fragment. Und in der "Penthesilea" läge "der ganze Schmutz zugleich und Glanz meiner Seele".
Die Briefe sind voller Energie, die sich nach innen entlädt. Kleist erscheint maßlos rational und maßlos emotional. Zwei Stunden knistert es auf der Bühne, raschelt und rauscht mit dem Papier die Seele zu Boden. Briefe hören ist selten so infizierend. Matthes fällt still in alle Krisen und balanciert genial über die Kanten von Tradition und Moderne. Altbacken sind die Rollen der Geschlechter und ihre sozialen Definitionen, modern die strauchelnden Versuche eines Menschen, sich selbst zu erfinden. Kleist schwankt standhaft in seinen Briefen. Seinen Bühnenfiguren entreißt er den Boden unter den Füßen. Mögen sie fallend erkennen.
"Es muss leer und öde und traurig sein, später zu sterben, als das Herz", schrieb Kleist 1801 an Adolfine von Werdeck und 1811 an Ulrike: "Nun lebe wohl; möge Dir der Himmel einen Tod schenken, nur halb an Freude und unaussprechlicher Heiterkeit, dem meinigen gleich: das ist der herzlichste und innigste Wunsch, den ich für Dich aufzubringen weiß. / Stimmings bei Potsdam / d. - am Morgen meines Todes".
22.09.2010, 23:46 | tags:
Diverses
, Finanzen
566
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 23.09.2010
Die Partitur eines deutschen Dichterlebens
Auf den großen deutschen Bühnen ist Ulrich Matthes seit Jahren zu Hause, am kommenden Sonntag aber gibt er sein Debüt am Anhaltischen Theater. Mit seinem legendären Kleist-Solo "Geschichte einer Seele" will er ein Zeichen der Solidarität für die Dessauer Bühne setzen, die angesichts der kommunalen Finanzkrise von massiven Kürzungen bedroht ist. Das Gastspiel ist zugleich der Gegenbesuch des Deutschen Theaters Berlin, wo das Dessauer Schauspiel-Ensemble jüngst seine Inszenierung "Carmen Kittel" zeigte.
Nun steht den Dessauern also eine Sternstunde ins Haus - ein faszinierender Rundgang durch den Kosmos des Heinrich von Kleist, den der 1959 geborene Matthes erstmals Mitte der 90er Jahre an der Berliner Schaubühne gezeigt hat. Im Bühnenbild einer Inszenierung von Andrea Breth, die damals nicht zur Premiere gekommen war, hatte er aus den von Hermann Beil zusammengestellten Briefen des Dichters einen eigenen Abend entwickelt - ohne Regisseur und Souffleur, ganz auf sich selbst gestellt.
"Extrem zeitgenössisch" sei ihm der Dichter damals erschienen, "zerrissen zwischen seinen möglichen Existenzen" und am Ende "von manischer Euphorie". Nachdem er das Solo "landauf, landab" gespielt hatte, ließ er es zwölf Jahre ruhen und nahm es erst als festes Ensemblemitglied des Deutschen Theaters wieder in sein Repertoire auf - "wie ein Pianist, der nach Jahren erneut auf eine Partitur blickt". 2011, wenn sich Kleists Selbstmord zum 200. Mal jährt, hofft er auf möglichst viele Vorstellungen - auch wenn die "Geschichte einer Seele" ihm noch mehr abverlangt als seine Rollen in großen Inszenierungen wie "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" oder "Onkel Wanja".
Mit dem Tschechow-Stück, für dessen Titelrolle Ulrich Matthes 2008 mit dem Deutschen Theaterpreis "Faust" geehrt wurde, hat er erst vor wenigen Tagen in Belgrad gastiert - und dabei erneut gespürt, wie sehr man im Ausland um das deutsche Stadttheater-System beneidet wird. Auch darum, sagt Ulrich Matthes, will er den in Not geratenen Bühnen helfen - weil jedes Theater "ein Wärmeort" ist, "der in die Stadt abstrahlt - und dessen Fehlen selbst jenen auffallen würde, die ihn jahrelang nicht betreten haben". Darum hat er sich mit seinem Intendanten Ulrich Khuon auch in die Proteste gegen die Wuppertaler Kürzungen eingereiht. Und darum geht er nun in Dessau auf die Bühne.
Schließlich hat seine Karriere einst in Krefeld / Mönchengladbach begonnen, ehe er die Münchner Kammerspiele und das Wiener Burgtheater, die Schaubühne und das Deutsche Theater Berlin eroberte. Parallel dazu hat er in Filmen wie "Nikolaikirche" oder "Aimee und Jaguar" gespielt, einem breiten Publikum ist sein eindringlicher Auftritt als Joseph Goebbels in "Der Untergang" erinnerlich. Und auch als Synchronsprecher von Stars wie Kenneth Branagh und Ralph Fiennes ist Matthes erfolgreich - so dass er sich sogar den Luxus leisten konnte, eine Filmrolle an der Seite von Tom Hanks abzusagen, weil er lieber mit Nina Hoss in Schnitzlers "Das weite Land" auf der Bühne stehen wollte. Nun also bringt er Kleist nach Dessau - für einen edlen Zweck.
"Geschichte einer Seele" am Sonntag, 18 Uhr, Anhaltisches Theater
15.09.2010, 17:50 | tags:
Musiktheater
, Diverses
559
Pressemitteilung vom 15.09.2010
Andrea Moses für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert
Nachdem das Anhaltische Theater bei der Autorenumfrage zur Saison 2009/10 des Theatermagazins Die Deutsche Bühne im Sommer den Spitzenplatz in der Kategorie Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren eroberte, wird dem Anhaltischen Theater eine weitere Auszeichnung zuteil.
Chefregisseurin Andrea Moses erhielt eine Nominierung mit ihrer Inszenierung „Lohengrin“ für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie Regie Musiktheater.
Ihre „Lohengrin“ Inszenierung erregte überregional enorme Aufmerksamkeit und verschaffte dem Anhaltischen Theater zu Beginn der Spielzeit 2009/10 unter der neuen Generalintendanz André Bückers einen fulminanten Start.
DER FAUST wird am 27. November zum fünften Mal verliehen. In diesem Jahr findet die
Vergabe im Aalto-Theater Essen im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 statt.
DER FAUST ist ein nationaler, undotierter Theaterpreis, der auf die Leistungskraft und
künstlerische Ausstrahlung der Theater aufmerksam macht und diese würdigt. Er wird vom
Deutschen Bühnenverein gemeinsam mit den Bundesländern, der Kulturstiftung der Länder und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste vergeben. Mitveranstalter 2010 ist das Land Nordrhein-Westfalen. Ausgezeichnet werden Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater ist. DER FAUST wird in acht Kategorien verliehen. Zudem gibt es den Preis für das Lebenswerk und den Preis des Präsidenten.
12.09.2010, 23:32 | tags:
Diverses
551
Gina Apitz, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 13.09.2010
Dessau-Roßlau
Kleine Tänzer erobern große Bühne
Zwölf mal 15 Meter misst die Bühne des Anhaltischen Theaters in Dessau. Schauspieler und Opernsänger fühlen sich auf ihr wohl - für Tanzgruppen ist die größte Drehbühne Deutschlands eine Herausforderung.
Am Samstag bewiesen die Tänzer der Doppelstadt, dass sie ihre Choreografien auch auf einer großen Bühne präsentieren können. Sechs Kinder- und Jugendtanzgruppen aus Dessau-Roßlau luden um 17 Uhr zu einer dreistündigen Tanzgala ins Theater ein - darunter die Kindertanzgruppe "Sunshine", die Revuetanzgruppe "Showtime" und der Roßlauer Karnevalverein.
Die Zuschauer erwartete beste Unterhaltung: Bunte Kostüme, moderne Choreografien, die ein oder andere akrobatische Einlage und eine Percussion-Darbietung. Als Überraschung zeigten die Ballett-Tänzer des Theaters vor der Pause noch eine Szene aus dem Maxim-Gorki-Stück "Nachtasyl."
Für die kleinen und großen Tänzer gab es am Ende viel Applaus. Dabei wäre die Tanzgala beinahe abgesagt worden. Das internationale Tanzfest, das vor zwei Jahren zuletzt im Theater stattfand, konnte nicht wiederholt werden. Tanzgruppen aus den Partnerstädten Gliwice, Ludwigshafen und dem österreichischen Klagenfurt waren damals zu Gast, dazu weitere Gäste aus Leipzig und Wolfen. "Wir hatten 14 Gruppen zu Besuch", sagt Andreas Gruhn, Initiator des Tanzfests und Leiter der Tanzgruppe "Schaut hin". Um solch eine große Veranstaltung durchführen zu können, stellte Gruhn alle zwei Jahre einen Förderantrag, der bisher immer bewilligt wurde. Das Land Sachsen-Anhalt übernahm zwei Drittel der Kosten, ein Drittel die Stadt Dessau. "Von dem Geld hatten wir als Tanzgruppe natürlich nichts", erklärt der 51-Jährige.
Das Problem: Die Tanzgruppe "Schaut hin" bekam für eigene Projekte keine weiteren Fördermittel. In diesem Jahr stellte deshalb die Stadt selbst den Antrag - doch der wurde abgelehnt. Die Gala hätte ausfallen können.
Doch Andreas Gruhn setzte sich dafür ein, dass die Veranstaltung trotzdem stattfand - in einem kleineren Rahmen. Dieses Jahr sollten nur die Tanzgruppen der Stadt eine Show zeigen. "Wir brauchen uns nicht zu verstecken", sagt Gruhn.
Um die Kosten vorab zu decken, zahlte jede Gruppe eine Kaution von 200 Euro. Das Geld wollte man über den Kartenverkauf wieder hereinholen. Das Risiko scheint sich gelohnt zu haben: Knapp 600 der 1 100 Karten wurden im Vorfeld verkauft. "Es ist eine schöne Sache, dass alle an einem Strang ziehen", findet Andreas Gruhn und betont, dass Dessau schon immer eine Hochburg des Tanzes war. "Vor der Wende gab es hier schon viele Tanzfeste", erinnert er sich. Das Amateurtanzen habe in der Stadt Tradition. Nachwuchsprobleme haben die Tanzgruppen derzeit nicht. "Beim Kindertanz haben wir einen guten Zulauf", so Gruhn. Die Älteren sind es, die seine Gruppe verlassen. "Nach dem Abitur sind sie alle weg", klagt der Tanzlehrer, der derzeit 70 Kinder und Jugendliche unterrichtet.
Für einzelne Nachwuchstänzer gab es am Sonntag noch einen speziellen Lehrgang. Der Chefchoreograph des Anhaltischen Theaters, Tomasz Kajdanski, zeigte in einem Workshop Schrittfolgen zum Thema "Musical". "Dabei geht es darum, die Körperhaltung zu korrigieren", so Andreas Gruhn. "Es ist dann spannend zu sehen, wie die Tanzgruppen die neuen Schritte in ihre Choreografien integrieren."
Das könnten sie dann auf dem nächsten Tanzfest in zwei Jahren zeigen. Ob die Tanzgala wiederholt wird, ist allerdings trotzdem offen.
10.09.2010, 11:30 | tags:
Diverses
549
Pressemitteilung vom 10.09.2010
Anhaltisches Theater plant Überraschung für Mitwirkende und Besucher der Tanzgala
Das Anhaltische Theater Dessau lädt am Samstag, 11. September um 17 Uhr zur Tanzgala, dem Kinder- und Jugendtanzfest Dessau-Roßlau, ins Große Haus ein.
Zahlreiche Kinder- und Jugendtanzgruppen zeigen ein vielfältiges und buntes Programm und präsentieren sich auf der großen Bühne. Mit dabei sind u.a. die Kinder- und Jugendtanzgruppen „Sunshine“ e.V. und „SCHAUT-hin!“, die Revuetanzgruppe „Showtime“, der Rosslauer Karnevalsverein „RKC“, der „Waldeser Karneval“ und die Tanzgruppe „Holiday“.
Veranstaltet wird das in diesem Jahr stadtbegrenzte Tanzfest vom Anhaltischen Theater Dessau und der Tanzgruppe „SCHAUT-hin!“. Die Tanzgala wird moderiert von Grit Lichtblau.
Für alle Mitwirkenden und die Besucher hält das Anhaltische Theater eine besondere Überraschung bereit.
Für die Tanzgala gibt es noch Karten an der Abendkasse und über die
Vorverkaufsstellen des Anhaltischen Theaters: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
09.09.2010, 14:21 | tags:
Diverses
548
Die Deutsche Bühne, 8/2010, „Die große Diversifizierung“ – Autorenumfrage 2009/10
Auf die Frage nach einer Person, die durch ihre künstlerische Arbeit zur zeitgemäßen Entwicklung der Oper einen herausragenden Beitrag geleistet hat, wurde Christoph Marthaler am häufigsten genannt. Andrea Moses folgt ihm auf dem Fuße.
„Mit ihrem Dessauer LOHENGRIN ist es der Chefregisseurin des Anhaltischen Theaters gelungen, die Geschichte zu erzählen, ihr Potenzial für die Gegenwart zu erschließen und das Ganze mit einer atemberaubend spannenden Personenregie zu verbinden. Es ist eine Inszenierung, die einen Platz in der Rezeptionsgeschichte des Werkes beanspruchen darf.“ Joachim Lange
Eine weitere Frage lautete: Nennen Sie ein Theater, dass Sie überzeugt hat, weil es in einer kleineren Stadt abseits großer Theaterzentren ein besonders anspruchsvolles Gesamtprogramm beim Publikum durchsetzt.
„Dies ist die Kategorie der knappen Ergebnisse – diesmal allerdings mit einem klaren Spitzenreiter: „Nach dem Ende der Ära von Johannes Felsenstein, ist der neuen Leitung unter André Bücker, ein furioser Neustart in allen Sparten gelungen“, schreibt Joachim Lange über das Anhaltische Theater in Dessau, das sich klar von der Konkurrenz abgesetzt hat. „An dem traditionsreichen und von aktuellen Budgetkürzungsplänen in seiner Existenz bedrohten Theater knüpft eine überzeugende ästhetische Neuausrichtung an die Stärken des Hauses an, setzt auf dessen Einbindung in die Stadt und die Region und nimmt das Publikum dabei mit.
Setzte im Schauspiel Regisseur Armin Petras mit seiner SCHLEEF-Inszenierung gleich zu Beginn ein Zeichen, konnte sich das Musiktheater mit der spektakulären LOHENGRIN-Inszenierung von der Chefregisseurin Andrea Moses und der vor allem musikalisch erstklassigen Produktion von Aubers Oper DIE STUMME VON PORTICI sogar als derzeit führendes Opernhaus in Sachsen-Anhalt profilieren. Das gilt ebenso für das Tanztheater von Tomasz Kajdanski.“
06.09.2010, 12:28 | tags:
Diverses
544
Pressemitteilung vom 6.9.2010
Platero und ich – Ein magisches Klangerlebnis für Jung und Alt
Innerhalb der Zusammenarbeit zwischen dem Anhaltischen Theater und der H + S Senioren Service GmbH avendi Dessau findet am Sonntag, 12. September 2010 um 18 Uhr im Alten Theater ein besonderes Gastspiel statt. Stefan Müller-Ruppert und der Ausnahmegitarrist Maximilian Mangold gestalten mit dem Programm "Platero & Ich" ein spanisches Märchen für Gitarre und Sprecher. "Platero & Ich" gilt als das berühmteste Prosastück der spanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Stefan Müller-Ruppert rezitiert die Geschichte des kleinen Esels Platero in Begleitung von Maximilian Mangold, einem der im Augenblick interessantesten Gitarristen Deutschlands. Platero, der kleine Esel, der den Erzähler auf seinen Streifzügen durch die andalusische Landschaft begleitet, ist ihm mehr als nur ein Grautier: Platero steht für das verlorene Paradies der Kindheit, für eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, ist Weggefährte und immer zugleich auch Spiegelbild menschlichen Daseins. Die poetischen Bilder des spanischen Literaturnobelpreisträgers Juan Ramon Jimènez, verschmelzen mit der Musik Mario Castelnuovo-Tedescos zu einem magischen Klangerlebnis, das Jung und Alt gleichermaßen bezaubert.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
04.09.2010, 10:22 | tags:
Diverses
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Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 4.9.2010
Lautten Compagney
Die Reise geht weiter
Den fernen Klang des 17. Jahrhunderts trägt die Berliner Lautten Compagney seit jeher in ihrem Namen, den Vorwurf der weltfremden Unverbindlichkeit aber konnte man den Musikern um Wolfgang Katschner in den 25 Jahren ihres Bestehens nie machen. Viel zu lebendig und gegenwärtig wirkte alles, was sie auf ihren Reisen durch den Barock für ein stetig wachsendes Publikum zu Tage förderten.
Doch nun dies: Ausgerechnet eine CD namens "Timeless" ist es, mit der sich das Ensemble seinen ersten Echo Klassik erobert hat. Am 17. Oktober wird die höchste Auszeichnung der Klassik-Branche in der Philharmonie Essen verliehen - und endlich steht auch die Lautten Compagney auf der Siegerliste. Verdient ist die Ehrung allemal - auch und gerade für die vermeintliche Flucht aus der musikalischen Heimat. Denn "Timeless", erschienen bei der Deutschen Harmonia Mundi, spielt natürlich nicht wirklich im akustischen Ungefähr, sondern sucht die Zeitlosigkeit in klar fixierten Koordinaten: der Lebenszeit des frühbarocken Italieners Tarquinio Merula (1595-1665) und des 1937 geborenen Amerikaners Philip Glass.
Es ist also weder ein Verrat an den Idealen der historischen Aufführungspraxis noch eine leichtsinnige Auszeit zu konstatieren - sondern ein dramaturgisch bezwingendes Arrangement, dessen Wurzeln erneut in einem theatralischen Experiment der Lautten Compagney liegen. Gewagt wurde es ursprünglich mit der Leipziger Compagnie der Choreografin Heike Hennig, mit der Katschner & Co. zu den halleschen Händel-Festspielen 2010 auch das Tanzoratorium "Maria XXX" entwickelt haben. Bereits im März des vorangegangenen Jahres wurden in gleicher Besetzung die noch leeren Räume des Neuen Museums Berlin bespielt - und schon damals fand man den Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten dem Anlass besonders angemessen.
Dass Merula und Reich auch dann etwas miteinander zu tun haben können, wenn man ihnen die gestische Grundlage entzieht, zeigt nun die Compilation. Besonders spannend wird es da, wo die Lautten Compagney mit ihren Gästen an Saxophon und Percussion die Grenzen vorsätzlich verwischt: Wenn sich ein Glass-Splitter zwischen zwei Merula-Stücke schiebt und die vertrackte Einfachheit der Minimal Music auf die eingängige Komplexität des Barock trifft. In diesen Momenten verschränken sich Anfang und vorläufiges Ende der abendländischen Tradition, wird die Zeitlosigkeit zwischen den Epochen erlebbar. Und man darf staunen, wie sehr vor allem Glass vom Kontrastmittel aus der Vergangenheit profitiert. Dass die Lautten Compagney einmal mehr die Natur-Imitation mit Vogelstimmen betont, die man schon aus ihrem "Chirping of the Nightingale" kennt, dass sie mit Monteverdis "Orfeo"-Fanfare zudem eine Erkennungsmelodie der Barockszene einschmuggelt, gibt der CD zusätzliche Individualität.
Dass sie also nicht aus ihrer Zeit gefallen sind, zeigt auch ein Blick in den Terminkalender: Morgen werden die designierten Preisträger bei den Köthener Bach-Festtagen ihre Version einer Trauermusik aus dem 18. Jahrhundert präsentieren, am 2. und 10. Oktober sind sie mit Scarlattis Oper "La Didone delirante" im Goethe-Theater Bad Lauchstädt zu Gast.
Und für den kommenden Sommer verspricht die experimentierfreudige Compagney eine weitere Expediton - diesmal auch in räumlicher Hinsicht. Bei "Landscape" treffen die Musiker im Park des Schlosses Luisium bei Dessau auf William Shakespeares Sonette und auf das Ensemble des Anhaltischen Theaters. Die Reise geht weiter . . .
03.09.2010, 09:02 | tags:
Diverses
, Finanzen
539
Pressemitteilung vom 02.09.2010
Wirtschafts- und Industrieclub Anhalt e.V. unterstützt Anhaltisches Theater
Am Donnerstag, 2. September trafen sich der Präsident des Wirtschafts- und Industrieclub Anhalt e.V. (WIC), Rolf Rätzer, Generalintendant André Bücker und Generalmusikdirektor Antony Hermus zu einem Pressegespräch. Rätzer gratulierte zunächst dem Anhaltischen Theater zur Auszeichnung des Deutschen Bühnenvereins.
Das Anhaltische Theater eroberte bei der Umfrage des Deutschen Bühnenvereins den Spitzenplatz in der Kategorie Ungewöhnlich überzeugende Theaterarbeit abseits großer Theaterzentren. Alljährlich befragt das vom Deutschen Bühnenverein in Köln herausgegebene Magazin „Die Deutsche Bühne“ seine ständigen Theater-Fachautoren in acht verschiedenen Kategorien nach ihrer Einschätzung der vergangenen Theatersaison. Mit etwa 50 ständigen Teilnehmern ist die Theaterumfrage die am breitesten aufgestellte im deutschsprachigen Raum.
Im WIC Anhalt e.V. sind strukturbestimmende Unternehmen der Region zusammen geschlossen. Rätzer betonte, dass das Anhaltische Theater für deren unternehmerisches Wirken und den Fortbestand in der Zukunft von essentieller Bedeutung sei. Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland habe in ihrer Zukunftskonferenz die Standortfaktoren in vier Segmente eingeteilt. Neben traditionellen und harten Faktoren werden weiche und neue Faktoren ausgewiesen. Das Theater belege in den weichen, und noch viel wichtiger, in den neuen Faktoren, eine wichtige Position. Das Theater sei ein wichtiger Faktor in Bezug auf das Freizeitangebot und prägte das Image der Stadt, weit über deren Grenzen hinaus. Dies habe sich darin gezeigt, dass Unternehmer aus dem Bundesgebiet dem WIC Anhalt ihre Betroffenheit aus der publizierten dramatischen Haushaltslage der Stadt Dessau-Roßlau und die in diesem Zusammenhang geplanten Kürzungen bei den Theaterzuschüssen übermittelten.
Noch wichtiger sei die Dominanz in den „neuen“ Standortfaktoren. Sie stehen für Offenheit, Toleranz, Kreativität, Vielfalt, Internationalität und Urbanität. Gäbe es ein funktionierendes Cluster der Kultur, wäre das Theater ein Botschafter par excellence für die Stadt und das Land. Nicht nur künftige Investoren benötigen diese Standortfaktoren, sondern auch die, die bereits den unternehmerischen Besatz der Stadt realisieren.
Das Theater werde in dem Leitbild der Stadt auf dem Weg in eine zukunftsorientierte Entwicklung eine herausgehobene Rolle spielen. Der WIC Anhalt werde sich dafür einsetzen, dass die großen Multiplikatoren und imagebildenden Partner in Dessau im Leitbild genannt und gefördert werden. Der WIC stehe mit großem Respekt und voller Enthusiasmus an der Seite des Theaters.
Anschließend gaben Rolf Rätzer und die Theaterleitung einen Ausblick auf gemeinsame Vorhaben. Geplant ist im Oktober ein Workshop, in dem Mitglieder des WIC und Generalmusikdirektor Antony Hermus der Frage nachgehen, in wie weit es Parallelen zwischen dem Führen eines Orchesters und dem Management eines Wirtschaftsunternehmens gibt.
28.08.2010, 11:39 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
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Steffen Brachert, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 28.08.2010
«Aeroflorale II» landet und das Bauhaus hebt ab
Den letzten Kontakt gab es vor drei Tagen. Die Verbindung war schlecht. "Wir haben längst nicht alles verstanden." Die Stille im Mittelwellen-Äther kann die Französin Marie Saunier aber nicht beunruhigen. "Wir haben auch schon einmal zwei Wochen nichts voneinander gehört."
Seit zwei Tagen ist Saunier in Dessau und bereitet mit einem kleinen Team die Ankunft der "Aeroflorale II" vor. Das spektakuläre Luftschiff ist mit seiner "Expedition Vegetale" vor einigen Monaten in Bolivien gestartet, wurde vor kurzem in Frankreich gesichtet und wird in dieser Woche zum Farbfest in Dessau erwartet.
Auflösung mit der Landung
Was da genau auf dem Marktplatz ankommt, weiß kaum einer so richtig. Eine Skizze der "Aeroflorale II" existiert. 16 bis 18 Meter groß ist das stählerne Ungetüm, das von Ballons getragen wird. Dazu gibt es ein Bild, das einen Mann am Steuer des riesigen Flugobjekts zeigt, und mysteriöse Funksprüche, die immer wieder in Dessau eintreffen.
Die Geheimhaltung ist Teil der Strategie. Eine Auflösung verspricht die französische Künstlergruppe "La Machine" erst in der nächsten Woche. "Ab Dienstag bereiten wir die Landung des Luftschiffes vor." Sauniers Empfehlung an die Stadt ist eindeutig. "Vielleicht stellen Sie schon einmal ein paar Schilder auf." Sauniers Bitte an die Dessauer ist ebenso klar. "Helfen Sie der Crew bei ihren Experimenten." Die Expeditionen werden sich quer durch die Stadt ziehen. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Mitmachen ist erwünscht.
Es ist das 13. Farbfest, das Dessau am ersten September-Wochenende feiert. Noch nie war eines geheimnisvoller. Im vorigen Jahr hat "La Machine" zum Tag der Deutschen Einheit in Berlin stählerne Riesen zum Brandenburger Tor laufen lassen. Die Konstrukteure schufen aber auch schon Spinnen und Elefanten aus Metall. Die Zusammenarbeit mit Dessau gilt als kleine Sensation und wurde möglich durch die Hochschule Anhalt, die seit Jahren Kontakte zur Architekturhochschule Nantes hält. Nantes ist die Heimatstadt von "La Machine", das mitgeholfen hat, mit Kultur die Stadtentwicklung voranzutreiben, wie Axel Teichert, Dekan in Dessau, anerkennend feststellt. Nantes kann und soll Vorbild für die Muldestadt sein. "Die Stadt", verspricht Teichert, "wird beim Farbfest die kreative Kraft der Hochschule entdecken."
Das 13. Farbfest - es ist der Farbe Grün, tollkühnen Menschen und fliegenden Kisten gewidmet - euphorisiert die Beteiligten. Erstmalig findet es an vier Tagen statt. Erstmalig hat es internationale Partner. "Es ist schon in der Vorbereitung ein beeindruckender, wunderschöner Kraftakt", freut sich Ingolf Kern vom Bauhaus auf ein "selbstbewusstes Fest, das es so noch nicht gegeben hat". Das Bauhaus selbst, der Ausgangs- und Fixpunkt des Festes, trägt dazu bei. Dort heißt es zum Farbfest "Maschine: Grün!".
"Grün ist uns aber nicht genug", sagt Andreas Kühnlein. Gemeinsam mit Torsten Blume versucht der Mann vom Bauhaus, den 1 600 Seiten zählenden Roman von Thomas Pynchon "Gegen den Tag" zu inszenieren, obwohl dort 600 Personen mitspielen und es eben so viele Erzählstränge gibt. "Das Buch", sagt Kühnlein, "passt zur Verrücktheit des Bauhauses."
Das Dessauer Welterbe wird zum Farbfest von den "Freunden der Fährnis" erobert, einem internationalen Aeronautenclub, der mit dem Luftschiff "Inconvenience" bis in die 1920er Jahre hinein obskure Forschungsaufträge in aller Welt erledigte - und im Jahr 2010 wieder abheben soll. Videoprojektionen, Dampf, Zahnräder, Lärm: Das Bauhaus soll an diesem Abend zu einem riesigen Luftschiff werden. "Inconvienience" trifft "Aeroflorale II". Ein großes Spektakel kündigt sich an. Bindeglied ist das Anhaltische Theater, für das Intendant André Bücker ein Eröffnungskonzert mit grünen Farbtupfern verspricht.
Gefühl und Hoffnung
All das provoziert Fragen, auf die selbst die Organisatoren nicht alle Antworten wissen. Doch alle eint bei diesem ganz besonderen Experiment das Gefühl und die Hoffnung, das Farbfest in einem Maße weiter entwickelt zu haben, dass es internationale Dimensionen erreicht. "Ein neues Fest entsteht immer im alten", sagt Burghard Duhm, der für das Bauhaus alle bisherigen zwölf Farbfeste mitvorbereitet hat. "Doch das jetzt könnte die Zukunft sein."
15.08.2010, 10:48 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
536
Super Sonntag, 15.08.2010
Religionen der Welt zu Gast in Luthers Wittenberg
Himmel auf Erden:
Wittenberg (wg). Das Reformationsjubiläum 2017 und die Lutherdekade sollen nicht so sehr der protestantischen oder nationalen Nabelschau dienen, sondern den ökumenischen und interkulturellen Dialog pflegen. “Diesen Gedanken greifen wir mit dem internationalen Festival spiritueller Musik aller Religionen auf“, erklärt Silvio Wiesner, Produktionsleiter der Bühne Wittenberg. “Himmel auf Erden“ heißt das ehrgeizige, gemeinsam mit dem Anhaltischen Theater Dessau entwickelte Projekt, das im Reigen der Festival-Events von 2011 bis 2013 ein neues und bislang ungehörtes Kapitel aufschlagen soll.
Wittenberg ist nicht nur die wichtigste Wirkungsstätte Martin Luthers: Durch seine antijüdische Polemik ist die Stadt auch ein Ort des religiösen Fundamentalismus. “Deshalb wollen wir hier ein Zeichen der religiösen Toleranz setzen, und zwar nicht durch wohlfeile Kanzelreden, sondern durch Musik“, betont Wiesner. Der Anspruch der Initiatoren ist ein multikultureller und multireligiöser: Die Palette 2011 reicht von einem buddhistischen Priester-Ensemble aus Japan über Sikh-Musik aus Indien bis hin zu einem Aborigine-Ensemble aus Australien.
Mit dabei sein wird “Sacred Bridges“, eine Crossover-Gruppe mit Musikern aus Bulgarien, der Türkei, Libanon, Irak, Schweden, China, England, Japan, Italien und Deutschland, wobei jeder Künstler seine heimischen Traditionen gleichberechtigt in den musikalischen Dialog einbringt. Für das Festivalprogramm 2011, das unter dem Motto “Im Anfang“ steht, werden unter anderem auch das renommierte Schweizer Kammerorchester Basel, die Lautten Compagney Berlin sowie Chor und Orchester des Anhaltischen Theaters erwartet. “Mitten im Leben“ und “Heimkehr ins Paradies“ sind die Themenjahre für 2012 und 2013.
“Mit diesem Festival fragen wir nach der Herkunft und der Zukunft aller Religionen und laden ein zu einer Suche nach ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden“, berichtet Johannes Winkelmann, Geschäftsführer des Vereins WittenbergKultur. Ein Schwerpunkt wird auf die großen Chorwerke gelegt. Aufführungsorte in Wittenberg werden die Schloss- und Stadtkirche, Phönix Theaterwelt sowie der Schlosshof, der Hof der Leucorea und der Hof des Lutherhauses sein.
Von der Bundeskulturstiftung wird das Projekt 2011 und 2012 mit jeweils 200.000 Euro gefördert, aber auch die Finanzierung für 2013 ist den Angaben Winkelmanns zufolge bereits gesichert. Einen festen Bestandteil aller drei Festivaljahre bildet der “Wittenberger Thesen-Chor“, der sich an die weltweite Bewegung der “Complaints Choir" anschließt. Während diese von den finnischen Künstlern Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen begründete Gesangsgemeinschaft überwiegend alltäglichen Ärger und private Sorgen in ein kollektives Erlebnis verwandelt, sollen in Wittenberg neue Thesen für das 21. Jahrhundert gesammelt und gesungen werden.
Dabei wird es um die Themenbereiche Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gehen. Ob prominenter Zeitgenosse oder einfacher Bürger - jeder kann Kernsätze als Thesen abgeben, die von jungen Komponisten vertont und schließlich auf öffentlichen Plätzen während des Festivals vom “Wittenberger Thesen-Chor“ gesungen werden. Als Partner für dieses Projekt stehen die Singakademie Berlin sowie der renommierte Chorleiter Klaus-Martin Bresgott zur Verfügung.
13.08.2010, 07:32 | tags:
Diverses
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Mitteldeutsche Zeitung, 13.08.2010
Theater
Sachsen-Anhalt würdigt Shakespeare
Ob «Macbeth» oder «Hamlet»: Sachsen- Anhalts Theater haben in der Spielzeit 2010/11 allesamt mindestens ein Stück von Shakespeare als Premiere auf dem Spielplan. Im kommenden Jahr jährt sich der Todestag des Dramatikers zum 395. Mal. Die neue Spielzeit beginnt an den Bühnen meist Ende August. Die Zahl der Premieren ist trotz der schwierigen Finanzlage der Häuser in etwa so hoch wie in der vergangenen Spielzeit.
Das Theater der Altmark etwa bietet 19 neue Inszenierungen, das Theater Magdeburg 25 und das Anhaltische Theater Dessau 20, wie die Häuser mitteilten.
In Magdeburg beginnt die neue Spielzeit am 18. September mit der Verdi-Oper «La Traviata», in Szene gesetzt vom britischen Regisseur Stephen Lawless. Höhepunkte der kommenden Saison sind laut Generalintendantin Karen Stone die Oper «Die Geister von Schloss Bly» von Benjamin Britten und das weltbekannte Webber-Musical «Sunset Boulevard», das vom 13. November an erstmals in einem Stadttheater zu sehen ist.
Am Theater der Altmark in Stendal steht 2010/11 unter der Hoffnungsformel «Land in Sicht». Der Spielplan bietet neben dem Tschechow-Einakter «Männer, die trotzdem lieben» auch Musicals: «Heute Abend: Lola Blau» von Georg Kreisler und «Anatevka» von Joseph Stein. Für Kinder bringt das Theater «Frau Holle» auf die Bühne, aber auch die Uraufführung eines Fantasy-Puppenspiels mit dem Titel «Der mechanische Prinz». Mit Puppen wird für Erwachsene auch «Dr. Jeckyll und Mr. Hyde» gespielt. Das Nordharzer Städtebundtheater bietet ab 17. September 18 Premieren, darunter Opern, Operetten, Komödien, Ballettaufführungen und Märchen. «Wir sind und bleiben ein guter Gemischtwarenladen», sagte Intendant Johannes Rieger. Ein Schwerpunkt der kommenden Spielzeit liegt auf Musik. Es gibt eine nostalgische Schlagershow mit dem Titel «Wunder gibt es immer wieder» und Shakespeares «Othello» als Kammertanzabend mit Musik von Mike Oldfield.
Am Anhaltischen Theater Dessau beginnt die Spielzeit am 25. September mit «Turandot». Zum Premierenreigen gehören das Stück «Das Leben der Anderen» nach dem erfolgreichen gleichnamigen Kinofilm und das musikalische Volksdrama «Chowanschtschina» von Modest Mussorgski. Generalintendant André Bücker inszeniert «Doktor Mabuse» nach Motiven von Norbert Jaques und Fritz Lang.
Der Start des «Rings des Nibelungen» ist der Höhepunkt der Spielzeit 2010/11 der Theater, Oper und Orchester GmbH in Halle. Die Theater von Halle und Ludwigshafen präsentieren mit «Rheingold» im November das erste Ergebnis ihrer Kooperation beim «Ring». Das Thalia Theater inszeniert Kleists «Käthchen von Heilbronn» für Jugendliche und Einar Schleefs «Das lustige Land» für Kinder.
12.07.2010, 16:29 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
518
Pressemitteilung vom 12.07.2010
Öffnungszeiten der Theaterkassen während der Spielzeitpause und Spielzeitauftakt
Während der Spielzeitpause ist die Theaterkasse im Rathaus-Center für Besucher zu den üblichen Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 9.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.
Das Abonnementbüro und der telefonische Besucherservice im Anhaltischen Theater/ Friedensplatz 1a bleiben vom 19. Juli bis zum 20. August geschlossen und sind ab Montag, 23. August wieder geöffnet. Ausführliche Auskünfte zu den Abonnementangeboten erhalten sie jeder Zeit an der Theaterkasse im Rathaus-Center, an der auch Abonnements vereinbart werden können. Die Weihnachts- und Silvesterangebote des Anhaltischen Theaters sind ebenfalls an der Theaterkasse im Rathaus-Center ab dem 19. Juli buchbar.
Während der Spielzeitpause stellt das Theater auf ein neues Ticketsystem um. Da dies in kürzester Zeit geschieht, bitten wir, falls es zu geringfügigen zeitlichen Verzögerungen beim Ticketbuchen kommen sollte, um Entschuldigung.
Am 4. September um 19 Uhr wird die Spielzeit 2010/11 traditionell mit dem Eröffnungskonzert auf dem Theatervorplatz eröffnet. Die Solisten, der Opernchor und die Anhaltische Philharmonie präsentieren musikalische Kostproben aus den bevorstehenden Neuinszenierungen. Das Publikum kann sich auf Ausschnitte aus Puccinis „Turandot“, Mussorgskis „Chowanschtschina“, Leoncavallos „Bajazzo“, Mozarts „Così fan tutte“ und Strauß’ „Fledermaus“ freuen. Am Dirigentenpult wechseln sich GMD Antony Hermus, Daniel Carlberg und Wolfgang Kluge ab. Es moderiert Generalintendant André Bücker. Da dieses Open-Air-Konzert wie gewohnt Bestandteil des Dessauer Farbfestes ist, darf man im Programm zudem mit „grünen“ Überraschungen rechnen.
Am Sonntagnachmittag, 5. September ab 15 Uhr lädt das Anhaltischen Theater auf die große Bühne seines Hauses ein. „Freunde, das Leben ist lebenswert!“ lautet das Motto eines Konzertes, in dem beliebte Melodien aus Oper, Operette und Konzert erklingen werden, u.a. von Auber, Verdi, Strauß, Lehár und Dostal. Die Anhaltische Philharmonie musiziert unter der Leitung von Wolfgang Kluge. Es singen Iordanka Derilova, Cornelia Marschall, Angelina Ruzzafante, David Ameln, Andrew Sritheran, Angus Wood und Wiard Witholt. Durch das Programm führt Ronald Müller. Ebenfalls am ersten Septemberwochenende geht auch der diesjährige Gartenreichsommer zu Ende. Das Abschlusskonzert „Stars von morgen“ mit Kindern und Jugendlichen der Akademie für musikalisch Hochbegabte findet am 4. September, 18.30 Uhr traditionell im Schloss Mosigkau statt. Und am 5. September heißt es ab 10.30 Uhr zum letzten Mal in diesem Jahr „... und sonntags ins Luisium“. Moderiert von Ellen-Jutta Poller sorgen das Concento-Quintett und der Madrigalchor für musikalische Abwechslung.
Informationen und Tickets erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9.30 bis 20 Uhr | ab dem 23. August Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
12.07.2010, 12:08 | tags:
Diverses
517
Pressemitteilung vom 12.07.2010
Ulrich Matthes gibt Solidaritätsgastspiel im Anhaltischen Theater
Zwei Kooperationen des Anhaltischen Theaters mit dem Deutschen Theater Berlin läuten die kommende Spielzeit 2010/11 ein. Am Sonntag, 26. September um 18 Uhr ist Star-Schauspieler Ulrich Matthes mit der Produktion „Geschichte einer Seele“ zu Gast im Großen Haus des Anhaltischen Theaters. Ulrich Matthes, seit Jahren einer der gefragtesten Bühnen- und Filmschauspieler und nun Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin, unterstützt mit diesem Gastspiel das Anhaltische Theater in seinen Bemühungen um den Erhalt des Theaters und die Weiterführung des erfolgreichen künstlerischen Kurses. Die Produktion „Carmen Kittel oder Ich wünsch mir Sonnenstrand“ des Anhaltischen Theaters wird im Austausch am 12. September in Berlin zu sehen sein.
In einer szenischen Lesung mit dem Titel „Geschichte einer Seele“ skizziert Ulrich Matthes aus Briefen von Heinrich von Kleist das Leben eines Menschen in seiner Komplexität, Zerrissenheit und seinen Extremen. Anders als seine Dramen, die durch ihre Gebundenheit, sprachliche Virtuosität und ihr Pathos erschrecken können, erscheint Kleist in seinen Briefen näher an unserer Gegenwart: Seine ausschweifenden Gefühle kämpfen mit seinen glasklaren Gedanken, seine Ängste mit seiner Vorstellung von einer vernünftigen Lebensplanung.
„So tief Ulrich Matthes in Hermann Beils Textfassung in die Abgründe und Sehnsüchte Kleists hineintaucht, so wenig stellt sich je Pathos ein. Das Gefühl des ewigen Ausgeschlossenseins, die Panik vor dem Mittelmäßigen, das verzweifelte Klammern an einen ‚Lebensplan‘ als trügerischer Fluchtweg aus dem Gefühlschaos: Matthes bringt derart viele Facetten zutage, dass die Briefe in neuem Licht erscheinen.“ Der Tagesspiegel
Ulrich Matthes, in Berlin geboren, führten erste Engagements an die Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach, ans Düsseldorfer Schauspielhaus und ans Bayerische Staatsschauspiel. 1988 wechselte er an die Münchner Kammerspiele, ab 1992 an die Schaubühne am Lehniner Platz. Ulrich Matthes ist seit 2004 Ensemblemitglied am Deutschen Theater. Hier spielte er u.a. in Inszenierungen von Jürgen Gosch und Barbara Frey. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2006 den Gertrud-Eysoldt-Ring für herausragende schauspielerische Leistungen sowie den im Rahmen des Berliner Theatertreffens 2007 verliehenen Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung. 2005 und 2008 wurde er in der Zeitschrift ‚Theater heute‘ zum Schauspieler des Jahres gewählt.
Informationen und Tickets (10,- Euro/ ermäßigt 8,- Euro) erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
12.07.2010, 11:48 | tags:
Diverses
516
Pressemitteilung vom 12.07.2010
TANZGALA Kinder- und Jugendtanzfest in Dessau-Roßlau
Das Anhaltische Theater Dessau lädt am Samstag, 11. und 12. September zum Kinder- und Jugendtanzfest Dessau-Roßlau ins Große Haus ein.
Am Samstag, 11. September, um 17 Uhr ist im Anhaltischen Theater die „Tanzgala“ zu erleben, an der erstmals auch Kindertanzgruppen teilnehmen. Am Sonntag, 12. September findet ein Tanzworkshop statt, unterstützt vom Ballettdirektor des Anhaltischen Theaters Tomasz Kajdanski.
Um die Jahrzehnte zurückreichende Tanz-Tradition der Stadt fortzuführen, haben die Dessau-Roßlauer Bühnentanzvereine ein Tanzfest organisiert. Veranstaltet wird das in diesem Jahr stadtbegrenzte Tanzfest vom Anhaltischen Theater Dessau und der Tanzgruppe „SCHAUT-hin!“. Das Kultur- und Jugendamt der Stadt Dessau-Roßlau unterstützt das Tanzfest ideell.
Mit dabei sind die Kinder- und Jugendtanzgruppen „Sunshine“ e.V. und „SCHAUT-hin!“, die Revuetanzgruppe „Showtime“, der Rosslauer Karnevalsverein „RKC“, der „Waldeser Karneval“ und die Tanzgruppe „Holiday“. Tanzen ist Leidenschaft und Hobby vieler Kinder und Jugendlicher in Dessau. Bei der Tanzgala wollen sie ihr Können endlich einem großen Publikum präsentieren.
Die Tanzgala wird moderiert von Grit Lichtblau.
„Wir hoffen auf eine gute Resonanz in der Stadt. Uns stimmt optimistisch, dass hier sehr viele Kinder und Jugendliche dem Hobby Tanz nachgehen, es gibt ein breit gefächertes Angebot an Möglichkeiten. Wir wollen dass diese Veranstaltung eine feste Größe im Dessauer Veranstaltungskalender wird, vielleicht gibt es Veranstalter in der Stadt oder im Umland, die die Tanzgala zur Bereicherung ihrer Veranstaltung ein weiteres Mal zur Aufführung bringen wollen“, so Andreas Gruhn/ Künstlerischer Leiter der Kinder- und Jugendtanzgruppe „SCHAUT-hin!” e.V.
KONTAKT: Andreas Gruhn, E-Mail: kontakt@schauthin.de, Tel. 03 49 04 - 32 687, Fax 03 49 04 - 32 688
09.07.2010, 10:28 | tags:
Musiktheater
, das neue Team
, Anhaltische Philharmonie
, Diverses
, Pressestimmen
511
Orpheus, Kevin Clarke, Juli/August 2010
Sänger sind wie Diamanten, die man zum Funkeln bringen muss!
Antony Hermus
Der Dirigent und neue GMD von Dessau im Gespräch mit Kevin Clarke
Antony Hermus, 1973 in den Niederlanden geboren, studierte an der Musikhochschule Tilburg. 2003 bis 2008 war er GMD in Hagen, seit dieser Saison ist er GMD des Anhaltischen Theaters Dessau, wo seine erste Produktion (Lohengrin) überregional positive Reaktionen hervorrief.
Aubers Stumme von Portici ist ein unbekanntes Werk, eine Grand Opéra mit spektakulären Effekten. Wie seid ihr an so ein Werk herangegangen?
Das war eine spannende Arbeit, vor allem, weil es kaum Vorbilder gibt. Aubers Stumme ist vor allem bekannt wegen ihrer revolutionären Inhalte. Es geht um Unterdrückung und Rache, wobei Persönliches und Politisches vermischt werden. Bis 1882 gab es 505 (!) Vorstellungen der Stummen an der Pariser Oper, heutzutage wird das Stück nur sehr selten gespielt, trotz der packenden, nach wie vor aktuellen Geschichte und berückend schönen Musik. Faszinierend ist auch die Figur der Stummen selbst, Fenella, die bei uns von einer Tänzerin dargestellt wird. Sie macht eine große Entwicklung durch, sagt nichts, kommuniziert aber viel, unterstützt von schillernden Orchesterzwischenspielen. Außerdem haben wir für die Hauptrollen eine super Besetzung.
Historische Dirigenten haben mit Solisten Rollen Satz für Satz probiert, um eine ideale Interpretation zu finden. Ist das auch Dein Ideal?
Ich arbeite unglaublich gern mit Sängern, weil sie wie Diamanten sind, die man schleifen und zum Funkeln bringen muss. Die Erkenntnis, dass Dirigenten Sängern helfen sollten, ist bei mir relativ früh gekommen. Ich war bei einer Pelléas-Produktion Studienleiter und hatte mit allen Sängern die Rollen einstudiert. Ich kannte das Stück also ziemlich gut. Bei einer Durchlaufprobe auf der Bühne mit Orchester fehlte ein Nebenrollendarsteller, und mein damaliger GMD bat mich, für eine Szene einzuspringen und auf der Bühne singend die Stichworte zu geben. Ich dachte „kein Problem“. Der Dirigent seinerseits dachte „ach, der Antony kennt das Stück ja, der hat's schließlich einstudiert, dem muss ich keine Zeichen geben“. Und ich stand da oben auf einer Schräge und hörte nur ein flirrendes Orchesterrauschen, von ganz weit weg. Alle meine Einsätze waren falsch, ich kam dauernd aus dem Takt. Der GMD guckte mich irritiert an. Und ich merkte, aha, das ist also das Gefühl, das ein Sänger hat, wenn er auf der Bühne steht und ein Dirigent ihm nicht hilft! Vorher habe ich mich immer geärgert über Sänger, die geschleppt oder Einsätze verpasst haben. Aber seit diesem Schlüsselerlebnis weiß ich, dass es meine wichtigste Aufgabe ist, Sängern zu helfen durch den Abend zu kommen, darauf zu achten, dass ihnen die Puste (oder Stimme) nicht wegbleibt. Als Dirigent muss ich für sie die richtigen Tempi finden, bei denen sie sich wohl fühlen. Und ich muss ein Band mit ihnen entwickeln. Nur dann entsteht Vertrauen und fühlt sich ein Sänger getragen. Orchester und Dirigent sollten einen Teppich für Sänger ausrollen, auf dem sie sich frei bewegen können.
Sänger müssten Dich für diese Einstellung lieben.
Ich liebe meinerseits jedenfalls Sänger, die sich mit Leidenschaft und einer großen Musikalität in Opern stürzen und genauso theatralisch denken wie ich.
Würdest Du Dich als Stimmfetischist bezeichnen?
Ich habe schon gewisse Klangideale für bestimmte Rollen. Die Herausforderung am deutschen Ensemblebetrieb ist, dass man Sänger sucht, die möglichst vielseitig einsetzbar sind, ohne sie im Repertoirebetrieb zu verheizen. In Dessau ist das bis jetzt gut gelungen, was vor allem das Verdienst von unserem Casting-Chef Heribert Germeshausen ist, der ein super Gespür für interessante Sänger hat.
Sind unbekannte Stücke ein Spielplanschwerpunkt?
Wir bemühen uns, erfinderisch zu sein. Raritäten werden auch in den nächsten Jahren vorkommen. Im Fall der Stummen von Portici war es eine tolle Entdeckungsreise mit einer Partitur, die kaum jemand kennt. Was eher unerfreulich war, war die Stückel-Arbeit mit dem Notenmaterial, denn es gibt keine kritische Edition von einem französischen Verlag, d.h. materialtechnisch ist das Stück schwierig. Als Holländer interessierte es mich besonders, weil mit Portici die belgische Revolution startete und letztlich die Unabhängigkeit der Niederlande herbeigeführt wurde. Solche Bezugspunkte zu meiner Heimat sind vielleicht zufällig, aber es gab sie auch beim Lohengrin, der ja bekanntlich in Brabant spielt, wo ich herkomme. Man könnte fast sagen, dass unser diesjähriger Spielplan speziell für mich konzipiert wurde.
Wie sieht es mit Medienpartnerschaften aus. Kommen weiterhin Produktionen aus Dessau auf CD und DVD heraus?
Wir werden versuchen, Dessau über CDs und DVDs auf die internationale Opern- und Orchesterlandkarte zu setzen. Wir haben hier ein großes Haus mit einer super Akustik und vielen bühnentechnischen Möglichkeiten. Das wollen wir optimal nutzen. Von der Stummen von Portici wird es eine DVD geben.
Vor kurzem lief in Dessau Kurt Weills One Touch of Venus. In den USA ist das Stück ein Klassiker, in Deutschland fast unbekannt. Hast Du Berührungsängste mit der Kunstform Operette oder Musical?
Überhaupt nicht. Wichtig ist für mich die Qualität der Musik. Ich bin ein großer Bernstein-Fan. Unseren neuen Candide hätte ich gern selbst gemacht, aber das ging zeitlich nicht. West Side Story würde ich sofort dirigieren oder On the Town. Ich habe in meiner Zeit in Hagen viele Operetten dirigiert, die mir auch viel Spaß gemacht haben. Grundsätzlich gilt: Gute Kapellmeister erkennt man daran, dass sie Operetten gut dirigieren können. Da scheidet sich schnell die Spreu vom Weizen.
Was sind Deine Pläne und Träume?
Ich würde gern wieder eine große Puccini-Oper leiten und einen Mozart-Zyklus oder (im Konzertbereich) einen Beethoven-Zyklus. Auch die Opern von Wagner und Strauss faszinieren mich unglaublich. Aber vor allem will ich mich persönlich weiterentwickeln als Künstler und Mensch, und dafür ist Dessau eine ideale Umgebung. Im Moment habe ich auch etliche Einladungen von Opernhäusern und Sinfonieorchestern für Gastdirigate, speziell in Frankreich und Holland. In Dessau hoffe ich, dass wir weitermachen können mit all dem, was wir angefangen haben, trotz Sparzwang, der momentan nicht nur bei uns herrscht. Die Stadt-, Landes- und Bundesväter sollten eines nicht vergessen: Kultur ist in einer Gesellschaft nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern auch die Hefe im Teig!
09.07.2010, 10:06 | tags:
Diverses
, Finanzen
510
Steffi Bojahr, Märkische Allgemeine, 09.07.2010
BÜHNE: Überlebenskampf ohne Pause
Das Anhaltische Theater Dessau beginnt heute seinen Sommerspielplan
DESSAU - Sommerzeit gleich Urlaubszeit, zumindest am Potsdamer Hans-Otto-Theater. Bis zum 7. September ruht der reguläre Spielbetrieb. Gastspiele oder eine Sommer-Inszenierung im Umfeld der vielbesuchten Schlösser und Gärten sind nicht vorgesehen.
Eine durchgehende Sommerpause leistet sich das Anhaltische Theater Dessau nicht. Trotz oder gerade wegen der schwierigen Situation – das Haus ist ab 2013 von umfassenden Sparmaßnahmen bedroht – arbeitet die Theatercrew eingeschränkt weiter. In die Sommerpause gehen die Sparten versetzt, wie Intendant André Bücker erklärt. So gibt es auch im Juli und im August Vorstellungen. „Das Theater ist außerordentlich wichtig für den Tourismus der Bauhaus-Stadt. Die Besucher wollen das kulturelle Angebot vor Ort in Gänze wahrnehmen“, so Bücker.
In seinen Augen setzt das Bauhaus hohe ästhetische Maßstäbe, die für die darstellerischen Leistungen und die Konzeption der Inszenierungen eine Messlatte darstellen. Sein Theater muss aber auch sehr unterschiedliche Ansprüche und Schichten bedienen. Und so betrachtet es der Intendant als seine Aufgabe, einen Spielplan vorzulegen, „der inhaltlich auch zusammenpasst“. Verdi- und Mozart-Opern stehen neben Inszenierungen von Shakespeare-, Kleist- und Kurt-Weill-Stücken. Auch Gegenwartsstücke wie „Der Kick“ von Andres Veiel oder „Der Park“ von Botho Strauß werden aufgeführt.
Den Ansprüchen zu genügen, sei ein immerwährender Kraftakt: Schon jetzt pfeife das Theater auf dem letzten Loch, sagte André Bücker, der gerade seine erste Spielzeit in Dessau hinter sich hat. Jede Sparmaßnahme hätte für das Vierspartenhaus, das Oper, Operette, Musical, Tanztheater, Schauspiel und Puppentheater anbietet, dramatische Folgen.
Bisher stehen dem Dessauer Ensemble 15 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Die Zuwendung teilen sich das Land Sachsen-Anhalt und die Stadt Dessau. (Zum Vergleich: Das einspartige Hans-Otto-Theater in Potsdam erhält im Jahr etwa 9,3 Millionen Euro.)
Doch derzeit geht in Dessau die nackte Angst um. Die Stadt trägt sich mit dem Gedanken, den Etat ab 2013 um 3,5 Millionen Euro zurückzufahren, das Land würde in diesem Falle seine Förderung um die gleiche Summe reduzieren. „Das käme einer Schließung gleich“, sagt Intendant Bücker. Konkret sei jedoch noch nichts. Sein Haus ist mit 350 Mitarbeiter, die mit einem Haustarif abgespeist werden, einer der größten Arbeitgeber in der Region.
Über mangelndes Interesse seitens der Besucher beklagt sich der Theatermacher nicht: Rund 200 000 Menschen sehen sich pro Jahr eine Aufführung in dem Traditionshaus an, das bereits im Jahr 1766 gegründet wurde. Das sind mehr als doppelt so viele Menschen, wie in Dessau leben. Der Spielplan zieht auch Publikum aus Bitterfeld, Zerbst, Köthen, Südbrandenburg und sogar aus Berlin an.
Auf rund 600 Veranstaltungen kommen die Macher pro Jahr. Dazu zählt aber nicht nur das Bühnengeschehen. Orchestermusiker begleiten in Kindergärten und Grundschulen die musikalische Früherziehung, es gibt ein Kinderballett und einen Kinderchor sowie theaterpädagogische Angebote für Lehrer und Schüler. „Es ist Teil des Auftrags der Stadttheater, den Menschen den Zugang zur Kultur kostengünstig zu ermöglichen“, betont André Bücker.
Auch wer keinen Cent für Kultur übrig hat, kann in den Genuss des Dessauer Theaters kommen: Hin und wieder wird die Suppenküche zum Veranstaltungsort. „Wir gehen sehr verantwortungsvoll mit den Mitteln aus öffentlicher Hand um“, versichert Bücker. „Doch rein kommerzielles Denken ist der Sache wenig dienlich, denn Kultur und Bildung sind nun mal nicht immer wirtschaftlich“, betont er. Die deutschen Stadttheater seien ein Ort innovativer Kunst, aber auch ein Ort, um Bildung und Werte zu vermitteln.
Müsste sein Haus schließen, würde das eine tiefe Schneise in das Kulturangebot in und um Dessau schlagen. Auch das Image der Stadt wäre schwer angeschlagen. Aber André Bücker hofft, dass es so weit nicht kommt.
Einen möglichen Ausweg sieht er darin, dass aus dem Anhaltischen Theater Dessau ein Staatstheater wird, das hauptsächlich vom Land finanziert wird. „Dann gäbe es auch in Sachsen-Anhalt ein Staatstheater.“ Die Konkurrenz um diesen Titel durch das Theater Magdeburg in der Landeshauptstadt fürchtet er nicht. Dessau sei nunmal die Kulturhauptstadt des Landes und ein Bekenntnis zu diesem Ort längst überfällig. André Bücker gibt sich kämpferisch. Der gebürtige Niedersachse kennt sich in der ostdeutschen Theaterlandschaft aus. Von 2005 bis 2008 leitete er das Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt/Quedlinburg. „Im Überlebenskampf habe ich also schon Übung“, versichert er.
Sommer Nacht Traum, bis 18. Juli, Anhaltisches Theater Dessau/Roßlau, Stadtpark, Karten 03 40/25 11 333, www.anhaltisches-theater.de.
06.07.2010, 14:50 | tags:
Schauspiel
, Musiktheater
, Funk
, Diverses
, Pressestimmen
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 02.07.10
Giftspritzen in den Geisterhäusern
Drei Meistergattinnen empfangen Besucher beim letzten Haus-Funk-Abend und führen sie vergnüglich von Meisterhaus zu Meisterhaus, wo Darbietungen warten.
Die Geister sind erwacht und haben erst einmal die Wiese unter den Kiefern verschönt. Blaue und rote Blümchen wachsen streng ausgerichtet in der Meisterhaussiedlung. Da spürt man doch gleich den Grünen Daumen der Meistergattinnen. Kunst beginnt mit Kunstblumen schon vor der Haustür. So nett, wie sie die Vorwiese gestaltet haben, haben sich Ise Gropius, Nina Kandinsky und Tut Schlemmer auch selbst hergerichtet. Frisch gelegte Haare, rot gezogene Lippen und Kleider für eine Gartenparty - so empfangen sie die zahlreichen Besucher am Mittwochabend an den Meisterhäusern.
Zum achten Mal in dieser Spielzeit des Anhaltischen Theaters wurde der Haus-Funk veranstaltet, ein von der Kulturstiftung des Bundes gefördertes Projekt, das seit dem Herbst an jedem letzten Mittwoch im Monat die Dessauer an die verschiedenen Bauhausorte einlud, wo es die unterschiedlichsten Aktionen gab. Der Haus-Funk in dieser Woche war der letzte im Reigen des auf eine Spielzeit begrenzten Projektes, das Dramaturgin Maria Viktoria Linke in Zusammenarbeit mit Torsten Blume von der Stiftung Bauhaus betreute. Für den Abschied gab es deshalb noch einmal richtig viel Programm, präsentiert von Schauspielern und Tänzern des Theaters, mit Sänger Ulf Paulsen und der slowakischen Band PoŽon Sentimental.
So richtig wohl an ihrem früheren Wohnort fühlten sich die Frauen Ise, Nina und Tut - Thorsten Köhler, Matthieu Svetchine und Jan Kersjes waren in die Kleider der Ehefrauen von Walter Gropius, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer geschlüpft -, und sie erwiesen sich den ganzen Abend über als perfekte und aufmerksame Gastgeberinnen in den Geisterhäusern. Viel hatten sie zu erzählen und taten dies zuerst am Haus Emmer, das heute über den Resten des Direktoren-Hauses von Gropius steht. Die Gartenterrasse bot den drei Damen ein angemessenes Podium, um mit Hilfe von Grundriss-Zeichnungen durch das Haus zu führen und dabei recht viel vom Leben seiner Bewohner und der Nachbarn zu erzählen. „Wir sind so richtige Giftspritzen", erklärte Thorsten Köhlers Ise, und so teilten die Gattinnen untereinander ebenso ordentlich aus wie sie Abwesende mit Spitzen bedachten. Die Feiningers und Moholy-Nagys würden immer den Müll im Gropius-Garten abladen und wurden deshalb nicht eingeladen, erfuhr man ebenso wie manch andere Indiskretion. Die Zuschauer amüsierte das sichtlich.
"Komm zur Vernunft und komm da runter."
Ise, Tut und Nina zu Hannes Meyer
Von Haus zu Haus zog die Besuchergruppe, verschmerzte die verschlossene Tür bei Feininger, denn auf der Terrasse bei Muches und Schlemmers wartete schon Ulf Paulsen mit einem ausgewählten Liedprogramm von Hanns Eisler bis zu Gassenhauern der 1920er Jahre. Das Saxophon von Jörg Naumann lockte darauf in das Meisterhaus Muche/Schlemmer. Tänzer des Anhaltischen Theaters erkundeten performativ die Räume, ließen sich gleichermaßen auf die Musikimprovisation wie die Klarheit der Architektur ein, und als das Saxophon schwieg, da rief Stephan Korves als Hannes Meyer mit dem Megaphon vom Dach des letzten Meisterhauses in der Reihe schon die Gäste herbei. Er las seinen Abschiedsbrief, den er dem Oberbürgermeister nach seinem Hinauswurf aus dem Bauhaus schrieb. Immer und immer wieder setzte er an, brach ab, las erneut. Ise, Tut und Nina kommentierten. „Der ist ein wenig sauer. Das hat der nie verwunden. Komm zur Vernunft und komm da runter", meinten die drei, doch Meyer wollte noch erzählen, „warum ich geschlossen wurde".
Bei Kandinsky und Klee waren es Susanne Hessel, Regula Steiner und Eva-Marianne Berger, die mit Schnäuzer, Hut und Anzug die Kunsttheorie unters Volk brachten. Anspruchsvolles wechselte an diesem Abend mit leichtem, PoŽon Sentimental spielte zum Finale Klassik gleichermaßen wie Filmmusik. Nach zwei Stunden Programm gab es reichlich Applaus für die große Gruppe der Akteure. Ise, Nina und Tut wollten da nur noch ihre Kleider gegen lange Hosen tauschen, denn auch die Mücken hatten am letzten Haus-Funk-Abend ihre helle Freude.
Großes Finale bis zum Sonntag
Sein großes Finale erlebt das Dessauer Funk-Projekt von heute bis Sonntag vor dem Alten Theater. Dorthin ist bereits gestern der rote Funk-Container umgezogen, der seit Spielzeitbeginn auf dem Vorplatz des Theaters stand. Gestartet ist bereits am Mittwoch mit Dessau-Funk eine viertägige Radiostation für Dessau: Auf lokaler Frequenz in der Umgebung des Theaters und über www.dessaufunk.de oder über www.interfunk.net sendet die Radiostation bis in die Nacht des 4. Juli kontinuierlich.
Vor dem Alten Theater beginnt heute um 21 Uhr „Tanz den Dessau - besuch die Funks!". 24 Stunden lang empfängt das Funk-Team in einer Bühnenwohnung vor dem Alten Theater Dessauerinnen und Dessauer, Vereine, Initiativen und Clubs - vom Briefmarkensammler bis zur Theaterjugend, vom Dichter über Imker und Musiker bis zum Modellflieger. DokuTV Wettin und Funk zeichnen auf und übertragen live über www.interfunk.net, ein paar Tage später wird die Funk-Schau im Offenen Kanal Dessau laufen. Live-Musik und ein DJ laden zum Abschluss der 24-stündigen Funk-Aktion und einer großen Party auf dem Vorplatz des Alten Theaters am Sonnabend um 21 Uhr ein.
Der letzte große Auftritt von Funk ist ein öffentlicher Brunch am Sonntag ab 11 Uhr. Funk sendet an diesem Julitag noch bis Mitternacht - dann ist die Sendezeit zu Ende.
30.06.2010, 17:10 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
502
Pressemitteilung vom 30.06.2010
Neue Initiative zur Anschaffung eines Konzertflügels - "88 Tasten für je 88 Euro"
Am Samstag, dem 19. Juni 2010, musizierten die drei ehemaligen Dessauer Musikschüler Annemarie Klein, Annemarie Schulze und Christoph Schreiber erneut in einem Benefizkonzert zugunsten der Musikschule. In bewährter Weise wurden die jungen Künstler zum Teil vom Kapellmeister und Studienleiter der Anhaltischen Philharmonie, Wolfgang Kluge begleitet.
Die jungen Musiker starteten gemeinsam mit Anne Meißner vor zwei Jahren in ihrem Abschiedskonzert von der Musikschule die Initiative, für die Anschaffung eines Konzertflügels in Verantwortung des Förderkreises der Musikschule Geld zu sammeln.
Das Sonderspendenkonto "Konzertflügel" wies zum Zeitpunkt des diesjährigen Konzertes einen Betrag von fast 12.000 Euro aus. Bei dem Benefizkonzert am 19. Juni wurde von den ehemaligen Musikschülern, die inzwischen alle Musik studieren, das neue Großprojekt
"88 Tasten für je 88 Euro" ins Leben gerufen. Diese aktuelle Weiterführung der Spendenaktion nimmt Bezug darauf, dass ein Konzertflügel 88 Tasten hat und jede Taste nunmehr „gekauft“ werden kann.
Zum Konzert wurden die großartigen Leistungen der jungen Künstler vom Publikum begeistert gefeiert. Der gesamte Erlös des Konzertes in Höhe von 587 Euro ist ebenfalls ein Beitrag für das Flügel-Spendenkonto. Ein anschließender kleiner Empfang zum Schuljahresausklang, der von den Vorstandsmitgliedern des Förderkreises in eigener Initiative im Georgengarten ausgerichtet wurde, bot die Möglichkeit zu Gesprächen und natürlich zur Erläuterung der neuen Initiative "88 Tasten für je 88 Euro".
Als unmittelbares Echo konnten bereits 15 Tasten "verkauft" werden. Diejenigen, die sich an der Initiative beteiligen, übernehmen Patenschaften für jeweils eine oder mehrere Tasten des neuen Flügels und unterstützen somit unmittelbar die weitere Finanzierung des Instrumentes. Die "Tasten-Paten" werden auf einer großen Flügeltastatur-Nachbildung im Saal der Musikschule, dem Standort des ersehnten Instrumentes, eine dauerhafte Würdigung finden.
Des Weiteren erhalten sie eine persönliche Urkunde und natürlich Einladungen zu besonderen Sponsorenkonzerten mit diesem Flügel.
Der Vorstand des Förderkreises hat als Ziel formuliert, spätestens zum 800jährigen Jubiläum der Stadt Dessau im Jahr 2013 dieses anspruchsvolle Vorhaben zu realisieren.
An alle Freunde der Musikschule, an Unternehmen und Einrichtungen sowie Privatpersonen ergeht die Bitte, sich mit konkreten Patenschaften an dem Flügeltasten-Projekt zu beteiligen. Ein kleiner Flyer des Förderkreises, der zum Beispiel an der Theaterkasse im Rathauscenter oder über die unten aufgeführten Kontaktmöglichkeiten erhältlich ist, gibt allen am Projekt Interessierten die nötigen Informationen sowie die Möglichkeit, sich der Initiative mit entsprechenden Geldbeträgen anzuschließen.
Ansprechpartner sind: Frau Klein im Sekretariat der Musikschule (Telefon 0340/214542) und Frau Schreiber vom Vorstand des Förderkreises der Musikschule (Telefon 0162/4932720).
Den Förderkreis der Musikschule der Stadt Dessau e.V. erreichen Sie auch per E-Mail: foerderkreis-musikschule@gmx.de.
30.06.2010, 12:17 | tags:
Schauspiel
, Diverses
499
Pressemitteilung vom 30.06.2010
Publikumshit „Halpern und Johnson“ zu Gast im Anhaltischen Theater
Am Sonntag, 19. September, um 18 Uhr zeigt das Anhaltische Theater Dessau das Gastspiel „Halpern und Johnson“, eine Produktion des Schlosspark Theaters Berlin im Großen Haus. Die Komödie von Lionel Goldstein über eine folgenreiche Begegnung zweier Männer auf einem Friedhof wurde von Bettina Rehm inszeniert, feierte am 1. April 2010 Premiere am Schlosspark Theater Berlin und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.
Nach dreißig Jahren Ehe nimmt Joseph Halpern am Grab Abschied von seiner geliebten Frau Flo. Als sich ein unbekannter Mann dem Grab mit einem Blumenstrauß nähert, ist er zunächst irritiert. Doch mit Erscheinen dieses Mannes weitet sich der Blick in die Vergangenheit seiner Frau. Der Unbekannte ist Dennis Johnson, der ebenfalls Abschied von Florence, wie er die Verstorbene nennt, nehmen möchte. Die beiden Männer kommen ins Gespräch und reden über eine Frau, die beide zu kennen glaubten. Heftige Gefühlsstürme überkommen die betagten Männer über das Gehörte. Eine Enthüllung jagt die nächste. Unweigerlich kommt es zum Streit, bis die beiden grundverschiedenen Männer merken, wie viel sie letztlich gemeinsam haben. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass nicht die Zeit das Maß des Lebens ist, sondern die Gefühle und Erinnerungen, von denen es eine Menge gibt.
In den Rollen Joseph Halpern und Dennis Johnson sind die bekannten Schauspieler Hans Peter Korff und Michael Schanze zu erleben.
„[...] Eine wirklich gelungene Inszenierung. [...] Es ist wirklich sehenswert, wie sich die beiden Herren im vorgerückten Alter die Bälle zuspielen.“ Berliner Morgenpost, 02.04.2010
Informationen und Tickets erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
28.06.2010, 17:25 | tags:
Funk
, Diverses
498
Pressemitteilung vom 28.06.2010
Kulturstiftung des Bundes fördert zum zweiten Mal Projekt des Anhaltischen Theaters
Die Kulturstiftung des Bundes fördert im Fonds Heimspiel zum zweiten Mal in voller Antragshöhe ein Projekt des Anhaltischen Theaters. Mit dem Heimspiel-Fonds unterstützt die Kulturstiftung des Bundes seit 2006 Theaterprojekte, die sich auf künstlerisch herausragende Weise mit der urbanen Wirklichkeit in der eigenen Stadt auseinandersetzen und das Theater zu einem Ort der Kommunikation mit den Bürgern machen.
Nach dem erfolgreichen Projekt [funk] in der Spielzeit 2009/2010, welches zahlreiche unterschiedliche Institutionen und Partner aus der Stadt Dessau zusammen führte und in den Dialog mit der Stadt trat, beschäftigt sich das Theater nun mit dem Projekt „Schwarzweiß“ (Arbeitstitel) mit dem Fall Oury Jalloh. 2005 kam der aus dem westafrikanischen Sierra Leone stammende Oury Jalloh bei einem Zellenbrand im Polizeigewahrsam in Dessau ums Leben. Die Schuldfrage, die zuständigen Beamten betreffend, die sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten mussten und die Umstände, die zum Tod von Jalloh führten, konnten durch die Gerichte nicht abschließend festgestellt werden. Der Fall Oury Jallohs wurde zum Symbol für die Ängste vieler in Deutschland lebender Afrikaner und zugleich zu einem Indikator für den brutalen Rassismus in unserer Gesellschaft.
Für das Projekt konnten mit Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder zwei engagierte und gefragte Regisseurinnen gewonnen werden. Nina Gühlstorff und Dorothea Schroeder studierten beide Musik- und Sprechtheaterregie an der Bayerischen Theaterakademie „August Everding“ in München. Seit ihrem Diplom 2001 arbeiten sie als freie Regisseurinnen. Gemeinsam führten sie 2009 erfolgreich am Theaterhaus Jena das Projekt „Der dritte Weg“ – Eine theatrale Demonstration durch. In der Spielzeit 2009/10 bringt Nina Gühlstorff das Recherche-Theaterprojekt „They Call Me Jeckisch“ in Heidelberg und Tel Aviv zu Aufführung. Dorothea Schroeder leitet regelmäßig das Festival für zeitgenössische Dramatik „Spieltriebe“ am Theater Osnabrück.
Mit Gesprächen, Diskussionen und Interventionen möchte das Projekt sich mit dem Leben und den Ängsten von Ausländern in Dessau auseinandersetzen. Eine theatrale Stadtbegehung ist geplant, die die Zuschauer an verschiedene öffentliche Orte durch das migrante Dessau führt.
In Zusammenarbeit mit alten und neuen Kooperationspartnern sowie lokalen Akteuren will das Projektteam theaterfernes Publikum in den Entstehungsprozess des Stücks integrieren und zum Dialog anregen. Kooperationspartner des Projektes „Schwarzweiß“ sind die Stadt Dessau, NYX e.V., die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalttaten, der lokale Aktionsplan Dessau-Roßlau, das Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., das Gymnasium Philantropinum Dessau, „Hingucken! Für ein demokratisches und tolerantes Sachsen-Anhalt“, die Stiftung Bauhaus Dessau sowie die Polizei Dessau.
Premiere: 10. Juni 2011 am Anhaltischen Theater
25.06.2010, 14:17 | tags:
Diverses
492
Pressemitteilung vom 25.06.2010
Rekord Erlös von 4.080 EURO erzielt
Einen Rekord Erlös von 4.080 Euro konnte das Anhaltische Theater zum Tag der offenen Tür am 6. Juni durch die Tombola, Kostümversteigerung, Spenden, Tigerenten-, Foto- und Kuchenverkauf erzielen.
Die Hälfte des Erlöses, 2.040 Euro gehen an die „Kleine Arche“ Dessau, einer Anlaufstelle für sozial benachteiligte Kinder der Stadt Dessau-Roßlau. Die „Kleine Arche“ bietet Kindern kostenfrei die Möglichkeit, ein gesundes Mittagessen einzunehmen sowie unter Betreuung die Hausaufgaben anzufertigen und gemeinsam die Freizeit zu verbringen. Initiiert
hat die „Kleine Arche“ der Club Soroptimist International Dessau- Wörlitz, eine Organisation für beruflich engagierte Frauen.
Weitere 2.040 Euro kommen der Theaterstiftung zu Gute, die seit 2004 aus ihren Erträgen künstlerische Vorhaben aller Sparten des Anhaltischen Theaters, theaterpädagogische Projekte und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.
Das Anhaltische Theater dankt allen Sponsoren für die großzügige Unterstützung hinsichtlich der attraktiven Tombolagewinne und natürlich dem Publikum für die Beteiligung an der Tombola.
Ein besonderer Dank gilt den Soroptimistinnen, die das Anhaltische Theater mit großem Engagement beim Tag der offenen Tür unterstützten.
Die Liste der Tombolapreise ist auf der Website unter www.anhaltisches-theater.de veröffentlicht. Die Preise können noch bis zum 5. Juli von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr im Anhaltischen Theater (Ansprechpartnerin: Silvia Kittler) abgeholt werden.
Im nächsten Jahr findet der Tag der offenen Tür am Sonntag, 22. Mai statt.
24.06.2010, 15:20 | tags:
Diverses
488
Pressemitteilung vom 24.06.2010
Großes Finale für das Dessauer [funk]projekt
[funk]schau zum Abschluss einer gelungenen Zusammenarbeit des Anhaltischen Theaters und der Stiftung Bauhaus Dessau vom 30. Juni bis 4. Juli 2010
Ein Jahr lang schuf [funk] eine Brücke zwischen dem Anhaltischen Theater, der Stiftung Bauhaus Dessau und vielen weiteren kulturellen Akteuren der Stadt. Seit Juli 2009 begleitet das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt Eröffnungen und Premieren und lädt Dessauer und ihre Gäste zu zahlreichen Veranstaltungen ein. [funk] holte die Weihnachtszeit auf den Vorplatz des Theaters, öffnete kaum bespielte Bauhausräume für die Öffentlichkeit, sammelte Geschich-ten und Anekdoten über die Vergangenheit der Stadt und Vorschläge für ihre Zukunft. Am Ende der Spielzeit 2009/10 sagt [funk] der Stadt Dessau, ihren Bürgern, Initiativen, Vereinen und Gäs-ten auf dem Vorplatz des Alten Theaters „adieu“ – mit einer Dessauer [funk]schau vom 30. Juni bis 4. Juli 2010.
Juni 2010, um 20 Uhr, Meisterhäuser Dessau-Roßlau
haus[funk]11: Geisterhäuser – Meisterhäuser
Eintritt frei!
„Geisterhäuser“ in den Meisterhäusern ist der letzte haus[funk]abend. Ein Jahr lang sendete [funk] immer am letzten Mittwoch des Monats aus den Bauhausbauten der Stadt. Sie stellten dem Projekt Werkstatt und Partylocation, Klanglabor und Podium, Bühne und Bildschirm zugleich. „Meisterhäuser – Geisterhäuser“ erkundet ein Highlight der Dessauer Bauhausarchitek-tur: die Meisterhaussiedlung, entworfen von Walter Gropius für sich selbst und die bedeutendsten Lehrer am Bauhaus.
Gemeinsam mit Schauspielern des Anhaltischen Theaters macht sich [funk] auf die Suche nach den Geistern der Meister, musikalisch begleitet von der slowakischen Band Požoň Sentimental. Die Meisterhäuser werden durch Tänzer, Schauspieler und Musiker poetisch belebt. Das Publi-kum ist auf eine Entdeckungsreise von Haus zu Haus eingeladen. In allen drei Meisterhäusern und dem derzeit noch an der Stelle des ehemaligen Gropiushauses stehenden Haus Emmer in-szenieren Maria Linke, Dramaturgin am Anhaltischen Theater, Torsten Blume, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau, eine begehbare Klang- und Schaulandschaft mit Le-sungen, Tanz und Musik – ein echter Höhepunkt im [funk]kalender.
Am gleichen Abend startet mit dessau[funk] eine viertägige Radiostation für Dessau: Auf lokaler Frequenz in der Umgebung des Theaters und über www.dessaufunk.de oder über www.interfunk.net lädt dessau[funk] ins Studio vor dem Theater ein – zu Gesprächen, Diskussio-nen, Klängen, Anekdoten und Musik aus Dessau. Bis in die Nacht des 4. Juli sendet die Radio-station kontinuierlich.
bis 4. Juli, Vorplatz des Alten Theaters
„Tanz den Dessau – besuch die [funk]s“ vor dem Alten Theater
Am Donnerstag, 1. Juli zieht die [funk]schau zum Alten Theater. Dort startet am 2. Juli um 21 Uhr „Tanz den Dessau – besuch die [funk]s!“. Vierundzwanzig Stunden lang empfängt das [funk]team in einer Bühnenwohnung vor dem Alten Theater Dessauerinnen und Dessauer, Vereine, Initiati-ven und Clubs – vom Briefmarkensammler bis zur Theaterjugend, vom Dichter über Imker und Musiker bis zum Modellflieger. DokuTV Wettin und [funk] zeichnen auf und übertragen live über www.interfunk.net, ein paar Tage später wird die [funk]schau im Offenen Kanal Dessau laufen.
Livemusik und ein DJ laden zum Abschluss der 24-stündigen [funk]aktion und einer großen Party auf dem Vorplatz des Alten Theaters am Samstag, den 3. Juli um 21 Uhr ein.
Juli , ab 11 Uhr, Vorplatz des Alten Theaters
Brunch an der [funk]tafel
Der letzte große Auftritt von [funk] ist ein öffentlicher Brunch am 4. Juli, ab 11 Uhr. Alle [funk]akteure, Bürger und Besucher sind herzlich dazu eingeladen, ein letztes Mal vor dem Alten Theater am roten Container zusammenzukommen und sich von [funk] zu verabschieden. [funk] sendet an diesem Julitag noch bis Mitternacht – dann ist die Sendezeit zu Ende.
[funk] ist ein Kooperationsprojekt des Anhaltischen Theaters und der Stiftung Bauhaus Dessau, gefördert im Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes.
Kontakt: Maria Linke studio@interfunk.net | 0177-4497144
www.interfunk.net | www.twitter.com/interfunk
18.06.2010, 15:42 | tags:
Diverses
479
Pressemitteilung vom 18.06.2010
Fünfjährige Zusammenarbeit wird gefeiert
Mit einer festlichen Operngala wird das fünfjährige Jubiläum der Zusammenarbeit des Anhaltischen Theaters und des Theater Schweinfurts am Dienstag, 22. Juni um 19:30 Uhr in Schweinfurt gefeiert. Unter der Leitung des Generalmusikdirektors Antony Hermus spielt die Anhaltische Philharmonie Werke von Wagner, Verdi, Puccini, Giordano und Chenier. Als Solisten wirken mit: Kammersängerin Iordanka Derilova, Angelina Ruzzafante, Velázquez Díaz und Ulf Paulsen.
Das Anhaltische Theater hat in Schweinfurt u.a. Inszenierungen wie „Die Zauberflöte“, den „Verdi-Schiller-Zyklus“, „Don Karlos“, „Figaros Hochzeit“, „Don Giovanni“ und „Land des Lächelns“ gezeigt.
„Wir freuen uns, dass diese fruchtbare Kooperation auch in Zukunft fortgesetzt wird, betont André Bücker, Generalintendant des Anhaltischen Theaters.
Christian Kreppel, Leiter des Theaters Schweinfurt zieht eine erfreuliche Bilanz der fünfjährigen Kooperation:
„Nach fünf Jahren kann man sagen, dass das Anhaltische Theater Dessau in Unterfranken und in den direkt anliegenden Regionen durch die Gastspiele in Schweinfurt einen beachtlichen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad erworben hat. Mehr als 13.000 Menschen haben Produktionen des Anhaltischen Theaters gesehen. „Dessau“ ist in unserer Region zu einer „Marke“ geworden. Alle Beteiligten hoffen auf die Möglichkeit der weiteren Zusammenarbeit.“
15.06.2010, 14:24 | tags:
Diverses
477
Pressemitteilung vom 15.06.2010
Bauhaus-Theater-Special – Bauhausführung und Theaterinszenierung
Das Anhaltische Theater Dessau und die Stiftung Bauhaus Dessau laden zum neuen Bauhaus-Theater-Special ein. Das Angebot am 18. und 19. Juni beinhaltet eine besondere Führung durch das Bauhaus um 18.30 Uhr und den Besuch der Vorstellung „Hermes in der Stadt“ auf der Bauhausbühne. Auch in der kommenden Spielzeit kooperieren das Theater und das Bauhaus und bieten ausgewählte Vorstellungen auf der Bauhausbühne zusammen mit Führungen zum Sonderpreis an. Die Karten sind für 12 Euro/ ermäßigt 10 Euro (statt: 18,50 Euro/ 14,50 Euro für Vorstellung und Führung) an der Abendkasse und über die Theaterkassen erhältlich.
Junge internationale Künstler, alle seit August 2009 im Dessauer Ballettensemble, entwickeln als Choreographen ihre eigene Interpretation von Lothar Trolles Text „Hermes in der Stadt“. Für die jungen Choreographen war Trolles Text vor allem eine Inspirationsquelle. Sie haben sich diesem Stück, das keine stringente Geschichte erzählt, sondern vielmehr Episoden zu einem Stadt-Tableau verbindet, mit den Mitteln des Tanzes genähert. Mit der Koproduktion des Anhaltischen Theaters und der Stiftung Bauhaus Dessau bieten Tomasz Kajdanski, Ballettdirektor des Anhaltischen Theaters, und Torsten Blume vom Bühnenstudio der Stiftung Bauhaus Dessau sieben internationalen Künstlern ein Forum für eigene choreografische Werke.
Karten erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
14.06.2010, 13:43 | tags:
Diverses
476
Pressemitteilung vom 14.06.2010
Dieter Hallervorden und Ilja Richter gemeinsam auf der Bühne des Anhaltischen Theaters
Am 22. Juni um 19.30 Uhr zeigt das Anhaltische Theater Dessau das Gastspiel mit Dieter Hallervorden und Ilja Richter „Die Socken Opus 124“ ein Zweipersonenstück von Daniel Colas.
Das französische Erfolgsstück von Daniel Colas feierte in der Regie von Katharina Thalbach im September 2009 seine Deutsche Erstaufführung im wiederöffneten Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz.
Das Stück spielt in der Vorweihnachtszeit im verschneiten Paris. Zwei ältere Schauspieler (Dieter Hallervorden und Ilja Richter) probieren für einen Rezitationsabend. Sie haben noch nie miteinander gearbeitet, kennen einander nur als ehemals populäre, ja berühmte Darsteller. Der eine spielt Theater aus dem Bauch heraus, der andere ist der intellektuelle Typ. Er hat die Regie übernommen, er hat auch das Programm zusammengestellt - Perlen der Weltliteratur werden im Clownskostüm mit pantomimischen Darstellungen und Musikeinlagen dargeboten. Seinem Partner gefällt das eigentlich gar nicht. Aber beide brauchen die Chance, die ihnen dieser Abend vielleicht bietet. So kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen und Streit bis hin zum Abbruch der Proben - aber auch immer wieder zum Neubeginn, so sehr die alten Mimen einander verabscheuen mögen.
Dieser Schauspielabend ist ein Duell zweier alter Einzelgänger, er jongliert virtuos mit Komik und Ernst, aber er zeigt auch das Thema Alter und Einsamkeit von einer völlig ungewohnten Seite und beweist gleichzeitig, dass nicht nur eine Facette des Theaters ihre Daseinsberechtigung hat.
Weitere Termine: 23.06.2010, 19:30 Uhr | 24.06.2010, 19:30 Uhr | 25.06.2010, 19:30 Uhr |
26.06., 17:00 Uhr – jeweils im Großen Haus
Tickets ab 12,50 Euro bis zu 27 Euro erhalten Sie an der Abendkasse und unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
09.06.2010, 14:43 | tags:
Musiktheater
, Diverses
475
Pressemitteilung vom 09.06.2010
Theaterpredigt zur Oper „Ein Maskenball“ [Un ballo in maschera]
Am 19. Juni um 14.30 Uhr laden die Evangelische Landeskirche Anhalts, das Anhaltische Theater und die Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien zur Theaterpredigt zur Oper „Ein Maskenball“ [Un ballo in maschera] in die St.-Johannis-Kirche Dessau-Roßlau ein.
Die Dessauer Theaterpredigten dienen dem lebendigen Dialog zwischen Kunst und Religion und stehen so in der aufgeklärten und kulturfreundlichen Tradition Anhalts. In Religion und Kunst suchen Menschen Bilder für die Welt, die ihnen begegnet, deuten Erfahrungen, drücken Emotionen und Visionen aus.
Der Theologe Prof. Dr. Wilhelm Gräb von der Humboldt-Universität Berlin hält die Theaterpredigt. Gräb befasste sich in zahlreichen Publikationen unter anderem mit dem aktuellen Stellenwert von Religion in der Mediengesellschaft, war Studentenpfarrer in Göttingen, lehrte an den Hochschulen in Jena und Bochum und seit 1999 an der Humboldt-Universität Berlin. Er ist seit 2001 Universitätsprediger der Berliner Hochschulen.
Für die musikalische Ausgestaltung sorgen Sebastian Saß, Kreiskirchenmusikwart aus Bernburg und das Streichquartett der Anhaltischen Philharmonie.
Anschließend besteht die Möglichkeit zum Gespräch bei Kaffe und Kuchen.
01.06.2010, 16:28 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
466
Pressemitteilung vom 01.06.2010
Konzerte im Monat Juni
Der Monat Juni hält eine Fülle von Open-Air-Veranstaltungen bereit. In Wörlitz finden insgesamt drei Seekonzerte statt – jene beliebten Abende, an denen eine gemächliche Gondelfahrt über die Seen und Kanäle mit einem Abendessen auf den Gondeln und musikalischen Genüssen an den Ufern kombiniert ist. Am 5. Juni musiziert ein Flötenquartett der Anhaltischen Philharmonie (mit Streichern) Werke u.a. von Mozart, Reger, Hoffmeister und Sibelius, am 12. Juni steht Harmoniemusik aus Joseph Haydns „Die Jahreszeiten“ auf dem Programm, gespielt vom Bläseroktett der Anhaltischen Philharmonie. Und am „Tag der Musik“, 19.6. erklingt „Fröhliche Bläsermusik“ mit dem Concento-Quintett und Werken von Mozart, Mendelssohn, Offenbach u.a. Gäste der Seekonzerte treffen sich an den jeweiligen Konzerttagen bis 18 Uhr an der Gondelstation.
Am 13. Juni findet das einzige Wandelkonzert der diesjährigen Saison statt. Treffpunkt ist 15 Uhr am Südsee-Pavillon auf dem Eisenhart, wo die Besucher mit einem Glas Sekt begrüßt werden.
Ein Mitarbeiter der Kulturstiftung führt die Spaziergänger durch Neumarks Garten, auf die Roseninsel und zur Teelauben-Fähre, wo Ensemblemitglieder der Anhaltischen Philharmonie musizieren. Der Nachmittag klingt im Garten am Grauen Haus mit einer Kaffeetafel aus.
Im Wörlitzer Schlosskonzert am 11. Juni um 18.30 Uhr präsentieren Martin Seemann und Beni Araki musikalische Kostbarkeiten für Violoncello und Hammerflügel.
Zweimal lädt der Freundeskreis des Dessauer Theaters zur beliebten Reihe „... und sonntags ins Luisium“ ein. Am 13.6., 10.30 Uhr ist das Anhaltische Streichquartett mit Moderator Karl Thiele zu Gast und am 27.6. das Holzbläserquintett „Consortio Anhaltino“ mit Moderator Ronald Müller.
Am Nachmittag des Tags der offenen Tür am Anhaltischen Theater, am 6. Juni spielt die Anhaltische Philharmonie noch einmal ihr Wunschkonzert „Frühling in Wien“, das bereits am 25. April für ein ausverkauftes Haus gesorgt hatte. Werke Wiener Komponisten wie Mozart, Schubert und Strauß, die sich das Publikum selber aussuchen konnte, werden erklingen. Der Gewinner des Dirigenten-Castings, das am Tag der offenen Tür stattfindet, wird Dirigent Daniel Carlberg im Konzert unterstützen. Weitere Mitwirkende sind die Sopranistin Cornelia Marschall und Moderator Ronald Müller.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über
die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr |
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
31.05.2010, 16:25 | tags:
Diverses
462
Pressemitteilung vom 31.05.2010
Zu Gast: „Katrin Weber – SOLO“
Die sächsische Sängerin, Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin Katrin Weber ist am Samstag, 19. Juni um 19.30 Uhr mit ihrem Chansonabend „Katrin Weber – SOLO“ zu Gast im Großen Haus des Anhaltischen Theaters.
Am Piano begleitet sie Rainer Vothel. Im Programm entspinnt sich ein heiterer Machtkampf zwischen einem verkannten und unterforderten Tastenexperten und einer nicht zufrieden zu stellenden, belehrenden Diseuse. Da wird gestichelt und gezickt, doch nie nach billigem Mann-Frau-Schema. Hier heißt die Konstellation Diva versus Einsilbigkeit. Katrin Weber verspricht ein komisches und musikalisch hochkarätiges Chansonprogramm, für das sie 2009 mit dem Thüringer Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde.
31.05.2010, 15:48 | tags:
Diverses
461
Pressemitteilung vom 31.05.2010
Die IBA [Imposante Bass Auswahl] kommt zur 18. Dessauer Bassgeigengala
Am Sonntag, 13. Juni findet um 17 Uhr vor und im Schloss Mosigkau die 18. Bassgeigengala unter dem Motto „Herzlich tut mich erfreuen...“ statt.
Die Gala führt Schüler, Studenten und Freizeitbassisten sowie Profimusiker zusammen und zeigt mit einem unterhaltsamen Programm die vielfältigen Klangmöglichkeiten des größten Streichinstruments. Mit dem Konzert im Schloss Mosigkau schließen die Musiker die 18. Bassgeigengala ab und präsentieren dem Publikum ihr vielseitiges Programm, das sie während des internationalen Workshops „Bassgeigengala“ vom 11. bis 13. Juni 2010 erarbeitet haben. Im ersten Konzertteil im Schloss stellen sich die Teilnehmer solistisch vor. Der zweite Teil vereint alle Mitwirkenden zum gemeinsamen Musizieren auf der Freitreppe zum Konzert im „IBA-Orchester“ [IBA – Imposante Bass Auswahl].
Leitung und Moderation dieser Veranstaltung liegen in den Händen von Ingo Burghausen, Solokontrabassist der Anhaltischen Philharmonie Dessau und Lehrbeauftragter an der Dessauer Musikschule. Es wirken Kontrabassisten von 6 bis 96 Jahren aus Tschechien, China und Deutschland mit, darunter Schüler der Dessauer Musikschule und der Grundschule am Akazienwäldchen.
Die 18. Bassgeigengala ist eine Veranstaltung der Stadt Bernburg (Saale) und wird durch das Anhaltische Theater Dessau, die Musikschule Dessau-Roßlau, die Kulturstiftung DessauWörlitz und die Sparkasse des Salzlandkreises unterstützt.
Zum Konzert wird Wein der Lage „Bassgeige“ der Winzergenossenschaft Oberbergen im Kaiserstuhl ausgeschenkt.
Eintritt: 10 Euro | Vorbestellungen unter: 0340 521139
Weitere Informationen unter: www.bassgeigengala.de
31.05.2010, 14:47 | tags:
Diverses
460
Pressemitteilung vom 31.05.2010
Benefizkonzert für neuen Konzertflügel
Drei ehemalige Musikschüler der Dessauer Musikschule zeigen am Samstag, 19. Juni um 15 Uhr ihr Können im Festsaal des Schlosses Georgium. Die Musikhochschulstudenten Annemarie Klein (Klavier), Annemarie Schulze (Violoncello) und Christoph Schreiber (Violine) unterstützen mit dem Benefizkonzert die Musikschule bei der Anschaffung eines neuen Konzertflügels für deren Saal. Wolfgang Kluge, Kapellmeister und Studienleiter am Anhaltischen Theater, begleitet die beiden Streicher am Klavier.
Bereits im Mai 2008 riefen diese drei Künstler mit einem Konzert im Georgium das „Flügel-Projekt“ ins Leben. Der Förderkreis der Musikschule hat in den vergangenen zwei Jahren durch Einnahmen aus zahlreichen Konzerten, Aktionen und Einzelspenden den finanziellen Grundstock auf fast 12.000 Euro, ein Drittel der benötigten Summe, ausgebaut. Das Benefizkonzert der jungen Dessauer macht den nächsten Schritt zur Anschaffung des Instruments.
Mit Werken von Bach, Boccherini, Mozart, Beethoven, Elgar und Prokofjew bereiten die drei Musiker ihrem Publikum einen stimmungsvollen Konzertnachmittag, der mit einem kleinen Empfang ausklingt und damit auch ein Dank an alle bisherigen Unterstützer des „Flügel-Projektes“ ist.
Karten für dieses Konzert sind zum Preis von 5 Euro ab sofort an der Theaterkasse im Rathauscenter Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de und auch an der Abendkasse erhältlich..
27.05.2010, 18:47 | tags:
Diverses
452
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 26.05.2010
Ein- und Ausblicke im Theaterland
"Kein schöner Land" liegt hinter den Theatertüren. Es hat verwunschene Orte, abseitige Ecken, vergessene Plätze, kleine Idyllen und großes Durcheinander. Das Theaterland ist "Kein schöner Land" - so wie das Motto der kommenden Spielzeit 2010 / 11 am Anhaltischen Theater lautet. In dieser Woche stellte die Theaterleitung um Generalintendant André Bücker den Premierenplan für die neue Saison und das druckfrische Spielzeitheft vor. Das widmet sich - das aktuelle Heft zeigt auf den Fotos Dessau und seinen Bewohnern - nun auf fast 200 Seiten den Innenansichten des Theaters. "Aus den Erfahrungen dieser Spielzeit, in der wir mit offenem Sinn und offenem Herzen auf die Region zugegangen sind, betreten wir nun dieses offene Land", sagte Bücker und überließ das Podium seinem Leitungsteam, das mehr als 20 Premieren vorstellte.
"Das Fremde in mir" ist das Motto des Musiktheaters, für das Chefregisseurin Andrea Moses zwei Inszenierungen beisteuert. Sie bringt Puccinis Oper "Turandot" (Premiere 25. September) auf die Bühne, nachdem sie diese bereits am Nationaltheater Weimar inszenierte. Die Neueinstudierung dieser Produktion ist eine Kooperation mit der Bühne der Klassikerstadt, die sich in Moses' zweiter Operninszenierung - "Chowanschtschina" von Mussorgski (Premiere 7. Mai) - fortsetzt. "Wir erhalten Unterstützung vom Weimarer Opernchor. Das wird ein richtiges russisches Chorfest", so Andrea Moses, die ankündigte, dass die Dessauer Solisten dann 2012 bei der Weimarer Premiere singen werden. Nach der großen Richard-Wagner-Gala "Sink hernieder, Nacht der Liebe" (16. Oktober), nimmt die Bühne rechtzeitig vor Silvester eine komische Oper in den Spielplan auf. Hinrich Horstkotte wird Johann Strauß' "Die Fledermaus" (4. Dezember) inszenieren. Im neuen Jahr 2011 startet das Musiktheater mit einem Beitrag zum Weill-Fest. André Bücker bringt "Der Protagonist" von Kurt Weill und "Der Bajazzo" von Leoncavallo (25. Februar) auf die Bühne des großen Hauses. Mit Mozarts "Così fan tutte" (25. Juni), in Szene gesetzt von Florian Lutz, verabschiedet sich das Musiktheater in die Sommerpause.
Nach der Sommerpause in diesem Jahr kann das Publikum im Schauspiel Bekanntschaft mit einem der schillerndsten Straftäter der Geschichte machen. André Bücker inszeniert "Doktor Mabuse" (15. Oktober) und stellt damit einen Mann vor, der mit seinen Tricks und Zaubereien beispielhaft für das Schauspiel-Motto "Menschen unter Einfluss" ist. "Die Inszenierung versucht, mit allen Mitteln die Wahrnehmung der Zuschauer zu beeinflussen", kündigte Bücker an. Auf Grusel folgt Märchen mit "Die feuerrote Blume" (16. November), die in der Inszenierung von Jörg Steinberg die Zuschauer durch die Weihnachtszeit begleitet. Im Alten Theater nehmen sich Andrea Moses und Maria Linke einen Ufa-Klassiker vor und bringen mit "Die drei von der Tankstelle" (11. Dezember), einer hochmusikalischen Komödie, die heitere Seite in die kleine Spielstätte. Dort wird es mit "alter ford escort dunkelblau" von Dirk Laucke (28. Januar) und "Das Leben der Anderen" (11. März), bearbeitet von Albert Ostermaier, gleich zwei zeitgenössische Stücke geben. Christoph Sommerfeld liefert mit dem Laucke-Stück seine Diplominszenierung in Dessau ab, David Ortmann inszeniert die Stasi-Geschichte, mit der Florian Henckel von Donnersmarck einen Oscar gewann. Für das große Haus und das Ostrowski-Stück "Tolles Geld oder Armut ist keine Schande" (21. Januar) konnte das Theater den Schauspieler und Regisseur Wolfgang Maria Bauer gewinnen. Nach seinen "Schroffensteins" in der aktuellen Saison nimmt sich Christian Weise eines weiteren Klassikers der Schauspielliteratur an: Er inszeniert Georg Büchners "Woyzeck" (15. April). Der "Frau unter Einfluss" (23. April, Regie: Niklas Ritter) folgt zum Spielzeitende ein spartenumfassendes Projekt: "Landscape - Kritik der Liebe" (2. Juni) kombiniert Shakespeare-Sonette und Barockmusik als Parkinstallation mit Sängern, Tänzern, Schauspielern und Musikern. Die Inszenierung, für die Regisseur André Bücker das Publikum schon in den frühen Morgenstunden in das Luisium bittet, ist eine Kooperation mit der Lautten Compagney Berlin und der Kulturstiftung. Gleichfalls kooperiert - mit der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin - wird im Alten Theater bei "Verwandlungen", einem Antiken-Spektakel nach Ovid, dass die Handschriften von sechs jungen Regiestudenten vorstellt. Drei Produktionen steuert das Puppentheater als kleinste Sparte zur nächsten Saison bei.
Im Ballett verspricht Chefchoreograf Tomasz Kajdanski den Zuschauern "Tiefe Treue" und startet nach einer sehr ernsten ersten Spielzeit in Dessau mit einer Komödie: "Der Widerspenstigen Zähmung" (29. Oktober) von Shakespeare wird zur Musik von Schostakowitsch getanzt. "Die Nibelungen" (25. März) schließen sich als zweite Tanzproduktion der kommenden Spielzeit an.
Generalmusikdirektor Antony Hermus hält in seinem Konzertprogramm 2010 / 11 unter dem Titel "In weiter Ferne, so nah" acht Sinfoniekonzerte, sieben Sonderkonzerte, Familien-, Schüler- und Jugendkonzerte und natürlich die Kammermusiknachmittage im Schloss Georgium bereit.
Die Mitteldeutsche Zeitung wird in den kommenden Wochen die Vorhaben der Sparten detailliert vorstellen.
26.05.2010, 14:39 | tags:
Diverses
450
Pressemitteilung vom 26.5.2010
Anhaltisches Theater lädt zum TAG DER OFFENEN TÜR ein
Das Anhaltische Theater öffnet am 6. Juni seine Pforten und lädt unter dem Motto „Theaterwelten“ von 10 bis 16 Uhr herzlich zu einer Entdeckungsreise ein. Zahlreiches gibt es für Groß und Klein zu sehen, zu hören und zu schmecken.
In einer Technik Show zeigt Kult-Inspizient Leo Polte VIII, alias Gerald Fiedler, erstmals seine große Bühne. Beim Dirigenten-Casting, das am Tag der offenen Tür von 12:15 bis 13:15 Uhr auf der Bühne des Anhaltischen Theaters geplant ist, steht der „Kaiser-Walzer“ (Walzer 1) von Johann Strauß auf dem Programm. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Antony Hermus haben fünf Kandidaten die Möglichkeit, bei diesem Stück die Anhaltische Philharmonie in kleiner Besetzung zu dirigieren. Der Sieger darf seinen Walzer dann beim 17 Uhr beginnenden Konzert „Frühling in Wien“ mit großem Orchester aufführen. Anmeldungen zum Dirigenten-Casting werden ausschließlich am Tag der offenen Tür bis 12 Uhr am Infostand im Parkettfoyer entgegengenommen. Sollten mehr als fünf Interessenten gemeldet sein, entscheidet über eine Teilnahme das Los.
Die Opernsänger präsentieren sich diesmal u.a. auch mit internationalen Volksliedern. Gäste sind herzlich eingeladen, Proben von Schauspiel, Ballett, Kinderballett und Puppentheater zu besuchen.
Aber auch viel Kleines und Feines steht auf dem Programm: neben einer Ausstellung von
Kostümen und Bühnenbildmodellen, besteht sogar die Möglichkeit historische Kostüme Probe zu tragen und sich damit fotografieren zu lassen. Zahlreiche Musikbeiträge und Lesungen sind an ungewöhnlichen Orten des Theaters zu erleben. Schauspieler werden auf theatrale Weise die Besucher durch ihr Theater führen und dabei so manche Anekdote zum Besten geben. Die Installation „Horrorvision eines verlassenen Theaterraums“ wagt einen Blick in eine (un)mögliche Zukunft. Eine Tombola wird mit ungewöhnlichen Preisen für so manche Überraschung sorgen.
Spannende Spiele laden Kinder jeden Alters zum Mitmachen ein: Bewegungsspiele mit dem Kinderballett, ein Detektivspiel durchs Theater, Kinderschminken, ein Kuscheltierkonzert, Malen, Basteln, Singen und ein Wackelpudding-Wettessen.
Für musikalische Unterhaltung sorgen u.a. „X. Brass“ - das große Blechbläser Ensemble der Anhaltischen Philharmonie Dessau, das „Salonorchester Papillon“, die Solisten und der Opernchor des Anhaltischen Theaters sowie die „MuldeJazzBuben“.
Diese Vielfalt wird dokumentiert von einer jugend[funk]-Reportage, zu der sich bis 31. Mai interessierte Nachwuchsreporter zwischen 12 und 15 Jahren bei der Theaterpädagogin Imme Heiligendorff anmelden können. (0340-2511-216 oder theaterpaedagogik@anhaltisches-theater.de) Die Beiträge werden im Anschluss im Internet unter www.interfunk.net sowie über den Offenen Kanal Dessau unter www.ok-dessau.de zu hören sein.
Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: beginnend mit Kaffee und Kuchen, wird der Tag bei einem Promi-Grillen auf dem Theatervorplatz ausklingen.
Detaillierte Informationen, Veranstaltungszeiten und Orte unter www.anhaltisches-theater.de und im Flyer „Tag der offenen Tür“, die am 6. Juni am Informationsstand vorliegen.
25.05.2010, 12:41 | tags:
Spielzeit
, Diverses
447
Pressemitteilung vom 25.05.2010
KEIN SCHÖNER LAND
Unter der Überschrift „KEIN SCHÖNER LAND“ zeigen wir im Spielzeitheft ungewöhnliche Einblicke in das Innenleben des Anhaltischen Theaters. Die Fotografien zeigen Orte, zu denen das Publikum normalerweise nicht vordringt, die aber viel über den Sehnsuchtsort Theater erzählen. So ist „KEIN SCHÖNER LAND“ eine Liebeserklärung an das Theater als Ort der Arbeit und Utopie und zeigt wie vielfältig die Themen im Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzert und Puppentheater sind.
Höhepunkte sind z. B. Kooperationen mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, das Kurt Weill Fest, der Gartenreichsommer in Kooperation mit der Kulturstiftung DessauWörlitz und die Theatertage der Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg die 2011 in Dessau stattfinden.
Im Musiktheater, das unter dem Motto „das Fremde in mir“ steht, wird Chefregisseurin Andrea Moses mit zwei Premieren vertreten sein. Mit „Turandot“ wird sie eine der populärsten Opern des 20. Jahrhunderts inszenieren und mit „Chowanschtschina“ eines der faszinierendsten Werke des russischen Repertoires des 19. Jahrhunderts. In Kooperation mit dem Kurt Weill Fest wird Weills Erstlingsoper „Der Protagonist“ mit einer der berühmtesten Opern des italienischen Verismo: „Der Bajazzo“, inszeniert von Generalintendant André Bücker, zur Premiere gelangen. Eine klassische Operette, „Die Fledermaus“, „Die große Richard-Wagner-Gala“ und Mozarts „Così van tutte“ bereichern die Spielzeit im Musiktheater.
„Menschen unter Einfluss“ lautet das Motto im Schauspiel. „Menschen unter Einfluss“ – manipulierte Menschen Menschen abhängig von eigenen Zwängen, von anderen Menschen, von Geld, Macht, Liebe oder den Göttern – solcherart mehr oder weniger unfreies Leben wird betrachtet, erforscht und debatiert. Spannende Inszenierungen wie die Komödie „Tolles Geld“, die Uraufführung „Doktor Mabuse“, „Die Drei von der Tankstelle“, „Alter Ford Escord dunkelblau“, „Das Leben der Anderen“, „Woyzeck“, „Frau unter Einfluss“, „Landscape – Kritik der Liebe“ und „Verwandlungen – Metamorphosen“ werden auf die Bühne gebracht.
Im November und Dezember wird für Kinder und Jugendliche das Märchen „Die feuerrote Blume“ gezeigt.
Zwei große Ballett Premieren, inszeniert und choreografiert von Tomasz Kajdanski, werden unter dem Motto „Tiefe Treue“ für die Große Bühne entwickelt. Die Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung“ und das Trauerspiel „Die Nibelungen“ [mit Orchester] werden in Dessau zu sehen sein und die Sprache des klassischen Balletts um die Gestik des modernen Tanzes erweitern.
Abwechslungsreiche und spannende Konzerte, unter dem Motto „In weiter Ferne, so nah!“ bietet die Anhaltische Philharmonie, unter der Leitung von Generalmusikdirektor Antony Hermus. Musik aus den unterschiedlichsten Ländern und sogar aus dem Universum wird in acht Sinfonie- und zahlreichen Sonderkonzerten erklingen. Neben den Dirigenten am Haus, GMD Antony Hermus, den Kapellmeistern Daniel Carlberg und Wolfgang Kluge werden noch zwei hochkarätige Gäste am Dirigentenpult stehen: Shooting Star Charles Olivieri-Munroe und Russel N. Harris.
Viele junge, international gefeierte Solisten sind eingeladen, nach Dessau zu kommen, um ihre Künste zu zeigen.
„Vom Wachsen und Werden...“ ist das Motto für die kommende Spielzeit der kleinsten Sparte des Anhaltischen Theaters. Das Puppentheater wird mit drei Premieren in die neue Spielzeit gehen: „Malvine Dipelmoos erzählt...“, Mäuseken Wackelohr“ und „Peter und der Wolf“.
Aber auch eine Vielzahl an interessanten Projekten erwartet das Publikum. Ausführliche Informationen zu den Inszenierungen, den Projekten und Aktionen unter www.anhaltisches-theater.de/vorschau und im neuen Spielzeitheft.
19.05.2010, 12:51 | tags:
Diverses
, Finanzen
441
Pressemitteilung vom 19.05.2010
Mitglieder des Vorstands der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein diskutieren dramatische Haushaltslage der Stadt Dessau-Roßlau
Am Freitag, den 21. Mai 2010 besuchen Mitglieder des Vorstands der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein unter Leitung des Vorsitzenden Holk Freytag den Oberbürgermeister der Stadt Dessau-Roßlau, Klemens Koschig. Mit ihm gemeinsam wollen der Intendant des Hans Otto Theaters Potsdam, Tobias Wellemeyer, der Intendant der Neuen Bühne Senftenberg, Sewan Latchinian und der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon über die dramatische Haushaltslage der Stadt Dessau-Roßlau und die in diesem Zusammenhang geplanten Kürzungen bei den Theaterzuschüssen sowie mögliche Strategien zur Rettung des traditionsreichen Dessauer Theaters diskutieren. Im Anschluss an dieses Gespräch findet um 13 Uhr im Anhaltischen Theater im Foyer des Großen Hauses ein Pressegespräch statt.
18.05.2010, 15:58 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
439
Pressemitteilung vom 18.05.2010
„Klingender Park – Lustwandeln und doppelter Genuss...“
Am Pfingstsonntag, 23. Mai findet in den Wörlitzer Anlagen ein Nachmittag mit Musik und Poesie unter dem Titel „Klingender Park – Lustwandeln und doppelter Genuss...“ statt. Den Pfingstspaziergang zwischen 14 und 17 Uhr können die Besucher gewissermaßen im Vorübergehen und kostenlos verbinden mit dem Anhören eines Gedichts oder eines Musikstückes, dargeboten von Künstlern des Anhaltischen Theaters an den schönsten Stellen des Parks. Es wirken u.a. mit: Ensembles und Solisten der Anhaltischen Philharmonie, Dessauer Blechbläser (am Monument), Anhaltisches Streichquartett (am Gotischen Haus)
16.05.2010, 22:31 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
437
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 17.05.2010
Stimmgewaltiger Chor sorgt für denkwürdigen Auftritt
Was für ein Tag: Ein ganzes Theater voll glücklicher Menschen. Strahlende Zuschauer, aufgekratzte Sänger und über alle Maßen zufriedene Veranstalter. Das erste Scratch-Konzert in der Geschichte des Anhaltischen Theaters war einer der ganz großen Erfolge in dieser Spielzeit. Dass er eben dies werden würde, zeichnete sich schon am Samstagvormittag ab. Punkt zehn Uhr war das Parkett im Zuschauersaal gut gefüllt. Sortiert nach Stimmgruppen saßen dort mehr als 300 Sänger. Die Bühne gehörte zwei Männern: Kapellmeister Wolfgang Kluge am Klavier und Generalmusikdirektor Antony Hermus mit dem Taktstock in der Hand.
Hermus bringt Idee mit
Hermus hatte die Idee des Scratch-Konzertes aus Hagen nach Dessau mitgebracht. Dessen Prinzip ist schnell erklärt: Sänger und Sängerinnen, ob Laien oder Profis, studieren binnen eines Tages ein Chorwerk ein und bringen es am Abend zur Aufführung.
In Dessau-Roßlau und Umgebung ließen sich die sangesbegeisterten Anhalter schnell von diesem Konzept überzeugen. Mehr als 300 Frauen und Männer meldeten sich an, 100 Kinder und dazu der 40-köpfige Opernchor ließen eine singende Menschenmasse zusammen kommen, die man so in der Stadt noch nicht gehört hatte. Um die Qualität der Aufführung am Abend sollte es dabei gar nicht gehen. Es zählte der Weg dorthin, wie Hermus immer wieder versicherte. Das gemeinsame Singen, das gesellige Beisammensein seien die Hauptsache des Tages. Für alle Mitwirkenden sollte er Recht behalten. Manchem verging wohl die ganztägige Probe viel zu schnell. Wie es es dem Holländer gelang, die große Schar von Sängern zu motivieren, das war schlicht großartig.
Großartige Motivation
"Stellen sie sich vor, sie sind junge Mädchen und haben ihre erste Verabredung", so lockte er die Damen und schon war deren "Seht mich an, jungen man! lat mich iu gevallen!" ein einziges zartes Locken. "Holen Sie rechtzeitig Atem", riet er oder: "Warten sie nicht aufeinander, singen sie einfach, heute singt niemand falsch." Und falls doch: "Wenn es schief geht, dann sagen wir einfach wie faszinierend." Schief ging am Abend freilich nichts, nicht wenige staunten, welch hohe Qualität da stimmgewaltig über die Bühne kam.
"Wir haben ein gutes Gefühl", sagte schon zur Mittagszeit Kathrin Buchholz aus Berlin. Sie war beim Besucher einer "Lohengrin"-Vorstellung auf das Scratch-Konzert aufmerksam geworden und hatte eine Freundin überredet mitzumachen. In der Pause unterhalten sich die beiden Frauen mit Christine Rudolph aus Wuppertal, die für Scratch und die weiteren Vorstellungen beim Elbmusikfest nach Dessau gereist war.
"Für uns Laien ist das ein tolles Geschenk", so Kathrin Buchholz. "So etwas gibt es in Berlin nicht." Dabei war die Hauptstadt noch ein naher Ort, aus dem die Sänger anreisten. Holländer kamen zum Mitsingen, aus Hagen brachte ein Bus Teilnehmer, der "Ex Audi"-Chor aus Magdeburg machte sich mit einer Gruppe ebenso auf den Weg wie die hallesche Robert-Franz-Singakademie.
"Die Leute kamen aus allen Himmelsrichtungen", erzählte Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf, der vor allem mit der Organisation beschäftigt war. Die klappte vorzüglich, viel Lob gab es am Abend für die Betreuung und die Verpflegung. Großes leisteten freilich auch andere Abteilungen des Theaters in diesen vier Tagen des Elbmusikfestes. So musste die Technik des Hauses für jeden Abend die Bühne umbauen. Die Anhaltische Philharmonie war im Dauereinsatz. "Aber das macht ja Spaß, wir sind froh, wenn wir spielen können", sagte nach dem Konzert Jörn Kerber von den 1. Violinen. Wie ein Rockkonzert sei die Aufführung gewesen. Das Publikum fand das auch und bejubelte mit stehenden Ovationen alle Mitwirkenden. "Beifall ist unsere Droge", sagte Kerber.
Berauscht davon durften sich am Samstag ganz viele fühlen. Für die 100 Chorkinder, die Dorislava Kuntscheva einstudierte, floss der Kindersekt. Überwältigt dankte Generalintendant André Bücker den Solisten Angelina Ruzzafante, Hagen Matzeit und Wiard Witholt, allen Sängern und Musikern und jenen, die hinter den Kulissen zum Gelingen beigetragen hatten.
Jubelnd wurde eine Ankündigung kommentiert: Am 4. Juni 2011 wird es wieder ein Scratch-Konzert geben. Nach dem großen Erfolg dieser Erstauflage ist es freilich fraglich, ob die Ausmaße des Theaters dann noch ausreichen, um die Mitwirkenden auf der Bühne und die Zuschauer zu fassen.
11.05.2010, 18:08 | tags:
Diverses
434
Pressemitteilung vom 11.05.2010
Wo und wie entsteht Theater?
Das Große Haus des Anhaltischen Theaters kann bei einer Theaterführung sowohl am Freitag, 14. Mai um 17:30 Uhr als auch am Sonntag, 16. Mai um 15:30 Uhr erkundet werden. Der Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf und die Theaterpädagogin Imme Heiligendorf zeigen wie die große Illusion Theater funktioniert. Viele Geschichten wissen sie zu erzählen wenn sie die Besucher in die Requisite, den Kostümfundus, die Werkstätten und die Unterbühne führen. Was alles nötig ist, damit die Faszination Theater gelingt, wird mit diesem Blick hinter die Kulissen erlebbar.
Termine: 14. Mai 17:30 Uhr und 16. Mai 15:30 Uhr
Karten zu 5,- Euro und Informationen erhalten Sie an der Abendkasse und an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über
die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr |
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
11.05.2010, 16:49 | tags:
Diverses
433
Pressemitteilung vom 10.05.2010
Der Gartenreichsommer sticht in See
Im Mai stehen gleich zwei Wörlitzer Seekonzerte auf dem Programm des diesjährigen Gartenreichsommers. Am 15. Mai spielt das Berliner Imuya-Quartett unter dem Titel „Frühlingssinfonie“ Werke von Bach, Mozart und Brahms. Am 29. Mai wird das Vokalensemble „Quintate“ aus Dessau Musik vom romantischen Lied bis hin zum Filmschlager zum zweiten Seekonzert mit dem Titel „Irgendwo auf der Welt“ erklingen lassen. Interessenten treffen sich an beiden Samstagen 18 Uhr an der Gondelstation. Beide Veranstaltungen am 15. und 29. Mai werden zum Sonderpreis von jeweils 45 Euro angeboten. Im Preis enthalten ist eine Gondelfahrt mit Abendessen sowie ein Konzert.
Am 21. Mai findet ein weiteres Schlosskonzert innerhalb des Gartenreichsommers mit dem Titel „Lieder der Sehnsucht“ statt. Um 18:30 Uhr erklingen Werke von Clara und Robert Schumann im Schloss Mosigkau. Mit: Dörthe Maria Sandmann, Sopran und Armin Thalheim, Klavier.
Am Pfingstsonntag, 23. Mai findet in den Wörlitzer Anlagen ein Nachmittag mit Musik und Poesie unter dem Titel „Klingender Park – Lustwandeln und doppelter Genuss...“ statt. Den Pfingstspaziergang zwischen 14 und 17 Uhr können die Besucher gewissermaßen im Vorübergehen und kostenlos verbinden mit dem Anhören eines Gedichts oder eines Musikstückes, dargeboten von Künstlern des Anhaltischen Theaters an den schönsten Stellen des Parks. Es wirken u.a. mit: Ensembles und Solisten der Anhaltischen Philharmonie, Dessauer Blechbläser, Anhaltisches Streichquartett, Harfe und Schauspieler des Anhaltischen Theaters. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zum Gartenreichsommer finden Sie im Flyer „Gartenreichsommer 2010“ und unter www.gartenreichsommer.de.
01.05.2010, 00:04 | tags:
Diverses
418
Ute van der Sanden, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 30.04.2010
Max Raabe
Der Sänger hat sich als Solist neu gefunden
Wenn schon reduziert, dann richtig. Auf alles, was überflüssig wirken könnte, hat Max Raabe diesmal verzichtet: Instrumente, Dekoration, auch sängerische und liedgestalterische Möglichkeiten. So stehen am Mittwoch auf der großen leeren Bühne des Anhaltischen Theaters ein Flügel und ein Mikrofon, sonst nichts.
Der Saal ist voll, wie immer, wenn Max Raabe in Dessau auftritt. Das Publikum klatscht ihn heraus, vereinzelt fragen Flüsterstimmen nach dem Palastorchester. Erzählung ist alles, Spektakel nichts. Kein Zweifel, mit seinem ersten Soloprogramm wagt der Sänger eine wohl überlegte Publikumsbrüskierung - vom Risiko, die superlativisch ausgerichtete Unterhaltungsbranche mit einem stillen Liederabend zu versuchen, ganz abgesehen. Er gewinnt. Haushoch. Denn "Übers Meer" ist einfach exzellent gemacht. Ist ausgezeichnet gesprochen, gediegen gesungen - und zwar fast durchweg im Piano - und flankiert nur von den allernötigsten Bewegungen und akribisch platzierter Mimik.
Couplets und Schlager
Begleitet von seinem langjährigen Pianisten Christoph Israel, interpretiert Raabe Lieder, Couplets und Schlager der ausgehenden Weimarer Republik: Titel von Komponisten und Textdichtern wie Fritz Rotter, Hans May, Walter Reisch und Werner Richard Heymann, die ihrer jüdischen Herkunft wegen emigrieren mussten. Titel, die die großen Tragödien des Lebens hinter lustigen kleinen Begebenheiten verstecken.
Es ist ein Abend über die Liebe geworden - sehr leise und sehr intensiv, wehmütig, aber nicht larmoyant, mit wunderbar ironischem Subtext und süffisanten Anspielungen, wenn es um die Liebhaberei geht. Durch ein Augenzwinkern, einen Tonfall, eine kleine Zäsur verwandelt Raabe selbst das in Kunst, was zuvor Kitsch war. Mit großer Sorgfalt, vollkommen drucklos und stets auf gebührliche Distanz zum Mikro achtend, führt er seinen Bariton von der tiefen Bass- bis in die Countertenorlage. Ebenso butterweich ist das Timbre, das Christoph Israel den Oberstimmen des Klavierparts schenkt. In ihm hat Raabe einen kongenialen Partner gefunden. Einen, der seinen Perfektionsanspruch teilt.
Zwischen Klassikern wie "Liebesleid und Liebesfreud", "Ninon", "Stroganoff" und "Irgendwo auf der Welt" präsentiert das Programm zudem Ausgrabungen, die zu finden man tief in den Archiven wühlen muss. "Rotkäppchen" von Friedrich Holländer und weitere delikate Geschichten künden von einer erotisch ausschweifenden Zeit und ihrem feinen Humor. Das Lachen im Saal, das er provoziert, ist ein Gentleman-Lachen: Man genießt und schweigt.
Nur ein einziger Versprecher
Endlich, in der ersten Zugabe, passiert es. Der Beweis, dass in der konditionierten Kunstfigur mit dem pomadigen Haar und dem geölten Lächeln ein Mensch steckt: ein Versprecher! Der erste und einzige in zwei Programmstunden - auswendig vorgetragenen, wohlgemerkt, inklusive Autorenansagen. So kommt zur cleveren Konzertdramaturgie, die das Publikum in jähem Wechsel jauchzen und seufzen lässt, eine phänomenale Gedächtnis- und Konzentrationsleistung. Ja doch: Auf der Höhe seines Könnens, auf dem Gipfel seiner Popularität hat sich der Sänger Max Raabe neu erfunden.
Oder muss es treffender heißen: gefunden? Die Absenz des Palastorchesters nicht als Mangel erscheinen zu lassen, mag dabei die größte Hürde gewesen sein. Es hat nicht eine Sekunde lang fehlt.
Applaus, Applaus, Applaus!
27.04.2010, 14:20 | tags:
Diverses
413
Pressemitteilung vom 27.04.2010
Gartenreichsommer- ein Fest der Sinne
Am 9. Mai wird der diesjährige Gartenreichsommer mit einem Konzert traditionell im Wörlitzer Schloss eröffnet. Den ganzen Sommer hindurch, der im Zeichen von 10 Jahren UNESCO-Weltkulturerbe steht, erwarten die Besucher vielfältige Veranstaltungen in den Schlössern des Gartenreichs sowie in den verschiedenen Parkanlagen im Raum Dessau-Roßlau und Wörlitz.
Das Eröffnungskonzert „Variationen über Variationen“, das am Nachmittag des 9. Mai um
17 Uhr stattfindet, wird musikalisch von dem jungen israelischen Dirigenten, Komponisten und Cembalisten Uri Rom am Hammerflügel und dem renommierten Geiger Bernhard Forck gestaltet. Es erklingen Werke der Wiener Klassik von Mozart, Beethoven und Haydn. Anschließend sind die Besucher eingeladen, mit einem Glas Sekt auf den Gartenreichsommer 2010 und das UNESCO-Jubliäum im Schloss anzustoßen. Die Karten für dieses Sonntagnachmittagskonzert sind für 18,50 Euro pro Person erhältlich.
Zu den besonderen Höhepunkten zählen die 12 Seekonzerte, bei denen die Zuschauer auf einer abendlichen Gondelfahrt die musikalischen Aufführungen an den Ufern der Seen erleben können. Die beiden Veranstaltungen am 15. und 29. Mai werden zum Sonderpreis von jeweils 45 Euro angeboten. Im Preis enthalten sind die Gondelfahrt mit Abendessen und das Konzert. Für die Musik sorgen das Berliner Imuya-Quartett und das Vokalensemble „Quintate“ aus Dessau. Interessenten treffen sich an beiden Samstagen 18 Uhr an der Gondelstation.
Erstmalig heißt es am Pfingstsonntag, 23. Mai „Klingender Park – Lustwandeln und doppelter Genuss“. Die Besucher können ihren Pfingstspaziergang in den Wörlitzer Anlagen zwischen 14 und 17 Uhr gewissermaßen im Vorübergehen und kostenlos verbinden mit dem Anhören eines Gedichts oder eines Musikstückes, dargeboten von Künstlern des Anhaltischen Theaters an den schönsten Stellen des Parks.
Weitere Höhepunkte: Am Italienischen Bauernhaus präsentiert das Schauspielensemble des Anhaltischen Theaters am 4. Juni das einmalige Live-Hörspiel Schillers „Wilhelm Tell“.
Am 26. Juni laden Gesangsolisten und die Anhaltische Philharmonie Dessau zum Operettenkonzert „Schönes Italien“ auf die Insel „Stein“ ein. Empfehlenswert sind auch die Musikveranstaltungen in den historischen Festsälen, bei denen sich die Musik mit der dortigen Architektur und Bauweise verbindet. Insgesamt sieben Schlosskonzerte laden die Besucher in die Festsäle der Schlösser Luisium, Mosigkau, Oranienbaum und nach Wörlitz ein.
Der Gartenreichsommer wird veranstaltet von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Ringhotel “Zum Stein“ Wörlitz und der Agentur Cm Reimann Concert Management Berlin.
Nähere Informationen zum Programm finden Sie im Flyer „Gartenreichsommer 2010“ und unter: www.gartenreich.com.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über
die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr |
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
21.04.2010, 13:47 | tags:
Diverses
404
Pressemitteilung vom 21.04.2010
Max Raabe zu Gast im Anhaltischen Theater
Am 28. April 2010 um 20:00 Uhr gastiert Max Raabe mit seinem Solo-Konzert "Übers Meer" zwei Wochen nach der Premiere in München im Großen Haus des Anhaltischen Theaters. Stets steht er im Frack gewandet auf der Bühne, mal mit, mal ohne Palastorchester, gibt weltweit gefeierte Konzerte und interpretiert mit sanften Bariton, rollendem R und unbewegtem Gesichtsausdruck Chansons, Couplets und Lieder der Weimarer Ära. Mit kammermusikalischer Intensität entwirft Max Raabe diesmal in einem Solo Konzert ein akustisches Panorama der schillernden Gefühlswelt des Meeres als Sinnbild für Sehnsucht und Aufbruch, für Abschied und Heimweh. Konzentriert und variantenreich spannt die ebenso voluminöse wie präzise Baritonstimme Max Raabes den großen melodramatischen Bogen - heiter, elegisch und melancholisch.
Für das Konzert gibt es noch Restkarten.
Tickets und Informationen erhalten Sie an der Theaterkasse im Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr sowie über
die Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr |
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
19.04.2010, 22:12 | tags:
Diverses
401
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 20.04.2010
Kabale und ein bisschen Liebe
Auch wenn dieser Kornhausdialog recht harmonisch und hoffentlich ein Stück weit versöhnlich ausgeklungen ist, war er doch über weite Strecken geprägt von geschmäcklerischer Intoleranz, welche keineswegs auf Seiten derer lag, die im Fadenkreuz saßen. Am Ende mag die Wahrheit in der Mitte liegen.
"261 Tage in der 215. Spielzeit des Anhaltischen Theaters - Bürger diskutieren mit der Theaterleitung" titelte breit der Kornhausdialog, zu dem der Freundeskreis des Anhaltischen Theaters geladen hatte. Der Generalmusikdirektor greift in die Tasten, musiziert mit der Konzertmeisterin und dem Solocellisten. Da scheint die Sonne und Sonntag ist es sowieso.
Im Podium sitzen: Generalintendant André Bücker, Generalmusikdirektor Antony Hermus, Ballettdirektor Tomasz Kajdanski und Andrea Moses, leitende Regisseurin. Sie resümieren, sagen, dass sie in Dessau angekommen seien, loben die Tradition und die vorgefundene Leistungsstärke des Hauses. Hermus preist das Orchester so: "Aus dem Stab kommt keine Musik". Moses sagt, dass sie als Künstlerin schätze, wenn kontrovers diskutiert werde. Und übrigens sei "Lohengrin" nach der "Zauberflöte" die Oper, die in den letzten zehn Jahren am besten ausgelastet sei. Einige Inszenierungen werden im Schnelldurchlauf angesprochen und die Vorhaben der nächsten Spielzeit. Gerade spürt man, dass dieses Quartett einiges will und dieses in großer Natürlichkeit zu transportieren vermag, da wird es zum Abschuss frei gegeben.
Eine Frau hat ihr Abonnement gekündigt, weil sie befürchtet, dass sie fortan in Konzerten schunkeln müsse. Anlass sei die Gala zum Welttheatertag gewesen, die doch eigentlich nur eine komödiantische Wendung ins Heitere vollzog. Ein Mann fordert einen Spielplan nach dem Gesetz des Marktes, nach Angebot und Nachfrage. Dabei werden Kunst und Bildung mittels Steuergeldern finanziert, um sie frei zu stellen von Marktgesetzen. Er aber verliest Spielpläne anderer Häuser und fordert ein, was zuvor angekündigt wurde, und zwar einen weit gefächerten Spielplan mit "Die Fledermaus", "Der Bajazzo", "Turandot", "Così fan tutte", einer Wagner-Opern-Gala und zum Kurt-Weill-Fest "Der Protagonist". Das Schauspiel wird unter anderem Komödien zeigen, "Die Drei von der Tankstelle" und "Tolles Geld" von Alexander Ostrowski, das Ballett "Der Widerspenstigen Zähmung" und Wagner.
Dreimal muss Bücker äußern, dass er die Tradition des Hauses wert schätze, mehrmals, dass er das Publikum ernst nehme. Dabei spürt man doch deutlich, dass diese Theaterleitung auch Menschen ernst nimmt, nicht nur zahlende Erwerber von Eintrittskarten. Bücker muss sogar sagen, dass auch er schon "Im Weißen Rößl" inszeniert habe. Wer jetzt noch Lust auf zynischen Spaß hätte, könnte anmerken, oh Gott, wie tragisch. Aber komisch ist das alles nicht. Warum reagieren einige Theaterbesucher so, als seien sie persönlich beleidigt worden? Ein älterer Herr lobt und kritisiert detailliert. Er bedankt sich beim Generalintendanten dafür, "dass wir Sie sehen, dass Sie das Theater in der Öffentlichkeit vertreten" und beim Generalmusikdirektor dafür, "dass Sie uns zeigen, dass Musik auch Freude macht." Eigentlich ein schönes Schlusswort. Aber es ist still geworden im Podium.
11.03.2010, 21:41 | tags:
Diverses
339
Carla Hanus, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 12.03.2010
Aktionstag
Stadt wird bunte Bühne
Das Netzwerk «Gelebte Demokratie» ruft zur Teilnahme an Aktionen gegen Nazi-Aufmarsch auf
Schokoladenbrote und Tee wird es am Samstag für die Teilnehmer der Veranstaltung "Bunte Vielfalt statt brauner Ungeist" in der Schloßstraße geben. Das hat sich Steffen Reinsch für sein dortiges Büro der Ösa, Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt, überlegt. "Lieber Braun auf der Schnitte als Braun auf der Straße" ist das Motto für diesen Beitrag zum bunten Tag. Das ist nur eine von ganz verschiedene Ideen, die nach dem Aufruf des Netzwerkes "Gelebte Demokratie", Samstag in der Stadt Gesicht zu zeigen, zusammengekommen sind.
Mit dieser bunten Vielfalt und einer breiten Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger möchte das Netzwerk ein deutliches Zeichen für Weltoffenheit und gegen braunen Ungeist setzen. Wie bereits in den Jahren zuvor planen Rechtsextremisten einen so genannten Trauermarsch durch Dessau. Sie greifen dabei das Datum der heftigsten Bombardierung Dessaus im Zweiten Weltkrieg, den 7. März 1945 auf. - "Doch ohne den historischen Zusammenhang zu sehen", betont Oberbürgermeister Klemens Koschig, der sich gegen den Missbrauch des Gedenktages ausspricht und deshalb zur Teilnahme am Aktionstag aufruft.
Seine Position wird der Oberbürgermeister ebenso wie der Stadtratsvorsitzende Stefan Exner und der Kirchenpräsident Joachim Liebig während einer Kundgebung an der Friedensglocke darstellen. Für den Marktplatz kündigt das Netzwerk zudem einen "bunten Schüttelmix aus Meinung, Information, Musik und Kultur" an. Besonders freuen sich die Veranstalter über "Down Below". Die Dessauer Band, die u. a. aus Stefan Raabs Bundesvision Song Contest 2008 bekannt ist, wird ein halbstündiges Konzert geben. Auch die Karnevalisten wollen sich einbringen.
Für viele andere Angebote dient die Stadt als Bühne, die unter anderem das Anhaltische Theater nutzen wird. Im Schwabehaus heißt es ab 12 Uhr "Musik statt Gewalt", wenn lokale Gitarren-Heroes und Liedermacher auftreten. "Trompeten gegen Rechts" hat das Blasorchester des Kirchenkreises Dessau seinen Beitrag für Demokratie und Weltoffenheit genannt, bei dem es ab 13.30 Uhr Live-Musik in der Johanniskirche gibt. Und schließlich wird wie im vorigen Jahr zum demokratischen Kehraus gebeten.
22.02.2010, 12:19 | tags:
Diverses
, Finanzen
289
Pressemitteilung vom 22.2.2010
Protestakt vor dem Festakt
Die Stadt Dessau-Roßlau hat vor zwei Wochen auf seine Finanzmisere hingewiesen und eine 13,5 Millionen Euro umfassende Streichliste präsentiert, auf der Bibliotheken, Museen, Freibäder, kommunale Sporteinrichtungen, Sportvereine aber auch das Anhaltische Theater u.a. genannt werden.
Sollten diese Kürzungspläne realisiert werden, wäre der Niedergang der Stadt Dessau-Roßlau nicht mehr aufzuhalten.
In Anbetracht der drohenden Gefahr für die Lebensqualität in der Stadt und aus Sorge um eine Zukunftsperspektive sind alle Institutionen und Vereine der Stadt Dessau-Roßlau eingeladen, um mit einem „Protestakt vor dem Festakt“ auf kreative und lautstarke Weise ihre Haltung zu den Plänen der Stadt und zur Untätigkeit der Landes- und Bundespolitik zu artikulieren.
Das internationale Kurt Weill Fest wird am 26. Februar 2010 um 17 Uhr im Großen Haus des Anhaltischen Theaters eröffnet. Zum Festakt werden zahlreiche Vertreter der Landesregierung u.a. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, Botschafter sowie internationale Gäste aus Politik und Kultur erwartet. Um 16 Uhr werden Institutionen und Vereine der Stadt Dessau-Roßlau und die Mitarbeiter des Anhaltischen Theaters den „Protestakt vor dem Festakt“ auf dem Vorplatz des Theaters feiern.
Künstlerische Beiträge, aber auch Statements, die das Theater per Brief erreichen, sind herzlich willkommen. Diese werden ebenfalls auf einem dafür eingerichteten „Speakers` Corner“ öffentlich gemacht.
Alle Bürger der Stadt sind herzlich eingeladen und aufgefordert, sich zu beteiligen und ihre Haltung zu den Plänen der Stadt zu äußern.
18.02.2010, 07:25 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
284
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 18.02.2010
Musik für Kaffee im Salon
Salonorchester Papillon gibt Samstag im Theaterrestaurant 100. Konzert
Es wird sein wie immer. Das Theaterrestaurant füllt sich eine Stunde vor der Vorstellung. Kaffee und Kuchen werden bestellt und es wird geplaudert. Dazu erklingt Musik, vorgetragen von sieben Musikern: dem Salonorchester Papillon. Etwas Besonderes hat der Nachmittag am Sonnabend dieser Woche dann aber doch: Für das Orchester ist es der 100. Auftritt bei "Kaffee im Salon" um 15.45 Uhr. Mag sein, dass dies der einen oder anderen Dame, die zu den Stammzuhörern gehört, einen kleinen Gruß wert ist. Stammpublikum hat das kleine Ensemble, das sich aus Musikern der Anhaltischen Philharmonie zusammensetzt, reichlich. Gewachsen ist es in sechs Jahren, seit sich das Orchester 2003 gründete.
Die Anfänge für Musik in der klassischen Pariser Besetzung liegen jedoch schon sehr viel weiter zurück, erinnert sich Reinhard Gutte, der Klarinette und Saxophon spielt. Schon seit 1985 habe solch ein Orchester in wechselnden Besetzungen gespielt. 2002 gab es dann ein überaus erfolgreiches Faschingskonzert und daraus resultierend den Wunsch, fortan regelmäßig aufzutreten, eben als Salonorchester Papillon. 35 Titel hatte man zu Beginn im Repertoire, inzwischen ist dieses auf über 700 angewachsen. So griff Martin Schulze (Violine) auf Noten des Großvaters zurück, die er im Keller liegen hatte. "Der spielte schon in den 1920er Jahren in einem Caféhaus-Orchester", erzählt der Musiker. Und damals wie heute ist es eine ähnliche Bandbreite an Musik, die die Zuhörer erfreut. "Wir spielen eigentlich alles, außer bei Bebop würden wir vielleicht streiken", lacht Reinhard Gutte. Opern- und Operettenpotpourris erklingen, wenn Papillon auftritt, Märsche, Walzer, Schlager, Tangos bis hin zu Arrangements von Wagner-Stücken hat man im Programm.
Bei der Reihe "Kaffee im Salon" stimme man das Programm direkt auf die sich anschließende Vorstellung auf der Bühne ab. Dass sich bei diesen Auftritten das Publikum unterhält, die Musik bei Kaffee und Kuchen praktisch nebenbei konsumiert, stört die Papillon-Musiker wenig. "Das ist so gewollt. Wenn das Restaurant voll ist, muss man allerdings schon etwas an dynamischer Stärke dazu geben", sagt Martin Schulze.
Der Geiger und der Klarinettist wie auch die anderen Musiker lieben an ihrer Besetzung im Salonorchester eines ganz besonders: "Jeder ist hier Solist", sagt Gutte. "Es ist ein selbstbestimmtes Musizieren mit Kollegen mit denen man sich gut versteht", ergänzt Martin Schulze. Bis zu 15 Konzerte geben sie pro Spielzeit im Theaterrestaurant, dazu kommen außerhalb des Dessauer Hauses seit der Gründung noch einmal 60 Konzerte in der Region bis hin zum Gastspielort Winterthur. "Wir sind sehr flexibel und können dort auftreten, wo ein großes Orchester nicht hinkommt", sagt Reinhard Gutte. Für den Auftritt am Sonnabend habe man sich Höhepunkte des Programms heraus gesucht. Derart beschwingt von Salonmusik können die Besucher dann nahtlos in die Vorstellung der Operette "La Périchole" um 17 Uhr wechseln.
17.02.2010, 17:29 | tags:
Musiktheater
, Anhaltische Philharmonie
, Diverses
281
Pressemitteilung vom 17.02.2010
KLANG-KOSMOS DESSAU / Elbmusikfest 2010
Vier Aufführungen an vier aufeinander folgenden Tagen
Das Anhaltische Theater Dessau nimmt in seiner 215. Spielzeit die Tradition der Elbmusikfeste, einem Vorläufer der Anhaltischen Musikfeste, wieder auf und veranstaltet am Himmelfahrtswochenende 2010, vom 13. bis zum 16. Mai, nach einer Unterbrechung von 175 Jahren das nunmehr zweite in Dessau stattfindende Elbmusikfest. Für die regionale Entwicklung des Chorwesens im 19. Jahrhundert hatten die Elbmusikfeste eine große Bedeutung.
Diese Tradition, Sänger und Chöre zusammenzuführen, soll mit dem Elbmusikfest wiederbelebt und gestärkt werden.
An vier aufeinander folgenden Tagen werden zwei Inszenierungen des Musiktheaters und eine Inszenierung des Balletts gezeigt sowie ein SCRATCH-KONZERT aufgeführt.
„SCRATCH“ heißt diese Form deshalb, weil man „from scratch“, also bei Null anfängt und innerhalb eines Tages das Werk zur Aufführung bringt. Die Idee des SCRATCH-KONZERTES besteht darin, mit einem Chor aus Hobby-Sängern innerhalb von 24 Stunden Carl Orffs Chorwerk »Carmina Burana« einzustudieren und das Ergebnis in einer öffentlichen Aufführung zu präsentieren. Der Weg ist dabei das Ziel. Mitmachen kann jeder, der Spaß am Singen hat. Erfahrung im Chorgesang ist natürlich von Vorteil, eine individuelle Vorbereitung erwünscht.
Jeder Mitwirkende muss im Besitz einer Teilnehmerkarte sein, die an der Theaterkasse Rathaus-Center gegen eine Gebühr von 10,- Euro (Ermäßigungsberechtigte 5,- Euro) erworben werden kann. Die Theaterkasse nimmt gleichzeitig die ebenfalls notwendigen schriftlichen Anmeldungen entgegen.
Die Anmeldung für die Teilnahme an diesem Projekt läuft bereits – Anmeldeschluss ist der 22. April. In der Teilnahmegebühr enthalten ist eine Versorgung mit Speisen und Getränken während der Probenpausen am 15. Mai. Selbstverständlich können die Karten auch über das Internet bestellt werden.
Das benötigte Notenmaterial muss jeder Teilnehmer selbst besorgen. Chorpartituren [16,95 Euro] oder Klavierauszüge [39,95 Euro] sind im Fachgeschäft »Musik-Erber« in der Askanischen Straße 55, in 06842 Dessau-Roßlau erhältlich.
Am Freitag, d. 14. Mai finden von 19 - 21 Uhr separate Stimmproben [Teilnahme freiwillig] statt.
Die Gesamtchorprobe mit Klavier findet am Sonnabend, d. 15. Mai von 9:30 - 12:30 Uhr und eine Generalprobe mit Solisten und Orchester um 14 - 17 Uhr statt.
Am 15. Mai, um 19 Uhr lädt das Anhaltische Theater zum Konzert ins Große Haus.
Ausführliche Informationen zum Scratch-Konzert unter www.anhaltisches-theater.de/scratch, mehr Informationen zum Elbmusikfest 2010 unter www.anhaltisches-theater.de/elbmusikfest
- Mai – 16. Mai 2010
KLANG-KOSMOS DESSAU / Elbmusikfest 2010
Vier Aufführungen an vier aufeinander folgenden Tagen
Eröffnung: Donnerstag, 13. Mai 2010, 18 Uhr RICHARD WAGNER LOHENGRIN
Anhaltisches Theater, Großes Haus
Freitag, 14. Mai 2010, 19 Uhr LULU BALLETT VON TOMASZ KAJDANSKI (MIT ORCHESTER), Anhaltisches Theater, Großes Haus
Samstag, 15. Mai 2010, 19 Uhr CARMINA BURANA SCRATCH-KONZERT, Anhaltisches Theater, Großes Haus
Sonntag, 16. Mai 2010, 17 Uhr DANIEL-FRANÇOIS-ESPRIT AUBER
DIE STUMME VON PORTICI / LA MUETTE DE PORTICI, Anhaltisches Theater, Großes Haus
Tickets und Informationen erhalten Sie unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
17.02.2010, 16:43 | tags:
Diverses
280
Einladung der Stiftung Bauhaus Dessau zur Podiumsdiskussion am 21.02.2010 um 14 uhr im Bauhausgebäude
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor einigen Tagen hat die Stiftung Bauhaus Dessau zum "open bauhaus" am 21.
Februar in die Gropiusallee 38 eingeladen. Wir hatten uns auf einen großen
"Dessau-Tag" in unserer Ausstellung "bauhausstadt" gefreut, einen Tag, an
dem wir die Bürger dieser Stadt ins Gespräch über Dessau-Roßlau, über das
Erbe und die Perspektiven bringen wollten. Dieses Gespräch hat durch die
Nachrichten der letzten Tage unerwartete Brisanz erhalten: Die Stadt hat
drastische Haushaltskürzungen angekündigt, die insbesondere das
Kulturangebot in Dessau-Roßlau empfindlich treffen werden.
Wir halten diese Entwicklungen für dramatisch; und ein "Dessau-Tag", der sie
ignoriert, wäre in unseren Augen weder angemessen, noch ehrlich. Deshalb
haben wir uns entschlossen, die Idee des Stadtgesprächs ernst zu nehmen und
die Aula des Bauhausgebäudes am Sonntag, den 21. Februar 2010 gegen 14 Uhr
zu öffnen: für ein offenes Gespräch zwischen Bürgern, Protagonisten und
Nutznießern der Kultur in Dessau-Roßlau.
Dazu möchten wir Sie gerne einladen ¬ wir würden uns freuen, mit Ihnen über
die kulturelle Zukunft der Stadt zu sprechen. Diskutieren Sie gemeinsam mit
Vertretern der Stadt, verschiedener Institutionen, den Bürgern und uns über
finanzielle Notwendigkeiten und den Stellenwert der Kultur in einer
schrumpfenden Stadt.
Mit freundlichen Grüßen
Regina Bittner, Vizedirektorin der Stiftung Bauhaus Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau
Tel.0049-340-6508337
Stiftung Bauhaus Dessau ( Stiftung öffentlichen Rechts) Gropiusallee 38 D
06846 Dessau-Roßlau
vertreten durch den Direktor und Vorstand Professor Philipp Oswalt
Tel.: 49 340 6508-250
Fax: 49 340 6508-226
E-Mail: service@bauhaus-dessau.de
16.02.2010, 14:49 | tags:
Diverses
278
Pressemitteilung vom 16.02.2010
Kaffee im Salon zum 100. Mal!
„Kaffe im Salon“ feiert am 20. Februar ein Jubiläum. Zum 100. Mal lädt das Anhaltische Theater ab 15:45 Uhr ins Theaterrestaurant zu dieser beliebten Veranstaltungsreihe ein. Neben Kaffee und Kuchen wird das Salonorchester „Papillon“ die Zeit der Wiener Kaffeehäuser lebendig werden lassen.
Im Anschluss, um 17 Uhr gibt es eine weitere Vorstellung der Operette „La Périchole“, eines der Hauptwerke Jacques Offenbachs voller Witz und überquellendem Melodienreichtum. Gespielt wird eine neue deutsche Textfassung von Stefan A. Trossbach mit Dialogen von Peter Ensikat. Ulrike Mayer, die schon zur Premiere umjubelte Interpretin der Titelrolle, wird wieder als Périchole zu erleben sein, um deren Gunst David Almen alias Piquillo und Kostadin Arguirov als Don Andrès werben.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr |
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr |
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
15.02.2010, 16:50 | tags:
Musiktheater
, Diverses
, Neue Formate
274
Pressemitteilung vom 15.02.2010
Oper Verstehen – Die Geschichte der Oper in 24 Teilen
[Teil 1] Die Florentiner Camerata und Claudio Monteverdi
Wie ist die Kunstform Oper entstanden? Wieso wird in der Oper manchmal gesprochen? Was ist ein Secco-Rezitativ? Wenn Sie sich für Oper interessieren, aber die eine oder andere unbeantwortete Frage haben, sind Sie bei Oper-Verstehen genau richtig.
Heribert Germeshausen [Leitender Musikdramaturg/ Operndirektion] wird einmal monatlich in dieser musikhistorisch chronologisch angelegten Reihe über die Entstehung des Musiktheaters sprechen. Zahlreiche Musikbeispiele, teils vom Tonband, teils live von Ensemblemitgliedern dargeboten, dienen der plastischen Veranschaulichung des Vortrags.
Die Reihe ist auf 24 Sitzungen und drei Spielzeiten konzipiert, beginnt bei der Florentiner Camerata
14.02.2010, 23:02 | tags:
Spielzeit
, Diverses
273
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 15.02.2010
Mit Wagners Ring ein Zeichen setzen
Freundeskreis Anhaltisches Theater schaut auf 2009 und auf drohende Sparmaßnahmen
"Eine Stadt macht sich nicht nur an ihrer Verwaltung fest, sondern auch an ihren kulturellen Einrichtungen. Die vorgestellte Prüfliste aber würde das Ende der Stadt Dessau-Roßlau bedeuten." Nachdenklich stimmende Worte fand Oliver Thust am Samstagnachmittag, als er im Anhaltischen Theater die Mitgliederversammlung des Freundeskreises des Dessauer Theaters eröffnete. Gut 50 Mitglieder des Vereins waren dorthin gekommen, mehr als sonst, was wohl auch der aktuellen Situation geschuldet war, denn die Prüfliste der Verwaltung zu möglichen Einsparungen (die MZ berichtete) bewegt auch die Theaterfreunde.
Vorschnelle Aktionen wollte Thust, der Vorsitzende des Freundeskreises, in dieser Versammlung jedoch nicht präsentieren. "Ich rufe den Freundeskreis und das Publikum auf, in einer breiten öffentlichen Debatte gegen die Sparmaßnahmen anzutreten", sagte er. Der Vorstand werde in den kommenden Wochen über das weitere Vorgehen beraten.
Die folgende Stunde im Theaterrangfoyer gehörte den Rechenschafts- und Kassenberichten des Vereins mit 287 Mitgliedern. Thust berichtete den Zuhörern von den Veranstaltungen des vergangenen Jahres, zu denen traditionell die Luisium-Konzerte gehörten. Man habe zudem mit einer Broschüre und einer Ausstellung das Wirken Johannes Felsensteins gewürdigt, ein Improvisationsprojekt für Kinder der evangelischen Grundschule unterstützt und die Werbemaßnahmen zum Eröffnungswochenende der neuen Spielzeit bezuschusst. Theaterstammtische und Kornhausdialoge hat der Freundeskreis ausgerichtet und in fünf Theaterbriefen über die Vereinsaktivitäten informiert.
Schatzmeisterin Ingeborg Arnold berichtete von der finanziellen Situation des Vereins und von einzelnen Ausgabe- und Einnahmeposten, zu denen auch Spenden über mehr als 1 000 Euro gehören. Im laufenden Jahr wird der Freundeskreis mit 500 Euro einen Kompositionsauftrag unterstützen und damit beginnen, für ein großes Vorhaben des Dessauer Theaters Rücklagen zu bilden. Dafür geworben hatte Generalintendant André Bücker.
Bücker, selbst Freundeskreis-Mitglied, berichtete davon, dass die Bühne in den Spielzeiten 2011 / 12 und 2012 / 13 plant, Richard Wagners "Ring des Nibelungen" mit den Opern "Das Rheingold", "Die Walküre", "Siegfried" und "Götterdämmerung" aufzuführen. "Kein anderes Theater in Mitteldeutschland ist dafür so prädestiniert, wie das Dessauer Haus. Unser Ring soll gerade in diesen finanziell schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen", sagte er. "In Dessau muss es ein Wiedersehen mit dem Ring geben", so Bücker, der den Zyklus ein Projekt nennt, das "die Bürger der Stadt um ihr Theater scharen kann". Die Vereinsmitglieder entschieden sich mehrheitlich dafür, jährlich 1 700 Euro an Rücklagen zu bilden, um dieses große Vorhaben umzusetzen.
Vielen Theaterfreunden zu kurz geriet der sich anschließende Tagesordnungspunkt, der Diskussionsmöglichkeiten anbot. Nicht zufrieden mit dem Spielplan zeigte sich da beispielsweise Karl-Heinz Koppitz. "Die Mischung ist mir zu einseitig, es fehlen Spieloper und Musical", bemerkte er. Der Generalintendant hielt dem entgegen, dass er sich gemeinsam mit der neuen Leitung um einen ausgewogenen Spielplan bemüht habe. Allein zwei Musical-Produktionen gäbe es in dieser Spielzeit. Zwar fehle tatsächlich die Position einer Spieloper, aber mit dem "Maskenball" und großer französischer Oper stünden Premieren bevor, die der Bedeutung des Theaters als große Musiktheaterbühne gerecht würden. "Uns ist es niemals darum gegangen, das Dessauer Publikum auszutauschen. Wir haben versucht, einen Spielplan zu entwerfen, der eine Logik - auch aus den Traditionslinien des Hauses heraus - enthält", sagte Bücker.
Ein leidenschaftliches Plädoyer für das Theater schloss sich von dessen Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf an. "Wir müssen alle zu unserem Theater stehen", mahnte er die Theaterfreunde, die ihren Verein schließlich mit eben diesem Ziel 1994 gründeten. Landgraf machte noch einmal deutlich, dass der neue Intendant Generalmusikdirektor Antony Hermus ebenso in die Stadt holte wie neue Sänger und Darsteller oder auch den Ballettchef. Bücker habe die Gastspielorte Schweinfurt und Winterthur besucht, sein Vorgänger habe dies nie getan. Wenn in wenigen Wochen Opernstar Leo Nucci in Dessau auftrete, dann sei dies auch der jetzigen Intendanz zu danken. Mit Auslastungszahlen der vier Lohengrin-Aufführungen von 728 Besuchern im Durchschnitt belegte Landgraf zudem die hohe Akzeptanz durch das Publikum. "In meiner Amtszeit wurde das nur durch die Zauberflöte übertroffen."
Die Runde war sich einig, in einem nächsten Kornhausdialog André Bücker einzuladen. Der sicherte dem Freundeskreises zu, gemeinsam zu überlegen, mit welchen Aktionen man die Dessauer Bühne unterstützen kann, um die drohenden Finanzkürzungen abzuwenden. "Es geht dabei jedoch nicht nur um das Theater, sondern auch um die Lebensqualität in dieser Stadt. Ich würde mir einen Schulterschluss zwischen allen kulturellen Einrichtungen und deren Freundeskreisen wünschen", sagte Bücker.
14.02.2010, 10:58 | tags:
Musiktheater
, Diverses
272
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 11.02.2010
Ein Podium für die Verwandlungen
Weill-Gesellschaft stellt das Fest-Programm in der Landesvertretung in Berlin vor
Das Kurt-Weill-Fest rührt die Werbetrommel in Berlin. Wenige Tage bevor das 18. Musikfest, das den Dessauer Komponisten in seiner Geburtsstadt ehrt, am 26. Februar eröffnet wird, luden die Veranstalter in dieser Woche traditionell in die sachsen-anhaltische Landesvertretung in der Hauptstadt ein, um dort das Programm vorzustellen.
Mit Festintendant Michael Kaufmann, Theaterintendant André Bücker und Philipp Oswalt, dem Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, lernten die zahlreichen Besucher im Dessau-Saal gleich drei neue Akteure der Stadt kennen, die die Geschicke der drei großen Kultur-Leuchttürme leiten. Man sei freilich "weit davon entfernt, nur ein Podiumtrio zu sein", formulierte es André Bücker. Das gemeinsame Arbeiten an Programmen und Aktionen habe sich von den Köpfen der Institutionen längst bis in die Arbeitsebenen verfestigt.
Deutlich macht sich dies auch im Programm des Weill-Festes, das dessen Intendant Michael Kaufmann angesichts der Fülle von über 40 Veranstaltungen an zehn Tagen vom 26. Februar bis zum 7. März nur in Ausschnitten näher vorstellen konnte. "Mein Vorgänger Clemens Birnbaum hat dieses Fest erfunden und geplant. An mir ist es, alle Kraft darin zu setzen, es zu einem Erfolg werden zu lassen und die Weichen für die Zukunft zu stellen", sagte Kaufmann. "New Art is True Art", der Titel der 18. Fest-Auflage, inkludiert gleich zwei Uraufführungen. "Zwei Kompositionsaufträge zu vergeben, ist für ein so kleines Festival wie das unsrige sehr bedeutend und zeugt von Mut zum Risiko", so Kaufmann.
Die bereits ausverkaufte Uraufführung von Moritz Eggerts "Bordellballade. Ein Dreigroscherlnstück" im Bauhaus und die gut gebuchte Fest-Eröffnung mit Helmut Oehrings "Die WUNDE Heine" gespielt vom Ensemble Modern seien indes Beweis, dafür, dass die "fantastische Entscheidung bei der Programmplanung richtig getroffen wurde". Da sich beide Komponisten auf Weills "Mahagony Songspiel" beziehen, würden sich spannenden Lesarten ergeben.
Den szenischen Höhepunkt des Weill-Festes verortete Michael Kaufmann im zweiten Fest-Wochenende mit der Premiere von "One Touch of Venus" am Anhaltischen Theater. Das Konzert des MDR-Sinfonieorchesters sei zudem von Clemens Birnbaum als inoffizielle Ouvertüre zur Internationalen Bauausstellung 2010 gedacht, die ab April in Dessau beginnt. Damit kamen auch die Kooperationspartner des Festes ins Boot, die zur Podiumsrunde gehörten. "Diese Zusammenarbeit ist für uns schiere Notwendigkeit", erklärte Michael Kaufmann. Kooperation hätte das Fest gewissermaßen im Geburtsgen verankert.
Die Aktion "Jetzt wird gedessauert!" kam zur Sprache und der langwierige Prozess, auch die Bevölkerung vom Sinn derartiger Zusammenschlüsse zu überzeugen. Außerhalb Dessaus wird auf solche Initiativen freilich mit großem Wohlwollen geblickt. "Was hier passiert, war lange überfällig", sagte in Berlin Patricia Werner, die als stellvertretende Geschäftsführerin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung die weibliche Seite und gleichermaßen die der Förderer vertrat. "Verwandlungen sind ein Thema, das uns interessiert, und genau dies passiert gerade in Dessau. Unser Geld kann für sich nichts bewirken, erst wenn es auf Partner trifft, die es verwandeln, passiert etwas", so Werner. Sie ließ - ohne konkret zu werden - verlauten, dass bereits Gespräche über künftige Projekte laufen, die die Sparkassenstiftung unterstützen will.
05.02.2010, 10:46 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
256
Pressemitteilung vom 05.02.2010
Wunschkonzert im Anhaltischen Theater
Erstmals lädt das Anhaltische Theater am Sonntag, d. 25. April, um 17 Uhr zu einem Wunschkonzert mit dem Titel „Frühling in Wien“ im Großen Haus ein.
Unter der Leitung von Daniel Carlberg bringt die Anhaltische Philharmonie gemeinsam mit Gesangssolisten bekannte Werke Wiener Komponisten zu Gehör. Mozart und Schubert dürfen ebenso wenig fehlen wie die Mitglieder der Strauß-Dynastie mit Stücken wie dem „Frühlingsstimmen“-Walzer oder der „Krapfenwaldl“-Polka. Eine Besonderheit dieses Konzertes besteht darin, dass die Besucher einige Programmpunkte im Vorfeld selbst auswählen können.
Nähere Informationen finden Sie in unserem Flyer „Frühling in Wien“ sowie auf der website des Theaters unter http://www.anhaltisches-theater.de/fruehling_in_wien.
Einsendeschluss für alle Musikwünsche ist der 12. April 2010. Unter den Einsendern werden 3 Gutscheine für je 2 Personen für eine Vorstellung freier Wahl verlost.
Karten zu den üblichen Konzertpreisen unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
05.02.2010, 10:36 | tags:
Musiktheater
, Anhaltische Philharmonie
, Diverses
255
Pressemitteilung vom 05.02.2010
Weltstar Leo Nucci in Dessau
Erster Auftritt in Deutschland seit über 20 Jahren und einziger Deutschlandauftritt 2010
Seit seinem Debüt an der Mailänder Scala 1977 zählt er zu den größten seines Faches. Leo Nucci kann auf eine einzigartige, über 30 Jahre währende Weltkarriere zurückblicken, die ihn an die Zentren des internationalen Opernbetriebes führte: Salzburger Festspiele (mit Herbert von Karajan), Metropolitan Opera New York (mit James Levine), Mailänder Scala (mit Claudio Abbado, Riccardo Muti), Wiener Staatsoper, Opernhaus Zürich, Teatro Regio di Parma.
Erstmals seit Ende der 1980er Jahre tritt Leo Nucci wieder in Deutschland auf: Am Anhaltischen Theater Dessau, das sich 2010 Nucci mit Mailand, Wien, Parma und Zürich teilt. Begleitet von der Anhaltischen Philharmonie Dessau unter der Leitung von GMD Antony Hermus singt Leo Nucci Höhepunkte aus seinem Repertoire.
In der Großen Operngala am 10. Mai, um 20 Uhr im Großen Haus werden Ausschnitte u.a. aus „La Traviata“, „Un Ballo in Maschera“, „Rigoletto“, „Macbeth“, „Nabucco“, „Don Carlo“, „Andrea Chenier“ erklingen. Das Konzert ist als Benefizkonzert zugunsten der Theaterstiftung ausgewiesen. Mit jedem Kauf eines Tickets unterstützen Sie also maßgeblich künftige künstlerische Vorhaben des Theaters, die durch die Stiftung finanziell unterstützt werden.
Der Auftritt Leo Nuccis in Dessau wird ermöglicht durch die Associazione „Viva Verdi“, insbesondere durch deren Präsidentin Ursula Riccio aus Nürnberg.
Tickets und Informationen unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
05.02.2010, 08:40 | tags:
Diverses
253
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 05.02.2010
Luftfahrt
Dessau erhält Stiftung für Hugo Junkers
Enkel zieht Institution aus München ab
Bernd Junkers, Enkel des Luftfahrt-Pioniers und Industriellen Hugo Junkers (1859-1935), hat die von ihm gegründete Stiftung aus München nach Dessau verlegt. Wie er bei den Feierlichkeiten zum 75. Todestag seines Großvaters mitteilte, soll die mit einem sechsstelligen Grundkapital ausgestattete Stiftung die Forschung zu Leben und Werk von Hugo Junkers unterstützen und das Andenken an seine technischen Innovationen wach halten.
Ergänzt wird die Stiftung um eine ebenfalls von Bernd Junkers stammende Großspende, die bislang bei der Stadt Dessau-Roßlau hinterlegt war. Der Stifter begründete seine Entscheidung damit, dass das Deutsche Museum München als bisheriger Stiftungssitz den 150. Geburtstag seines Großvaters im vergangenen Jahr ignoriert habe, während in Dessau aus diesem Anlass ein umfangreiches Programm stattfand. Zudem habe ihn die positive Entwicklung im Dessauer Technikmuseum sowie generell in der Stadt überzeugt - auch in der Stiftung Bauhaus, im Anhaltischen Theater sowie beim Kurt-Weill-Fest. Dieser Aufbruchstimmung wolle er nun mit dem Umzug seiner 1990 ins Leben gerufenen Stiftung einen zusätzlichen Impuls verleihen.
Bernd Junkers, dessen Stiftung gemeinsam mit dem Luftfahrt-Presse-Club alljährlich auch den Hugo-Junkers-Preis vergibt, präsentierte auf der "Langen Nacht" am Mittwochabend Ausschnitte aus den teilweise noch unveröffentlichten Notizen seines Großvaters.
Dieses Konvolut, dessen Transkription für die Jahre 1911 bis 1935 rund 7 000 Schreibmaschinenseiten umfasst, wird derzeit für eine Computer-Recherche vorbereitet und soll dann zu Forschungszwecken zur Verfügung stehen. Laut Bernd Junkers werden diese Notizen auch neue Erkenntnisse über die Persönlichkeit von Hugo Junkers zu Tage fördern, die in eine Biografie des Flugzeugbauers einfließen sollen.
Internetseite von Bernd Junkers:
www.junkers.de
04.02.2010, 17:11 | tags:
Schauspiel
, Diverses
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Pressemitteilung vom 04.02.2010
Das Anhaltische Theater sucht spielfreudige Dessauer über 65 für eine außergewöhnliche Schauspielinszenierung im Alten Theater
Carmen Kittel oder Ich wünsch mir Sonnenstrand
Im Rahmen des Projekts „Wanderlust und Reisefreiheit“ wird das Schauspielensemble zusammen mit fünf Dessauer Rentnern und Regisseur Niklas Ritter das Kultstück „Carmen Kittel“ des in dieser Stadt geborenen Schriftstellers Georg Seidel am 7. Mai, im Alten Theater zur Aufführung bringen.
Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die nach einer Heimkindheit in den Arbeitsalltag der beginnenden 80er Jahre der DDR entlassen wird. Sie arbeitet, sie lernt einen Mann kennen, sie verliebt sich. Als sie unverhofft schwanger wird, geraten ihr Leben und ihre Träume aus den Fugen. Carmen ist unfähig sich anzupassen und verstrickt sie sich mehr und mehr in ihr Unglück... .
Dessauer Bürger und junge Darsteller werden gemeinsam auf der Bühne stehen und sich anhand des Schicksals Carmen Kittel erinnern: An eigene schöne und traurige Geschichten und an die Zeiten, als wir von Sonnenstrand träumten...
Probenzeitraum: 29.03. bis 07.05. 2010
Wer Lust hat in dieser Inszenierung mitzuwirken wendet sich bis zum 28. Februar 2010 per Post an:
Anhaltisches Theater Dessau
Dramaturgie - Schauspiel
Friedensplatz 1 a
Dessau-Roßlau
06844
02.02.2010, 18:11 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
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Pressemitteilung vom 02.02.2010
Außergewöhnliche musikalische Talente stellen sich vor
Nachdem am 10. Januar eine Patenschaftsvereinbarung zwischen der Musikschule Dessau-Roßlau und der Anhaltischen Philharmonie unterzeichnet wurde, mit der die bereits bestehende vielfältige Zusammenarbeit auf eine dauerhafte vertragliche Basis gestellt worden ist, gibt es am 6. Februar um 18 Uhr im Theater ein gemeinsames Konzert der Philharmonie mit dem Orchester und Preisträgern der Musikschule. Das Motto lautet „FESTE FEIERN“. Eine Reihe ausgesuchter junger Talente, alle Schüler der Musikschule Dessau-Roßlau, erhalten die Möglichkeit, ihr musikalisches Können auf höchstem Niveau und ihre Begeisterung für ihre Instrumente zu zeigen.
Zu hören sind Kompositionen von Tschaikowski, Kabalewski, Weber, Fauré, Sarasate, Schostakowitsch, Haydn und Rossini/Respighi. Als Solisten wirken mit: Tabea Korsowsky (Violine), Florian Marcy (Klarinette), Anh Quan Dao (Violine), Cornelius Tamm (Klavier) und Philipp Jekal (Bariton).
Das Konzert steht unter der Leitung der Dirigenten Daniel Carlberg und Friedemann Neef. Es moderiert Ronald Müller.
Tickets und Informationen erhalten Sie unter: Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr | Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr | Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
02.02.2010, 10:54 | tags:
Diverses
, Pressestimmen
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 02.02.2010
Tanzgeschichten machen die Runde
Ballettmitglieder der vergangenen Jahrzehnte treffen sich in großer Runde und erinnern sich
Es gibt Küsse und Umarmungen, Erstaunen und manchmal auch eine Freudenträne zum Wiedersehen. Vor allem aber gibt es jede Menge Gesprächsstoff, als sich am Sonnabend im Anhaltischen Theater Tänzerinnen und Tänzer wiedersehen, die in den vergangenen Jahrzehnten im Ballettensemble getanzt haben.
Kaum ist an diesem Tag der Schlussapplaus für die Ballettaufführung von "Lulu" verklungen, da sammeln sich Männer und Frauen im Bühnenbild. Die jungen Tänzerinnen und Tänzer dürfen diesmal noch nicht in die Garderoben zum Umziehen und Abschminken. Eine große Menge formiert sich für ein Gruppenfoto.
Ines Becker dirigiert die Frauen und Männer, Margit Kraska steht mitten in der großen Gruppe. Die beiden ehemaligen Tänzerinnen sind die Organisatorinnen dieses großen Treffens und haben auch währenddessen alle Hände voll zu tun. Namenszettel werden verteilt, auf einer Liste wird abgestrichen, erst nach der Vorstellung im Theaterrestaurant kommen sie ein wenig zur Ruhe und können sich über Blumen freuen, die es von Tanzkolleginnen als Dankeschön gibt.
"Es sind um die 80 Teilnehmer", sagt Ines Becker, die im Künstlerischen Betriebsbüro des Theaters arbeitet. Sie blickt zufrieden in die Runde. Schnell waren an diesem Abend im Restaurant die Tische zusammengeschoben - und nun sitzt man - nahezu nach Jahrzehnten getrennt - und tauscht sich aus. "Das mischt sich später noch", ist Margit Kraska sicher. Vorerst aber gibt es eine Runde mit Tänzern, die in den 1960er Jahren in Dessau engagiert waren, die 70er bilden eine Gruppe und auch die aus den 80er Jahren.
Nur für Erika Müller gibt es keinen Extratisch. Müller ist mit 82 Jahren die älteste Teilnehmerin. Als Erika Brandes tanzte sie gleich nach Kriegsende auf der Dessauer Bühne, heiratete den Regisseur Werner Müller und lebt noch heute in der Stadt. Wann immer es geht, besucht sie auch heute noch Vorstellungen im Anhaltischen Theater. "Das Ballett war ganz fantastisch choreografiert", lobt Brandes die "Lulu" .
Nur ein paar Meter entfernt, sitzt ein junger Mann, der selbst über Jahre hinweg das DessauBallett leitete: aus Magdeburg, seiner derzeitigen Wirkungsstätte, ist Gonzalo Galguera angereist. "Dieses Treffen ist eine Super-Idee", findet er. "Ich staune, wie viele Generationen hier zusammen gekommen sind." In der "Lulu" sah er "sehr gute Tänzer, alles war sehr stimmig, man erkennt eine Handschrift".
Ingeborg Rothe ist derweil damit beschäftigt, Fotos von Inszenierungen herumzureichen. Programmzettel aus den späten 1960er Jahren liegen in ihrer Runde auf dem Tisch. Es wird viel gelacht. Und immer wieder hört man den einen Satz: "Weißt Du noch...?" Im Theater blieb am Sonnabend viel Zeit, um darauf eine Antwort zu finden.
01.02.2010, 11:37 | tags:
Spielzeit
, Diverses
247
Ute Otto, Mitteldeutsche Zeitung/Wittenberg, 22.01.2010
KURT-WEILL-FEST Künstler des Anhaltischen Theaters stellen ihren Beitrag für den Spielort Wittenberg vor. Programm dreht sich um Liebe und andere Leidenschaften.
Proben in der zweiten Schicht
"In einigen Jahren wird man sagen, in Wittenberg stand die Wiege dafür, dass sich das Weill-Fest aus Dessau herausbewegt", sagt Michael Kaufmann. Der neue Intendant des Festivals will fortsetzen und forcieren, was sein Vorgänger Clemens Birnbaum begonnen hat: Zum zweiten Mal ist das Best-Western Stadtpalais Wittenberg eine von 20 vornehmlich in Kurt Weills (1900 bis 1950) Geburtsstadt Dessau angesiedelten Spielstätten. 44 Veranstaltungen -Konzerte verschiedener Musikgenres, Lesungen und Museumsführungen - warten vom 26. Februar bis 7. März auf ihr Publikum.
Unter "Musikalische Comedy" firmiert, was am 3. März im Best-Western von drei Künstlern des Anhaltischen Theaters Dessau geboten wird. "Mein wildes Herz in deine Ruh" ist die mit Brecht-Songs zu Kompositionen von Weill und Zeitgenossen wie Hanns Eisler und Paul Dessau erzählte Geschichte über Claire (Matthieu Svetchine), George (Antje Weber) und dem trunksüchtigen Barpianisten "Joe aus Soho" (Daniel Carlberg, 1. Kapellmeister am Anhaltischen Theater) über die Macht entfesselter Leidenschaft. Dass die Rollen von Claire und George mit Schauspielern des jeweils anderen Geschlechts besetzt sind, hat damit zu tun, dass sie einst ein Mann war und er eine Frau. Das zunächst etwas Undurchschaubare "passt auch gut zu unserer Küche", kündigt Hotelchef Michael van der Sanden eine kulinarische Beilage des Abends an, "die über Auge und Gaumen die Synapsen in Gehirn ebenso anregt".
"Mit wildem Herzen", so Regisseur Holger Kuhla, proben die Mitglieder des Theaterensembles sozusagen in der zweiten Schicht für ihren Weill-Fest-Beitrag. "Das kommt ja erschwerend hinzu, wir sind keine Sänger, sondern Schauspieler", bittet Antje Weber um Nachsicht, wenn es "kein Festival der schönen Stimmen" werde. Dafür sei aber der schauspielerische Part des Kapellmeisters auch eine kleine Weltpremiere. Während der aus Frankreich stammende Svetchine gesteht, dass ihm der Name Weill bislang nichts sagte, erzählt Weber, wie lang der Weg war, bis sie Zugang zu Brecht und Weill fand. Noch zu DDR-Zeiten hat sie an der Schauspielschule "Ernst Busch" studiert. Das "Heroische", das seinerzeit in Brecht gelegt wurde und auf sie "verblendend" wirkte, habe sie abgeschreckt. Doch ihr erstes Engagement nach dem Studium brachte ihr ausgerechnet eine Rolle in Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" und ein Jahr später spielte sie in der "Dreigroschenoper". "Das war die Versöhnung", so Weber. Nicht nur in dem hier vorgestellten Programm, sondern in den vielen Beiträgen zum Weill-Fest spiegelt sich laut Kaufmann wider, "dass es bei Brecht und Weill immer noch etwas Neues zu entdecken gibt".
"New Art ist True Art" - ein Song aus Weills erfolgreichstem Broadway-Musical "One Touch of Venus" gab dem Festival 2010 sein Motto. "Neue Kunst ist wahre Kunst" - Darüber zu diskutieren, soll es reichlich Anlass geben.
Das Festival-Programm ist im Internet unter www.kurt-weill-fest.de zu finden. Ticket Hotline: 0180/5 56 45 64 .
01.02.2010, 10:12 | tags:
Diverses
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Mathias Wiedemann, Schweinfurter Tagblatt, Kulturbeilage 2/10, 29.01.2010
„AUS DEM GEIST DES WERKES ARBEITEN“
Interview: André Bücker, neuer Intendant des Anhaltischen Theaters Dessau
André Bücker ist seit der Spielzeit 2009/2010 Nachfolger von Johannes Felsenstein als Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau, das seit fünf Jahren regelmäßig in Schweinfurt gastiert. Der Regisseur der Händel-Oper „Serse“, die in Januar viermal hier zu sehen war, im Gespräch über die Lage der städtischen Theater in Zeiten der Krise, die Neuausrichtung in Dessau und das Glück, Opern zu inszenieren.
Das Gespräch führte Mathias Wiedemann.
Frage: 2010 ist angekündigt als großes Jahr der Schmerzen für Theater und Museen. Längst kursieren Listen von Schließung bedrohter Häuser – was bemerken Sie davon in Dessau?
André Bücker: Der Druck ist natürlich immer da. Aber den kenne ich schon seit Jahren. Ich habe 1998 in Wilhelmshaven als stellvertretender Intendant angefangen, das war eine Landesbühne, und da gab es auch schon finanziellen Druck. In Halberstadt, wo ich dreieinhalb Jahre Intendant war, habe ich ständig damit zu tun gehabt. Und in Dessau ist es auch so.
Wie äußert sich das im Alltag?
Bücker: Wir arbeiten unter Haustarifvertrag-Bedingungen, das heißt, die Leute müssen in weniger Arbeitszeit für weniger Geld genauso viel, oder möglichst noch mehr, leisten wie vorher. Die finanzielle Situation ist insgesamt dramatisch. Aber es gehört natürlich zum Theatermachen dazu, gerade wenn man ein Stadttheater leitet, sich mit der Finanzierungslage auseinanderzusetzen.
Welche Möglichkeiten hat ein Intendant denn, außer für möglichst volle Häuser zu sorgen? Spielen denn Sponsoren eine Rolle?
Bücker: Ach, das hält sich in Grenzen. Dessau ist nun keine Region mit großer Industrie, das sind eher mittelständische Unternehmen. Dass man Partner findet, die in größerem Umfang Beiträge leisten, ist sowieso eher selten. Ich bin auch überzeugter Verfechter des deutschen Stadttheater-Systems, das von der öffentlichen Hand finanziert wird. Nicht, weil es bequem ist, sondern, weil es Möglichkeiten eröffnet. Und natürlich auch, weil man dadurch günstige Eintrittskarten für Alle anbieten kann. Es wird ja bei den Diskussionen gerne vergessen, dass das ja ein Hauptanliegen dieses Systems ist.
Was bedeutet das aber für den Intendanten?
Bücker: Ich glaube, man muss das Ganze künstlerisch lösen. Man muss sich mit dem legitimieren, was man tut. Man muss die Leute ins Theater bringen und begeistern. Man muss das Theater kommunizieren in eine Stadt, man muss sich aber auch als Teil dieses Ortes begreifen. Wir dürfen uns Experimente leisten, wir müssen aber die Leute erreichen. Und wenn man das überzeugend tut, muss einem um die Zukunft nicht unbedingt bange sein.
A propos Kommunikation: Zu Ihrem Amtsantritt 2009 steht auf der Internet-Seite des Theaters eher lakonisch, Sie hätten das Haus künstlerisch neu ausgerichtet, vor allem mit personellen Neubesetzungen. Es wäre jetzt nicht so spannend, die obligatorische Frage nach Ihrem Vorgänger Johannes Felsenstein zu stellen. Aber was bedeutet „Neuausrichtung“ denn konkret?
Bücker: Das ist ein personeller Neuanfang, wie er bei einem Intendanten-Wechsel durchaus üblich ist. Besonders, wenn ein Vorgänger sehr, sehr lang im Amt war – Felsenstein war 18 Jahre da. Da haben sich dann einfach Strukturen gebildet, die nicht mehr zeitgemäß sind. Aber dass mit dem neuen Chef auch neues Personal kommt, das gibt es ja auch in der Politik oder der Wirtschaft. Und mit dem neuen Personal kommen dann eben auch andere Schwerpunkte. Stichwort Kommunikation: Wir gehen anders auf die Leute vor Ort zu, wir machen viele Projekte um das eigentliche Bühnengeschehen herum, um die Dessauer auf allen Ebenen anzusprechen. Das gab es vorher so nicht.
In Dessau wurde immer alles auf Deutsch gesungen. Wird sich das ändern?
Bücker: Das ändert sich! Wir werden etwa italienische Oper in Originalsprache machen. Das erklärt sich eigentlich von selbst, das ist musikalisch notwendig, das hat eine ganz andere Kraft.
Dessau hatte seit einigen Jahren ein Kooperationsmodell mit der Ballett-Compagnie von Gregor Seyffert – die war auch in Schweinfurt zu sehen. Gibt es diese Kooperation noch?
Bücker: Nein, diese Kooperation besteht nicht mehr. Das hängt auch mit dem Intendanten-Wechsel zusammen. Es gibt jetzt einen neuen Chef-Choreografen, Tomasz Kajdanski, der zuletzt in Eisenach große Erfolge gefeiert hat. Er macht unglaublich sinnliches und hochenergetisches Ballett mit klassischer Formensprache aber auch modernen Ansätzen. Und er ist ein großer Geschichtenerzähler. Seine erste Premiere mit „Lulu“ war ein fulminanter Erfolg. Dessau ist ein Theater mit großer Tanz-Tradition, und an die knüpft der neue Ballett-Direktor an.
Seit einigen Jahren gastiert Dessau immer wieder in Schweinfurt – bedeutet Ihr Besuch hier, dass diese Kooperation fortgesetzt wird?
Bücker: Wir wollen, dass diese erfolgreiche Kooperation, die jetzt ins fünfte Jahr geht, weitergeht. Das wäre schön.
Welche Bedeutung haben Abstecher für Sie – müssen oder wollen Sie die machen?
Bücker: Wir sind ja eigentlich kein Abstecher-Theater, sondern ein klassisches Stadttheater. Das heißt natürlich, dass wir einen Großteil unserer Vorstellungen zu Hause spielen. Aber es ist natürlich immer schön für Künstler, wenn sie mal rauskommen, und auch mal erleben, wie das Publikum woanders reagiert. Und dann ist das natürlich auch finanziell interessant.
Bringen denn solche Ausflüge finanziell etwas?
Bücker: Na ja, es muss sich insofern lohnen, als man nicht draufzahlt, das ist klar. Das große Geld verdient man damit nicht, aber es ist für beide Seiten gut. Es bleibt was fürs Theater über, und es ist schön für die Künstler. Wir machen allerdings nur wenige, ausgesuchte Gastspiele, weil es allein von der Dimension der Dessauer Bühne her schwierig ist, woanders aufzubauen.
Die Bühne in Dessau ist riesig.
Bücker: Ja, Dessau ist ein riesiges Theater, da schließen sich viele Projekte außerhalb von vorneherein aus. Aber für Bühnen, mit denen wir eine längere Zusammenarbeit haben, finden wir immer eine Lösung und passen schon mal ein Bühnenbild an.
Welche Rolle spielen die neuen Medien? Im Internet-Forum des Theaters wird ja ziemlich rege diskutiert.
Bücker: Das schaue ich mir natürlich an. Ich will ja wissen, was die Leute denken. Es ist überhaupt das Schönste, wenn die Menschen teilnehmen an dem, was in ihrem Theater passiert. Das Dessauer Theater ist in seiner 215. Spielzeit, die Menschen hier sind mit ihrem Theater verbunden, und das spürt man natürlich auch. Das ist wunderbar. Aber natürlich gibt es kontroverse Meinungen. Das Ding, das alle toll finden, ist noch nicht erfunden. Das schlechteste Theater ist das, das allen egal ist.
Sie stammen aus Niedersachsen – wie sind Sie in Dessau aufgenommen worden? Gibt es noch eine Ost-West-Problematik?
Bücker: Das habe ich nicht so empfunden. Viele wissen auch gar nicht mehr, dass ich aus dem Westen komme. Ich bin schon sehr lange im Osten unterwegs. Ich habe fürs Kunstfest Weimar gearbeitet in den 90ern. Ich war seit 1999 ständig als Regisseur in Theatern im Osten. Ich war dreieinhalb Jahre im selben Bundesland schon Intendant. Ich kenne die Mentalität der Leute und bin sehr gerne hier. Mich interessiert diese Kulturlandschaft, und ich glaube, es ist wichtig, dass die Leute das spüren.
Wir haben gerade ausgiebig 20 Jahre Mauerfall gefeiert. Ist die deutsche Teilung noch ein Thema? Begreifen sich die Leute noch als Ossis oder eben Wessis?
Bücker: Es ist schon noch ein Thema, weil man den Unterschied eben immer noch deutlich merkt. Die Brüche in den Biografien der Menschen und in den Geschichten der Städte manifestieren sich sehr deutlich. Die Sozialisation in der DDR war einfach eine deutlich andere, und das spürt man nach wie vor.
Ist das noch ein Thema fürs Theater?
Bücker: Wir haben das mit einem großen Projekt in der Stadt thematisiert, wo wir die Bürger befragt haben – wie war das, was waren die Vorgänge in Dessau zu Wendezeiten? Und wir haben vor allem gefragt, wie ist es heute? Was wissen die Nachgeborenen von der DDR? Und damit verbunden die Frage, wofür würden heute 18-Jährige auf die Straße gehen? Was bedeutet Freiheit, die Möglichkeit, seine Meinung sagen zu dürfen?
In Schweinfurt war Ihre „Xerxes“-Inszenierung zu sehen. Welche Rolle spielt für Sie als Regisseur die Musik?
Bücker: Eine gewaltige natürlich. Ich bin ein großer Händel-Fan. Ich habe drei Opern von ihm inszeniert. Diese barocke Form ist ja sehr speziell. Die ganzen Wiederholungen – da muss einem ja auch was dazu einfallen. Das sind ja nicht durchgängige psychologische Vorgänge. Sondern die Rezitative bringen die Handlung voran, und die Arien erklären die Affekte, also die Emotionen. Aber genau diese Form reizt mich sehr.
Wie knacken Sie diese Statik?
Bücker: Ich erfinde Vorgänge.
Sie erfinden Vorgänge?
Bücker: Ja. Die Geschichte ist ja vorhanden, und man muss die Vorgänge, die in den Rezitativen stattfinden, mit Leben füllen und dann für die Arien auch noch eine Form finden. Ich mache dann eine durchgängig erzählte Geschichte daraus.
Also die Zeit bleibt nicht einfach während der Arien stehen?
Bücker: Genau das eben nicht. Vielleicht könnte man „psychologisieren“ dazu sagen. Mich interessiert einfach, was die Figuren antreibt. Ich will sie in ihren Nöten begreifen – die leiden ja alle.
Sonst wäre es ja auch keine Oper.
Bücker: Eben. Man kann sich natürlich hinstellen und in der Arie diesen einen Satz in 40 wunderschönen Variationen singen. Und ich will dem Sänger einen Grund geben, warum der das eben 40 mal singt. Er singt das ja nicht nur, weil es schön ist.
Ihr „Xerxes“ ist eine komplett durchgestylte Inszenierung. Wie sehr nimmt der Regisseur Einfluss auf den Look einer Aufführung?
Bücker: Sehr stark natürlich. Man sucht sich als Regisseur einen Bühnenbildner zu dem Gedanken, den man für das Stück hat. Man arbeitet dann gemeinsam daran, und wie es dann letztlich aussieht, ist Ergebnis einer Entwicklung. Die Ästhetik spielt eine große Rolle. Und in einer Barockoper ist natürlich der Style sehr wichtig, auch wenn die Kostüme modern sind.
Machen Sie lieber Musik- oder lieber Sprechtheater?
Bücker: Ich mag beides wahnsinnig gern. Ich bin ja erst später zum Musiktheater gekommen. Das ist eine völlig andere Arbeitsweise als beim Sprechtheater. Im Musiktheater ist sehr viel vorgegeben. Der größte Unterschied ist: Im Sprechtheater muss man sich die Zeit erfinden. In der Musik ist sie da. In der Musik liegen auch schon die Stimmungen.
Da kann man nicht einfach gegen an inszenieren.
Bücker: Das geht in den meisten Fällen extrem schief. Im Schauspiel muss man das alles erfinden. Da kann man Figuren auch mal gegen die Strich bürsten oder anders besetzen, als sie im Textbuch stehen. Man ist wesentlich freier. Aber es ist auch anstrengender als Oper, wo man dieses wunderbare Gerüst der Musik hat. Aber ich glaube, ich bin jemand, der sehr aus dem Geist des Werkes arbeitet und sich sowieso auf die Musik einlässt. Das gilt aber auch für das Schauspiel: Ich arbeite sehr aus den Texten heraus.
27.01.2010, 21:36 | tags:
Diverses
240
Illka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 28.01.2010
Ehemalige Tänzer treffen sich bei «Lulu» im Theater
Wiedersehen: Margit Kraska und Ines Becker haben nach Dessau geladen - Gut 90 Gäste werden erwartet
Wenn am Sonnabend im Anhaltischen Theater nach der Ballettaufführung von "Lulu" der Applaus endet, werden einige Besucher auf die Bühne gehen: Tänzer treffen dann Tänzer. Ehemalige des Dessauer Balletts stehen dem aktuellen Ensemble gegenüber.
"Darauf freuen wir uns ganz besonders", sagt Margit Kraska. Die Dessauerin, von 1976 bis 1984 als Tänzerin engagiert, hat in den vergangenen Monaten gemeinsam mit ihrer früheren Kollegin Ines Becker ein ganz besonderes Treffen organisiert, das nun an diesem Sonnabend mit der Lulu-Vorstellung beginnt und mit einer großen Runde im Theaterrestaurant ausklingen soll. Eingeladen sind alle Tänzer, die einmal am Anhaltischen Theater oder früheren Landestheater getanzt haben.
Kleineres Treffen im Jahr 2004
"Ein ähnliches Treffen, nun sehr viel kleiner, gab es schon mal 2004. Das wurde jedoch eher durch Zufall zu einer größeren Runde von Tänzern", erzählt Ines Becker. Anlässlich einer Schwanensee-Aufführung, so beschreibt sie die damalige Eigendynamik, hätte sich nach einigen Telefonaten eine Zahl von Tänzern versammelt, die vor allen in den 70er und 80er Jahren auf der Dessauer Bühne tanzten. Beim letzten Open Air waren sich Margit Kraska und Ines Becker dann sicher, dass es eine Wiederholung geben soll.
Listen wurden aufgestellt, es wurde telefoniert, Mails geschrieben. So kurz vor dem Treffen rechnen die beiden Frauen mit etwa 90 Gästen. "Jeder sagt es jedem", beschreibt Ines Becker das Prinzip des Vorgehens. Sie tanzte von 1978 bis 1990 im Dessauer Ballett, arbeitet heute im Künstlerischen Betriebsbüro des Anhaltischen Theaters. Das machte es den beiden Frauen vor allem leichter, wenn es darum ging, Adressen oder Telefonnummern ausfindig zu machen.
Immerhin sind es etwas über 20 Männer und Frauen des Balletts, die Dessau treu geblieben sind und nach ihrem Ausscheiden in der Stadt blieben, neue Berufe ergriffen, oft am Theater, aber auch anderswo. "Viele sind aber schlicht nicht auffindbar. Das bringt unser Beruf durch kurze Engagements mit sich", weiß Margit Kraska. Stolz ist sie, schon verkünden zu können, dass die älteste Teilnehmerin 82 Jahre zählt. Und hoffen werden die beiden Organisatorinnen natürlich auch auf Choreographen. Arila Siegert wie auch Gonzalo Galguera wurden eingeladen und wollen alles möglich machen, um auch zu kommen.
Langer Abend wird erwartet
"Wir haben uns auf jeden Fall viel zu erzählen. Das ist bei Tänzern immer so, und natürlich ist es auch für uns spannend, mit den jungen Tänzern des Theaters ins Gespräch zu kommen. Der Abend dürfte lang werden", ist sich Margit Kraska sicher. Das Tänzertreffen versammelt am Sonnabend zudem nicht die einzigen Tanzbegeisterten im Theater. Als Margit Kraska und Ines Becker dieser Tage an der Theaterkasse den aktuellen Kartenbedarf abstimmen wollten, stellte sich heraus, dass es noch einen weiteren "Großbesteller" für diese Vorstellung gibt.
Im Herbst 2009 gab es ein tänzerisches Großprojekt "Dancing to Connect", das vom US-Generalkonsulat in Leipzig initiiert, in die Region geholt und mit Unterstützung der Battery Dance Company aus New York City ermöglicht wurde. Bei diesem Projekt wirkten mehr als 100 tanzbegeisterte Schülerinnen und Schüler aus Dessau-Roßlau und Bitterfeld-Wolfen mit. Nun wollen die damals beteiligten Schüler und Lehrer nochmals zu einem gemeinsamen Wiedersehen zusammenkommen und ebenfalls die Inszenierung "Lulu" am Sonnabend besuchen. Auch die Generalkonsulin der USA in Leipzig, Katherine Brucker, wird anlässlich dieser Vorstellung erwartet, da sie nochmals den Schülern und allen Mitwirkenden am Projekt "Dancing to Connect" für ihr Engagement danken möchte.
25.01.2010, 21:32 | tags:
Diverses
239
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 26.01.2010
Schnee liegt auf den Rosen
Konzert: Gitte Haenning und ihre Band waren im Anhaltischen Theater zu Gast
Die kleinbürgerliche Alternative zum küssenden Kuhjungen, der gehänselte Favorit der Frau Mama fürs Fräulein Tochter soll einst, im Jahr 1963, den Protest einer bayrischen Bahnbeamten-Vereinigung erregt haben. Sonst hielt sich der soziale Aufruhr, den Gittes erster großer Hit lostrat, in den Grenzen der Schlager-Begeisterung.
"Ich will 'nen Cowboy als Mann" sang Gitte, die längst als Gitte Haenning auftritt, auch am Freitag im Anhaltischen Theater, aber deutlich gekürzt und augenzwinkernd, mit einem fingerschnalzenden Vorspiel, als gelte es eine Jugendsünde lächelnd anzuzapfen. Ihr aktueller Cowgirl-Look tut dem kaum einen Abbruch. Das Ballonkleid scheint geerdet.
"Jetzt leb ich jeden Tag aus, jetzt trink ich jedes Glas leer": "Ich will alles" heißt ihre aktuelle Tour. 2002 war Gitte Haenning, die sich auch als Jazz-Interpretin einen Namen gemacht hat, schon einmal in Dessau, damals zum Kurt-Weill-Fest. "I'm a stranger here myself" hießen ihre "Songs für starke Frauen" in der Marienkirche. "Risse in der Seele, Make-up im Gesicht". Vielleicht. "Ich bin stark" singt sie im Theater mit einer in den Höhen athletischen, leicht brennenden und in den tieferen Lagen erdig warmen, maßvoll anhänglichen Stimme.
Dass die Lieder, deren Textdichte und -schwere nicht immer von grübelnder Tiefe künden, plötzlich doch wie aus leichter Hand illustrierte Geschichten aufblättern, ist auch den neuen Arrangements und der neuen Band zu danken. Bläser, Geige, Bass, Gitarre, Drums, Percussion und Klavier, so richtig aus Holz und Guss: 13 Musiker gehören zur Band, die mit dem lustvollen Herzblut einer rockig, poppigen Big-Band so spielfreudig wie routiniert musiziert. Der Saxophonist und Arrangeur Friedemann Matzeit spielt Klavier und dirigiert zuweilen. Er hat die Lieder lust- und kunstvoll arrangiert. Und Gitte lässt den Musikern Platz für viele schön skizzierte Soli.
"Ich hab' die Liebe verspielt in Monte Carlo": Die alten Ohrwürmer gibt es entstaubt und herrlich gegen den Strich gebürstet en gros und in Kürze als Medley. So hält sie sich die Treue und kann getrost eine andere sein. So wird auch die Erinnerungslust des Publikums bedient und angenehm, mit leicht ironischer Distanz in die Gegenwart getragen. Das ist wirklich recht pfiffig gemacht. Ausgespielt und ausgesungen werden meist die Stücke, die man nach dem ersten Karriere-Knick, als Gitte fortan Gitte Haenning auf ihre Alben drucken ließ, ansiedeln kann. Da sind die Webber-Songs für das One-Woman-Musical "Tell me on a sunday". Kennen Sie nicht? Kennen Sie doch. "Freu dich bloß nicht zu früh" gehört in die Geschichte der Frau, die sich betrogen wähnen darf, oder eben "Bleib noch bis zum Sonntag".
So lange bleibt Gitte Haenning nicht auf der Bühne des Anhaltischen Theaters. Aber in toto singt sie gute zwei Stunden für das zahlreiche Publikum. Manchmal ein wenig kokett auf Diva und immer mit einem Schuss Ironie, aber auch mit routinierter Leidenschaft und ziemlich viel Kraft. Sie ist stark und singt es am Ende auch: "Ich stieg zu den Sternen, bis die Leiter brach". Mag die Himmelsstiege knicken, mögen Seifenblasen fliehen, Gitte sitzt fest auf dem Hocker auf der Bühne. Der Titelsong beteuert: "Ich fang den Augenblick ein, denn ich bin frei und will alles". Und was will man mehr?
22.01.2010, 15:15 | tags:
Funk
, Diverses
237
Pressemitteilung vom 22.01.2010
haus[funk] 06: Frauenglück
Sechster haus[funk]abend am 27. Januar 2010 auf der Bauhausbühne
Der letzte Monatsmittwoch rückt näher und es wird wieder ge[funk]t: Das Anhaltische Theater und die
Stiftung Bauhaus Dessau laden ein zum haus[funk]abend am 27. Januar 2010 ab 21 Uhr. Schauspieler
und Schauspielerinnen des Anhaltischen Theaters führen in den optimierten Alltag der Moderne.
Die Besucher werden Teil der Neu-Interpretation des Bauhaus-Films „Neues Wohnen“ von 1928.
Zwischen 1926 und 1928 entstand in der Filmreihe „Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich?“
von Ernst Jahn auch der Film „neues wohnen“ – zuletzt zu sehen in der erfolgreichen Filmausstellung
„Bauhaus in Aktion“, die die Stiftung Bauhaus Dessau im vergangenen Herbst zeigte. Der Film präsentiert
– nicht ganz ohne Selbstironie – das Dessauer Wohnhaus von Walter Gropius und die optimierten
Arbeitsabläufe darin.
In der Reihe der haus[funk]abende werden Schauspieler des Anhaltischen Theaters den Film nun auf
der Bühne des Bauhauses neu vertonen und interpretieren. Susanne Hessel, Eva-Marianne Berger,
Thorsten Köhler und Sebastian Müller-Stahl wohnen unter der Regie von Axel Sichrovsky und dem
[funk]team gesund und wirtschaftlich. Für Live-Vertonung sorgt Medienkünstler und [funk]er Marold
Langer-Philippsen.
Die Reihe der haus[funk]abende findet regelmäßig statt – immer am letzten Mittwoch des Monats.
Den Ort dafür stellen die Bauhausbauten der Stadt – sie werden neu belebt und bieten Werkstatt
und Partylocation, Klanglabor und Podium, Bühne und Bildschirm zugleich. [funk] bearbeitet dafür
jeden Monat ein Thema, meist abgeleitet aus den aktuellen Produktionen und Projekten des Anhaltischen
Theaters und des Bauhausbühnenstudios.
[funk] entsteht in Zusammenarbeit von Anhaltischem Theater Dessau, der Stiftung Bauhaus Dessau
und Dessauer Bürgern. [funk] wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Ort: Bauhausbühne, Gropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau
Eintritt: 5 € / ermäßigt: 3 €
Kontakt: Maria Linke studio@interfunk.net | 0340-2511230
www.interfunk.net | www.twitter.com/interfunk
14.01.2010, 22:39 | tags:
Diverses
229
Nada Weigelt, Mitteldeutsche Zeitung, 15.01.2010
Max Raabe
Lieder und Schlager führen «Übers Meer»
Bariton bringt erstes Soloalbum heraus - "Ich habe das ausgesucht, was ich auch für mich privat gern hören würde"
Seit Jahren feiert Max Raabe mit seinem Palast Orchester Erfolge auf den großen Bühnen der Welt. Mehr als zwei Dutzend Platten hat die beliebte Berliner Retro-Formation im Stil der Comedian Harmonists schon aufgenommen. Jetzt bringt der Ausnahme-Bariton mit «Übers Meer» sein erstes Solo-Album auf den Markt - nur begleitet von seinem langjährigen Pianisten.
«Das ist eine sehr private Art des Singens», sagt der 47-jährige Raabe. «Ich habe das ausgesucht, was ich auch für mich privat gern hören würde - so, wie wenn man seine Lieblingskassette zusammen schneidet.»
In dem Album präsentiert der Sänger einen Zyklus von fünfzehn Liedern, Schlagern und Couplets aus dem Ende der Weimarer Zeit - von legendären Komponisten wie Fritz Rotter, Robert Gilbert, Walter Jurmann, Hans May und Werner Richard Heymann. Die meisten von ihnen mussten 1933 als Juden vor dem Terror der Nazis fliehen, häufig in die Vereinigten Staaten.
Der Titel «Übers Meer» soll an ihr Schicksal erinnern. «Ähnlich wie der Wind über das Meer hin- und herweht, so mussten auch diese Künstler über das Meer flüchten», sagt Raabe. Und auch ein Lied von Hans Albers greift das Thema wie in Vorahnung auf. «Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht, wo das weite Meer zu Ende geht, dort blieb ein Stück von meinem Glück zurück.»
Raabe singt diese Lieder von Liebe und Sehnsucht, Abschied und Erinnerung sehr intensiv wie in einem Kammerstück. Seine außergewöhnlichen Stimme, die es aus den Tiefen des Baritons mit verblüffender Sicherheit in silberhelle Höhen schafft, beweist erneut ihre Wandlungsfähigkeit zwischen heiterer und tieftrauriger Stimmung.
Fans seines Palast Orchesters werden freilich die sarkastischen Untertöne und ironischen Seitenhiebe vermissen, die die Bühnenauftritte des schmalzgestriegelten Conferenciers so vergnüglich machen. «Mit dem Orchester macht das Spaß, aber jetzt bei diesem Soloalbum wollte ich das nicht haben», sagt Raabe.
Mit Liedern im Stil der «Golden Twenties» hat sich der Sänger längst auch im Ausland einen Namen gemacht. Vor gut zwei Jahren eröffnete er mit seinem 1986 gegründeten Orchester das Berlin- Festival in New York, ein Jahr zuvor war die Truppe erstmals in Japan und China auf Tournee. Der Durchbruch war dem staatlich geprüften Opernsänger 1992 mit dem Song «Kein Schwein ruft mich an» gelungen.
Für sein Solo-Debüt arbeitete er erneut mit seinem alten Schulfreund und Klavier-Kumpel Christoph Israel zusammen. Aufgenommen wurde das Album in Oslo im Studio des Produzenten Jan Erik Kongshaug, das laut Raabe für einen besonders warmen Raumklang sorgte. «Für mich sind diese Lieder die Klassik der Popmusik», sagt Raabe. «Man müsste sie viel öfter hören. So wie man Bach und Brahms hört, gehört das mit dazu.»
11.01.2010, 22:52 | tags:
Diverses
226
Ute van der Sanden, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Rosslau, 12.01.2010
Alles ist auf der Bühne nur Theater
Katja Ebstein kam, kämpfte und siegte - Mit ihrer Show sorgte sie für einen wechselvollen Abend
Die Musiker schauten besorgt. "Ihr hattet Recht", gestand die Sängerin, bevor sie, neuerlich von einem Hustenanfall geschüttelt, den lila Teepott griff wie eine Ertrinkende nach dem Strohhalm. Es stimmte, Katja Ebstein hätte nicht auftreten sollen, ihre Augen glänzten fiebrig, unter der Schminke schwitzte sie. "Tut mir leid", sagte sie und stand einige Sekunden sehr ehrlich, einsam und verletzlich da, bis Stefan Kling am Klavier einen ihrer großen Hits anstimmte: "Stark sein".
Diese dramatische, wiewohl ungeplante Wendung erlebten die Besucher des Anhaltischen Theaters am Donnerstagabend, als Katja Ebstein "Meine Lieder" sang. Justament verwandelte sich die hilflose Person, die mit dem "Evita"-Song "Wein nicht um mich, Argentinien" noch soeben kaum mehr als Mitleid ernten konnte, in eine Kämpferin. Ungeschützt begegnete sie ihrer Schwäche - und siegte. Von diesem Moment an war der Saal auf ihrer Seite.
Dabei hatte es nicht gut angefangen. Die kleine Verspätung nahm das Publikum übel, und als die Musiker auf die Bühne kamen, klatschte niemand. So starteten sie mit einem Schulterzucken in den Abend, der beinahe in einem Fiasko geendet hätte. Ja, Katja Ebstein plagte ein veritabler Infekt; doch nein, allein daran lag es nicht, dass ihre Show neben künstlerischen Höhenflügen auch bedauerliche Tiefpunkte enthielt.
Zum Dritte-Welt-Song in reinster Oktoberklub-Anmutung präsentierte sie deutsche Schlager mit schauderhaft gereimten Texten, ihre Berlin-Hymne nach "My way" ist alles andere als geeignet, die Hauptstadt-Liebe der Republik zu stärken. Und Ebsteins Moderation - "Heine ist als Geist aktuell wie eh und je" - sowie allerhand pseudopolitische Erklärungen zur Wiedervereinigung, zur Sprache als Mittel der Demokratie und zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr bleiben bestenfalls, wo sie hoffentlich sogleich vergessen wurden: zwischen den mächtigen Wänden des Anhaltischen Theaters.
Nicht vergessen seien Ebsteins sängerische und darstellerische Kunst. Ihre Bühnenpräsenz. Jene bekannten Lieder, die ihr noch immer Sympathien zutragen - "Abschied ist ein bisschen wie Sterben" und "Wunder gibt es immer wieder" hätten im Programm nicht fehlen dürfen. Auch schon ein Jahrzehnt alt, aber längst nicht so berühmt sind "Die schlesischen Weber" nach Heine, ein Song, den sie mit Autorität und wütendem Ausdruck auf den Punkt brachte.
Ihre nicht mehr junge Stimme hat die Ebstein, Erkältung hin oder her, technisch gut im Griff. Die langen Haare flossen ihr schimmernd über die Schultern, und in der fünfköpfigen Band, sie bezeichnete sie als "meine kleine Familie", saß gottlob Stefan Kling, der Pianist von "L'art de passage" und Gerhard Schöne. Seit Jahren tritt er mit Katja Ebstein auf. Die klavierbegleiteten Soloballaden und -songs, darunter Pete Seegers Antikriegslied "Sag mir, wo die Blumen sind" und die frechen Texte aus dem Zille-Milieu, entschädigten für alles weniger Gelungene.
Ihre stärksten Augenblicke zeigten die Ebstein als Schauspielerin und Diseuse mit Erfahrung, Ausstrahlung, enormer Vitalität und unbändiger Lust, sich auf der Bühne zu reproduzieren. Zugabe um Zugabe schloss sie an, weil der Abend schließlich doch im Miteinander aufging. Dass die Umjubelte sich nach zweieinhalb Stunden in einer ihrer besten Rollen verabschiedete, war kein Zufall: als Berliner Göre mit Schmollmund und wild rollenden Augen.
Als nächstes Gastspiel im Anhaltischen Theater steht am 22. Januar um 20 Uhr ein Konzert mit der Sängerin Gitte Haenning auf dem Programm.
11.01.2010, 14:27 | tags:
Ballett
, Diverses
224
Helmut Rohm, Zerbster Volksstimme, 07.01.2010
Anhaltisches Theater Dessau
Tänzerin baut ein Kinderballett auf
„Solange ich mich erinnern kann, wollte ich immer zum Ballett“, erzählt Gabriella Gilardi (32). Diesen Wunsch haben jetzt sicher auch die gegenwärtig 22 Mädchen aus Dessau und Umgebung, die die Übungsstunden des im Herbst 2009 gegründeten Kinderballetts des Anhaltischen Theaters Dessau besuchen. Gabriella Gilardi übernahm die Betreuung des Kinderballetts neben ihrer Tätigkeit als Companiemitglied des Dessauer Balletts, zu dem sie seit Beginn der laufenden Spielzeit gehört.
Etwa so alt wie die jüngsten Mitglieder ihrer zwei Kinderballettgruppen war die in Italien geborene Tänzerin, als ihre Mutter sie eine private Ballettschule besuchen ließ Daneben hatte sie jedoch auch andere Hobbys: Klavier, Chor und Volleyball. Ihre Ballettlehrerin stellte bei
ihr tänzerisches Talent fest und riet: „Gehe deinen Weg.“ Was tun? „Meine Eltern waren vom
Tanzwunsch nicht gerade hocherfreut“, lacht sie heute. Gabriella Gilardi schrieb sich etwas später an der Uni für Ökonomie ein. Ein Jahr, dann hat sie gemerkt: „Ne, ne, ne und ganz schnell weg“.
Sie konnte ihre Mutter überreden, mit ihr zum Vortanzen an der bekannten Scuola di Ballo del Teatro alla Scala di Milano zu gehen. Zur Überraschung der Mutter wurde Gabriella Gilardi angenommen. Acht Jahre bis 1996 hat sie sich dort zur Tänzerin ausbilden lassen und mit dem
Diplom abgeschlossen.
„Fast jeden Tag vorgetanzt“
An einer kleinen Mailänder Companie hat sie bis zu deren Auflösung nach einem Jahr
tanzen können. Unter anderem hat sie mit den inzwischen bekannten englischen Choreografen
Wayne Mc Gregor und Gillian Wittingham gearbeitet.
Da es in Italien zwar viele Tänzerinnen und Tänzer, doch nur wenige Ballettcompanien gibt und die meist nur streng klassisch, kaum modern -, versuchen viele, im „übrigen“ Europa Arbeit zu bekommen.
Gabriella Gilardi hat es in Deutschland versucht. „Ich bin in den Zug gestiegen und habe
fast jeden Tag irgendwo vorgetanzt“, erinnert sie sich des schweren Anfangs. Als sie mehr
durch Zufall erfahren hat, dass in Halberstadt eine Tänzerin gesucht wird, ist sie gleich hingefahren, hat vorgetanzt und wurde vom damaligen Ballettchef Tarek Assam genommen.
„Bereits eine Woche später war Premiere“, erzählt Gabriella Gilardi von ihrem furiosen
deutschen Ballettstart.
Sie blieb dort drei Jahre, ging dann ebenfalls für drei Jahre an das Volkstheater Rostock. Ballettchef war dort Tomasz Kajdanski. Dass man sich im Leben sprichwörtlich
mindestens zweimal sieht, hat sich nun bewahrheitet. In Dessau ist Tomasz Kajdanski
Ballettdirektor und Chefchoreograf.
Zwischen Rostock und Dessau war Gabriella Gilardi für sechs Jahre Solistin und Assistentin
des Ballettdirektors Jaroslaw Jurasz, wieder am Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt. In den letzten Jahren hat sie auch eigene Choreografien für Schauspiele und Operettenproduktionen erarbeitet.
„Spaß darf nicht zu kurz kommen“
Ihren ganz reichen Erfahrungsschatz gibt sie nun „Stück für Stück“ an die jungen Dessauer
Tanzelevinnen weiter. Jungen hätten sich bisher leider noch nicht gemeldet, seien
aber herzlich willkommen.
Gabriella Gilardi betreut zwei Gruppen, „eingeteilt nach Tanzerfahrungen“. Das habe
sich günstiger erwiesen als die altersmäßige Differenzierung.
Die „Anfängerinnen“ kommen einmal wöchentlich in den Ballettprobensaal des Anhaltischen
Theaters. Gabriella Gilardi fängt da „ganz von vorn an“, möchte sichere Grundlagen legen. Kondition entwickeln, Körperdehnungen, Gymnastik, erste Schritte an der Stange, Schritte zu Musik, kleine Kombinationen...
Die zweite, „erfahrenere“ Gruppe, deren Mitglieder teils auch noch andere Tanzschulen
besuchen, trifft sich 14-tägig. Hier stehen kleine Choreografien und Schrittkombinationen
auf dem Programm, wie ebenfalls Raumkoordination, das Tanzen im Kreis und in Linien...
Gabriella Gilardi ist eine konsequente Lehrerin, die es an Lob und Aufmunterung nicht fehlen lässt. Denn, bei aller Konsequenz und notwendigem Training: „Spaß darf nicht zu kurz kommen.“
11.01.2010, 12:35 | tags:
Schauspiel
, Diverses
222
Pressemitteilung vom 5. Januar 2010
Neue Veranstaltungsreihe für Nachtschwärmer im Alten Theater
Das Anhaltische Theater Dessau startet unter dem Titel „Die Nacht, die Lichter“ eine neue Reihe, bei der Literatur auf Musik und Tanz trifft, ein zwangloses Club-Format mit Bar-Atmosphäre, bei dem das Foyer des Alten Theaters ein Anziehungspunkt für Nachtschwärmer wird.
In der ersten Folge am 15. Januar 2010, um 21 Uhr lesen die Ensemblemitglieder Uwe Fischer, Gerald Fiedler und Thorsten Köhler Storys von Clemens Meyer. Diese Geschichten erzählen von verpassten Lieben und der Hoffnung auf den großen Gewinn. Die Helden sind Menschen, die mit dem Leben kämpfen, strauchelnde Glückssucher und ruhelose Nachtgestalten. Dazu gibt es Musik u. a. von Johnny Cash, Tony Joe White, Tom Waits, Billy Don Burns u. a.
Tanzen ist ausdrücklich erwünscht.
Vom 4. bis 8. Januar gestalteten Andreas Dymke und Stefan Lange (Künstlerzusammenschluss DAS KOMBINAT) das Treppenhaus des Alten Theaters. Mit der Veranstaltung "Die Nacht, die Lichter" wird die Neugestaltung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Tickets zu 3,- EURO erhalten Sie unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Samstag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
02.01.2010, 11:03 | tags:
Diverses
219
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 2.1.2010
Neujahrsspaziergang
Handlungsreisender in Sachen Musik
Michael Kaufmann spricht über sein neues Amt als Intendant des Dessauer Kurt-Weill-Festes
An das Leben auf der Durchreise hat sich Michael Kaufmann längst gewöhnt, sein Wohnzimmer ist bis auf weiteres die Hotellobby und sein Kleiderschrank der Koffer. Auch an diesem Dezembermorgen steigt er schwer bepackt aus dem Zug, um beim letzten Dessauer Ortstermin im alten Jahr weit in die Zukunft zu planen: Zwar wird er seinen ersten Jahrgang als Intendant des Dessauer Kurt-Weill-Festes erst 2011 präsentieren, die Verträge mit den Künstlern aber müssen schon jetzt geschlossen werden. Und jenes Programm, das er von seinem Vorgänger Clemens Birnbaum für 2010 übernommen hat, soll traditionsgemäß bereits Ende Februar über die Bühne gehen.
Mit dem Einsatz für fremde Ideen hat der neue Festival-Intendant kein Problem: "Wer in unserem Beruf nicht bereit ist, ein Programm zu adoptieren, hat seine Aufgabe nicht verstanden." Schließlich, so sagt er, müsse auch sein Nachfolger in der Essener Philharmonie mit den Vorarbeiten leben, die er ihm hinterlassen hat. Und selbst wenn er beim aktuellen Weill-Fest "vieles ganz anders gemacht" hätte, lobt er doch das Programm unter dem Motto "New Art is true Art" - vor allem für die Kompositions-Aufträge, mit denen sich Dessau im neuen Jahr in die Annalen der zeitgenössischen Musik einschreiben wird.
Mit solchen Anstiftungen zur Kreativität hat Kaufmann in früheren Ämtern selbst gute Erfahrungen gemacht, rund 50 Werke hat er in seinen Essener Jahren aus der Taufe gehoben. Nun aber muss er sich vor allem in die Klassische Moderne vertiefen, wobei er begeistert feststellt, "welche Faszination Kurt Weill auf viele Künstler ausübt". Dieses Interesse lässt ihn hoffen, dass sich Dessau künftig endlich als "Außenstelle der Währungshüter in New York" - sprich der Kurt-Weill-Foundation for Music - etablieren kann - ein längst überfälliger Schulterschluss, der auch dank des Neuanfangs im Anhaltischen Theater möglich geworden ist.
Überhaupt ist Michael Kaufmann froh, dass sich die Dessauer Kultur mit Protagonisten wie Generalintendant André Bücker und Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt neu erfindet - und dass er selbst Teil dieses Aufbruchs ist. Einen wichtigen Impuls will er dieser Entwicklung durch ein Konzept geben, in dem er die Übergabe der Meisterhaus-Verwaltung in die Hände der Kurt-Weill-Gesellschaft vorschlägt. "Ich reiße mich nicht um den Job als Meisterhaus-Hausmeister - aber wir sind als die Hauptnutzer schließlich vor Ort." Wenn eine solche Zusatz-Aufgabe auch die öffentliche Wahrnehmung der Weill-Gesellschaft jenseits der jährlichen Feste stärken würde, wäre dies ein durchaus beabsichtigter Effekt.
Schließlich träumt Kaufmann von einer Ausweitung der künstlerischen Aktivitäten "übers Jahr und übers Land", was mit dem aktuellen Etat freilich kaum finanzierbar ist. Daher wird die Erschließung neuer Finanzquellen eine seiner Hauptaufgaben sein - wobei ihm seine Erfahrungen als Intendant der Essener Philharmonie gute Dienste leisten dürften.
Dass er dank solcher Verwurzelung im Ruhrgebiet mit Spannung und Wohlwollen auf das Kulturhauptstadt-Jahr blickt, liegt auf der Hand. Zugleich aber warnt er vor übersteigerten Erwartungen: In der einstigen Bergbau-Region sei zwar ein einzigartiger kultureller Reichtum entstanden, der in der Vergangenheit aber auch zu einem "Kirchturmdenken" bis an die Grenzen der Kannibalisierung geführt habe. Der Versuch, diese Schar von regionalen Akteuren in einem neuen Netzwerk zu versammeln, habe sich bereits in den Vorbereitungen auf 2010 als schwierig erwiesen. Es bleibe abzuwarten, ob sich die Region ihren Gästen nun tatsächlich als geschlossene Einheit darstellen könne, in der "Kultur durch Wandel" nicht nur ein gemeinsames Etikett für unterschiedliche Initiativen sei. Schließlich seien im Vorfeld einige ehrgeizige Projekte weggebrochen, nun müsse man vermeiden, dass das Programm schlechtgeredet werde.
Auch Kaufmanns Selbstverständnis scheint auch von den Erfahrungen in Essen geprägt: Als Kulturmanager, sagt er, müsse man mit Steuermitteln "Unmittelbarkeit produzieren". Schließlich sei die subventionierte Kultur kein Selbstzweck, sondern immer auch Wirtschaftsförderung und Standortmarketing. Deshalb will er - neben den Vorbereitungen für sein erstes eigenes Fest unter dem Motto "Dessau - Berlin" - demnächst auch den Internet-Auftritt der Weill-Gesellschaft zum Online-Magazin ausbauen und neue Kooperationspartner wie die Akademie der Wissenschaften gewinnen ... Spricht Michael Kaufmann - und greift zum Koffer. Immer auf dem Sprung - als Handlungsreisender in Sachen Musik.
31.12.2009, 13:47 | tags:
Diverses
218
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 31.12.2009
Aschenbrödel tanzt und singt nun auch
Im Januar steht das Anhaltische Theater für verschiedene Show-Produktionen zur Verfügung
Das Theater hat sich eine Atempause verdient. Nach einem ersten Vierteljahr mit hoher Premierendichte bietet die erste Januarwoche Künstlern und Mitarbeitern der Dessauer Bühne Gelegenheit für einen Kurzurlaub, denn das Haus wurde - wie auch schon in den vergangenen Jahren - an eine Agentur vermietet, die es mit etlichen Show-Veranstaltungen und Konzerten füllt.
Den Auftakt macht an diesem Sonnabend (20 Uhr) die schon mehrfach in Dessau gezeigte Show "Abba-fever". Sie nimmt das Publikum mit zurück in die Zeit der Plateauschuhe, der Glitzeroutfits und der großen Gefühle. Solisten, eine Band und Tänzer wollen die Atmosphäre der 70er Jahre mit Songs wie "Waterloo", "Chiquitita", "Dancing Queen" und "Mamma Mia" wieder aufleben lassen. Ein Moderator erzählt zwischen den Liedern die Lebens- und Erfolgsgeschichte von Abba, einer der legendärsten Gruppen der Pop-Geschichte. Mit über 350 Millionen verkauften Tonträgern ist Abba die erfolgreichste Gruppe der Moderne. Wie aktuell und populär die Musik von Abba wieder ist, zeigt nicht zuletzt der große Erfolg des Musicals "Mamma Mia", das auch Hollywood verfilmte.
Nicht minder erfolgreich ist ein Märchenfilm, dem man gerade in den letzten Tagen kaum im Fernsehen entgehen konnte. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" sind Kult, der Film läuft wieder in den Kinos und eine Ausstellung auf Schloss Moritzburg hat man gleich um mehrere Wochen wegen des großen Besucherandrangs verlängert. Ganze Fangemeinden pilgern jedes Jahr zum Schloss bei Dresden zu Aschenbrödel-Conventions, um rauschende Feste zu feiern und dem 1973 von den DEFA-Studios und den Filmstudios Barandov, Prag, hergestelltem Film nachzueifern. In Dessau gibt es das Märchen am Sonntag bei zwei Vorstellungen (11 und 14 Uhr) nun auch im Theater zu sehen. Der Musical-Macher Christian Berg hat, gemeinsam mit seinem Autorenkollegen Mirko Bott vom Hamburger Schmidt Theater, eine Musical-Version des weltberühmten Märchenklassikers auf die Bühne gebracht, die im Dezember 2008 Premiere im Berliner Schillertheater hatte. Basierend auf dem Original-Märchen der tschechischen Autorin Bozena Nemcová erzählt das musikalische Bühnenstück die bekannte Geschichte aus Sicht des Stalljungen Valentin, der in Diensten der Stiefmutter Aschenbrödels steht.
Märchenhaft und fantastisch geht das Gastspiel-Programm im Dessauer Theater am kommenden Mittwoch (6. Januar) weiter, wenn um 20 Uhr das Tolkien Ensemble
30.12.2009, 11:57 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
217
Pressemitteilung vom 30.12.2009
„Frühling in Wien“ im Anhaltischen Theater
Am 25. April 2010, um 17 Uhr, lädt das Anhaltische Theater zu einem Konzert „Frühling in Wien“ ein. Unter der Leitung von Daniel Carlberg bringt die Anhaltische Philharmonie gemeinsam mit Gesangssolisten bekannte Werke Wiener Komponisten zu Gehör.
Mozart und Schubert dürfen ebenso wenig fehlen wie die Mitglieder der Strauß-Dynastie mit Stücken wie dem „Frühlingsstimmen“-Walzer oder der „Krapfenwaldl“-Polka. Eine Besonderheit dieses Konzertes besteht darin, dass die Besucher einige Programmpunkte im Vorfeld selbst auswählen können.
Karten zu den üblichen Konzertpreisen unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Freitag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
28.12.2009, 12:50 | tags:
Musiktheater
, Anhaltische Philharmonie
, Diverses
216
Pressemitteilung vom 28.12.2009
„Fidelio“ – Zum letzten Mal in Dessau
Ludwig van Beethovens „Fidelio“ wird am Samstag, dem 16. Januar, um 17 Uhr zum letzten Mal im Großen Haus des Anhaltischen Theaters zu sehen sein. Anschließend gastiert das Anhaltische Theater mit „Fidelio“ am 23. und 24. Januar am Theater in Winterthur / Schweiz.
In veränderter Besetzung wurde die von Johannes Felsenstein inszenierte Oper in dieser Spielzeit wieder aufgenommen. Beethoven zeichnete in seiner einzigen, mehrfach überarbeiteten Oper schonungslose Bilder vom deformierenden Umgang mit Macht.
Marzelline, das einzige Kind des Kerkermeisters Rocco, weist die Heiratsanträge des Gefängnispförtners Jaquino zurück, weil sie sich in Fidelio verliebt hat. Niemand ahnt, dass dieser Fidelio, der zu aller Zufriedenheit Hilfsdienste im Staatsgefängnis versieht, in Wirklichkeit Leonore ist. Sie ist – als Mann verkleidet – auf der Suche nach ihrem Gatten Don Florestan, den der verfeindete Gouverneur Pizarro im Gefängnis verschwinden ließ. Leonore gelingt es, in die geheimsten Kerker vorzudringen und dort Pizarros Mord an Florestan zu verhindern.
Es spielt die Anhaltische Philharmonie unter der Leitung von Daniel Carlberg. Als Solisten hören Sie KS Iordanka Derilova (Leonore), Cornelia Marschall (Marzeline), Kostadin Arguirov (Don Fernando), Andrew Sritheran (Florestan) Ulf Paulsen (Don Pizarro), Daniel Golossov (Rocco), David Ameln (Jaquino).
Für diese Vorstellung bietet das Anhaltische Theater Tickets zum Sonderpreis für 8,- EURO.
Dieses Angebot gilt vom 04. bis 16. Januar 2010.
Tickets erhalten Sie unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Freitag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
28.12.2009, 12:48 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
215
Pressemitteilung vom 28.12.2009
Konzerte im Januar
Das neue Jahr beginnt im Anhaltischen Theater am 1. Januar um 17 Uhr mit einer Aufführung der IX. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Unter der Leitung von GMD Antony Hermus spielt die Anhaltische Philharmonie. Es singen die Damen und Herren des Opern- und des Extrachores sowie Mitglieder des Coruso-Chores. Als Solisten wirken mit: Angelina Ruzzafante (Sopran), Carola Günther (Mezzosopran), Andrew Sritheran / Angus Wood (Tenor) und Ulf Paulsen (Bariton). Noch einmal wird Beethovens letzte Sinfonie am 10. Januar 2010 ab 18.30 Uhr zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters erklingen.
Wenige Tage später, am 14. und 15. Januar 2010, 19.30 Uhr, tritt beim 3. Sinfoniekonzert mit dem Titel „Unsterbliche Liebe“ ein Gastdirigent ans Pult der Anhaltischen Philharmonie. Dirk Kaftan ist seit Beginn dieser Spielzeit Generalmusikdirektor der Stadt Augsburg. In Dessau dirigiert er „Romeo und Julia“, die wohl berühmteste Liebesgeschichte aller Zeiten, in der musikalischen Version Sergej Prokofjews. Die Musik dieses 1935/36 komponierten Balletts erklingt in einer Konzertversion, die weitgehend dem Gang der Handlung folgend die schönsten Abschnitte der Partitur präsentiert. Außerdem auf dem Programm: Mozarts berühmtes A-Dur-Klavierkonzert KV 488, gespielt von Finghin Collins, einem jungen irischen Pianisten, der seit seinem 1. Preis beim renommierten Clara-Haskil Klavierwettbewerb 1999 eine vielversprechende Karriere eingeschlagen hat und mittlerweile bei den besten Orchestern der Welt gastiert. Eröffnet wird der Konzertabend mit Musik des italienischen Barock-Komponisten Giovanni Battista Pergolesi (1710 – 1736), allerdings in jenem neoklassizistischen Klanggewand, das ihr Igor Strawinsky 1919/20 in seinem „Pulcinella“-Ballett verordnet hat.
Im 3. Kammerkonzert des Anhaltischen Theaters im Schloss Georgium, das am 23. Januar, um 15:30 Uhr stattfindet, erklingt ein gegenüber dem Konzertplan geändertes Programm. Weronika Ambrosio und Johannes Schmidt (Violinen), Michiaki Manda (Viola) und Boris Cepeda (Klavier) spielen Duo- und Trio-Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Fuchs, Karol Szymanowski und Antonín Dvorák.
Die jüngsten Konzertbesucher (ab 4 Jahren) sind am 31. Januar sehr herzlich in die Dessauer Marienkirche eingeladen. Um 11 und um 15 Uhr wird dort das von Klaus Wüsthoff für Orchester und Erzähler geschriebene „Kuscheltierkonzert“ aufgeführt. Dirigent ist Daniel Carlberg, Erzähler der 10-jährige Dessauer Schüler Maximilian Schumann.
Worum es geht? Natürlich um Kuscheltiere! Gemeinsam mit dem Orchester erzählt Maximilian von seinen Abenteuern mit Pferd, Eichhörnchen, Fuchs, Bär, Schildkröte, Elefant, Pinguin, Robbe, Papagei und Hase. Wer eines dieser Kuscheltiere daheim hat, bringt es am besten mit ins Konzert! Alle sind gefragt, denn sie alle spielen mit im „Kuscheltierkonzert“.
Tickets erhalten Sie unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Freitag 9:30 bis 20 Uhr
Theaterkasse - nur telefonisch 0340 2511 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
28.12.2009, 09:49 | tags:
Schauspiel
, Diverses
214
Carla Hanus, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Rosslau, 28.12.2009
Sechse bereiten Freude schon vor der Bescherung
Publikum liebt märchenhafte Einstimmung auf Weihnachten - Vorstellung im Theater ist Heiligabend ausverkauft
Für Chantal stand in der Pause schon fest. Die Prinzessin ist ihre Lieblingsschauspielerin im diesjährigen Weihnachtsmärchen. Da konnten sich der Horcher, Keule, der Läufer, der Frostmann, der Bläser und der Soldat in dem Märchen "Sechse kommen durch die ganze Welt" noch so abmühen, das Herz der jungen Zuschauerin schlägt für die Prinzessin.
Als diese dann im weiteren Geschehen sogar noch ihren Hochmut verlor und gern als Siebte mit den sechs Freunden durch die Welt wandern wollte, konnte Prinzessin Victoria die Sympathie noch weiterer Theatergänger gewinnen. Doch einig waren sich die junge Zuschauerschar keineswegs. Auf die Frage der Theaterleute "Mit wem willst Du durch die ganze Welt gehen" erklärte die sechsjährige Amelie überzeugt: "Mit Keule."
Während diese Frage also noch nicht entschieden ist und auch noch bis zum 10. Februar per Brief an das Theater beantwortet werden kann, stimmte das Publikum am 24. Dezember in einem Punkt offenbar überein: Die Aufführung des Weihnachtsmärchens im Anhaltischen Theater gehört am Heiligabend zum Tagesablauf unbedingt dazu. Denn die Vorstellung, die um 10.30 Uhr begann, war ausverkauft.
Am Heiligabend komme im Theater immer eine besondere Stimmung auf, meinte Holger Hauck. Deshalb gehört für ihn - auch ohne Kinder - das Weihnachtsmärchen zum Fest dazu.
Kerstin und Hans-Jürgen Börner können sich gar nicht mehr erinnern, wann sie das erste Mal mit ihren Mädchen im Weihnachtsmärchen waren. "Die Kinder sind damit groß geworden", sagt der Wolfener, dessen Töchter schon Mitte 20 sind. Inzwischen gehören deren Freund beziehungsweise Mann zum Zuschauerkreis.
Auch bei Familie Sporbert aus Lingenau sind die Kinder mit dem Weihnachtsmärchen groß geworden. Seit sieben oder acht Jahren würden sie mit den Leipziger Schwiegereltern Heiligabend ins Theater gehen, überlegt Jana Sporbert und hat auch eine ganz einfache Begründung dafür: "Es stimmt uns immer schon so schön auf Weihnachten ein." An dieser Tradition würde der 13-jährige Björn auch nichts ändern wollen, meint er. Und der elfjährige Niels hat das Märchen der gesamten Familie empfohlen. Er hat die Aufführung schon mit der Schulklasse gesehen und freut sich riesig, dass er nun mit seiner Familie noch einmal in die Vorstellung gehen kann.
Ebenfalls ein zweites Mal verfolgt der sechsjährige Philip die Abenteuer der sechs Freunde auf der Bühne. Nachdem der Junge aus Brück ebenfalls mit der Schule das Dessauer Theater besucht hat, freut sich seine Mutter Anke Habelmann, dass es mit dem Weihnachtsmärchen in der Familie am Heiligabend auch noch geklappt hat. Zumal sich die Brücker hier mit der Zerbster Oma treffen.
Seine Familie im Zuschauerraum hatte einen Tag später auch Jan Kersjes. Indes saß er nicht neben seinen Eltern und seiner Schwester. Jan Kersjes gehörte zu denen, die auf der Bühne standen und der dort schnell lief. Denn sowohl am 24. als auch am 25. unterhielt Kersjes in dem Grimmschen Märchen das Publikum als Läufer. Dennoch feierte er auch im Familienkreis. Nach der Vorstellung am 24. war er samt Weihnachtsbaum in seine Wohnung nach Berlin gereist, um dort seine Eltern aus Holland und seine Schwester aus Frankfurt zu begrüßen und mit ihnen zu feiern. Wobei bei der Bescherung üblicherweise gewürfelt werde und der Sieger das nächste Geschenk austeilen dürfe. Es ist eine Zeremonie, die sich über Stunden hinziehen könne, wie Jan Kersjes erzählte. Zur Tradition in der Familie des Schauspielers gehört außerdem, dass sie am zweiten Weihnachtsfeiertag alle gemeinsam den Zoo besuchen und anschließend gemeinsam chinesisch essen gehen.
Gleichsam seine Weihnachtsgäste wusste Matthieu Svetchine bei "Sechse kommen durch die ganze Welt" am ersten Feiertag im Publikum. Nach der Vorstellung am Heiligabend trafen die beiden Freunde des Darstellers des starken "Keule" in Dessau ein, wo sie abends gemeinsam nach der Bescherung unter dem Tannenbaum ein mehrgängiges Essen genossen. Da sie alle drei große Freunde des Spielens seien, würden sie in seiner Freizeit so manche Stunde damit verbringen, verriet Matthieu Svetchine. Er hatte neben den beiden Märchenvorstellungen auch den "dritten" Feiertag beruflich zu tun. Am Sonntag standen für ihn "Gesänge aus 1001 deutschen Nacht" auf dem Spielplan.
Auf "faule" Tage freute sich Lisa Kudoke, die als Prinzessin im Märchen auftrat. Sie verbrachte den Heiligabend und die Feiertage in Dessau. Gemeinsam mit ihrer Schwester, die aus Münster zu Besuch anreiste, plante sie neben den Auftritten am Heiligabend und am Nachmittag des ersten Feiertages "ein paar erholsame Tage". Die Schwestern hatten sich vorgenommen, gemeinsam zu kochen und es sich gemütlich zu machen. Wie es zu Weihnachten eben sein sollte.
25.12.2009, 14:04 | tags:
Schauspiel
, Diverses
, Pressestimmen
213
Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung,23.12.2009
Übermut weicht ernsteren Tönen
Gastspiel: Internationale Theaterproduktion beendet Deutschland-Tournee mit Vorstellungen im Alten Theater
Der Auftakt ist noch immer pure Provokation. Wieder tritt Niels Bormann vor das Publikum und entschuldigt sich vorauseilend wie rückwirkend - für die unvollendete Arbeit und den seltsamen Humor, aber auch für den Holocaust und die brennenden Asylbewerber-Heime. Dass das Marginale und das Monströse nicht zusammenpassen wollen, aber sich doch aufeinander beziehen, ist an diesem Abend Programm: Denn die "Dritte Generation", die zum Abschluss ihrer von der Kulturstiftung des Bundes initiierten Deutschland-Tour an zwei Abenden im Alten Theater Dessau zu Gast ist, laboriert an den Schnittstellen zwischen eigener Gegenwart und ererbter Geschichte.
Aufbruch und Ankunft
Das war schon beim Festival "Theater der Welt" im Jahr 2008 in Halle so, als sich die deutschen, israelischen und palästinensischen Schauspieler unter der Leitung der Regisseurin Yael Ronen erstmals zusammenfanden - und das ist jetzt, anderthalb Jahre später, ganz anders. Wer noch den Übermut vor Augen hat, mit dem sich das zehnköpfige Ensemble damals auf all die Tabus der unentrinnbaren historischen Verstrickungen stürzte, sieht sich heute mit ernsteren Tönen konfrontiert. Denn zwischen dem Aufbruch und der Ankunft liegt ein Krieg, der vor einem Jahr - am 27. Dezember 2008 - begann und der von den israelischen Streitkräften in zynischer Anlehnung an ein Chanukka-Kinderlied den Namen "Operation Gegossenes Blei" bekam.
Das eigentliche Wunder der "Dritten Generation" ist es, dass sie an dieser Konfrontation der Juden mit den Palästinensern nicht zerbrochen ist, nachdem sie zuvor bereits die Belastungsproben zwischen den deutschen und den israelischen Enkeln der Holocaust-Generation ausgehalten hat. Die Mitwirkenden sind vielmehr aus ihren fiktiven Rollen herausgetreten und haben die Masken fallen gelassen, um mit ihrer Person und mit ihrem Gesicht kenntlich zu werden. Dass sie dennoch radikale Haltungen einnehmen, die nicht unbedingt die eigenen sind, versteht sich in einer theatralen Situation von selbst. Der schärfere Ton aber hat auch mit jener Selbsterkenntnis zu tun, die Ayelet Robinson stellvertretend für alle formuliert - mit der privilegierten Situation eines Künstlers, der sich im deutschen Stadttheater vor den aktuellen Konflikten des Gaza-Streifens geschützt weiß und sie sich dennoch anverwandelt, um den Stummen eine Stimme zu geben.
Dafür geht die "Dritte Generation" dorthin, wo es weh tut - im allabendlichen Spiel wie in der Tournee-Planung, die auch im kommenden Jahr wieder nach Israel führen soll. Die Geschichte jener Jugendlichen, die in einer Art Gedächtnis-Tourismus durch ehemalige deutsche Konzentrationslager geschickt werden, ist in ihrer Mischung aus verordneter Betroffenheit und naivem Selbstschutz so erschütternd wie der Bericht jener palästinensischen Frau, die ihren Sohn über den Tod des Onkels hinwegtrösten will - und statt des zoologischen Gartens nur noch ein Trümmerfeld nach einem Bombenangriff vorfindet.
Notwendiges Gespräch
Man braucht danach das Gespräch, das die Inszenierung aufarbeitet - auch wenn es sich nur um die äußeren Koordinaten des ungewöhnlichen Projekts dreht. Die innere Bewegung nimmt jeder Zuschauer mit nach Hause - so wie die wunderbaren Darsteller, die auch ihre Gemeinschaft als "Work in Progress" in die Zukunft tragen.
21.12.2009, 15:35 | tags:
Ballett
, Anhaltische Philharmonie
, Diverses
212
Pressemitteilung ´vom 21.12.2009
Vorstellungsänderung
Die Vorstellung »Lulu« am 22.12.2009 um 19:30 Uhr fällt krankheitsbedingt aus, stattdessen wird das Weihnachtliche Konzert von der Anhaltischen Philharmonie unter der Leitung von Wolfgang Kluge gespielt.
Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit für das Konzert oder können nach Umtausch der Karte für eine künftige »Lulu«-Vorstellung verwendet werden. Letztgenannter Umtausch sollte bis Ende diesen Jahres erfolgen und kann auch per Post geschehen.
Aus Anlass des 250. Todestages von Georg Friedrich Händel in diesem Jahr ist der erste Teil des Konzertes ganz dem Schaffen dieses Barockmeisters gewidmet. Zwischen den Sätzen eines von Händel selbst aus Oratorienchören zusammengestellten doppelchörigen Orchesterkonzertes singt die Sopranistin Cornelia Marschall Arien aus den Oratorien „Der Messias“ und „Salomo“. Im zweiten Teil dominiert in Werken von Franz Liszt und Otto Nicolai hingegen der romantische Orchesterklang. Die berühmten Weihnachtslieder von Peter Cornelius erklingen in der Orchesterbearbeitung des ehemaligen Dessauer Hofkapellmeisters Franz Mikorey, gesungen von Cornelia Marschall. Schauspielerin Christel Ortmann liest weihnachtliche Texte.
17.12.2009, 13:36 | tags:
Diverses
, Pressestimmen
211
Christoph Funke, Neues Deutschland/ Feuilleton, 17.12.2009
3 G
Schaubühne Berlin
Ist das ernst gemeint? Ein Schauspieler kommt auf die leere, nur mit Stühlen besetzte Bühne, und entschuldigt sich. Für alles, was bald zu sehen sein wird und seiner Meinung nach nicht immer gelungen ist. Für Berichte, Erlebnisse, Gerüchte, Beschuldigungen, die in den nächsten neunzig Minuten zur Sprache kommen. Der hochgewachsene Mime spricht deutsch, holt sich dann aber, nach seinem lässig dahingeplauderten selbstironischen Monolog, eine kleine Schar Verbündeter – israelische, palästinensische und deutsche Spieler, gekleidet in schwarze Hosen und rote T-Shirts mit dem Aufdruck »3 G«. Nun purzeln die Sprachen durcheinander. Die Akteure behaupten ihre nationale Identität, reden, streiten auf englisch, hebräisch, arabisch, deutsch. Geschichte wird hochgeholt, wie sie von Vätern und Großvätern gemacht und erlitten wurde. Und der Umgang mit dieser Geschichte in der Gegenwart.
Die Enkel, Vertreter der »Dritten Generation«, stellen sich den furchtbaren Belastungen im Verhältnis der drei Nationen Deutschland, Israel, Palästina, selbstsicher, wütend, anklagend – und heiter. Der Streit, nicht selten auf die Spitze getrieben, in Prügelei und Slapstick mündend, kippt vom Tragischen ins Alberne, und auch pornografische Blödeleien haben ihren Platz. Es ist ein Spiel – aber auch dieses Spiel stellt sich selbst immer wieder in Frage. Pathos geht nicht durch, jeder Bericht über die Auslöschung der europäischen Juden durch die Nazis, über die Grausamkeit der Kriege zwischen Israelis und Palästinensern, alles Nachdenken über Schuld der Täter und Verhalten der Opfer steht eben auch nahe beim überlegenen Witz, bei einem Humor, der das Furchtbare deutlich macht.
Die zehn Spieler verlebendigen, schlicht und anschaulich, was sich an geistigen, ideologischen Barrieren zwischen Völkern aufbaut. Harmonie stellen sie nicht her. Das Niederreißen der Mauern, wo auch immer sie stehen mögen, gelingt nicht. Alle haben recht, ob Mann, ob Frau, ob noch sehr jung oder etwas älter, woher sie auch kommen, auf welche Weise sie sich zusammengefunden haben mögen. Und – keiner hat recht. Es gibt nicht die Wahrheit, die für alle gilt. Fragen können nicht aus der Welt geschafft werden, sie vervielfachen sich. Auch durch die entschiedene Abwehr von Vergleichen: »Palästinenser sind Palästinenser. Deutschland ist Deutschland und der Holocaust ist der Holocaust. Der Holocaust ist ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der Menschheit.« Daran gibt es nichts zu rütteln. Und doch wollen sich die Spieler einen ihnen gemäßen Umgang mit Kernwahrheiten erstreiten, wollen ihr Verhalten messen an dem, was geschehen ist und noch immer, schon Brecht hat es formuliert, fruchtbar ist.
Sie improvisieren sind frisch und frech – die Stühle, eine Puppe, ein paar Requisiten genügen für den atemverschlagenden Gang durch Zeiten und Kontinente. Die israelische Autorin und Regisseurin Yael Ronen vom Habimah National Theatre of Israel hat das Stück gemeinsam mit einem großen Team und vielen Partnern entwickelt. Den Auftrag dazu gab das Festival »Theater der Welt« in Halle 2008, dort fanden auch die ersten umjubelten Aufführungen statt. Weitere Arbeitsphasen folgten, jetzt ist die »Dritte Generation« an die Berliner Schaubühne als Koproduzent des Unternehmens zurückgekehrt. Aufführungen noch am 19. und 20. Dezember – man sollte sie sich nicht entgehen lassen.
15.12.2009, 10:45 | tags:
Diverses
208
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 14.12.2009
Der Bühnenbaum im Sternenschatten
Weihnachtliches Konzert im Theater zeigt in Vorfreude die virtuosen Lichter des Schulalltags
"Last uns hinübergehen nach Bethlehem". Während beschaulich in die Krippe geblickt wird, tanzen die Stimmen mit den Flöten in die Himmel: "Gloria in excelsis Deo". Als das Vokal- und das Blockflötenensemble das schlesische Weihnachtslied in Weihnachtsrot, Weihnachtsweiß und festlicher Eintracht anstimmten, da hatte das 44. "Weihnachtliche Konzert" der Musikschule Dessau-Roßlau im Anhaltischen Theater schon mit einer sicher musizierten Canzone von Giulio Mussi begonnen. Gemäß der Dramaturgie des Konzertes bekommen sogleich kleine Stühle kurze Beine und auch die Instrumente sind längst nicht ausgewachsen. "Guten Abend, schön' Abend" sagen die Jüngsten. Die Bögen marschieren entzückend im Gleichschritt. Geige, Gitarre, Gesang, Bläser und Akkordeon markieren den großen Bogen am rührseligen, spielerisch arbeitsreichen Beginnen.
Dann zeigt, beinah routiniert swingend, die Nachwuchs-Big Band, dass der Jugend-Big Band würdige Nachkommen erwachsen sind. Schon greift das Nachwuchsorchester unter Leitung von Dagmar Fichtner ins große Welttheater mit einer Bearbeitung von Edvard Griegs Konzertschlagern zum nordischen Faust Peer Gynt. Die Farbpalette scheint angerichtet, in knappen Zügen wird stringent begonnen, Charakteristisches zu fassen. Während des Umbaus moderiert Musikdramaturg Ronald Müller. Diesmal kündigt er zwei 15-jährige Solistinnen an. Johanna Kopf (Klarinette) und Urte Alvermann (Klavier) spielen ganz vertraut, erzählend durchatmend Allegretto grazioso aus der Sonate f-moll von Johannes Brahms.
"Puer natus est" - das Vokalensemble greift sicher in die gehobene Weihnachtsliteratur und die Weihnachtslieder des Fagott-Trios (Josephine Häcker, Tom Lucas Kranhold und Johannes Pein) klingen duftend nach warmem Kerzenschein. "Count Bubba" von Gordon Goodwin: Da öffnet sich der Vorhang. Die Big Band unter Leitung von Detlef Metzner spielt vor himmelblauer Wand, im Vorhimmel gewissermaßen, so konzertant wie hemdsärmlig, so geschliffen wie dynamisch.
Dann stellen die Stars der Schule die Sternchen des weihnachtlichen Bühnenbäumchens in den Schatten. Johanna Distelkamp (Sopran) singt begnadet aus dem Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mannbar, erstaunlich reif, kraftvoll und rund singt Philipp Jekal (Bariton) Peter Cornelius. Begleiter Bastian Matthei saß schon vorher am Klavier, Prélude c-moll von Rachmaninow, so geläufig wie brillant, mehr als technokratische Kühle.
Mit den Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate hat sich Anh Quan Dao (Violine) ein Bravourstückchen auserwählt. Aber er glänzt nicht nur als Virtuose, sondern flüstert auch ohne zu munkeln, so leise, so zart, fiebrig, klar. Lehrer Thomas Benke begleitet auch den nächsten Schüler. Johannes Wagner spielt atemberaubend Rondo. Allegro aus dem Fagottkonzert F-dur von Carl Maria von Weber. Da wird nichts verschwiegen, sondern alles ausgesprochen. Komödiantisch und musikalisch geht es weiter: Alexander Neumann, Ann-Kristin Lamprecht, Kristin Ullmann und Carsten Schaub lassen augenzwinkernd "Bill Bailey" durch die Saxophone wehen.
Am Ende und am Anfang des zweiten Konzertteiles spielt das Orchester unter Friedemann Neef. Zuerst Träume aus Händels Oper "Ariodante". Besonders schön gelingen, wenn man so sagen darf, die Alpträume. "Galopp" und "Marktplatz" aus der Filmmusik "Die Bremse" von Dimitri Schostakowitsch gibt es zum Finale. Die amerikanische Romanvorlage über einen heldenhaften italienischen Freiheitskämpfer war Pflichtlektüre in der Sowjetunion. Das hört man der Musik gar nicht mehr an, schmissige, musikantisch musizierte Dinger. Endlich wird noch "O du fröhliche" vor der Zeit gesungen. Aber einige singen nicht mit, als gelte es, die eine Träne der Rührung aufzusparen für die Christnacht. Die gibt's gewöhnlich am 24. Dezember. Dann beginnt, "o du selige", auch Weihnachten.
13.12.2009, 14:42 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
205
Pressemitteilung vom 11.12.2009
Kulturstiftung des Bundes fördert „Himmel auf Erden“
Der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes hat auf seiner Sitzung
am 10. Dezember 2009 den Antrag des Wittenberg Kultur e. V. für das
internationale Musik-Festival „Himmel auf Erden – Die Religionen der
Welt zu Gast in Luthers Wittenberg“ bewilligt. Damit unterstützt und
ermöglicht die Kulturstiftung des Bundes den Auftakt für dieses
Festival des geistlichen Gesangs in den Jahren 2011 und 2012 mit
jeweils 200 000 Euro.
Die Veranstaltungsreihe, die in Zusammenarbeit mit dem Anhaltischen Theater Dessau und unter der künstlerischen Leitung von dessen Generalintendant André Bücker sowie dessen Generalmusikdirektor Antony Hermus veranstaltet wird, soll im Rahmen
der Luther-Dekade jährlich zunächst bis 2013 stattfinden und das Theaterprojekt „Weltzeit Wittenberg“ flankieren. Sie widmet sich den sakralen Vokalwerken aller Religionen und Kulturen und will im Vorfeld des Reformations-Jubiläums so den Gesang als Ausdruck der Spiritualität betonen. Neben zentralen Werken der christlichen
Tradition soll dabei auch die Musik aus buddhistischen und
islamischen, jüdischen und anderen Kulturkreisen erklingen – ein
Zeichen religiöser Akzeptanz und kultureller Offenheit an der
Geburtsstätte des Protestantismus.
Wittenberg Kultur e. V. und das
Anhaltische Theater Dessau haben sich für „Himmel auf Erden“ mit
Kooperationspartnern wie den Händel-Festspielen in Halle, dem
Kammerorchester Basel und der Lautten-Compagney Berlin
zusammengefunden, mit denen bereits erste Projekte fest verabredet sind. Neben konzertanten Aufführungen wird es im Rahmen des Festivals auch szenische Versionen von großen religiösen Werken geben. Das konkrete Programm des ersten Jahrgangs soll im Sommer 2010 vorgestellt werden, wenn in Wittenberg André Bückers Inszenierung von „Ein neues
Lied wir heben an“ als erster Teil der „Weltzeit“-Trilogie Premiere
hat.
12.12.2009, 09:01 | tags:
Schauspiel
, Schauspiel/Musiktheater
, Diverses
203
Mitteldeutsche Zeitung, 10.12.2009
Gastspiel
Tabus werden gebrochen
Die gefeierte Produktion «Dritte Generation» kommt nach Dessau
Im Juni des vergangenen Jahres blieb dem Publikum in der Werft des neuen theaters Halle das Lachen im Halse stecken. Beim Festival "Theater der Welt" gastierte die junge israelische Regisseurin Yael Ronen mit der Inszenierung "Dritte Generation" in der Saalestadt und begeisterte das Publikum an mehreren Abenden mit ihrem besonderen Projekt. Mehr als ein Jahr später, nachdem die Ronen weiter mit ihrem Team an der Inszenierung gearbeitet hat und es Vorstellungen an der Schaubühne Berlin, im Habima National Theatre of Israel (Tel Aviv) und bei der RuhrTriennale 2009 gab, kommt "Dritte Generation" nun nach Dessau. Am 21. und 22. Dezember wird das Stück um 19.30 Uhr im Studio des Alten Theaters zu sehen sein.
In ihrer international gefeierten Inszenierung, vor immer ausverkauften Häusern, analysiert die Autorin und Regisseurin gemeinsam mit ihrem Team und einer Gruppe von jungen Schauspielern klug und provozierend alle Klischees, von denen das Verhältnis zwischen Juden, Palästinensern, Arabern und Deutschen durchsetzt ist. Die Beteiligten haben sehr unterschiedliche familiäre Hintergründe: Sie sind auf beiden Seiten des ehemals geteilten Deutschlands geboren, sind muslimische und christliche Palästinenser, die mit israelischem Pass in Haifa leben oder sie stammen aus jüdischen Familien unterschiedlicher Herkunft. Neben den gegenwärtigen Konflikten konzentriert sich die Auseinandersetzung auf die Jahre, in denen die Ursprünge für heutiges Selbstverständnis liegen. Begriffe wie Erinnerung, Schuld, Täter und Opfer und ihre Bedeutung werden hinterfragt. Alle Tabus werden so rasant zu Kleinholz verarbeitet, dass der Zuschauer gleichermaßen zwischen befreiendem Lachen und großer Erschütterung schwankt. Entstanden ist ein einzigartiger Theaterabend, der mutig Grenzen überschreitet, so intelligent wie unterhaltsam ist und wohl keinen Zuschauer unberührt lassen wird.
Dank der Kulturstiftung des Bundes, die dem Ensemble eine Tournee durch neun Städte ermöglichte, ist diese wichtige Inszenierung nun auch in Dessau zu sehen, wo die Rundreise ihr Finale erlebt. Die Produktion wird in deutscher, arabischer, hebräischer und englischer Sprache mit deutschen Übertiteln gezeigt.
Im Anschluss an beide Vorstellungen wird es ein Zuschauergespräch mit dem Ensemble geben. Moderiert wird das Gespräch von den Redakteuren Andreas Montag und Andreas Hillger der Mitteldeutschen Zeitung, welche die Stückentwicklung unterstützte.
Das Anhaltische Theater bietet außerdem in Zusammenarbeit mit der Schaubühne Berlin am 22. Dezember, von 10.30 bis 15 Uhr einen Workshop zum Gastspiel "Dritte Generation" an. Auf der Grundlage von Interviews, die Teilnehmer vorab mit ihren Eltern und Großeltern führen, soll untersucht werden, in wie weit die eigene Familiengeschichte mit historischen Ereignissen verknüpft ist und unter welchen Gesichtspunkten diese dann interpretiert werden. Außerdem wird in erbarmungslosen Selbstversuchen nach alltäglichen Rassismen im eigenen Denken und Sprachgebrauch geforscht. Der Workshop wird geleitet von Uta Plate, Theaterpädagogin der Schaubühne Berlin.
Die Teilnehmer sollten zwischen 15 und 25 Jahre alt sein und in Vorbereitung des Workshops ein Interview mit ihren Eltern bzw. Großeltern führen. Am Abend besuchen die Teilnehmer gemeinsam das Gastspiel "Dritte Generation" und das sich anschließende Zuschauergespräch im Alten Theater. Interessenten für den Workshop können sich noch bei Theaterpädagogin Imme Heiligendorff (Telefon 0340 / 2 51 12 16 oder theaterpaedagogik@anhaltisches-theater.de) anmelden.
Karten für das Gastspiel für "Dritte Generation" gibt in der Theaterkasse Rathaus-Center und unter der Nummer 0340 / 2 40 02 58.
12.12.2009, 08:56 | tags:
Spielzeit
, Musiktheater
, Diverses
202
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 12.12.2009
Auch Sinatra-Songs im Repertoire
Operndirektor plaudert am Freitagabend mit dem Sänger Pavel Shmulevich
"Noble Wucht" hat ihm die Kritik attestiert. Von einem "russischen Bass mit unendlicher Tiefe" war die Rede. "Der kraftvolle König Heinrich war bei Pavel Shmulevich in guten Händen", heißt es an anderer Stelle. Shmulevichs Auftritt in der ersten Operninszenierung des Anhaltischen Theaters dieser Spielzeit - Wagners Oper "Lohengrin", inszeniert von Andrea Moses - sorgte für Aufmerksamkeit.
Sarastro in der Zauberflöte
Wie perfekt er sein Fach beherrscht, stellt Pavel Shmulevich als Gastsänger nun bald wieder im Dessauer Theater unter Beweis. In der kommenden Woche singt er in der Mozart-Oper "Die Zauberflöte" den Sarastro. Zuvor jedoch, schon am Freitagabend, wird der junge Russe die ganze Breite seiner stimmlichen Möglichkeiten den Dessauern vorstellen. Im Foyer des Anhaltischen Theaters wird das Spektrum um 20 Uhr "Von Wagner bis Sinatra" reichen, wenn Shmulevich Gast beim Sängerporträt ist und die Fragen von Operndirektor Heribert Germeshausen beantwortet.
Dort wird es wohl erst einmal um St. Petersburg gehen, der Heimat des 1982 geborenen Sängers. Der Gesang, so erzählt er, habe ihn schon sein Leben lang begleitet. In der Musikschule fing seine Profession mit fünf Jahren im Chor an. Seit er 13 ist nimmt Pavel Shmulevich Gesangsunterricht. Schon zu Beginn seines Studiums am St. Petersburger Rimsky-Korsakov-Konservatorium wurde Shmulevich in die Young Singers Academy des Mariinski Theaters aufgenommen. Seit einem Auftritt 2001 als Antonio in "Il viaggio a Reims" sang der Bass Titelrollen in verschiedenen Produktionen am Mariinski Theater und wirkte dort bislang in rund 60 Inszenierungen mit. Mit seinem Haus gastierte er unter Leitung von Valery Gergiev in Frankreich, Japan, den USA, Finnland und London. Neben seiner Arbeit in St. Petersburg gastiert Shmulevich sowohl an Opernhäusern als auch bei Konzerten.
Bis zu seinem Gast-Engagement in Dessau kannte der Sänger Deutschland vor allem von Gesangswettbewerben. Beim Wettbewerb "Neue Stimmen" 2007 kam er in die Endauswahl. Bei einem Meisterkurs im Jahr darauf wurde die Dessauer Bühne auf ihn aufmerksam. Inzwischen pendelt der junge Russe zwischen seiner Heimatstadt und Dessau, am Donnerstag kam er gerade von einem Auftritt in Frankreich wieder zurück in die Muldestadt, wo am Montag die Wiederaufnahmeproben für "Die Zauberflöte" beginnen.
Wunsch sind Wagner-Rollen
Im kommenden Sommer wird Pavel Shmulevich mit seiner Familie Dessau als festen Wohnsitz nehmen, denn ab der kommenden Spielzeit gehört er fest zum Sängerensemble des Anhaltischen Theaters. Nachdem er im "Lohengrin" erstmals Wagner auf der Bühne sang, hofft der Bassist nun auf weitere Rollen in Opern des Komponisten. "Ich würde gern alle Wagner-Rollen meines Faches singen", sagt er. In Dessau werde es künftig so viel Wagner geben, um diesem Traum sehr nahe zu kommen. "Mit den Kollegen hier am Haus herrscht eine tolle Atmosphäre", freut sich Shmulevich schon auf die weitere Zusammenarbeit. Dann wird man den Sänger wohl öfter von einer musikalischen Seite hören, die er gleichermaßen wie das klassische Repertoire schätzt. "Ich liebe den Jazz und die Musik aus Hollywood." So singt er am Freitagabend denn auch Frank Sinatra, zuvor aber gibt er Kostproben seines Könnens mit Arien und Liedern von Mozart, Schubert, Tschaikowski und Bruckner.
Sängerporträt mit Pavel Shmulevich, heute, 20 Uhr, im Foyer des Anhaltischen Theaters
10.12.2009, 17:11 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
200
Pressemitteilung vom 09.12.2009
18. Dessauer Bassgeigenweihnacht – „Bärenstark“
Am Dienstag, dem 15.12.2009, um 18.00 Uhr, findet in der Marienkirche die 18. Dessauer Bassgeigenweihnacht statt. Diese Veranstaltung der Musikschule Dessau – Roßlau gestalten ca. 15 Kontrabassisten aus Dessau und weitere Mitwirkende u.a. mit Violoncello und Flöte.
Unter dem Motto „Bärenstark“ wird die diesjährige Weihnachtsgeschichte zu erleben sein. Musikalisch erzählt wird sie von Schülern der Grundschule am Akazienwäldchen.
Es erklingen Werke von Georg – Friedrich Händel, Johann Matthias Sperger, Giovanni Bottesini und anderen Komponisten aus 5 Jahrhunderten. Mit Mazurka und ungarischem Tanz, als Tierorchester sowie im Ragtime stellen sich die nicht nur bassspielenden Mitwirkenden vor.
Bastian Matthai und Cornelius Tamm als Teilnehmer bei „Jugend musiziert“ 2010 spielen erstmalig einen Ausschnitt ihres Wettbewerbsprogramms.
Natürlich erklingen auch wieder bekannte weihnachtliche Melodien im Bassgeigenorchestersound.
Nach dem Konzert besteht die Möglichkeit zum „Schnupperbass“, anfassen und probieren ausdrücklich erlaubt.
Es wirken mit: Schüler der Musikschule Dessau-Roßlau, Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie Dessau, die Schüler der AG Kontrabass der Grundschule am Akazienwäldchen (ein Projekt des Landesverbandes der Musikschulen Sachsen-Anhalt) sowie Gäste aus der Region.
Natürlich werden auch wieder die kleinsten Kontrabassisten unseres Landes zu erleben sein.
Das Konzert beginnt um 18.00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Am Flügel: Wolfgang Kind
Gesamtleitung: Ingo Burghausen
Die 18. Dessauer Bassgeigenweihnacht ist eine Veranstaltung der Musikschule Dessau – Roßlau mit freundlicher Unterstützung der Stadt Dessau und des Anhaltischen Theaters Dessau.
Weitere Informationen zur Bassgeigengala unter: www.bassgeigengala.de
01.12.2009, 11:12 | tags:
Theaterpaedagogik
, Diverses
186
Pressemitteilung 1.12.2009
WORKSHOP zum Gastspiel „Dritte Generation“
Das Anhaltische Theater bietet in Zusammenarbeit mit der Schaubühne Berlin am 22. Dezember, von 10:30 bis 15 Uhr einen Workshop zum Gastspiel „Dritte Generation“ an. Auf der Grundlage von Interviews, die Teilnehmer vorab mit ihren Eltern und Großeltern führen, soll untersucht werden, in wie weit die eigene Familiengeschichte mit historischen Ereignissen verknüpft ist und unter welchen Gesichtspunkten diese dann interpretiert werden.
Außerdem wird in erbarmungslosen Selbstversuchen nach alltäglichen Rassismen im eigenen Denken und Sprachgebrauch geforscht. Der Workshop wird geleitet von Uta Plate, Theaterpädagogin der Schaubühne Berlin.
Die Teilnehmer sollten zwischen 15 und 25 Jahre alt sein und in Vorbereitung des Workshops ein Interview mit ihren Eltern bzw. Großeltern führen.
Am Abend besuchen die Teilnehmer gemeinsam das Gastspiel „Dritte Generation“ und das sich anschließende Zuschauergespräch im Alten Theater.
Interessenten melden sich bitte bis zum 04.12.2009 bei der Theaterpädagogin Imme Heiligendorff für diesen Workshop an. (Telefon 0340-2511216 oder theaterpaedagogik@anhaltisches-theater.de)
Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos, die Karte für die Vorstellung kostet 7,- €.
01.12.2009, 10:46 | tags:
Spielzeit
, Schauspiel
, Diverses
185
Pressemitteilung vom 1.12.2009
Außergewöhnliche Theaterarbeit zu Gast am Anhaltischen Theater Dessau
Am 21. und 22. Dezember wird um 19:30 Uhr im Studio des Alten Theaters die Inszenierung „Dritte Generation“ der jungen israelischen Regisseurin Yael Ronen gezeigt, die im vergangen Jahr beim Festival „Theater der Welt“ in Halle bejubelt wurde.
In ihrer international gefeierten Inszenierung, vor immer ausverkauften Häusern, analysiert die Autorin und Regisseurin gemeinsam mit ihrem Team und einer Gruppe von jungen Schauspielern klug und provozierend alle Klischees, von denen das Verhältnis zwischen Juden, Palästinensern, Arabern und Deutschen durchsetzt ist. Alle Tabus werden so rasant zu Kleinholz verarbeitet, dass dem Zuschauer das Lachen im Halse stecken bleibt. Entstanden ist ein einzigartiger Theaterabend, der mutig Grenzen überschreitet, so intelligent wie unterhaltsam ist und wohl keinen Zuschauer unberührt lassen wird.
Dank der Kulturstiftung des Bundes, die dem Ensemble eine Tournee durch neun Städte ermöglichte, ist diese wichtige Inszenierung nun auch in Dessau zu sehen. Die Produktion wird in deutscher, arabischer, hebräischer und englischer Sprache mit deutschen Übertiteln gezeigt.
Im Anschluss an beide Vorstellungen wird es ein Zuschauergespräch mit dem Ensemble geben. Moderiert wird das Gespräch von den Redakteuren Andreas Montag und Andreas Hillger der Mitteldeutschen Zeitung, welche die Stückentwicklung unterstützte.
Eine Koproduktion der Schaubühne mit dem Habima National Theatre of Israel [Tel Aviv] und der RuhrTriennale 2009, im Auftrag von Theater der Welt 2008 in Halle, mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und des Goethe-Instituts.
Karten unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Freitag 9:30 – 20 Uhr
Theaterkasse - Nur Telefonisch 0340 2511 – 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
24.11.2009, 12:04 | tags:
Spielzeit
, Schauspiel
, Diverses
, Pressestimmen
176
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 24.11.2009
Alle Schauspieler begegnen sich
Andrea Moses zeigt am Mittwoch im Bauhaus Peter Handtkes berühmtes Stück ganz ohne Worte
Die Gattung Performance hat es in Dessau schwer, kommt sie dann noch im Kontext mit dem Bauhaus daher, bewegt sich die Zuschauerzahl selten über dem zweistelligen Bereich. Das musste auch das Tanz- und Performance-Festival "Figurenräume - Raumfiguren" erfahren, nachdem am Wochenende die ersten Programmpunkte gezeigt wurden. Unbeirrt von erschreckend niedrigen Besucherzahlen geht es diese Woche jedoch weiter. Schließlich kann die Resonanz nur besser werden.
Gut vorbereitet lässt sich am Mittwoch das Gastspiel von "Im (Goldenen) Schnitt I. Durch den Raum, durch den Körper" um 19 Uhr in der Marienkirche erleben, denn schon am Dienstag um 19 Uhr wird Dirk Scheper im Meisterhaus Muche / Schlemmer über die Inszenierung sprechen. Dirk Scheper, Sohn des Bauhausmeisters Hinnerk Scheper, ist ein ausgewiesener Kenner des Werks von Oskar Schlemmer. Er übernahm die Produktionsleitung für Gerhard Bohners (1936-1992) Choreographien - darunter die Rekonstruktion des "Triadischen Balletts" oder den Solotanz "Im (Goldenen) Schnitt I", der am Mittwoch in der Marienkirche gezeigt wird.
Cesc Gelabert wird dieses Solo von Gerhard Bohner tanzen. In Zusammenarbeit mit der Gelabert-Azzopardi Companyia de Dansa aus Barcelona unternahm die Berliner Akademie der Künste die erste Rekonstruktion eines Solotanzes von Bohner. Cesc Gelabert, seit seinem Debüt beim Akademie-Festival 1985 regelmäßig in Berlin arbeitend, hat "Im (Goldenen) Schnitt I" nach dem Material der Berliner Videofilmerin Cosima Santoro rekonstruiert. Ansatz für die 1989 entstandenen drei Versionen von "Im (Goldenen) Schnitt" war Bohners Interesse an der Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern, das zu Bühneninstallationen von drei Künstlern führte. In der ersten im Mai 1989 im Studio der Akademie der Künste uraufgeführten Version reagiert der Tänzer auf einen von der Darmstädter Bildhauerin Vera Röhm gestalteten Raum aus begehbaren Konstellationen von Holz-Plexiglas-Pfeilern. Bei dem Solo erklingt Johann Sebastian Bachs "Das Wohltemperierte Klavier", Präludium und Fuge 1-12 in einer Einspielung von Keith Jarrett.
Cesc Gelabert ist gegenwärtig einer der wichtigsten Choreografen und Tänzer des modernen Tanzes in Spanien. Er lässt sich nicht einfach einer Richtung zuordnen, stattdessen hat er einen eigenen Stil geschaffen. Seine Choreografien nehmen historische Symbole zum Ausgangspunkt. 1986 gründete er seine eigene Tanz-Compagnie.
Direkt von Cesc Gelaberts Tanzsolo kann das Publikum am Mittwochabend in das Bauhaus wechseln, wo es um 21 Uhr in seiner gesamten Masse dem Schauspielensemble des Anhaltischen Theaters begegnet. Innerhalb des Haus[funk]abends "Figur-Raum-Bewegung"
wird Dessaus Chefregisseurin Andrea Moses Peter Handkes Schauspiel "Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten" als Performance inszenieren. "Eine einmalige Gelegenheit, alle unsere Schauspieler kennen zu lernen", warb Moses bereits bei der Eröffnung des Festivals für diesen außergewöhnlichen Abend.
Peter Handke schuf mit "Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten" ein ganz besonderes Theaterstück, denn es kommt völlig ohne Text aus. Das Stück besteht einzig aus einer 60-seitigen Regieanweisung, die die Begegnungen und Begebenheiten beschreibt. Handke webt aus vielen kleinen Szenen eine Stunde, die einen Querschnitt durch die Gesellschaft und das Leben zeigt. Er beschreibt den Weg des Theaters in die Sprache, das Spiel steht im Vordergrund. Auch das Bühnenbild ist im Original des Dichters ein völlig freier Platz. Am Mittwochabend im Bauhaus wird dieser nun auf der Bühne entstehen. Mehr als ein Dutzend Akteure spielen Alltägliches, begegnen einander, helfen sich gegenseitig, behindern sich, verlieben sich, schließen sich zu Gruppen zusammen und lösen sie wieder auf.
Die Möglichkeit, Teil einer multimedialen Performance zu werden, bietet den Festivalgästen dann am Donnerstag der Workshop (14 bis 17 Uhr) "Interaktive intermediale Performance", gehalten von Jörg U. Lensing und Thomas Neuhaus. Lensing ist gemeinsam mit Sylvia Wanke am Abend um 19 Uhr auch Gast des Festivalcafés, zu dem in den Bauhausklub eingeladen wird. Beide widmen sich der Bauhausbühne in einer Spurensuche und werden davon berichten.
23.11.2009, 11:57 | tags:
Diverses
173
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 23.11.2009
Rollender Gedächtnisort erinnert an dunkles Kapitel
«Zug der Erinnerung» auf Gleis 3 des Hauptbahnhofs erzählt von Deportationen von Kindern aus Deutschland und Europa
Am Samstag, kurz vor Mitternacht fuhr der Zug auf Gleis 3 des Dessauer Hauptbahnhofes ein. Das Pfeifen der Dampflok kündete von der Ankunft. Früh am Morgen war die Feuerwehr da und sorgte für den Stromanschluss. Binnen einer Stunde zählte Ute Schilde rund 50 Besucher. Sie nennt den Empfang in der Stadt tatkräftig und herzlich. Ute Schilde begleitet den "Zug der Erinnerung". Am Sonntag am frühen Nachmittag wurde er auf dem Dessauer Bahnhof offiziell begrüßt, noch am Montag und Dienstag hat man Gelegenheit, die Ausstellung in den beiden Waggons zu besuchen.
Den "Zug der Erinnerung" gibt es seit zwei Jahren. Er leistete das, wozu die Deutsche Bahn nicht in der Lage war, er arbeitet die Geschichte des Unternehmens auf, die dunklen Kapitel der Reichsbahn in der NS-Zeit. Der "Zug der Erinnerung" erzählt von den Deportationen der Kinder aus Deutschland und Europa. "Es ist wichtig, der Opfer zu gedenken, deren Schicksale lange im Dunkeln lagen", sagte am Sonntag Bernd Wolfram, der als Vertreter der Stadtverwaltung den "Zug der Erinnerung"
begrüßte und gemeinsam mit Günter Ziegler vom Kulturamt maßgeblich dafür sorgte, dass der rollende Gedächtnisort in Dessau Station machen konnte. "Wir sehen ihr Hiersein als Verpflichtung, weiter an der Aufarbeitung unserer schwierigen deutschen Geschichte tätig zu sein", sagte er. Für die beiden Aufenthaltstage des "Zuges der Erinnerung" kündigte er rund 350 Schüler aus Dessau und Roßlau an, die sich die Ausstellung ansehen wollen.
Für den "Zug der Erinnerung" ist Dessau die 112. Station, rund 350 000 Besucher sahen seit dem Start der Rundreise durch Deutschland eine bewegende Schau, die aus einer anonymen Masse von Opfern und aus puren Zahlen einzelne Schicksale herausschält. "Entrechtung, Isolation, Vertreibung" ist die Zeit von 1933 bis 1939 überschrieben, die mit wenigen Worten in das Thema einführt, um gleich darauf den Blick auf einzelne Geschichten zu lenken. Da erfährt man von den jungen Leuten Rudi und Helga, beide Juden, und ihrer "Liebe bis zum Ende" in einem Konzentrationslager. An Sinti-Kinder aus Dreihausen wird erinnert. Man liest die letzte Karten eines Mädchens, geschrieben an die Freundin und aus dem Deportationszug geworfen. Vom freudigen Wiedersehen in Holland ist da noch die Rede. Vor den Tafeln und Bildern, wohl auf der letzten Zugstation in Blankenburg hingelegt, welken Rosen. Im Gang des Waggons schauen den Besucher fensterfüllend Kindergesichter an, fröhliche Gesichter auf Fotos, die aufgenommen wurden, bevor das Leben dieser jungen Menschen zerstört wurde.
Es gibt keine genauen Zahlen, wie viele Kinder in der NS-Zeit mit Deportationszügen der Reichsbahn in den Tod geschickt wurden. Zwischen Oktober 1940 und Dezember 1944 deportierten die NS-Behörden mehrere hunderttausend Kinder, Schätzungen sprechen von über einer Million. "David" war der Deckname dieser Aktion, bei der die Reichsbahn-Züge die Vernichtungslager im Osten ansteuerten. Für die Täter, die der zweite Waggon im "Zug der Erinnerung" benennt, war die Deportation zumeist nur ein logistisches Problem, das Lösungen erforderte. Man sieht einen kurzen Videoausschnitt, in dem ein alter Mann von den Vernichtungslagern erzählt: "Treblinka und wie sie alle hießen. Für uns waren sie ein Ziel, weiter nichts".
"Verdrängen und Vergessen" und "Schuld & Schulden" heißen die letzten Abteilungen im Ausstellungszug, entstanden sind sie erst während der Fahrt. Sie machen deutlich, wie schwer es sich die Deutsche Bahn als Nachfolger der Reichsbahn noch immer mit der Aufarbeitung der eigenen Geschichte macht. 1985, als 150 Jahre Eisenbahngeschichte gefeiert wurden, lobte ein Film die NS-Zeit als eine Periode des technischen und wirtschaftlichen Erfolges im Unternehmen. Zeitungsausschnitte dokumentieren, welche Hindernisse die Akteure des "Zuges der Erinnerung" bewältigten, um diesen auf den Weg zu bringen. Beschämend ist es nach wie vor, dass täglich 500 Euro als Standgebühr auf den Bahnhöfen gezahlt werden müssen und erhebliche Summen für die gefahrenen Kilometer.
Das ist umso befremdlicher, wenn man weiß, wie die Reichsbahn damals mit den Deportationen Geld verdiente. Dokumentiert wird dies im Ausstellungsteil "Schuld & Schulden" und in einem erst Anfang des Monats vorgestellten Gutachten. Demnach erhob die staatliche Reichsbahn für die Fahrten nach Auschwitz und in die anderen Todesstätten pro Person und Kilometer zwei Pfennige (etwa zwölf Cent). Ein Todestransport aus Berlin (1 033 Deportierte in das Ghetto Lódz) brachte der Reichsbahn nach heutiger Währung rund 63 000 Euro ein, für eine Massenabschiebung aus Hamburg (1 004 Deportierte nach Minsk) verbuchte sie Einnahmen in Höhe von rund 190 000 Euro heutiger Währung. Die Fahrtkosten ließ sich die Reichsbahn von den Opfern bezahlen. Die Forscher errechneten Reichsbahn-Einnahmen von mehr als vier Millionen Euro. Die Bahn-Deportationen in Polen beziffert das Gutachten mit einer zweistelligen Millionensumme. Schuldner der Gesamteinnahmen, die das Gutachten in heutiger Währung ausweist, seien die deutschen Bundesministerien für Verkehr und Finanzen. Immerhin hat die Deutsche Bahn AG schon einmal 175 000 Euro für den vom "Zug der Erinnerung" initiierten Hilfsfonds gezahlt, der für die Überlebenden der Deportationen eingerichtet wurde.
Der "Zug der Erinnerung" kann am Montag und Dienstag, von 9 bis 19 Uhr, auf dem Gleis 3 des Dessauer Hauptbahnhofes besucht werden.
21.11.2009, 10:18 | tags:
Spielzeit
, das neue Team
, Diverses
, Pressestimmen
172
Thomas Steinberg, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 21.11.2009
Zwischen Diskurs und Diskussion
Der Intendant des Anhaltisches Theaters blickt im Gespräch auf die ersten 100 Tage im Amt zurück
Seit 100 Tagen ist der neue Intendant des Anhaltischen Theaters André Bücker im Amt. Über den Start, Veränderungen am Theater, Reaktionen des Publikums und Zukunftspläne sprach Thomas Steinberg mit ihm.
Unter den Besucherkommentaren auf der Website des Anhaltischen Theaters findet sich die Klage, wohl mehr am hemdsärmeligen Publikum interessiert zu sein denn am treuen. Herr Bücker, wollen Sie die Abendroben aus dem Theater verbannen?
Bücker: (lacht) Nein, überhaupt nicht, ich hab auch nicht den Eindruck, dass die Abendrobe verdrängt ist. Wir haben zum Beispiel die Operngala - übrigens zwei Mal gespielt, zwei Mal ausverkauft - wo es durchaus festlicher zugeht, aber auch junge Leute kommen, und die sind, glaube ich, ein bisschen gemeint mit dem Begriff hemdsärmelig. Wir wollen das Festliche weder verbannen noch das Hemdsärmlige vorschreiben: Aber die Leute gehen heute ja auch anders in Theater, sie kommen, wegen dem was es zu sehen gibt.
Ohne die alten Geschichten aufzurollen - dennoch: der Start war für die Neuen alles andere als unkompliziert. Es gab sehr viel Skepsis, nicht zuletzt im Haus. Wie schätzen Sie heute das Klima im Theater ein?
Bücker: Als ausgezeichnet. Wir haben das Premierenwochenende auf die Agenda gehoben, um zu zeigen, hallo, hier sind wir, hier passiert was Neues. Das hatte Wirkung nach außen und innen. Es hat das Haus an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht, aber es haben alle Mitarbeiter an einem Strang gezogen. Wir haben gemeinsam gearbeitet und konnten uns gemeinsam freuen. Ich bin sehr stolz darauf, was dieses Haus geleistet hat, und glaube, das sehen fast alle Mitarbeiter genauso.
Skeptisch zeigten sich auch Teile des Stammpublikums. Bei der Premiere des "Lohengrin" konnte man den Eindruck gewinnen, die Buhrufe galten nicht nur der Regisseurin Andrea Moses, sondern insgesamt den Veränderungen am Theater. War der Lohengrin gedacht als ein bewusster Bruch mit der Ära Felsenstein?
Bücker: Das würde ich überhaupt nicht so sehen. Es gab keinerlei Kommentarebene in der Inszenierung zu dem, was vorher hier auf der Bühne stattgefunden hat. Ich finde, der Lohengrin ist eine handwerklich sehr gut gemachte, kluge Inszenierung, hervorragend musiziert mit tollen Sängern - dieser Lohengrin steht für sich. Diejenigen, die den Lohengrin kritisieren, haben anscheinend die Bravo-Rufe nicht gehört. Die Oper verkauft sich hervorragend, die Leute kommen auch aus Berlin, Leipzig, Halle, teilweise aus Süddeutschland, aus Österreich. Diese Aufführung hat eine große Kraft entwickelt und eine enorme Aufmerksamkeit erregt in der Theaterlandschaft, was natürlich positiv auf die Stadt zurückfällt.
In den Kritiken der regionalen Medien wird derzeit immer wieder Bezug genommen auf die jüngere Vergangenheit, meist, um mit ihr abzurechnen. Wie gehen Sie damit um?
Bücker: Ich mache nicht ein bestimmtes Theater, weil es vorher ein anderes gegeben hat. Die Vergangenheit interessiert mich als die Geschichte eines Ortes, dessen kulturelle Linien und Wurzeln, nicht als eine bestimmte Theaterästhetik, die man aufarbeiten müsste oder gegen die man anarbeiten müsste. Es gibt gewisse Traditionslinien in Dessau: Wagner, Weill, überhaupt das große Musiktheater - das wollen die Leute hier sehen. Das zu zeigen, ist auch unserer Anspruch.
Was auffällt: Mit den "Gesängen aus 1001 deutschen Nacht" ist das Theater in die Stadt gegangen, beim ersten Sinfoniekonzert hat Antony Hermus für Dvoráks "Te Deum" alle größeren Laien-Chöre der Stadt eingeladen. Waren das einmalige Aktionen oder ist dies Programm, einerseits das Gehäuse Theater zu verlassen, andererseits Leute als Mitwirkende ins Theater zu holen, die auch nur im entferntesten etwas damit zu tun haben könnten?
Bücker: Ja, das ist durchaus programmatisch. Wir werden in der Spielzeit noch ein Schauspielprojekt haben, bei dem Laien und Profis zusammen auf der Bühne stehen, wir hatten das 89jetzt!-Projekt, wo wir mit Menschen in der Stadt Kontakt gesucht hatten, wir werden ein Scratch-Konzert haben, wo Sangeswillige und -wütige gemeinsam mit unserem Generalmusikdirektor Antony Hermus die Carmina Burana einstudieren.
.innerhalb von 24 Stunden.
Bücker: .genau, innerhalb von 24 Stunden. Diese Beteiligungsprojekte - ob nun Simon Rattle mit "Rhythm is it" oder Rimini-Protokoll mit den Experten des Alltags - haben ja immer mehr Einzug gehalten, gerade bei Stadttheatern. Sie sollen aber in keiner Weise die festliche Opernaufführung ersetzen, aber es ist eine Bereicherung im Diskurs über das, was Theater sein soll. Theater hat einen Bildungsauftrag und kann eine gesellschaftliche Funktion wahrnehmen, ein Ort des Diskurses und der Diskussion sein über zeitgenössische Themen, über Ästhetik.
Und dazu müssen wir die Menschen erreichen und faszinieren, was nicht nur über Zuschauen, sondern ebenso über Mitmachen funktioniert, wie sich in den theaterpädagogischen Programmen zeigt. Da passiert unheimlich viel: so wie es wertvoll ist, wenn Kinder ein Instrument erlernen, ist es wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung, wenn man Theater spielt, sich in andere Figuren, in andere Menschen hineinversetzt.
Wie versucht das Schauspiel das Verhältnis zwischen dem Großen Haus und dem Alten Theater auszusteuern? Welche Funktionen haben beide Bühnen?
Bücker: Die große Bühne ist eine große handwerkliche Herausforderung, sowohl für die Schauspieler als auch für den Regisseur. Schauspiel muss natürlich seinen Platz auf der großen Bühne haben, und ich wünsche mir, dass wir fürs Schauspiel noch mehr Leute begeistern können. Gerade hier ist es wichtig, die großen Klassiker zu zeigen, auch das Märchen mit seiner großen Tradition in Dessau.
Das Alte Theater wiederum ist eher eine Experimentierstätte für Formate, die man auf der großen Bühne gar nicht machen kann, für Gegenwartsstücke, zeitbezogenes Theater, für Uraufführungen wie Einar Schleefs "Abschlussfeier". Ich möchte das Alte Theater noch stärker zu einem Ort entwickeln, wo man einfach so hingeht, abends vorbeischaut und guckt: ist was los? Oder man einfach ein Bier trinkt.
Im Alten Theater laufen mit der Mono-Oper "Anne Frank" und "Der Kick" Stücke, bei denen der Unterhaltungscharakter ganz klar im Hintergrund steht. Wie geht das Publikum damit um?
Bücker: Das ist interessant: Gerade "Der Kick" läuft gut, vor allem durch Schulen, aber auch im Abendprogramm. Ich denke, es gibt neben dem Bedürfnis nach Unterhaltung auch ein großes Bedürfnis nach der Beschäftigung mit den ernsten, wichtigen Themen auf dem Theater.
Das Puppentheater hatte zu Beginn der Saison noch etwas Schonung, ist jetzt mit der Weihnachtszeit verstärkt gefragt. Wie steht es um dessen Zukunft, da ja die Kooperation mit Magdeburg auslaufen soll?
Bücker: Die Kooperation besteht in dieser Spielzeit, und das Puppentheater wird auf jeden Fall bestehen bleiben, auch in einer Zusammenarbeit mit Magdeburg. Wie eng diese sein wird, wird sich zeigen.
Das Theater zeigt sich jetzt häufiger mit Formaten, die es bislang eher selten gab, etwa mit Talk-Shows. Doch nach dem Auftakt zur Reihe "Contrapunkt - Talk für Toleranz und Demokratie"" der ja von Publikum.
Bücker: .dazu möchte ich lieber nichts sagen, ach Gott, furchtbar.
.als Debakel empfunden wurde, muss ich fragen: Es wird ja wohl keine Fortsetzung geben?
Bücker: Ja, scheitern als Chance. Da sehe ich nach dem Auftakt keine Chance, es unter dem Label und in dieser Konstellation weiterzuführen.
Frage zum Funk-Projekt - das erscheint momentan leicht verrauscht.
(lacht) Ja, das hat Funk als analoges Sendemedium so an sich. Es ist ein großartiges Projekt, vor allem, weil wir dabei so eng mit dem Bauhaus zusammenarbeiten.
Es verästelt sich fast unbemerkt in ganz viele andere Veranstaltungen, deshalb ist Funk auf den ersten Blick nicht scharf umrissen erkennbar. Hier, zum Beispiel beim Bauhaus-Tanzfestival, gibt es zwei Projekte, die maßgeblich durch Funk initiiert oder inspiriert sind. Surpremalevich gehört dazu und auch das, was Andrea Moses auf der Bauhausbühne macht; es gab diverse Konzepte, Lesungen, Interviews; das Tolle ist die immer stärkere Bindung vor Ort, an Akteure vor Ort. "Hermes in der Stadt" - eine Tanzperformance mit dem Bauhaus.
Stichwort Tanztheater: Auch hier ist eine deutlich andere künstlerische Handschrift erkennbar; wie hat das Publikum reagiert? Gregor Seyffert war ja außerordentlich beliebt mit seinen Arbeiten.
Bücker: Wir haben insgesamt einen scharfen Schnitt gemacht und es sind viel diskutierte Wechsel vollzogen worden, auch strukturelle, was anfangs teilweise ja massiv skeptisch aufgenommen wurde. Das Schöne war, dass alle Sparten sich auf den Punkt hervorragend präpariert präsentieren konnten. Und da ist Tomasz Kajdanski unbedingt zu nennen mit seiner "Lulu", einem Stück mit hoher Energie, Erzähllust, mit einer großen Sinnlichkeit und mit einem phantastisch aufgelegten Orchester unter unserem Ersten Kapellmeister Daniel Carlberg, so dass klar wurde, es steht für sich und muss sich nicht an Vorgängern messen lassen.
Mit Irritation ist aufgenommen worden, dass es zwei, drei Wochen nach Spielzeitbeginn hieß: Moses geht - die leitende Regisseurin für Schauspiel und Musiktheater wird nach Stuttgart wechseln. Führt Herr Bücker schon Verhandlungen über eine neue Intendantenstelle?
Bücker: Na ja, Moses geht nicht ganz. Andrea Moses wechselt zur Spielzeit 2011 / 12 als Chefregisseurin an die Staatsoper nach Stuttgart, was phantastisch ist, wird dort zwei Inszenierungen machen und hier eine pro Jahr. Dieses Team, das sich hier gefunden hat ist großartig - das Zusammenspiel funktioniert sehr gut.
Der zweite Teil der Frage galt Ihnen.
Bücker: Mir? Ach, das hatte ich gar nicht verstanden. (lacht) Ich habe einen Vertrag bis 2013 und den werde ich erfüllen.
18.11.2009, 19:42 | tags:
Funk
, Diverses
, Pressestimmen
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 18.11.2009
Vom 18. November bis zum 5. Dezember in Dessau
Ein bewegtes Thema krönt das Finale im Bauhausjahr
Veranstaltungen richten ab Freitag den Fokus auf die Bauhausbühne
Im Bauhausjahr 2009 hat man Design gesehen und Architektur bewundert, man hörte von Ideen und Programmatik, hat sich von Kunst begeistern und von Persönlichkeiten beeindrucken lassen. Was bis dato fehlte, war die Bühne. Die historische Bauhausbühne gibt es nur einmal, nur im Bauhausgebäude in Dessau. Und eben dort veranstaltet die Stiftung Bauhaus Dessau gemeinsam mit der Stadt und dem Anhaltischen Theater zum Ausklang des Bauhausjahres ihr erstes internationales Tanz- und Performancefestival "Figurenräume - Raumfiguren". "Wir haben bewusst ein sehr lebendiges Thema gewählt, um zu zeigen, dass Dessau auch ein lebendiger Ort in der Auseinandersetzung ist", erläutert Pressesprecher Ingolf Kern den Ansatz des Festivals.
Ab Freitag und bis zum 5. Dezember machen rund 30 Veranstaltungen die Geschichte und Gegenwart der Bauhausbühne zum Thema. In Aufführungen, Gesprächen und Vorträgen gibt es Spektakel und Unterhaltung, aber auch ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bauhausbühne als Laboratorium für Bewegungskunst.
Eröffnet wird das Festival am Freitag um 19 Uhr von Regina Bittner, stellvertretende Direktorin der Stiftung Bauhaus. Gleich im Anschluss folgt die Uraufführung von "Supremalevich - eine [Funk]oper in fünf Akten". "Supremalevich" wird am Freitagabend auf der Bauhausbühne aufgezeichnet und live im Internet übertragen. Die Oper - eine Collage aus Szenen, Eindrücken und Atmosphären aus Kasimir Malewitschs kosmischen Visionen - bezieht sich auf die einzige Auslandsreise, die Malewitsch 1927 unternommen hat, um unter anderem auch das Dessauer Bauhaus zu besuchen. Sie präsentiert in fünf Akten fünf Arten ihn zu loben: seine Ankunft, sein Glauben, sein Schweben, seine Standpunkte und seine Nützlichkeit. Im Anschluss an diese Koproduktion mit dem Anhaltischen Theater und dem Kunstmuseum Lodz wird zu einer großen Eröffnungsparty um 21 Uhr eingeladen.
Das erste Festivalwochenende beschert den Besuchern zudem ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Am Sonnabend, 19.30 Uhr, gastiert nach langer Pause das Theater der Klänge wieder in der Stadt, diesmal jedoch auf der Bühne des Anhaltischen Theaters. Dort zeigen die Künstler einen dreiteiligen Abend, unter anderem mit Ausschnitten ihres legendären "Mechanischen Balletts", das man innerhalb des Festivals am 28. November noch einmal komplett sieht.
Weiterhin reicht das Bühnenprogramm bei "Figurenräume - Raumfiguren" vom Solotanz bis zum mechanischen Ballett. Exklusive Sonderführungen mit Musik und Filmen finden im Bauhausgebäude statt, Vorträge und Gespräche zur Vergangenheit und Gegenwart der Bauhausbühne, vor allem aber Tanz, Schauspiel und Performance machen das Festival zum wichtigsten Ereignis der Bauhausbühne im Jubiläumsjahr. An mehreren Tagen wird es begleitende Festivalcafés mit geladenen Gästen geben. Zentraler Ort für diese Treffen ist der Klub des Bauhauses. Dort haben Besucher die Möglichkeit für Diskussion und Kommunikation mit den Veranstaltern, Künstlern und anderen Gästen.
Zum Finale des Festivals am 5. Dezember erwarten die Besucher ab 19 Uhr Performances und Installationen, zuvor werden an diesem Tag noch zwei neue Ausstellungen des Bauhauses eröffnet.
Das Programm und alle Details zum Festival gibt es im Internet.
17.11.2009, 21:41 | tags:
Ballett
, Diverses
169
Pressemitteilung vom 17.11.2009
Ballettensemble des Anhaltischen Theaters und Schüler des Gymnasiums Philantropinum
begegnen sich im gemeinsamen Training
Am Dienstag, den 24.11.2009 findet für die Schüler der Tanzgruppen des Gymnasiums
Philantropinum eine besondere Tanzprobe statt. Unter der Leitung von Ballettchef Tomasz
Kajdanski bekommen die Schüler im gemeinsamen Training mit dem Tanzensemble des
Anhaltischen Theaters einen Einblick in die „Sprache des Tanzes“: Welche Aussagen und
Hintergründe haben bestimmte Bewegungen, welcher Symbolgehalt steckt in einer
Choreografie? Um diese und viele andere Fragen zum großen Thema Tanz geht es an diesem
Nachmittag im Ballettsaal des Philantropinums – und um die Inszenierung „Lulu“, aus der das
Ensemble den Schülern Ausschnitte zeigt und sie somit auch auf die nächste Begegnung mit
dem Ballett vorbereitet: Dem Vorstellungsbesuch dieser Inszenierung im Theater.
Mit LULU - Tanztheater Uraufführung nach Frank Wedekind, einem 90 minütigen Tanzthriller,
gaben Kajdanski und sein Ensemble ihr bejubeltes Debüt in Dessau.
Das gemeinsame Training wird in zwei Gruppen stattfinden: von 15.30 Uhr - 16.30 Uhr für die
SchülerInnen der Klassenstufen 5-7 und von 16.30 Uhr - 17.30 Uhr für die SchülerInnen der
Klassenstufen 8-11.
Nur dreimal wird in diesem Jahr die Inszenierung noch auf der Bühne im Großen Haus zu
erleben sein:
13.12.09, 19:30 Uhr | 28.11.09, 19:30 Uhr | 22.12.09, 19:30 Uhr
Karten unter:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Montag bis Freitag 9:30 – 20 Uhr
Theaterkasse - Nur Telefonisch 0340 2511 – 333 Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
17.11.2009, 21:38 | tags:
Spielzeit
, Funk
, Diverses
168
Pressemitteilung vom 17.11.2009
Uraufführung supremalevich: eine [funk]oper in fünf akten oder "fünf Arten Kasimir Malewitsch zu loben"
Am 20. November um 19:00 Uhr wird die Produktion supremalevich: eine [funk]oper in fünf akten oder "fünf Arten Kasimir Malewitsch zu loben" in einer Uraufführung auf der Bauhausbühne zur Premiere gebracht. Die [funk]oper supremalevich, welche in einem Studio auf der Bauhausbühne aufgezeichnet und live im Internet übertragen wird, bezieht sich auf die einzige Auslandsreise, die Kasimir Malewitsch im Jahr 1927 unternommen hat, um unter anderem auch das Dessauer Bauhaus zu besuchen. Sie präsentiert in fünf Akten fünf Arten ihn zu loben: seine Ankunft, sein Glauben, sein Schweben, seine Standpunkte und seine Nützlichkeit. Dabei werden
Malewitschs Visionen einer suprematistischen Kunst, die die Welt und den Menschen umfassend
verändern sollten, stimmlich und gestisch, plastisch und figürlich, tänzerisch und musikalisch neu übersetzt sowie in die Dessauer Gegenwart geholt. Das Projekt wurde durch Iwona Malevicz -
eine Großnichte von Kasimir Malewitsch - inspiriert, von Dessauer Bürgern unterstützt und soll im September 2010 im Muzeum Sztuki in Lodz als performative Installation eine Fortsetzung
erfahren. Während der Aufführung auf der Bauhausbühne werden Künstler in Bratislava via
Internet beteiligt sein.
Supremalevich ist eine Koproduktion der Stiftung Bauhaus Dessau, des
Anhaltischen Theaters Dessau und des Kunstmuseums Lodz (Polen), mit Unterstützung der Malewitsch-Kunst-und Kulturförderung e.V. Düsseldorf und Teil des [funk]projektes, das im
Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird.
Leitung: Torsten Blume | Konzept: Torsten Blume, Marold Langer-Philippsen, Michael Nocon |
Szenische Einrichtung Schauspiel: Martin Neuhaus | Szenische Einrichtung Tanz: Torsten Blume
| Dramaturgie: Maria Viktoria Linke | Video und Sound: Marold Langer-Philippsen, Shintaro Imai
Mitwirkende:
Schauspiel: Christel Ortmann, Hans-Jürgen Müller-Hohensee | Ballett: Joe Monaghan, Johan
Plaitano, Kengo Yamazaki, Gabriella Gilardi, Anis Kajdanski-Tasarz, Yulia Gerbyna, Sarah
Kirchner | Gesang: Mila Kaiyama | Musiker in Bratislava
Weitere Termine: 21.11.09, 21 Uhr Bauhausbühne
Eintritt: 10,-/ 7,- Euro
Karten unter: Stiftung Bauhaus Dessau 0340 – 65 08 250
17.11.2009, 14:25 | tags:
Diverses
, Pressestimmen
167
Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung, 17.11.2009
Wie man dessauert
Die Stadt des Bauhauses setzt auf Kultur - was sonst?
"Es hat sich ausgeweimart, meine Herren", sagte Lyonel Feininger im Jahr 1925, "wir gehen jetzt dessauern." Mit diesem Satz werben seit einiger Zeit drei Zugereiste für einen Aufbruch in Dessau, einen Neubeginn mit den Mitteln der Kultur. Die drei haben etwa zur gleichen Zeit ihre Ämter in Dessau übernommen: Philipp Oswalt das Bauhaus, Michael Kaufmann das Kurt-Weill-Fest und André Bücker das Anhaltische Theater. Jetzt wollen sie gemeinsam "dessauern", laden andere zum Mittun ein. Nichts daran ist selbstverständlich und lange erprobt. Neu ist, dass sie kooperieren, dass am Theater neu begonnen wird, dass das Bauhaus sich überhaupt auf die Stadt einlässt. Neu aber ist vor allem, dass man in Dessau wieder einen Aufbruch wagt. Die Stadt, die vor zwei Jahren mit Roßlau vereinigt wurde, zählt heute nur noch 89 000 Einwohner. Seit 1989 ist jeder Vierte weggezogen, und ein Ende der Abwanderung ist bisher nicht abzusehen. Zu mächtig scheinen im mittelelbischen Auenland die Folgen der postrevolutionären Deindustrialisierung zu sein.
Dennoch gibt die Stadt etwa 12,5 Prozent ihres Haushalts für Kultur aus, etwa 20 Millionen Euro im Jahr. Das ist weit mehr als die im Bundesdurchschnitt üblichen drei bis acht Prozent. Welche Leistung, wie viel Trotz und Kulturbewusstsein dahinterstecken, versteht man, wenn man die Kulturnachrichten dieser Tage vernimmt. Hamburg etwa, nicht zuletzt für Pfeffersäcke berühmt, will im kommenden Jahr zehn Millionen einsparen (SZ vom 16. November); vor einem Spar-Tsunami warnte der Kulturrat; im Bundestag hat der Staatsminister Bernd Neumann die Kommunen und Länder beschworen: Nur geringe Summen ließen sich einsparen in der Kultur, die Schäden aber wären gewaltig und irreparabel. Man hört das Argument und nickt unwillkürlich, aber 20 Millionen Euro sind für Dessau-Roßlau keine geringe Summe. Die Summe ist höher als die Summe der Gewerbesteuereinnahmen, selbst in Boomjahren.
Gewiss, auch im mittelelbischen Auenland ist niemand auf Rosen gebettet. Es knirscht überall, weiß der neue, schwungvoll jugendlich wirkende Generalintendant André Bücker. Aber das tut seinem sehr entschlossenen Optimismus keinen Abbruch. Halb lustvoll, halb stolz weist er immer wieder auf die wunderbar lange Tradition hin. Unter seiner Leitung begann mit Wagner, Lessing und Schleef, mit "Lohengrin", "Nathan" und "Abschlussfeier" die 215. Spielzeit. Das Gebäude bietet etwa 1200 Plätze. Das ist sehr groß und gegen die Einwohnerzahl gehalten geradezu aberwitzig riesig. Aber Haus wie Ensemble sind auch etwas, auf das man stolz ist in der Stadt. Selbst Dessauer, die lange keine Vorstellung besucht haben, sprechen von ihrem Haus, von "unserem Theater". Als wieder einmal Haushaltsnot herrschte, war man sich im Stadtrat einig, das Theater zu schonen, soweit es geht. Das sind, mit Haustarif, keine paradiesischen Verhältnisse, aber wer mit Dessauern über ihr Theater redet, der begegnet jenem Bürgergeist, ohne den es nicht geht.
Im Land Brandenburg, in Frankfurt an der Oder etwa, rächen sich die Theaterschließungen der neunziger Jahre, von denen jede durch Not gut begründet war, jetzt schon grausam gründlich. Man wird die Folgen der Kurzsichtigkeit noch in Jahrzehnten spüren. Es fehlen Räume und Institutionen, an die eine Idee von Gemeinwohl sich heften könnte. Um diesen Verlust zu kompensieren, beauftragt man Marketing- und Eventagenturen, aber das hilft immer nur einen Sommer.
In Dessau blieb das Mehrspartenhaus, einschließlich Ballett und Puppentheater, erhalten. Der neue Intendant kann auf die mehr als 200 000 Besucher jährlich bauen. Der "Lohengrin" zum Auftakt ist begeistert gefeiert worden. André Bücker, zuvor Intendant in Halberstadt/Quedlinburg, will nun dem Schauspiel, auch dem Gegenwartsdrama in Dessau größere Auftritte bereiten.
Zu Spielzeitbeginn war auch eine Ausstellung mit Fotos aus der Region zu sehen - und manchen schien die Stadt nicht so schön, wie sie glaubten. So verwundet und reich an Brüchen, scharfen Gegensätzen sollte ihr Dessau sein? Die Erfahrungen der Menschen sollen im Theater zu Wort kommen, es solle, so Bücker, soziale Welten erforschen und "Diskussionsort für die Themen der Gegenwart" sein. Diskutiert wurden die Probleme der Gegenwart auch am Bauhaus, aber dies geschah meist in programmatischer Abkehr von der Stadt, in der die Bauhäusler 1925 eine Heimat gefunden hatten. Der neue Direktor der Stiftung, Philipp Oswalt, will vieles anders machen als sein Vorgänger: Streitlust statt akademischer Abgeklärtheit, Verankerung in der Stadt und in der Region sowie lustvolles Bewirtschaften touristischer Interessen - das wären einige der Stichworte.
All das kommt zusammen in dem Vorhaben, ein eigenes Besucher- und Ausstellungszentrum Bauhaus Dessau zu errichten. In jedem Jahr kommen 100 000 Besucher nach Dessau, um das Kunstschul-Gebäude von Walter Gropius und die Meisterhäuser zu besichtigen. Ein würdiges und vor allem funktionales Empfangsgebäude fehlt. Auch reicht der Platz nicht hin, die zweitgrößte Bauhaussammlung der Welt angemessen zu präsentieren. Über 25 000 Objekte verfügt man, gezeigt wird eine äußerst schmale Auswahl. Mehr lässt der Raum nicht zu.
Der Stiftungsrat wird in dieser Woche entscheiden, ob es anders werden kann, ob Dessau ein neues Ausstellungs- und Besucherzentrum erhalten soll. Mit einem Neubau bekäme Dessau eine ganz andere Stellung im Kreis der Bauhaus-Städte. In Weimar plant man die Errichtung eines neuen Bauhausmuseums, das Bauhaus-Archiv in Berlin, beruhend auf der von Hans Maria Wingler initiierten Sammlung, leidet unter finanziellen Problemen. Die lange geplante Erweiterung ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Diese kann angesichts der Berliner Haushaltslage und der Vorlieben des regierenden Kulturbürgermeisters sehr lang werden. Vielleicht fände die Sammlung ihre Heimat in Dessau, wenn, ja wenn dort das neue Ausstellungs- und Besucherzentrum erstünde.
"Dessau ist die Stadt der Moderne", sagt Philipp Oswalt. "Hier liegt ihr Potential. Sie braucht einen Ort, an dem dieser Reichtum sichtbar wird." Hier könne sich die Region als "Kraftfeld der Avantgarde" präsentieren. An der Kreuzung, die zu diesem Zweck ins Auge gefasst wurde, stoßen die beiden Dessauer Weltkulturerbestätten aufeinander. Die Stiftung Bauhaus mit ihren Meisterhäusern, um deren Rekonstruktion gewiss noch gestritten werden wird, und das aufgeklärte Gartenreich von Dessau-Wörlitz.
Dies gehört zu den Besonderheiten, zur Einzigartigkeit Dessaus. Die Stadt besaß, still und folgenreich, über Jahrhunderte Avantgardecharakter. Das begann wohl mit Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, dessen Exerzierkünste - er führte Gleichschritt, eisernen Ladestock und konzentriertes Pelotonfeuer ein - den Grund für Preußens Aufstieg und eine grundstürzende Modernisierung des Militärs legten. Mit dem Gartenreich, das Fürst Franz anlegen ließ, begann in Deutschland der moderne Klassizismus, einschließlich Neugotik und Landschaftsgarten. Als 1925 das Bauhaus nach Dessau kam, dank der Unterstützung von Sozialdemokraten und Hugo Junkers, hatte man in der Gegend also einige Erfahrung mit kulturellen Aufbruchsprojekten.
Seltsamerweise schien dies nach 1990 vergessen. Wer aus dem Bahnhof tritt, sieht sozialistische Moderne und kapitalistische Fertigteilurbanität um die Krone der Scheußlichkeit miteinander ringen. Ein Abriss von Einkaufszentren könnte der Stadt nur gut tun. Etwa 10 000 Wohnungen stehen leer. Umso erstaunlicher, umso erfreulicher wirkt nun das "Dessauern" der drei Neuen, die in dem parteilosen Oberbürgermeister Klemens Koschig, der einst für das Neue Forum am runden Tisch Roßlau saß, einen Unterstützer gefunden haben.
Leichter wird es nicht werden für die schrumpfende Stadt Dessau im armen Land Sachsen-Anhalt während der größten Wirtschaftskrise. Ein Solidarpakt zur Unterstützung der selbst in rosigen Zeiten überforderten Kommunen wäre jetzt zu fordern. Was Deutschland groß und liebenswürdig gemacht hat, sei es die Reformation, die Klassik, der Idealismus, entstammt kleinstädtischer Kultur. Unsere Zentren sind eben in erster Linie Wittenberg, Weimar, Wolfenbüttel, Meiningen und Marbach. In Dessau kann man nun ein kulturpolitisches Modell erproben, wie mit dieser Kleinteiligkeit wieder Großes zu erreichen wäre.
13.11.2009, 21:55 | tags:
Diverses
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http://www.newsropa.de/ aktuelle Themen - Das Presseportal im Osten, 13.11.2009
Stiftung Bauhaus Dessau
Festival zur Bauhausbühne vom 20. November bis 5. Dezember 2009 in Dessau
Figurenräume – Raumfiguren
Im Bauhausjahr 2009 hat man Design gesehen und Architektur bewundert, man war beeindruckt von Ideen und Programmatik, hat sich von Kunst begeistern und von Persönlichkeiten beeindrucken lassen. Was bis dato fehlte, war die Bühne. Sie, die historische Bauhausbühne, gibt es nur einmal, nur hier im Bauhausgebäude in Dessau. Zum Ausklang des Bauhausjahres veranstaltet die Stiftung Bauhaus Dessau auf diesen legendären Brettern ihr erstes internationales Tanz- und Performancefestival „Figurenräume – Raumfiguren“. Vom 20. November bis 5. Dezember 2009 macht die Stiftung die Geschichte und Gegenwart der Bauhausbühne zum Thema. In zahlreichen Aufführungen, Gesprächen und Vorträgen gibt es Spektakel und Unterhaltung, aber auch ernsthafte Auseinandersetzung mit der Bauhausbühne als Laboratorium für Bewegungskunst.
Eröffnet wird das Festival am 20. November um 19 Uhr durch die stellvertretende Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau, Dr. Regina Bittner. Im Anschluss daran ist eine Uraufführung zu sehen: „supremalevich – eine [funk]oper in fünf Akten“ ist eine Collage aus Szenen, Eindrücken und Atmosphären aus Kasimir Malewitschs kosmischen Visionen. Das Projekt ist eine Koproduktion der Stiftung Bauhaus Dessau, des Anhaltischen Theaters Dessau und des Kunstmuseums Lodz, unterstützt vom Malewitsch Kunst- und Kulturförderung e.V. Düsseldorf.
„Die Bühne am Bauhaus ist keine gewöhnliche Bühne“, sagt Burghard Duhm, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau und künstlerischer Leiter des Festivals, „sie ist nur vor dem Hintergrund ihrer Geschichte und eingebettet in die Struktur des Bauhausgebäudes zu verstehen. Von hier ausgehend wollen wir Möglichkeiten einer zeitgemäßen Nutzung entwickeln und ausprobieren.“ Das Festivalprogramm bezieht sich auf diesen besonderen Raum und nimmt ihn in seiner Spezifik – seiner Zugänglichkeit von allen Seiten zum Beispiel – ernst. Dabei soll die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Rolle die historische Bauhausbühne heute einnimmt: Wie sieht ein angemessener Umgang mit dem legendären Ort aus? Was soll, was kann auf der Bauhausbühne stattfinden? Was ist das Besondere an diesem Zentrum in Gropius‘ Bauhausgebäude?
Dieser Ausrichtung wird das Festival in lebendiger und abwechslungsreicher Form nachgehen – mit einem Bühnenprogramm, das vom Solotanz bis zum mechanischen Ballett reicht. Die Eigenproduktion „supremalevich“, exklusive Sonderführungen mit Musik und Filmen im Bauhausgebäude, Vorträge und Gespräche zur Vergangenheit und Gegenwart der Bauhausbühne, vor allem aber Tanz, Schauspiel und Performance machen das Festival zum wichtigsten Ereignis der Bauhausbühne im Jubiläumsjahr. Ein begleitendes Festivalcafé mit geladenen Gästen im Klub des Bauhauses eröffnet Möglichkeiten für Diskussion, Kommunikation und Projektentwicklung.
Neben dem Bauhausgebäude sind die Meisterhäuser, das Anhaltische Theater und die Marienkirche in Dessau-Roßlau weitere Veranstaltungsorte. Das Programm und alle Details finden Sie im Internet unter www.bauhaus-dessau.de/index.php?Tanz-und-Performance-Festivalvom-2011bis-05122009.
Termin: 20. November bis 5. Dezember 2009, Eröffnung am 20. November 2009 um 19 Uhr
13.11.2009, 21:41 | tags:
Diverses
160
Steffen Brachert, Mitteldeutsche Zeitung, 14.11.2009
Ost-West-Vergleich
Zu viele gehen fort
Verkehrsminister hat jüngst einen Aufbau West gefordert - Seitdem wird diskutiert, wo es Nachholbedarf gibt
Seit 1989 ist jeder Vierte aus Dessau-Roßlau weggezogen. Heute hat der Stadtumbau höchste Priorität.
Opel? Gert Hoffmann winkt ab. Anfang der 90er Jahre war der 63-Jährige Regierungspräsident in Dessau. "Da hatten wir Opel hoch vier - und das jeden Tag." Hoffmann ist heute Oberbürgermeister im niedersächsischen Braunschweig. Die Verbindungen nach Dessau sind nie abgerissen. "Das wird immer eine Herzensangelegenheit bleiben", erzählt der CDU-Mann von einer Zeit, die eine ständige Ausnahmesituation war. Es wurde abgewickelt und aufgebaut. "Es war ein Wunder, dass das gut ging, dass es keine zweite Revolution gab."
20 Jahre sind seit dem Wendeherbst 1989 vergangen. Der Chemiepark, das neu belebte Industriegebiet bei Bitterfeld-Wolfen; das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Weltkulturerbe und Touristenmagnet; die Goitzsche, das in einen Freizeitsee verwandelte Tagebauloch bei Bitterfeld - das sind Dinge, die waren nicht vorstellbar, als Hoffmann in den Osten ging. Desolat war es am Anfang. Trostlos.
"Immer wieder sind es Fremde, die uns darauf aufmerksam machen müssen, was sich hier alles getan hat", sagt Manfred Piotrowsky, langjähriger Geschäftsführer der IHK Halle-Dessau. "Es ist schade, dass die Erfolge oft nur an der Arbeitslosigkeit und den Einkommensverhältnissen festgemacht werden." Es sind aber auch die Gründe, warum die Menschen noch immer den Osten verlassen.
Dessau-Roßlau ist die kleinste große Stadt in Sachsen-Anhalt und eines von drei Oberzentren im Land. Die 2007 vollzogene Fusion von Dessau mit Roßlau war von der Landesregierung zur Bedingung gemacht worden, um kreisfrei und ein Oberzentrum zu bleiben. 89 000 Einwohner zählt die Doppelstadt an Elbe und Mulde - noch.
Die Stadt entspricht auf den ersten Blick den Klischees, die so mancher Bürgermeister aus den alten Bundesländern vom Osten hegt: Es gibt moderne Umgehungsstraßen. Es gibt ein Einkaufszentrum mitten in der Stadt. Es gibt viele, viele teuer errichtete Vorzeigeobjekte - wie den Neubau des Umweltbundesamtes. Was es nicht gibt, ist eine Klammer, die zusammenhält, was zusammengehört. Wer abends durch die Stadt streift, sieht die vielen dunklen Fenster in den Neubaublocks.
Dessau allein hatte in den 80er Jahren mehr als 100 000 Einwohner. Jeder Vierte hat die Stadt seit der Wende verlassen. Zurück blieben dramatische Lücken. Es fehlt eine ganze Generation. Die jungen Menschen gingen, als die Arbeit fehlte. Das einstige Zentrum des Waggonbaus und des Zementanlagenbaus, es ist kein industrieller Kern mehr. Eine stabile mittelständische Industrie hat sich zwar etabliert. Doch die Gewerbesteuereinnahmen lagen selbst im Boomjahr 2008 gerade einmal bei 18,5 Millionen Euro. Das lässt kaum Spielräume für das wichtigste Zukunftsprojekt, den Stadtumbau, der in vielen Teilen ein Abriss ist.
Dessau-Roßlau ist im Jahr 2010 Teil der Internationalen Bauausstellung, die den Umbau schrumpfender Städte beschreibt. "Wir haben das beste Thema von allen Städten", ist Joachim Hantusch, der neue Dezernent für Wirtschaft und Stadtentwicklung, überzeugt. Weite Grünzüge sollen durch die Stadt führen, die sich auf urbane Kerne zurückzieht. Gut 10 000 Wohnungen stehen leer. Die Hoffnung, dass sie wieder vermietet werden können, gibt es nicht mehr.
Dessau ist die Stadt, die Kurt Weill, Moses Mendelssohn, Hugo Junkers und Dieter Hallervorden hervorbrachte. Friedrich Lutzmann baute hier den ersten Opel. Wilhelm Müller schrieb hier "Das Wandern ist des Müllers Lust". Walte Gropius baute 1925 und 1926 das Bauhaus und die Meisterhäuser, die heute Unesco-Welterbe sind. Es gibt viele, die bemängeln, dass man nach der Wende daraus zu wenig gemacht hat. Dessau-Roßlau sucht noch immer seine Identität. Die Fusion mit Roßlau hat die Stadt erneut zurückgeworfen bei der Suche nach sich selbst.
"Ich sehe mit Traurigkeit, wie sich die Stadt entwickelt hat", sagt Hoffmann. Dessau hatte 1995 50 Industrieunternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten. 2009 sind es 55. Eine dynamische Entwicklung sieht anders aus.
Ähnliche Probleme gibt es in der Stadtentwicklung. Hantusch, der neue Dezernent, kam im Januar aus Bochum - und beklagt seither immer wieder konzeptionelle Defizite. 20 Jahre nach der Wende fehlt dem Oberzentrum ein Leitbild ebenso wie ein Plan für die Innenstadt, die zwar genügend Verkaufsflächen hat, aber eben keine Seele - und zu wenig Menschen.
Doch es gibt Hoffnung. Am Anhaltischen Theater hat André Bücker die Generalintendanz übernommen und eine Runderneuerung eingeleitet.
Die Stiftung Bauhaus hat mit Philipp Oswalt einen neuen Chef und ein neues Selbstverständnis bekommen. Michael Kaufmann, einst Koordinator der Musik Triennale Köln, ist der neue Intendant des deutschlandweit wirkenden Kurt-Weill-Festes. Das Trio hat der Stadt neuen Schwung gegeben - und damit auch Hoffnung, etwas zu verhindern, was das Statistische Landesamt für das Jahr 2025 voraussagt. Dessau-Roßlau soll bis dahin noch einmal fast 11 000 Einwohner verlieren.
13.11.2009, 16:21 | tags:
Anhaltische Philharmonie
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 12.11.2009
Donnerstag hau'n sie auf die Pauke
Konzert: Im Elbe-Werk dirigiert Antony Hermus das «Impuls-Orchestertreffen»
Der Zyklop tanzte schon im Opernhaus Magdeburg und im Neuen Theater in Halle, jetzt macht er sich auf in den Heimatort seines Schöpfers. Am Donnerstagabend erlebt man ihn in der Stadt, genauer gesagt ab 19.30 Uhr im Elbe-Werk (Hauptstraße 117-119) in Roßlau. Der "Tanz des Zyklopen" ist ein Musikstück, komponiert vom Dessauer Musiker und Komponisten Christoph Reuter. Bereits zweimal erprobt, wird nun das Trio der Aufführungen komplett, wenn am Donnerstagabend in Roßlau das "Impuls Orchestertreffen 3" stattfindet. Angesiedelt ist es innerhalb des Impuls-Festivals für Neue Musik, das noch bis zum Wochenende in Sachsen-Anhalt Konzert-Veranstaltungen anbietet.
Die Orchestertreffen sind eine besondere Form der Konzerte; sie fanden bisher in Halle und Magdeburg und Donnerstag nun auch in Dessau statt und präsentieren die stadteigenen Orchester mit Beiträgen zur Neuen Musik. Im zweiten Teil des Konzertes erlebt das Publikum dann fünf Schlagzeuger aus allen großen Orchestern des Landes. Sie spielen neue Kompositionen für Schlagwerk und jeweils ein Instrument, die von Komponisten Sachsen-Anhalts geschrieben wurden.
Der Dessauer Christoph Reuter wählte sich als ergänzendes Instrument das Klavier und sitzt auch selbst am Flügel. Sein Part inmitten der Werke seiner Kollegen ist eine höchst unterhaltsame, vom Jazz beeinflusste und auch mit Witz und Ironie geschriebene Komposition. Bei der Aufführung in der vergangenen Woche in Halle gehörte der "Tanz der Zyklopen" zu jenen Stücken, die das Publikum besonders feierte. Wohl auch, weil die Aufführung mit kleine Tücken verbunden war, als ein Bein des Konzertflügels beim Rollen auf die Bühne brach, Reuter aber unbeirrt in die Tasten schlug, als das Instrument auf einen Hebewagen gehievt war.
So etwas muss man wohl nicht befürchten, wenn das Impuls-Festival am Donnerstag im Elbe-Werk Station macht. Dessaus Generalmusikdirektor Antony Hermus dirigiert das dritte und letzte Orchestertreffen, und mit Tan Duns tödlich feurigem Paul-Klee-Dialog schließt er den Kreis, der mit dem Impuls-Eröffnungskonzert drei Wochen zuvor in der Stadt begonnen wurde. Dass dieses Konzert keine dröge Wiederholungsveranstaltung ist, beweist es bereits in den ersten Minuten, wenn besagtes Impuls-Percussion-Ensemble auf die Pauke haut - und bestätigt es nach der Pause doppelt, indem es den bisherigen Festivalstücken noch zwei bisher nicht erklungene Kompositionen zur Seite stellt. "Voyage" von Philip Glass bezieht sich dabei noch einmal explizit auf das Festival-Thema "Odyssee", während die Uraufführung von "Kristalle" eine Verbeugung vor einem Mann ist, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte: Thomas Müller erwarb sich seine Meriten als Dirigent der Reihe "Konfrontation", die bis heute - als K-Reihe der Staatskapelle Halle mit Festivalintendant Hans Rotman - erfolgreich in Halle junge Zuhörer an Neue Musik heranführt.
Karten gibt es an den Theaterkassen unter den Nummern 0340 / 2 40 02 58 und 0340 / 2 51 13 33 sowie an der Abendkasse.
13.11.2009, 08:32 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung von 12.11.2009
Max Raabe "Zu Gast" am Anhaltischen Theater
Am 28. April 2010 um 20:00 Uhr gastiert Max Raabe mit seinem Solo-Konzert "Übers Meer" zwei Wochen nach der Premiere in München im Großen Haus des Anhaltischen Theaters.
Mit kammermusikalischer Intensität entwirft Max Raabe in diesem Konzert ein akustisches Panorama der schillernden Gefühlswelt des Meeres als Sinnbild für Sehnsucht und Aufbruch, für Abschied und Heimweh. Konzentriert und variantenreich spannt die ebenso voluminöse wie präzise Baritonstimme Max Raabes den großen melodramatischen Bogen - heiter, elegisch und melancholisch.
Die Stücke entstanden zum größten Teil gegen Ende der Weimarer Republik, dieser experimentierfreudigen und widersprüchlichen, herrlich verrückten und doch gar nicht "goldenen Zeit". Einem Liederzyklus gleich fasst Max Raabe die Lieder, Schlager und Couplets atmosphärisch zusammen. Klassiker, wie "Ninon", "Irgendwo auf der Welt" oder "Ein Lied
geht um die Welt" interpretiert Raabe mit einem zerbrechlichen Glanz fernab jeder falschen Süßlichkeit. Dem still sehnenden "Wenn der Wind weht über das Meer" - im Original von den
Comedian Harmonists gesungen - ist schließlich jene Zeile entnommen, die den Namen des Konzertprogramms trägt.
"Ganz dahinten, wo der Leuchtturm steht, wo das weite Meer zu Ende geht, dort blieb ein Stück von meinem Glück zurück" sang einst Hans Albers. Mit Max Raabe und seinem langjährigen Pianisten Christoph Israel aber kehrt ein Stück von diesem Glück tatsächlich wieder zurück.
Für dieses besondere Gastspiel am Anhaltischen Theater können Sie ab sofort Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse im Rathaus-Center, Montag bis Freitag 9:30 – 20 Uhrerwerben oder telefonisch unter den Rufnummern bestellen: 0340/2400 258 (Montag bis Freitag 9:30 – 20 Uhr) und 0340/2511 333 (Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr) bestellen, bzw. per Mail: kasse@anhaltisches-theater.de.
09.11.2009, 21:42 | tags:
89jetzt!
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Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Rosslau, 10.11.2009
Theater
Schüler verarbeiten Wendezeit
Ungewöhnliches Projekt in Dessau
1989, 9. November, Dessau - war da was? Wenn man den Schülern zuhört, die sich am Montag im Alten Theater von Dessau versammelt haben, könnte man zeitweise ins Zweifeln kommen. Natürlich können sie alle die Gnade einer späten Geburt geltend machen, selbst ihre unmittelbar verfügbaren Zeitzeugen - die Väter und Mütter - waren damals noch Teenager. Und doch verblüffen viele der Beiträge zum Projekt "89jetzt!", das vom Anhaltischen Theater initiiert und am Vormittag mit einer Lesung am "Runden Tisch" in der Johanniskirche eröffnet wurde. Nachdem die Akteure der Wendezeit dort noch einmal über ihre Erfahrungen gesprochen hatten, sollte der Nachmittag den Nachgeborenen gehören. Doch was sie recherchiert hatten, versandete oft im Klischee.
"Wir sind die Welt"
Da war die Rekonstruktion eines "West-Pakets" in ihrer lebensweltlichen Genauigkeit noch einer der originellsten Beiträge - und die Einsicht in die eigene Lustlosigkeit zur Veränderung immerhin bestürzend ehrlich. Doch nachdem eine Großmutter ihr Loblied auf das DDR-Bildungssystem gesungen und ein NVA-Offizier sein Bekenntnis zur Grenze abgegeben hatte - in den Texten ihrer Enkel und Kinder wohlgemerkt! - brachte die Sekundarschule Am Rathaus einen erschütternden Wirklichkeitsschub in die Veranstaltung. 13 Nationen sind dort derzeit unter einem Dach vereint. Und was ein Mädchen aus dem Kosovo vom serbischen Massaker in ihrem Heimatort zu erzählen hatte oder was ein Flüchtlingskind aus dem Irak berichtete, ließ all die vorangegangenen Beiträge vergessen. Im Motto "Wir sind die Welt!" klang plötzlich ein Echo von "Wir sind das Volk!" auf - und man wusste, dass die Mauer vor 20 Jahren nicht nur für die Ostdeutschen gefallen war.
Arbeitslose Frauen
Wie bitter die Nachwende-Erfahrungen freilich für viele von ihnen wirkten, hatte zuvor bereits die Job-Bühne Dessau gezeigt - ein Projekt für arbeitslose Frauen, deren Mut zur Darstellung ihrer Situation so bewundernswert war wie der Einsatz aller Kinder und Jugendlichen. Die Frauen zerrissen Blätter, auf denen die Namen von nach 1989 geschlossenen Dessauer Großbetrieben standen, und ließen sie wie welkes Herbstlaub fallen - auch das ein Bild zum deutschen November.
06.11.2009, 09:49 | tags:
Diverses
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Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 6.11.2009
Tickt und talkt der Ossi etwa anders?
Reihe «Contrapunct - Jazz und Talk für Toleranz» endet in der Marienkirche
So sind die Ossis, können nicht einmal richtig grüßen, wenn sie beim Vietnamesen eine Peking-Ente mampfen, oder blicken böse, wenn der Wessi an der ostdeutschen Ostsee seinen westdeutschen Wagen auftankt. Dabei sei das Auto gar rostig gewesen. Was in der Übersetzung heißen soll, dass der Fahrer sich befreien mag von der durch Sachzwänge limitierten Toleranz des Westens. Kann der neidkranke Ossi nicht mal den Rost richtig lesen?
Am Ende herrscht eigenartige Stimmung, verhaltener Beifall trotz alledem. "Jazz und Talk für Toleranz" ging am Mittwoch in der Marienkirche in die erste Runde und daneben. Oder wurde das vom Anhaltischen Theater angesetzte Lernstück des Erduldens doch zu einem lehrreichen Exempel über die Kluft zwischen schon immer befreiten Konsumenten und ewig malträtierten Mimosen? Lauter Fehler in der Übersetzung? Oder war die gewählte Schlagzeilen-Dramaturgie des Talk-Show-Masters, des medialen Multitalents, des Pianisten, Komponisten, Journalisten und Autors Matthias Horndasch der einzige Fehler?
Am Tisch saßen Sänger Heinz Rudolf Kunze, Generalintendant André Bücker und das Publikum auf einem vierten, leeren Stuhl. Den durfte auf Zeit besetzen, wer eine kluge Antwort gab. Wie man den Mauerfall erlebt habe, fragt Horndasch und hört gar nicht hin, als immerhin zwei von drei Stimmen aus dem Publikum zu verstehen geben, dass der Mauerfall für sie nicht der emotionale Höhepunkt des Wendegeschehens gewesen sei. Dann sitzt der Talk-Master am Piano, spielt mit Ramani Krishna (bass) und Joe DiCarlo (drums) ganz lautmalerisch. Aber so richtig hinhören will man nicht, bereits irritiert von der Ignoranz zum Thema Toleranz.
Ertragen, erdulden, erleiden mag Toleranz bedeuten. Ertragen wird die Suche nach Vorurteilen, die Horndasch mit seinem rostenden Wagen anschieben möchte. Erduldet werden die Phrasen zur Aufarbeitung des Faschismus in Ost und West, erlitten ein Streifzug zum Thema Gewalt und gar eine Abstimmung darüber, ob der Rechte im Osten eher und mehr als der Rechte im Westen zuschlage. Horndasch wertet es als Enthaltung, dass viele keinen Arm heben, bekommt nicht mit, dass sie gar nicht zur Wahl gegangen sind und muss dann eigentlich sehen, dass viele gehen, während er auf dem Piano auch mal pianissimo redet.
Hallo, möchte man da rufen, wenn der Ossi geht, macht er Revolution! Die Betonköpfe haben das verstanden, aber Horndasch zieht völlig ohne Kenntnisnahme des Geschehens durch. Er rupft seine Klischee-Peking-Ente zum Thema Ausländerfeindlichkeit, bis endlich ein Gast den Show-Master aus dem Konzept kippt: "Mir ist nicht ganz klar, ob sie hier nur ihre eigenen Vorurteile bestätigt haben wollen".
Jetzt ist die Toleranz zu Ende. Jetzt kommt es offen zur Meuterei. Einer haut dem Moderator als ganz bewusst gewählten Schwachsinn eine ähnlich dumme Fies-Wessi-Geschichte um die Ohren. Kunze sagt gar nichts mehr. Er hätte ohnehin lieber singen sollen. Der eigentlich tolerant erzählende Intendant, hat schlicht versäumt, die Bremse zu ziehen. Und Horndasch erklärt noch immer, dass man hier "den Dingen auf den Grund gehen" möchte. Indem er provozierend Schlagzeilen und Klischees lächelt? Indem er den Ossi endlich das polternde Streitgespräch in Beliebigkeit lehrt? Einer sagt noch, wahrscheinlich rostet auch sein Wagen, dass Horndasch mit solchen Gutmensch-Aktionen nur die Promotion seiner Band betreibe. Neidische Giftzwerge, diese Ossis.
02.11.2009, 20:23 | tags:
Diverses
146
Ute van der Sanden, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 03.11.2009
Die große Sehnsucht nach Gott
Reformationstag: «Leben und Lieder des Paul Gerhardt» bewegten die Menschen in der Georgenkirche
"Mein erster Schrei", sagte der schmale Mann mit fester Stimme, "soll ein Seufzer gewesen sein". Als der Sprecher jäh zur Ich-Form wechselte, hatte er die Herzen der Zuhörer längst auf seiner Seite. Es ging ganz leicht: Sie haben gesungen. Viele Strophen eines Liedes von Paul Gerhardt. Immer wieder jene alte, von Johann Crüger erfundene Melodie, mit immer neuen Worten von Gnade, Trost, Erlösung und Gottvertrauen. Sie sangen mit dem Chor der Musikschule Dessau-Roßlau, im Wechsel begleitet von Blockflöten und Posaunen. Das machte sie empfänglich für die Botschaft der "Choratorium" genannten Collage aus Paul Gerhardts Liedern, aus den Worten seines eigenen und des Neuen Testaments, aus fiktiven autobiografischen Berichten.
Unpathetische Darstellung
Nach zahlreichen erfolgreichen Aufführungen etwa in Alterode, Halberstadt und Weißenfels wurde das anderthalbstündige Stück "Du meine Seele singe" am Reformationstag in der Dessauer Georgenkirche gegeben - hier als Koproduktion der Musikschule mit Partnern aus Halle und Wittenberg. Fast 200 Besucher fasste die moderne Rundkirche, in der Schauspieler Frank Roder entschlossen oder trauernd, ruhelos oder erbost, immer wieder in sich hinein blickend innere Glaubenskriege ausfocht und Jahrhunderte überschritt. Die virtuosen Sprachvariationen Johann Caspar Schades auf den Anfang des 63. Psalms über die "Sehnsucht nach Gott" verfehlten auch diesmal ihre Wirkung nicht, und in das bekannte Lied "Geh aus, mein Herz" rief er Bibelzitate mitsamt Quellenangabe, als korrespondiere da einer rückblickend mit seinem Werk.
Roders stets unpathetische Darstellung hielt den Text in der dialogischen Schwebe mit den Liedern und verhinderte das Umschlagen der Lebensbeichte in eine erbitterte Abrechnung mit dem Schicksal. Wenn der Schilderung vom "schwarzen Tod" das Lied "Du meine Seele singe" folgt, wird die reinigende, tröstende und entrückende Kraft des Gemeindegesangs verständlich, ohne dass es weiterer Erklärungen bedurfte.
Die Arrangements des früheren Dessauer Musikschulleiters Thomas Kunath für Instrumentalbegleitung gelangen mit Ausnahme des letzten, worin das Thema von "O Haupt voll Blut und Wunden" in der Art eines Choralvorspiels gesetzt und von Blockflöten umzingelt ist. Die Harmonien sind nicht ungewöhnlich, die Instrumentierung schenkte der Musik Farben. In der Einstudierung von Marianne Kaiser und Ulrike Mahlo sangen die Jugendlichen mit spürbarem Bewusstsein für das Wort und guter Textartikulation. In den voll besetzten Reihen stimmte mancher Zuhörer ein, leise, nur für sich. Von der Empore sprach der Chor auch das Testament des Liederdichters. Es war sogar den unmittelbar darunter Sitzenden akustisch verständlich - nicht zuletzt, weil Regisseur André Bücker den Sängern das effektvolle Akzentuieren der Nebensätze angetragen hatte.
Kraft der jungen Stimmen
Gräfenhainichen, Wittenberg, Berlin, Lübben - nicht weit von hier liegen die Stationen Paul Gerhardts. Seine Lieder spiegeln das Bild eines Menschen, der fast seine ganze Familie begraben musste. Der Kriege erlitt, Seuchen, die Willkür der Macht. Dessen Glaube jedoch so unerschütterlich war, dass er an seinem Schicksal nicht zerbrach.
Diesem Glaubensbekenntnis liehen die jungen Stimmen der Musikschüler Lebensmut und -kraft. Einige Besucher waren gegangen, die meisten ihrer kleinen Kinder wegen. Alle anderen spendeten in der Dessauer Georgenkirche herzlich Applaus für einen Abend, der ebenso viel über die historische Figur Paul Gerhardt wie über das Geheimnis gemeinsamen Singens erzählte.
Nächste Aufführung des Choratoriums "Du meine Seele singe" am Sonnabend, 14. November, 16 Uhr, in der Stadtkirche St. Marien Wittenberg.
31.10.2009, 10:18 | tags:
Diverses
143
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 29.10.2009
Text und Lieder werden ein Ganzes
Choratorium: Musikschüler und Schauspieler proben für ihren Auftritt
Alterode, Schulpforta, Weißenfels, Sömmerda und Hellersdorf. Lang ist die Liste jener Orte, in denen Frank Roder in den vergangenen zwei Jahren in Sachen Paul Gerhardt unterwegs war. Er reiste kreuz und quer durchs Land. "Ich habe in großen und kleinen Räumen gespielt, die Wirkung war immer einmalig", sagt Roder. Dabei singt er gar nicht die Lieder jenes Mannes aus Gräfenhainichen, dessen Geburtstag 2007 zum 400. Mal gefeiert wurde. Roder ist Schauspieler und erzählt vom Leben des Kirchenlieddichters Paul Gerhardt. Er geht dafür in die Kirchen, trifft die Gemeinden und vor allem auf deren Chöre, denn das Projekt "Du, meine Seele, singe" ist ein Choratorium mit Roder und den Sängern als Hauptdarstellern.
Oft erprobt wurde diese Zusammenarbeit nun schon, in diesen Tagen aber bekommt sie eine neue Qualität. Roder trifft sich mal wieder mit dem Regisseur des Stückes. André Bücker, heute Generalintendant des Anhaltischen Theaters, inszenierte das Choratorium mit Roder, als beide noch am Theater im Nordharz arbeiteten. Nun ist Bücker in Dessau, und nun kommt das Choratorium, geschrieben von August Buchner, auch in die Stadt, rückt nahe an Gräfenhainichen, den Geburtsort Paul Gerhardts heran. Am Sonnabend um 18 Uhr ist es in der Georgenkirche zu erleben. Bereits Donnerstag und Freitag füllt sich das Gotteshaus bei Proben mit jungen Leuten, denn diesmal wird es nicht der Gemeindechor sein, der Gerhardts Lieder singt, sondern der Chor der Musikschule. Gut 30 junge Sänger, die Flötengruppe und Posaunenspieler bereiten sich auf die Dessauer Premiere vor.
Die Musikschüler begleiten Gerhardts Lieder freilich schon sehr viel länger. Seit mehreren Wochen studieren sie unter der Leitung von Gesangslehrerin Marianne Kaiser die Strophen von Liedern wie "Geh aus, mein Herz" und "O Haupt voll Blut und Wunden" ein. So war es auch vor einer Woche im Saal der Musikschule. "Hell singen, hell singen", rief da Marianne Kaiser den jungen Leuten immer wieder zu, während diese sich durch das umfangreiche Liedmaterial arbeiteten. Frau Kaiser selbst las derweil jene Texte, die der Schauspieler bei den Proben am Donnerstag und Freitag sprechen wird.
Der freut sich derweil über den großen Umfang der Vorbereitungen in Dessau. Denn Thomas Kunath, früherer Direktor der Musikschule, schrieb eigens für die Aufführung neue Arrangements, die es erlauben, dass Flöten und Posaunen den Gesang begleiten. "Das ist auch für mich neu", so Roder, der bei den bisherigen Aufführungen gemerkt hat, dass "selbst jene, die ihren Paul Gerhardt zu kennen glauben, die Lieder durch das Stück neu verstehen". "Die Zuschauer bekommen von mir Informationen, und das löst bei ihnen Emotionen aus." So intensive, dass es selbst den erfahrenen Darsteller immer wieder aufs Neue überrascht. "Die Wirkung der Worte und Lieder so unmittelbar zu erleben, ist eine Erfahrung, die es auf der Theaterbühne nicht in dieser Stärke gibt", sagt Roder.
Eine Wirkung, die aus der Verwebung von Text und Gesang resultiert. Während der Schauspieler verzweifelt, hadert, Gott anruft und von den Lebensstationen Gerhardts erzählt, fällt ihm immer wieder der Chor ins Wort mit Liedern, die - gesungen in gesamter Länge - eine ungewöhnliche emotionale Kraft entfalten. Praktisch funktioniert dieses Konzept, weil die Chöre schon vor der Aufführung - wie eben auch in Dessau - eingebunden werden und mit dem Liedmaterial arbeiten. Treffen sie dann auf den Schauspieler, fügen sich zwei Teile - Text und Lieder - zu einem Ganzen, das aufgrund der verschiedenen Aufführungsorte immer neu ist. Auch in Dessau und bei der zweiten Aufführung am 14. November in der Wittenberger Stadtkirche wird sich Frank Roder deshalb neue Wege suchen, auf Emporen spielen, vorm Altar verzweifeln und einen inneren Glaubenskrieg entfesseln.
Karten für fünf Euro gibt es am Sonnabend an der Abendkasse in der Georgenkirche.
31.10.2009, 09:58 | tags:
Diverses
142
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 30.10.2009
Gesellschaft baut die Marke «Kurt Weill» weiter aus
Uraufführungen von Helmut Oehring und von Moritz Eggert geplant
So viele gute Nachrichten. Thomas Markworth, Präsident der Kurt-Weill-Gesellschaft, braucht eine Weile, um sie zu verkünden, als am Donnerstagvormittag im Foyer der Dessauer Stadtsparkasse das Programm des 18. Kurt-Weill-Festes 2010 vorgestellt wurde. Keine 14 Tage ist es her, da weilte Markworth gemeinsam mit dem neuen Festival-Intendanten Michael Kaufmann in New York. Vom Besuch bei der dortigen Kurt Weill Foundation gab es nur Positives zu berichten. "Es waren konstruktive Gespräche", erzählte Thomas Markworth. "Es gibt nichts, was die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren negativ belasten könnte."
Tagesaktuell hatte sich der Weill-Präsident zudem bei Wirtschaftsdezernent Joachim Hantusch versichern lassen, dass die Weill-Gesellschaft das Meisterhaus Moholy-Nagy beziehen kann, wenn dieses wieder aufgebaut ist. "Das ist gesetzt", habe Hantusch gesagt. Und dann saß schließlich bei der Programmpräsentation noch die komplette Leitung des Anhaltischen Theaters im Publikum, ein eindrucksvoller Beweis, dass sich auch mit der Dessauer Bühne die Kooperation verstärken wird. "Kurt Weill ist eine Marke für die Stadt, und wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingt, diese weiter auszubauen", so Markworth.
Im kommenden Jahr soll dies mit 44 Veranstaltungen vom 26. Februar bis 7. März gelingen. Der 18. Festjahrgang, mit dem der in Dessau geborene Komponist Kurt Weill (1900-1950) geehrt wird, wurde von Clemens Birnbaum geplant, der in diesem Sommer zum Händelhaus Halle wechselte. "Meine Aufgabe ist es, dieses tolle Programm auch toll zu präsentieren", sagte am Donnerstag sein Nachfolger Michael Kaufmann. Zwei Leitlinien - die Internationale Bauausstellung und das Festivalmotto "New Art is True Art" ("Neue Kunst ist wahre Kunst") - würden das Fest 2010 prägen, so Kaufmann, der vor allem die Auftragswerke hervor hob, die 2010 erklingen werden. Die Uraufführungen stammen von Helmut Oehring - zugleich Artist-in-Residence des 18. Weill-Festes - und von Moritz Eggert. "Mit der Beauftragung durch Clemens Birnbaum gelingt der Brückenschlag ins Jetzt und Hier. Unser Festival wird dabei als ein vitaler Ideengeber herausgestellt", meinte Intendant Kaufmann.
Das erste Auftragswerk erklingt zum Festauftakt: Helmut Oehrings "Die Wunde Heine" setzt inhaltlich Weills "Mahagonny Songspiel" fort. Das renommierte Ensemble Modern spielt die Uraufführung. Roland Diry, Geschäftsführer des Ensembles, nannte das Werk "ein schönes und wunderbares Beispiel für die Entstehung eines Netzwerkes". Schon jetzt gebe es mehrere Institutionen und weitere mögliche Partner, die das Werk aufführen möchten. Moritz Eggerts Auftragswerk, das das zweite Festwochenende prägt, ist gleichermaßen eine Koproduktion und trägt den Titel "Bordellballade - Ein Dreigroscherlnstück". Es entstand mit dem Österreicher Franzobel.
Zwischen diesen beiden neuen Werken finden sich vertraute Programmpunkte. So wird es das Festivalcafé im Steigenberger-Hotel geben, das sich - seit dort die Leitung wechselte - stärker in das Fest einbringt. Frische Sounds sind dem Beatclub vorbehalten, Jazz kann man im Krötenhof und im Bauhaus hören. Es gibt das Podium Junger Künstler, Filme, Dinner mit Musik und Auftritte großer Sängerinnen wie Angelika Kirchschlager und Helen Schneider. Mit der großen Produktion "One Touch of Venus" präsentiert das Anhaltische Theater einen "amerikanischen Weill", der größte Musical-Erfolg des Komponisten.
Das komplette Programm im Internet unter www.kurt-weill.de
Der Kartenvorverkauf beginnt am 11. November um 9 Uhr, Tickethotline 01805 / 5 56 45 64.
30.10.2009, 19:32 | tags:
Spielzeit
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Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 30.10.2009
In «Räuberzivil» in die Marienkirche
Anhaltisches Theater startet mit «Jazz' n Talk für Toleranz» eine Show mit Heinz Rudolf Kunze

In Deutschland wird gerne getalkt. Im Fernsehen sowieso, auf Bühnen und Podien. Will man im Reigen dieses Formates auffallen, dann muss man etwas Besonderes bieten. Das Anhaltische Theater tut dies mit einer Talk-Runde "Jazz' n Talk - Show für Sachsen-Anhalt". Am kommenden Mittwoch, dem 4. November, ist sie erstmals um 20 Uhr in der Dessauer Marienkirche zu erleben. "Jazz und Talk für Toleranz" steht über dieser neuen Reihe, die Matthias Horndasch moderiert und die es viermal in dieser Theaterspielzeit geben wird.
Beim Auftakt sitzt Horndasch der Musiker Heinz Rudolf Kunze zur Seite. Taufrisch ist dessen neues Doppel-Album "Räuberzivil", gelobt von der Kritik, denn vereint es doch all jenes auf zwei CD, wofür Fans des frühen Kunze-Werkes den Mann liebten. Sieben neue Lieder sind auf "Räuberzivil", viel Bekanntes wie "Bestandsaufnahme" und "Ich hab's versucht", auch Hits, die ihn der breiten Masse bekannt machten: "Finden Sie Mabel", "Wenn Du nicht wiederkommst". Und dann gibt es da noch reichlich gesprochenen Text, Kunze seziert und analysiert. Klug, beißend, sehr intellektuell, der Mann war immer mehr als nur ein Sänger, und wenn er auch selbst einmal behauptete "Glaub keine Sänger", so kann man ihm doch immer noch in vielen Dingen trauen.
Das mag auch daran liegen, dass Heinz Rudolf Kunze viel reist. In den kleinsten Nestern in Ost und West gastiert er seit Jahren schon. Er liebe die Provinz, erzählt er im Gespräch mit der MZ. Dass es bei der Talkrunde am Mittwoch in Dessau auch um 20 Jahre Wende gehen wird, ist ihm klar. "Ich habe ja Gelegenheit, Befindlichkeiten aufzunehmen, da bleibt mir kaum was verborgen", erzählt Kunze und macht eine gewisse Ernüchterung im Osten aus. "Die Menschen wissen ganz genau, was ausgeblieben ist, aber auch was passiert ist", meint er, eine "gewisse Normalität" stelle sich nun ein.
Der Osten Deutschlands war dem gebürtigen Osnabrücker immer sehr nah. "Wir hatten viel Verwandtschaft hier, in den Herbst- und Osterferien war ich bei der Oma bei Berlin und dann wurde die ganze Sippe besucht", sagt er. So war Kunzes Blick auch nie mystisch verklärt, wie es bei vielen Linksintellektuellen des Westens in den 1970er Jahren gang und gäbe war. "Da hielt ich mich zurück." Einem politischen Lager war er ohnehin nie fest zuzuordnen. "Ich habe mir immer das rausgepickt, was mir wichtig war", sagt Kunze.
Am Mittwoch will er in Dessau nicht nur reden, sondern auch singen, mit seiner kleinen Besetzung von "Räuberzivil" lasse sich das gut machen. Und den Titel der CD erklärt er vorher auch: "Ich habe ja einen Faible für Ausdrücke, die im Verschwinden begriffen sind. Räuberzivil ist so einer. Und so wie es der Begriff meint, werden wir auch auftreten, ungezwungen".
Für den Abend kann das nur gut sein, denn Matthias Horndasch will in der Marienkirche nicht nur mit seinem Gast, sondern auch mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Horndasch ist ein mediales Multitalent, ist Journalist, Autor, Pianist und Komponist. Mit Talk-Show-Formaten und Themengesprächen ist er deutschlandweit unterwegs. Mit seinem Gast Kunze und dem Talk-Show-Ort Dessau hat er eine Menge Anknüpfungspunkte. Es sei an die "Stern-Umfrage" vor ein paar Jahren erinnert, als Osnabrück als lebenswerteste Stadt Deutschlands genannt wurde und Dessau das Schlusslicht war. Und hat es was zu bedeuten, dass O-4500 und W-4500 die Postleitzahlen beider Städte vor 20 Jahren waren? Horndasch kann dem nachgehen. Und wenn er nicht mehr viele Worte machen will, dann tut's am Mittwoch auch die Musik, nicht umsonst ist Jazz im Titel des Abends annonciert.
Mit dabei ist für diesen Part Matthias Horndaschs Ensemble "The New International". Gemeinsam mit Ramani Krishna aus Indien und Joe DiCarlo aus den USA begreift sich Pianist Horndasch in dieser Besetzung als Nachfolge-Formation des legendären Trios "The International". Virtuoses und Mood-Betontes im Fusionsbereich von Klassik, Jazz und Jazzrock sind angekündigt. Statt der üblichen Moderationen zwischen den Konzerttiteln erzählen Horndasch, Krishna und DiCarlo Miniaturgeschichten bzw. Anekdoten aus ihren bewegten Künstlerbiografien zwischen unterschiedlichen Ländern. Wie viel freilich davon in Dessau zu Gehör kommt, wird man sehen. Vorrangig soll es beim neuen Format des Anhaltischen Theaters schließlich um Toleranz gehen.
29.10.2009, 13:01 | tags:
Diverses
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Pressemittelung der Stadt Dessau-Roßlau vom 29.10.2009
Zug der Erinnerung hält im Dessauer Hauptbahnhof
Schicksale ermordeter Kinder stehen im Blickpunkt
Durch Deutschland fährt ein Zug und sucht nach Spuren zehntausender Kinder, die in einer der grausamsten Taten der Menschheitsgeschichte ums Leben kamen. Weil sie ob ihrer Herkunft oder der politischen Ansichten ihrer Eltern im NS-Staat keinen Platz haben sollten, wurden sie aus ihren Wohnungen und Schulen abgeholt und nach Osten in Vernichtungslager deportiert. Wenige nur kehrten zurück.
Der Zug der Erinnerung, der als eine rollende Ausstellung viele Städte ansteuert, macht vom 22. bis 24. November 2009 Station in Dessau-Roßlau. Der gleich-namige gemeinnützige Verein ruft auf, sich auf Spurensuche zu begeben, denn auch in unserer Stadt fielen viele Kinder diesem grausamen Schicksal zum Opfer. Gibt es Fotos, Briefe oder andere Zeugnisse von diesen Kindern? Wenn ja, dann können die aufgefundenen Spuren in die Ausstellung im Zug der Erinnerung eingefügt werden, damit die verschollenen Kinder dem Vergessen entrissen werden und sich ihr Schicksal nie wiederholen möge. Am Ende der ungewöhnlichen Zugfahrt sollen alle eingesammelten Dokumente und Lebensberichte in der Gedenkstätte Auschwitz symbolisch hinterlegt werden.
Weiterführende Informationen auf www.zug-der-erinnerung.eu
27.10.2009, 13:31 | tags:
Anhaltische Philharmonie
, Diverses
133
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 27.10.2009
Dirigentengipfel eröffnet das «Impuls»-Festival
Sachsen-Anhalt entdeckt die Neue Musik. 20 Veranstaltungen sind geplant
So kann Neue Musik auch klingen: Zwei Gruppen junger Leute klatschen einen einfachen Rhythmus, tricky wird das Ganze, weil die einen leicht zeitversetzt die Hände schlagen. Das Klatschen geht auseinander, überlagert sich und am Ende finden die Töne wieder zusammen. "Das ist Minimalmusik der besten Sorte", findet Hans Rotman. Der Niederländer ist der Intendant des "Impuls"-Festivals, das am Montag in Dessau eröffnet wird. In dieser Woche stellten Rotman und sein Team, zu dem sich auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz gesellte, das "Impuls"-Programm auf der Bauhausbühne vor.
"Impuls" ist das Festival des Landes für Neue Musik. Den ersten Jahrgang rief Rotman vor einem Jahr ins Leben, die 2009er Neuauflage hat nach wie vor den Anspruch, Zuhörer für die Neue Musik zu gewinnen. "Wir hätten heute kein musikalisches Erbe, wenn nicht zu allen Zeiten Leute die zeitgenössische Musik gefördert hätten", freut sich Olbertz auf den Auftakt im Anhaltischen Theater.
Um 19.30 Uhr ist am Montag auf der Großen Bühne der "G6 Dirigentengipfel" zu hören. Die musikalischen Leiter aller großen Orchester Sachsen-Anhalts werden binnen eines Konzertes an das Pult vor die Anhaltische Philharmonie treten. Sein Orchester auch mal den anderen zu überlassen, stellt für Antony Hermus, Dessaus Generalmusikdirektor, kein Problem dar. Nach ersten Proben sagte er: "Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Kollegen mit neuer Musik umgehen. Das bereichert mein Orchester nur."
Wenn der Landesmusikrat sich anlässlich von "Impuls" wünscht, dass vom Festival eben Impulse ausgehen und sich die Orchester auch darüber hinaus mit Neuer Musik beschäftigen, dann funktioniert dies in Dessau schon bestens. "Bei uns ist neue, moderne und zeitgenössische Musik permanent vertreten," so Hermus. Beim "Dirigentengipfel" am Montag wird er ein Stück von John Adams dirigierten, George Antheils "A Jazz Symphony" von 1955, dirigiert von Hans Rotman, ist das älteste Stück des Abends. Ein ganz neues Werk steuert mit der Uraufführung Annette Schlünz bei. Schlünz, in Dessau geboren und aufgewachsen, ist eine der erfolgreichsten Komponistinnen in Deutschland.
Gut 20 Veranstaltungen listet das "Impuls"-Programm bis zum 15. November in Sachsen-Anhalt insgesamt auf. Veranstaltungsorte sind neben Dessau auch Magdeburg und Halle sowie Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg. Neben Jugendkonzerten und Familienkonzerten sind vor allem die Orchestertreffen zu nennen, die es in den drei größten Städten des Landes gibt. Dabei trifft das Impuls Percussion Ensemble auf die jeweiligen Orchester vor Ort, zusammen werden vier Werke von Komponisten des Landes, die sich an das Thema "Odyssee" anlehnen, zur Aufführung gebracht. Das Orchestertreffen 3 wird es am 12. November im Roßlauer Elbe-Werk geben.
Alle Konzerte, so informierte Festival-Intendant Hans Rotman, werden übrigens moderiert. "Die Vermittlung für Neue Musik fängt ja schon bei den Musikern an. Sie müssen genauso Stück für Stück verführt werden wie das Publikum." Hilfreich sei es deshalb in jedem Falle, auch etwas über die Komponisten zu erfahren.
Alle Infos unter www.impulsfestival.de
Tickets gibt es an den Theaterkassen.
26.10.2009, 11:46 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 26.10.2009
Musikschule Dessau zeigt André Bückers Inszenierung
"Du meine Seele, singe"
Aufführungen am 31. Oktober und 14. November in Dessau und Wittenberg
Gesangs- und Instrumentalschüler der Musikschule Dessau-Roßlau präsentieren am 31. Oktober um 18 Uhr in der Dessauer Georgenkirche sowie am 14. November um 16 Uhr in der Stadtkirche Lutherstadt Wittenberg das Choratorium "Du meine Seele, singe".
Das Stück von August Buchner, das 2007 vom jetzigen Dessauer Generalintendanten André Bücker inszeniert und seitdem mit großem Erfolg deutschlandweit gezeigt wurde, setzt das tragische Leben des berühmten protestantischen Kirchenlied-Dichters Paul Gerhardt (1607-1676) ins Verhältnis zu seinen großen Werken wie "Geh aus, mein Herz, und suche Freud" oder "O Haupt voll Blut und Wunden". Das Prinzip der Aufführung folgt dabei dem protestantischen Ideal der Teilhabe durch die Gemeinde: Während die Rolle des Solisten festgelegt ist und sich nur den jeweiligen räumlichen Gegebenheiten anpasst, können an den einzelnen Aufführungsorten sehr unterschiedliche musikalische Ensembles den Chor der Gemeinde bereichern.
Seit der Uraufführung 2007 hat der Schauspieler Frank Roder, der in der Region u. a. durch seine Auftritte bei "Wittenberg auf der Bühne" bekannt ist, daher bereits mit mehr als einem Dutzend verschiedener Chöre und Instrumentalensembles zusammengearbeitet. In Dessau und Wittenberg trifft er nun auf rund 30 Sänger, vier Posaunisten und sechs Flötisten. Die von Marianne Kaiser und Ulrike Mahlo (Gesang), Wolf-Jürgen Gander (Flöte) und Andreas Schwarz (Posaune) einstudierte Aufführung basiert auf neuen Arrangements von Thomas Kunath.
Die beiden Aufführungen, die der Freundeskreis der Musikschule in Zusammenarbeit mit dem halleschen Verein Kultur und Bildung 05 sowie mit dem Wittenberg Kultur e. V. präsentiert, verorten Paul Gerhardt zudem in unmittelbarer Nachbarschaft seiner Geburtsstadt Gräfenhainichen.
Karten zu 5,- EURO sind an den jeweiligen Abendkassen erhältlich. Der Einritt für Kinder ist frei.
24.10.2009, 11:13 | tags:
Spielzeit
, Anhaltische Philharmonie
, Diverses
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Ilka Hillger, Mittedeutsche Zeitung/ Dessau-Roßlau, 24.10.2009
Dirigentengipfel eröffnet das «Impuls»-Festival
Sachsen-Anhalt entdeckt die Neue Musik. 20 Veranstaltungen sind geplant
So kann Neue Musik auch klingen: Zwei Gruppen junger Leute klatschen einen einfachen Rhythmus, tricky wird das Ganze, weil die einen leicht zeitversetzt die Hände schlagen. Das Klatschen geht auseinander, überlagert sich und am Ende finden die Töne wieder zusammen. "Das ist Minimalmusik der besten Sorte", findet Hans Rotman. Der Niederländer ist der Intendant des "Impuls"-Festivals, das am Montag in Dessau eröffnet wird. In dieser Woche stellten Rotman und sein Team, zu dem sich auch Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz gesellte, das "Impuls"-Programm auf der Bauhausbühne vor.
"Impuls" ist das Festival des Landes für Neue Musik. Den ersten Jahrgang rief Rotman vor einem Jahr ins Leben, die 2009er Neuauflage hat nach wie vor den Anspruch, Zuhörer für die Neue Musik zu gewinnen. "Wir hätten heute kein musikalisches Erbe, wenn nicht zu allen Zeiten Leute die zeitgenössische Musik gefördert hätten", freut sich Olbertz auf den Auftakt im Anhaltischen Theater.
Um 19.30 Uhr ist am Montag auf der Großen Bühne der "G6 Dirigentengipfel" zu hören. Die musikalischen Leiter aller großen Orchester Sachsen-Anhalts werden binnen eines Konzertes an das Pult vor die Anhaltische Philharmonie treten. Sein Orchester auch mal den anderen zu überlassen, stellt für Antony Hermus, Dessaus Generalmusikdirektor, kein Problem dar. Nach ersten Proben sagte er: "Es ist interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Kollegen mit neuer Musik umgehen. Das bereichert mein Orchester nur."
Wenn der Landesmusikrat sich anlässlich von "Impuls" wünscht, dass vom Festival eben Impulse ausgehen und sich die Orchester auch darüber hinaus mit Neuer Musik beschäftigen, dann funktioniert dies in Dessau schon bestens. "Bei uns ist neue, moderne und zeitgenössische Musik permanent vertreten," so Hermus. Beim "Dirigentengipfel" am Montag wird er ein Stück von John Adams dirigierten, George Antheils "A Jazz Symphony" von 1955, dirigiert von Hans Rotman, ist das älteste Stück des Abends. Ein ganz neues Werk steuert mit der Uraufführung Annette Schlünz bei. Schlünz, in Dessau geboren und aufgewachsen, ist eine der erfolgreichsten Komponistinnen in Deutschland.
Gut 20 Veranstaltungen listet das "Impuls"-Programm bis zum 15. November in Sachsen-Anhalt insgesamt auf. Veranstaltungsorte sind neben Dessau auch Magdeburg und Halle sowie Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg. Neben Jugendkonzerten und Familienkonzerten sind vor allem die Orchestertreffen zu nennen, die es in den drei größten Städten des Landes gibt. Dabei trifft das Impuls Percussion Ensemble auf die jeweiligen Orchester vor Ort, zusammen werden vier Werke von Komponisten des Landes, die sich an das Thema "Odyssee" anlehnen, zur Aufführung gebracht. Das Orchestertreffen 3 wird es am 12. November im Roßlauer Elbe-Werk geben.
Alle Konzerte, so informierte Festival-Intendant Hans Rotman, werden übrigens moderiert. "Die Vermittlung für Neue Musik fängt ja schon bei den Musikern an. Sie müssen genauso Stück für Stück verführt werden wie das Publikum." Hilfreich sei es deshalb in jedem Falle, auch etwas über die Komponisten zu erfahren.
Alle Infos unter:
www.impulsfestival.de
Tickets gibt es an den Theaterkassen.
23.10.2009, 09:06 | tags:
Diverses
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Pressemitteilung vom 23.10.2009
Anhaltisches Theater lädt zur Theaterführung ein
Das Anhaltische Theater lädt am Sonntag, dem 25. Oktober um 10 Uhr zu einer
Theaterführung ein.
Mit Start in der Kassenhalle wird Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf die Zuschauer
hinter die Kulissen führen, vielfältige Informationen geben und Besuchern die Faszination
des Theaters ein Stück näher bringen. Neugierige erwartet eine spannende Reise durch
das größte Theater Sachsen-Anhalts, seine Geschichte und seine Geschichten. Neben
den Brettern die die Welt bedeuten, werden auch die Unterbühne, die Werkstätten,
Garderoben und noch so manche Überraschung gezeigt.
Tickets zu 5,- Euro/ 3,- Euro ermäßigt über:
Theaterkasse Rathaus-Center Tel: 0340 2400 258 Mo bis Fr 9:30 – 20 Uhr
Theaterkasse - Nur Telefonisch 0340 2511 – 333 Mo bis Fr 9 bis 17 Uhr
Mail: kasse@anhaltisches-theater.de
22.10.2009, 20:31 | tags:
Spielzeit
, Diverses
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Andreas Hillger, Mitteldeutsche Zeitung/Halle, 23.10.2009
Theater
Winterreise durch neun Städte
Kulturstiftung des Bundes schickt "Dritte Generation" auf Deutschlandtour
Im Sommer des vergangenen Jahres waren sie die Shooting-Stars beim Festival "Theater der Welt" in Halle, nun gehen die deutschen, israelischen und palästinensischen Schauspieler von "Dritte Generation" auf große Deutschlandtournee. Die Kulturstiftung des Bundes schickt das Ensemble, dessen "Work in Progress" in der ersten Arbeitsphase auch von der Mitteldeutschen Zeitung gefördert worden war, zu elf Vorstellungen in neun Städten - beginnend am 8. November in Chemnitz und endend am 22. Dezember im Anhaltischen Theater Dessau.
Für Hortensia Völckers, künstlerischer Vorstand der Kulturstiftung, ist diese Tournee zum 60. Jahrestag der Bundesrepublik auch ein "Geschenk an jene Bühnen, die wir sonst oft nicht erreichen." Gleichwohl habe man alle beteiligten Theater darauf hingewiesen, dass "Dritte Generation" ein betreuungsintensives Projekt sei: Die tabulose Verhandlung von deutsch-jüdischer und israelisch-palästinensischer Geschichte verlangt eine Nachbereitung in der Diskussion. Das haben nicht zuletzt die Aufführungen in Israel und in Berlin gezeigt, wo das Stück von Yael Ronen heftige öffentliche Debatten ausgelöst hat.
Warum das so ist, weiß Hortensia Völckers aus eigener Anschauung: Die Inszenierung sei in ihrem scheinbar improvisierten Ton frech und entwaffnend zugleich - und würde die Erfahrung vermitteln, dass jeder aus seiner Perspektive Recht hat, während zugleich alle im Unrecht seien. Deswegen habe sich der Aufwand, den die Kulturstiftung für dieses "fragile Projekt" betrieben hat, auch gelohnt. Denn "Dritte Generation" sei nicht nur geeignet, über historische Besitzstandswahrung zu streiten, sondern würde jeden Zuschauer auch zum Nachdenken über eigene politische Korrektheit zwingen.
Laut Torsten Maß, der "Dritte Generation" als Kurator für "Theater der Welt" entdeckt hat und nun für die Kulturstiftung auch die Tournee betreut, ist das Ensemble nach seinen Erfahrungen in den Metropolen gespannt auf die Begegnungen in kleineren Städten. Dazu zählen entlang der Reiseroute Konstanz und Kaiserslautern, Wiesbaden und Weimar sowie Saarbrücken und Braunschweig, lediglich München fällt als Station aus dem Raster. Zur Vorbereitung auf die Tournee spielt das Ensemble in der kommenden Woche übrigens noch einmal im israelischen Habimah-Nationaltheater - dort, wo die Autorin und Regisseurin Yael Ronen ihre künstlerische Heimat hat.
Da sich das Stück seit seinen ersten, umjubelten Vorstellungen in Halle auch unter dem Druck aktueller politischer Ereignisse in Israel weiter entwickelt hat, lohnt ein Wiedersehen in jedem Fall. Und vielleicht wird sich ja auch die Tournee im Stück niederschlagen.
Aufführungen in Dessau am 21. und 22. Dezember, jeweils 19.30 Uhr.
12.10.2009, 20:28 | tags:
Diverses
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Thomas Steinberg, Mitteldeutsche Zeitung/ Dessau-Rosslau, 12.10.2009
Radtour führt Menschen zusammen
Beim Dessauern lernen die Dessauer per Drahtesel die Stadt und einige ihrer Akteure kennen
Es ist kein Ort, der gemeinhin auf Stadtführungen angelaufen wird, von denen die meisten immer noch bestrebt sind, die glanzvollsten, spektakulärsten, angenehmsten Seiten einer Stadt zu zeigen. Eine Suppenküche kann sich nach allgemeinem Verständnis nicht zu den Sehenswürdigkeiten einer Stadt zählen.
Auch nicht die von Dessau. Vermutlich könnten die meisten Einheimischen sagen, wo diese überhaupt zu finden wäre. Die 50, 60 Teilnehmer einer Radtour wissen es seit Sonnabend: in der Turmstraße, wo die Begegnungsstätte der Stadtmission im Gemeindehaus der Jacobus-Gemeinde zu finden ist, einem schmucklos-funktionalen Ersatzbau für in den 70er Jahren dort befindliche Kirche. In der Nachbarschaft: Neubauten zumeist, ein paar Gründerzeithäuser und viel, sehr viel Freifläche, geschaffen beim Stadtumbau.
Die Dessauern-Radtour, die zweite öffentliche Veranstaltung der vom Bauhaus angeschobenen Kampagne, wurde unter dem Titel "Eine Stadt lernt sich kennen" beworben. Und eben auch deren Probleme: 25 bis 30 Menschen kämen jeden Tag in die Suppenküche, erklärte deren Chefin Marlies Hartmann; für 90 Cent gibt es eine warme Mahlzeit, "und beileibe nicht immer nur Suppe".
Die Dessauern-Initiative, vorm Sommer gestartet, ist der Versuch, zusammenzubringen, was bislang oftmals getrennte Wege ging und sich oft genug nach Kräften ignorierte: Das Bauhaus und das Theater wären als prominenteste Beispiele bis in die jüngste Vergangenheit zu nennen. Kleine Vereine und große Kulturträger fanden nicht zusammen, und letztere erwarteten, dass die Menschen selbstverständlich zu ihnen kommen müssten. Dass mit Intendant André Bücker, der leitenden Opernregisseurin Andrea Moses und (dem allerdings bereits in der Vergangenheit oft präsenten) Verwaltungsdirektor Joachim Landgraf - gleich die halbe Führungsriege des Theaters völlig unprätentiös mitradelte - es wäre tatsächlich noch vor sechs Monaten unvorstellbar gewesen. Bücker stellte das Stadttheater als eine Sende- und Empfangsstation vor.
Guido Fackiner vom Reisewerk hatte eine Tour zusammengestellt, die vom Bauhaus aus bis zum Neubaugebiet Zoberberg und von dort aus durch die Muldaue bis zum Umweltbundesamt führte und Gelegenheit bot, ganz unterschiedlich, oftmals öffentlich wenig bis unbekannte Ideen und Vorhaben zu präsentieren. Etwa die durch Bundesmittel mögliche Rekonstruktion des Schlosses Georgiums und des vorderen Teils des gleichnamigen Gartens oder die vom Bauhaus geplante Ausstellung über die Institution und die Stadt. "Wir wollen", so die stellvertretende Bauhausdirektorin Regina Bittner, "das Jubiläum 90 Jahre Bauhaus mit einem lokalen Ereignis beenden." Fragen sollen gestellt werden: wie wirkte das Bauhaus in die Stadt, wie viel Bauhaus wirkt in der Stadt, von der manche meinen, sie müsse sich mit dem Namenszusatz "Bauhausstadt" schmücken.
Dass indes Vorhaben durchaus vom Scheitern bedroht sein können, wurde der Radler-Gruppe am Neuen Wasserturm vor Augen geführt - dem Verein geht das Geld aus, eine Fortführung der Arbeiten ist ebenso fraglich wie die Zukunft des Kiez-Kinos offen, das sich ebenso wie die Dessauer Tafel am Schlusspunkt der Tour im Umweltbundesamt vorstellte. Und wo schon einmal ein Ausblick geboten wurde auf das Farbfest des kommenden Jahres: größer soll es werden, intensiver noch in die Stadt wirken und - so die Pläne aufgehen - Spektakuläres bieten: in Kooperation mit der durch ihren Berliner Auftritt in Deutschland bekannt gewordenen Riesen-Marionetten-Truppe "Royal de Luxe" könnte eine Dessauer Reise entstehen, die etwas mit Zukunftsvisionen zu tun haben wird.
Womit der Kreis zum Dessauern geschlossen wäre.
30.06.2009, 14:48 | tags:
das neue Team
, Diverses
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Auch das Anhaltische Theater dessauert

Was ist Dessau?
Geruhsam und verhalten heiter, geschichtssehnsüchtig und zukunftspessimistisch? Wohin treibt die Feiningergropiusjunkerskandinskykleemiesmeyerschlemmerweill-Stadt? Was will sie sein? Ein großes Museum oder eine zupackende Stadt mit Potential? Ein einziger Seufzer oder auch eine kleine Hymne auf das Lebensglück?
Dessau hat viele Facetten, nicht alle sind schmeichelhaft. Aber die Stadt hat Kraft, etwas aus sich zu machen. Wie in all den Jahrzehnten vorher. Die dessauern.den sind ein Verbund von Initiativen, Privatleuten, Unternehmen und Vereinen, die etwas für diese Stadt tun wollen. Die sich in ihrem Enthusiasmus nicht beirren lassen. Weil eine Stadt nur arm ist, wenn keiner sie bereichert. Die dessauern.den wollen sich auf das besinnen, was 1926, in einer frühen Blütezeit des modernen Dessau, das Bauhaus in die Stadt brachte: Die Offenheit ihrer Bürger, ihre Kreativität, ihren Erfindergeist.
Getreu einem Ausspruch von Lyonel Feininger, der anlässlich des Umzuges von Weimar 1925 sagte: „Es hat sich ausgeweimart, meine Herren – wir gehen jetzt dessauern.“
Wir wollen nichts schönfärben, wir wollen ehrlich sein. Wir wollen dessauern, weil wir überzeugt sind, dass Dessau trotz all seiner Probleme im Kommen ist.
Die Kampagne „Jetzt wird gedessauert!” ist eine Initiative der Stiftung Bauhaus Dessau. Ihre Unterstützer sind bislang: Anhaltisches Theater Dessau, Biosphärenreservat Mittlere Elbe, Brauhaus Verein Dessau e.V., Büro Otto Koch, elbwiese.de, Hochschule Anhalt (FH), Karstadt Dessau, Kiez e.V. Dessau, Kurt-Weill-Gesellschaft e. V., Landeskirchenrat, LEO – Das Anhalt Magazin, Multikulturelles Zentrum Dessau e.V., Museum für Stadtgeschichte, Reisewerk, Schwabehaus e.V., Stadtsparkasse Dessau, Stiftung Bauhaus Dessau, Umweltbundesamt, Wohnungsgenossenschaft Dessau eG. „Jetzt wird gedessauert!“ steht unter der Schirmherrschaft des Kultusministers von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz.
Dessauern Sie mit!