24.04.2009, 11:01 | tags: Grußworte
Grußwort von Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt
Sehr geehrte Leser, verehrtes Publikum,
mit der Saison 2009/2010 eröffnet das Anhaltische Theater Dessau zugleich seine 215. Spielzeit. Bereits 1794 durch das Fürstenhaus zu Anhalt gegründet, kann die Bühne auf eine besonders stolze und erfolgreiche Theatertradition zurückblicken. Schon die erste Spielzeit 1794/1795 in Dessau begann mit beachtlichen 46 Inszenierungen, darunter Goethes Clavigo und Mozarts Zauberflöte. Das Publikum wird auch im neuen Spielzeitheft wieder Stücke klassischer wirkungsmächtiger Theaterautoren finden und kann sich darüber hinaus auf zahlreiche zeitgenössische Autoren sowie Ur- und Erstaufführungen freuen.
Das Anhaltische Theater Dessau geht unter neuer künstlerischer Leitung in die Spielzeit 2009/2010. Erfahrungsgemäß sind die Zuschauer in solchen Situationen besonders gespannt und neugierig. In Erinnerung sind dem Publikum noch viele große und oft begeisternde Theaterabende unter der langjährigen und erfolgreichen Intendanz von Johannes Felsenstein; nun aber will es weiterhin oder neu gewonnen und überzeugt werden. Dafür wünsche ich dem Generalintendanten André Bücker, seinem Leitungsteam und dem gesamten Ensemble alles Gute.
Natürlich ist mir bekannt, dass angesichts der knappen öffentlichen Kassen auch in der Dessauer Bürger-schaft teilweise heftig um das Maß für eine auskömmliche Finanzierung des Theaters gestritten wurde. Die Debatte ist für das Theater gut ausgegangen. Eine engagierte und kunstbegeisterte Bürgerschaft hat wie schon so oft in der Vergangenheit abermals für verlässliche Rahmenbedingungen Sorge getragen. Dieses eindeutige Bekenntnis der Stadt Dessau hat es mir nicht nur ermöglicht, auch landesseitig die notwendigen Finanzmittel für die kommenden vier Jahre zuzusagen, sondern es stellt zugleich eine Werteentscheidung für die gedeihliche Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit des Gemeinwesens dar.
Das Theater bleibt auch im Zeitalter moderner Medienkommunikation ein kultureller Mittelpunkt des städtischen Gemeinwesens. Theater sind Teil ihrer Städte und ihrer Geschichte, sie prägen das geistige und kulturelle Klima, die Lebensqualität einer ganzen Region maßgeblich. Mich freut die aktive Selbstbehauptung dieser 2500 Jahre alten Kunstform. Besonders erwähnenswert ist, dass das Anhaltische Theater Dessau dabei besondere Anstrengungen unternimmt, um auch junge Zuschauer frühzeitig für den Theaterbesuch zu begeistern. Fast ein Drittel der Besucher im Dessauer Theater sind Kinder und Jugendliche.
Neben künstlerischer Freiheit und der aufgeschlossenen Begleitung durch die Kommunal- und Landespolitik braucht das Theater vor allem ein theaterbesessenes Publikum, das bereit ist, sich von der Kunst immer wieder aufs Neue anregen, unterhalten und verzaubern zu lassen.
Bleiben Sie also Ihrem Stadttheater auch zukünftig treu!
Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz
Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt
